Der topf macht Urlaub
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Der topf macht Urlaub

Liebe Leute,

wir machen eine kleine Sommerpause und sind bald wieder für Euch da.

Bis dahin schaut Euch gerne bei uns um …

… und genießt die Sonne!

Euer topfvollgold


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Keine 10,5 Millionen für Jauch
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Keine 10,5 Millionen für Jauch

Bei der inhaltlichen Gestaltung der aktuellen Ausgabe dürfte das “Schöne Welt”-Masochistenressort die letzte Doppelseite übernommen haben. Das Ergebnis ist eine Kasteiung mit der Überschrift “So war das doch gar nicht”:

Jeden Abend eine tolle Party, einen Kleiderschrank mit wunderschönen Roben und gaanz viel Geld — so stellt man sich gerne das Leben der Promis vor. Doch mit dem Ruhm kommen auch die bösen Schlagzeilen, dann brodelt manchmal die Gerüchteküche. Auch das Privatleben der Stars wird von der Presse rücksichtslos auseinandergenommen. Doch erfundene Geschichten werden nicht einfach toleriert.

Und damit es so richtig weh tut, liefert die Redaktion auch noch Beispiele des ganzen Schmus, den die “Presse rücksichtslos” produziert hat und den sich Prominente nicht gefallen lassen wollten: Stefan Raabs berühmter Mettbrötchen-Einspruch, Helene Fischers Wangenkuss, Michelles fehlende Verwüstungswut.

Nun stammt das alles aus anderen Heften und der Vergangenheit. Trockene Theorie also. Um das Thema etws anschaulicher zu vermitteln, hat die “Schöne Welt” selbst auch eine Gegendarstellung abgedruckt:

Gegendarstellung - In "Schöne Welt" Nr. 5 heißt es auf Seite 50 in einem Artikel mit der Überschrift "Was kostet die Welt?" über mich: "Etwa 10 Mio. Euro/Jahr ... Die ARD zahlt angeblich 10,5 Millionen Euro an den Talkmaster, damit dieser 43 Sendungen moderiert." - Hierzu stelle ich fest: Die ARD zahl an mich keine 10,5 Millionen Euro für die Moderation der Sendung "Günther Jauch". Vielmehr zahlt die ARD ausschließlich an die Firm I&U eine bestimmte Summe dafür, dass sie die gesamte Sendung produziert. Potsdam, den 6. Mail 2014. Günther Jauch - Anmerkung der Redaktion: Günther Jauch hat recht.

Und das nicht irgendwo, sondern in derselben Ausgabe, auf derselben Doppelseite wie die redaktionellen “So war das doch gar nicht”-Einsichten:

Übersicht über die Doppelseite mit der Geschichte über Gegendarstellungen von Prominenten auf der linken Seite und der Gegendarstellung von Günther Jauch auf der rechten Seite.

Weil die ursprüngliche Geschichte, auf die sich die Gegendarstellung von Günther Jauch bezieht, damals auch prominent auf der Titelseite beworben wurde, konnten Jauch und Jurist noch diese hässliche Ankündigung auf dem Cover durchsetzen:

Gegendarstellung Günther Jauch - Seite 47


Mit Dank an Petra S. für den Hinweis!


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Hauptsache Afrika
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Hauptsache Afrika

Die Beziehungsgeflechte zwischen der Regenbogenpresse und den Objekten ihrer Berichterstattung sind nicht immer ganz einfach zu durchschauen.

Manch Prominentem ist es völlig zuwider, in der Knallpresse auch nur erwähnt zu werden. Andere sind heilfroh, dass sie wenigstens mal auf diese Plattform klettern und sich präsentieren dürfen. Frühere Eurovision Song Contest-Siegerinnen zum Beispiel.

Und so dürften Schlagersängerin Nicole und ihre Plattenfirma vor Freude quiekend diese “Die neue Frau”-Schlagzeile entdeckt haben:

Sie kennen sich schon so lange - Sängerin Nicole - Jetzt stellt sie uns ihre heimliche Liebe vor

Die ist so heimlich, dass Nicole gerade einen ganzen Song über sie veröffentlicht hat.

Geschickt rührt “Die neue Frau” für die neue Platte die Werbetrommel. 36 schmalzgetränkte Zeilen versucht das Blatt, uns das Liebeslied als Liebesbetrug zu verkaufen:

Und wie sehr sie strahlt, wenn sie von dieser besonderen Beziehung erzählt. Voller Inbrunst und mit viel Gefühl. Das Pikante daran: Nicole beschreibt hier nicht die Gefühle zu ihrem Mann Winfried [...].

Nein, es ist nämlich noch viel dämlicher!

Aber von wem schwärmt Nicole hier nur so? Die Auflösung: Es ist kein Mann – sondern ein Land. Und zwar Afrika.

Eine Aussage wie ein knallender Schlag in den Nacken eines jeden Geographie-Lehrers.

Doch mit Nicole und dem Regenbogenheft haben sich eben zwei gefunden, die im Erdkunde-Unterricht gleich gut aufgepasst haben. Und so setzt die gesamte “Neue Frau”-Redaktion sicher mit ein, wenn Nicole im Refrain losschmettert*:

Afrikaaaaa – weites Laaaaand – Wind und Meeeeer – und Wüstensaaaaand – Afrikaaaaa – bist wie iiiiich – stolz und freeeiiii – darum lieb‘ ich diiiiich.

In Anlehnung an die berühmte Stilblüte von Fußballer Andi Möller muss es für das Ethno-Duo Nicole und “Die neue Frau” also heißen: Kairo oder Kapstadt, Hauptsache Afrika.


*Nachtrag, 2. Juli, 15:41 Uhr: Einige Leser schrieben uns und kommentierten, dass Nicoles Textpassage “weites Laaaaand” nicht ein Land im Sinne von Staat meint, sondern im Sinne von Landschaft. Unsere Unterstellung sei ziemlich daneben.

Wir finden auch: Das kann man so interpretieren und muss es in den meisten Fällen sicher auch. Bei Nicoles Song unserer Meinung nach allerdings nicht. Wir bleiben dabei: Mit diesem “Afrika”, von dem sie singt, ist ein Staat gemeint, und zwar Südafrika. Das geht zumindest aus einem Gespräch der Sängerin mit “Schlagerplanet” hervor.

Dass sie dann trotzdem verallgemeinernd von “Afrika” singt — und sei es nur, weil es sich besser singen lässt –, finden wir weiterhin unpassend.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Der Regenbogen an Kasse 3
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Der Regenbogen an Kasse 3

Mitten im Wochenendeinkaufsstress erreichte uns am vergangenen Freitag diese E-Mail unseres Lesers Tobias:

Als Leiter einer Supermarkt-Filiale musste ich aus personellen Gründen diese Woche an der Kasse aushelfen. Unser Sortiment aus Klatschzeitungen ist erschreckend umfangreich, so umfangreich, dass ich mir erstmal Gedanken um unser Printsortiment machen musste.

Vor einiger Zeit habt Ihr gefragt, ob es überhaupt genug Leser gibt. Nach meiner Woche an der Kasse muss ich sagen: Ja, es gibt sie. Und das in Massen.

Der Großteil der Kunden, welche sich für diese Schundblätter entschieden, sind 40 Jahre und älter. Nicht schlimm genug, dass diese Blätter in der Tat im realen Leben gekauft werden; nein, der einzelne Kunde beziehungsweise die einzelne Kundin — denn es sind ausschließlich Frauen — erwirbt gleich zwei bis vier verschiedene Hefte vom Regenbogen.

Angesichts meiner neuen Erfahrung kontaktierte ich aus Neugier meinen im Urlaub befindlichen Kollegen, welcher hauptsächlich für die Printmedien zuständig ist. Kaum zu glauben, aber von allen Regenbogenblättern verkaufen wir um die 600 Stück pro Woche. Ich wiederhole: 600 Stück!!! Pro Woche!!! Ich möchte betonen, dass sich selbst die räudige “Bild” nur mit circa 400 Stück pro Woche verkauft.

Somit sollte die Frage über die Kaufwilligen gelöst sein. Unglaublich.

Beste Grüße von Kasse 3.


Wir haben neulich schon einmal einen größeren Schwung “Eurer Geschichten vom Regenbogen” veröffentlicht. Sollte Euch in Zukunft die Regenbogenpresse auf besondere Weise in Eurem Leben begegnen: Her mit der Anekdote! Wir posten sie gerne hier im Blog — auch anonym.


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Scharfe Logik
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Scharfe Logik

Oft braucht es nur eine kleine Serie von Fotos und die ausgeprägte Fantasie einer Regenbogenredaktion — schon hat man eine Titelgeschichte. Diese hier ist so ein Fall:

Herzogin Catherine - Skandalöse Fotos! Schockierende Wahrheit! Plötzlich ist das Familien-Glück in Gefahr!

Der Teil dieser Doppelgeschichte zur niederländischen Königin Máxima soll für den Moment egal sein. Denn ihr “Neuer Ärger” hat nichts mit Kates “Skandalöse[n] Fotos” zu tun. Und um die soll es hier gehen.

Kate, William und ihr Sohn George waren neulich zu Besuch bei einem Polo-Turnier. Und während George fröhlich über den Rasen krabbelte, schoss jemand dieses, nun ja, Beweisstück:

Schreck-Sekunde! Baby George und die Beine des Pferdes – beides ist auf dem Foto gleich scharf zu sehen. Der Beweis dafür, wie unfassbar dicht sie beieinander stehen

Logo, alte Fotografen-Weisheit: Alles, was auf Fotos “gleich scharf” zu sehen ist, ist immer auch “unfassbar dicht [...] beieinander”.

Hört mal, alte Dunkelkammer-Experten der “Schöne Woche”, wenn wir Eurer Logik folgen, habt Ihr aber mindestens drei Knaller-Geschichten dieses Polo-Events völlig verschlafen! Unserer Meinung nach ist es jeweils eine Sensation, dass eines der Pferde Kate die gesamte rechte Schulter abgebissen hat, dass George erst voll eins mit einem Polo-Schläger vor den Schädel gebraten bekommen hat und dann noch von einem Mann platt getrampelt worden ist.


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Schlagzeilenbasteln (100)
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Schlagzeilenbasteln (100)

Welche Schlagzeile könnte man aus folgender Information basteln?

Der Sänger Andreas Bourani ist kurz nach seiner Geburt adoptiert worden. In einem Interview mit der “Bild am Sonntag” erzählte er neulich, dass er seine leiblichen Eltern weder kenne noch vermisse und dass ihm nie etwas gefehlt habe.

Andreas Bourani ("Auf uns") - Sein schwieriges Leben mit zwei Müttern

(“Die neue Frau”)

Denn:

Auch wenn er sagt, dass seine Mutter für ihn keine Gesicht habe, der Bezug zu ihr völlig fehlt. Ob er trotzdem insgeheim darauf hofft, dass sich seine leibliche Mutter eines Tages doch bei ihm meldet?

Vielleicht erkennt sie ihn irgendwann ja im Fernsehen oder hört seinen offiziellen WM-Song “Auf uns”. Und gibt sich einen Ruck, ihrem Sohn die wahre Familiengeschichte zu erzählen. Dann könnte Andreas Bourani zukünftig mit zwei Müttern leben und ein wunderbar gefühlvolles Lied darüber schreiben.


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English learnen mit Merkels Mum
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English learnen mit Merkels Mum

Ein paar olle Klischees über Rentner aufzählen, dem Leser zwei blöde Fragen stellen und dann so tun, als hätte der Leser diese Fragen selber gestellt und wäre interessiert an den Antworten — ist das nicht ein feiner Einstieg in einen Artikel? Ob jemand wirklich etwas so Dämliches macht, wollt Ihr jetzt vielleicht wissen? So ein Zufall, dass Ihr fragt. Wir hätten da die passende Antwort — sie kommt von der “Prima Woche”, einem Regenbogenblatt aus dem Alles Gute Verlag:

Nachmittags in stabiler Rückenlage auf dem Sofa faulenzen, sich vom Fernseher berieseln lassen, höchstens mal die Nachbarin zum Treppen-Tratsch treffen — ist das noch ein Leben? Was wäre denn eine schönere Alternative, wollen Sie jetzt vielleicht wissen? So ein Zufall, dass Sie fragen. Wir hätten da die passende Antwort — sie kommt von Herlind Kasner, der Mutter von Angela Merkel (60).

Denn Merkels Mutter ist eben nicht so faul und altersträge, wie die “Prima Woche” offenbar den Großteil der eigenen Leserschaft einschätzt, sondern eine “robuste Rentnerin”:

Angela Merkel - Ihre Mutter gibt Englisch-Unterricht mit 85!

Neu ist die Info, dass Herlind Kasner an einer Volkshochschule Sprachkurse anbietet, so gar nicht. Die “Berliner Morgenpost” hat diese Geschichte bereits vor sechs Jahren aufgeschrieben. Aus diesem Artikel borgt sich die “Prima Woche” ein paar von Kasners Aussagen und fettet das Ganze mit ein paar ausgedachten, falschen Fakten an:

Wer sich auf den Internetseiten der VHS Templin schlau macht, darf zur Kenntnis nehmen: Fast alle Kurse der freundlichen Dame sind ausgebucht. Und das liegt sicherlich nicht nur daran, dass ihre Tochter Königin von Deutschland ist.

Das ist schlichtweg gelogen. Denn wer sich auf den Internetseiten der VHS Templin tatsächlich mal schlau macht, sieht: Einer von drei Kursen, die Herlind Kasner anbietet, ist mit “Veranstaltung fast ausgebucht” gekennzeichnet, einer mit “Buchung möglich” und einer ist seit gestern beendet, war vor wenigen Tagen aber ebenfalls noch problemlos buchbar.

Und wenn noch einige Plätze in den Kursen zu haben sind, dann kannst Du, “Prima Woche”, Deiner faulenzenden, TV-glotzenden und tratschenden Leserschaft zum Ende doch nur einen Rat aufs Sofa senden:

Ha, jetzt haben Sie was zum Nachdenken, was Sie mit Ihrem Leben anfangen können. Wenn Sie sagen: “I speak English very well, but I can it nich so schnell” — dann besuchen Sie doch mal die nette Frau Kasner …


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Schlagzeilenbasteln (99)
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Schlagzeilenbasteln (99)

Welche Nachricht könnte die “Freizeit direkt” auf diese Schlagzeile gebracht haben?

Hans Sigl - Böse Vorwürfe - Der "Bergdoktor" steht am Pranger

“Wie böse und gemein!”, schnappt die “Freizeit direkt” vor Aufregung nach Luft. Schließlich sei das “ziemlich herbe Kritik”, die ZDF-”Bergdoktor” Hans Sigl “jetzt” einstecken müsse. Also “jetzt” im Sinne von “vor sechs Jahren”. Denn damals schrieb das “Deutsche Ärzteblatt” über Sigls TV-Rolle: “Es wird damit ein Held geschaffen, der dem klassischen Arztbild aus den alten Heimatfilmen entspricht.” Fernseh-Doktor Martin Gruber sei “so besserwisserisch, dass es kaum zu ertragen ist”. Anscheinend musste sich das Team der “Freizeit direkt” von diesem “Pranger”-Schock erstmal sechs Jahre erholen, bevor es drüber schreiben konnte.


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Schlagzeilenbasteln (98)
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Schlagzeilenbasteln (98)

Welche Schlagzeile könnte man aus folgender Nachricht basteln?

Die Tante der spanischen Königin Letizia ist der Meinung, dass man die Monarchie in Spanien besser abschaffen sollte.

Königin Letizia - Drama zur Krönung - Die eigene Familie rammt ihr ein Messer in den Rücken

(“Die Zwei”)


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