O Brother, Where Aren’t Thou?
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O Brother, Where Aren’t Thou?

Da muss den Mitarbeitern der “Adel exklusiv” aber das Sektglas aus der Hand gefallen sein. Erst die große Freude über die zweite Schwangerschaft von Herzogin Kate, Jubel, Feierei. Und dann, ja, dann das:

Mitten im Babyglück sorgt eine Schock-Nachricht für große Aufregung - Hat Prinz William einen heimlichen Bruder?

Nun gut, mit “Mitten im Babyglück” haben die Ahnenforscher der “Adel exklusiv” ein bisschen geflunkert. Denn die “Schock-Nachricht” sorgt schon seit zwei Jahren “für große Aufregung” bei der Bauer Media Group. Das Schwesternblatt “Das Neue” verkündete bereits im Oktober 2012 unübersehbar:

Auch Kate ist überrascht - Prinz William - Sensation! Er hat noch einen heimlichen Bruder!

Jetzt ermittelt also die “Adel exklusiv” im Fall “Williams ominöser Heimlich-Bruder”. Das Blatt vermutet ihn in Schottland, genauer: in einem Schloss im Örtchen Glamis.

Gerade einmal 300 Menschen leben in dem kleinen Dorf. Der perfekte Ort, um sich vor neugierigen Blicken zu verstecken.

Sagt man ja auch so: die Anonymität des Dorfes.

Und was ist das Klügste, das man im “perfekten[n] Ort, um sich vor neugierigen Blicken zu verstecken”, machen kann? Richtig: Ein paar Einwohner fragen, ob sie schon mal jemanden gesehen haben, der nicht von ihnen gesehen werden will.

Das Ergebnis der Umfrage:

“Wir haben Gerüchte gehört, aber reden nicht darüber”, sagen die einen. Die anderen wiegeln gleich ab: “Unsinn, hier lebt er sicher nicht.”

Und in einem Pub schnappt der anonyme Autor noch auf:

“Hier lebt kein heimlicher Bruder von Prinz William.”

Aber nicht nur auf der Straße und in Kneipen findet der “Adel exklusiv”-Mitarbeiter keinerlei Anzeichen, auch eine Tour durchs Schloss ist so unergiebig, dass er sich an den letzten Brocken Hoffnung klammert, der ihm hingeworfen wird:

Nach der Führung durch die nur spärlich beheizten Räume spreche ich [Schloss-Direktorin] Libby Reynolds auf das Gerücht an, dass Williams Bruder im Schloss leben soll. Sie schüttelt mit dem Kopf, sagt dann zögerlich: “Jede Geschichte hat einen Kern Wahrheit …”

Wenn aus den Lebenden von Glamis schon nichts Verwertbares herauszube-kommen ist, dann vielleicht aus den Toten:

Zu guter Letzt steht der Besuch auf dem Friedhof an. Viele Grabsteine haben hier keinen Namen. Gehört einer davon zu Williams Bruder? Wir werden es wohl nie erfahren.

Die eindrucksvolle Bilanz der Reise nach Schottland: zweieinhalb Dementis, ein Kopfschütteln und ein paar leere Grabsteine. Und was macht die “Adel exklusiv” auf ihrer Titelseite daraus? Logo, eine “Unglaubliche Enthüllung”:

Prinz William - Unglaubliche Enthüllung - Hat er wirklich einen heimlichen Bruder?


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Der Regenbogenröntgenblick
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Der Regenbogenröntgenblick

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um die Gynäkologen der Funke Women Group:

Die "Frau aktuell" titelt: "Monaco jubelt - Fürstin Charlene - Hurra, zwei Jungen! Ihre Zwillinge sind gesund!" Das "Echo der Frau" titelt: "Fürstin Charlene - Süße Überraschung! Es werden zwei Mädchen"

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Eure heutige Geschichte ist quasi eine doppelte Geschichte: Es geht um Fürstin Charlène von Monaco. Und die eine Zeitrschrift titelt: “Hurra, zwei Jungen!”, sie soll also schwanger sein. Und die andere Zeitschrift, “Echo der Frau”: “Es werden zwei Mädchen”. Jetzt wissen wir ja schon, dass man diesen Zeitungen eh nicht glauben kann. Deswegen frage ich erstmal: Ist sie denn überhaupt schwanger?

Moritz: Ja, die Schwangerschaft steht fest. Und — es wurde lange gemutmaßt — es steht auch fest, dass es Zwillinge werden. Es kommen also tatsächlich zwei Kinder im Dezember zur Welt in Monaco. Junge oder Mädchen steht hingegen nicht fest. Es gibt da zumindest keine offizielle Aussage des Palastes. Und die Hefte wissen’s ja anscheinend auch nicht. Das “Echo der Frau” sagt, es werden zwei Mädchen. Die “Frau aktuell” titelt: “Hurra, zwei Jungen!” Am Ende kommen vielleicht ein Junge und ein Mädchen heraus, dann haben beide völlig Unrecht gehabt. Das wäre für uns besonders schön. Aber eines der Hefte wird in jedem Fall daneben liegen. Das ist für uns mal wieder ein ganz klares Beispiel, wie in diesen Verlagen gelogen wird, einfach auf These geschrieben wird. Wenn’s dann einen Zufallstreffer gibt, wird es groß bejubelt — also wenn beispielsweise zwei Mädchen geboren werden, wird das “Echo der Frau” sicherlich sagen: “Ha, wussten wir es doch! Wir haben so berichtet.”

Das wäre die nächste Frage: Wie kommen die denn auf diese Mutmaßungen? Ist das einfach ins Blaue hineingeschrieben? Oder haben die wirklich verlässliche Quellen?

Mats: Nee, die haben keine verlässlichen Quellen. Sie schreiben auch selbst, dass es nur Gerüchte seien: Beide Blätter schreiben, dass es Gerüchten zufolge Jungen beziehungsweise Mädchen werden. Die “Frau aktuell” hat aber noch ein anderes Indiz gefunden. Und zwar hat Fürst Albert, der Mann von Charlène, angeblich im Haus alle scharfen Kanten abgedeckt. Und das nehmen sie jetzt als Indiz dafür, dass es Jungen werden, weil Albert sich bestimmt noch an seine wilde Zeit als kleiner Junge erinnern kann, als er immer durchs Haus getollt ist. Das nimmt die “Frau aktuell” quasi als Beiweis dafür, dass es Jungen werden. Aber in Wirklichkeit steckt natürlich nur Spekulation und Raterei dahinter.

Moritz: Und obwohl beide Hefte lediglich von Gerüchten ausgehen, verkaufen sie es auf den Titelseiten als feststehende Tatsachen. Das ist ein wichtiger Punkt bei diesen beiden Geschichten: Es ist kein Fragezeichen dabei oder ein “wohl” oder ein “vielleicht”, sondern “Es werden zwei Mädchen” und “Hurra, zwei Jungen!”, mit Ausrufezeichen. Das sind also zwei ganz klare Tatsachenbehauptungen.

Also ziemlich abstrus. Interessant an dem Fall ist ja, dass die beiden Zeitschriften aus dem gleichen Verlag kommen, der Funke Women Group. Geht es da im Endeffekt also doch nur um Geldmacherei, dass man — wie Ihr eben gesagt habt — einfach rät und hofft, dass einer wenigstens Recht hat?

Mats: Das vermuten wir. Es ist ja schon ganz offensichtlich, dass es denen gar nicht daum geht, die Wahrheit zu berichten. Die wollen einfach nur mit einer exklusiven Schlagzeile locken, damit die Leute das Heft kaufen und nachschlagen, warum es sich denn um zwei Jungen oder zwei Mädchen handeln soll. Die WAZ Women Group, oder Funke, wie sie jetzt seit einiger Zeit heißt, hat auch Erfahrungen bei solchen Schlagzeilen. Vor ein paar Jahren, als Prinzessin Victoria ein Kind bekommen hat, da titelte die “Neue Welt”, die auch zum Verlag gehört: “Hurra, ein Junge!” Kurz danach wurde das Kind geboren — und es war ein Mädchen. Die haben also schon Erfahrung darin, Vorhersagen zu treffen, die dann doch nicht eintreten.

Ihr habt vorhin gesagt, das ist eine Tatsachenbehauptung, in einem Fall dann ja auch eine falsche. Beschäftigt sowas dann irgendwann mal den Presserat oder ist denen das vollkommen boogie, was diese Frauenzeitschriften machen?

Moritz: Der Presserat wird ja erst dann aktiv, wenn sich jemand beschwert. Von selbst ergreift der Presserat keine Initiative. So ist das grundsätzliche System bei denen. Das wäre jetzt für uns aber ein Fall, den man definitiv beim Presserat einreichen könnte. Wenn man beispielsweise wartet, bis die Geburt im Dezember dieses Jahres stattgefunden hat, dann könnte man sicherlich das Heft, das total ins Klo gegriffen hat, dahin schicken. Dann wird sich ja gezeigt haben, dass es sich um eine falsche Berichterstattung handelt. Da könnte es durchaus eine Maßnahme des Presserats geben.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Bis dass “Das goldene Blatt” Euch scheidet
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Bis dass “Das goldene Blatt” Euch scheidet

Um im Dickicht der Dutzenden Regenbogenblätter nicht unterzugehen, müssen sich die einzelnen Redaktionen schon etwas einfallen lassen. “Das goldene Blatt” beispielsweise wählt einen branchenunüblichen Weg: Das Heft ködert die Leserschaft mit positiven Geschichten — zum großen Teil zwar auch erfunden, aber mit Wohlgefühl.

In erschreckender Regelmäßigkeit bringen die Mitarbeiter in großen Lettern ihre riesige Freude zum Ausdruck. Sie verkünden “die Glücks-Botschaft des Sommers”, hoffen “auf diese schöne Nachricht” und jauchzen: “Die Versöhnung ist perfekt”.

Derzeit herrscht …

Albert & Charlene - Großer Jubel! Zwillings-Glück

Also alles zum “Hurra”-Schreien in der Welt des “goldenen Blatts”? Nicht ganz! Eine ist dort schon vor langer, langer Zeit in Ungnade gefallen: Camilla Parker Bowles, seit der Hochzeit mit Prinz Charles im April 2005 “Her Royal Highness The Duchess of Cornwall” genannt. Camilla kriegt immer auf die Mütze.

Die — wie soll man sie nennen? — begleitende Berichterstattung zu ihrer Ehe mit Charles ist ein Panoptikum von möglichen Rüffeln: Schaut Camilla ernst auf einem Foto, muss sie bald wieder zur “Alkohol-Therapie” — die “letzte Chance für ihre Ehe”. Lacht sie, spinnt sie mal wieder “böse Intrigen” — ein “neues Ehe-Drama!”

Bereits fünf Tage vor der Hochzeit war eigentlich schon alles zum Scheitern verurteilt:

Charles & Camilla - Riesenkrach kurz vor der Hochzeit

(Ausgabe 15/2005)

Seitdem gibt es ständig “bittere Trennung[en]“, “Ehekrach” und natürlich “Scheidung?”, “Scheidung!”, “SCHEIDUNG”:

Ehekrach! Camilla - Sie sucht schon ein neues Zuhause

(Ausgabe 1/2006)

Camilla - Vor den Scherben ihres Glücks

(Ausgabe 6/2006)

Charles & Camilla - Endlich die Wahrheit über ihre Ehe

(Ausgabe 6/2008)

Charles - Die bittere Trennung von Camilla

(Ausgabe 39/2008)

Charles & Camilla - Erbitterter Ehestreit ums Geld

(Ausgabe 3/2009)

Alkohol-Therapie und Eheberatung - Charles & Camilla - Letzte Chance für ihre Ehe

(Ausgabe 17/2009)

Prinz Charles - Geldsorgen! Lässt Camilla ihn jetzt im Stich?

(Ausgabe 34/2009)

Charles & Camilla - Scheindung?

(Ausgabe 35/2011)

Camilla & Charles - Scheidung noch in diesem Jahr

(Ausgabe 47/2011)

Herzogin Camilla - Affäre! Sie bricht Charles das Herz

(Ausgabe 3/2012)

Charles & Camilla - Ehe-Aus am Hochzeitstag

(Ausgabe 16/2012)

Charles & Camilla - Jetzt doch! Scheidung

(Ausgabe 43/2012)

Charles & Camilla - Ehe-Aus - Die ganze Wahrheit

(Ausgabe 8/2013)

Charles & Camilla - Jetzt doch! Scheidung

(Ausgabe 35/2013)

Charles & Camilla - Ehe-Aus! Jetzt ist es endgültig

(Ausgabe 47/2013)

Camilla & Charles - Scheidung! Die ganze Wahrheit

(Ausgabe 7/20014)

Prinz Charles - Camillas böse Intrigen - Neues Ehe-Drama

(Ausgabe 16/2014)

Charles & Camilla - Jetzt doch! Ehe-Aus

(Ausgabe 28/2014)

Charles & Camilla - Alles aus! Scheidung

(Ausgabe 41/2014)

Allein in den vergangenen zwei Jahren verkündete “Das goldene Batt” also ein Ehe-Drama, drei Ehe-Ausse und vier Scheidungen. Mal war es “endgültig”, mal “die ganze Wahrheit”. Und immer völliger Blödsinn.


Mit Dank an P. B. für den Hinweis!


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Die Auflage der Regenbogenpresse
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Die Auflage der Regenbogenpresse

Wir haben unsere Übersicht über die Regenbogenhefte in Deutschland auf den neuesten Stand gebracht: Die aktuellen IVW-Zahlen sind drin, Neuerscheinungen wurden ergänzt, eingestellte Titel gestrichen.

In der Liste könnt Ihr jetzt auch sehen, wie hoch die verkaufte Auflage der jeweiligen Hefte ist (vorher hatten wir nur die Druckauflage angegeben). Interessant ist, dass von allen Titeln deutlich mehr Exemplare gedruckt als verkauft werden, oft sogar mehrere Hunderttausend. Warum das — schon seit Jahren — so ist und was mit den überschüssigen Heften passiert, wissen wir leider auch nicht (also wenn jemand eine Erklärung hat, gerne bei uns melden).

Beim Blick auf die neuen IVW-Zahlen fällt außerdem auf, dass eine Reihe von Regenbogenheften der Print-Krise weiterhin zu trotzen scheint; viele Titel konnten ihre Auflage erhöhen, einige sogar so stark, dass sie zu den größten Zeitschriften-Aufsteigern des dritten Quartals gehören.

Und nach wie vor zeigt sich, wie flächendeckend die Regenbogenpresse in diesem Land verbreitet wird: Die “Freizeit Revue” verkauft mit über 800.000 Heften immer noch fast so viele Exemplare wie der “Spiegel”.


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Das Rennen um den dümmsten Titel
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Das Rennen um den dümmsten Titel

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um zwei unterschiedliche Schlagzeilen zum selben Ereignis:

Michael Schumacher - Sein Sohn hat ein Wunder vollbracht
Neuer Schock - Michael Schumacher - Nicht auch noch sein Sohn! - Zerbricht er am Schicksal seines Vaters?

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: In den Heften der Regenbogenpresse geht’s nicht nur um Promis, sondern auch um deren Familienangehörige. Mehr oder weniger ereignisreiche Geschehnisse werden als große Story verkauft — und gänzlich unterschiedlich interpretiert. Eine der führenden Schlagzeilen dieser Woche dreht sich um den 15-jährigen Sohn von Michael Schumacher, Mick Schumacher. Der ist jüngst beim Kartrennen um die Deutsche Juniorenmeisterschaft gestartet, was die Regenbogenpresse nicht so eindeutig deuten kann — oder will: Laut der “Neuen Post” hat Mick Schumacher “ein Wunder vollbracht”, “Die neue Frau” hingegen titelt: “Neuer Schock — Nicht auch noch sein Sohn!” Was da genau vorgefallen ist auf der Kartbahn, und warum die Regenbogenpresse daraus konträre Schlagzeilen bastelt, darüber kann ich sprechen mit Mats Schönauer, einem der beiden Köpfe hinter topfvollgold. Mats, was war da los auf der Jugend-Rennstrecke, wenn man die mal so nennen darf?

Mats: Tja, da war eigentlich nicht viel mehr los, als dass der Sohn von Michael Schumacher da gefahren ist. Und das interessiert die Medien offenbar brennend. Das war nicht nur Titelgeschichte bei der “Bild”-Zeitung, sondern auch schon seit Tagen in der Regenbogenpresse. Und zwar ist der Sohn von Michael Schumacher, der fährt Kartrennen, bei der Deutschen Juniorenmeisterschaft Zweiter geworden. Das ist die ganze Geschichte. Interessant ist nicht nur, dass die Medien sich so darauf stürzen, sondern wie gegensätzlich sie das interpretieren. Du sagtest ja schon, die “Neue Post” schreibt: “Sein Sohn hat ein Wunder vollbracht”. Da denken die ganzen Omis wahrscheinlich: “Oh, der Sohn hat irgendwas gemacht, und jetzt geht es Michael Schumacher besser.” Da spielen die Redaktionen schon ganz bewusst mit dem Gesundheitszustand von Michael Schumacher und tun dann so, als hätten sie neue Informationen. In Wirklichkeit geht es in der Geschichte aber tatsächlich nur um dieses Kartrennen.

Also völlig unterschiedliche Geschichten. Man fragt sich, ob die Zeitungen das gleiche Rennen gesehen haben. Wie kommt es dazu, dass daraus diese völlig unterschiedlichen Headlines entstehen?

Die nehmen sich einfach eine Nachricht und drehen die dann so, wie es gerade passt. Die “Neue Post” wollte dann wahrscheinlich mit einer schönen Geschichte locken auf dem Cover und hat’s sich dann so zurecht gedreht, dass sie da was Positives titeln kann. Die Redaktion interpretiert jetzt einfach, dass der Sohn Zweiter geworden ist, als “Wunder”, oder vielmehr sieht sie es als hypothetisches Wunder, das noch kommen könnte. Die Mitarbeiter haben nämlich noch einen Arzt gefragt, und der sagt: Bei Komapatienten ist es immer von Vorteil, wenn es gute Nachrichten gibt, da könnte sich dann der Gesundheitszustand verbessern. Und diese Möglichkeit reicht dem Blatt schon, um daraus ein Wunder zu stricken. “Die neue Frau” und andere Hefte dachten sich: Da machen wir eine schlimme Nachricht raus. Die haben es so gedreht: “Nicht auch noch sein Sohn!” Die Redaktion suggeriert auf dem Titel, es gäbe eine ganz schlimme Nachricht, als sei der Sohn vielleicht auch verunglückt. Aber da geht’s dann einfach nur darum, dass er nur Zweiter geworden ist und dass beim Kartfahren ja sowieso viele Gefahren drohen. Die drehen sich die Geschichte so zurecht, wie sie es gerade mögen, und dann picken sie sich die Fakten raus und überdrehen sie solange, bis sie so eine Schlagzeile bringen können.

Es war auch noch etwas Anderes zu lesen: Er wurde “nur” Zweiter und er rastete aus. Was ist das denn für ein gefundenes Fressen?

Ich habe das Rennen selbst nicht gesehen, deswegen weiß ich nicht, ob es stimmt. Aber “Die neue Frau” schreibt einfach, dass er sich darüber geärgert habe, dass er nur Zweiter geworden ist, was ja erstmal verständlich ist. Und dann soll es auch noch eine Rangelei gegeben haben. Das formuliert das Blatt aber auch schon so vage, dass ich es überhaupt nicht abkaufe. Selbst wenn er sich darüber geärgert hat, nur Zweiter geworden zu sein — man darf es nicht so überbewerten, wie die Hefte es tun. Es kam denen natürlich ganz gelegen, wenn es tatsächlich so passiert ist, weil sie daraus dann so etwas Negatives stricken konnten.

“Die neue Frau” hat ja sogar geschrieben, dass dieser Ausraster am schlechten Gesundheitszustand seines Vaters liegt. Stellt sich die Frage: Darf man als Familienangehöriger und als 15-jähriger Teenager eines Promis überhaupt noch normal — sprich emotional — durchs Leben spazieren?

Natürlich darf man das. Das Problem ist aber, dass dann an jeder Ecke Fotografen lauern, die das festhalten, und noch schlimmer: Dass die Regenbogenautoren in ihren Redaktionen sitzen und aus diesen Fotos und Videos solche Geschichten stricken. Ich finde, das ist eine große Unverschämtheit. Ich frage mich sowieso, welches Intresse die Öffentlichkeit daran hat, ob der Sohn von Michael Schumacher jetzt ein guter Rennfahrer ist oder nicht. Darüber kann man natürlich berichten, aber dass es dann solche großen Titelgeschichten werden, finde ich unangebracht — auch schon bei der “Bild”-Zeitung. Und wenn dann die Regenbogenpresse noch solche Geschichten daraus strickt und das so perfide verbindet mit dem Gesundheitszustand von Michael Schumacher und solche Gerüste sich strickt, wie das alles miteinander zusammenhängen könnten, und dann noch solche lockenden Schlagzeilen auf die Titelseiten packen, dann ist das eine ziemliche Frechheit. Aber es lässt sich momentan ja leider nicht groß ändern.

Und es hilft in diesem Fall offenbar auch nicht, dass der Sohn von Michael Schumacher unter dem Mädchennamen seiner Mutter fährt — also gar nicht als Schumacher startet.

Eben. Daran erkennt man schon, dass sie damit gar nicht in Verbindung gebracht werden wollen, aus welchen Gründen auch immer. Das gelingt leider nur mittelmäßig, wenn die Medien das einfach ignorieren und daraus große Titelgeschichten basteln.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

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Mit Kümmel im Catsuit
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Mit Kümmel im Catsuit

Die größten Verräter der Medienbranche sitzen in den Regenbogenredaktionen. Sie plaudern einfach alles aus, kein Geheimnis ist vor ihnen sicher.

Zum Beispiel verriet die “Freizeit direkt” mal die drei “privaten Geheimnisse” der Kanzlerin. Erstens: In ihrem Ferienhaus in der Uckermark hat Angela Merkel eigenhändig Blumen, Erdbeeren und Kartoffeln gepflanzt. Zweitens: Wenn Merkel grillt, dann Forelle und Steak. Und drittens: Bratwurst mag sie auch.

Bei Schauspielerin Saskia Vester ist das “Echo der Frau” sogar auf “fünf große Geheimnisse” gekommen: Vester hat beispielsweise keine Angst vor dem Zahnarzt, ihr Mann wäre ein Delfin, wenn sie ihn mit einem Tier vergleichen müsste, und ihre Katze Lui benimmt sich manchmal wie ein Hund.

Und jetzt holt die 89-Cent-Postille “Freizeit Stars” zum ganz großen Schlag aus! Zu Regenbogen-Liebling Helene Fischer hat das Blatt nämlich “sensationelle Geheimnisse” ausgegraben. Und zwar nicht zehn, nicht 20 – nein! “30 Gründe, warum die Sängerin so erfolgreich ist!”

Da wäre unter anderem “ihre große Vielseitigkeit”:

Sie trägt alles — vom Abendkleid bis zum Catsuit. Und Helene kann es auch tragen!

Oder dass Fischer dunkle Schokolade und Studentenfutter liebt. Und was mag sie nicht so gern?

“Der Geschmack von Koriander und Kümmel, daran gewöhne ich mich erst jetzt langsam”, verrät Helene.

Kein Wunder, dass die Schlagerprinzessin einen Chart-Hit nach dem anderen landet, bei diesem “Rezept für ihren Aufstieg”.

Der wichtigste der 30 Punkte ist für die “Freizeit Stars” aber anscheinend Geheimnis Nummer drei:

Manager Uwe Kanthak und ihre Texterin Kristina Bach sind der Motor hinter Helenes Karriere.

Denn daraus bastelt die Redaktion mit reichlich Chuzpe die Schlagzeile auf ihrem Cover:

Sollte es niemand wissen? Helene Fischer - Heimliche Familie ... und weitere sensationelle Geheimnisse der Sängerin

Das, liebe “Freizeit Stars”, ist dann ausnahmsweise mal kein Geheimnisverrat, sondern schlichtweg gelogen.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Helene Fischers Bankgeheimnis
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Helene Fischers Bankgeheimnis

Wie traurig das Dasein als Regenbogenmitarbeiter sein muss, stellt die Branchenvertreterin “Die Aktuelle” einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis.

In der Rubrik “Malheur” muss einer ihrer anonymen Knechte 52 Zeilen darüber zusammenkratzen, wie Helene Fischer sich auf eine Parkbank setzt und dann wieder aufsteht:

Dagegen ist selbst ein Superstar wie sie nicht gefeit: Sie will sich auf ihrer Tournee mal kurz entspannen, nimmt auf der Bank in der Sonne Platz — und dann sowas …

Ja, dann sowas:

War die Bank nass, war die etwa sogar frisch gestrichen?

Das Corpus Delicti, um das es hier geht, diese “Bank in der Sonne”, sieht übrigens stark so aus, als sei sie aus Kunststoff hergestellt. Eine weiße Kunststoffbank weiß anstreichen — das klingt fast genauso traurig wie das Schreiben über Helene Fischers großes Problem in der kleinen Pause:

Kleine Pause, große Probleme - Ganzseitenausriss des Artikels über Helene Fischers "Probleme" mit einer Parkbank


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Bergrettung auf der Landstraße
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Bergrettung auf der Landstraße

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um eine Wunderheilung:

Andrea Berg - Unfall-Drama auf der Landstraße - Ergreifend, wie sie das Mädchen ins Leben zurückholte

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Es war ja mal wieder viel los in der Yellow Press. Wir sprechen heute über Andrea Berg. Die hatte einen Horror-Unfall. Jetzt haben wir hier natürlich alle schon innegehalten und kurz überlegt: Wie geht’s ihr denn? Ist denn noch alles in Ordnung mit Andrea Berg?

Moritz: Ihr könnt wieder aufatmen. Andrea Berg ist nichs passiert und ich muss das auch unbedingt korrigieren, nicht dass das hier noch juristisch interessant wird: Andrea Berg hatte natürlich keinen Unfall. Die “Woche der Frau” behauptet zwar auf ihrer Titelseite: “Andrea Berg — Unfall- Drama auf der Landstraße — Ergreifend, wie sie das Mädchen ins Leben zurückholte”. Und wir dachten auch zuerst: Menschenskinder, vor der Haustür von Andrea Berg, großes “Unfall-Drama”, junge Dame verletzt und Andrea Berg hilft ihr jetzt mit Sofortmaßnahmen, Erste Hilfe und so weiter. Pustekuchen, natürlich überhaupt nicht. Wir befinden uns ja schließlich in der Welt der Regenbogenpresse. Dieses “Unfall-Drama”, das es gab, liegt schon drei Jahre zurück. Hat auch örtlich nichts mit Andrea Berg zu tun: Die junge Dame, 19 Jahre alt, die da von einer Autofahrerin auf ihrem Fahrrad angefahren wurde, kommt aus Leipzig. Ich vermute mal, das war dann auch da in der Ecke. Andrea Berg wohnt im Süden Deutschlands — also auch örtlich überhaupt kein Zusammenhang. Das Einzige, was Andrea Berg mit dieser jungen Dame zu tun hat, ist die Musik. Denn Nadine R., die diesen Unfall hatte, hört gerne Andrea Bergs Musik. Und diese Lieder von der Schlagerkönigin haben ihr dann geholfen, zurück ins Leben zu finden.

Klassische Geschichte, gab’s ja mit Dieter Bohlen, glaube ich, schon in zehnfacher Ausführung in den letzten Jahren. Was mich wirklich interessiert, auch aus journalistischer Sicht: Bei all dem Schrott, den die da zusammenschreiben — Wieso sind die so gut im Recherchieren, dass die noch Jahre später solche Querverbindungen finden, die kleinsten Fitzel, aus denen man doch noch eine Story drehen kann?

In diesem Fall ist das tatsächlich ganz interessant, denn es gibt hier eine Passage, die liest sich so: “Verriet die Leipzigerin drei Jahre nach dem schrecklichen Unfall ‘Woche der Frau’.” Das scheint also wirklich ein spezieller Fall zu sein, dass sich hier jemand an das Heft gewandt hat. So etwas findet eigentlich selten statt, dass die Regenbogenhefte mal mit Protagonisten sprechen. Die lesen dann eher auf einer Facebook-Seite: “Hier, ich hab’ Andrea Berg besucht, weil ich mal einen Unfall hatte und sie hat mich ins Leben zurückgeholt mit ihrer tollen Musik.” Und dann stricken sie sich da irgendetwas raus. Hier behauptet das Heft ja tatsächlich, dass es mit der Leipzigierin gesprochen hat. Ansonsten ist es wirklich ein großer kreativer Akt, diese Querverbindungen zu finden. Denn der Unfall an sich ist ja erstmal nichts, worüber ein Regenbogenheft berichten würde. Wenn da jemand aus dem normalen Leben einen Unfall hat, das ist nichts mit Prominenten, nichts mit Klatsch. Dieser kleine Fitzel, die Aussage: “Ich hab’ Andrea-Berg-Musik gehört”, da wird’s dann spannend. Das ist ein großer kreativer Prozess der Regenbogenhefte und der Leute, die dort arbeiten. Die müssen ja Woche für Woche aus so gut wie nichts eine große Titelgeschichte machen. Die beneiden wir um diesen Job nicht unbedingt.

Du hast vorhin schon erwähnt: Man muss immer aufpassen, dass es juristisch nicht relevant wird. Ist das so ein Fall, wo jemand wie Andrea Berg dagegen vorgeht? Oder wissen die einfach: Damit muss ich jetzt leben, das lassen wir jetzt so links liegen und nächste Woche ist die Titelseite ja eh wieder vergessen?

Das ist ja grundsätzlich erstmal eine positive Geschichte über Andrea Berg: Ein “Unfall-Drama”, und sie hat geholfen. Das findet das Heft sogar noch “ergreifend, wie sie das Mädchen ins Leben zurückholte”. Nichtsdestotrotz: Auch in positiven Geschichten kann man falsche Tatsachen behaupten. Und da wird’s dann immer interessant. Die Gegendarstellungen, die wir finden, beispielsweise von Günther Jauch, der stark gegen diese Hefte vorgeht, beziehen sich immer nur auf falsche Tatsachenbehauptungen. Da reicht es, wenn ein Alter falsch genannt wird oder wenn gesagt wird: “Er hat für diesen Job Geld bekommen”, und er hat dafür gar nichts bekommen — dann ist das eine falsche Tatsachenbehauptung dieses Heftes. Im Fall von Andrea Berg — ich bin die Geschichte jetzt zwei-, dreimal durchgegangen — handelt es sich um einen sehr glattgebügelten Text. Ein Treffen gab es dann tatsächlich noch zwischen Andrea Berg und dem Mädchen. Die ist nämlich in dem Hotel von Andrea Berg mal vorbeigekommen, hat sich auch mit ihr getroffen und bedankt. Und die Aussagen, dass sie die Musik gerne gehört hat, werden wohl stimmen, denke ich. Deswegen gibt es da nicht viel juristisch zu machen gegen diesen Artikel von der “Woche der Frau”. Wenn Andrea Berg jetzt sagen würde: “Klar, das ist eine positive Geschichte über mich. Trotzdem habe ich keinen Bock, dass das Heft über mich berichtet, vor allem mit einem solchen irren Fantasiegebilde”, da wird sie sehr wahrscheinlich nicht viel gegen machen können.

Gibt diese Geschichte eigentlich genug für so eine Follow-up-Story nächste Woche her? Oder ist die jetzt tot?

Die junge Dame hat ja zum Glück ihren Unfall überlebt. Sie ist zwar noch auf einen Rollstuhl angewiesen, aber sie findet jetzt ins Leben zurück. Klar, wenn sie jetzt noch einmal Andrea Berg besucht und es ihr immer besser geht, dann kann es sicherlich mal passieren, dass da noch was kommt. Aber an sich ziehen die Hefte dann auch immer ganz gerne weiter zum nächsten Schlachtfeld.


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Stell Dir vor, es ist kein Krieg,
und nur “Die Aktuelle” geht hin
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Stell Dir vor, es ist kein Krieg,
und nur “Die Aktuelle” geht hin

Patronengürtel umschnallen! Gefechtshelme auf! Es herrscht …

Helmut Kohl - Krieg ums Erbe! Böse Beleidigungen! Anwälte eingeschaltet! Es ist alles so furchtbar würdelos!

Allerdings bekommt ausnahmsweise mal nicht Kohls Ehefrau Maike eins übergebraten, weil sie ja eh nur ans finanzielle Erbe des früheren Bundeskanzlers wolle. Die “Aktuelle”-Kriegsminister wühlen sich durchs Schlachtfeld einer ganz anderen Front: Es geht um das neue Buch des früheren Kohl-Ghostwriters Heribert Schwan und den darum entbrannten Streit.

Oder wie “Die Aktuelle” krawallt:

Damit verrät, demütigt, ja entmündigt er Helmut Kohl geradezu, der hilflos zusehen muss, wie alles, was ihm je etwas bedeutete, zerbricht. Das unwürdige Ende eines großen Staatsmannes.

Der würdelose Krieg um Kohls geistiges Erbe begann — die Anwälte sind eingeschaltet.

Ach, ihr Zinnsoldaten von “Die Aktuelle”, dass Kohl und seine Anwälte nun gerade gestern — also einen Tag vor Euer heute erschienenen Kampfpostille — in diesem “Krieg” klein beigegeben haben, passt irgendwie so gar nicht zum Namen Eures Blattes.

Da hilft es auch nichts, dass Ihr ein vergleichsweise aktuelles Foto von der Frankfurter Buchmesse zum veralteten Text gepackt habt:

Kampfeslustig: Kohl (mit Maike) stellte auf der Frankfurter Buchmesse seine Sicht des Mauerfalls bis zur Wiedervereinigung als Neuausgabe vor

Der Mann, der diese Erinnerungen des “kampfeslustigen” Kohl als Ghostwriter aufgeschrieben hat, heißt Heribert Schwan und hockt Eurer Meinung nach im gegenüberliegenden Schützengraben.


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Krisen auf der Wiesn
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Krisen auf der Wiesn

Auf dem Oktoberfest werden ja bekanntlich mehr Ehen gebrochen als geschlossen, und das ist toll. Also — toll für die Regenbogenpresse. Denn wenn es eins gibt, worüber die Knallhefte noch lieber berichten als über Helene-Fischer-Zeugs, dann sind es Eheprobleme bei Promis. Und von denen tummeln sich auf der Wiesn nun mal besonders viele.

Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendeine Schlagernase zu tief in einem fremden Ausschnitt steckt oder eine Moderatorin besoffen über ihren Gatten lästert, ist auf dem Oktoberfest also deutlich höher als irgendwo sonst in Deutschland und in der weiten Welt.

Doch den bunten Blättern reicht auch schon viel weniger, um einem Promipaar eine Wiesn-bedingte Ehekrise anzudichten. Zum Beispiel den Beckers. Die waren auch auf dem Oktoberfest, und schon kreischt die “Neue Post” auf dem Cover:

Boris Becker - Trennungs-Drama!

Im Innern spricht sie gar von “Betrug” und der “Nacht, in der er seine Ehe verspielte”. Auch in der “Woche der Frau” ist von einer “dramatischen Nacht” die Rede, das Blatt sieht schon den “endgültigen Bruch” bei den Beckers kommen, und die “Freizeitwoche” stellt die (rein rhetorische) Frage:

Lilly und Boris Becker - Ist das das Ende?

Der Grund für das angebliche Drama: Lilly Becker verließ die Party angeblich früher, weil ihr Sohn angeblich krank geworden war und angeblich ins Krankenhaus musste. Und Boris, der Ehemann und Vater? Der ließ “sein eigenes Kind im Stich”, “feierte ohne seine Frau […] weiter und flirtete, was das Zeug hielt” — angeblich.

In der Tat postete “Bobbele” am ersten Wiesn-Wochenende im Internet ein Foto von sich mit drei jungen Frauen im Dirndl, was für die bunten Blätter nunmehr der endgültige Beweis ist: “Es scheint wirklich alles aus zu sein …”

So schließt die “Woche der Frau” dann auch mit den Worten: “Wir hoffen, dass sie sich versöhnen”. Und selbst wenn der Rest der Geschichte stimmt — das ist garantiert gelogen.


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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