Das doppelte doppelte Lottchen
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Das doppelte doppelte Lottchen

Ganz England jubelt! Ganz Schweden auch! Und der Alles Gute Verlag erst recht!

Denn:

Die Geschichte links (“Freizeit Heute”, Kate & William) basiert auf einer Story des US-Bumsblättchens “OK!”, das sich wiederum auf “Palastinsider” beruft. Die “Freizeit Vergnügen” (Victoria & Daniel) hat sich die Informanten (ebenfalls “Palastinsider”) kurzerhand selbst ausgedacht und verkündet nun auch für Schweden “Babyglück im Doppelpack”.

Die Beweislage ist allerdings auch eindeutig. Victorias Kleider, so die Spürnasen der “Freizeit Vergnügen”, seien “in letzter Zeit (…) auffällig weit geschnitten, ihr Lächeln strahlender und irgendwie geheimnisvoll – ganz genau wie bei ihrer letzten Schwangerschaft”. Hach ja.

Und Kate habe sich, wie die “Freizeit Heute” beobachtet hat, “in letzter Zeit (…) auffällig rar gemacht” — Punkt eins. Und: “Wie man hört, haben Kate und William bereits vorgesorgt und ein zweites Kindermädchen eingestellt” — Punkt zwei. Kates Vater soll zudem “in entspannter Runde ausgeplaudert haben”, dass es zwei Mädchen werden. Zack: Schwangerschaftstest positiv.

Kate habe sich, so das Blatt, momentan — “wie’s aussieht” — in den Kensington-Palast zurückgezogen. Weil:

Hier ist Kate geschützt vor medialer Dauerbeobachtung. Sie hat noch ihre erste Schwangerschaft in äußerst unguter Erinnerung, als von ihr erwartet wurde, dass sie sich trotz ständiger Übelkeit öffentlich zeigt und auch zwischen ihren Würgeanfällen Haltung bewahrt. Radiomoderatoren diskutieren hingebungsvoll Konsistenz und Farbe ihres Mageninhalts. Verständlich, dass Kate derlei Unappetitlichkeiten diesmal aus dem Weg gehen und zumindest versuchen möchte, eine Schwangerschaft in trauter Privatheit hinzukriegen.

Hey, “Freizeit Heute”! Merkste selbst, ne?


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Kein betrunkener Jauch am Telefon
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Kein betrunkener Jauch am Telefon

Für die Regenbogenpresse ist es gar nicht so einfach, eine Geschichte über Günther Jauch zu finden, gegen die der TV-Moderator nicht gleich rechtlich vorgeht.

Aber damals, als Hape Kerkeling angeblich von einem “peinlichen Aussetzer” Jauchs erzählte — da konnten die Mitarbeiter der “Woche der Frau” wie wild in die Tasten hauen. Hat ja schließlich alles der Kerkeling gesagt. Sichere Sache.

Oder?

Gegendarstellung - In "Woche der Frau" Nr. 17 vom 15. April 2014 heißt es auf den Seiten 8/9 in einem Artikel mit der Überschrift "Schlimmer Aussetzer mitten in der Nacht - Unglaublich was sein berühmter Freund verrät" über mich: "... Hape Kerkeling ... Der Komiker erzählte nämlich ganz frei und ungeniert von einem peinlichen Aussetzer des RTL-Moderators. 'Der hat (...) an meinem Geburtstag nachts um zwei sturzbesoffen auf die Mailbox gesungen.' Wie bitte? So kennen wir den sonst so korrekten und adretten Günther Jauch gar nicht. Aber offenbar hat er noch eine ganz andere Seite. Eine, die er sicher nicht in der Öffentlichkeit preisgeben wollte. Aber nun wurder er damit überrumpelt. ... Umso verständlicher, dass Hape Kerkeling in seinem Gespräch ... noch mal betonte, dass Günther bei dem besagten Anruf 'hackevoll' gewesen sei." - Hierzu stelle ich fest: Der von Hape Kerkeling geschilderte Anruf, bei welchem ich betrunken auf die Mailbox gesungen haben soll, ist freu erfunden. – Potsdam, den 2. Mai 2014 – Günther Jauch – Günther Jauch hat Recht. Die Redaktion

(Klick aufs Bild für eine größere Darstellung.)


Nachtrag, 22. August, 10:46 Uhr: So kündigte die “Woche der Frau” übrigens Günther Jauchs angeblichen Alkohol-Anruf auf ihrem Cover an:

Günther Jauch - Schlimmer Aussetzer in der Nacht - Unglaublich, was sein berühmter Freund verrät

Jauchs “berühmter Freund” hat den “Aussetzer in der Nacht” auch nicht irgendwo verraten, sondern in der RTL-Sendung “Exclusiv Weekend” vom 6. April dieses Jahres. Dort scherzt Kerkeling: “Er war hackevoll. [...] Um Gottes Willen, das will ich jetzt hier nicht, nein, nein, Herr Jauch war absolut zurechnungsfähig. Das ist nicht geschehen.”

Und auch Günther Jauch kommt in der “Exclusiv Weekend”-Folge zu Wort. Sein grinsender Kommentar: “Oh. Ich weiß noch, dass wir schonmal telefoniert haben, oder dass ich ihn auch angerufen habe, aber ob ich da angeheitert war — daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Ich kann’s mir kaum vorstellen.”

Für die “Woche der Frau” offenbar ein klarer Fall.


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topfvollgold zum Hören
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topfvollgold zum Hören

Seit rund zwei Monaten unterhalten wir uns einmal wöchentlich mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Regenbogenpresse. Die daraus entstehenden Gespräche wollen wir ab sofort auch hier bei uns im Blog präsentieren — und starten mit der Ausgabe vom vergangenen Freitag:

Und damit alles fein säuberlich archiviert ist, gibt’s hier auch noch die Gespräche der vergangenen Wochen zum Nachhören:


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Globaler Kinderquatsch
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Globaler Kinderquatsch

Was passiert, wenn die Mitarbeiter eines Knallblatts ein noch größeres Knallblatt in die Finger bekommen? Sie schreiben voller Neid die Titelgeschichte ab:

Kate & William - Schockierende Nachricht - Hat sie wirklich ihr Baby verloren?

In den Redaktionsräumen der “Freizeit Revue” muss eine Ausgabe des US-amerikanischen Obermistmagazins “Globe” die Runde gemacht haben. Das hatte nämlich groß getitelt: “Brave Kate Loses Baby!”

Und so zittert das gesamte Team der “Freizeit Revue” seit Ende Juli vor Schreck, denn da “schockte das Magazin ‘Globe’ die Welt mit einer traurigen Nachricht: Kate hat ihr Kind verloren.”

Neben der “Freizeit Revue” ist auch die “Viel Spaß” auf die “Globe”-Geschichte gestoßen — und das sogar “Exklusiv”:

Herzogin Catherine - Exklusiv - Warum die jungen Mutter sich eine Auszeit nehmen muss

Furchtbar: Laut der US-Zeitschrift “The Globe” soll sie Anfang Juli bereits eine Fehlgeburt erlitten haben.

Nun wissen fleißige “Globe”-Leser, dass das Blatt beim Thema “Kate und Schwangerschaftsprobleme” zwar wie wild mit Sensationsschlagzeilen um sich ballert, aber nie trifft.

Dass die aktuelle Schlagzeile also nicht ganz so sauber sein kann, müssen selbst die Skrupellos-Schreiber der “Freizeit Revue” gespürt haben. Sie fragten nämlich beim britischen Königshaus nach, was an der Geschichte dran sei — ein ausgesprochen seltener Schritt im Kosmos der Regenbogenpresse:

Der Palast hält sich bedeckt. “Wir kommentieren solche Spekulationen grundsätzlich nicht”, so eine Sprecherin zu FREIZEIT REVUE.

Und trotzdem kolportiert die Redaktion die “Schockierende Nachricht”, spricht selbst von “schmerzlichen Zeiten” für Kate.

Vielleicht überzeugte sie eine, nun ja, scharfsinnige Beobachtung zu Kates Auftritt bei der 100-Jahr-Gedenkfeier zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs:

Ein Royal weint nicht — und Kate (32) hat sich lange tapfer beherrscht. Doch beim Besuch einer Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkriegs brach der Schmerz aus ihr heraus: Tränen füllten die Augen der sonst so fröhlichen Frau. Trauerte sie um ihr Baby?

Oder etwas poetischer:

Auf dem Mohnfeld der Toten brach der Schmerz aus der jungen Mutter heraus

Kates Tränen haben übrigens auch die Beobachter der “Schönen Woche” mitbekommen — aber etwas anders interpretiert:

Entsetzliche Erkenntnis - Herzogin Catherine - Sie hat den falschen Prinzen geheiratet!

Möglicherweise ist es das, was Catherine plötzlich zum Weinen brachte: Die entsetzliche Erkenntnis, dass sie den Falschen geheiratet hat. Mit Prinz Harry fühlt sie sich viel wohler als mit William (32).

Das ist zwar genauso dämlich wie bei der “Freizeit Revue”. Aber immerhin nicht ganz so grässlich.


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Oh Baby Baby Balla Balla (2)
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Oh Baby Baby Balla Balla (2)

Wer unbedingt mal mit einem Zitat in der Regeonbogenpresse landen möchte, dem bietet sich ein ganz simpler Weg: Auf der Facebook-Seite irgendeiner Person des öffentlichen Lebens den größtmöglichen Quatsch schreiben, der einem gerade in den Sinn kommt. Und schon ist man Kronzeuge in “Die Aktuelle”.

Der Fall: Charlène und der fehlende Babybauch. Die monegassische Fürstin müsste nach Berechnung der “Aktuelle”-Hebammen im fünften Monat schwanger sein, angeblich mit Zwillingen. Doch neulich war bei einer Ordensverleihung nichts zu sehen von einem kugelrunden Adelsbauch. Keine Wölbung unterm weiten Kleid — “Langsam versteht das alles keiner mehr”, schreibt “Die Aktuelle” und fragt auf der Titelseite:

Fünfter Monat!?! Verstörende Fotos! Charlene - Wo ist ihr Baby-Bauch? Zwei Gerüchte erschüttern Monaco

Nach möglichen Antworten suchen die Redaktionsmitarbeiter — sowieso ausgewiesene Experten in Sachen “Charlène und das Baby” — in sozialen Netzwerken und finden bei Facebook ein paar Butterbirnen-Kommentare:

Angeheizt durch die neuen Fotos ist auf einmal von Leihmutterschaft die Rede! “Die Schwangerschaft ist erfunden … eine andere Frau hat den Bauch … der größte Betrug …” usw. schrieben manche.

Und manche machen daraus dann eine Titelgeschichte. Auch andere Regenbogenblätter wundern sich über Charlènes flachen Bauch. “Das Neue” (“Das große Rätsel um ihre Schwangerschaft”) und die “Schöne Woche” (“Ihr Bäuchlein wölbt sich nicht — trotz Zwillingen!”) erklären ihren Lesern aber immerhin, dass das bei einer ehemaligen Leistungsschwimmerin wie Charlène nichts Außergewöhnliches sei. Die Babykugel werde sicher bald kommen.

Derart diplomatisch will “Die Aktuelle” nicht sein. Was das Blatt übrigens verschweigt: Das Zitat mit dem “größten Betrug”, auf das es sich beruft, geht noch weiter. Eine Leihmutterschaft wäre zwar “the biggest fake in history”, aber wenn jemand diesen Blödsinn tatsächlich glauben würde, wäre er ein ziemlicher Idiot, schreibt die Kommentatorin. Treffender hätten wir es nicht formulieren können.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Schlagzeilenbasteln (101)
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Schlagzeilenbasteln (101)

Judith (27) aus Aachen ist ein großer Fan von Günther Jauch. Sie hat ihn zwar noch nie getroffen, aber sie findet ihn total toll.

Berührende Momente - Günther Jauch - So glücklich macht er diese junge Frau

Schon, wenn sie sich nur ein Foto von ihm ansieht, ist alles gut. Dann vergisst Judith (27) aus Aachen die Welt um sich herum, dann gibt es nur noch sie und ihn. Ihr Gesicht wird ganz weich, ihr Herz hüpft, sie strahlt und lacht, Ärger und Stress der ganzen Wochen sind sofort vergessen. Ja, Günther Jauch (58) macht die junge Frau einfach glücklich. Kein Wunder, der Fernseh-Star ist ja auch ein Traummann. Berühmt und trotzdem nicht eingebildet. Unterhaltsam und schlagfertig. Und dann diese Augen. So offen und klug, so lebenserfahren, dass sie einem direkt ins Herz zu sehen scheinen. Solche Menschen trifft man nicht oft.


Daniela Katzenberger hat in einem Interview gesagt, dass sie keine Klotür habe. Denn: “Das Problem ist, dass da Regale stehen, in denen ich meine 150 Handtücher aufbewahre, die ich in Hotels gemopst habe oder die mir geschenkt wurden.”

Das Geständnis - Daniela Katzenberger - Aus Geiz wurde sie zur Diebin - Wenn's ums Geld geht, ist sie sich wohl für nichts zu schade

(“Die neue Frau”)


König Felipe von Spanien ist neulich mit ein paar Kumpels in Madrid feiern gegangen.

König Felipe - Ist er doch so ein Hallodri wie sein Vater?

(“Die neue Frau”)


Jörg Pilawa wurde in einem Interview gefragt, wie er eigentlich das Haus ordentlich halte, immerhin hat er vier Kinder. Pilawa antwortete: “Wer sagt denn, das [sic] es ordentlich ist? Sie glauben doch nicht, dass man Ordnung in einem Haus mit vier Kindern hat. Bei mir zu Hause herrscht das Chaos.”

Jörg Pilawa - Bewegendes Geständnis

(“frau aktuell”)


Michael Schumacher bekommt in der Reha angeblich Unterstützung von Kai Schnapka. Der ist Physiotherapeut und mit Schumacher seit dessen Formel-1-Zeit befreundet.

Michael Schumacher - Vollbringt sein bester Freund das neue Wunder?

(“Neue Post”)

Michael Schumacher - Sein bester Freund bewirkt ein Wunder - Freudentränen auf der Reha-Station

Sensationelle Neuigkeiten aus der Reha - Michael Schumacher - Die 1. Schritte! Unsere Gebete wurden erhört

Michael Schumacher - Wunderbare Fortschritte - Freudne bestätigen: "Es geht alles viel schneller als erhofft!"

(Dieses Zitat kommt im Artikel übrigens gar nicht vor. Vermutlich ist es frei erfunden.)


Angela Merkel und ihr Mann waren im Urlaub.

Diese Bank rettete die Kanzler-Ehe

(“die aktuelle”)

Einsames Wandern im Regen, Wortlosigkeit. Aber dann kam eine Bank. Eine Bank, die vielleicht die Kanlzer-Ehe gerettet hat. Endlich konnte sich das Paar aussprechen — in aller Ruhe.


Die Schauspielerin Christiane Hörbiger hat in einer Talkshow gesagt, dass sie römisch-katholisch erzogen worden sei, aber mit der Bibel nicht wirklich zurechtkomme. Daraufhin schrieb irgendwer auf ihrer Facebook-Seite: “Ich würde Ihnen die ‘Neue-Welt-Übersetzung’ der Zeugen Jehovas empfehlen.”

Sie wirkt so verändert - Christiane Hörbiger - Findet sie bei einer Sekte ein neues Glück?

(“Die neue Frau”)


Der Schauspieler Thorsten Nindel ist an Krebs erkrankt. Er hat mal in der “Lindenstraße” mitgespielt und ist mit Schauspiel-Kollegin Saskia Valencia zusammen.

Saskia Valencia - Tränen um ihre große Liebe - Kann ihr Ex-Freund sie jetzt trösten?

(“Die neue Frau”)


Die angebliche neue Freundin von Prinz Harry sieht seiner Schwägerin (Herzogin Kate) sehr ähnlich.

Prinz Harry - Jetzt hat er seine eigene Kate!

(“das neue”)


Und jetzt aufgepasst! Die Frau von Joachim von Dänemark sieht seiner Schwägerin (Prinzessin Mary) auch sehr ähnlich.

Harry Windsor und Joachim von Dänemark - Lieben sie heimlich ihre Schwägerinnen?

(“Schöne Woche”)


In der Ukraine ist Flug MH17 abgestürzt. Viele niederländische Passagiere kamen dabei ums Leben.

Neue Tragödie schockt Holland - Maxima & Willem-Alexander - Ehe in Gefahr! - Jetzt müssen sie um ihr Glück kämpfen
Der Artikel beginnt so:

Nur selten brechen Ehekrisen wie plötzliche Unwetter über ein Paar herein. Meist zeigen sich erst einige Wolken am Himmel, dann werden es immer mehr – bis schließlich ein Dauerregen des Zweifels das Fundament des gemeinsamen Glücks unterhöhlt. Auch bei Maxima (43) und Willem-Alexander (47) scheint nun eines zum anderen zu kommen. Die neue Tragödie um die 193 niederländischen Todesopfer beim Flugzeugabschuss über der Ukraine ist eine weitere Belastung. Und viele Holländer fragen sich schockiert, ob die Liebe der beiden nun zerbrechen könnte.


Und zum Schluss mal andersherum. Welche Geschichte verbirgt sich wohl hinter folgender Schlagzeile der “frau aktuell”?Stefanie Hertel - Skandal an ihrem Geburtstag

Ihr Freund konnte nicht mitfeiern, weil er einen Auftritt hatte.


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Der topf ist bald zurück
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Der topf ist bald zurück

Nach einer ausgedehnten Sommerpause werden wir in der kommenden Woche wieder loslegen. Dann gibt’s wieder Geschichten vom Ende des Regenbogens.

Weil in der Zwischenzeit in der Regenbogenwelt ein bisschen was passiert ist, hier eine kleine Linksammlung:

  • Bei der “Neuen Post” musste die Chefredakteurin gehen.
  • Corinna Schumacher wehrt sich jetzt juristisch gegen Veröffentlichung von Fotos. Davon ist auch “Die Aktuelle” betroffen.
  • Für unsere zweiwöchentliche Tagesspiegel-Kolumne haben wir auch in der Sommerpause einen Blick in die bunten Blätter geworfen.
  • Das ZDF-Magazin “Frontal21″ hat sich in einem Beitrag mit der Regenbogenpresse beschäftigt, in dem auch wir einen kleinen Gastauftritt haben.
  • Seit anderthalb Monaten gibt es den topfvollgold einmal in der Woche beim Internetradio “detektor.fm” zu hören. Hier geht’s zur aktuellen Folge.
  • Das “MedienMagazin” des Bayerischen Rundfunks stellt in einer Serie “Blogs und ihre Macher” vor. In einer Ausgabe sind wir dabei.

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Der topf macht Urlaub
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Der topf macht Urlaub

Liebe Leute,

wir machen eine kleine Sommerpause und sind bald wieder für Euch da.

Bis dahin schaut Euch gerne bei uns um …

… und genießt die Sonne!

Euer topfvollgold


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Keine 10,5 Millionen für Jauch
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Keine 10,5 Millionen für Jauch

Bei der inhaltlichen Gestaltung der aktuellen Ausgabe dürfte das “Schöne Welt”-Masochistenressort die letzte Doppelseite übernommen haben. Das Ergebnis ist eine Kasteiung mit der Überschrift “So war das doch gar nicht”:

Jeden Abend eine tolle Party, einen Kleiderschrank mit wunderschönen Roben und gaanz viel Geld — so stellt man sich gerne das Leben der Promis vor. Doch mit dem Ruhm kommen auch die bösen Schlagzeilen, dann brodelt manchmal die Gerüchteküche. Auch das Privatleben der Stars wird von der Presse rücksichtslos auseinandergenommen. Doch erfundene Geschichten werden nicht einfach toleriert.

Und damit es so richtig weh tut, liefert die Redaktion auch noch Beispiele des ganzen Schmus, den die “Presse rücksichtslos” produziert hat und den sich Prominente nicht gefallen lassen wollten: Stefan Raabs berühmter Mettbrötchen-Einspruch, Helene Fischers Wangenkuss, Michelles fehlende Verwüstungswut.

Nun stammt das alles aus anderen Heften und der Vergangenheit. Trockene Theorie also. Um das Thema etws anschaulicher zu vermitteln, hat die “Schöne Welt” selbst auch eine Gegendarstellung abgedruckt:

Gegendarstellung - In "Schöne Welt" Nr. 5 heißt es auf Seite 50 in einem Artikel mit der Überschrift "Was kostet die Welt?" über mich: "Etwa 10 Mio. Euro/Jahr ... Die ARD zahlt angeblich 10,5 Millionen Euro an den Talkmaster, damit dieser 43 Sendungen moderiert." - Hierzu stelle ich fest: Die ARD zahl an mich keine 10,5 Millionen Euro für die Moderation der Sendung "Günther Jauch". Vielmehr zahlt die ARD ausschließlich an die Firm I&U eine bestimmte Summe dafür, dass sie die gesamte Sendung produziert. Potsdam, den 6. Mail 2014. Günther Jauch - Anmerkung der Redaktion: Günther Jauch hat recht.

Und das nicht irgendwo, sondern in derselben Ausgabe, auf derselben Doppelseite wie die redaktionellen “So war das doch gar nicht”-Einsichten:

Übersicht über die Doppelseite mit der Geschichte über Gegendarstellungen von Prominenten auf der linken Seite und der Gegendarstellung von Günther Jauch auf der rechten Seite.

Weil die ursprüngliche Geschichte, auf die sich die Gegendarstellung von Günther Jauch bezieht, damals auch prominent auf der Titelseite beworben wurde, konnten Jauch und Jurist noch diese hässliche Ankündigung auf dem Cover durchsetzen:

Gegendarstellung Günther Jauch - Seite 47


Mit Dank an Petra S. für den Hinweis!


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Hauptsache Afrika
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Hauptsache Afrika

Die Beziehungsgeflechte zwischen der Regenbogenpresse und den Objekten ihrer Berichterstattung sind nicht immer ganz einfach zu durchschauen.

Manch Prominentem ist es völlig zuwider, in der Knallpresse auch nur erwähnt zu werden. Andere sind heilfroh, dass sie wenigstens mal auf diese Plattform klettern und sich präsentieren dürfen. Frühere Eurovision Song Contest-Siegerinnen zum Beispiel.

Und so dürften Schlagersängerin Nicole und ihre Plattenfirma vor Freude quiekend diese “Die neue Frau”-Schlagzeile entdeckt haben:

Sie kennen sich schon so lange - Sängerin Nicole - Jetzt stellt sie uns ihre heimliche Liebe vor

Die ist so heimlich, dass Nicole gerade einen ganzen Song über sie veröffentlicht hat.

Geschickt rührt “Die neue Frau” für die neue Platte die Werbetrommel. 36 schmalzgetränkte Zeilen versucht das Blatt, uns das Liebeslied als Liebesbetrug zu verkaufen:

Und wie sehr sie strahlt, wenn sie von dieser besonderen Beziehung erzählt. Voller Inbrunst und mit viel Gefühl. Das Pikante daran: Nicole beschreibt hier nicht die Gefühle zu ihrem Mann Winfried [...].

Nein, es ist nämlich noch viel dämlicher!

Aber von wem schwärmt Nicole hier nur so? Die Auflösung: Es ist kein Mann – sondern ein Land. Und zwar Afrika.

Eine Aussage wie ein knallender Schlag in den Nacken eines jeden Geographie-Lehrers.

Doch mit Nicole und dem Regenbogenheft haben sich eben zwei gefunden, die im Erdkunde-Unterricht gleich gut aufgepasst haben. Und so setzt die gesamte “Neue Frau”-Redaktion sicher mit ein, wenn Nicole im Refrain losschmettert*:

Afrikaaaaa – weites Laaaaand – Wind und Meeeeer – und Wüstensaaaaand – Afrikaaaaa – bist wie iiiiich – stolz und freeeiiii – darum lieb‘ ich diiiiich.

In Anlehnung an die berühmte Stilblüte von Fußballer Andi Möller muss es für das Ethno-Duo Nicole und “Die neue Frau” also heißen: Kairo oder Kapstadt, Hauptsache Afrika.


*Nachtrag, 2. Juli, 15:41 Uhr: Einige Leser schrieben uns und kommentierten, dass Nicoles Textpassage “weites Laaaaand” nicht ein Land im Sinne von Staat meint, sondern im Sinne von Landschaft. Unsere Unterstellung sei ziemlich daneben.

Wir finden auch: Das kann man so interpretieren und muss es in den meisten Fällen sicher auch. Bei Nicoles Song unserer Meinung nach allerdings nicht. Wir bleiben dabei: Mit diesem “Afrika”, von dem sie singt, ist ein Staat gemeint, und zwar Südafrika. Das geht zumindest aus einem Gespräch der Sängerin mit “Schlagerplanet” hervor.

Dass sie dann trotzdem verallgemeinernd von “Afrika” singt — und sei es nur, weil es sich besser singen lässt –, finden wir weiterhin unpassend.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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