Nicht aus finanziellen Gründen
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Nicht aus finanziellen Gründen

In ihrer August-Ausgabe meinte die “Neue Freizeit”, sich mal wieder in ein “Familien-Drama” einmischen zu müssen:

Patrick Lindner - Familien-Drama - Der traurige Kampf um seinen Sohn

Im dazugehörigen Text kommt vor allem Patrick Lindners früherer Lebens-gefährte zu Wort. Lindner selbst darf nicht auf die Vorwürfe antworten.

Das gefiel Patrick Lindner offenbar ganz und gar nicht. Oder wie die “Neue Freizeit” in ihrer Oktober-Ausgabe süßholzraspelt:

Sein Sohn ist ihm sehr wichtig. Darum wacht Schlagersänger Patrick Lindner (54,am 27.9.) mit Bedacht über jede Nachricht, die seinen Daniel (16) betrifft. Mit Blick auf unseren Artikel in der Augustausgabe (“Bitterer Kampf um seinen Sohn”) möchte der Sänger darum zwei Punkte klarstellen. Der Bitte des sympathischen Sängers kommen wir gerne nach [...]

Darum drucken wir auch gerne auf Wunsch von Patrick Lindner und seinem Sohn Daniel Raab die folgendenen Gegendarstellungen der beiden ab.

Patrick Lindner - Ein verantwortungsvoller Vater - Gegendarstellung - Auf Seite 11 von NEUE FREIZEIT "Nr. 07-08 - August 2014" wurde ein Artikel mit der Überschrift "Patrick Lindner - Bitterer Kampf um seinen Sohn (Daniel Raab)" veröffentlicht. Darin wird berichtet, dass nur Patrick Lindner seinen Sohn offiziell adoptierte. Michael Link, derehemalige Lebenspartner von Patrick Lindner, wird sodann wie folgt zitiert: "Aber nur deswegen, weil er damals mehr Geld gehabt hat." Hierzu stelle ich fest: Ich habe Daniel adoptiert, weilich die Verantwortung als Vater wollte und nicht aus finanziellen Gründen. Weiterhin wird berichtet: "Schlagerstar Patrick Lindner bleibt aber hart. Seit der Trennung 2005 darf Michael Link den Jungen nicht mehr sehen." Hierzu stelle ich fest: Ich habe Daniel den Umgang mit Michael Link nicht verboten. Vielmehr ist es die freie Entscheidung meines Sohnes, Herrn Link nicht mehr zu sehen. - Patrick Lindner - Gegendarstellung - Auf Seite 11 von NEUE FREIZEIT "Nr. 07-08 - August 2014" wurde ein Artikel mit der Überschrift "Patrick Lindner - Bitterer Kampf um seinen Sohn (Daniel Raab)" veröffentlicht. Darin wird berichtet: "Schlagerstar Patrick Lindner bleibt aber hart. Seit der Trennung 2005 darf Michael Link den Jungen nicht mehr sehen." Hierzu stelle ich fest: Mein Vater hat mir den Umgang mit Michael Link nicht verboten. Vielmehr ist es meine freie Entscheidung, dass ich Herrn Link nicht mehr sehen möchte. - Daniel Raab

(Klicken für größere Darstellung)


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Bei Anruf Liebe
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Bei Anruf Liebe

Die Lieblingsdisziplin der Regenbogenpresse ist das grobe Draufkloppen. Deswegen sind uns vor Schreck am Zeitschriftenregal auch jegliche Hefte aus den Händen gefallen, als wir diese Schlagzeile der “Frau aktuell” gesehen haben:

Andrea Berg - Toller Liebesbeweis

Moment mal! Etwas Positives? Über eine lächelnde Andrea Berg, die große Konkurrentin von Regenbogen-Darling Helene Fischer?

Im Heftinneren bekommt die “Frau aktuell” dann aber wieder die Kurve zur negativen Grundeinstellung:

Gemeine Vorwürfe - Andrea Berg

Geht doch!

Die Geschichte dahinter: Der Dresdner Fußballspieler Nils Teixeira musste neulich nach einem recht unnötigen Platzverweis im Spiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach aussetzen. Auf die lustig gemeinte Frage, warum er gegen Großaspach nicht dabei sein wolle, antwortete Teixeira im Scherz:

Weil da Andrea Berg herkommt. Ich war in Großaspach ein, zwei Mal im Trainingslager, und da liefen ihre Lieder schon am Morgen. Nach zwei Tagen hatte ich einen Lagerkoller. Deshalb habe ich echt keine Lust, noch mal in dieses Berghotel zu fahren.

“Dieses Berghotel” wird von Andrea Bergs Ehemann Ulrich Ferber betrieben. Und zack, da hat die “Frau aktuell” ihre “Liebesbeweis”-Geschichte — also theoretisch zumindest:

Andrea Berg kann mit Kritik an ihrer eigenen Arbeit gut leben. Aber auf ihren Uli lässt die Sängerin nichts kommen. [...] Es würde keinen wundern, wenn Andrea zum Telefon greifen würde und dem Nörgler ordentlich die Meinung geigt.

Es würde aber auch keinen wundern, wenn sie’s lässt.


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Ultraschall und Rauch
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Ultraschall und Rauch

Am Freitag haben wir uns mit detektor.fm über die “7 Tage” unterhalten. Und zwar ging es um diese Geschichte:

Fürstin Charlene - Erste Baby-Aufnahmen - Zeigen die Ultraschall-Fotos wirklich zwei Söhne?

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Diese Woche, da wird’s mal wieder Royal. Was habt Ihr denn ausgebuddelt?

Mats: Dieses Mal ist es eine Geschichte über Charlène von Monaco. Die ist ja schwanger, wie wir mittlerweile alle wissen, und da geht es jetzt auch so langsam auf die Zielgerade. Und deswegen wir nur da ganz besonders wild spekuliert momentan.

Moritz: Und die Spekulationen treiben da wirklich wilde Blüten. Man findet auf den Titelseiten immer wieder die Vermutung, dass sie gar nicht schwanger ist, sondern vielleicht eine Leihmutterschaft macht, weil sie noch recht durchtrainiert ist. Charlène, das muss man dazu wissen, ist eine ehemalige Profi-Schwimmerin, immer schon sehr sportlich, sehr durchtrainiert gewesen. Nun gibt’s die Gerüchte, dass sie Zwillinge haben soll, und trotzdem sieht man noch nicht so einen richtigen Babybauch. Das ist also die grundlegende Situation in Monaco. Und die Geschichte, die wir uns für diese Woche rausgesucht haben, stammt von der “7 Tage”. Die verspricht auf der Titelseite nämlich, “erste Baby-Aufnahmen” irgendwie in der Geschichte zu haben.

Und dann, wie geht’s weiter? Das kann ja nicht alles sein.

Mats: Die Unterzeile ist: “Zeigen die Ultraschall-Fotos wirklich zwei Söhne?” Da wird schonmal auf dem Titel der Eindruck erweckt, die Redaktion hätte exklusive Ultraschall-Fotos ausgebuddelt. Was aber natürlich gar nicht stimmt, sondern: Es ist tatsächlich ein Ultraschall-Foto von Zwillingen, aber nur irgendeins. Das geben sie auch zu, denn in der Bildunterschrift steht: “Nicht Charlenes Baby — aber so sieht ein Ultraschall-Foto von Zwillingen aus”. Das ist im Grunde schon die Grundlage der Geschichte.

Ist das jetzt eine beliebte Taktik von Boulevardmedien zu sagen, wir haben etwas nicht und deshalb kauft uns?

Moritz: Dass sie es nicht haben, sagen sie ja zumindest nicht auf der Titelseite. Da wird ja tatsächlich der Eindruck erweckt, als gäbe es jetzt irgendwie erste Baby-Aufnahmen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das schonmal die erste Kaufhürde überschreitet. Die geneigte Leserin wird sich dann denken: “Ach, hier, erste Baby-Aufnahmen — wie süß! Da greife ich mal zu” und legt es dann in den Einkaufswagen. Und schon sind wieder 1,60 Euro weg. Innendrin wird es dann ja aufgelöst, und uns hat die Geschichte tatsächlich an eine bestimmte Methode erinnert. Denn vor gar nicht allzu langer Zeit hatte schon einmal die “Freizeit Express” eine ganz ähnliche Geschichte. Das war, als Kate noch mit Baby George schwanger war. Und auch dort wurde auf der Titelseite versprochen: Ach, wie süß — Ultraschall-Babyfotos. Und das kleine Kind nuckelt sogar schon am Daumen. Das soll man angeblich sehen auf den Ultraschall-Bildern. Genauso wie jetzt bei der “7 Tage” die Auflösung: Pustekuchen! Die Bilder haben wir gar nicht.

Reagieren denn die Promis eigentlich auf sowas?

Mats: Bei Promis im Ausland ist es eher selten, dass sie reagieren. Aber es kommt durchaus vor. Vor Kurzem war es, glaube ich, Madeleine von Schweden, die mit Hilfe eines deutschen Anwalts gegen eine Redaktion vorgegangen ist. Aber ich würde mal bezweifeln, dass Charlène dagegen vorgeht, wenn sie überhaupt davon mitbekommen hat. Was ich aber noch interessant finde an der Geschichte: Dass die Redaktion sich schon fast darüber beschwert oder empört, dass es so viele Spekulationen gibt momentan — ob es Drillinge sind, ob es Zwillinge sind, ob sie überhaupt schwanger ist. Sie beschweren sich also ein bisschen darüber, aber im Grunde machen sie mit der Geschichte nichts anderes, als zu den Spekulationen beizutragen. Gerade mit der Titelseite, wo sie die Frage stellen “Zeigen die Ultraschall-Fotos wirklich zwei Söhne?” — das ist einfach nur eine weitere Spekulation.

Moritz: Und diese Bigotterie wird noch auf die Spitze getrieben, wenn man sich den Artikel dann mal durchliest. Denn dort geht es um eine Journalistin namens Tiffany Cantero, und die soll die Ultraschall-Babyfotos überhaupt erst ins Spiel gebracht haben, weil sie in einem Radiointerview wohl gesagt hat, dass sie diese Fotos tatsächlich besitzt. Gezeigt hat sie die noch nie. Und deswegen vermutet die “7 Tage”, dass diese Tiffany sich eigentlich doch nur wichtig machen will und den kurzen Ruhm sucht. Naja, das könnte man auch sehr schnell auf die “7 Tage” ummünzen, wenn man auf der Titelseite schon verspricht, Babyfotos zu haben, und die gar nicht zeigt — das ist ganz genau das, was Tiffany Cantero auch macht.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s am Montag immer hier bei uns im Blog zum Nachhören.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Bitter Sweet Kakophonie
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Bitter Sweet Kakophonie

Quizfrage: Wie könnte man auf einer Titelseite die Schlagzeile “Herzogin Kate — Bittere Tränen um Klein-George” am besten bebildern?

Die Kreativen von “Die Zwei” haben sich für diese kluge Lösung entschieden:

Herzogin Kate - Bittere Tränen um Klein-George

Das kommt raus, wenn das Foto-Archiv nicht das nötige Material für die Fantasiegebilde der Redaktion hergibt. Denn “Klein-George” ist — entgegen der Andeutungen von “Die Zwei” — natürlich nichts zugestoßen. Und “Bittere Tränen” um den britischen Thronfolger gibt’s auch nicht. Also auch keine entsprechenden Fotos.

Dennoch denkt sich das Blatt aus, Kate habe “Große Sorgen um Söhnchen George”. Das harte Zupacken des Kindermädchens soll schuld sein:

Fest im Griff: Maria Teresa Turrion Borrallo hilft George bei seinen ersten Schritten. Geht dabei allerdings recht energisch vor …

Und …

Später nimmt sie ihn hoch. Versucht, zärtlich zu sein — doch schaut dabei grimmig. Wie grob sie an dem kleinen Kerl herumzerrt — Bilder, die seiner Mama in der Seele weh tun müssen …

Um all diese scharfsinnigen Beobachtungen ein wenig zu unterfüttern, haben die Mitarbeiter von “Die Zwei” noch einen sechs Monate alten Artikel der britischen “Daily Mail” über Borrallo durch den Google-Translator gejagt und daraus feinsäuberlich abgeschrieben. So kamen sie auch an diese Aussage:

Antonio Robledo, Friseur der Familie [des Kindermädchens], erklärt: “Sie hat noch nie eine Beziehung mit einem Mann gehabt.”

Eine entscheidende Stelle im Zitat des Friseurs lässt “Die Zwei” dann aber lieber unter den Tisch fallen. Denn er sagt auch: “‘Vor allem ist sie ein guter Mensch.’”


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Unfassbare Methoden
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Unfassbare Methoden

Bettina Wulff könnte Wasser in Wein verwandeln — die Regenbogenpresse würde fragen: “Hat sie ein Alkoholproblem?”

Egal, was die Ex-First-Lady macht, sie kriegt eins übergebraten. Nehmen wir zum Beispiel die Geschichte mit der Telefonseelsorge. Seit einigen Monaten arbeitet Bettina Wulff ehrenamtlich bei einem Netzwerk für schwangere Frauen und Mädchen in Notsituationen.

“Aber kommt ihre Hilfe wirklich von Herzen?”, fragt die “frau aktuell”. Denn:

Immerhin wollte sie eigentlich mit ihrer PR-Agentur durchstarten — da kann ein bisschen gute Werbung in eigener Sache ganz bestimmt nicht schaden …

Und ganz bestimmt haben sich die Regenbogenautoren gedacht: Da müssen wir was tun. Also starten sie gleich mal die Gegenoffensive — und verkünden auf der Titelseite schlicht:

Dagegen ist die “Freizeit Spass” auf ihrem Cover schon deutlich präziser. Das Knallblatt hat es diesmal aber nicht auf Bettina Wulff abgesehen, sondern auf ein anderes Lieblingsopfer der Regenbogenpresse: Heidi Klum. Die hat nämlich seit einiger Zeit einen neuen Freund, und auf einigen Paparazzi-Fotos ist zu sehen, wie ihre Kinder “Mamas Neuen umarmen und abküssen”.

Laut “Freizeit Spass” ist die Schmuserei aber nur Bestandteil eines eiskalten Plans: Heidi Klum, so der Vorwurf, benutze ihre Kinder, “um den Schnuckel an ihrer reifen Seite zu halten”.

Die irre Argumentation:

Kinder tun bekanntlich alles, damit es der Mutter gut geht. Wenn’s zum Glück den jungen Liebhaber (…) braucht, zeigen die Kleinen halt, wie lieb sie ihn haben, so als neuen Papa. Da wird sich’s der Junge gründlich überlegen, ob er Heidi so einfach wieder sitzen lässt.

Aha.

“Unfassbare Methoden”, findet die “Freizeit Spass”. Finden wir auch. Aber wir meinen bestimmt nicht Heidi Klum.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Boris Becker in der Regenbogenhölle
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Boris Becker in der Regenbogenhölle

Die Asse der “neuen Frau” haben ihre Tennisschläger ausgepackt und mal wieder drauflosgeknüppelt:

Boris Becker - Diese Frau macht ihm das Leben zu Hölle - Verliert er jetzt auch noch seinen kleinen Sohn?

Dass es sich bei der Frau, die Boris Becker “das Leben zur Hölle” machen soll, nicht um seine Gattin Lilly handelt, sondern um die “exotische Schönheit” im kleinen Foto unten rechts, und was Beckers Sohn damit zu tun hat — darüber haben wir uns mit detektor.fm unterhalten:

Inzwischen ist es übrigens möglich, unsere wöchentlichen Regenbogen-Gespräche auch als Podscast zu abonnieren. Hier der nötige RSS-Link.

Und da wir keine Podcast-Experten sind: Sagt uns gern Bescheid, sollte da etwas nicht funktionieren.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s am Montag immer hier bei uns im Blog zum Nachhören.


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Enthüllungen im Kindergarten
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Enthüllungen im Kindergarten

Zur musikalischen Untermalung des folgenden Beitrags empfehlen wir diesen Song.


Wenn die Regenbogenpresse jubelt: “Was für ein Knaller”, dann ist Vorsicht geboten. Denn der inhaltliche Gehalt eines Schmierartikels verhält sich in der Regel umgekehrt proportional zur äußeren Verpackung.

Also, Obacht:

Wie süß! Im Kindergarten hat sie‘s ausgeplaudert – Victorias Estelle – Mama kriegt ein Baby!

Und da passierte es! Vor lauter Aufregung und Vorfreude verplapperte sich das Prinzesschen wohl: “Meine Mama kriegt ein Baby!”, hörten Umstehende, die das Glück erst gar nicht fassen konnten. Victoria hat also wieder ein süßes Geheimnis. Was für ein Knaller.

Da hat die kleine Plaudertasche Estelle aber schon eine Menge erlebt an ihrem ersten Kindergarten-Tag. Am zweiten hat sie dann die Coca-Cola-Rezeptur weitergetratscht, am dritten gemeisam mit einem Sandkasten-Freund den Mord an John F. Kennedy aufgeklärt und am vierten die US-Legende von der Mondlandung 1969 wasserdicht widerlegt. Was ein Kindergartenkind eben so macht zwischen Schaukeln und Wachsmalern.

“Die Aktuelle” benutzt also allen Ernstes eine Zweijährige als Kronzeugin für ihre Titelgeschichte. Aussagen von Erwachsenen gibt es zu Victorias angeblicher Schwangerschaft nämlich keine:

Eine offizielle Bestätigung wird es, wie am Königshof üblich, erst nach dem dritten Schwangerschaftsmonat geben.

Und “wie am Königshof üblich”, werden einige Wochen zuvor alle Schlossbewohner, die kleiner als ein Meter sind, vorab informiert.


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Sozialer Brennpunkt Potsdam
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Sozialer Brennpunkt Potsdam

Das Team der “Woche der Frau” hat einen Ausflug nach Potsdam unternommen. Und ist mit dieser Frage in die Redaktion zurückgekehrt:

Günther Jauch - Wie lange hält es seine Frau noch zu Hause aus? So wüst geht es in Potsdam zu

Was hinter diesem Murks steckt, haben wir versucht, im Gespräch mit detektor.fm zu erklären — hier zum Nachhören:

Wie “wüst” es bei Günther Jauch vor der Haustür zugeht, hat übrigens vor über einem Jahr “Die Aktuelle” schon einmal berichtet.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s am Wochenende immer hier bei uns im Blog zum Nachhören.

Wir arbeiten momentan daran, dass Ihr sie bald auch als Podcasts abonnieren könnt.


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Kein Mikro-Chip in Schumacher
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Kein Mikro-Chip in Schumacher

Bei der “Freizeitwoche” ärgern sich die Mitarbeiter schwarz. Sie haben doch tatsächlich etwas Falsches berichtet, Kruzifix nochmal! In dieser Titelgeschichte über Michael Schumacher ist es ihnen passiert:

Michael Schumacher - Endlich! - Kommt er noch in diesem Sommer nach Hause?

Und weil das alles wirklich blöd gelaufen, und die Redaktion auch nur “einer Fehlinformation aufgesessen” sei, druckt sie in ihrer aktuellen Ausgabe eine “Berichtigung”:

Berichtigung - In der Ausgabe Nr. 32 vom 30. Juli 2014 haben wir unter Bezugnahme auf einen Artikel der englischen Zeitschrift "Daily Mail" berichtet, dass die Familie von Michael Schumacher kroatische Neurologen kontaktiert habe, damit Michael Schumacher nach deren revolutionärem Mikro-Chip-Verfahren behandelt werde. Tatsächlich gab es einen solchen Kontakt nicht. Eine Behandlung durch die besagten Ärzte ist also nicht geplant, Herrn Schumacher soll auch kein solcher Mikro-Chip implantiert werden. Wir bedauern, dass wir einer Fehlinformation aufgesessen sind. Rastatt, 21. August 2014 - Freizeitwoche Verkag GmbH & Co. KG

Hört mal, alte Bedauerer der “Freizeitwoche”, uns fallen spontan zwei mögliche Maßnahmen ein, um solchen Stuss von vornherein zu vermeiden: nachfragen oder nachdenken. Weder das eine noch das andere scheint zu Eurem Standard-programm zu zählen.

Durch die Berichtigung dürfte das Heft jedenfalls einer Gegendarstellung zuvor-gekommen sein. Die hätte dann hässlich und wenig verkaufsfördernd auf dem Cover prangen können.

Wie so eine verschandelte Titelseite aussieht, zeigt “Das neue Blatt” eindrucksvoll und gleich mehrfach. Die Redaktion hatte über Eheprobleme von Doris Schröder-Köpf und Gerhard Schröder spekuliert. Das fanden der frühere Bundeskanzler und seine Ehefrau offenbar nicht ganz so witzig. “Das neue Blatt” musste in der digitalen Ausgabe die Schlagzeile verdecken:

Mit weißer Fläche versehenes Cover von "Das neue Blatt"

Und auch Günther Jauch ging gegen “Das neue Blatt” vor. Die Mitarbeiter titelten einst, “Das verheimlichte Alkohol-Drama” des TV-Moderators “enthüllt” zu haben. Die Geschichte hatte für sie auch kein so richtig gutes Ende — sowohl auf dem Cover der Digitalausgabe …

Mit weißen Flächen versehenes Cover von "Das neue Blatt"

… als auch im Heftinneren mussten sie reichlich weiße Flächen montieren:

Mit weißen Flächen versehener Artikel über Günther Jauch.

Die Anwaltskanzlei, die Günther Jauch vertritt, bestätigte uns, dass derzeit ein Verfahren gegen das Bauer-Blatt läuft.

Gegen die “Woche der Frau” von der Mediengruppe Klambt war die Kanzlei bereits erfolgreich: Das Heft musste in seiner vergangenen Ausgabe (Nummer 35) eine Gegendarstellung abdrucken.

In der aktuellen Ausgabe (Nummer 36) muss die “Woche der Frau” eine weitere Gegendarstellung des Moderators bringen:

Gegendarstellung - In "Woche der Frau" vom 13. August 2014 heißt es auf Seite 11 in einem Artikel mit der Überschrift "Böses Spiel mit Günther Jauch - Als Lockvogel missbraucht!" in Bezug auf eine Werbeanzeige für die FAZ: "Ob er das Geld dafür auch spendete? Gut möglich." - Hierzu stelle ich fest: Ich habe für die FAZ-Werbeanzeige kein Honorar erhalten. Potsdam, den 18. August 2014 - Günther Jauch - Günther Jauch hat Recht. Die Redaktion

All die eigenen Fehler und die daraus resultierenden rechtlichen Auseinander-setzungen hindern die “Woche der Frau” aber nicht daran, auch in dieser Ausgabe wieder groß über Jauch zu titeln. Mehr dazu gibt’s am Wochenende Montag — in der neuesten Ausgabe topfvollgold zum Hören.


Mit Dank an Stefan N. für den Hinweis.


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Rückkehr der Verflossenen
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Rückkehr der Verflossenen

Zum schiefen Bild, das die Regenbogenpresse regelmäßig ihrer Leserschaft präsentiert, gehört vor allem eines: das wilde Liebesleben aller Prominenten dieser Erde. Trennungen, Versöhnungen, Affären — Dramen im Wochentakt.

Und wenn es aktuell mal nichts zu erfinden gibt, hilft ein kleiner Kniff: der Blick in die Vergangenheit. Genau so kam jetzt die “Prima Freizeit” an ihre “Skandal-Enthüllung” über den größten Star im fernen Regenbogenuniversum, Helene Fischer: “Und plötzlich holt die Vergangenheit sie ein”.

Skandal-Enthüllung - Helene Fischer - Geheime Liebe! Ein enger Vertrauter bricht sein Schweigen

Es ist ein etwas kompliziertes Beziehungsgeflecht, das die Historiker der “Prima Freizeit” in ihrer Titelgeschichte nachzeichnen. Da gibt es als erstes Pierre Humphrey, der vor Jahren mit Helene Fischer zusammen die Musical-Schule in Frankfurt am Main besucht hat und nun zugibt, damals “sein Herz an Helene verloren” zu haben. Doch Humphreys Geschichte ist eine tragische, denn:

Als junges Mädchen hatte die Sängerin ihr Herz an einen Frauenschwarm verschenkt: an Kamill Banas (heute 32).

Humphrey tröstete Fischer immer dann, wenn Banas mal wieder blöd zu Fischer war, und litt dabei umso mehr. Irgendwann ging alles in die Brüche, heute hat niemand mehr Kontakt zu niemandem. Doch das eigentliche Drama spielt sich erst jetzt ab: Kamill Banas soll nämlich verschwunden sein. Die schlüssige Theorie der “Prima Freizeit”:

Ist er etwa ins Ausland geflohen? Weil er nicht ertragen kann, dass Helene Fischer so glücklich mit dem berühmten Florian Silbereisen ist?

Die “Freizeit Revue” scheint da schon die nächste Wendung in diesem Herzensbrecher-Krimi ausgegraben zu haben:

Helene Fischer - Liebes-Drama - Plötzlich taucht ihr Ex-Freund wieder auf

Doch es handelt sich nicht um die Rückkehr von Kamill Banas und auch nicht um neue Avancen von Pierre Humphrey, sondern um Aussagen eines gewissen Brian Jackson, der auch mal mit Helene Fischer zusammen gewesen sein will.

“Aus Sicht von Millionen Männern dürfte Brian allerdings ein Dummkopf sein”, schreibt die “Freizeit Revue”, “weil er die schöne Sängerin damals verließ”. Und auf dem Gebiet der Dummköpfe kennt sich das Blatt nun wirklich aus.


Dieser Text ist gestern auch beim “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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