Gesucht und nicht gefunden (13)
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Gesucht und nicht gefunden (13)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • kreisrunder haarausfall
  • betrunkene sagen immer die wahrheit
  • 9 monate zusammen text
  • gib uns noch eine chance
  • keiner kennt mich wirklich
  • verzeih dummen menschen
  • raucht oliver geissen
  • raucht carmen geissen
  • raucht stefanie hertel
  • wo sind helene fischer und florian silbereisen momentan? etwa in mallorca?

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Links vom topf (30)
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Links vom topf (30)

In seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten” gibt Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, zu, dass er die Mitarbeiter der Regenbogenblätter manchmal beneidet:

Nehmen wir “Das goldene Blatt”, das jüngst ein Foto in die Finger bekam, auf dem die Moderatorin Karen Webb eine gelbe Hose trägt. Und weil das an sich noch keine irre Story ist, hat die Redaktion Fotos anderer Menschen dazugestellt, die ebenfalls gelb gekleidet sind, und getextet: “Sie strahlen mit dem Frühling um die Wette. Passend zur heiteren Zeit des Jahres haben unsere Promis ihr Sortiment mit Gelbtönen aus dem Kleiderschrank geholt.” Im Nu ist eine Seite gefüllt — obwohl, wie eine Blitzrecherche ergab, Goldie Hawns Foto aus dem Dezember 2013 stammt, Ross Antonys aus dem Januar 2014 und so weiter, die Promis also Gelb auch unpassend zur unheiteren Zeit des Jahres tragen.

Herzblatt-Geschichten: Das tollste Lebewesen


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


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Schattierungen eines Rechtsstreits
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Schattierungen eines Rechtsstreits

Wir wissen jetzt, warum die “Woche der Frau” die Richtigstellung zur Gottschalks-heimliche-Familie-Geschichte noch einmal abdrucken musste: Die Ankündigung der Richtigstellung auf dem Cover …

Richtigstellung von Thomas Gottschalk zum Beitrag "Heimliche Familie in Polen?" Woche der Frau Nr. 5/2012, auf S. 10

… entsprach optisch nicht der Artikel-Ankündigung aus dem Jahr 2012 …

Thomas Gottschalk - Heimliche Familie in Polen? Unglaublich, was sein angeblicher Cousin behauptet

… und war damit nicht ordnungsgemäß.

Im Detail: Das Wort “Richtigstellung” hatte eine falsche Färbung (Weiß statt Gelb), dazu fehlte beim gesamten Text eine dreidimensional wirkende Schattierung. Außerdem bemängelte Gottschalks Anwalt den schemenhaft wirkenden Hintergrund der zwischenzeitlichen Richtigstellung, der ebenfalls dazu beigetragen habe, dass die Ankündigung schlechter lesbar sei als die ursprüngliche Schlagzeile.

Das sah das Oberlandesgericht Karlsruhe auch so:

Vielmehr ist eindeutig, dass der Kontrast einer weißen Schrift auf gelb-orange-farbenem Untergrund, wie von der Vollstreckungsschuldnerin für den Abdruck auf dem Titelblatt von Heft Nr. 52/2014 gewählt, wesentlich schwächer ist als der einer gelben, dunkel schattierten und damit dreidimensionalen und kontrastreicher wirkenden Schrift, wie auf dem Titel der Ausgabe Nr. 5/2012.

Nun könnte man so etwas reichlich kleinlich und vielleicht auch lächerlich finden. Im Presserecht gibt es allerdings den Grundsatz der Waffengleichheit: Gegendarstellungen und Richtigstellungen müssen von den Redaktionen an derselben Stelle und in derselben Aufmachung veröffentlicht werden wie der Artikel, auf den sie sich beziehen. Denn was bringt schon eine kleine Richtigstellung irgendwo in einer Ecke auf Seite 64, wenn die zurecht beanstandete Fehlinformation dick und fett auf der Titelseite prangte?

Die erste Richtigstellung von Thomas Gottschalk hat die “Woche der Frau” so auf der Titelseite platziert, dass nach Auffassung des Oberlandesgerichts Karlsruhe keine Waffengleichheit herrschte. Um zu diesem Schluss zu kommen, so das Gericht, müsse man kein Fachmann sein:

Dies kann das Beschwerdegericht aus eigener Sachkunde beurteilen, denn die zuständige Einzelrichterin kann lesen und Farben sehen.


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“7 Tage” will, dass eine Neunjährige nicht dick werden will
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“7 Tage” will, dass eine Neunjährige nicht dick werden will

Spaniens Königin Letizia hat keinen leichten Stand. Vor einigen Jahren haben die Regenbogenredaktionen mal entschieden, dass sie eines der großen Feindbilder sein soll, und seitdem dreschen die bunten Blätter auf sie ein.

Alles haben sie der Frau des früheren Prinzen und heutigen Königs Felipe schon zugeschrieben: eine Alkoholsucht (“Wenn keiner guckt, greift sie zur Flasche” — “Freizeit total”), eine Abtreibung (“Letizia hat heimlich abgetrieben!” — “Die neue Frau”), selbst die Schuld am Selbstmord ihrer Schwester soll sie tragen (“Letizia trieb ihre Schwester in den Tod!” — “Echo der Frau”).

Und dann ist da noch die Sache mit ihrer schmalen Figur. Die Adelspostille “7 Tage” schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe:

Immer wieder berichten spanische Zeitungen von Letizias Magersucht. Felipes Gemahlin regt sich über diese Schlagzeilen nicht mehr auf

Alles schon geschrieben? Keine Aufreger mehr? Höchste Zeit für die Regenbogenhefte, den Personenkreis zu erweitern, über den sie ihren Müll ausschütten können. Die “7 Tage” hat sich Letizias Tochter Leonor mal etwas genauer angeschaut …

Dünne Ärmchen, dünne Beinchen: Leonor will ihrer Mutter nacheifern.

… über das Essverhalten der Neunjährigen fantasiert …

Seit sie erste repräsentative Pflichten übernehmen muss, nippt die kleine Prinzessin nur noch am Essen.

… und Kronzeugen aus Leonors Klassenzimmer ausgehorcht:

In der Schule soll Prinzessin Leonor bereits auf das übliche zweite Frühstück verzichten: “Ich will nicht dick werden.”

Eine Fotoferndiagnose, Esszimmergerüchte und angebliche Aussagen von Grundschulkindern — schon hat die “7 Tage” eine Titelgeschichte, mit der sie ihrem spanischen Hassobjekt mal wieder richtig schön eins überbraten kann:

Königin Letizia - Magersucht! Leidet auch ihre Tochter Leonor an dieser Krankheit?

(Verpixelung von uns.)


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Gesucht und nicht gefunden (12)
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Gesucht und nicht gefunden (12)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • im catsuit ueberraschen
  • gute wünsche vor der operation
  • husten witze
  • youtube adelige kindererziehung
  • tattoo kind widmen
  • wenn die seele weint sieht man keine tränen
  • innere gedanken- und gefühlswelt und den sexualbereich
  • häusle bauen
  • leben lieben lachen nicht fragen wie es die anderen machen
  • zeugen jehovas sexy

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Schlagzeilenbasteln (149)
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Schlagzeilenbasteln (149)

Welche Schlagzeile könnte mal über folgende Nachricht Info setzen?

Beim “ZDF-Fernsehgarten” stehen immer “zwei muskulöse Männer” als Aufpasser neben der Bühne.

Andrea Kiewel - Vor wem hat sie so viel Angst? Nur mit Bodyguards auf die Bühne

“Die neue Frau” kann sich vorstellen, dass “Kiwi” nicht nur vor “Störenfrieden” Bammel hat, die ihre Livesendung sabotieren wollen:

Immerhin war nur zwei Tage vor dem ZDF-Fernsehgarten das traditionelle internationale Radrennen vom Taunus in die Frankfurter City abgesagt worden: Terroralarm! War also vielleicht auch das nur 40 Kilometer entfernte Mainz mit seiner beliebten Sonntagsshow ein potenzielles Anschlagsziel? Man mag es sich kaum ausdenken!

Aber auch nur kaum.


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Links vom topf (29)
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Links vom topf (29)

Bei der Erziehung ihrer Kinder könnte Charlène und Albert von Monaco ein ziemlicher Orden Stein in den Weg gelegt worden sein, schreibt “FAS”-Redakteur Jörg Thomann in seinen neuen “Herzblatt-Geschichten”:

Keine Probleme, mal eine Partnerin zu finden, dürfte Monacos Thronfolger Jacques haben. Anlässlich seiner Taufe bekam er laut “Frau im Spiegel” soeben “das Großkreuz des Grimaldi-Ordens” verliehen, “die höchste Stufe des Verdienstordens”. Erscheint uns bei einem fünf Monate alten Knaben etwas früh und zudem nicht die beste Motivationshilfe zu sein: Wem jetzt schon die höchsten Verdienste bescheinigt wurden, der wird später kaum sein Zimmer aufräumen.

Herzblatt-Geschichten: Ein kleines Bauchi


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

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Thomas Gottschalk hat keine heimliche Familie in Polen
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Thomas Gottschalk hat keine heimliche Familie in Polen

Im fernen Universum der Regenbogenhefte und ihrer ganz eigenen Promiskalen ist Thomas Gottschalk ein B-Promi. Während die A-Promis — zum Beispiel Helene Fischer oder Charlène von Monaco — jede Woche auf den Titelseiten zu finden sind, denken sich die Fantasten aus den Regenbogenredaktionen über die B-Promis immer mal wieder Geschichten aus.

Das kann natürlich trotzdem nerven. Thomas Gottschalk hat in seiner gerade erschienenen Autobiographie “Herbstblond” zu den “Herzschmerzblättern der Yellow Press” Stellung bezogen:

Bisweilen staune ich über meine eigenen “Schicksalsschläge”. Eine “Krebstragödie um Gottschalk” entpuppte sich als die Erkenntnis, dass mein Vater in einem Alter an Krebs verstorben war, das ich gerade selber erreicht hatte; ein “polnischer Cousin”, der barmte, ich hätte jeden Kontakt zu ihm abgebrochen, war am Ende gar keiner, und mir “brach” auch nicht “das Herz”, als sich mein Sohn von seiner Frau trennte. So etwas soll passieren.

Mit Gewäsch dieser Art halte ich mich nicht mehr auf, mein Anwalt klagt reflexhaft, wenn es darum geht, unverfrorene Eingriffe in mein Privatleben zu verhindern. Meine Ehe und das Leben meiner Kinder habe ich ebenfalls, so gut es ging, aus der Schusslinie gehalten. Das ist mir nicht immer ganz gelungen, denn der Boulevard wollte sich partout Gedanken zum Zustand meiner Beziehung machen. Wer oft fotografiert wird, manchmal, ohne es zu bemerken, schaut auch oft dumm in die Gegend. Man muss die Kreativität eines Chefredakteurs fast bewundern, der mehrere Fotos von meiner Frau und mir untereinandersetzte, auf denen wir nicht besonders glücklich dreinschauten, noch dazu jeder in eine andere Richtung. Wahrscheinlich hatten wir beim Pferderennen auf unterschiedliche Pferde gesetzt oder vermuteten unsere Söhne jeder in einer anderen Ecke. Egal, man fand in dem Pantomimen Samy Molcho einen Ausdrucksdeuter, der unserer Ehe nicht mehr den Hauch einer Chance gab. Zerrüttung wäre nach diesen Fotos noch seine optimistischste Einschätzung gewesen.

Die Sache mit dem Cousin aus Polen bezieht sich auf eine Titelgeschichte der “Woche der Frau” aus dem Jahr 2012. Damals fragte die Redaktion, ob Gottschalk eine “Heimliche Familie in Polen” habe. Hat er nicht, und so klagte sein Anwalt “reflexhaft”. Das Ergebnis gab es nun dick und fett auf der Titelseite der “Woche der Frau” zu bestaunen:

Richtigstellung von Thomas Gottschalk zum Beitrag "Heimliche Familie in Polen?" Woche der Frau Nr. 5/2012, auf S. 10

Im Heftinnern gibt es schöne Feststellungen wie:

Jan Gottschalk aus Piaseczno ist nicht der Cousin von Thomas Gottschalk.

Oder:

Thomas Gottschalk hat keinen Onkel mit dem Namen Franciszek Gottschalk.

Insgesamt ist die Richtigstellung länger als mancher Regenbogenartikel:

Richtigstellung - In "Woche der Frau" Nr. 5/2015 schreiben wir in einem Artikel mit der Überschrift "Thomas Gottschalk Heimliche Familien in Polen?" auf Seite 10 über Thomas Gottschalk: "'Nachdem ich erfahren habe, dass Thommy mein Cousin ist, haben wir uns einmal seine Sendung im Fernsehen angeschaut', erzählt Jan (...) Jan Gottschalk, der in bescheidenen Verhältnissen in dem polnischen Dorf Piaseczno lebt, ist richtig aufgeregt, als er von seinem berühmten Verwandten in Deutschland spricht. Denn es handelt sich um niemand Geringeren als Thomas Gottschalk (61). 'Ich bin sein direkter Cousin', behauptet Jan fröhlich," Hierzu stellen wir fest: Jan Gottschalk aus Piaseczno ist nicht der Cousin von Thomas Gottschalk. Thomas Gottschalk ist auch sonst nicht mit dem genannten Jan Gottschalk verwandt. Weiter heißt es in dem Artikel, beginnend mit einem Zitat von Jan Gottschalk, wie folgt: "'Mein Vater Franciszek Gottschalk war der Bruder von Hans, Thommys Vater!' Unglaublich: Hat der Showmaster tatsächlich eine heimliche Familie in Polen? (...) Jan kann sich sogar an seinen Onkel erinnern, denn er traf ihn einmal: 'Das war 1957 oder 1958. Onkel Hans kam extra zu einer Hochzeit aus Deutschland nach Polen (...)'" Hierzu stellen wir fest: Thomas Gottschalk hat keinen Onkel mit dem Namen Franciszek Gottschalk. Weiter heißt es: "Auch Thomas Gottschalk würde Jan sehr gern kennenlernen. Er schrieb ihm sogar einmal einen Brief. '(...) Ich denke, Thomas hat ihn nie gelesen.' Deshalb hält er es für möglich, dass der TV-Star gar nichts von ihm weiß. Dabei würde Jan seiner deutschen Familie so gern sein Zuhause zeigen." Hierzu stellen wir fest: Thomas Gottschalk gehört nicht zu der Familie von Jan Gottschalk. Die Redaktion

(Draufklicken für eine größere Version)

Nun ist diese Richtigstellung nicht völlig neu. Im Dezember 2014 musste die “Woche der Frau” sie schon einmal bringen — ebenfalls auf der Titelseite und im Heft:

Richtigstellung von Thomas Gottschalk zum Beitrag "Heimliche Familie in Polen?" Woche der Frau Nr. 5/2012, auf S. 10

Laut Gottschalks Anwalt habe das Blatt die Richtigstellung damals nicht ordnungsgemäß gedruckt. Daher hätten sie den Verlag über das Gericht gezwungen, noch einmal zu drucken.

Eine Richtigstellung auf der Titelseite dürfte für die Knallhefte die Pest sein, gerade wenn sie sie mehrmals abdrucken müssen. Schließlich verkaufen sich die Regenbogenblätter zum überwiegenden Teil im Einzelverkauf am Kiosk. Ein hässlicher Störer auf dem Cover könnte die geneigte Leserin am Zeitschriftenregal schnell zum nächsten Titel greifen lassen.

Dass ein solcher Vorgang inhaltlich aber mal so gar nichts bewirkt, stellen die Ahnenforscher der “Woche der Frau” eindrucksvoll unter Beweis. Direkt über Gottschalks Richtigstellung zu seiner angeblichen heimlichen Familie in Polen steht das hier:

Neuer Familien-Skandal - William & Kate - Gibt es noch eine heimliche Tochter in New York?


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Du Liebesbisschen in der Boxengasse
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Du Liebesbisschen in der Boxengasse

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um die nächste Quatschgeschichte zum Sohn von Michael Schumacher:

Mick Schumacher - Liebesglück in der Boxengasse? - Schon sein Vater fand hier die Frau fürs Leben

(“Die neue Frau”; Verpixelung von uns.)

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Ich freue mich ja sehr, dass ich heute wieder dank Euch oder genauer: dank der Zeitschrift “Die neue Frau” brandheiße Informationen bekomme über das zarte Liebesglück des Sohnes von Michael Schumacher und … ja, wem eigentlich? Irgendwas fürs Herz auf jeden Fall heute!

Moritz: Genau, wir haben eine richtige Lovestory mitgebracht, sogar ‘ne kleine Foto-Lovestory. “Die neue Frau” hat eine kleine Titelgeschichte gedruckt mit der Überschrift “Liebesglück in der Boxengasse?” und der Unterzeile “Schon sein Vater fand hier die Frau fürs Leben”. Es geht um Mick Schumacher, der neulich in Oschersleben sein erstes Formel-4-Rennen gefahren ist und das auch gleich gewonnen hat. Und da waren wohl auch Fotografen aus der Klatschszene dabei, die dann mal ein bisschen geguckt haben, was für Mädels Mick Schumacher eigentlich so umschwärmen. Und dann gab’s da ein Mädchen, das geht hier auf dem Foto mit ihrer Panda-Handyhülle in der Hand gute vier, fünf Meter hinter Mick; die Perspektive elegant gewählt, so dass es aussieht, als würden sie noch ein bisschen näher zusammenstehen, und schon haben wir für Mick Schumacher das erste Liebesglück in der Boxengasse, nämlich dieses 14-jährige Mädchen, das auch gleich mit Namen genannt wird, nämlich Gina-Maria.

Das Foto ist tatsächlich eher ein Zufallsschnappschuss, also wenn man nicht die Geschichte dazu hätte — ich hätte die jetzt nicht als zusammengehörig empfunden. Ihr?

Mats: Nee. Wenn man den Text liest, sieht man auch schnell: Die sind überhaupt nicht zusammengehörig. Also das ist einfach nur ein Mädel, das ab und zu bei den Rennen rumspringt und den Sohn von Schumi dann verfolgt und toll findet und Fotos von ihm macht, und daraus strickt “Die neue Frau” dann einfach eine Geschichte. Da hätte man bestimmt noch hundert andere Mädels nehmen können. Dass es jetzt ausgerechnet sie getroffen hat, ist vermutlich Zufall.

Das Liebesglück wird auch zusammengestrickt aus der einfachen Information, dass er ihr offenbar versprochen hat, ein Autogramm zu geben und ein Selfie mit ihr zu machen.

Moritz: Ja, so endet der Artikel. Ein ganz trauriges Ende eigentlich, denn da muss “Die neue Frau” doch ein bisschen zugeben, dass das Verhältnis der beiden vielleicht nicht ganz so eng ist, wie sie es gerne hätte. Sie schreibt, dass die Teenies “längst miteinander in Kontakt sind”, und zitiert das Mädchen, das gesagt haben soll: “Mick hat mir ein Selfie und ein Autogramm versprochen!” Für “Die neue Frau” ein klarer Fall: “Möglich, dass wir hier den Anfang einer ganz großen Liebesgeschichte sehen.” Ja, möglich, und auch ziemlich unmöglich.

Ein zweiter Punkt, der für “Die neue Frau” natürlich ganz toll ist, ist der Name dieses Mädchens, Gina-Maria, das ist nämlich auch der Vorname von Micks Schwester. Und das ist auch kein Zufall, denn die Eltern der 14-Jährigen sind große Schumacher-Fans, darum haben sie ihre Tochter genauso genannt, wie auch ihr Idol seine Tochter genannt hat. Naja, das ist natürlich ein Jackpot für “Die neue Frau”.

Es ist ja eine Menge bedenklich an diesem Artikel. Ihr habt mir auch das Cover der Zeitschrift mitgeschickt, und da sieht man, dass ganz offensichtlich an dem Foto der beiden herumgedoktort wurde, denn da sind ihre Köpfe noch viel näher zusammen als sie es in Wirklichkeit waren. Einfach, um eine Verbindung zu basteln, die es eigentlich gar nicht gibt.

Moritz: Genau. Oder es gibt noch ein zweites Foto, wo die beiden ganz genauso gucken wie auf dem ersten, aber viel enger zusammenstehen — aber das ist natürlich Quatsch. Das Foto wurde einmal schnell durch Photoshop gejagt. Man müsste mal schauen, ob noch irgendwo klein “Fotomontage” oder “Bildkomposition” steht, bisher haben wir da noch nichts gefunden. Also so ganz sauber ist das alles nicht.

Weder das Bild, noch die Story.

Mats: Und was ich besonders eklig finde, ist, dass die schreiben: Der arme Mick Schumacher, der kann ja gar keine normale Jugend haben und so weiter, “wenn er ein Mädchen küsst oder zum Eisessen ausführt, weiß es gleich die ganze Welt”. Also da machen sie einen auf Mitleid, und dann schreiben sie so eine Pseudo-Liebesgeschichte nur darauf basierend, dass ein Mädel ihm hinterhergerannt ist und ein Autogramm haben wollte. Also diese Bigotterie, diese Scheinheiligkeit ist nochmal extrem eklig in dieser Geschichte.

Warum macht die Zeitschrift das? Also es ist doch eigentlich so offensichtlich, dass an der Geschichte nicht viel dran ist und dass das Titelbild manipuliert wurde — ich versteh’s nicht. Erklärt es mir!

Moritz: Viele Leute lechzen förmlich danach zu erfahren, wie es Michael Schumacher geht. Das weiß natürlich auch “Die neue Frau”, das wissen auch die ganzen anderen Hefte, deswegen suchen die händeringend nach irgendwelchen blöden Nichtigkeiten, die man dann ausschlachten und auf die Titelseite packen kann. Und da von der Familie Schumacher beziehungsweise dem Management momentan so gut wie nichts rausgegeben wird, was ja sehr klug ist, erweitern die Schreiber sozusagen den Kreis, in dem sie Informationen suchen. Und das ist jetzt leider Schumachers Sohn. Nun kann man natürlich sagen: Der fährt Formel 4 und gewinnt auch hin und wieder, da ist eine Berichterstattung gerechtfertigt. Das sehe ich auch so: Über die Formel-4-Karriere des Sohns kann man gerne was schreiben. Aber eben nicht über einen 16-Jährigen, der sich angeblich vielleicht in eine 14-Jährige verliebt hat, weil sie auf der Rennstrecke in Oschersleben mit einem Handy hinter ihm herrennt.

Mats: Ich finde es auch problematisch, dass da ein junges Mädchen dermaßen in die Öffentlichkeit gezerrt wird. Sie wird zitiert, ihr Name wird genannt, und ihr Foto ist sogar auf der Titelseite. Der Vater wird auch zitiert, also kann man wohl schon davon ausgehen, dass die Eltern davon wussten, aber man weiß auch nicht, wie die Umständ waren. Also ich glaube nicht, dass sie wussten, was da für eine Geschichte rauskommen würde.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Post an den Presserat (5)
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Post an den Presserat (5)

Es ist schon eine ganze Weile her, dass wir uns beim Presserat über die Regenbogenpresse beschwert haben. Wird also mal wieder höchste Zeit …


Nach dem Familien-Drama der nächste Schock! Boris Becker - Leber-Krebs! Verzweifelte Tränen um seine Freundin

1)

“Die Aktuelle” macht sich in ihrer Titelgeschichte Gedanken über die Vergänglichkeit des Lebens und kommt dabei auf Boris Becker zu sprechen. Das Blatt zählt die einzelnen Schicksalschläge auf, mit denen Becker in letzter Zeit konfrontiert war: der Selbstmord seines Schwagers und der Tod einer Freundin. Vor allem über die Todesumstände dieser “Freundin” schreibt “Die Aktuelle” ausfürhlich. Zudem erinnert die Redaktion in Bildern und Bildunterzeilen an den Tod von Beckers Vater, der bereits 1999 an einer Krebserkrankung gestorben ist.

2)

Auf der Titelseite kündigt “Die Aktuelle” riesig an:

Leberkrebs! Verzweifelte Tränen um seine Freundin

Dazu ist auf der Titelseite ein großes Bild von Lilly und Boris Becker zu sehen. Allerdings handelt es sich bei der in der Titelzeile genannten “Freundin” gar nicht um Boris Beckers Ehefrau Lilly, sondern um eine Tennisspielerin, die “Die Aktuelle” zu Boris Beckers Freundeskreis zählt.

Die Komposition aus Titelzeile und Foto erweckt aber den Anschein, dass Lilly Becker diejenige sei, die an Krebs erkrankt ist. Diese bewusste Täuschung und die damit verbundene Sensation soll potentielle Leserinnen und Leser vermutlich zum Kauf des Heftes anregen.

3)

Unseres Erachtens verstößt “Die Aktuelle” mit dieser Veröffentlichung gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Die Zusammenstellung aus Überschrift und Fotomaterial stellt in unseren Augen eine Komposition dar, bei der “Die Aktuelle” eine Täuschung der Leserschaft mindestens billigend in Kauf nimmt. An einer “wahrhaftige[n] Unterrichtung der Öffentlichkeit”, so wie es Ziffer 1 des Pressekodex zum “oberste[n] Gebot der Presse” macht, ist die Redaktion in diesem Fall nicht interessiert. Stattdessen steht eine Umsatzsteigerung durch eine besonders sensationelle Berichterstattung im Vordergrund. Dazu kommt, dass es für die auf der Titelseite erwähnten “Verzweifelte[n] Tränen” keinerlei Beweise gibt — sie wirken wie von der “Aktuellen” ausgedacht. Daher verstößt “Die Aktuelle” gegen Ziffer 1 des Pressekodex.

In Ziffer 2 fordert der Presserat in Hinsicht auf eine Veröffentlichung:

Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.

Doch genau das passiert, wenn “Die Aktuelle” die Schlagzeile “Leberkrebs! Verzweifelte Tränen um seine Freundin” direkt neben ein Foto von Lilly und Boris Becker stellt. Möglichen Käuferinnen und Käufern wird suggeriert, dass Lilly Becker an Krebs erkrankt ist. Dies dürfte einige Menschen zum Kauf des Heftes bewegt haben. Erst beim Leser des Artikels wird klar, dass es sich bei der “Freundin” gar nicht um Lilly Becker handelt. Die Komposition aus Überschift und Bildmaterial entstellt also den Sinn der Artikels, was einen Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex darstellt.


Semino Rossi - Kommt seine Tochter vom rechten Weg ab?

1)

Die älteste Tochter des Schlagersängers Semino Rossi arbeitet im Verein “Kraft für Leben”, der Shiatsu praktiziert. Shiatsu ist eine fernöstliche Körpertherapie und Massage-Art. Neben der Massage gehören zu Shiatsu auch religiöse Elemente. Für den gläubigen Katholiken Semino Rossi dürfte all das ein schwerer Schock gewesen sein, vermutet “Die neue Frau” in ihrem Artikel:

Er muss sich fragen, ob sie [Rossis Tochter] vom rechten Weg abgekommen ist. [...] Ob sich Seminos Tochter [...] nun durch ihre Ausbildung ebenfalls zum Buddhismus oder einer anderen Glaubensrichtung hingezogen fühlt?

Die Antwort auf diese Frage gibt “Die neue Frau” gleich selbst:

Gut möglich! Und das wäre für den Schlagerstar wirklich schlimm.

In einem Interview hat Rossi nämlich erzählt, wie wichtig ihm als Katholik der christliche Glauben ist. Da müsse er sich an der Berufs- und möglichen Glaubenswahl seiner Tochter doch stören, vermutet das Blatt. Denn für “Die neue Frau” hat “Shiatsu” annähernd sektenähnliche Züge:

Kleidungsstil, Einrichtungsstil und nicht selten auch religiöse Elemente werden gleich mit übernommen. Denn nicht nur der Körper spielt bei ‘Shiatsu’ eine wichtige Rolle — sondern auch der Geist! Und der beschäftigt sich im fernen Japan mit ganz anderen Dingen als bei uns in Europa. Und auch mit einem ganz anderen Gottesglauben.

Wie sehr Semino Rossi unter dem angeblichen Glaubenswechsel seiner Tochter leidet, will “Die neue Frau” anhand von Fotos von Rossis vergangenen Auftritten zeigen. Rossi wird dabei so beschrieben:

Trauriger Blick, ernste Miene. Der Schlagersänger sieht in letzter Zeit nicht gut aus.

Oder so:

Semino Rossi wirkte in der Show [...] nicht nur sehr müde. Auch sein Gesicht war deutlich aufgedunsen. Ob er vor Sorge kau noch schlafen kann oder gar krank ist?

Zum Abschluss ihres Artikels wünschen die Mitarbeiter der “neuen Frau” Semino Rossi noch einmal das Beste:

Was auch geschieht — man kann nur hoffen, dass der Schmuse-Sänger auch jetzt in seinem Glauben ganz viel Kraft findet. Die Kraft, daran zu glauben, dass seine geliebte Tochter die richtige Entscheidung treffen wird. Genauso wie er es von klein auf gelehrt und vorgelebt hat.

2)

“Die neue Frau” strickt aus harmlosen Tatsachen eine vermeintliche Sensationsgeschichte. Aus dem Beruf von Semino Rossis Tochter und einem Interview des Sängers über seinen Glauben wird ein mittelgroßes Familiendrama heraufbeschworen. Der einzige Aufhänger der Geschichte ist der Beruf der Tochter, der mit fernöstlicher Kultur zusammenhängt.

Außerdem ist die Art, wie “Die neue Frau” über den Buddhismus schreibt, respektlos gegenüber der Glaubensgemeinschaft. Für “Die neue Frau” scheint ein Massage-Geschäft, das sich auf buddhistische Inhalte bezieht, in der Nähe einer Sekte verortet zu sein. Der Buddhismus gehört augenscheinlich nicht zum “rechten Weg”, vom dem Rossis Tochter laut Titelschlagzeile abkommen könnte. Dadurch wird der Leserschaft ein falscher Eindruck des Buddhismus vermittelt — und das einzig, um mit einer vermeintlichen Sensation möglichst hohe Verkaufszahlen zu erzielen.

3)

Unseres Erachtens verstößt “Die neue Frau” mit ihrem Artikel gegen die Ziffern 1, 2, 9 und 10 des Pressekodex.

“Die neue Frau” deutet einen bevorstehenden Familiekrach sowie eine problematische Lebenssituation bei Semino Rossis Tochter an. Verlässliche Beweise dafür liefert die Redaktion allerdings nicht. Im Gegenteil: Ihre Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen. Dazu kommen die waghalsigen Spekulationen zu Semino Rossis Gesundheitszustand, deren Grundlage einzig und allein ein paar Konzertfotos bilden, und die fehlerhafte Vermischung von Shiatsu und Buddhismus. In seiner ersten Ziffer fordert der Pressekodex eine wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit. Eine solche gibt es in diesem Artikel nicht. Potentielle Leserinnen und Leser werden mit einer unwahren Geschichte zum Kauf des Heftes animiert. Damit verstößt “Die neue Frau” gegen Ziffer 1.

Die Überschrift auf der Titelseite (“Kommt seine Tochter vom rechten Weg ab?”) verspricht ein großes Familiendrama. Im Text im Heftinnern findet man davon allerdings keine Spur. Die Titelschlagzeile entstellt den Sinn des Artikels. Damit verstößt “Die neue Frau” gegen Ziffer 2 des Pressekodex, die unter anderem besagt: Der Sinn der Veröffentlichung “darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.”

Die rhetorische Frage auf der Titelseite deutet ein moralisch verwerfliches Fehlverhalten der Tochter von Semino Rossi an. Aus einem herkömmlichen Massage-Job, der mit fernöstlichen und buddhistischen Methoden zu tun haben soll, wird ein Scheitern und ein Verlassen des “rechten Weg[s]” konstruiert. Damit verstößt “Die neue Frau” gegen Ziffer 9 des Pressekodex. Dort steht:

Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.

Von der Berichterstattung über Religion fordert der Presserat in Ziffer 10 seines Kodex:

Die Presse verzichtet darauf, religiöse, weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen zu schmähen.

Dass Semino Rossis Tochter bei ihrer Arbeit mit buddhistischen Lehren in Berührung kommt, reicht für “Die neue Frau” aus, um zu fragen, ob sie “vom rechten Weg” abkommt. Der Buddhismus ist in dem Weltbild, das die Redaktion zeichnet, nicht vereinbar mit einem akzeptablen Lebenstil. Dass der Text den Buddhismus als etwas völlig Fremdes und Andersartiges charakterisiert, trägt noch dazu bei, dass der buddhistische Glaube in seiner Wertigkeit heruntergesetzt wird. Daher verstößt das Blatt mit diesem Artikel gegen Ziffer 10 des Pressekodex.


Dunkle Wolken - Hardy Krüger Jr. & Katrin - Starb mit ihrem Söhnchen auch ihre Liebe?

1)

Hardy Krüger jr. und seine Ehefrau haben 2011 ihren Sohn, der nur acht Monate alt wurde, durch den plötzlichen Kindstod verloren. 2012 bekamen sie eine Tochter. Die “Schöne Woche” findet das zunächst tröstlich:

Das Schlimmste schien überstanden

Direkt im Anschluss verbreitet das Blatt aber schon wieder Sorgen:

[D]och jetzt gibt es plötzlich böse Krisengerüchte.

Als Beleg für die angeblichen Gerüchte führt die “Schöne Woche” zwei anonyme Quellen an, die mit Hardy Krüger jr. engen Kontakt haben sollen. Einer der Freunde sagt, wie sehr der Tod des Sohnes die Ehe der Krügers belastet habe. Der andere Freund meint zu wissen, dass das Ehepaar ihren anderen Kindern nur noch eine heile Welt vorspiele.

Ein weiterer Hinweis auf eine Ehekrise ist für die “Schöne Woche” die Tatsache, dass Hardy Krüger jr. und seine Frau seit einem Jahr nicht mehr gemeinsam gesehn worden sind. Die “Schöne Woche” schließt daraus:

Der schlimme Verdacht: Starb mit ihrem Söhnchen auch die Liebe von Hardy Krüger jr. und seiner Katrin? Beide litten danach an Depressionen

2)

Die “Schöne Woche” nutzt den einige Jahre zurückliegenden Tod des Kindes nun rücksichtslos aus, nur um mit einer Geschichte zu einer angeblich anstehenden Trennung auf der Titelseite punkten und mehr Hefte verkaufen zu können. Das Blatt schreibt in der Artikelüberschrift, dass es sich um “Böse Krisen-Gerüchte” handelt — und verbreitet diese dann selbst.

Dazu kommt, dass der Tod eines Kindes ein enorm emotionales Thema ist, das sensibel angegangen werden muss. Darauf verzichtet die “Schöne Woche”. Zudem wird wild über angebliche Krankheiten der Eltern spekuliert.

3)

Unseres Erachtens verstößt die “Schöne Woche” mit diesem Artikel gegen die Ziffern 1 und 8 des Pressekodex.

Der Artikel der “Schönen Woche” dreht sich um eine angebliche Ehekrise von Hardy Krüger jr. und seiner Frau. Die Kronzeugen sind zwei nicht weiter namentlich genannte Personen aus dem Freundeskreis des Schauspielers. Stichhaltige Anzeichen oder Beweise, die die These des Heftes stützen, existieren nicht. Gleiches gilt für Aussagen des Ehepaares. Die “Schöne Woche” stochert also im Nebel. Ziffer 1 des Pressekodex fordert eine “wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit.” Dem kommt die “Schöne Woche” nicht nach und verstößt damit gegen die Ziffer.

Außerdem verstößt die Redaktion gleich in mehrfacher Hinsicht gegen Ziffer 8 des Pressekodex, laut der die Presse “das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung” achten soll. Die Thematisierung des Kindstods — auch in der Artikelüberschrift und auf der Titelseite — sowie die Verbreitung der Gerüchte über eine Ehekrise stellen Verstöße gegen den “Schutz der Persönlichkeit” dar.

In Richtlinie 8.6 stellt der Presserat klar:

Körperliche und psychische Erkrankungen oder Schäden gehören zur Privatsphäre. In der Regel soll über sie nicht ohne Zustimmung des Betroffenen berichtet werden.

Dennoch spekuliert die “Schöne Woche” über mögliche Depressionen, an denen die Eltern nach dem Tod des Sohnes gelitten haben sollen. Das Blatt verbreitet dazu sogar eine Tatsachenbehauptung:

Beide litten danach an Depressionen

Belege dafür werden keine geliefert, eine Zustimmung zu einer derartigen Berichterstattung ist nicht zu erkennen. Daher verstößt der Artikel auch gegen die Richtlinie 8.6.


Wir wollen uns wieder häufiger über die Regenbogenpresse beschweren — nicht nur hier im topfvollgold, sondern so richtig offiziell.

In Deutschland ist dafür der Presserat die oberste Anlaufstelle. Deswegen schicken wir wieder regelmäßig Beschwerden über einzelne Regenbogenartikel dorthin.


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