Die Geschichte von Angelika K.

Die Geschichte von Angelika K.

Es müssen ja nicht immer nur Promis und Königshäuser sein. Nein, hin und wieder berichtet die Regenbogenpresse auch über Menschen aus dem einfachen Volk. Über Menschen, die weder berühmt noch adelig sind, die aber eine bewegende Geschichte zu erzählen haben. Über Menschen wie Angelika K.

Angelika K. ist 58 Jahre alt, Hausfrau und wohnt in Hamburg. Und sie hatte lange Zeit ein großes Problem:

“Irgendwann ertrug ich meine faltige Haut nicht mehr. Ich fühlte mich wie ein hässliches altes Faltenmonster.”

Angelika litt so sehr darunter, dass sie sogar über drastische Schritte nachdachte:

“Ich wollte nicht noch mehr altern und überlegte mir sogar, einen Bankkredit für Lifting oder Botox-Spritzen aufzunehmen”.

Doch als sie sich über diese Behandlungen informierte, bekam sie Angst:

Sie waren gefährlich und konnten sogar eine Gesichtslähmung verursachen.

Sie entschied sich also gegen das Lifting.

Und nur kurze Zeit später geschah plötzlich das, was die Geschichte von Angelika K. so besonders macht — und was die “Frau mit Herz” veranlasst hat, dieser Geschichte einen ganzseitigen Artikel zu widmen: Angelika konnte ihre Falten tatsächlich besiegen! Und zwar ganz ohne medizinische Eingriffe, sondern bloß mit einem einfachen Trick! Unglaublich?Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Respekt! Angelika (58) hat das geschafft, was sich Millionen von Frauen wünschen: Die Zeit zurückdrehen und wieder so aussehen wie in ihren 40zigern.

Aber wie denn jetzt genau?

Wie die meisten hat Angelika einen durchschnittlichen Verdienst und kann sich nicht jede neue Anti-Aging-Creme kaufen. Teure Schönheits-Eingriffe kann sie sich erst recht nicht leisten. Aber sie hatte eine Idee.

Ja, so weit waren wir schon.

Angelika gab nicht auf, eine sichere Verjüngungskur zu finden, die wirklich Falten vernichtete und sie nicht in Schulden trieb. Sie wollte es den Schönheitschirurgen zeigen, dass es auch anders ging.

Menschenskind, jetzt aber mal raus mit der Sprache!

Nachdem sie einen Bericht über Zellerneuerung und Stammzellen im Fernsehen angeschaut hatte, entdeckte sie zwei Anti-Aging-Produktmuster von einem kompetenten Kosmetik-Unternehmen: Celyoung Age Less Creme und Age Less Serum (Apotheken). “Warum nur eines nehmen und nicht beide? Dann hat man doch doppelte Wirkung”, erklärt sie ihre Idee.

Sag bloß! Wie raffiniert!

Da kommt diese ausgefuchste Hausfrau doch tatsächlich auf die geniale Idee, die Celyoung Age Less Creme mit dem Celyoung Age Less Serum zu kombinieren!

Und, hat’s denn gewirkt?

Gesagt, getan. Schon nach ein paar Tagen geschah das Unfassbare: Ihre Haut wurde immer glatter – nach 31 Tagen erschien ihr Gesicht für sie genauso glatt wie mit Botox- oder Lifting. Angelika hatte für die Faltenentfernung keine Schmerzen gelitten, sie hatte sich nur Celyoung Age Less Creme und Serum in der Apotheke besorgt. Statt Tausende von Euro kostete sie das nur 1 Euro am Tag.

Fazit?

Angelika sah quasi von jetzt auf nachher um 15 Jahre jünger aus! Und das veränderte ihr ganzes Leben.

Und so sieht sie heute aus, unsere Angelika K., 58, Hausfrau aus Hamburg:Ausriss: "Frau mit Herz", Nr. 37/2013

Der Rest des Textes (der übrigens gut dreimal so lang ist wie ein durchschnittlicher Regenbogenartikel) lässt sich sinngemäß etwa wie folgt zusammenfassen:

Die Celyoung Age Less Creme ist der absolute Oberwahnsinn. Und das Serum auch.

Das allein ist die Botschaft dieses ganzseitigen Artikels, der weder als “Anzeige” noch als “Sonderveröffentlichung” noch als Sonstwas gekennzeichnet ist. Ein ganz normaler Artikel im redaktionellen Teil der “Frau mit Herz”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Und im redaktionellen Teil der “neuen Frau”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Und im redaktionellen Teil der “7 Tage”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Und im redaktionellen Teil der “Heim und Welt”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Und im redaktionellen Teil der “Woche der Frau”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Fünfmal der gleiche PR-Text, fünfmal aufwendig ans Layout der anderen Artikel angepasst, fünfmal fehlt jegliche Kennzeichnung, dass es sich um Werbung handelt.

Natürlich: Als einigermaßen medienerfahrener Mensch sollte man spätestens nach ein paar Sätzen merken, was hier läuft. Aber die fünf Hefte — sie erscheinen alle im Klambt-Verlag — erreichen zusammengerechnet pro Woche über eine Million Leser. Wie viele davon werden die Schleichwerbung wohl als solche erkennen? Und wie viele werden denken, dass es ein echter Artikel ist? Über eine echte Frau, deren Leben in echt verändert wurde von diesem Zeug aus der Apotheke?

Angelika K. ist uns vor ein paar Wochen übrigens schon mal begegnet. Da war sie allerdings noch nicht 58, sondern erst 54. Und sie sah auch etwas anders aus. Die Botschaft aber war dieselbe:So zaubern Sie Ihre Falten weg!

Manchmal sieht Angelika K. auch so aus:So zaubern Sie Ihre Falten weg

Manchmal ist es auch nicht Angelika K., sondern Verena D.:Ausriss: "Frau mit Herz", Nr. 35/2013

Und manchmal geht es in den Fake-Artikeln des Klambt-Verlags nicht um Anti-Aging-Creme, sondern um Schlankmacher-Pillen oder Mittel gegen Fußpilz. Die versteckte Werbung hat bei Klambt ganz offensichtlich System. Es ist nicht das erste Mal, dass wir das feststellen.

Auch das Netzwerk Recherche hat vor Kurzem in einer Studie zum Thema Journalismus und Korruption aufgedeckt, wie “perfekt organisiert” das “Geschäft mit der heimlichen Werbung” in vielen Regenbogenredaktionen läuft.

Im Übrigen schaltet die Firma Celyoung in den Heften des Klambt-Verlags auch legale Anzeigen. Aber ob das die Sache besser macht?


Siehe auch: Kurzstudie des Netzwerks Recherche in Kooperation mit Transparency International Deutschland, dem Institut für Journalistik der TU Dortmund und der Otto Brenner Stiftung


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