Alles Gute will Gold vom Topf

Alles Gute will Gold vom Topf

Wir haben einen Fehler gemacht. Und jetzt müssen wir dafür zahlen. Ganz genau sind es 887,03 Euro (inklusive Mehrwertsteuer), die wir bis zum 27. Dezember auf das Konto einer Hamburger Anwaltskanzlei überweisen müssen.

Als Teil unseres letzten “Schlagzeilenbastelns” hatten wir versehentlich einem Blatt aus dem Alles Gute Verlag eine Schlagzeile zugeschrieben, die tatsächlich in dem Heft “Viel Spaß” aus dem Burda-Verlag erschienen war. Ein Flüchtigkeitsfehler. Ein blöder Fehler.

Und vor allem ein gefundenes Fressen für den Alles Gute Verlag. Denn juristisch gesehen handelt es sich hierbei um eine falsche Tatsachenbehauptung von uns. Und die ist ohne Weiteres anfechtbar.

Der Alles Gute Verlag hatte nun verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Die Redaktion hätte uns eine E-Mail schreiben können. Das hat sie schon einmal aus einem anderen Grund gemacht, ganz zu Beginn unserer Blogarbeit. Unsere Mail-Adressen haben die Mitarbeiter also. Sie hätten auf den Fehler hinweisen können, wir hätten die Stelle korrigiert und uns für die falsche Information entschuldigt.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Hamburger Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle damit zu beauftragen, uns eine Abmahnung zu schicken. Diese Variante hat der Alles Gute Verlag gewählt.

Und so bekamen wir vergangene Woche ein Schreiben, in dem man uns auffordert, “die Falschmeldung sofort aus dem Internet herauszunehmen und im Übrigen die beigefügte Unterlassungsverpflichtungserklärung [...] abzugeben.” Anderenfalls müssten wir mit gerichtlichen Schritten rechnen.

Wir korrigierten den Fehler und entschuldigten uns. Und wir unterschrieben die mitgelieferte Unterlassungsverpflichtungserklärung. Vermutlich der zweite Fehler, den wir in dieser Sache begangen haben.

Ein paar Tage später lag dann jedenfalls ein weiteres Schreiben in unserem Briefkasten. Darin fordert uns die Kanzlei auf, die für den Alles Gute Verlag entstandene Kosten durch die Einschaltung eben jener Kanzlei zu erstatten. Und das sind die oben erwähnten 887,03 Euro.

Wir müssen zugeben: Die Forderung überraschte uns. Wir dachten in unserem jugendlichen Leichtsinn, dass die Sache mit unserer Unterschrift auf der Unterlassungsverpflichtungserklärung gegessen wäre. Denkste. Ein ziemlich hohes Lehrgeld.

Aber noch zwei weitere Erkenntnisse ziehen wir aus diesem Vorfall:

Erstens bedarf es schon eines blöden Flüchtigkeitsfehlers, an dem sich die Verlage festklammern können, um gegen uns vorzugehen. Wenn der dann passiert, schlagen sie gnadenlos zu.

Keine Frage: Wer, wie wir es tun, ständig andere dafür kritisiert, dass sie fehlerhaft berichten, der muss bei seiner eigenen Berichterstattung höllisch aufpassen, dass alles stimmt. Dennoch: Die Reaktion des Alles Gute Verlags würden wir nicht gerade als verhältnismäßig bezeichnen.

Und zweitens erstaunt es uns, wie sehr der Alles Gute Verlag, dessen Hefte es mit der Wahrheit ja sonst nicht allzu genau nehmen, auf einmal darauf achtet, dass fehlerfrei berichtet wird.


Übrigens: Wenn jemand von Ihnen unterm Weihnachtsbaum zufällig einen Topf voll Gold findet und daraus 887 Euro übrig hat — wir wüssten damit was anzufangen. Uns würden aber auch schon die drei Cent — oder auch jeglicher anderer Betrag — helfen.

Wenn Sie Lust haben, uns zu unterstützen, erreichen Sie uns am besten unter kontakt@topfvollgold.de.


Nachtrag, 20. Dezember 2013, 21:15 Uhr: Wir haben schon tollen Zuspruch und einiges an Unterstützung bekommen. Wir sind sehr, sehr dankbar!

Weil es einige — richtigerweise — gefordert haben und es dadurch sicher auch einfacher wird, hier unsere Bankverbindung. Und unser Paypal-Kontakt.

Und noch einmal: Vielen lieben Dank!

Paypal: kontakt@topfvollgold.de

Kontoinhaber: Mats Schönauer
Kontonummer: 188 251 2
Bankleitzahl: 462 618 22
Kreditinstitut: Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen
IBAN: DE18462618220001882512
BIC: GENODEM1WDD


Nachtrag, 21. Dezember 2013, 12:03 Uhr: Seit unser Blogpost gestern Abend online gegangen ist, haben wir unfassbar viel Unterstützung bekommen. Wir sind überwältigt.

Der Stand ist folgender: Bei Paypal stehen wir bei 143,90 Euro (Update, 13:55 Uhr: 281,47 Euro). Wie es auf dem Konto aussieht, können wir derzeit nicht sagen – die Volksbank hat das Konto noch nicht aktualisiert. Wir haben aber sehr viele großzügige Angebote und zwei sehr großzügige Angebote bekommen.

Ohne eine genaue Summe zu kennen, sind wir uns sicher, dass die 887,03 Euro erreicht sind. Vermutlich liegen wir sogar drüber. Aber wie gesagt: Eine konkrete Summe kennen wir noch nicht.

Wir wollen hiermit aber den Aufruf zur Unterstützung stoppen! Wer uns generell bei unserer Arbeit unterstützen möchte, kann dies natürlich gerne weiter tun. Aber für die Zahlung der Anwaltskosten ist es inzwischen nicht mehr nötig.

Wir werden — wenn wir sie kennen — eine genaue Summe hier veröffentlichen. Wenn wir tatsächlich über den 887,03 Euro liegen sollten, bieten wir gerne an, Gelder zurück zu überweisen. Durch eines der sehr großzügigen Angebote können wir nämlich sicher davon ausgehen, dass wir die Summe am Ende voll bekommen. Mehr dazu wahrscheinlich nach dem Wochenende.

1000 Dank an alle, die gemailt, überwiesen und was nicht sonst noch alles gemacht haben!


facebooktwitteremail