Hurra! Der topf lebt – und zieht um
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Hurra! Der topf lebt – und zieht um

Liebe Freunde des topfvollgold,

wir haben eine Weile nichts von uns hören lassen. Dafür erst mal ein dickes Sorry!

Wie Ihr vielleicht wisst, war es von Anfang an unheimlich schwierig, dieses Projekt zu finanzieren. Zwar waren einige von Euch so lieb, uns mit Spenden zu unterstützen, dennoch reichte das Geld nicht mehr aus, um das Blog langfristig weiterbetreiben zu können. Darum mussten wir den topf vorerst auf Eis legen.

Aber man kann die Regenbogenredaktionen ja nicht einfach alleine lassen! Darum machen wir bald weiter.

Allerdings nicht hier, sondern auf Übermedien.de. Dort bekommen wir eine eigene, kuschelige Rubrik für unsere Geschichten vom Ende des Regenbogens. Einige davon werden kostenlos sein, für andere wird man ein Abo benötigen, das 3,99 Euro im Monat kostet (und jederzeit wieder kündbar ist). Los geht’s ab nächster Woche.

Wenn Ihr uns also weiterhin lesen und unterstützen wollt, schaut gern mal vorbei. Wir freuen uns!

Euer topfvollgold


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Die Geissens, die ich rief (2)
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Die Geissens, die ich rief (2)

Wer sich am Montagabend beim Fernsehen zu RTL2 verirrt, trifft auf eine Familie, die in Saus und Braus in Monaco lebt, die Eltern stets schlecht gekleidet, die zwei Töchter häufig im Bikini am Pool. Das ist die Familie Geiss, besser bekannt als “Die Geissens — eine schrecklich glamouröse Familie”. Die besonders schrecklich glamourösen Carmen und Robert Geiss sollen laut “Freizeit Spaß” nun auf einmal “Angst um ihre geliebten Töchter” haben:

Unbekannte haben unter den Namen der Promi-Sprösslinge Profile auf Instagram und Facebook eröffnet. Die Fotos wurden anscheinend geklaut

… schreibt das Regenbogenblatt und johlt auf seiner Titelseite:

Carmen & Robert Geiss - Familien-Tragödie - Ihre Töchter im Visier von Kriminellen

Die Fotos der zwölfjährigen Davina und der elfjährigen Shania, die Kriminelle irgendwo im Netz veröffentlicht haben sollen, veröffentlicht die “Freizeit Spaß” auch noch einmal:

Im Bikini am Pool oder mit Hotpants in der Hängematte — die zwei Mädchen posieren freizügig vor der Kamera.

Nun sind Foto- und Identitätsdiebstahl bereits ärgerlich genug. Doch da sei im Fall der Geiss-Kinder noch ein ganz anderes Problem: die Kommentare unter den Bildern. Da stehe zum Beispiel:

Fallst du ein freund hast kann der glück haben dich zu haben

Oder:

Wenn du whats app hast schreib mir wenn deine eltern dir das erlauben!!!

Orthografisch schon bedenklich, aber:

Vor allem ältere Männer schreiben Kommentare unter die Fotos, wollen Davina und Shania kennenlernen. Etwa Kriminelle, gar Pädophile?

Auf der Suche nach einer Antwort haben wir uns das ganze Wochenende durch reichlich Davina-und-Shania-Fakeprofile geklickt. Das Ergebnis: Ja, dort gibt es Bikinifotos, die irgendwo zusammengeklaubt wurden. Und ja, es gibt Leute, die nach den Handynummern der beiden fragen und sie auch gern mal treffen würden. Das sind entweder elfjährige Mädchen oder 14-jährige Jungs. Und vor denen — so unsere Einschätzung — muss man nicht unbedingt Angst haben.


Dieser Text ist am Montag bereits im “Tagesspiegel” erschienen. Alle zwei Wochen schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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“Frau mit Herz” erfindet die App für Attentäter
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“Frau mit Herz” erfindet die App für Attentäter

Prinz William fliegt wieder. Nach der Geburt seiner Tochter Charlotte hatte sich der britische Thronfolger ein paar Monate Pause gegönnt, nun ist er zurück hinterm Steuerknüppel seines Rettungshubschraubers. Als Pilot der “East Anglian Air Ambulance” bringt William Sanitäter und Ärzte zu Unfallorten und Notfalleinsätzen.

Das ist toller Stoff für Regenbogenredakteure. Aus Williams Job können sie wahlweise ein Psychodrama (schlimmer Unfall, schreckliche Szenerie), ein Liebesdrama (hübsche Kollegin, Konkurrenz für Ehefrau Kate) oder ein Todesdrama (mögliche Turbulenzen in der Luft, der Prinz potenziell immer in Gefahr) stricken.

Auf einen Dreh musste aber erst das britische Paparazziblatt “Mail on Sunday” kommen, den die “Frau mit Herz” dankend aufgenommen und weitergesponnen hat:

Prinz William - Schock - Plötzlich ist er eine Zielscheibe für Attentäter

Hinter dem Terrordrama steckt eine Smartphone-App, die sich jeder für 3,99 Euro runterladen kann, auch Kriminelle:

Mithilfe eines speziellen Handy-Programms lässt sich die Flugroute des Prinzen-Hubschraubers präzise verfolgen. Kriminelle könnten das ausnutzen

Tatsächlich konnten Mitarbeiter der “Mail on Sunday” mit der App “Flightradar24″ und dem sogenannten Luftfahrzeugkennzeichen Williams Helikopter während eines Fluges orten und “auf der Stelle präzise Informationen über die Flugroute, Start- und Landekoordinaten” sammeln.

Die “Frau mit Herz” denkt etwas weiter und schlägt Alarm: Das “neue Programm” erlaube Attentätern, “den Prinzen zu bedrohen und sogar abzuschießen!” William solle jetzt nicht nur an “seinen Traumberuf”, sondern “auch an seine kleine Familie denken.” Den “schmerzvollen Verlust ihres geliebten Mannes und Vaters würden Prinzessin Kate (33) und die Kinder nie verkraften”.

Das wäre dann in der Tat das Nonplusultra im Regenbogenkosmos: die Zusammenführung von Terror-, Todes-, Liebes- und Psychodrama.


Dieser Text ist zuvor bereits im “Tagesspiegel” erschienen. Alle zwei Wochen schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Klickfang auf Papier
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Klickfang auf Papier

Als Fernsehzeitschrift ist es schon ein besonderes Kunststück, ins Visier von Medienkritikern zu geraten und sich die Empörung der Masse einzufangen. Der “TV Movie” jedoch ist das vergangene Woche mit Bravour gelungen. Bei Facebook hatte sie einen Artikel beworben mit den Worten:

Gerade vermeldet ++ Einer dieser TV-Moderatoren muss sich wegen Krebserkrankung zurückziehen

Dazu Fotos von vier Moderatoren. Erst nach dem Klick erfuhr man, wer von ihnen die Diagnose erhalten hatte. Clickbaiting nennt sich dieses Prinzip, mit dem einige Redaktionen seit einer Weile ihre potenziellen Leser trickreich in die Irre führen, um sich deren Klicks zu ergaunern.

Auch die “Prima Woche” versucht auf ihrem aktuellen Cover die mögliche Kundschaft mit einer großen “Schock-Nachricht” zum Kauf zu bewegen. Es geht um Regenbogenqueen Helene Fischer, die ihrem Freund Florian Silbereisen auf dem beigestellten Foto einen enttäuschten Blick zuwirft. “Warum musste es so enden?”, fragt das Blatt und verspricht “Alles über die traurigen Hintergründe!”

Schock-Nachricht - Helene Fischer - Warum musste es so enden? Alles über die traurigen Hintergründe!

Nun könnte man meinen — so ja auch das Kalkül der Redaktion –, dass es um die Beziehung des Schlagerpärchens geht. Doch wer die “Prima Woche” kauft, erfährt: Vorbei ist nicht etwa die Beziehung von Helene Fischer und Florian Silbereisen, sondern das Leben einer 44-jährigen Frau. Sie starb bei einem Autounfall auf einer Landstraße in der Nähe von Rostock. Angeblich war sie von der Autobahn abgefahren, weil dort zu viel Verkehr war — unter anderem deshalb, weil in der Nähe ein Konzert von Helene Fischer stattfand.

Das unsägliche Prinzip des Clickbaitings ist keine Erfindung des Internets. Es ist das digitalisierte Grundprinzip der Regenbogenpresse: Der Betrug am Leser, um Geld zu verdienen; das gierige, perfide Spiel mit der Angst und dem Leid anderer Menschen — unter dem Deckmantel des Journalismus.


Dieser Text ist zuvor bereits im “Tagesspiegel” erschienen. Alle zwei Wochen schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Die biblischen Früchtchen der “Freizeit Revue”
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Die biblischen Früchtchen der “Freizeit Revue”

In der Märchenwelt der Regenbogenpresse geht es in zehn von zehn Fällen um Banalitäten. Die “Freizeit Revue” hat nun allerdings eine Geschichte von biblischem Ausmaß ausgegraben. Brudermord im Schlagermilieu? Die jesushafte Wunderheilung einer Societydame? Nein, das Heft mit der Millionenauflage berichtete vergangene Woche von verbotenen Früchten im “Kinderparadies” Anmer Hall.

Auf dem Landsitz der britischen Königsfamilie, “gleich hinterm Tennisplatz”, steht nämlich ein “hochgiftiger Goldregen-Baum”. Und so konnte die “Freizeit Revue” gar nicht anders, als zu titeln:

Herzogin Kate - Dramatische Vergiftung! Große Sorgen um das Leben ihres kleinen George

Die Entdeckerlust des “Schnuckel-Rackers” und die Samen des Goldregen hätten den Thronfolger in Lebensgefahr gebracht, behauptet das Blatt. Gut möglich, dass der Zweijährige “die runden Kügelchen im Ernte-Eifer für Garten-Früchte gehalten” habe:

Jedenfalls waren fix die Patschehändchen ausgestreckt, die vermeintlich leckere Beute wanderte mit Lichtgeschwindigkeit in den Mund.

Auch die “Daily Mail” berichtete von dem giftigen Baum auf Anmer Hall, genau genommen hat die “Freizeit Revue” den Artikel der britischen Boulevardzeitung einfach übersetzt. Nur die Sache mit dem “Ernte-Eifer”, den “Patschehändchen” und der “Lichtgeschwindigkeit” hat sie dabei exklusiv dazugedichtet.

In dieser Woche macht sich die Redaktion dann schon wieder “große Sorgen”, diesmal um Mutter Kate:

Herzogin Kate - Depressionen! Große Sorgen um die junge Mutter

Der “Babyblues” nach der Geburt von Tochter Charlotte soll zu einer Depression ausgewachsen sein. Und dann sei da noch ihr “überängstliches Verhalten”:

Kate brachte Ehemann William sogar dazu, sich in einem offenen Brief über Fotografen zu beschweren, die angeblich den Kindern des royalen Paares “auflauern”.

Völlig unverständlich für die “Freizeit Revue”: Warum auflauern? Die kleinen Royals kann man doch auch ganz wunderbar vom Schreibtisch aus in Gefahr bringen.


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Alle zwei Wochen schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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“Woche heute” lässt LeFloid tief in Merkels Seele blicken
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“Woche heute” lässt LeFloid tief in Merkels Seele blicken

Für sein Interview mit Angela Merkel musste der Youtube-Flummi LeFloid ganz schön einstecken: lasche Fragen, devotes Gehabe, null kritisches Nachbohren, so die Vorwürfe.

Die “Woche heute” titelt gar, es sei ein “erschütterndes Interview” gewesen, was aber nicht am unterwürfigen Internetstar lag, sondern an den scharfen Antworten der Bundeskanzlerin:

Es ist so traurig - Angela Merkel - Erschütterndes Interview - So schlimm steht es wirklich um ihre Ehe

Merkel habe “tief in ihre Seele blicken” lassen. Nanu?! Diese Einsicht dürfte das Regenbogenblatt beim Durchschauen des halbstündigen Videomaterials recht exklusiv gehabt haben. Doch trotz all der Schwammigkeit von Merkels Aussagen bleibt die Redaktion dabei:

In einem Interview mit dem Youtube-Star LeFloid (27) gewährte die Kanzlerin jetzt ungewohnte Einblicke in ihr Leben abseits von Rednerpulten, Kameras und Mikrofonen.

Angela Merkel hatte vor laufender Kamera ins Mikrofon gesagt, dass ein Beruf jeden Menschen verändere: “Wenn Sie den ganzen Tag mit Leuten reden, dann haben Sie abends vielleicht unglaublich Lust, mal eine Stunde zu schweigen.”

Für die “Woche heute” wirft die mögliche Stunde Ruhe im Hause der Kanzlerin und ihrem Mann Joachim Sauer unweigerlich eine Frage auf: “Wie steht es wirklich um ihre Ehe?” Denn “sich anzuschweigen, anstatt miteinander zu reden — das ist Gift für jede Beziehung!

Und dann ist da noch Merkels Mobiltelefon, das die gemeinsame Zeit besonders kostbar mache:

Schließlich kann jeden Moment wieder ihr Handy klingeln, kann die nächste Krise sofortiges Handeln nötig machen!

Richtig problematisch werden diese Krisenanrufe natürlich dann, wenn sie in die Merkel’sche Schweigestunde fallen. Die endgültige Handlungsunfähigkeit der Bundesregierung wäre die Folge. LeFloid hat mit seinem Interview also nicht nur ein Ehe-Drama aufgedeckt, sondern einen handfesten Politskandal. Zumindest nach Logik der Regenbogenpresse.


Dieser Text ist am Montag auch im “Tagesspiegel” erschienen. Alle zwei Wochen schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Fantasievoller Franzosen-Flirt
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Fantasievoller Franzosen-Flirt

Diese Massenmedien bekommen mal wieder gar nichts mit. Im Herzen Europas spielt sich momentan die größte Liebessensation der vergangenen Jahrzehnte ab, über alle Partei- und Ländergrenzen hinweg, die Vollendung der deutsch-französischen Freundschaft — und nur das Klatschblatt “Das Neue” berichtet.

Während sich die gesamte Journaille auf Griechenland und den Euro stürzt, behält die Regenbogenredaktion das Zwischenmenschliche im Auge und titelt:

Gibt ihr Mann sie frei? Angela Merkel - Pikanter Franzosen-Flirt

Denn das, was Konrad Adenauer und Charles de Gaulle angeschoben haben, und Schmidt/Giscard d‘Estaing, Kohl/Mitterand und Schröder/Chirac vorantrieben, könnten Angela Merkel und François Hollande jetzt krönen:

Sie umarmen sich, schauen sich in die Augen, küssen sich sogar: Kanzlerin Angela Merkel (60) turtelt in aller Öffentlichkeit mit ihrem Pariser Kollegen François Hollande (60).

Merkel hege “ganz offensichtlich” mehr als nur Sympathie für ihren französischen Amtskollegen.

Wenn sie François Hollande begegnet, wirkt sie befreit, fröhlich, fast verliebt — und das trotz der Griechenland-Krise, die alle Kraft von ihr fordert!

Und ihr Ehemann Joachim Sauer?

Seit Monaten sieht der Chemie-Professor, dass seine Frau vor aller Augen fremdflirtet (“das neue” berichtete).

Genau, “‘das neue’ berichtete”. Schon im Mai beobachtete das Heft nämlich, dass “Oh, là, là, Monsieur le Président” beim Berlinbesuch das Herz der Bundeskanzlerin im Sturm erobert habe. Plötzlich lag bei der Klimakonferenz “L’amour’ in der Luft!” Dort habe Merkel für ihre Verhältnisse ganz schön aufgedreht: “ein rotes Sakko — die Farbe der Liebe –, etwas mehr Make-up als sonst, ein fast schon schelmischer Augenaufschlag”.

Das ist eben die ganz große Qualität der Regenbogenpresse: Sie sieht Dinge, die andere noch nie gesehen haben.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Harrys Geliebte? Erst bezahlen!
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Harrys Geliebte? Erst bezahlen!

Bei der Frage, wie Verlage mit Texten im Internet Geld verdienen können, setzt Bild.de seit einiger Zeit auf ein sogenanntes Freemium-Modell: Vieles gibt’s beim Onlineableger der “Bild”-Zeitung umsonst, die richtig tollen Inhalte aber nur gegen Kohle.

Will man zum Beispiel den Grabstein von Dirk Bach sehen: bezahlen. Oder die neue Freundin von Bastian Schweinsteiger: bezahlen. Und bei Facebook geklaute Opferfotos, die Bild.de auf der Startseite nur verpixelt ankündigt: genau, bezahlen.

Für Printprodukte ist dieses Locken hinter eine Bezahlschranke kaum umsetzbar. Schließlich kann jeder Kioskkunde am Zeitschriftenregal nachschlagen und -lesen. Die Pioniere der “Freizeit Vergnügen” versuchen es trotzdem. Auf dem Cover ihrer aktuellen Ausgabe schreibt die Regenbogenredaktion:

Prinz Harry — Diese Frau kämpft um seine Liebe

Neben “Feuerkopf Harry” steht eine Blondine, deren Gesicht per Photoshop komplett unkenntlich gemacht ist:

Prinz Harry - Diese Frau kämpft um seine Liebe

Investiert die geneigte Leserin nun die 65 Cent für das Blatt, kann sie im Heftinnern Harrys Ex-Freundin Cressida in voller Pracht sehen. Cressida soll “mit den Waffen einer Frau” versuchen, den Prinzen zurückzugewinnen. Könnte klappen, findet die “Freizeit Vergnügen”, denn:

Auch optisch ragt sie aus der Normalität hervor wie ein Weltkonzern unter Tante-Emma-Läden

Die royale Rückholaktion könnte allerdings von einer anderen Verehrerin sabotiert werden, glaubt man der “Freizeit heute”:

Prinz Harry - Todesangst - Eine schöne Frau bedroht sein Leben

Eine australische Studentin soll per Plakat schon mehrfach um Harrys Hand angehalten haben. Vergebens. Und da lauert auch die Gefahr:

Gibt ja nichts Hinterhältigeres als die Rache einer verschmähten Frau.

Doch “Harry ist Soldat — er wird sich hoffentlich zu wehren wissen”. Klingt so, als gilt die “Todesangst” vor allem für die Studentin.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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In eigener Sache: Der topf ist jetzt gemeinnützig
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In eigener Sache: Der topf ist jetzt gemeinnützig

Gute Neuigkeiten: Wir haben vor einer Weile ein Unternehmen gegründet, mit dem wir nun den topfvollgold betreiben. Dieses Unternehmen mit dem knackigen Namen “m&m Medienkritik gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)” hat das Finanzamt jetzt als gemeinnützig anerkannt.

Wir können Euch also eine Spendenquittung ausstellen, wenn Ihr uns finanziell unterstützt. Eure Spende könnt Ihr bei der nächsten Steuererklärung geltend machen.

Wir arbeiten momentan an einem Spendenformular. Bis das fertig ist, schickt uns zu Eurer Spende doch bitte folgende Daten per E-Mail, wenn Ihr eine Quittung benötigt:
- Vorname und Nachname
- Straße und Hausnummer
- Postleitzahl und Wohnort


Unser Spendenkonto

Kontoinhaber: m&m Medienkritik gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)
Kontonummer: 190 420 448
Bankleitzahl: 100 500 00
Kreditinstitut: Berliner Sparkasse
IBAN: DE17 1005 0000 0190 4204 48
BIC: BELADEBEXXX


Die Möglichkeit, per Paypal zu spenden, folgt in Kürze.


Und mit einem Klick auf den Flattr-Knopf (rechts am Seitenrand) kommt ebenfalls ein kleiner Betrag bei uns an.


Alle Infos findet Ihr auch rechts im Menü unter “Spenden”.


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Die ganze Wahrheit der Kohl-Korrespondentin
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Die ganze Wahrheit der Kohl-Korrespondentin

Immer dann, wenn Helmut Kohl bei einer Gedenkfeier auftaucht, ihm etwas zustößt oder er einfach mal wieder auf der Titelseite erscheinen soll, haut Jacqueline Müller in die Tasten. Sie ist die Kohl-Korrespondentin beim “neuen Blatt”.

Derzeit liegt Kohl in der Heidelberger Uni-Klinik, weil nach einer geplanten Hüftoperation eine ungeplante Darm-OP nötig war. Und so durfte Jacqueline Müller diese Woche mal wieder eine große Titelgeschichte schreiben.

In der Ankündigung auf dem Cover verspricht “Das neue Blatt” die ganz großen Konflikte: ein “Erschütterndes Drama in der Klinik”, den “verzweifelten Kampf der Ärzte”, einen “bitteren Familienkrieg”. Und vor allem: “Nur bei uns die ganze Wahrheit”.

Nur bei uns die ganze Wahrheit - Helmut Kohl - Erschütterndes Drama in der Klinik - Der verzweifelte Kampf der Ärzte - Der bittere Familienkrieg

Die “ganze Wahrheit” beinhaltet allerdings auffällig viele “soll”s: Ein weiterer Eingriff “soll gefolgt sein”, Kohl “soll längere Zeit ohne Bewusstsein gewesen sein”, er “‘soll seit Wochen im Dämmerzustand liegen’”, zitiert Müller einen anonymen Familienvertrauten. Trotz der vielen Unwägbarkeiten kommt die Leiterin des Showressorts zum glasklaren Urteil, dass dies Kohls “trauriges Ende” sei.

Sowieso geht Jacqueline Müller nicht gerade zimperlich mit der Familie Kohl um. Den Kanzler a. D. schrieb sie schon einmal um die Ecke, als sie auf der Titelseite verkündete, er sei “nach Depressionen, Schmerzen und Einsamkeit” nun “Endlich erlöst”.

Und bereits früher schnüffelte sie gemeinsam mit einer Kollegin Kohls Ehefrau hinterher: Die zwei “neue Blatt”-Mitarbeiterinnen fuhren nach Oberheuslingen und quetschten dort einstige Nachbarn, Mitschüler und Haushaltshilfen Maike Kohl-Richters aus. Herausgefunden haben sie damals nichts. Die Überschrift lautete trotzdem:

Exklusiv! Helmut Kohl - Die unheimliche Vergangenheit seiner Frau

So richtig unheimlich ist daran allerdings nur, dass “Das neue Blatt” aus Nichts immer wieder Tote und Intrigen strickt.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Mit Marshallplan aufs Cover
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Mit Marshallplan aufs Cover

Tony Marshall kann man nun nicht gerade als medialen Dauerbrenner bezeichnen. Während bei Helene Fischer ein Niesen bei einer Konzertprobe reicht und bei Michael Schumacher sogar die Information, dass es gar keine neue Information gibt, muss sich Schlagersänger Marshall schon was einfallen lassen, um aufs Cover irgendeines Knallblatts zu kommen.

Zum Beispiel ein “Schock-Geständnis”, dass er neben seinen drei ehelichen Kindern auch ein uneheliches hat. Oder dass er 13 Jahre lang glaubte, ein uneheliches Kind zu haben, bis sich rausstellte, dass es gar nicht von ihm ist. Oder beides. Und am besten für zwei verschiedene Hefte. Doch der Reihe nach.

Die “Neue Post” titelt in dieser Woche:

Tony Marshall - Er zig eine falsche Tochter groß

Marshall sei “der Stimmungsmacher der Nation”, aber: Es gab “einen Moment, da verging ihm das Lachen gehörig”. Und zwar, als sich seine uneheliche Tochter Isabel mit 13 Jahren verplapperte und dabei offenbarte, dass sie gar nicht Marshalls Kind sei. Einen Vaterschaftstest später stand fest: Eine seiner außerehelichen Affären “hat ihm ein Kind untergejubelt”. Der Kontakt zu Isabel brach ab.

Doch Tony Marshall sorgte dafür, dass sich die Lücke wieder schließt. “Ich habe ein uneheliches Kind”, erzählte er dem „neuen Blatt“ in einem Exklusiv-Interview und grinst fröhlich von der aktuellen Titelseite:

Exklusiv - Tony Marshall - "Ich habe ein uneheliches Kind" - Schock-Geständnis

Dieses Mal heißt es Dominik. Und Marshall verrät alles mögliche über ihn, wie alt er ist, wie groß, was er studiert. Man muss den Redaktionen eben schon was bieten, wenn man mal wieder ins Gespräch kommen will. Dazu gehört auch der Name der Mutter. Die heißt Isabel, genauso wie Marshalls 13-Jahre-lang-und-dann-doch-nicht-mehr-Tochter.

Spätestens wenn die Regenbogenblätter diesen Zufall entdecken, und der nächste große Artikel ansteht, geht der Marshallplan endgültig auf.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Gesucht und nicht gefunden (13)
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Gesucht und nicht gefunden (13)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • kreisrunder haarausfall
  • betrunkene sagen immer die wahrheit
  • 9 monate zusammen text
  • gib uns noch eine chance
  • keiner kennt mich wirklich
  • verzeih dummen menschen
  • raucht oliver geissen
  • raucht carmen geissen
  • raucht stefanie hertel
  • wo sind helene fischer und florian silbereisen momentan? etwa in mallorca?

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“7 Tage” will, dass eine Neunjährige nicht dick werden will
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“7 Tage” will, dass eine Neunjährige nicht dick werden will

Spaniens Königin Letizia hat keinen leichten Stand. Vor einigen Jahren haben die Regenbogenredaktionen mal entschieden, dass sie eines der großen Feindbilder sein soll, und seitdem dreschen die bunten Blätter auf sie ein.

Alles haben sie der Frau des früheren Prinzen und heutigen Königs Felipe schon zugeschrieben: eine Alkoholsucht (“Wenn keiner guckt, greift sie zur Flasche” — “Freizeit total”), eine Abtreibung (“Letizia hat heimlich abgetrieben!” — “Die neue Frau”), selbst die Schuld am Selbstmord ihrer Schwester soll sie tragen (“Letizia trieb ihre Schwester in den Tod!” — “Echo der Frau”).

Und dann ist da noch die Sache mit ihrer schmalen Figur. Die Adelspostille “7 Tage” schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe:

Immer wieder berichten spanische Zeitungen von Letizias Magersucht. Felipes Gemahlin regt sich über diese Schlagzeilen nicht mehr auf

Alles schon geschrieben? Keine Aufreger mehr? Höchste Zeit für die Regenbogenhefte, den Personenkreis zu erweitern, über den sie ihren Müll ausschütten können. Die “7 Tage” hat sich Letizias Tochter Leonor mal etwas genauer angeschaut …

Dünne Ärmchen, dünne Beinchen: Leonor will ihrer Mutter nacheifern.

… über das Essverhalten der Neunjährigen fantasiert …

Seit sie erste repräsentative Pflichten übernehmen muss, nippt die kleine Prinzessin nur noch am Essen.

… und Kronzeugen aus Leonors Klassenzimmer ausgehorcht:

In der Schule soll Prinzessin Leonor bereits auf das übliche zweite Frühstück verzichten: “Ich will nicht dick werden.”

Eine Fotoferndiagnose, Esszimmergerüchte und angebliche Aussagen von Grundschulkindern — schon hat die “7 Tage” eine Titelgeschichte, mit der sie ihrem spanischen Hassobjekt mal wieder richtig schön eins überbraten kann:

Königin Letizia - Magersucht! Leidet auch ihre Tochter Leonor an dieser Krankheit?

(Verpixelung von uns.)


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Gesucht und nicht gefunden (12)
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Gesucht und nicht gefunden (12)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

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  • wenn die seele weint sieht man keine tränen
  • innere gedanken- und gefühlswelt und den sexualbereich
  • häusle bauen
  • leben lieben lachen nicht fragen wie es die anderen machen
  • zeugen jehovas sexy

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Gesucht und nicht gefunden (11)
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Gesucht und nicht gefunden (11)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • geschichten intimrasur
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  • bilder hurra ich werd ein madchen

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Ein Zwilling kommt selten allein, manchmal aber schon
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Ein Zwilling kommt selten allein, manchmal aber schon

Die Mitarbeiter der Regenbogenpresse versuchen gern ihr Glück. Besonders bei Schwangerschaften und ihren Endergebnissen raten sie wie im Rausch: Mädchen? Junge? Zwillinge? Jede Woche eine neue Runde Nachwuchs-Roulette auf den Titelseiten.

Die Royal-Baby-Gerüchte aus dem britischen Königshaus ließen die Zocker wieder an die Spieltische treten. Einige Regenbogenhefte setzten korrekterweise auf “eine kleine Diana”, die Herzogin Kate zur Welt bringen wird. Es gab aber auch ein paar Wagemutige, die “Freizeit Spass” zum Beispiel:

Und wenig später schon die schlimmste Nachricht des Jahres:

Damit lagen die Embryoexperten der “Freizeit Spass” genauso daneben wie ihre Kollegen der “Neuen Welt”. Die jubelten nämlich schon früh …

… jubelten noch einmal …

… riefen eine Sensation aus …

… und jubelten dann ein ein drittes Mal:

Mit großem “Hurra” und falschen Prognosen kennen sich die Redakteure der “Neuen Welt” und ihr Chef Kai Winckler übrigens bestens aus. Als die schwedische Prinzessin Victoria 2012 schwanger war, titelte die “Neue Welt”:

Einen Tag nach Veröffentlichung des Heftes brachte Victoria Tochter Estelle zur Welt. Winckler sprach damals von einer “Katastrophe”, das sei ihm so noch nie passiert. Immerhin, dieser Schock blieb ihm beim zweiten Mal nun erspart.


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Freizeit im Blick, Realität aber nicht
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Freizeit im Blick, Realität aber nicht

Gestern ist die neue Ausgabe der zweimonatlich erscheinenden “Freizeit im Blick” (Slogan: “IMMER TOPAKTUELL!”) rausgekommen. Unter anderem mit diesem Titelthema:

Im Heftinnern gibt die Redaktion unter der Überschrift “Er ringt mit dem Tod” selbst die Antwort — es steht ziemlich schlimm um Moik:

Nachdem er erst im Januar wegen einer Herz-OP im Krankenhaus war, soll er nun wieder einen Rückschlag erlitten haben und in Lebensgefahr schweben.

Ehefrau Edith (71) und die Kinder wachen an seinem Bett, während Ärzte um sein Leben kämpfen.

Ob Karl Moik je wieder gesund wird, ist mehr als fraglich.

Nur zu Eurer Info, Mitarbeiter der “Freizeit im Blick”: Karl Moik ist vor sechs Wochen gestorben.


Mit Dank an Timo B. für den Hinweis!


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Gesucht und nicht gefunden (10)
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Gesucht und nicht gefunden (10)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • was haben prinzen in der freizeit an
  • el dorado der glücksritter
  • töpfe test 2015
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  • frau entdeckt faltencreme svhönheitschirurgen sind sauer
  • stark ist wer unter tränen lacht
  • habe heute bei rtl die carmen geisen gesehen die ist ja so doof
  • fehdehandeschuh
  • je häufiger gennant desto größer dargestellt
  • ich will ein schönes sexy dame für gute freundschaft e-mail an e-mail

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Gesucht und nicht gefunden (9)
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Gesucht und nicht gefunden (9)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • www,kriese.bei.fischer.uund.sielbereisen?,de
  • wie wird unser baby ausschauen
  • 60.geburtstag treppentratsch
  • neue gebete katholisch
  • ein mann der mit vielen frauen schreibt ist untreu
  • kampf lieder krebs mut
  • gerüchte über mich
  • schlagersängerin rauchen
  • bilder von carmen geiss angeschaut und abgemahnt
  • kommen sachen die man im google eingibt in deine akte

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Tipps von den Trennungsexperten
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Tipps von den Trennungsexperten

Dass sich die Regenbogenpresse gern als Geburtshelfer für noch nicht einmal gezeugte Adelszwillinge in Stellung bringt, wissen wir. Und wir kennen auch die verzweifelten Versuche der Knallblätter, einst gemeinsam glückliche Schlagersternchen mit Hilfe von Fantasieartikeln wieder zu paaren. Die Rolle als Ratgeber für frühere Schwimmweltmeisterinnen, die in angeblichen Lebens- und Liebeskrisen stecken, ist uns hingegen neu.

“Die Aktuelle” gibt sich in dieser Woche alle Mühe, diese Nische zu besetzen. Riesengroß fordert das Revolverblatt auf seiner Titelseite:

Franzi van Almsick - Trenn' dich doch endlich! Diese Gemeinheiten kann man nicht länger mit ansehen - Was ihr "Traummann" ihr antut

Der Mann, von dem sich Franziska van Almsick laut “Aktuelle” besser heute als morgen trennen sollte, ist Unternehmer Jürgen B. Harder. Gegen Harder läuft momentan ein Gerichtsverfahren wegen Bestechung. Dass van Almsick in dieser turbulenten Zeit die zwei gemeinsamen Kinder einpackt und nach Mallorca fliegt, zeigt den Mitarbeitern der “Aktuellen”, dass “Franzi” sie und ihre Beziehungstipps dringender braucht denn je:

Armer Goldfisch! Wie groß müssen ihre Seelen-Nöte sein, dass sie zu Hause alles liegen ließ und Hals über Kopf auf die Balearen-Insel zog?

Mit van Almsicks Entscheidung, nach Mallorca zu fliehen, scheinen die Trennungsexperten jedenfalls schon mal ganz zufrieden zu sein. Es sei schließlich ein Ort, an dem “der Medienrummel weit weg ist.”

Denn:

wie schlimm muss das alles für [ihren Sohn] sein, der ja schon in der Zeitung lesen kann, was da über seinen Papa geschrieben wird!

Oder was “Die Aktuelle” über die Beziehung seiner Eltern denkt. Oder wie seine Mutter im Urlaub von gierigen Paparazzi verfolgt und abgeschossen und dann in deutschen Klatschmagazin großflächig zur Schau gestellt wird.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Gesucht und nicht gefunden (8)
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Gesucht und nicht gefunden (8)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • stellungsanzeigen erstellen
  • lustige bilder dampferfahrt
  • be soft do not let the world make you hard
  • endlich freitag baby
  • jürgen klopp verarsche
  • na nu war das gestern ein gefühlsausbruch
  • bin ein grosser fan von koenigin maxima welche kosmetik benutzt sie
  • das neue tournee heft von roland kaiser
  • skipiste basteln
  • toll jetzt kumert sich schumis frau nur noch um sohn mick also weis sie schumi bleibt pflege fall

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Die Bastelstunde entfällt
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Die Bastelstunde entfällt

Der topfvollgold ist auf Reisen. Daher bleibt das Schlagzeilen-Trainingslager für den Rest der Woche geschlossen.

Damit Ihr trotzdem ein bisschen üben könnt, gibt’s hier den Link zu einer unserer ersten Bastelstunden — ein Klassiker sozusagen: Schlagzeilenbasteln (2).


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Gesucht und nicht gefunden (7)
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Gesucht und nicht gefunden (7)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • wer kümmert sich zur. zeit um corinna schuhmachers pferde
  • bock auf kuscheln küssen?
  • wenn er dir nicht sofort antwortet
  • bitte such den geburtstag krank weil ich will nicht abschreiben geburtstag
  • adlige nackt
  • meleni müller die kuh etwa ne scho
  • scharlatane besetzungen heiler suizid gericht
  • akten hurra
  • partner verletzen
  • wäre roy blacks erfolg zu ende wenn er carmen böhning geheiratet hätte sowie bei seiner ersten frau?

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Klatsch schlägt Katastrophe
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Klatsch schlägt Katastrophe

Die oberste Regel im fernen Regenbogenuniversum lautet: Ein Ereignis ist erst dann ein Ereignis, wenn sich eine Person aus Politik, Showgeschäft oder einem Königspalast mit ihm verknüpfen lässt. Ansonsten existiert es nicht.

Die Redakteure der “Freizeit für die Frau im Blick der Wochenrevue” juckt der Ukraine-Konflikt beispielsweise nullkommanull, bis sie eine Nebendarstellerin einer ZDF-Vorabendserie auftreiben können, deren Schwippschwager sich bei der Fußballeuropameisterschaft 2012 mal ein Spiel im heute umkämpften Donezk angeschaut hat. Dann kann man drüber schreiben.

Wenn der Boulevardjournalismus also durch Skandale, Emotionen und eine starke Personalisierung gekennzeichnet ist, ist die Regenbogenpresse eine in den Laboratorien der Klatschverlage hochgezüchtete Turbo-Variante davon. Nirgends sonst in der deutschen Presselandschaft ist der Personalisierungsgrad derart hoch. Die Regenbogenberichte zum Germanwings-Flug 4U9525 zeigen das einmal mehr.

Während die meisten deutschen Medien seit zwei Wochen den Geschehnissen in Dauerschleife und per Live-Ticker hinterherhecheln, berichten viele Regenbogenhefte überhaupt nicht über den Absturz.

Und die, die berichten, schreiben nicht etwa über die Suche nach dem Flugschreiber oder die verriegelte Cockpit-Tür, sondern über Angela Merkel …

Der unfassbare Flugzeug-Absturz — Angela Merkel — Die Tragödie bricht ihr das Herz
(“Frau aktuell”)

Angela Merkel — Bittere Tränen!
(“Neue Welt”)

… Spaniens Königin Letizia …

Königin Letizia — Tränen und Trauer um die 150 Opfer der Flugzeugkatastrophe
(“7 Tage”)

… und eine Opernsängerin, die an Bord der Maschine saß:

Trauer um 150 Todesopfer — Absturz-Tragödie — Im Sterben hielt sie ihren Sohn im Arm
(“Freizeit Spaß”)

"Frau aktuell": Der unfassbare Flugzeug-Absturz - Angela Merkel - Die Tragödie bricht ihr das Herz; "Neue Welt": Angela Merkel - Bittere Tränen!; "7 Tage": "Königin Letizia - Tränen und Trauer um die 150 Opfer der Flugzeugkatastrophe; "Freizeit Spaß": "Trauer um 150 Todesopfer - Absturz-Tragödie - Im Sterben hielt sie ihren Sohm im Arm"

(Unkenntlichmachung von uns.)

Für eine große Titelstory hat es übrigens bei keinem der Blätter gereicht. Da war das angebliche “Zwillings-Glück” in den Niederlanden dann doch etwas wichtiger.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Gesucht und nicht gefunden (6)
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Gesucht und nicht gefunden (6)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

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  • inka bause frisur von hinten
  • witze über schifahren
  • dopingmittel f-117
  • heiler in tirol
  • wunsch topf immer voll
  • kräuterbutterkekse
  • liebesbrief vorlagen
  • putin in dresden zu seine imbiss gegangen
  • skorpion frau hat mich blossgestellt
  • karaoke helene fischer instrumental so kam das leben sein минусовка

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Mit Knüppel, Scham und nix in der Melone
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Mit Knüppel, Scham und nix in der Melone

Wenn ein Artikel der Knallpresse schon so anfängt …

Liebe Jenny Elvers, kennen Sie das Sprichwort [...]

… und so überschrieben ist …

Offener Brief an die Schauspielerin – "Nimm den Mund doch nicht so voll, liebe Jenny Elvers!"

… dann kann’s nur ganz erbärmlich werden. Und — Überraschung — das bekommt “Die neue Frau” mit Bravour hin.

73 Zeilen großen Rotz kippt die Redaktion über Jenny Elvers aus. Der offene Brief der “neuen Frau” ist eher ein offener Schlag ins Gesicht mit anschließendem Tritt in die Magekuhle. Doch der Reihe nach.

Anfang März ist die Schauspielerin Karina Kraushaar gestorben, offenbar auch aufgrund eines Alkoholproblems. Jenny Elvers, die ihre eigene Alkoholabhängigkeit einst selbst publik gemacht und ihren Angaben nach Karina Kraushaar gekannt hat, schrieb auf ihrer Facebook-Seite:

Hallo meine Lieben,aus leider wieder einmal traurigem Anlaß, möchte ich Euch heute mal etwas zum Nachdenken mit ins…

Posted by Jenny Elvers on Freitag, 13. März 2015

Allein die Tatsache, dass Jenny Elvers es wagt, sich zum Tod von Karina Kraushaar zu äußern, lässt die Mitarbeiter der “neuen Frau” in ihrem offenen Brief nach den Knüppeln greifen:

Ihr [Kraushaars] Schicksal ist eine Tragödie. Eine, durch die sich in den vergangenen Tagen viel zu viele C-Promis ins Rampenlicht drängen wollten. Nun auch Sie? Dabei wäre es doch gerade an Ihnen, Zurückhaltung zu zeigen. Das Thema Alkohol hat auch Ihr Leben fast zerstört.

Aber dass Jenny Elvers fordert, es müsse für Menschen mit psychischen Problemen, für Alkoholkranke, für jeden möglich sein, sich ohne Angst und Scham Hilfe zu holen — das geht den Angstmachern der “neuen Frau” nun wirklich zu weit. Stigmatisieren ist schließlich eines ihrer Geschäftsmodelle.

Nun aber schreiben Sie in Ihrem Kommentar zum Tod von Karina Kraushaar, dass wir es als Gesellschaft möglich machen müssen, dass sich jeder ohne Scham Hilfe suchen kann. Warum genießen Sie dann das Leben im sonnigen Marbella und sind nicht in ihrer Heimat, um Ihren Teil dazu beizutragen? Oder sind Sie aus Scham geflohen, weil Sie selbst nocht Hilfe brauchen?

Hört mal zu, Ihr Knalltüten: Der Gedanke, den Jenny Elvers an dieser Stelle ausführt, klingt doch gar nicht so blöd. Wir könnten das jedenfalls unterschreiben.

Aber wisst Ihr, was Elvers’ Idee eines offenen Umgangs mit psychischen Krankheiten und Abhängigkeiten entgegensteht? Das sind Holzköpfe, die polemisch fragen, ob jemand aus Scham ins sonnigen Marbella geflohen ist, und damit genau die Häme über Hilfesuchende verbreiten, die es zu überwinden gilt.


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Gesucht und nicht gefunden (5)
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Gesucht und nicht gefunden (5)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • schwester demütigt bruder durch büstenhalter
  • auftritt von maite kelly und roland kaiser im fest der 1000 blüten
  • die kinder von günther
  • tipfvollfold
  • baby nachricht verkünden
  • star astrologin claudia graf s.haut für sie in die sterne
  • wird schumi wieder schumi
  • mutter zwingt sohn in mädchenkleider
  • sonja zietlow ist die eine russin
  • ein junge der ein mädchen in jogginghose nicht liebt hat sie im brautkleid nicht verdient

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Der Chronist des Schnupfens
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Der Chronist des Schnupfens

Will man der Regenbogenpresse auf Biegen und Brechen etwas Gutes abgewinnen, dann, dass die Redaktionen sehr genau Buch führen. Alles wird fein säuberlich notiert und ausgewertet, jedes Lächeln, jedes Niesen, jeder missgünstige Blick. Ein toller Service: Die Protagonisten aus Hoch- und TV-Adel müssen nie wieder Tagebücher vollschreiben, Memoiren sind nicht nötig. Das übernehmen großzügig die Blätter aus dem Regenbogenuniversum — ob man will oder nicht.

Zum Beispiel die Krankenakte von Oliver Geissen, akkurat geführt von Blättern aus den Verlagen Bauer und Burda. Die Klatsch-Doktoren begleiten den TV-Moderator jetzt schon seit einigen Jahren per Ferndiagnose. Vor 22 Monaten bereits verkündete die “Mehr Spaß” groß auf ihrer Titelseite:

Oliver Geissen & Tina Plate - Psycho-Drama! - Eine unheilbare Krankheit bedroht ihren gemeinsamen Sohn

So dramatisch das klingt, so plump ist die Krankheit, die dahintersteckt: Geissen hat Heuschnupfen. Und die Wie-der-Vater-so-der-Sohn-Logik der “Mehr Spaß” lautet:

Was den Vater krank gemacht hat, bedroht auch den Kleinen …

Die gleiche Redaktion hat im Sommer 2014 der Akte einen weiteren Vermerk hinzugefügt, dieses Mal allerdings nicht der Allergologe, sondern der Kinder-Psychologe:

Oliver Geissen & Christina Plate - Neue Psycho-Tragödie - Der Moderator verliert sein Kind!

Und zwar an die Daddelspiele und die Chat-Programme auf dessen Smartphone.

Der neueste Befund kommt jetzt von der “Freizeit Spaß”, verpackt in der Schlagzeile:

Oliver Geissen - Schock-Diagnose - Wird er je wieder ganz gesund?

Geissens Heuschnupfen hat sich nämlich weiterentwickelt — zum Asthma. Mit weitreichenden Folgen: Die “dramatische Krankheit bedroht seine Ehe”, und dazu “diese Angst. Die Angst zu ersticken.”

Wir sehen schon das nächste Krankenkapitel kommen: Beim Zocken niest Oli Geissens Sohn aufs Smartphone, und bei all dem Schreck bekommt der keine Luft mehr. Auf die Schlagzeile sind wir gespannt.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Gesucht und nicht gefunden (4)
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Gesucht und nicht gefunden (4)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • putin oberkörper nackt
  • ich liebe dich geschichten auf bildern
  • nackte prinzessin
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  • geheimnis von den prominenten anti falten creme
  • freizeitwoche e-mail adresse raetsel llösung
  • schutzengel operation
  • ein dankeschön text an meine freundin
  • ja es ist montag
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Gesucht und nicht gefunden (3)
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Gesucht und nicht gefunden (3)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • tattoos kindern widmen
  • baby 15 wochen keine kraft in den armen
  • wsrum nix neues bon m svhumacher
  • ganz kleines bild von helene fischer zum ausdrucken
  • jörg bilawa frau beruf
  • kindergeschichten zum nachdenken gerüchte verbreiten
  • wie wehrt man sich gegen verleumdung
  • zeitungsberichte im text wo jemand verunglückt ist
  • alarm im darm
  • hübsche frauen, die nichts von ihrer schönheit wissen, sind viel schöner, als die es eingebildet zeigen

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Zusammenbruch der Realität
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Zusammenbruch der Realität

Für die große Politik und ihre Protagonisten interessiert sich die Regenbogenpresse gemeinhin nicht die Bohne. Aber wenn eine Redaktion mal eine Geschichte aufgreift, dann langt sie voll zu.

Beispiel: Joachim Gauck. Aus den “Freiheit”-Reden des Bundespräsidenten lassen sich nur schwer Skandale auf Regenbogenniveau stricken. Aus nervlichen Krisen hingegen umso besser — dachte sich auch “Das Neue”:

Joachim Gauck - Zusammenbruch! Wird ihm alles zu viel?

Hoppla — ein zusammengeklappter Bundespräsident? Schock in der Nation, Staatskrise, und nur die Hauptstadtkorrespondenten von “Das Neue” wissen davon:

Während einer Gedenkveranstaltung in der ukrainischen Hauptstadt verließen den 75-Jährigen die Kräfte. Von Präsidenten-Kollege Petro Poroschenko (49) und einem Ehrengast musste Joachim Gauck regelrecht aufgefangen werden. Nicht nur für die anwesenden Gäste ein Schock!

Das Blatt hat sogar ein Beweisfoto für den Zusammenbruch des deutschen Staatsoberhauptes. Und auf dem ist ganz eindeutig zu sehen, dass Joachim Gauck noch nicht einmal mehr alleine gehen konnte:

Joachim Gauck musste vom ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und einem Gast gehalten werden.

Also, liebe Mitarbeiter von “Das Neue”, noch einmal ganz langsam und extra für Euch: Das Einhaken von Politikern gehört heutzutage zu Gedenkmärschen wie idiotische Schlagzeilen zu Eurem Käseblatt. Und damit Euch die nicht ausgehen, haben wir hier noch eine Reihe anderer Politiker, über deren Abstürze Ihr Euch in den kommenden Wochen schöne Märchengeschichten ausdenken könnt. Nichts zu danken!


Mit detektor.fm haben wir auch über den angeblichen Gauck-Zusammenbruch gesprochen.


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Unfug mit Udos Urne
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Unfug mit Udos Urne

Zwei Täuschungsmanöver muss die Redaktion eines jeden Knallblatts ganz besonders gut beherrschen: so tun, als wüsste sie mehr, als sie eigentlich weiß. Und: so tun, als wüsste sie weniger. Klingt umständlich, ist mit ein bisschen Übung aber total simpel. Nehmen wir zum Beispiel die Schlagzeilen über Udo Jürgens.

Der Sänger ist im vergangenen Dezember an akutem Herzversagen gestorben – zumindest lautet so die offizielle Version. “Das neue Blatt” gibt jedoch vor, über andere Informationen zu verfügen, und verspricht auf der aktuellen Titelseite exklusives Jürgens-Material: “Woran er wirklich starb”.

Udo Jürgens - Neue Rätsel um seinen Tod - Woran er wirklich starb - Geheimnisvoller Brief aufgetaucht - Skandal um seine Beerdigung

Woran er “wirklich” starb, erfährt man im Text dann aber doch nicht. Nur, dass “spanische Mediziner” herausgefunden haben sollen, dass ein Herzversagen “zum Beispiel” auch von “Medikamenten und Aufputschmitteln” ausgelöst werden kann. Den Rest soll sich der Leser selbst zusammenreimen. Statt gesicherter Fakten gibt es abenteuerliche Andeutungen, aber das reicht dem “neuen Blatt” schon, um auf dem Cover den investigativen Aufklärer zu spielen. So viel zur Mehr-Wissen-Variante.

“Die neue Frau” dagegen gibt sich auf ihrer Titelseite ganz unwissend und fragt entsetzt:
Neues Rätsel um Udo Jürgens - Was hat die Familie bloß mit seiner Urne gemacht?

Dabei kennt sie die Antwort schon längst: Ein Friedhofsmitarbeiter hat ihr nämlich verraten, dass die Urne im Urnendepot des Zentralfriedhofs steht. Also da, wo sie hingehört. Aber das hätte sich als Schlagzeile natürlich nicht so gut gemacht. Dann doch lieber Skandal: “Wie bitte?”, keucht das Blatt. “Man hat einen der größten Künstler unserer Zeit also einfach zwischengelagert?” “Herzlos” sei das, “einfach nur traurig und beschämend”.

Sollte der Sänger nun vom Himmel hinabblicken, werde er “wohl nur mit dem Kopf schütteln”, schreibt “Die neue Frau” und hat damit wohl ausnahmsweise mal recht.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Gesucht und nicht gefunden (2)
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Gesucht und nicht gefunden (2)

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle — ohne Rücksicht auf Rechtschreibung und Grammatik — unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenden so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • die liebe hört niemals auf bibel
  • es ist nicht zu wenig zeit die wir haben sondern es ist zu viel zeit die wir nicht nutzen
  • google bildersuche fallschirmspringer
  • liebes text
  • text über eine traum hochzeit
  • helene fischer in majorca
  • ist schumis menetscherin fileicht die geliebte schumis gewesen
  • sportler als nacktmodelle
  • mutter ist mal wieder nicht gut drauf bilder
  • wie beine turbo schlank

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Gesucht und nicht gefunden
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Gesucht und nicht gefunden

Immer wieder finden Leute den Weg zum topfvollgold, die ganz sicher nicht hier landen wollten. Kurz mal das Digital-Orakel Google befragt, zum Beispiel mit “wird michael schumacher wieder laufen können”. Und weil wir schon häufiger über die Regenbogenberichte über Michael Schumacher geschrieben haben, schlägt die Suchmaschine auch unsere Seite auf der Ergebnisliste vor.

So verirren sich hier reichlich Leute, die irgendwas gesucht und das bestimmt nicht bei uns gefunden haben. Jeden Montag präsentieren wir Euch an dieser Stelle unsere zehn liebsten Suchanfragen aus der Vorwoche, bei denen wir den Suchenende so überhaupt nicht weiterhelfen konnten.

  • aus welchem grund heißt merkel nicht sauer
  • witzige werbebilder
  • tchibo echtschmuck
  • wer wohnt am ende des regenbogens
  • danke papa für alles
  • samenraub
  • zwillinge hauen sich
  • freundschaft wird unterschiedlich interpretiert
  • liebe ist nie fair
  • titanic im film was die schauspielerin gesprochen hat über frauengeheimnisse

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Genau wie bei Prinz Friso (7)
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Genau wie bei Prinz Friso (7)

Über Michael Schumacher und seinen Ski-Unfall Ende 2013 gibt es immer weniger Medienmeldungen — zum Glück. Anscheinend haben die meisten Zeitungen, Radiosender, TV- und Online-Redaktionen verstanden, dass Schumachers Familie ganz gern in Ruhe gelassen werden möchte. Selbst der unsägliche “Focus Online”-Hier!-Hier!-Klickt-hier-mal-für-alles-Unwichtige-über-Schumi-Holzkopf-Liveticker schweigt immer häufiger.

Leider gibt es aber noch die deutsche Regenbogenpresse. Und die berichtet weiter, als würde Michael Schumachers Managerin Sabine Kehm tagtäglich mit Infos um sich werfen. Natürlich ist es einfacher, sich aus null Informationen ganze Artikelreihen über Schumacher auszudenken, wenn man sich von Berufs wegen sowieso seit Jahren und Jahrzehnten aus null Informationen irgendwas über irgendwen ausdenkt.

Die Anzahl an Schumacher-Berichten geht zwar auch in der Regenbogenwelt langsam zurück. Verglichen mit den (halb-)seriösen Medien, ist sie aber nach wie vor um ein Vielfaches höher. Die Texte lassen sich grob in zwei große Kategorien einteilen: Entweder “Schumacher wird bald wieder im Formel-1-Wagen sitzen” oder “Das dürfte es bald mit ihm gewesen sein”.

Zwei Beispiele aus Dutzenden.
Beispiel eins: die “Freizeit Express”.

Michael Schumacher - Dramatische Schicksalswende! Muss Corinna leise von ihm Abschied nehmen?

Das Blatt steigt mit einer eklig-kitschigen — und aller Wahrscheinlichkeit nach ausgedachten — Szenenbeschreibung in den Artikel ein:

Tränen schimmern in ihren Augen. Tränen der Verzweiflung. Der Hoffnungslosigkeit. Ihr Blick wirkt starr, fast leer.

Gemeint ist Michael Schumachers Frau Corinna. Und über die fragt die “Freizeit Express” nun, ob sie leise von ihrem Ehemann Abschied nehmen muss. Das Redaktionsteam ist nämlich auf ein Radiointerview mit dem früheren Formel-1-Piloten Philippe Streiff gestoßen, das sich mit all seinen angeblichen Details zu Michael Schumachers Gesundheitszustand wunderbar zu einem Abgesang auf ihn verwursten lässt.

Natürlich muss Corinna Schumacher nicht leise Abschied nehmen von ihrem Mann. Das weiß auch die Redaktion der “Freizeit Express”:

Schumis Managerin Sabine Kehm (46) dementiert: “Philippe Streiff ist weder ein Freund von Michael, noch hat er ihn jemals besucht.” Klare Worte! Gibt es also doch keinen Grund zur Sorge?

Gut kombiniert, Sherlock.

Beispiel zwei: die “Woche heute”.

Endlich gute Nachrichten! Michael Schumacher - Sensationeller Heilungserfolg - Die Liebe seiner Familie hat ein Wunder bewirkt

Das Heft macht große Hoffnungen:

Nun gibt es Neuigkeiten! Sie kommen von Schumis Kindern

Denn Schumachers Sohn gelte “als Mega-Talent in der Rennsportszene”. Und auch seine Tochter feiere beim Westernreiten “größere Erfolge denn je.”

Welchem kranken Vater würde es keinen enormen Genesungsschub geben, wenn die Kinder von ihren Erfolgen erzählen?

Die Reit- und Motorsport-Titel von Michael Schumachers Kindern und die “Liebe seiner Familie” reichen den Quacksalbern der “Woche heute” schon für ihre Diagnose: “sensationeller Heilungserfolg”.

Das ist zwar immerhin positiv. Aber ebenfalls völliger Murks.


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Pfeifen aus dem letzten Loch
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Pfeifen aus dem letzten Loch

So langsam wär’s selbst für die Knallpresse mal an der Zeit, Charlène von Monaco in Frieden zu lassen. Erste Kind: check. Zweites Kind: check. Thronfolge sichern: doppelcheck.

Sie hat geliefert, worauf Fürst und Vaterland beharrlich lauerten: einen Thronfolger. Genau genommen sogar zwei

… konstatiert dann auch die “Revue heute” über den monegassischen Nachwuchs-Lieferdienst und seine Zwillinge.

Doch das Blatt hat schon wieder Lunte gerochen. Es herrsche “Aufregung in Monaco”:

Möglicherweise spielt sich hinter den dicken Mauern des Palais Princier ein Drama ab, das um jeden Preis geheim gehalten werden soll.

Ehrensache, dass die Aufklärer der “Revue heute” ihre Schnüffelhundestaffel nach Monaco schicken, ausgerüstet mit Feldstechern, die selbst die kleinsten emotionalen Regungen wahrnehmen:

Fürst Albert (56) lächelt zufrieden bis erhaben. Aber nicht wirklich glücklich. Und die Gesichtszüge Charlènes wirken gewohnheitsmäßig tiefgekühlt.

Warum also die “Trauerbittermienen” trotz Nachwuchsfreuden? “Die wahrschein- lich größte Sorge aller Eltern ist ein Herzfehler ihres Babys.” Und die wahrschein- lich blödste Masche aller Regenbogenreporter ist, aus einer angeblichen Sorge eine handfeste Schlagzeile zu drechseln samt Tatsachenbehauptung, Ausrufezeichen und einem Layout wie die “Bild” auf Speed:

Aufregung in Monaco - Fürstin Charlène - Loch im Herz! Professor über das verheimlichte Drama um ihre Zwillinge

Gemeint sind natürlich nicht das Herz der Fürstin oder das ihres Mannes, sondern die ihrer Zwillinge. Und die “Revue heute” stochert noch konkreter im Nebel: Das “‘Foramen ovale’, ein winziges Loch im Herzen, verschließt sich erst nach der Geburt”. Verzögere sich dieser Prozess, müssten die Eltern noch länger um die Gesundheit ihrer Babys bangen.

Zwei launige Eltern und eine theoretische Möglichkeit — das reicht der “Revue heute”, um auch den Kindern von Hau-drauf-Charlène schon mal eins mitzugeben:

Ein kranker Thronfolger? Das geziemt sich nicht.

Beim Alles Gute Verlag, in dem die “Revue heute” erscheint, fanden sie die Geschichte übrigens derart brillant, dass sie offenbar nicht anders konnten:

Aufregung in Monaco - Fürstin Charlène - Loch im Herz! Professor über das verheimlichte Drama um ihre Zwillinge


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Ohne An- und Verstand
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Ohne An- und Verstand

Mit dieser Kombination aus Überschrift und Unterzeile berichtet die “Freizeit Spaß” über den Suizid des Meteorologen Ben Wettervogel:

Ben Wettervogel - Alkohol-Drama - Als er seinen Job beim ZDF verlor, schoss er sich eine Kugel in den Kopf

Dazu liefert das Blatt noch reichlich Informationen zu Ben Wettervogels Lebensumständen, spekuliert über mögliche private Probleme und seinen Alkoholkonsum.

Es gibt inzwischen einige Untersuchungen darüber, welche — in der Regel zwar ungewollten, aber dennoch realen und dramatischen — Auswirkungen eine derart detaillierte und sensationslüsterne Suizid-Berichterstattung haben kann: Psycho-logen, Soziologen und Medienwissenschaftler sprechen vom “Werther-Effekt”.

Wie aber korrekt über einen Suizid berichten, wenn ein großes öffentliches Interesse besteht? Geht das überhaupt?

Der Presserat gibt in Richtlinie 8.7 (Selbsttötung) schon mal eine grobe Richtung vor. Einige Stiftungen, Gesellschaften und Organisationen aus dem Gesund-heitsbereich und der Depressionshilfe haben Leitfäden und Empfehlungen für Journalisten erstellt. Und es würde auch schon helfen, mit etwas Verstand, Anstand und Zurückhaltung an die Sache zu gehen.

All das scheinen die von der “Freizeit Spaß” aber nicht zu kennen.


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Spinn-Doktoren und Krebserreger
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Spinn-Doktoren und Krebserreger

“Tue Gutes und rede darüber”, raten findige PR-Berater seit Jahren ihren prominenten Klienten, wenn die mal wieder positive Schlagzeilen und ein bisschen Aufmerksamkeit brauchen.

“Tue Gutes und rede darüber und bekomme dann eine Schlagzeile um die Ohren gefeudelt, in der es so scheint, als seist Du an Krebs erkrankt”, hört man aus den PR-Abteilungen hingegen seltener.

Vermutlich rechnen die Image-Profis nicht mit der Ekel-Logik der Spinn-Doktoren im weit entfernten Regenbogen-Universum: Die dortigen Hefte übersetzen karitatives Engagement nämlich gern mal in schockierende Überschriften.

Beispiel eins: Schlagersängerin Andrea Berg. Bei Facebook hat sie ihre Fans dazu aufgerufen, sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei typisieren zu lassen. Die Erkrankung eines kleinen Kindes hat sie dazu motiviert.

Das “Echo der Frau” ist voll des Lobes:

Für einen kleinen Jungen namens Felix (7 Monate) nimmt Andrea tapfer den Kampf gegen Krebs auf. Sie hilft, den passenden Spender zu finden.

Berg ist für das Blatt die “Königin der Nächstenliebe” — zumindest im Artikeltext. Auf der Titelseite verkauft sich dieser Kuschelkurs indes nicht besonders, da zieht nur was Negatives. Und so machen die Redaktionsonkologen die “Königin” kurzerhand zum Krankheitsfall:

Andrea Berg - Ihr tapferer Kampf gegen Krebs

Beispiel zwei: Schlagersängerin Linda Hesse. Die “bildhübsche Blondine” (aus dem beschaulichen Bieberbach?) will mit ihrem Song “Mit aller Kraft” krebskranken Menschen neuen Mut geben:

Und sie macht so der Deutschen Krebshilfe ein großes Geschenk: Je 85 Cent pro verkauftem Song-Download spendet die Halberstädterin für den Kampf gegen die heimtückische Krankheit

… schwärmt die “Super TV”, ein Fernseh-Klatsch-Gemisch der Mediengruppe Klambt. Die Expertise der Mitarbeiter liegt gemeinhin im Auflisten des TV-Programms der kommenden Wochen. Und in widerlichen Titelzeilen:

Linda Hesse - Krebs! Wie sie mit der heimtückischen Krankheit umgeht


Dieser Text ist auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier hat sich in seinem Blog ebenfalls die “Krebs!”-Schlagzeile der “Super TV” vorgenommen.


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Die Würste der neuen Welt
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Die Würste der neuen Welt

Die Wörterbuch-Experten bei Langenscheidt kamen irgendwann mal auf die Idee, dass sie ja auch witzig sein könnten. Nicht immer nur die deutsche Sprache in die italienische übersetzen oder die wichtigsten Businessbegriffe für Spanischsprecher zusammentragen. Wie wär’s mal mit der “schnelle[n] Hilfe für den ratlosen Mann” (“Frau — Deutsch, Deutsch — Frau”) von Mario Barth oder der Gegenrichtung: “Männerverstehen leicht gemacht” mit “Mann — Deutsch, Deutsch — Mann”? Höhö, hihi.

Und so hat Langenscheidt neben den Frauen und den Männern inzwischen schon Hunde, Katzen, Nachbarn, Politiker, Ärzte, Lehrer, Chefs, Banken, Diäten und Sex in Deutsche übersetzt.

Ein “XY — Deutsch, Deutsch — XY” vermissen wir in dieser Reihe allerdings. Drum lautet unser Vorschlag an dieser Stelle: “Regenbogenredakteur — Deutsch, Deutsch — Regenbogenredakteur”, das Wörterbuch für Sprachverdreher.

Denn wenn beispielsweise die “Neue Welt” titelt …

Angela Merkel - Jetzt spricht ihr Ex-Mann

(Unkenntlichmachung von uns.)

… dann meinen ihre Brühwurst-Journalisten tatsächlich: Ulrich Merkel, der frühere Ehemann der Bundeskanzlerin, hat vor zehneinhalb Jahren in einem “Focus”-Interview mal etwas über seine Ex-Frau gesagt, und jetzt haben die Paparazzi der “Neuen Welt” ihn dabei erwischt, wie er in einem Imbiss genüsslich eine Wurst futtert.

Übersetzt in den Regenbogen-Schmonzetten-Stil heißt das:

Kaum zu glauben, doch der Mann, der hier auf die Schnelle eine Bockwurst verdrückt, stand der Kanzlerin einmal ganz nah. Der grauhaarige Unbekannte in der Dresdner Würstchenbude war Angela Merkels (60) erste große Liebe!

“Jetzt” heißt in der Regenbogenwelt also 2004. Aber wie nur kommt die “Neue Welt” darauf, dass Ulrich Merkel “jetzt” “spricht”? Und mit wem? Mit der Wurst?

Vielleicht lag auf dem Stehtisch im Dresdner Imbiss ja auch ein kleines gelbes Büchlein. Titel: “Bockwurst — Deutsch, Deutsch — Bockwurst”.


Dieser Text ist vergangene Woche auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.

Und auch Jörg Thomann von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” hat die Brühwurst-Entdeckung der “Neuen Welt” in seinen “Herzblattgeschichten” kommentiert.


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Achtung, nicht erschrecken: Der topfvollgold lebt noch! Und in unserem ausgiebigen Winterschlaf haben wir reichlich Pläne ausgeheckt.

Sowohl inhaltlich als auch organisatorisch wird es in den kommenden Wochen ein paar Veränderungen in unserem Blog geben. Hier schon einmal die wichtigsten Punkte, bevor es morgen mit der Bloggerei wieder losgeht …

Neue Leute
Unser Team ist gewachsen. Und zwar ordentlich: Bisher haben wir den topfvollgold zu fünft gefüllt, jetzt sind wir 14. Nicht jeder von uns wird täglich Inhalte beisteuern, manche werden sich beispielsweise verstärkt ums Optische kümmern. Aber wir können die bisherigen Aufgaben nun auf mehrere Schultern verteilen. Und ein paar freie Schultern können neue Aufgaben angehen. Das heißt: Unser Ziel ist es, mehr und häufiger im topfvollgold zu bloggen.

Neue Rubriken
Nicht nur personell gibt‘s Neues, sondern auch inhaltlich: Wir planen, regelmäßig Interviews mit Medienkritikern, Anwälten, Gewerkschaftsvertretern, Presseforschern und wemsonstnochalles zu veröffentlichen, wir wollen uns wieder häufiger beim Presserat über die Regenbogenhefte beschweren und diese Beschwerden hier im Blog fein säuberlich dokumentieren, wir basteln momentan an neuen Audioformaten, wir wollen verstärkt die Leserschaft der Blätter zu Wort kommen lassen. Oder kurz: Wir wollen mehr Hintergründe beleuchten.

Dazu kommen noch ein halbes Dutzend weiterer Ideen für neue Rubriken. Die können wir aber nicht jetzt schon alle verraten — das wäre ja zu öde.

(Fast) Neue Regelmäßigkeit
Unser Plan ist, dass unter der Woche jeden Tag was los ist im topfvollgold. Deswegen gibt‘s ab morgen wieder von Montag bis Freitag immer um die Mittagszeit je eine Schlagzeile zum Selberbasteln. Wie gewohnt, könnt Ihr mit unserer Kommentar-Funktion dann eine Stunde lang mitraten, welche bekloppte Überschrift die “Wochenrevue der Freizeitfrau” sich mal wieder zusammengestrickt hat.

Und auch die oben erwähnten neuen Rubriken werden in schöner Regelmäßigkeit wöchentlich/zweiwöchentlich/monatlich im Blog auftauchen.

Altes Thema
Bei all den Neuerungen bleibt eines aber selbstverständlich beim Alten: unser Thema. Wir werden uns auch in Zukunft die Schweinereien der Regenbogenpresse vorknöpfen.


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topf is loading …
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topf is loading …

topf is loading ...

Der Winterschlaf hier im Blog ist bald vorbei. Und fürs neue Jahr planen wir ein paar Veränderungen. Dafür sammeln wir gerade unsere Kräfte — daher ist der topfvollgold momentan noch im Ladezustand.

Für die Wartezeit haben wir Euch eine Ladung Schlagzeilenbasteln zusammengestellt. Die Spielregeln sind wie immer: Wir nennen Euch eine kurze Nachricht, und Ihr bastelt daraus eine schöne Regenbogenschlagzeile. Wie die Profis es gemacht haben, erfahrt Ihr mit einem Klick auf “Schlagzeile?”. Und los geht’s!


In England hat eine Gruppe von Frauen für einen Halbnackt-Kalender posiert, um Spenden für die “East Anglian Air Ambulance” zu sammeln, für die Prinz William als Hubschrauberpilot fliegt.

Schwangere Herzogin Kate - Strippen für den guten Zweck - Wie soll William ihr das nur erklären?

(“Woche der Frau”)


Thea Jauch, die Frau von Günther Jauch, hat auf dem Weingut der beiden alles fest im Griff.

Tiefe Einblicke in das Eheleben als Winzerpaar - Günther Jauch - Ohne seine Frau wäre er verloren

(“Woche der Frau”)


Neulich in Los Angeles: Der Fahrer eines SUV verliert auf der nassen Fahrbahn die Kontrolle, der Wagen rutscht gegen den Bordstein, zwei Reifen platzen. Auch im Auto: Schauspielerin Angelina Jolie.

Angelina Jolie - Anschlag auf die Schauspielerin?

(“Das Neue”)

“Das Neue” verschwörungstheoriesiert: “Hat sie sich mit ihren politischen Plänen schon die ersten Feinde gemacht?”


Zur letzten “Wetten, dass ..?”-Sendung hat Markus Lanz unter anderem auch Helene Fischer eingeladen. Til Schweiger hat für die Sängerin eine Rolle im “Tatort” klargemacht. Und Ex-Big-Brother-Bewohner Jürgen Milski hat einen Song mit dem Namen “Oh Helene” rausgebracht.

Arme Helene - So schamlos wird sie von Männern ausgenutzt!


Die Sängerin Cher musste krankheitsbedingt ihre Tour absagen. Bei Twitter schrieb sie: “‘Ich habe so fest versucht, stark genug zu sein, aber mein Wille konnte meinen Körper dieses Mal nicht zwingen.’”

Ihre Fans weinen um sie - Cher - Ihr trauriger Abschied

(“Neue Welt”)

Der Artikel der “Neuen Welt” liest sich wie ein Nachruf auf Cher. Kostprobe: Der erwähnte Tweet “waren ihre letzten Worte, die sie schrieb.” Und: “Der einzige Trost, der ihren Fans in dieser traurigen Zeit noch bleibt, sind die schönen Erinnerungen an eine der erfolgreichsten und besten Sängerinnen der Welt. Sowohl Cher als auch ihre Musik bleiben unvergessen.” Cher twittert indes fröhlich weiter.


Dieter Bohlen war bei einem Konzert von Andrea Berg. Hat ihm wohl ganz gut gefallen: “‘Ich war so begeistert, dass ich gleich in eine Polizeikontrolle gefahren bin — und der Führerschein war weg für vier Wochen’, gibt Dieter zu.”

Andrea Berg - Außer Kontrolle - Was hat sie bloß mit Dieter Bohlen angestellt?

(“Woche der Frau”)


Und jetzt mal andersherum. Welche Nachricht steckt wohl hinter dieser Schlagzeile?

Helene Fischer - In den Fängen des Nacktmodells - Unfassbar, wie Melanie Müller sie schamlos benutzt

Na, na, na, Melanie Müller! Einfach so in der Buchhandlung ein Foto von der eigenen Biographie machen, die neben der von Helene Fischer liegt, und sich dann auch noch bei Facebook drüber freuen (“‘Haha, Helene und ich zusammen im Buchladen’”)? Oder in einem Musikvideo in einem DFB-Trikot auftauchen — so wie Fischer auf der Fan-Meile in Berlin? “Unfassbar” vom “Nacktmodell” Müller, findet die “Woche der Frau”. Denn: “um ihre eigene, zweifelhafte Karriere voranzubringen, hat sie sich ausgerechnet Deutschlands Shooting-Star Nr. 1 ausgesucht: Helene Fischer (30)! Die Arme!” Der gutgemeinte Redaktionstipp: “Schuster, bleib bei deinen Leisten”.


Als die schwangere Herzogin Kate neulich eine soziale Einrichtung in New York City besuchte, wartete vor dem Gebäude zur Sicherheit auch ein Rettungswagen.

Herzogin Kate - Verliert sie ihr Kind? - Der Notarzt weicht nicht von ihrer Seite

(“Woche der Frau”)


Ein Kumpel von Markus Lanz hat in einem Interview erzählt, er und Lanz (der kürzlich Vater geworden ist) hätten einen Nordpol-Trip mit Schlittenhunden geplant.

Markus Lanz - Verlässt er etwa ganz schnell seine kleine Familie? - Unglaublich, was sein guter Freund mit ihm vorhat

(“Woche der Frau”)


Vor zwei Jahren hat Andrea Berg in einem Interview gesagt, sie habe schon ganz früh gelernt, “dass wir alle endlich sind und dass wir uns beeilen müssen, all das zu tun, was wir wirklich tun wollen.”

Andrea Berg - Sie weiß nicht, wie viel Zeit ihr noch bleibt - Stürzt sie sich deshalb von einem Abenteuer ins nächste?

(“Woche der Frau”)


Günther Jauch - Schock-Video aufgetaucht! Wusste seine Frau davon?

In dem Video spricht Jauch mit einem Weinexperten über sein Weingut. “Und so, wie der Moderator da vor der Kamera sitzt, hat man ihn wirklich noch nie gesehen”, stellt die “Schöne Woche” empört fest. Denn Jauch ist — unrasiert! Mit Drei-Tage-Bart sitzt er am Tisch, “eine Haarsträhne fällt ihm keck in die Stirn. Und das, obwohl er gefilmt wird! [...] Sind ihm seine Zuschauer plötzlich egal?”


Angeblich hat Heidi Klum (die zurzeit mit dem Kunsthändler Vito Schnabel zusammen ist) eine Privatlehrerin engagiert, die ihr Nachhilfe in Kunstgeschichte geben soll.

Heidi Klum - Ist sie zu dumm für Vito?

(“Neue Post”)


Prinzessin Mette-Marit von Norwegen und ihr Mann Haakon sind glücklich miteinander.

Mette-Marit - Die Liebe hat gesiegt ... doch wer weiß, wie lange

(“Das Neue”)


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Dicke Festtagsenten
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Dicke Festtagsenten

Weihnachten wird Grütze. Keine Spur von Besinnlichkeit oder Familienglück, stattdessen “Tränen”, “Krach” und “Ehe-Aus”. Dieses Jahr werde das Fest zur “Tragödie” — prophezeien jedenfalls die Weihnachtswichtel der Regenbogenhefte.

Zum Beispiel die Feiertagsplanungen von Joachim Gauck: Wird der Bundes-präsident mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt feiern? Oder doch mit Ehefrau Hansi Gauck?

Beim Wahrsagerblick in die Schneekugel sieht die “Woche heute”, ein Blatt aus dem Bauer Verlag, jedenfalls eine “Weihnachts-Tragödie” aufs Staatsoberhaupt zukommen und macht sich “schlimme Sorgen um seine arme Ehefrau”:

Joachim Gauck - Weihnachts-Tragödie! Schlmme Sorgen um seine arme Ehefrau

Wie weh tut er Hansi jetzt, indem er sie allein lässt?!

1:0 für Daniela Schadt. Doch die “Neue Post”, ebenfalls aus dem Bauer Verlag, gleicht postwendend wieder aus:

Jetzt muss er klare Verhältnisse schaffen! Joachim Gauck - Zurück zur Ehefrau ... und wie sie Weihnachten feiern

Nämlich mit den vier gemeinsamen Kindern. Und ohne Daniela Schadt.

Bei Moderator Wayne Carpendale und seiner Frau Annemarie feiert laut “Das macht Spaß” hingegen überhaupt niemand. “Krach im Paradies?” — und das “ausgerechnet zum Fest der Liebe”:

Ausgerechnet zum Fest der Liebe! Krach im Paradies?

Wayne sei beruflich schlicht zu erfolgreich, moderiere eine Sendung nach der anderen und habe kaum noch Zeit für Privates. Anscheinend nicht mal für Weihnachten.

Die dickste Festtagsente kommt aber aus dem britischen Königshaus, genauer von Prinz Charles und seiner Camilla:

Charles & Camilla - Ehe-Aus vor Weihnachten!

“Das goldene Blatt” gibt sich siegessicher. Denn schon beim traditionellen Royaltreffen am ersten Weihnachtstag werde Camillas Platz an der großen Festtafel leer bleiben, schreibt die Redaktion. Seit der Hochzeit von Camilla und Charles im April 2005 hat “Das goldene Blatt” die beiden übrigens bereits 19-mal auf seiner Titelseite geschieden. Doch nun soll es wirklich so weit sein:

Ihre Ehe steht endgültig vor dem Aus.

Das Unglück des britischen Thronfolger-Paares steht auf dem Wunschzettel des “goldenen Blatts” sicher ganz oben.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Die Kinder beim Namen nennen
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Die Kinder beim Namen nennen

Besser hätte es nicht laufen können: Am Mittwoch, 10. Dezember 2014, um 17:04 Uhr beziehungsweise 17:06 Uhr kamen die Zwillinge des monegassischen Fürstenpaares Charlène und Albert zur Welt — erst ein Mädchen, dann ein Junge.

Damit entpuppten sich all die Geschlechtsspekulationen der Regenbogenhefte — zwei Jungen? zwei Mädchen? — als astreine Klo-Griffe. Hier, zur Erinnerung, noch einmal zwei prominente Vertreter:

Die "Frau aktuell" titelt: "Monaco jubelt - Fürstin Charlene - Hurra, zwei Jungen! Ihre Zwillinge sind gesund!" Das "Echo der Frau" titelt: "Fürstin Charlene - Süße Überraschung! Es werden zwei Mädchen"

“Das neue Blatt” ist sogar noch einen Schritt weiter. In der aktuellen Ausgabe, die ein paar Stunden vor der Zwillingsgeburt auf den Markt kam, schreibt die Redaktion den Eltern schonmal vor, wie sie ihre Kinder gefälligst zu nennen haben:

Glückliche Charlene - Wie ihre süßen Babys heißen sollen

Das Team des “neuen Blatts” ist ja nicht blöd:

[So] wird der royale Nachwuchs, ganz wie es die Tradition verlangt, meist nach Familienmitgliedern benannt. Auch Charlene und Albert werden diese Tradition mit Sicherheit fortführen.

Mit Sicherheit! Und wenn Ihr schon so sicher seid, alte Ahnenforscher, dann startet doch mal Euer “fröhliches Namens-Rätselraten” …

Für Mädchen steht natürlich der Name Grace oder Gracia ganz hoch im Kurs — nach Alberts verstorbener Mutter Grace Kelly

Leider daneben.

Oder eben Patricia — der zweite Vorname der verstorbenen Fürstin.

Auch falsch.

Auch Antoinette wäre denkbar. So hieß nämlich Alberts Tante, die 2011 im Alter von 90 Jahren starb.

Vielleicht denkbar, aber nicht richtig.

Und wie gefällt Ihnen Lynette? So heißt nicht nur Charlenes Mutter, es ist gleichzeitig auch ihr eigener zweiter Name.

Glückwunsch, “neues Blatt”, kein einziger Treffer. Die Tochter von Charlène und Albert heißt nämlich Gabriella Thérèse Marie.

Und wie sieht’s mit Euren Ideen für den Namen des Jungen aus? “Ganz klar [...] nach Alberts Vater”. Dann mal los …

Sein vollständiger Name: Louis

Nein.

Henri

Nee.

Maxence

Nö.

Bertrand

Auch nicht.

Rainier

Na also, liebe Adelsexperten, immerhin ein Treffer! Und damit einer mehr als Eure sonstige Berichterstattung aus Monaco.


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Gehaltvoll wie 99 Luftballons
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Gehaltvoll wie 99 Luftballons

Die mächtigsten Politiker der Welt und ihre Berater lesen seit Kurzem nur noch “Die Aktuelle”. Im Weißen Haus studieren sie penibel Ausgabe 48 des Revolver-blatts, in der Downing Street und im Kreml genauso.

“Die Aktuelle” hat nämlich ein paar Schnappschüsse von Angela Merkels Reise zum G20-Gipfel im australischen Brisbane analysiert. Das Urteil:

Angela Merkel - Pikante Fotos!

Nach den Sitzungen war Merkel noch um die Häuser gezogen, ein bisschen locker durch den Hosenanzug atmen. Sie landete in der “Brewski Bar” gegenüber ihres Hotels.

Und dann war da noch dieser junge, bärtige Nachtschwärmer … Wange an Wange zeigt ein Twitter-Foto unsere Kanzlerin mit dem Australier, der nur für sie den Nena-Hit “99 Luftballons” im “Brewski” spielen ließ! Wie sehr er sie beeindruckt haben muss, zeigt das Foto: Angela Merkel sieht richtiggehend verliebt aus.

Das “Aktuelle”-Rezept, um die “mächtigste Frau der Welt” in ein willenloses Koalabärchen zu verwandeln: CD-Player aufstellen, Nenas “99 Luftballons” einlegen und ordentlich aufdrehen. Schon ist Angela Merkel ein 14-jähriger Teenager mit Frühlingsgefühlen, dem man alles erzählen kann.

Klar, dass Präsidenten und Premierminister weltweit das nutzen: Krim-Annexion? Schwamm drüber! Wladimir Putin fragte nur summend: “Angela, hast Du etwas Zeit für mich? Dann singe ich ein Lied für Dich!” Menschenrechtsverletzungen in China? Keine deutschen Einwände, Xi Jinping regelte das per Ghettoblaster. Und in Berlin will die Opposition prüfen lassen, ob dauerhafte Nena-Beschallung im Bundestag zulässig ist.

Einem allerdings, vermutet “Die Aktuelle”, dürfte ein derart “heißer Flirt” der “braven und verheirateten (!) Kanzlerin” ganz und gar nicht geschmeckt haben: Merkels Mann Joachim Sauer.

Sollten nun Krach und Ärger zu Hause anstehen, und Sie, Herr Sauer, ein Geschenk benötigen — unser Tipp: Nächstes Jahr ist Nena auf Tour.


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Die Hurrarerei des “goldenen Blatts”
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Die Hurrarerei des “goldenen Blatts”

Kurz vor Jahresschluss hat “Das goldene Blatt” es doch noch geschafft: Mit besonders wenig Einsatz und bemerkenswerter Ideenlosigkeit hat die Redaktion sich zum Hattrick geknallt! Drei aufeinanderfolgende “Hurra”-Schlagzeilen auf den Titelseiten der Ausgaben 46, 47 und 48 reichten, um den Null-Einfall-Grand-Prix der deutschen Regenbogenpresse zu gewinnen:

Mette-Marit & Haakon - Hurra! Das 4. Baby
Victoria & Madeleine - Hurra! Doppeltes Baby-Glück
Albert & Charlene - Hurra! Alles über ihr Zwillings-Glück

Nun hat die Hurrarerei des “goldenen Blatts” schon eine gewisse Tradition. Höchste Zeit, mal einen Blick auf die Entstehungsgeschichte einer Schlagzeilen-Legende zu werfen.

2009
“Das goldene Blatt” zündet einen ersten Testballon, die Geburtsstunde des späteren Schlagzeilenstars auf der Titelseite von Ausgabe 29: “HURRA! Endlich ein Söhnchen” für Máxima und Willem-Alexander der Niederlande. Das “Söhnchen” ist bis heute nicht geboren.

2010
Drei “Hurra”-Ausgaben, breit übers Jahr gestreut (Ausgaben 11, 35 und 53). Steffi Graf soll schwanger sein, ist sie aber nicht. Kate soll schwanger sein, ist sie aber noch nicht. Und Máxima soll noch immer mit einem “Söhnchen” schwanger sein. Ist sie aber … Ihr wisst schon.

2011
Die Testphase ist erfolgreich überstanden, “Das goldene Blatt” wird mutiger. Vor allem zum Ende des Jahres — Stichworte: Adventszeit, Teelichtstimmung — gibt’s die geballte Hurraigkeit. Insgesamt sechsmal jubelt die Redaktion auf dem Cover, im Schnitt auf jeder achten Ausgabe. Máxima ist übrigens nicht mehr schwanger.

2012
Ein Novum: Die Freude rückt näher zusammen. Zwischen den Ausgaben 36 und 38 sowie den Ausgaben 46 und 48 liegt jeweils nur ein Heft, auf dem nicht “Hurra” geschrien wird. Außerdem erwartet Kate in diesem Jahr gleich drei Kinder: einmal Zwillinge (Ausgabe 31) und fünf Wochen später einen Sohn.

2013
Der endgültige Durchbruch. Elfmal “Hurra” in einem Jahr. Ganz Adelseuropa ist schwanger: Victoria von Schweden, Prinz Harrys Freundin Cressida, Herzogin Kate, Mary von Dänemark gleich zweimal, genauso Letizia von Spanien. Dazu kommen noch die Schwestern Anita und Alexandra Hofmann, die — potztausend! — beide Zwillinge erwarten sollen. Bei so vielen Freudenbotschaften lässt es sich nicht vermeiden, dass auf mehreren Ausgaben, die direkt aufeinanderfolgen, gejubelt wird.

2014
Früher war alles besser? Von wegen! Auf 17 der bisher 48 Ausgaben aus diesem Jahr prangt ein dickes “Hurra”. Also ungefähr auf jeder dritten. Der Hattrick ist der krönende Abschluss. Und das Beste: Máxima ist angeblich wieder schwanger — zweimal sind es Zwillingen und einmal ist es ein “kleiner Prinz”.

Eine Collage aus 45 "Hurra"-Titelseiten des "goldenen Blatt", die die Redaktion von 2009 bis 2014 veröffentlich hat

(Draufklicken für eine größere Version)

Wir haben mal durchgezählt: 30 der 45 Geschichten haben sich in Nachhinein als falsch herausgestellt. Das ist trotz der ganzen “Hurras” ziemlich traurig.


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PR der Ringe
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PR der Ringe

“Das neue Blatt” berichtet am liebsten über Prominente, Adelige und Tchibo:

Helene Fischer - Das Geheimnis um ihren Ring

Die Geschichte hinter dieser Schlagzeile ist kein neues Kapitel in der Dauer-Regenbogenträumerei rund um eine mögliche Hochzeit von Helene Fischer und Freund Florian Silbereisen. “Das Geheimnis um ihren Ring”, das “Das neue Blatt” auf Seite 16 lüftet, sind der Preis von “ca. 1000 Euro” und die Möglichkeit, wo man die hinblättern kann: “über Tchibo erhältlich”.

Um im “neuen Blatt” eine komplette Seite mit den eigenen Produkten vollklatschen zu dürfen, muss man dem Bauer Verlag 13.706 Euro zahlen. Dann steht aber häufig ein hässliches “ANZEIGE” oben drüber, und jeder versteht, dass es sich um Werbung handelt.

Da wäre es doch viel praktischer, wenn das Heft im redaktionellen Teil über einen “wundeschönen Brillantring” schwärmt, der Helene Fischer “sehr gut zu gefallen” scheine. Oder wenn die Redaktion beobachtet, dass Fischer ganz verzückt über den Inhalt ihrer Schmuckschatulle sei und ihr Blick selig wirke. Dazu noch Bilder und Preise von Armbändern aus Messing und Ketten mit Swarovski-Steinen:

In der Tchibo-Kampagne wird von Mode- bis Echtschmuck alles angeboten. Helene findet, da sei für jeden etwas dabei

Die Leserschaft solle doch “Jetzt schon an Weihnachten denken”, rät die Redaktion. Und damit selbst der Allerdümmste versteht, wo er oder sie besonders an Weihnachten denken soll, druckt sie auch noch die Adresse der Tchibo-Website dazu.

Einen Monat zuvor hatte “Das neue Blatt” schon einmal über Tchibo und Helene Fischer berichtet. Damals ging’s um eine “Hit”-verdächtige Modelinie. Und die “Neue Post”, ebenfalls aus dem Bauer Verlag, hat dazu ein paar “Schönheits-Tipps” geliefert:

Schonheits-Tipps - Helene Fischer - Meine Herbst-Mode - Zum Bestellen - Helenes neue Mode ist der Hit

Ihren Text zum Tchibo-Ring-Artikel beginnen die Goldschmiede des “neuen Blatts” übrigens mit einer Frage zum Foto, das Helene Fischer mit Schatulle in den Händen zeigt:

Was sehen Sie auf dem großen Foto, liebe Leserinnen und Leser?

Wir wissen’s: Schleichwerbung.


Jörg Thomann von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” hat in der aktuellen Folge der “Herzblattgeschichten” ebenfalls eine Antwort parat — und zwar auf die Frage des “neuen Blatts”, warum Helene Fischer so verzückt wirke.


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Der stumme Zorn der Micky Mäuse
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Der stumme Zorn der Micky Mäuse

Hefte raus, Kunstklausur. Heute wollen wir die Bilder der Malerin Martina U. deuten:

Ein anderes Werk von Martina zeigt einen Hund und einen Hasen sowie eine kleine Micky Maus, die den beiden den Mittelfinger zeigt. “Verheiratetes Paar” hat Martina ihre Arbeit genannt. Auch da kann man so einiges hinein interpretieren!

Und zwar?

Es sieht ganz danach aus, als seien diese Bilder stummer Ausdruck ihres Zorns über das Verhalten ihres Ex-Mannes.

Nein, das sind nicht die Ergüsse einer elften Klasse der Didi-Hallervorden-Gesamtschule in Oberursel. Diese Zeilen stammen aus der Regenbogenpresse: “Die neue Frau” hat sich aufgemacht zu einem kleinen Ausflug in die Kulturszene. Es geht um Volksmusikerin Stefanie Hertel, ihren Gatten und Gitarristen Lanny sowie um dessen frühere Ehefrau, die Künstlerin Martina U.

Die stellt nämlich regelmäßig ihre Werke auf Facebook zur Schau. Und da haben sich die Kunstliebhaber der “neuen Frau” mal durchgeklickt:

So findet sich auf ihrer Facebook-Seite eine Zeichnung, die einen langhaarigen Mann mit Gitarre darstellt. Der Titel: “A clever move” (dt.: “Ein schlauer Schachzug”). Eine Anspielung darauf, dass Lanny nach ihr Stefanie heiratete, die ihm in der Musikwelt so manches Türchen öffnen kann?

Die These der “neuen Frau”: Lanny, die alte Nulpe, nutze schamlos Stefanies Ruhm aus. In jeder Zeile bemüht sich das Blatt zu erwähnen, dass er “künstlerisch eher kleine Brötchen” backe, “die Karriere des Kärntners eher holprig” verlaufe. “Und auch die Fan-Artikel in seinem Internet-Shop wurden schon reduziert”. Ihr Hau-Drauf-Motto haben die Redakteure auch in die Überschrift gepackt:

Stefanie Hertel & ihr Lanny - Ihr ihr Mann nur ein Blender? Es ist so verletzend, was seine Ex-Frau enthüllt

(Unkenntlichmachung von uns.)

Lediglich die Beweise dafür fehlen. Und so sind sich die Bilder-Deuter der “neuen Frau” nicht zu blöd, im Internet Kunstwerke zusammenzukramen und diese gymnasiastenhaft zu deuten. Wir wollen gnädig sein: Fünf minus.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Von Raben und Geiern
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Von Raben und Geiern

Direkt zu Beginn, in den ersten acht Zeilen, zeigt das neue Regenbogenblatt “Beste Revue”, dass es dazugehören will zum exklusiven Kreis der besonders grässlichen Branchenvertreter:

Jeder Mutter würde es bei diesem Anblick das Herz zerreißen: Ein Kind steht alleine vor der Schule und wartet darauf, abgeholt zu werden. Doch niemand kommt. Der kleine Damian [Nachname] (8) schaut traurig aus.

Nun lässt dieser Artikeleinstieg der neuen Ausgeburt aus dem Hause Bauer zwei Interpretationen zu: Entweder lauern die Mitarbeiter der “Besten Revue” einem Achtjährigen nach der Schule auf. Oder sie täuschen nur vor, die beschriebene Szene erlebt zu haben. So oder so — ein fulminanter Start für eine Neuerscheinung.

Es geht um den gemeinsamen Sohn von Moderatorin Sylvie Meis und Fußballer Rafael van der Vaart, die inzwischen kein Paar mehr sind. Und vor allem geht es um die fehlenden Fürsorge-Fähigkeiten von Sylvie Meis:

Besonders schlimm: Mutter Sylvie Meis (36) spürt den tiefen Kummer ihres einzigen Sohnes offenbar nicht und pendelt lieber zwischen Urlauben und teuren Partys.

Jetzt hat sie auch noch einen neuen Mann kennengelernt, den New Yorker Unternehmer Samuel Deutsch:

Mit ihm möchte Sylvie ihr Liebesglück genießen — aber bitte ungestört! Für Söhnchen Damian [...] ist da kein Platz.

Und dann äußert Sylvie Meis in einem Interview auch noch so etwas Ungeheuerliches wie den Wunsch nach einem zweiten Kind. Liebe “Beste Revue”, schreite ein!

Möchte Sylvie den smarten Samuel so an sich binden? Was wäre das für ein herzloser Plan, was wäre sie für eine Raben-Mutter!

Genau, alte Jugendamtshelfer der “Besten Revue”, wenn überhaupt, dann “wäre” sie eine “Raben-Mutter”. Aber weil sich Eure Postille mit einem dicken Konjunktiv II auf dem Titelblatt nicht besonders gut verkaufen lässt, habt ihr für vorne drauf eine etwas drastischere Variante gewählt:

Sylvie Meis - Raben-Mutter! Sie will ein zweites Baby - doch um welchen Preis ...


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Enthüllungen auf dem Spielplatz
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Enthüllungen auf dem Spielplatz

Dass “Die Aktuelle” jetzt auch Zweijährige als Informanten für ihre Mistgeschich- ten anzapft, haben wir ja schon berichtet. Kurz zusammengefasst: Estelle hat ihren ersten Kindergartentag. Große Aufregung. Und vor lauter Trubel der angebliche Satz von Schwedens kleiner Quasselprinzessin: “‘Meine Mama kriegt ein Baby!’” Das Ergebnis aus der Funke Women Group:

Wie süß! Im Kindergarten hat sie‘s ausgeplaudert – Victorias Estelle – Mama kriegt ein Baby!

“Wie süß!” fand wohl auch die Kindergartengruppe “Wühlmäuse” vom Alles Gute Verlag — und kopierte füllte das Titelblatt der Novemberausgabe der “Revue heute” so:

Wie süß! Im Kindergarten hat sie's ausgeplaudert - Victorias Estelle - Mama kriegt ein Baby!

Doch es kam, wie es kommen musste: Großer Streit unter den Wühlmäusen, der sich ungefähr so abspielte …

Estelle hat das gar nicht im Kindergarten gesagt! Sondern aufm Spielplatz.

Stimmt doch gar nicht.

Doch, natürlich war das so! Und das war auch gar nicht süß, sondern hat für Jubel in Schweden gesorgt.

Die Reformer haben sich am Ende durchgesetzt. Und weil der Alles Gute Verlag stets um korrekte Berichterstattung bemüht ist, hat er die alte Version des Covers durch die neue ersetzt:

Schweden jubelt! Auf dem Spielplatz hat sie's ausgeplaudert Victorias Estelle - Mama kriegt ein Baby!


Mit Dank an Harald M. für den Hinweis!


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Dünne Argumente
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Dünne Argumente

Wayne Carpendale hat ein “dunkles Geheimnis”. So schreibt es zumindest die “Viel Spaß” riesengroß auf ihrer Titelseite. Wayne Carpendale, das noch zum Hintergrund, ist der Sohn von Schlagerzombie Howard “Howie” Carpendale, außerdem als Moderator und Schauspieler unterwegs und verheiratet mit der Boulevardfernsehtante Annemarie Warnkross.

Damit qualifiziert sich Mr. Carpendale jr. gleich in dreierlei Hinsicht dafür, von der Regenbogenpresse auf die Titelseite gepackt zu werden. So wie jetzt mit seinem “dunklen Geheimnis” — das die “Viel Spaß” in der Schlagzeile noch um die Frage erweitert: “Zerstört die Sucht sein Eheglück?”

Wayne Carpendale - Dunkles Geheimnis - Zerstört die Sucht sein Eheglück?

Hm. Sucht, Geheimnis, bedrohtes Eheglück — geht’s um Drogen vielleicht? Glücksspiel? Kleptomanie?

Quark.

Die Spürnasen der “Viel Spaß” haben ein Interview im “Express” entdeckt, in dem Carpendale fröhlich erzählt, dass er für seine Rolle als Old Shatterhand bei den Karl-May-Festspielen sechs Kilo abgenommen habe. Und das geht den Regenbogenleuten nun wirklich zu weit.

Der Moderator und Schauspieler scheine es “mit seinem Hang zum perfekten Äußeren zu übertreiben”, meint die Redaktion, schließlich seien die Festspiele doch schon längst vorbei und Carpendale eben nicht mehr Old Shatterhand. Und trotzdem höre der gute Mann einfach nicht auf, Sport zu machen. Das Blatt fragt:

Kann man über diese eiserne Disziplin wirklich noch lachen? Oder ist der gebürtige Kölner längst in eine gefährliche Spirale aus Hungern und Hantelstemmen geraten?

Eindeutig Letzteres. Denn …

Fakt ist: Die Sucht nach Sport ist ein weit verbreitetes Problem, wissen Experten.

Und die Experten der “Viel Spaß” wissen: Mehr als diese Quatsch-Argumentation braucht es im Kosmos der Regenbogenpresse nicht, um einem unschuldigen Menschen ein “dunkles Geheimnis” anzudichten. Ihm eine “Sucht” zu unterstellen. Und gleich noch seine Ehe in Gefahr zu schreiben.


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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