Die Auflage der Regenbogenpresse
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Die Auflage der Regenbogenpresse

Wir haben unsere Übersicht über die Regenbogenhefte in Deutschland auf den neuesten Stand gebracht: Die aktuellen IVW-Zahlen sind drin, Neuerscheinungen wurden ergänzt, eingestellte Titel gestrichen.

In der Liste könnt Ihr jetzt auch sehen, wie hoch die verkaufte Auflage der jeweiligen Hefte ist (vorher hatten wir nur die Druckauflage angegeben). Interessant ist, dass von allen Titeln deutlich mehr Exemplare gedruckt als verkauft werden, oft sogar mehrere Hunderttausend. Warum das — schon seit Jahren — so ist und was mit den überschüssigen Heften passiert, wissen wir leider auch nicht (also wenn jemand eine Erklärung hat, gerne bei uns melden).

Beim Blick auf die neuen IVW-Zahlen fällt außerdem auf, dass eine Reihe von Regenbogenheften der Print-Krise weiterhin zu trotzen scheint; viele Titel konnten ihre Auflage erhöhen, einige sogar so stark, dass sie zu den größten Zeitschriften-Aufsteigern des dritten Quartals gehören.

Und nach wie vor zeigt sich, wie flächendeckend die Regenbogenpresse in diesem Land verbreitet wird: Die “Freizeit Revue” verkauft mit über 800.000 Heften immer noch fast so viele Exemplare wie der “Spiegel”.


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Kommentare:

  1. Liebe Leute, bin Redakteur eines saarländischen Wochenmagazins. Ein Kollege von uns hat euch mal interviewt, lese euch regelmäßig. Der Grund für die hohe Druckauflage liegt unter anderem am Vertriebsweg. Viele werden ja über Lesezirkel an die Leserin gebracht. Die Lesezirkelfirma kauft aber keine hundert Stück und legt sie beim Arzt und so aus, sondern bekommt die Druckexemplare. Ausserdem garantiert eine hohe Verbreitung gute Anzeigenpreise. Obwohl die Anzeige menschen natürlich den Unterschied zwischen verkaufter und gedruckter Anlage kennen. In diesem Fall ist es aber tatsächlich die verbreitete Auflage

  2. Der weitaus grösste Teil der “überschüssigen” Druckexemplare geht ins Kiosk-Nirvana. Dort schwanken die Verkaufszahlen z.T. heftig. Wenn mehrere Objekte die gleiche Zielgruppe adressieren, ist der Absatz ein Nullsummenspiel, bei dem das Objekt gewinnt, dessen Titel jeweils die meisten Interessenten aufreisst. Die anderen verlieren entsprechend.

    Wieviel von einer Ausgabe verkauft wird, lässt sich vorher kaum kalkulieren. Also wird die an die Verkaufsstellen gelieferte Menge gewöhnlich sehr grosszügig dimensioniert. Was übrigbleibt, wird “remittiert”. Das steht in Anführungszeichen, weil es sich m.W. fast immer um eine “beleglose Remission” handelt. Dabei reisst der Landeninhaber die Titelseite ab, oder auch nur den Teil mit dem Namen des Objekts und schickt das an seinen Grossisten zurück. Der Rest fliegt in die Tonne.

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