Die Hofberichterstatter
des Modeprinzen
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Die Hofberichterstatter
des Modeprinzen

Hach, dieser Harald Glööckler. So berühmt und reich er auch sein mag, der “viel beschäftigte Modeprinz” nimmt sich noch richtig Zeit für seine Fans “Das neue Blatt”-Redakteurinnen. Neulich zum Beispiel, kurz bevor in Berlin ein Harald Glööckler-Laden eröffnet hat:

Reporterin vor Ort - Der viel beschäftigte Modeprinz nahm sich am Tag vor der großen Eröffnung des ersten Stores Zeit für ein Gespräch mit DAS NEUE BLATT-Redakteurin Bettina Büsche

Bei dem Ergebnis — kein Wunder! Bettina Büsche brachte von ihrer Recherche-Reise in Berlin nämlich genug Stoff für eine doppelseitige Werbeanzeige mit. Blöd nur, dass diese durch die Redaktion gar nicht als Anzeige gekennzeichnet wurde:

"Willkommen in meinem Reich" - doppelseitiger Bericht über den neuen Harald Glööckler-Laden in Berlin

Der, nun ja, Artikel verrät zum Beispiel die genaue Adresse und die Öffnungszeiten des Ladens. Man erfährt, dass es Nagellack für 19,95 Euro gibt und Taschen schon ab 29,95 Euro. Dass Peer Kusmagk sich nicht entscheiden konnte – “Auch schwer bei der Auswahl”. Dass Kim Gloss “sofort etwas Passendes für ihr Töchterchen Amelia” gefunden hat. Und dass Barbara Schöne “schon lange großer Fan der Harald-Glööckler-Taschen” ist.

Bettina Büsche lobhudelt, dass sich im Glööckler-Laden “Haute-Couture-Liebhaber ([...] Kleider für etwa 8000 Euro) und auch Otto Normalverbraucher zu Hause fühlen” sollen. “So gibt es Schmuck schon ab 50 Euro, aber zum Beispiel auch handgefertigte Colliers für 900 Euro”.

Im beigestellten Interview gerät Harald Glööckler dann “ins Schwärmen: Sein erster Laden soll ein ‘Wallfahrtsort’ für seine Fans sein.” Er darf fröhlich erzählen, dass er fleißig ist und auch viel Gutes tut. Dass man im Glööckler-Shop alles findet, “‘von Tapeten über Bettwäsche, Mode und Schmuck bis hin zu Kosmetik und Schokolade. Und auch Dinge, die man sonst nicht bekommt.’” Was interessiert’s da schon, dass Glööcker den Laden gar nicht selbst führt, sondern nur Lizenzen vergibt? Schließlich gilt: “‘man kann nicht genug Bling-Bling haben!’”

Übrigens: Eine doppelseitige Anzeige in “Das neue Blatt” kostet 28.712 Euro. Dafür hätten wir uns auch ein paar Stunden Zeit für Redakteurin Bettina Büsche genommen.


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Kommentare:

  1. Der Glööckner von Notre Damm lädt „das neue Blatt“ zu sich.
    Eine Redakteurin wird zu Remaketeurin.
    Bettina Büsche plagiiert à la Schavan Werbeprospekt als Artikel.
    Aber egal, etwas Spam muß sein!

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