Ein Zwilling kommt selten allein
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Ein Zwilling kommt selten allein

Zufälle gibt’s! Wenn es nach der Regenbogenpresse geht, werden demnächst nämlich gleich vier europäische Monarchien auf einmal mit Zwillingen beglückt. Die Niederlande zum Beispiel:

Maxma & Willem-Alexander - Zwillinge! Das Familie-Glück ist perfekt

Die “Neue Welt” spricht von einer “Sensation in Schweden”:

Sensation in Schweden - Kronprinzessin Victoria - Zwillinge! Es werden zwei Jungs

Und bei der “Freizeit Revue” ist gar nicht erst Kates überraschende Zwillings-schwangerschaft die zentrale Neuigkeit, sondern die damit verbundenen Probleme:

Herzogin Kate - Angst um ihre Zwillinge - Eine Krankheit gefährdet die ungeborenen Babys

Alles Schlagzeilen aus der vergangenen Woche. Wohlgemerkt: Lediglich bei Kate ist eine Schwangerschaft (allerdings ohne Zwillingsnachricht) offiziell bestätigt.

Dazu kommt noch Charlène von Monaco, deren doppeltes Kinderglück für die Regenbogenblätter sowieso schon seit Wochen feststeht, nachdem sich ihr Vater bei einem alten Schulfreund verplappert haben soll.

Und auch bei den anderen drei Adelsdamen ist die Faktenlage eindeutig: Die “temperamentvolle Regentin” Máxima wirke momentan “noch glücklicher” als sonst, Victoria habe sich jüngst “mit einem auffällig volleren Gesicht und einigen süßen Kilos mehr” gezeigt und zu Kate “sickerte” nicht nur einiges “aus Palast-Kreisen durch”, sondern:

Auch in den britischen Wettbüros stiegen die Wettquoten auf Rekordhöhe.

Dass “Wettquoten auf Rekordhöhe” die Unwahrscheinlichkeit eines Ereignisses widerspiegeln, spielt für die Buchmacher der “Freizeit Revue” offenbar keine Rolle.

In spätestens neun Monaten sollen also aus jeglichen europäischen Thronfolgerinnen und -inhaberinnen Zwillinge purzeln. Die Häufigkeit von Zwillingsgeburten ist je nach Land sehr unterschiedlich, im weltweiten Durchschnitt soll aber etwa jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Máxima, Victoria, Kate und Charlène je zwei Kinder auf einen Streich zur Welt bringen, liegt demnach bei 0,000039 Prozent. Zufälle gibt‘s!


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.

Jörg Thomann von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” ist ebenfalls auf die Zwillings-Flut in den Regenbogenblättern gestoßen und hat in der aktuellen Folge der “Herzblattgeschichten” darüber geschrieben.


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Kommentare:

  1. Mit solchen Meldungen kann man wochenlang die Titelseiten füllen und sich seine Fantasie für den Innenteil und eventuelle kinderlose Zeiten aufsparen.

  2. @Pierre – Es ging um die Häufigkeit von Zwillingsgeburten, egal ob ein- oder zweieiig. Aus dieser Häufigkeit haben wir dann die Wahrscheinlichkeit einer vierfachen Zwillingsgeburt berechnet.

  3. So unwahrscheinlich ist es gar nicht, sogar 100 mal wahrscheinlicher als ihr hier angegeben habt und somit 0,000039 % oder 1:2.560.000, also wahrscheinlicher als ein Sechser ohne Zusatzzahl :)

  4. Wenn sie es erstmal für alle annehmen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei einem richtig liegen.. ;) Das ist so, als ob man auf dem Lottoschein alle 49 Zahlen ankreuzt.

  5. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn… heute stand in der Zeitung, Charlène sei wirklich mit Zwillingen schwanger…

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