Genau wie bei Prinz Friso (6)
7

Genau wie bei Prinz Friso (6)

Der Wahnsinn hört nicht auf. Die Flut von Schumacher-Artikeln ist gewaltig. Trotzdem — oder gerade deswegen — wollen wir sie zumindest ansatzweise dokumentieren.

Darum hier zwei Beispiele, Anfang der Woche willkürlich aus dem Regal gepickt.

Die “Freizeit Revue” hat in einem kurzen Anflug von Journalismus tatsächlich mal bei Schumachers Familie nachgefragt, ob es denn was Neues gebe.

Schumachers Managerin Sabine Kehm antwortete:

“Sicher wissen Sie aus den vergangenen Monaten, dass ich grundsätzlich weder Zwischenstände über den Heilungsverlauf von Michael gebe noch Angaben zu privaten Themen mache.”

Schlagzeile?

Michael Schumacher - Endlich nach Hause! - In dieser Klinik kann er wieder sprechen lernen

Die “Freizeit Revue” will nämlich “vor Ort” erfahren haben, dass Schumacher in eine andere Klinik verlegt werde. Sabine Kehm wollte auf diese Spekulation “Information” zwar nicht eingehen, aber das hindert die “Freizeit Revue” nicht daran, sie trotzdem breitzutreten. Schließlich sei die “idyllisch gelegene Privat-Klinik” mit ihrer modernen Ausrüstung und ihrem tollen Team perfekt für “Patienten wie den Formel-1-Champion”.

Und das Beste: Sie liegt nur zwei Kilometer vom Schweizer Anwesen der Familie entfernt.

Wahn! Sinn!

Zweites Beispiel: Die “Woche der Frau”. Die hat auch eine Klinik gefunden, die “perfekt” für Schumacher wäre (weil sie “auf Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma spezialisiert” und “nicht zu weit weg von Schumis Zuhause entfernt” sei), allerdings eine ganz andere als die “Freizeit Revue”. Aber das ist nur ein Nebenaspekt des Textes. Eigentlich geht es um etwas ganz anderes.

Der Artikel beginnt so:

Der tägliche Gang zum Briefkasten ist für die meisten Menschen so normal wie die Tasse Kaffee zum Frühstück. Ein junger Mann aus Irland aber erlebte dabei gerade die Überraschung seines Lebens. In dem täglichen Stapel aus Werbung und Briefen nämlich befand sich — Post von Schumi!

Ein brauner Umschlag, abgestempelt am 7. Mai in Gland (Schweiz). Darin: Autogramme von Michael Schumacher (45)!

Der Ire hatte im November bei Schumachers Management um Autogramme gebeten. Die bekam er erst jetzt, wurde aber darauf hingewiesen, dass sie aus dem vergangenen Jahr stammen.

Für die “Woche der Frau” ist das alles ein untrügliches Zeichen.

Und das macht so viel Hoffnung! Fast scheint es ja, als ginge der “normale Fanbetrieb” wieder los. Würden seine Familie und sein Management das zulassen, wenn sie nicht fest davon ausgingen, dass Michael wieder gesund wird?

So eine Entscheidung fällt man nicht, wenn man zweifelt. Man fällt sie voller Optimismus. Der braune Briefumschlag, der gerade von Schumis Schweizer Büro aus den Weg nach Irland fand, wirkt da wie ein Versprechen, das so viel Hoffnung macht.

Was für ein berührender Moment: Post von Schumi!

Zwei Geschichten von Dutzenden, eine bekloppter als die andere. Der Wahnsinn hört nicht auf.


Siehe auch:
facebooktwitteremail

Kommentare:

  1. Gäääääähn!

    Allmählich finde ich Euren Blog echt langweilig.
    Immer wieder nur derselbe Stuss. Wenn die Ommas das kaufen und lesen wollen – na und? Sollen sie doch.

    Fazit:
    Oller Witz komm raus, wir suchen uns jetzt mal was Neues.

    Mark

  2. @Mark Opitz – Wie können wir es für Dich denn spannender oder witziger machen? Irgendwelche Wünsche oder Anregungen?

    Für uns spielt es übrigens keine Rolle, ob “die Ommas das kaufen und lesen wollen”. Uns geht es darum, dass da systematisch Mist produziert wird, Leute verleumdet und Lügen gedruckt werden. Da ist es dann völlig egal, ob das gekauft wird oder nicht. Die reine Nachfrage rechtfertigt lange nicht, auf Persönlichkeitsrechte zu pfeifen.

  3. Tja, und heute kommt dann per Eilmeldung von der Tagessschau, dass Schumi aufgewacht ist und das Krankenhaus schon verlassen hat. Und da ich denke, dass das alles ein paar Tage dauert, bis man jemand nach einem so langen Koma entlässt, befürchte ich das Schlimmste: Hatte die “Freizeit Revue” etwa Recht? Oh je.

  4. Oh, ich wollte euch auch gerade darauf hinweisen dass Schumi nun tatsächlich erwacht ist, und ihr dann demnächst wohl Überstunden schieben werdet ;D

  5. Hilfeeeeee…. na da könnt Ihr Euch wirklich mal Zeit nehmen. Was da jetzt bestimmt alles geschrieben werden wird. Wahrscheinlich hat der erste Reporter von so nem Blatt den Schumi schon wieder im Formel1-Cockpit sitzen gesehen…

  6. In Anbetracht des aktuellen Standes könnte man denen rückblickend aber auch fast hellseherische Fähigkeiten andichten. Man könnte ja durchaus vermuten, dass die lange Stille von Sabine Kehm auch damit zu tun hat, dass MSC schon längst aufgewacht und verlegt worden war.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>