Kein Mikro-Chip in Schumacher
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Kein Mikro-Chip in Schumacher

Bei der “Freizeitwoche” ärgern sich die Mitarbeiter schwarz. Sie haben doch tatsächlich etwas Falsches berichtet, Kruzifix nochmal! In dieser Titelgeschichte über Michael Schumacher ist es ihnen passiert:

Michael Schumacher - Endlich! - Kommt er noch in diesem Sommer nach Hause?

Und weil das alles wirklich blöd gelaufen, und die Redaktion auch nur “einer Fehlinformation aufgesessen” sei, druckt sie in ihrer aktuellen Ausgabe eine “Berichtigung”:

Berichtigung - In der Ausgabe Nr. 32 vom 30. Juli 2014 haben wir unter Bezugnahme auf einen Artikel der englischen Zeitschrift "Daily Mail" berichtet, dass die Familie von Michael Schumacher kroatische Neurologen kontaktiert habe, damit Michael Schumacher nach deren revolutionärem Mikro-Chip-Verfahren behandelt werde. Tatsächlich gab es einen solchen Kontakt nicht. Eine Behandlung durch die besagten Ärzte ist also nicht geplant, Herrn Schumacher soll auch kein solcher Mikro-Chip implantiert werden. Wir bedauern, dass wir einer Fehlinformation aufgesessen sind. Rastatt, 21. August 2014 - Freizeitwoche Verkag GmbH & Co. KG

Hört mal, alte Bedauerer der “Freizeitwoche”, uns fallen spontan zwei mögliche Maßnahmen ein, um solchen Stuss von vornherein zu vermeiden: nachfragen oder nachdenken. Weder das eine noch das andere scheint zu Eurem Standard-programm zu zählen.

Durch die Berichtigung dürfte das Heft jedenfalls einer Gegendarstellung zuvor-gekommen sein. Die hätte dann hässlich und wenig verkaufsfördernd auf dem Cover prangen können.

Wie so eine verschandelte Titelseite aussieht, zeigt “Das neue Blatt” eindrucksvoll und gleich mehrfach. Die Redaktion hatte über Eheprobleme von Doris Schröder-Köpf und Gerhard Schröder spekuliert. Das fanden der frühere Bundeskanzler und seine Ehefrau offenbar nicht ganz so witzig. “Das neue Blatt” musste in der digitalen Ausgabe die Schlagzeile verdecken:

Mit weißer Fläche versehenes Cover von "Das neue Blatt"

Und auch Günther Jauch ging gegen “Das neue Blatt” vor. Die Mitarbeiter titelten einst, “Das verheimlichte Alkohol-Drama” des TV-Moderators “enthüllt” zu haben. Die Geschichte hatte für sie auch kein so richtig gutes Ende — sowohl auf dem Cover der Digitalausgabe …

Mit weißen Flächen versehenes Cover von "Das neue Blatt"

… als auch im Heftinneren mussten sie reichlich weiße Flächen montieren:

Mit weißen Flächen versehener Artikel über Günther Jauch.

Die Anwaltskanzlei, die Günther Jauch vertritt, bestätigte uns, dass derzeit ein Verfahren gegen das Bauer-Blatt läuft.

Gegen die “Woche der Frau” von der Mediengruppe Klambt war die Kanzlei bereits erfolgreich: Das Heft musste in seiner vergangenen Ausgabe (Nummer 35) eine Gegendarstellung abdrucken.

In der aktuellen Ausgabe (Nummer 36) muss die “Woche der Frau” eine weitere Gegendarstellung des Moderators bringen:

Gegendarstellung - In "Woche der Frau" vom 13. August 2014 heißt es auf Seite 11 in einem Artikel mit der Überschrift "Böses Spiel mit Günther Jauch - Als Lockvogel missbraucht!" in Bezug auf eine Werbeanzeige für die FAZ: "Ob er das Geld dafür auch spendete? Gut möglich." - Hierzu stelle ich fest: Ich habe für die FAZ-Werbeanzeige kein Honorar erhalten. Potsdam, den 18. August 2014 - Günther Jauch - Günther Jauch hat Recht. Die Redaktion

All die eigenen Fehler und die daraus resultierenden rechtlichen Auseinander-setzungen hindern die “Woche der Frau” aber nicht daran, auch in dieser Ausgabe wieder groß über Jauch zu titeln. Mehr dazu gibt’s am Wochenende Montag — in der neuesten Ausgabe topfvollgold zum Hören.


Mit Dank an Stefan N. für den Hinweis.


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Kommentare:

  1. Lernen die Klatschblätter nix dazu? Über Herrn Jauch zu “berichten” heißt wohl zu 90% ne Schelle zu kassieren. Warum lassen sie es nicht bleiben?

  2. @redbullsuechtig Ganz einfach. Die Prominenz ist, im Allgemeinen, sehr vorsichtig, was das Privatleben betrifft sprich schweigsam. Da aber trotzdem die zahlreichen Seiten gefüllt werden wollen, muss man sich so manches ausdenken oder zu mindestens weiterspinnen.

  3. Warum schreibt die Regenbogenpresse alle 2 Wochen einen frei erfunden “Skandal” über Jauch? Mittlerweile müssten sie doch wissen, das er gegen fast alles vorgeht und sie dann die Gegendarstellung abdrucken müssen. Legt euch nicht mit Günther Jauch an!

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