Kindstod im Blick

Kindstod im Blick

Was ist noch erbärmlicher als die typischen Regenbogenlügen über Prominente? Das hier:

Stefan Mross - Plötzlicher Kindstod! Der Moderator und seine Frau finden keinen Schlaf mehr

Volksmusik-Star Stefan Mross ist im vergangenen November zum zweiten Mal Vater geworden, er hat eine Tochter bekommen. Ginge es nach der Titelzeile auf dem Schmierblatt “Freizeit im Blick”, ist sie nun gestorben.

Ist sie aber gar nicht. Nichts ist Mross’ Tochter passiert. Es gibt da nur eine theoretische Möglichkeit:

Seine zweite Tochter Paula-Elise ist 52 Zentimeter groß und 3800 Gramm schwer — und sieht so zerbrechlich aus. Und in gewisser Weise ist sie das auch! Denn vor allem in den ersten Wochen ist so ein kleines Wesen in großer Gefahr. Das wurde dem Musiker vor allem über die Weihnachtstage im Kreise der Familie klar …

Warum gerade “über die Weihnachtstage”, klärt die “Freizeit im Blick” nicht auf. Dafür aber, was es mit ihrer Horror-Überschrift auf sich hat:

Denn nach wie vor zählt der Plötzliche Säuglingstod zu den häufigsten Todesarten bei Kindern unter zwei Jahren.

Das ist alles: Es gibt eine allgemeine Gefahr für Säuglinge. Stefan Mross ist gerade Vater geworden. Warum also nicht eine Überschrift entwerfen, die beim Leser den Eindruck erweckt, das Kind sei gestorben?

Dass ihre Titelzeile völliger Unfug ist, bestätigt die “Freizeit im Blick” selbst. Es dürfte Mross’ Tochter sogar ganz prächtig gehen, denn:

Er tut alles, um alle Gefahren und Risiken einzudämmen. Das bedeutet “Rückenlage” zum Schlafen, “Rauchfrei” und “Richtig gebettet”. Letzteres heißt, dass Paula ihr eigenes Bett im Elternschlafzimmer haben sollte. Während nämlich acht von 100.000 Kindern in ihrem Bett am Kindstod sterben, steigt die Zahl im Elternbett auf 23 von 100.000.

Oder anders gesagt:

Stefan Mross tut alles, um seine Tochter zu schützen.

Was umso schwieriger wird, wenn man es mit Schmierfinken wie Euch zu tun bekommt.


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