Oh Baby Baby Balla Balla
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Oh Baby Baby Balla Balla

Der größte Feind der Regenbogenpresse ist die Realität.

Wenn zum Beispiel der monegassische Hof am Freitag bekannt gibt, dass Fürstin Charlène schwanger ist, und “Die Aktuelle” — schon seit einigen Tagen im Druck — am Samstag das hier titelt:

Drei Jahre nach der Traum-Hochzeit! Albert & Charlene - Das war's! Unfassbar! Ihr Bruder packt aus

Der zweiseitige Artikel der “Aktuellen” ist an Peinlichkeiten und Lügen nicht zu überbieten. Das Blatt behauptet mit einer erstaunlichen Treffsicherheit genau das, was in Wirklichkeit nicht stimmt. Schon der Vorspann enttarnt die irrsinnige Raterei der Redaktion:

Albert & Charlene - Nein, es gibt keine Baby-Nachricht zu verkünden. Im Gegenteil: Von dieser Ehe ist so gut wie nichts mehr übrig - und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann Monaco sich diese bittere Wahrheit eingesteht

Und auch im Text stellt das Blatt seine Realitätsferne eindrucksvoll unter Beweis:

Nun steht wohl endgültig fest: Von dieser Ehe ist so gut wie nichts mehr übrig. Von einer Baby-Nachricht ganz zu schweigen!

“Die Aktuelle” gibt in dieser Geschichte in weiten Teilen komprimiert das wieder, was der “Stern” vor einer Woche in seiner platten Monaco-Titelstory zusammengetragen hat. Der “Stern” hatte unter anderem mit Charlènes Bruder Gareth Wittstock über Verrat und Bespitzelungen am monegassischen Hof gesprochen. Und “Die Aktuelle” käut treudoof wieder:

In so einer Atmosphäre kriegt keine Frau ein Kind! Beim Thema Thronfolger konnte Gareth ohnehin nur die Augen verdrehen!

Darum legen die Scheidungsanwälte der “Aktuellen” in ihrem großen Archiv auch schonmal “Die geheime Schluss-Akte der Fürsten-Ehe” an:

Das war’s dann wohl. Drei Jahre nach der Traumhochzeit ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann Monaco sich die Wahrheit eingesteht.

Und auf dem Feld der Wahrheit sind “Die Aktuelle”-Mitarbeiter nun wirklich ausgewiesene Experten.


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Kommentare:

  1. Genau so treffsicher wie vor einigen Wochen die “Freizeitrevue” mit ihrer Prognose, dass Stefanie Hertel ihre “Traumhochzeit” werde verschieben müssen, weil ihr potentieller Ehemann noch nicht geschieden war. Dabei waren sie längst verheiratet, als die betreffende Ausgabe der “Freizeitrevue” erschien. Im Grunde kann man alle Regenbogenblätter in einen Sack packen und draufhauen. Man trifft immer die Richtige. Meistens haben diese Blätter Glück und es fällt nicht weiter auf oder es wird zu mindestens nicht nachgehalten, dass sie nur fantasiert haben. Dazu haben diese Blätter und/oder auch die in den Artikeln behandelten Prominente bzw. die Themen, um die es in den Berichten geht, in der Gesellschaft zu wenig Gewicht. Manchmal sind die Hirngespinste dann doch so offensichtlich, um mal ein von den Regenbogenblättern gern gebrauchtes Wort zu benutzen, wie in diesem Fall.

  2. Ich bin drauf und dran mir den Finger in den Hals zu stecken. Dieser “Journalismus” ist einfach ekelhaft.

  3. Das hat Charlene doch extra gemacht! Gerade jetzt, wo Albert sie so gut wie verlassen hatte (also bestimmt wollte er das gerade tun).

    Aber *hach* wer weiß, wer der wahre Vater dieses Kindes ist – da lassen sich noch eine Menge fieser Gerüchte und Unterstellungen draus basteln. Bei der Aktuellen glühen sicher schon die Hirnwindungen.

  4. @Tin An diese Möglichkeit habe ich auch gedacht. Vielleicht lautet die Schlagzeilen auf der Titelseite der “aktuelle” der nächsten Woche ja
    “Albert & Charlene Ein Baby Aber wer ist der Vater?” oder “Grosse Aufregung in Monaco Fahndung nach dem Vater des Babies von Charlene” “Grosse Aufregung” kann auch gern durch “Riesenskandal” ersetzt werden. Die Fantasie der Regenbogenpresse ist unerschöpflich und Irrtümer werden nur zugegeben, wenn sie gerichtlich dazu genötigt werden.

  5. “Die aktuelle” ist nicht die einzige Zeitschrift, die den Blödsinn vom “Stern” übernommen hat. Mal sehen, was all diese Titel in ihrer jeweilig nachfolgenden Ausgabe als Rechtfertigung ihrer Falschmeldungen bringen. Vielleicht wurden sie ja allesamt arglistig getäuscht vom Bruder der Fürstin. Oder es gibt “skandalöse Enthüllungen” über den Bruder, über die “alle Monegassen entsetzt sind”, mit denen die ins Fettnäpfchen getretenen Blättchen sich genüsslich rächen können für die erlittene Schmach.

  6. “die aktuelle” hat übrigens darauf regiert. Es gibt von dieser Ausgabe zwei Versionen. Die bisherige oben abgebildete und eine “aktualisierte Ausgabe” zum Tode von Karheinz Böhm (mit ihm auf dem Titelbild). Da wurde offenbar der ganze Quatsch über das Fürstenpaar aus Monaco gegen einen langen Artkel über Karlheinz Böhm ausgetauscht (der übrige Inhalt sah mir bein schnellen Blättern im Supermarkt identisch aus).

    Die Kindernachricht aus Monaco kommt übrigens klein auf Seite 3 vor – soweit ich sah ohne auf die ursprüngliche Ausgabe dabei einzugehen.

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