Das doppelte doppelte Lottchen
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Das doppelte doppelte Lottchen

Ganz England jubelt! Ganz Schweden auch! Und der Alles Gute Verlag erst recht!

Denn:

Die Geschichte links (“Freizeit Heute”, Kate & William) basiert auf einer Story des US-Bumsblättchens “OK!”, das sich wiederum auf “Palastinsider” beruft. Die “Freizeit Vergnügen” (Victoria & Daniel) hat sich die Informanten (ebenfalls “Palastinsider”) kurzerhand selbst ausgedacht und verkündet nun auch für Schweden “Babyglück im Doppelpack”.

Die Beweislage ist allerdings auch eindeutig. Victorias Kleider, so die Spürnasen der “Freizeit Vergnügen”, seien “in letzter Zeit (…) auffällig weit geschnitten, ihr Lächeln strahlender und irgendwie geheimnisvoll – ganz genau wie bei ihrer letzten Schwangerschaft”. Hach ja.

Und Kate habe sich, wie die “Freizeit Heute” beobachtet hat, “in letzter Zeit (…) auffällig rar gemacht” — Punkt eins. Und: “Wie man hört, haben Kate und William bereits vorgesorgt und ein zweites Kindermädchen eingestellt” — Punkt zwei. Kates Vater soll zudem “in entspannter Runde ausgeplaudert haben”, dass es zwei Mädchen werden. Zack: Schwangerschaftstest positiv.

Kate habe sich, so das Blatt, momentan — “wie’s aussieht” — in den Kensington-Palast zurückgezogen. Weil:

Hier ist Kate geschützt vor medialer Dauerbeobachtung. Sie hat noch ihre erste Schwangerschaft in äußerst unguter Erinnerung, als von ihr erwartet wurde, dass sie sich trotz ständiger Übelkeit öffentlich zeigt und auch zwischen ihren Würgeanfällen Haltung bewahrt. Radiomoderatoren diskutieren hingebungsvoll Konsistenz und Farbe ihres Mageninhalts. Verständlich, dass Kate derlei Unappetitlichkeiten diesmal aus dem Weg gehen und zumindest versuchen möchte, eine Schwangerschaft in trauter Privatheit hinzukriegen.

Hey, “Freizeit Heute”! Merkste selbst, ne?


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Alles Gute im Internet
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Alles Gute im Internet

Die Regenbogenpresse und das Internet pflegen nicht gerade eine innige Beziehung. Zwar durchforsten die Mitarbeiter der Hefte permanent die sozialen Medien auf ihrer Suche nach Aussagen von Prominenten, die sie aus dem Zusammenhang reißen, aufblasen und als Skandaldramaexklusivitäten verkaufen können. Aber nur wenige Blätter haben zum Beispiel eine eigene Facebook-Seite. Und die Webseiten der Verlage und Redaktionen sehen in der Regel so aus, als würde die Internet-AG des jeweils ortsansässigen Gymnasiums sie pflegen.

Auch der Alles Gute Verlag hat eine Homepage. Und die ist wie ein digitaler Mittelfinger, den das Wolfsburger Unternehmen all seinen Kritikern — also auch uns — entgegenstreckt: Redet doch, was ihr wollt, wir machen unser Ding und zeigen es stolz.

Screenshot der Homepage des Alles Gute Verlags

(Draufklicken für eine größere Version)

Kein Verlag, der auch nur ansatzweise das Ziel verfolgt, von der Welt da draußen etwas ernst genommen zu werden, würde so freimütig diese Collage von aktuellen Heften präsentieren.

Da gibt es zum Beispiel die Kombination der “Freizeit heute” und der “Freizeit Blitz”:

Screenshot der Titelseiten von "Freizeit heute" und "Freizeit Blitz"

Beide Blätter werben mit sehr ähnlichen Aufmacherfotos für sehr verschiedene Geschichten. Die Körper der Protagonsiten sind gleich, nur die Köpfe sind andere. Über diese, ähm, Bildkompositionen, die im Alles Gute Verlag fröhlich rumgereicht werden, haben wir vor einem Monat schon einmal geschrieben.

Ein Vergleich von “Freizeit Monat” und “Prima Woche” zeigt, dass beide Redaktionen die gleiche Titelstory bringen und sich nicht einmal die Mühe machen, ihre Copy-Paste-Arbeit unterschiedlich wirken zu lassen:

Screenshot der Titelseiten von "Freizeit Monat" und "Prima Woche"

Und dann sind da noch die “Freizeit Vergnügen”, “Meine Freizeit”, “Freizeit heute” und “Prima Woche”:

Männer, Party, Alkohol - Fürstin Charlène - Ihr heimliches Leben ohne Albert - Fürstin Charlène - Adoptions-Drama! Muss sie Alberts uneheliche Tochter zu sich nehmen? - Charlène von Monaco - Ehe-Drama - Schwere Vorwürfe von Alberts Ex-Geliebter - Charlène - Ehe-Drama - Fürst Albert macht ihr das Leben zur Hölle!

Die vier Hefte schreiben über Charlènes Leben ohne Albert sowie über Adoptions-und Ehe-Dramen der beiden, obwohl die Fürstin Monacos und ihr Ehemann bereits vor elf Tagen bekannt gegeben haben, dass sie ein Kind erwarten.

Aber so schrecklich schnelllebig wie im Internet geht es im Alles Gute Verlag eben nicht zu.


Nachtrag, 12. Juni 2014, 20:12 Uhr: Seit unserem Blogpost gestern ist ein bisschen was passiert auf der Homepage des Alles Gute Verlags. Zwei Titelseiten haben sich leicht verändert:

Screenshot der Titelseiten von "Freizeit Monat" und "Prima Woche" mit geschwärzten Titelschlagzeilen

Die zwei neu hochgeladenen Dateien haben von den IT-Spezis die schönen Namen “pw_2014-06_black.png” (“Prima Woche”) und “fm_2014-07_black.png” (“Freizeit Monat”) bekommen.

Die Schwärzungen haben allerdings nichts mit unserem Blogeintrag zu tun. Und der Alles Gute Verlag dürfte es auch nicht auf einmal peinlich finden, in zwei Heften die gleiche Geschichte zu bringen. Viel eher musste der Verlag die schwarzen Flächen auf den beiden Titelseiten anbringen. Es ist davon auszugehen, dass Helene Fischer und/oder Florian Silbereisen rechtlich gegen die Titelgeschichten vorgegangen sind.

Wir werten das mal als Zeichen, dass das Paar nicht heimlich längst verheiratet ist.


Vielen Dank an die Hinweisgeber!


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Das doppelte Lügchen

Das doppelte Lügchen

Es ist eine verdammt schwierige Entscheidung, wenn man im Supermarkt vor dem Zeitschriftenregal steht und die Qual der Wahl hat: Welches Regenbogenheft kaufe ich mir nur? Die Auswahl ist schließlich riesig.

Die Menschenfreunde vom Alles Gute Verlag machen es dem geneigten Käufer momentan etwas leichter. Völlig wurscht, ob man sich für ihre aktuelle Ausgabe der “Prima Woche” …

Alles wegen der Karriere - Helene & Florian - Bittere Trennung? Liebes-Aus bei schöner Rivalin! Zerbricht jetzt auch Helenes Glück?

… oder der “Freizeit Monat” entscheidet …

Alles wegen der Karriere - Helene Fischer - Bittere Trennung? Liebes-Aus bei schöner Rivalin! Zerbricht jetzt auch Helenes Glück?

… man bekommt das Gleiche serviert.

Hinter den beiden Titelgeschichten steckt nämlich der nahezu wortgleiche Text. Kurz zusammengefasst: Beatrice Egli hat einen vollen Terminkalender. Nun ist ihre Beziehung in die Brüche gegangen. Florian Silbereisen und Helene Fischer haben auch volle Terminkalender.

Kein Wunder, dass sich die Kreativität im Alles Gute Verlag in Grenzen hält, wenn die Teams beider Hefte laut Impressen zu 91 Prozent deckungsgleich sind.


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Alles Gute will Gold vom Topf

Alles Gute will Gold vom Topf

Wir haben einen Fehler gemacht. Und jetzt müssen wir dafür zahlen. Ganz genau sind es 887,03 Euro (inklusive Mehrwertsteuer), die wir bis zum 27. Dezember auf das Konto einer Hamburger Anwaltskanzlei überweisen müssen.

Als Teil unseres letzten “Schlagzeilenbastelns” hatten wir versehentlich einem Blatt aus dem Alles Gute Verlag eine Schlagzeile zugeschrieben, die tatsächlich in dem Heft “Viel Spaß” aus dem Burda-Verlag erschienen war. Ein Flüchtigkeitsfehler. Ein blöder Fehler.

Und vor allem ein gefundenes Fressen für den Alles Gute Verlag. Denn juristisch gesehen handelt es sich hierbei um eine falsche Tatsachenbehauptung von uns. Und die ist ohne Weiteres anfechtbar.

Der Alles Gute Verlag hatte nun verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Die Redaktion hätte uns eine E-Mail schreiben können. Das hat sie schon einmal aus einem anderen Grund gemacht, ganz zu Beginn unserer Blogarbeit. Unsere Mail-Adressen haben die Mitarbeiter also. Sie hätten auf den Fehler hinweisen können, wir hätten die Stelle korrigiert und uns für die falsche Information entschuldigt.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Hamburger Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle damit zu beauftragen, uns eine Abmahnung zu schicken. Diese Variante hat der Alles Gute Verlag gewählt.

Und so bekamen wir vergangene Woche ein Schreiben, in dem man uns auffordert, “die Falschmeldung sofort aus dem Internet herauszunehmen und im Übrigen die beigefügte Unterlassungsverpflichtungserklärung [...] abzugeben.” Anderenfalls müssten wir mit gerichtlichen Schritten rechnen.

Wir korrigierten den Fehler und entschuldigten uns. Und wir unterschrieben die mitgelieferte Unterlassungsverpflichtungserklärung. Vermutlich der zweite Fehler, den wir in dieser Sache begangen haben.

Ein paar Tage später lag dann jedenfalls ein weiteres Schreiben in unserem Briefkasten. Darin fordert uns die Kanzlei auf, die für den Alles Gute Verlag entstandene Kosten durch die Einschaltung eben jener Kanzlei zu erstatten. Und das sind die oben erwähnten 887,03 Euro.

Wir müssen zugeben: Die Forderung überraschte uns. Wir dachten in unserem jugendlichen Leichtsinn, dass die Sache mit unserer Unterschrift auf der Unterlassungsverpflichtungserklärung gegessen wäre. Denkste. Ein ziemlich hohes Lehrgeld.

Aber noch zwei weitere Erkenntnisse ziehen wir aus diesem Vorfall:

Erstens bedarf es schon eines blöden Flüchtigkeitsfehlers, an dem sich die Verlage festklammern können, um gegen uns vorzugehen. Wenn der dann passiert, schlagen sie gnadenlos zu.

Keine Frage: Wer, wie wir es tun, ständig andere dafür kritisiert, dass sie fehlerhaft berichten, der muss bei seiner eigenen Berichterstattung höllisch aufpassen, dass alles stimmt. Dennoch: Die Reaktion des Alles Gute Verlags würden wir nicht gerade als verhältnismäßig bezeichnen.

Und zweitens erstaunt es uns, wie sehr der Alles Gute Verlag, dessen Hefte es mit der Wahrheit ja sonst nicht allzu genau nehmen, auf einmal darauf achtet, dass fehlerfrei berichtet wird.


Übrigens: Wenn jemand von Ihnen unterm Weihnachtsbaum zufällig einen Topf voll Gold findet und daraus 887 Euro übrig hat — wir wüssten damit was anzufangen. Uns würden aber auch schon die drei Cent — oder auch jeglicher anderer Betrag — helfen.

Wenn Sie Lust haben, uns zu unterstützen, erreichen Sie uns am besten unter kontakt@topfvollgold.de.


Nachtrag, 21. Dezember 2013, 12:03 Uhr: Seit unser Blogpost gestern Abend online gegangen ist, haben wir unfassbar viel Unterstützung bekommen. Wir sind überwältigt.

Der Stand ist folgender: Bei Paypal stehen wir bei 143,90 Euro (Update, 13:55 Uhr: 281,47 Euro). Wie es auf dem Konto aussieht, können wir derzeit nicht sagen – die Volksbank hat das Konto noch nicht aktualisiert. Wir haben aber sehr viele großzügige Angebote und zwei sehr großzügige Angebote bekommen.

Ohne eine genaue Summe zu kennen, sind wir uns sicher, dass die 887,03 Euro erreicht sind. Vermutlich liegen wir sogar drüber. Aber wie gesagt: Eine konkrete Summe kennen wir noch nicht.

Wir wollen hiermit aber den Aufruf zur Unterstützung stoppen! Wer uns generell bei unserer Arbeit unterstützen möchte, kann dies natürlich gerne weiter tun. Aber für die Zahlung der Anwaltskosten ist es inzwischen nicht mehr nötig.

Wir werden — wenn wir sie kennen — eine genaue Summe hier veröffentlichen. Wenn wir tatsächlich über den 887,03 Euro liegen sollten, bieten wir gerne an, Gelder zurück zu überweisen. Durch eines der sehr großzügigen Angebote können wir nämlich sicher davon ausgehen, dass wir die Summe am Ende voll bekommen. Mehr dazu wahrscheinlich nach dem Wochenende.

1000 Dank an alle, die gemailt, überwiesen und was nicht sonst noch alles gemacht haben!


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