Schlagzeilenbasteln (134)
13

Schlagzeilenbasteln (134)

Welche Schlagzeile könnte man aus dieser Nachricht stricken?

Für Amalia, die Tochter der niederländischen Königin Máxima, geht es bald auf eine weiterführende Schule. Ihre Wahl fiel auf ein Gymnasium in Den Haag.

Königin Maxima - Überraschung - Tochter Amalia geht plötzlich ihren eigenen Weg

(“Frau mit Herz”)

Denn laut “Frau mit Herz” soll die Elfjährige ganz allein entschieden haben, welche Schule dir richtige für sie ist. Und dann hat sie der eigenen Familie angeblich auch noch Bedingungen gestellt:

Doch bevor die Familie ihren Entschluss bekanntgeben durfte, musste sie versprechen, den Namen der Schule bis nach Abschluss des Anmeldetermins geheim zu halten. Damit wollte Amalia verhindern, dass andere Kinder das Gymnasium auswählen, nur weil sie — quasi eine Berühmtheit — es besucht.

Dieses pfiffige Mäuschen!


facebooktwitteremail

In den Händen eines Schriebtäters
1

In den Händen eines Schriebtäters

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um den Versuch der “Freizeit eins”, die Kinder des niederländischen Königspaares in Gefahr zu schreiben:

Máxima - Sex-Skandal - Ihre Töchter waren in den Händen eines Triebtäters

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: “Sex-Skandal” in den Niederlanden. Moritz, was ist denn da los?

Moritz: Die “Freizeit eins” hat eine große Titelschlagzeile gedruckt, in der es um einen großen Skandal geht, um einen “Sex-Skandal”. Das ist für die Regenbogenpresse schon mal sehr ungewöhnlich: Das Thema “Sex” wortwörtlich auf der Titelseite anzukündigen. Dazu gibt’s ein Foto von Máxima, der Königin der Niederlande. Und es wird gesagt, dass es um ihre Töchter geht. Die sollen sich nämlich “in den Fängen eines Triebtäters” befunden haben. Was dahinter steckt: Die drei niedlichen Töchter von Máxima und Willem-Alexander spielen Hockey in einem Verein in den Niederlanden. Und in diesem Verein ist wohl — das scheint soweit zu stimmen — einer der Trainer festgenommen worden, “ein vorbestrafter Exhibitionist”. Der soll eine Kamera in einer Umkleidekabine des Vereins installiert haben, es wurden auch DVDs mit den Aufnahmen bei ihm zu Hause gefunden. Einen gewissen “Sex-Skandal” gibt es also tatsächlich. Wichtig ist aber ein kurzer Satz, den die “Freizeit eins” im Artikel bringt, nämlich dass die Staatsanwaltschaft bereits gesagt hat: “‘Die drei Kinder des Königspaares sind nicht dabei.’” Das erwähnen die Mitarbeiter der “Freizeit eins” zwar klein im Text, aber sie lassen es sich natürlich nicht nehmen, groß auf dem Titel zu werben: “Sex-Skandal”, Leute — kauft das Heft, hier ist was passiert in den Niederlanden. Und das stimmt eben überhaupt nicht.

Hier wird auch nahegelegt, dass die Töchter Schaden genommen haben.

Auch das ist nach aktuellem Stand wohl nicht der Fall. Ich hab’ mal ein bisschen im Internet geguckt: Die “Bunte” hat zum Beispiel auch über den Vorfall mit dem Hockeytrainer Luigi C. berichtet. Nun ist die “Bunte” nicht gerade dafür bekannt, den allerseriösesten Journalismus zu betreiben. Aber selbst die Mitarbeiter dort berichten relativ verhalten. Sie sagen: Da gab es einen Schock im Königshaus, aber keine Sorge, es ist nichts passiert und bei den Kindern ist alles in Ordnung. Da liegt dann der große Unterschied zur “Freizeit eins” und zur Regenbogenpresse allgemein: Die bauschen das Ganze viel stärker auf und setzen eine knalligere Schlagzeile drüber, um den Verkauf ein bisschen anzukurbeln.

Du hast gesagt: “Sex-Skandal”, das ist relativ ungewöhnlich für die Regenbogenpresse. Ich würde eigentlich denken, dass jeder Sex-Skandal eine große Freude für die Klatschpresse ist.

Durchaus. Es wird zum Beispiel sehr gern darüber berichtet, wenn mal wieder Gerüchte aufkommen, dass Juan Carlos, der ehemalige König von Spanien, eine Geliebte haben soll. Aber diese offensive Werbung für einen Artikel mit dem Wort “Sex” ist doch ungewöhnlich für die Regenbogenpresse.

Ist das zu viel für die Leserschaft?

Ja, genau. Es wird dann lieber von einer “Geliebten” gesprochen, von einer “Affäre”, von einer “Liebelei” und so weiter. Aber “Sex” verkauft sich auf den Titelseiten der Regenbogenhefte meiner Meinung nach gar nicht so gut. Und deswegen ist es uns diese Woche auch aufgefallen.

Und Missbrauchsthemen grundsätzlich, vor allem bei Kindern — greifen die das gerne auf oder wird das auch eher gemieden?

Auch da wird nicht so oft drüber geschrieben. In der Regenbogenpresse ist eine Geschichte immer erst dann eine Geschichte und erst dann wert, gedruckt zu werden, wenn irgendjemand Prominentes oder Adeliges darin vorkommt. Ein Beispiel: Der vermutliche Abschuss der MH17 über der Ukraine, ein großes Politikum und überall in den Medien zu finden, taucht erst dann in der Regenbogenpresse auf, wenn bekannt wird, dass irgendein ganz ferner Freund von Königin Máxima in dem Flugzeug saß. Erst dann ergibt sich eine Geschichte für diese Hefte.

Klar, Prominenz müsste verwickelt sein in diesen Missbrauchsskandal. Aber wird dann auch darüber berichtet oder ist das ein Thema, das sie aussparen?

Wenn die Redaktionen irgendwie eine passende Ecke finden, mit der auch jemand aus dem Königshaus oder jemand Prominentes zu tun haben könnte, dann wird bestimmt berichtet. Auch in diesem Artikel der “Freizeit eins” ist es so, dass ein Skandal um die drei Kinder des Königspaares aufgebauscht wird, den es eigentlich gar nicht gibt. Die anderen Kinder aus dem Hockeyverein, die definitiv von den heimlichen Aufnahmen in der Umkleidekabine betroffen sind, werden in dem Artikel nicht weiter thematisiert. Das heißt: Solang man nicht prominent oder adelig ist, ist man es in der Regenbogenwelt auch nicht wert, erwähnt zu werden.

Wie geht’s denn jetzt weiter in dieser Geschichte? Sucht die Regenbogenpresse jetzt nach den Nacktbildern und -videos? Kannst Du Dir das vorstellen?

Nein, das werden sie nicht machen. Da kennen die Redaktionen auch eine Grenze. Und die Staatsanwaltschaft sagt ja wirklich sehr deutlich, dass die drei Kinder von Máxima und Willem-Alexander nichts mit den Aufnahmen zu tun haben. Das scheint also ausgeschlossen zu sein. Wenn es dennoch so sein sollte, dass sie auf diesen Videoaufnahmen auftauchen, dann wäre es für die Hefte vielleicht noch einmal ein Thema, sollte es zum Prozess kommen. Aber die Redaktionen werden sicher die Finger von den Aufnahmen an sich lassen. Etwas anderes traue ich nicht mal denen zu.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


facebooktwitteremail

Schlagzeilenbasteln (66)
9

Schlagzeilenbasteln (66)

Welche Geschichte verbirgt sich wohl hinter folgender Schlagzeile?

König Willem-Alexander - Jetzt verrät er Amalia ein süßes Geheimnis - Ist das schön!

Die “Heim und Welt” hat ein bisschen gelauscht:

Doch was war das süße Geheimnis, das er ihr verriet? Hofkenner wissen, dass es sich dabei nicht um ein weiteres Geschwisterchen handelt. Willem soll Amalia versprochen haben, dass sie schon bald überraschend alle in Urlaub fahren. Und sich Papa dort ganz viel Zeit für seine Große nimmt!


facebooktwitteremail

Schlagzeilenbasteln (49)

Schlagzeilenbasteln (49)

Welche Schlagzeile könnte man aus folgender Nachricht dichten?

Die niederländische Königin Máxima hat neulich für ihren Einsatz als UN-Sonderbeauftragte den “Deutschen Medienpreis” verliehen bekommen. Ihre Tochter Amalia interessiert sich laut “Heim und Welt” für das Engagement ihrer Mutter.

Königin Maxima - Rührender Geheimplan mit ihrer süßen Amalia!

“Insgeheim verfolgt Maxima einen rührenden Plan: Sie hofft, dass die Kronprinzessin einmal in ihre Fußstapfen treten wird.” Schließlich soll Amalia ganz fasziniert sein von der bunten Porzellanfigur, die Máxima als Preis mit nach Hause gebracht hat. Das Blatt denkt sich folgendes Zitat aus: “‘So eine hübsche Figur bekommst du auch, wenn du Gutes für andere Menschen tust’, verrät die Königin ihrer ältesten Tochter lächelnd.”


facebooktwitteremail

In den Palästen der Welt daheim

In den Palästen der Welt daheim

Wenn die Regenbogenredaktionen mit ihrer Arbeit einer Frage ganz sicher nicht auf den Grund gehen wollen, dann dieser hier: Was ist wirklich passiert?

Die Maxime lautet eher: Was könnte möglicherweise vielleicht unter Umständen passiert sein, das sich besonders gut verkaufen lässt?

Und so hält diese Covergeschichte der “Heim und Welt” auch mitnichten das, was ihre aufklärerische Titelzeile den Lesern verspricht:Neue Schock-Gerüchte um Diana erschüttern William - "Mutter, was ist wirklich passiert?"Nein, es geht den Mitarbeitern der “Heim und Welt” bei diesem Artikel ganz und gar nicht darum herauszufinden, wie es nun tatsächlich zum tödlichen Unfall Dianas kam. Und das Zitat, das sie Prinz William zuschreiben, haben sie sich auch nur selbst ausgedacht. In Wirklichkeit toben sich in ihrem Artikel die Liebe-Leser-wir-waren-tatsächlich-dabei-zwinker-zwinker-Journalisten auf zwei Seiten so richtig aus.

Und das liest sich so:Schweißgebadet schreckt er hoch. Der Puls rast, panisch schnappt William (31) nach Luft. Doch diesmal ist es nicht sein unruhig schlummerndes Baby George, das dem Prinzen den Schlaf raubt. Ihr quälen furchtbare Albträume! Gerade schien William erfolgreich in seinen neuen Lebensabschnitt hineinzuwachsen. In die Rolle des Familienvaters, in die verantwortungsvolle Aufgabe, einen kleinen Erdenbürger großzuziehen. Nun aber holt ihn plötzlich unerbittlich die eigene Vergangenheit ein!Die Fantasten der “Heim und Welt” sitzen also an Williams Bettkante, wenn der Prinz nachts an die Filmplakate denken muss, “auf denen Schauspielerin Naomi Watts (44) seiner Mutter erschreckend ähnlich sieht”.

Es ist eine ganz eigene Art der, nun ja, Berichterstattung, auf die sich der Klambt-Verlag mit seinen Schein-Reportagen spezialisiert hat. Eigentlich beansprucht im Verlagshaus in Baden-Baden die “Frau mit Herz” die Führungsrolle unter den Märchenerzählern. Doch in diesen Tagen scheint das Schwesterblatt “Heim und Welt” ihr diese Position ernsthaft streitig machen zu wollen.

Denn nur eine Woche später hat ein Teil der Redaktion seine Wahrsagerzelte in Großbritannien anscheinend abgebrochen, sich auf den Weg nach Spanien gemacht und dort im Palast von König Juan Carlos eingenistet.

Herausgekommen ist diese Geschichte:König Juan Carlos von Spanien - Nimmt er Letizia nun Klein-Leonor für immer weg?

Erschrocken zucken die Angestellten des Marivent-Palastes zusammen. Die Stimme des spanischen Königs fährt allen durch Mark und Bein. Selbst die massive Holztür des Arbeitszimmers kann seinen wütenden Worten kaum etwas von ihrer Wucht nehmen. Seine Stimme wird immer noch lauter und überschlägt sich. Dann schmettert Juan Carlos den Telefonhörer in die Gabel und eine unheimliche Stille kehrt ein. Wer hat den 75-Jährigen, der eigentlich ein paar entspannte Tage im Sommersitz der Familie auf Mallorca genießen wollte, so zur Weißglut getrieben? Seine Schwiegertochter Letizia (40)!Jene Redaktionsmitarbeiter, die in Großbritannien geblieben sind, haben ebenfalls eine Story ausgegraben zusammengedichtet — die “Zweite Chance für die Liebe” von Prinz Andrew und seiner Fergie:Das Paar hat es sich abseits der Festgesellschaft im kuscheligen Kaminzimmer gemütlich gemacht. Sie lauschen den knisternden Holzscheiten, schwelgen in schönen Erinnerungen, halten einander fest im Arm. Es ist wie in alten Tagen, als hätte jemand heimlich an der Uhr gedreht. Auf Schloss Balmoral in Schottland feiern Sarah „Fergie“ Ferguson (53) und Andrew (53) 17 Jahre nach der Scheidung ein romantisches Liebes-Comeback.Und für die Ausgabe der “Heim und Welt”, die am vergangenen Montag erschienen ist, haben sie noch eine Geschichte von Schloss Balmoral mitgebracht:König Elizabeth - Todes-Angst um ihre Familie - Wie viel Leid kann sie noch ertragen?

Schlagartig verfinstert sich ihre Miene, für einen Augenblick drohen ihr die Gesichtszüge zu entgleiten. Die sonst so kontrollierte Königin ist kaum wiederzuerkennen! Sekundenlang verharrt Elizabeths Blick auf der Angestellten, die die furchtbare Hiobsbotschaft überbracht hat. Unerträgliche Stille macht sich breit, eine düstere Mischung aus traumatischen Erinnerungen und unheilvollen Visionen schießt der Queen durch den Kopf. Plötzlich wird der 87-Jährigen schummrig vor Augen. Im letzten Moment bekommt sie eine Sessel zu fassen, um sich daran abzustützen. Was hat die Monarchin in ihrem Urlaub auf Schloss Balmoral nur so aus der Fassung gebracht?Nun hat sich die “Heim und Welt” in den vergangenen Wochen also in britische und spanische Paläste eingeschlichen und die gespitzten Ohren an die schweren Holztüren gelegt. Die meisten Mittendrin-Artikel aber liefert ihr Spürhund in den Niederlanden.

Zum Beispiel diesen hier von der Beerdigung Prinz Frisos:Frisos Töchter Luana und Zaria - "Unser Papa ist jetzt im Himmel!"

Zwischen den dunkel gekleideten Erwachsenen gehen kleine Gestalten in blütenweißen Kleidern. Frisos Töchter Luana (8) und Zaria (7) blinzeln ungläubig aus traurigen kleinen Augen. Ihr geliebter Papa ist fort. „Er ist jetzt im Himmel!“, flüstert Luana den Cousinen hinter ihr zu -- und blickt wehmütig nach oben, als könnte sie Friso dort sehen. Ihre kleine Schwester Zaria schluchzt. Und drückt die Hand ihrer Oma Beatrix noch ein wenig fester ...Über den Tod und die Beerdigung Frisos ist inzwischen alles erzählt worden — alles, was tatsächlich passiert ist. All das zu erzählen, was nicht passiert ist, das hat sich jetzt offenbar die “Heim und Welt” zur Aufgabe gemacht.

Beispielsweise mit diesem Blick in Beatrix’ Inneres:Prinzessin Beatrix - "Mein Sohn, bitte steh mir bei!"

Die Augen hat sie fast wie zum Schutz stark geschminkt. Ihr Körper wirkt kraftlos. Immer wieder starrt sie ins Leere. Oder sie schaut ihren Sohn hilfesuchend an. Prinz Constantijn (43) weiß genau, wie es in seiner Mutter aussieht. Denn auch wenn sie sich nach außen noch so stark und tapfer gibt, Prinzessin Beatrix ist völlig verzwifelt. Nach dem Tod ihres Sohnes Friso scheint alle Lebenslust wie weggeflogen. Umso wichtiger, dass Constantijn seiner Mutter kaum aus den Augen lässt. Zusammen mit seiner Frau Laurentien (47) kümmert er sich fast Tag und Nacht um sie.All diese Beispiel sind irre und verlogen und haben mit Journalismus so viel zu tun wie “Der Landser” oder “Perry Rhodan”. Es ist zusammengesponnener Mist, der Nähe und Authentizität vorgaukeln soll und im Grund nichts weiter ist als Schund, der an Redaktionsschreibtischen in Baden-Baden auf Papier gerotzt wurde.

Ein ganz besonderes Exemplar ist dabei mit dieser Titelgeschichte herausgekommen:Krebs-Schick in der Familie - Enkelchen Amalia sorgt sich um Prinzessin Beatrix - "Oma, bitte hör doch auf zu weinen!"Denn die Szene, die in diesem Artikel geschildert wird, ist von vorne bis hinten — Zeile für Zeile — komplett ausgedacht. Hier die schönsten Auszüge:

Versonnen schweift ihr Blick hinaus auf den maerischen Garten des Drakensteyn-Schlosses. Die gleißende Morgensonne taucht den ganzen Raum in ein goldenes Licht. Bald werden alle hier sein. Willem-Alexander (46), Maxima (41), Constantijn (43) mit Laurentin (47), Mabel (45) und natürlich die Kinder. Gemeinsam wird die Familie an diesem Tag Frisos (✝44) Grab in Lage Vuursche besuchen.

Ach, könnte die Zeit doch zurückgedreht werden! Die schmerzvollen Erinnerungen zerreißen ihr Mutterherz. Gedankenverloren stiert Beatrix in die Ferne, eine Träne kullert ihre Wange hinab …

“Oma, bitte hör doch auf zu weinen!” Die flehenden Worte ihrer Enkeltochter reißen Beatrix abrupt aus ihren Gedanken. Sie hat gar nicht bemerkt, wie sich Amalia (9) und ihre Cousinen, Frisos Töchter Luana (8) und Zaria (7) klammheimlich herangeschlichen haben. Beim Anblick der Mädchen legt sich ein warmes Lächeln auf Beatrix’ Gesicht. In den Stunden tiefster Trauer und Verzweiflung spenden die süßen Enkelchen ihr so viel Trost.

Zaria hüpft auf den Schoß ihrer Oma, drückt fest ihre Hand: “Du brauchst nicht traurig sein! Papa ist doch jetzt bei den Engeln!” Selig blickt Beatrix in die kleinen Augen ihrer Enkelin. Sie streichelt ihr zärtlich über die Wange, spricht leise. “Ich bin froh, dass ich euch habe!” Ihre Lieblinge schmiegen sich ganz fest an sie. Für einen Moment schließt Beatrix die Augen. Sie flüstert: “Lieber Gott, ich danke dir …!”

Herrjemine.

Diese sieben Beispiele von Schein-Reportagen stammen aus vier Wochen “Heim und Welt”. Was sagte der Klambt-Verlagsleiter Herbert Martin vor wenigen Tagen gleich noch in einem Beitrag des NDR-Medienmagazins ZAPP?

Es ist nicht so, dass Journalisten, die für Yellow Press-Produkte arbeiten, schlechter arbeiten, sie arbeiten nur anders.


facebooktwitteremail