Von Raben und Geiern
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Von Raben und Geiern

Direkt zu Beginn, in den ersten acht Zeilen, zeigt das neue Regenbogenblatt “Beste Revue”, dass es dazugehören will zum exklusiven Kreis der besonders grässlichen Branchenvertreter:

Jeder Mutter würde es bei diesem Anblick das Herz zerreißen: Ein Kind steht alleine vor der Schule und wartet darauf, abgeholt zu werden. Doch niemand kommt. Der kleine Damian [Nachname] (8) schaut traurig aus.

Nun lässt dieser Artikeleinstieg der neuen Ausgeburt aus dem Hause Bauer zwei Interpretationen zu: Entweder lauern die Mitarbeiter der “Besten Revue” einem Achtjährigen nach der Schule auf. Oder sie täuschen nur vor, die beschriebene Szene erlebt zu haben. So oder so — ein fulminanter Start für eine Neuerscheinung.

Es geht um den gemeinsamen Sohn von Moderatorin Sylvie Meis und Fußballer Rafael van der Vaart, die inzwischen kein Paar mehr sind. Und vor allem geht es um die fehlenden Fürsorge-Fähigkeiten von Sylvie Meis:

Besonders schlimm: Mutter Sylvie Meis (36) spürt den tiefen Kummer ihres einzigen Sohnes offenbar nicht und pendelt lieber zwischen Urlauben und teuren Partys.

Jetzt hat sie auch noch einen neuen Mann kennengelernt, den New Yorker Unternehmer Samuel Deutsch:

Mit ihm möchte Sylvie ihr Liebesglück genießen — aber bitte ungestört! Für Söhnchen Damian [...] ist da kein Platz.

Und dann äußert Sylvie Meis in einem Interview auch noch so etwas Ungeheuerliches wie den Wunsch nach einem zweiten Kind. Liebe “Beste Revue”, schreite ein!

Möchte Sylvie den smarten Samuel so an sich binden? Was wäre das für ein herzloser Plan, was wäre sie für eine Raben-Mutter!

Genau, alte Jugendamtshelfer der “Besten Revue”, wenn überhaupt, dann “wäre” sie eine “Raben-Mutter”. Aber weil sich Eure Postille mit einem dicken Konjunktiv II auf dem Titelblatt nicht besonders gut verkaufen lässt, habt ihr für vorne drauf eine etwas drastischere Variante gewählt:

Sylvie Meis - Raben-Mutter! Sie will ein zweites Baby - doch um welchen Preis ...


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