Links vom topf (29)
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Links vom topf (29)

Bei der Erziehung ihrer Kinder könnte Charlène und Albert von Monaco ein ziemlicher Orden Stein in den Weg gelegt worden sein, schreibt “FAS”-Redakteur Jörg Thomann in seinen neuen “Herzblatt-Geschichten”:

Keine Probleme, mal eine Partnerin zu finden, dürfte Monacos Thronfolger Jacques haben. Anlässlich seiner Taufe bekam er laut “Frau im Spiegel” soeben “das Großkreuz des Grimaldi-Ordens” verliehen, “die höchste Stufe des Verdienstordens”. Erscheint uns bei einem fünf Monate alten Knaben etwas früh und zudem nicht die beste Motivationshilfe zu sein: Wem jetzt schon die höchsten Verdienste bescheinigt wurden, der wird später kaum sein Zimmer aufräumen.

Herzblatt-Geschichten: Ein kleines Bauchi


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


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Schlagzeilenbasteln (130)
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Schlagzeilenbasteln (130)

Welche Schlagzeile könnte man über diese Nachricht setzen?

Der Sohn von Caroline von Monaco hat eine Freundin. Und die hat gerade eine TV-Dokumentation fertiggestellt “über die Aufgaben der Frauen bei der Mafia”.

Sie muss die Zwillinge beschützen - Fürstin Charlène - Im Visier der Mafia

Schwarz gekleidete Gestalten steigen nachts in den Grimaldi-Palast ein. Im Schutze der Dunkelheit scleichen sie durch die Gänge — auf der Suche nach Charlène (37) und ihren Zwillingen Jacques und Gabriella (3 Monate).

Nanu?! Was hat “Die Neue” denn da für heißen Stoff?

Szenen, die man eigentlich nur aus amerikanischen Gangsterfilmen kennt.

Oder aus deutschen Käseblättern, wenn den Mitarbeitern in der Kantine mal wieder Halluzinogene in den Kartoffelbrei gemischt wurden.


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Post an den Presserat (3)
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Post an den Presserat (3)

Und wieder haben wir einen Schwung Beschwerden an den Presserat geschickt — dieses Mal zu folgenden Regenbogen-Artikeln …


Willem-Alexander - Das Geständnis seiner Mutter rührt ihn zu Tränen

1)

Die “Heim und Welt” berichtet von einem Gespräch zwischen dem niederländischen König Willem-Alexander und seiner Mutter Beatrix. Die Redaktion will dabei ganz nah dran gewesen sein und schreibt im Reportagestil direkt aus dem Büro des Königs:

Zufrieden klappt Willem-Alexander (46) die Arbeitsmappe auf seinem Schreibtisch zu und legt sie zur Seite. Da fällt ihm der Kalender ins Auge, in dem der 27. April farbig markiert ist. Denn dieses Datum ist ein ganz besonderes: Zum ersten Mal wird Willem-Alexander dort mit den Niederländern den Königstag zu seinen Ehren feiern!

In diesem Reportage-Ton geht es weiter, als ihn “plötzlich” “ein Klopfen aus seinen Gedanken” holt und seine Mutter die Tür mit “einem leichten Knarren” öffnet. Sie sagt ihm, wie stolz sie auf ihn sei und dass die Niederländer mit ihm einen hervorragenden König hätten. Diese angeblichen Aussagen von Beatrix lassen die “Heim und Welt” titeln: “Willem-Alexander — Das Geständnis seiner Mutter rührt ihn zu Tränen”.

2)

Der Artikel der “Heim und Welt” ist mit all seinen Details und Geschehnissen komplett erfunden. Das Blatt führt keine Belege oder Quellen an, die darauf hindeuten könnten, dass sich die beschriebene Szene im Büro des niederländischen Königs tatsächlich so abgespielt hat.

Zudem ist der “Heim und Welt” ein faktischer Fehler unterlaufen, der die Zweifel an der Wahrhaftigkeit des Artikels noch einmal unterstreicht: Üblicherweise findet der Königstag in den Niederlanden tatsächlich am 27. April statt. 2014 wurde er jedoch um einen Tag vorverlegt, weil er sonst auf einen Sonntag gefallen wäre. Es wäre also höchst verwunderlich, wenn in Willem-Alexanders Kalender der 27. April 2014 “farbig markiert” war.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Heim und Welt” gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Für ihre Geschichte liefert die “Heim und Welt” keinen Anhaltspunkt, der dafür spricht, dass es zu diesem Gespräch zwischen Mutter und Sohn tatsächlich gekommen ist. Es ist höchst wahrscheinlich, dass die Geschichte vollständig an den Haaren herbeigezoen ist. Der Artikel widerspricht damit sowohl der Achtung der Wahrheit — da hier offensichtlich eine erfundene Geschichte als Wahrheit ausgegeben wird — als auch der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit, die der Pressekodex fordert. Daher verstößt die “Heim und Welt” mit dieser Veröffentlichung gegen Ziffer 1.

Nicht nur, dass das bloße Erfinden einer kompletten Geschichte dem Anspruch ordenticher Recherche gänzlich widerspricht — beim Erfinden hat die “Heim und Welt” auch noch einen faktischen Fehler gemacht. Dazu steht unter Ziffer 2 des Pressekodex: “Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen [...] sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.” Eine Prüfung “mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt” hat in diesem Fall offensichtlich nicht stattgefunden. Damit verstößt die “Heim und Welt” gegen Ziffer 2 des Pressekodex.


Fürstin Charlène - Lebensgefahr! Im Traum-Urlaub war sie dem Tod ganz nah

1)

Die “Schöne Woche” berichtet über einen Urlaub, den Monacos Fürstin Charlène auf einer Karibikinsel verbracht hat. Auf den ersten Blick durch und durch ein Traumurlaub, doch nicht so laut der Schlagzeile der “Schöne Woche”: “Im Traum-Urlaub war sie dem Tod ganz nah”. Im Artikel heißt es dann weiter: “Die Fürstin befand sich in Lebensgefahr! Ein lautloser Killer bedrohte ihr Glück.”

Bei dem “lautlosen Killer” handelt es sich um die Tigermücke, die auch auf dieser Karibikinsel vorkommen soll und das Dengue-Fieber verbreitet. Laut “Schöne Woche” sterben jährlich 22 000 Menschen an dieser Krankheit, weltweit erkranken daran jedes Jahr 50 bis 100 Millionen, davon rund 20 000 in der Karibik. Schutz gegen das Dengue-Fieber bietet unter anderem das Tragen heller und geschlossener Kleidung. Darauf hat Charlène, wie die “Schöne Woche” besorgt feststellt, verzichtet:

Als sie mit ihren Freunden herumalberte, hatte sie die Ärmel hochgekrempelt und trug Shorts. Sie lief auch barfuß über den Strand [...]. Die Fürstin bot den Mücken also mit viel nackter Haut eine Menge Angriffsfläche. Ganz schön leichtsinnig!

Letztendlich ist Charlène auf ihrer Reise nichts Schlimmes zugestoßen, beruhigt die “Schöne Woche”, die aber gleichzeitig mahnt: “Sie kann von großem Glück reden, dass ihr nichts passiert ist!”

2)

Die “Schöne Woche” übertreibt in dieser Veröffentlichung maßlos. Sie verdreht Fakten und Tatsachen zu Charlènes Urlaub so sehr, bis eine angebliche Sensation herauskommt, die das Blatt groß auf der Titelseite ankündigen kann. Nach der “Schöne Woche”-Logik wäre jeder Karibik-Urlauber “dem Tod ganz nah”. Hochgekrämpelte Ärmel und ein Barfuß-Spaziergang rechtfertigen nicht die Hysterie der Schlagzeile.

Die auf dem Titel versprochene dramatische Geschichte rund um Charlènes Urlaub existiert nicht. Beim Lesen des Textes im Heftinnern wird klar, dass die Redaktion sie einzig zu Verkaufszwecken aufgebauscht hat.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Schöne Woche” gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Eine besondere Bedrohung Charlènes durch die Tigermücke gab es nie. Eine Erkrankung am Dengue-Fieber war für sie genauso realistisch (beziehungsweise unrealistisch) wie für jeden anderen Karibik-Urlauber. Durch die stark übertriebene Schlagzeile auf dem Cover verzerrt die “Schöne Woche” die tatsächlichen Fakten. Damit achtet sie nicht die Wahrheit und verfolgt auch keine wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit. Damit verstößt der Artikel gegen Ziffer 1 des Pressekodex.

“Lebensgefahr! Im Traum-Urlaub war sie dem Tod ganz nah”, schreibt die “Schöne Woche” auf ihrer Titelseite. Und auch für die Überschrift im Heftinnern wählt das Blatt einen ähnlichen Ton: “Lebensgefahr im Traumurlaub! Ein lautloser Killer bedrohte ihr Glück”. Diese Titelzeilen stellen eine Täuschung der Leserschaft dar, die einzig das Ziel hat, noch mehr Hefte zu verkaufen. Der “lautlose Killer”, der eine tatsächliche Bedrohung für Charlène darzustellen scheint, entpuppt sich am Ende lediglich als Mücke, von der eine potentielle Gefahr ausgeht. Schlagzeile und Überschrift entstellen somit den Sinn des Artikels — ein Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex.


"Willkommen in meinem Reich" - doppelseitiger Bericht über den neuen Harald Glööckler-Laden in Berlin

1)

In Berlin hat der Modedesigner Harald Glööckler einen Laden eröffnet. Das Regenbogenheft “Das neue Blatt” berichtet darüber besonders ausführlich: Auf einer Doppelseite zeigen viele Fotos entweder Kleidung und andere Produkte, die es in dem Laden zu kaufen gibt, oder Prominente, die sich mit eben jenen Produkten haben ablichten lassen. Die Redaktion hat den Fotos im Layout immer wieder Preisschilder hinzugefügt, die den Preis für dass jeweilige Produkt anzeigen.

Zu der großen Bilderstrecke gibt es einen kurzen Text, der die Glööckler-Produkte ebenfalls erwähnt, und ein Interview mit Harald Glööckler selbst. Dort spricht Glööckler über die Produkte, die er verkauft, und über mögliche Standorte für seine nächsten Läden. In einem Infokasten verrät “Das neue Blatt” außerdem noch die Öffnungszeiten des Glööckler-Ladens und den schnellsten Weg dorthin.

2)

Die gesamte Doppelseite wirkt wie eine große Werbeanzeige für Harald Glööcklers neuen Laden in Berlin. Im Text wird anhimmelnd über Glööckler und seine Produkte geschrieben. Das Interview bietet dem Designer die Gelegenheit, selbst noch einmal Werbung für sein neues Geschäft zu machen. Die Fotos der Produkte sowie der Infokasten mit Öffnungszeiten und Anfahrtsweg sind geradezu Aufforderungen an die Leserinnen und Leser, das Geschäft in Berlin zu besuchen und dort Glööckler-Produkte zu kaufen. Preise für die Produkte werden explizit genannt.

Mit diesem Artikel macht “Das neue Blatt” im redaktionellen Teil eindeutig Werbung für Harald Glööckler und verkauft diese Werbung der Leserschaft als journalistisches Produkt.

3)

Unseres Erachtens verstößt “Das neue Blatt” mit diesem Artikel gegen Ziffer 7 des Pressekodex.

Richlinie 7.2 schreibt vor:

Redaktionelle Veröffentlichungen, die auf Unternehmen, ihre Erzeugnisse, Leistungen oder Veranstaltungen hinweisen, dürfen nicht die Grenze zur Schleichwerbung überschreiten. Eine Überschreitung liegt insbesondere nahe, wenn die Veröffentlichung über ein begründetes öffentliches Interesse oder das Informationsinteresse der Leser hinausgeht oder von dritter Seite bezahlt bzw. durch geldwerte Vorteile belohnt wird. Die Glaubwürdigkeit der Presse als Informationsquelle gebietet besondere Sorgfalt beim Umgang mit PR-Material.

Diese Vorgabe missachtet “Das neue Blatt” mit seinem Artikel über den Glööckler-Laden. Mit der expliziten Nennung und Abbildung der Produkte und ihrer Preise, der durchweg unkritischen und werbenden Art des Textes sowie dem Infokasten mit Anfahrtsdaten und Öffnungszeiten geht die Veröffentlichung von “Das neue Blatt” weit über ein “begründetes öffentliches Interesse” hinaus. Da der Artikel nicht als Anzeige gekennzeichnet, sondern im redaktionellen Teil des Heftes erschienen ist, verstößt “Das neue Blatt” gegen Ziffer 7 des Pressekodex.


Haakon & Mette-Marit - Schlimmer Verdacht - Ist ihre Liebe nur gespielt? Zu sehen ist ein Foto von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, die bei einer Trauerfeier zum Attentat auf der Insel Utøya weint.

1)

Die “Revue heute” schreibt über die Ehe des norwegischen Kronprinzenpaares Mette-Marit und Haakon. Die Geschichte ihrer Beziehung scheine auf den ersten Blick wie aus einem Märchen, die “Revue heute” hat allerdings ihre Zweifel und fragt in einer Bildunterschrift: “Echte Liebe oder oscarreife Darbietung?” Weiter schreibt das Blatt:

So sehr sich das Kronprinzenpaar auch abmüht, nach außen das perfekte Liebesglück zu mimen — immer wieder zeigen sich Risse in der Fassade.

Unter solchen Rissen versteht die “Revue heute” Mette-Marits Reisen in den Himalaya, ihren Rückzug aus der Öffentlichkeit aufgrund angeblicher gesundheitlicher Probleme und Haakons Hobbies: Beim Bungeejumping und Fallschirmspringen soll er nach Ansicht des Blatts immer wieder sein Leben riskieren.

2)

Auf der Titelseite der “Revue heute” ist ein Foto von Mette-Marit zu sehen, das sie weinend und in schwarzer Trauerkleidung zeigt. Dieses Foto hat die Redaktion vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen; das Bild und die Tränen Metter-Marits darauf haben nicht im Ansatz mit einer etwaigen Beziehungskrise zu tun: Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2011, als die norwegische Kronprinzessin an einer Trauerfeier für die Opfer der Anschläge auf Utøya teilnahm, bei denen neben Dutzenden anderen Menschen auch ihr Stiefbruder ums Leben kam. Die Wahl und der Abdruck des Fotos zielen vermutlich nur auf ein mögliches Sensationsinteresse und, damit verbunden, auf höhere Verkaufszahlen ab.

3)

Unseres Erachtens verstößt die Veröffentlichung gegen Ziffer 2 des Pressekodex.

Der Abdruck des Fotos, das Mette-Marit weinend und in Trauerkleidung zeigt, erweckt in Kombination mit der Überschrift (“Schlimmer Verdacht — Ist ihre Liebe nur gespielt?”) den Eindruck, die norwegische Kronprinzessin weine auf diesem Foto wegen der angeblichen Risse in ihrem Privatleben. Dieser Zusammenhang ist allerdings frei erfunden. Derartige Fälle, in denen eine Redaktion zur Bebilderung ein Foto wählt, das mit den eigentlichen angeblichen Geschehnissen nicht zu tun hat, regelt der Pressekodex in Richtlinie 2.2:

Kann eine Illustration, insbesondere eine Fotografie, beim flüchtigen Lesen als dokumentarische Abbildung aufgefasst werden, obwohl es sich um ein Symbolfoto handelt, so ist eine entsprechende Klarstellung geboten.

Eine solche Kennzeichnung fehlt in der Veröffentlichung des “Revue heute” jedoch.


Sie weint nur noch - Mette-Marit - Schock-Diagnose - Die Prinzessin ist unheilbar krank ...

1)

Sowohl die “Revue heute” als auch die “Freizeit Express” (beide erscheinen im “Alles Gute Verlag”) titeln auf ihren Covern über die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit: “Schock-Diagnose — Die Prinzessin ist unheilbar krank …”.

Den Artikeln zufolge leidet Mette-Marit unter psychischen Problemen: “Palastinsider sprechen sogar von einer ausgewachsenen Depression”. Genüsslich zählen die Redaktionen all die Krankheiten, Verletzungen und Unfälle Mette-Marits auf, die sie in den vergangenen Jahren so ausmachen konnten. Mit Blick auf die angebliche Depression und eine mögliche Genesung Mette-Marits machen die Blätter nicht viel Hoffnung:

Aber für Depressionen gibt es keine Heilung, höchstens eine langfristige Therapie …

Auf der Titelseite haben die Redaktionen zur Illustration das Foto einer weinenden Mette-Marit gewählt und dazu rot-unterlegt getextet: “Sie weint nur noch”.

2)

Das verwendete Bild auf dem Cover hat inhaltlich nichts mit der angeblichen “Schock-Diagnose” zu tun. Es handelt sich um ein Foto, das im Sommer 2011 bei der Trauerfeier zum Anschlag auf Utøya aufgenommen wurde. Bei diesem Anschlag hat Mette-Marit ihren Stiefbruder verloren. Eine Kennzeichnung dieses Fotos als Symbolbild gibt es nicht.

Dazu täuscht die Schlagzeile, nach der die Kronprinzessin unheilbar krank sei, die Leserschaft. Sowohl die “Revue heute” als auch die “Freizeit Express” werben auf den Titelseiten mit Tatsachenbehauptungen für den Kauf der Zeitschriften. Im Heftinnern wird hingegen schnell klar, dass es sich lediglich um Gerüchte zu Mette-Marits Gesundheitszustand handelt.

Außerdem ist die Art, wie die Hefte über die Krankheiten und Verletzungen Mette-Marits berichten, nicht angemessen. Das trifft insbesondere auf die Passagen der Artikel zu, in denen über die angebliche Depression geschrieben wird. Hier wird den Leserinnen und Lesern ein falsches Bild der Krankheit vermittelt, indem Depressionen als unheilbar dargestellt werden.

3)

Unseres Erachtens verstoßen die “Freizeit Express” und die “Revue heute” mit ihren Artikel gegen die Ziffern 1, 2, 8 und 14 des Pressekodex.

Auf der Titelseite schreiben die Redaktionen: “Die Prinzessin ist unheilbar krank”. Diese Tatsachenbehauptung widerspricht einer wahrhaftigen Unterrrichtung der Öffentlichkeit, wie sie der Pressekodex vorsieht. Daher verstößt der Artikel gegen Ziffer 1.

Für die Illustrationen auf den Titelseiten haben die Mitarbeiter ein Foto von Mette-Marit gewählt, auf dem sie weint. Das Foto erweckt im Zusammenspiel mit den Dachzeilen den Eindruck, es hänge mit der “Schock-Diagnose” zusammen. Das stimmt aber nicht. Das Bild hätte als Symbolfoto gekennzeichnet werden müssen, was nicht geschehen ist. Daher verstößt die Veröffentlichung gegen Richtlinie 2.2, die den Umgang mit Symbolbildern regelt:

Kann eine Illustration, insbesondere eine Fotografie, beim flüchtigen Lesen als dokumentarische Abbildung aufgefasst werden, obwohl es sich um ein Symbolfoto handelt, so ist eine entsprechende Klarstellung geboten.

Fast eine ganze Artikelspalte widmen die Hefte einer Aufzählung von Erkrankungen und Verletzungen der Kronprinzessin. Dazu kommt die Behauptung, sie leide an einer Depression. Damit verstoßen sie gegen Richtlinie 8.6 des Presekodex. Dort steht:

Körperliche und psychische Erkrankungen gehören zur Privatsphäre. In der Regel soll über sie nicht ohne Zustimmung des Betroffenen berichtet werden.

Eine solche Zustimmung Mette-Marits dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vorliegen.

Ziffer 14 des Pressekodex legt fest:

Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte.

Dagegen verstoßen die Blätter mit ihren Schlagzeilen auf den Titelseiten, in denen behauptet wird, Mette-Marit sei — mit ihrer angeblichen Depression — unheilbar krank. Dies vermittelt der Leserschaft den Eindruck, dass es sich bei einer Depression zwangsläufig um eine Erkrankung ohne Chance auf Heilung handle. Dadurch könnten unbegründete Befürchtungen bei den Leserinnen und Lesern ausgelöst werden.


Wir wollen uns wieder häufiger über die Regenbogenpresse beschweren — nicht nur hier im topfvollgold, sondern so richtig offiziell.

In Deutschland ist dafür der Presserat die oberste Anlaufstelle. Deswegen schicken wir wieder regelmäßig Beschwerden über einzelne Regenbogenartikel dorthin.


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Schlagzeilenbasteln (116)
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Schlagzeilenbasteln (116)

Heute braucht es die ganze Regenbogen-Chuzpe: Welche verkaufsträchtige Überschrift könnte man über diese (Nicht-)Nachricht packen?

Alles bestens in Monaco: Charlène, “die als Eiskönigin verschriene Fürstin”, wirke nach der Geburt ihrer Zwillinge so gelassen und glücklich wie nie zuvor.

Fürstin Charlène - Ehe-Tragödie - Die alten Wunden brechen leider wieder auf

Denn Obwohl:

Die Ex-Schwimmerin hält ihr Glück in den Armen und strahlt ihren Ehemann an.

Um sie herum herrscht so viel Liebe, dass es fast ansteckt.

Endlich sind alle Ungläubigen verstummt.

Und die Geburt schweißte das Paar eng zusammen.

Das verstehe, wer will …


Mit Dank an Harald M. für den Hinweis!


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Pfeifen aus dem letzten Loch
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Pfeifen aus dem letzten Loch

So langsam wär’s selbst für die Knallpresse mal an der Zeit, Charlène von Monaco in Frieden zu lassen. Erste Kind: check. Zweites Kind: check. Thronfolge sichern: doppelcheck.

Sie hat geliefert, worauf Fürst und Vaterland beharrlich lauerten: einen Thronfolger. Genau genommen sogar zwei

… konstatiert dann auch die “Revue heute” über den monegassischen Nachwuchs-Lieferdienst und seine Zwillinge.

Doch das Blatt hat schon wieder Lunte gerochen. Es herrsche “Aufregung in Monaco”:

Möglicherweise spielt sich hinter den dicken Mauern des Palais Princier ein Drama ab, das um jeden Preis geheim gehalten werden soll.

Ehrensache, dass die Aufklärer der “Revue heute” ihre Schnüffelhundestaffel nach Monaco schicken, ausgerüstet mit Feldstechern, die selbst die kleinsten emotionalen Regungen wahrnehmen:

Fürst Albert (56) lächelt zufrieden bis erhaben. Aber nicht wirklich glücklich. Und die Gesichtszüge Charlènes wirken gewohnheitsmäßig tiefgekühlt.

Warum also die “Trauerbittermienen” trotz Nachwuchsfreuden? “Die wahrschein- lich größte Sorge aller Eltern ist ein Herzfehler ihres Babys.” Und die wahrschein- lich blödste Masche aller Regenbogenreporter ist, aus einer angeblichen Sorge eine handfeste Schlagzeile zu drechseln samt Tatsachenbehauptung, Ausrufezeichen und einem Layout wie die “Bild” auf Speed:

Aufregung in Monaco - Fürstin Charlène - Loch im Herz! Professor über das verheimlichte Drama um ihre Zwillinge

Gemeint sind natürlich nicht das Herz der Fürstin oder das ihres Mannes, sondern die ihrer Zwillinge. Und die “Revue heute” stochert noch konkreter im Nebel: Das “‘Foramen ovale’, ein winziges Loch im Herzen, verschließt sich erst nach der Geburt”. Verzögere sich dieser Prozess, müssten die Eltern noch länger um die Gesundheit ihrer Babys bangen.

Zwei launige Eltern und eine theoretische Möglichkeit — das reicht der “Revue heute”, um auch den Kindern von Hau-drauf-Charlène schon mal eins mitzugeben:

Ein kranker Thronfolger? Das geziemt sich nicht.

Beim Alles Gute Verlag, in dem die “Revue heute” erscheint, fanden sie die Geschichte übrigens derart brillant, dass sie offenbar nicht anders konnten:

Aufregung in Monaco - Fürstin Charlène - Loch im Herz! Professor über das verheimlichte Drama um ihre Zwillinge


Dieser Text ist auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Post an den Presserat
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Post an den Presserat

Wir wollen uns wieder häufiger über die Regenbogenpresse beschweren — also nicht nur hier im topfvollgold, sondern so richtig offiziell.

In Deutschland ist dafür der Presserat die oberste Anlaufstelle. Deswegen schicken wir ab sofort wieder regelmäßig Beschwerden über einzelne Regenbogenartikel dorthin. Das hat vor etwas mehr als anderthalb Jahren schon einmal ganz gut geklappt.

Unsere Beschwerden, die Reaktionen der Verlage und die Entscheidungen des Presserats dokumentieren wir in unserer neuen Rubrik “Post an den Presserat”. Die ersten drei Beschwerden unseres neuen Anlaufs sind heute rausgegangen:

Der Screenshot zeigt die Sendebestätigung eine E-Mail an den Presserat.

(Draufklicken für eine größere Version)

Und hier könnt Ihr nachlesen, was uns an den Artikeln nicht gepasst hat …


Stefan Mross - Plötzlicher Kindstod! Der Moderator und seine Frau finden keinen Schlaf mehr

1)

Im Artikel schreibt die “Freizeit im Blick” über die allgemeine, theoretische Gefahr eines plötzlichen Säuglingstodes und illustriert diese am Beispiel von Stefan Mross’ wenige Monate alter Tochter:

Seine zweite Tochter Paula-Elise ist 52 Zentimeter groß und 3800 Gramm schwer – und sieht so zerbrechlich aus. Und in gewisser Weise ist sie das auch! Denn vor allem in den ersten Wochen ist so ein kleines Wesen in großer Gefahr. [...] Denn nach wie vor zählt der Plötzliche Säuglingstod zu den häufigsten Todesarten bei Kindern unter zwei Jahren.

Auf der Titelseite kündigt die Redaktion diesen Artikel mit “Stefan Mross — Plötzlicher Kindstod! Der Moderator und seine Frau finden keinen Schlaf mehr” an.

2)

Stefan Mross und seine Tochter haben — abgesehen von der theoretischen Möglichkeit eines plötzlichen Säuglingstodes — rein gar nichts mit dem Thema zu tun. Der Musiker hat sich nicht öffentlich zu diesem Thema geäußert, seine Tochter scheint nicht begründet stärker gefährdet zu sein als andere Säuglinge. Im Gegenteil — die “Freizeit im Blick” schreibt selbst:

Er [Stefan Mross] tut alles, um alle Gefahren und Risiken einzudämmen. Das bedeutet ‘Rückenlage’ zum Schlafen, ‘Rauchfrei’ und ‘Richtig gebettet’. [...] Stefan Mross tut alles, um seine Tochter zu schützen.

Es dürfte Mross’ kleiner Tochter also prächtig gehen. Dennoch erweckt die Redaktion durch Schlag- und Unterzeile auf der Titelseite unserer Meinung nach den Eindruck, als sei Stefan Mross’ Tochter gestorben. Es wirkt, als wolle sie mit der aufsehenerregende Überschrift lediglich mögliche Käufer locken.

Dazu scheint es so, als habe sich die “Freizeit im Blick” die Details zur Art und Weise, wie Mross’ Tochter gebettet ist, schlicht ausgedacht — jedenfalls liefert die Redaktion keine Zitate oder Beweise, die ihre Aussagen bestätigen.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Freizeit im Blick” gegen die Ziffern 1, 2 und 8 des Pressekodex.

Die anscheinend erfundenen Details zu den Schlafumständen von Stefan Mross’ Tochter sowie die Überschrift sind keine “wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit”. Diese zählt laut Ziffer 1 des Pressekodex allerdings zu den “oberste[n] Gebote[n] der Presse.” Die Überschrift zielt stattdessen nur darauf ab, die potenzielle Leserschaft zum Kauf zu bewegen, und nimmt eine falsche Information dabei billigend in Kauf.

Außerdem verfälscht die Titelzeile die tatsächlich vorliegenden Informationen. Dabei fordert die Sorgfaltspflicht in Ziffer 2 des Kodex, dass diese Informationen “durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden”.

Dazu missachtet die “Freizeit im Blick” durch den in der Schlagzeile auf dem Cover angedeuteten Kindstod “das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung.” Diese zu achten schreibt hingegen Ziffer 8 des Kodex vor. In diesem Fall sind sowohl Stefan Mross als auch seine Tochter und seine Frau betroffen.


Fürstin Charlène - Unfruchtbar! Sie zerbricht daran, keine Kinder bekommen zu können

1)

Auf ihrer Titelseite schreibt die “Freizeit Spezial”, die monegassische Fürstin Charlène sei “Unfruchtbar!” und: “Sie zerbricht daran, keine Kinder bekommen zu können”. Im dazugehörigen Artikel geht es hingegen nur um angebliche Gerüchte aus dem Palast-Umfeld, “dass die Fürstin sich mit dem Gedanken trägt, ihren Kinderwunsch endgültig zu begraben.” Eine Freundin Charlènes soll dem Blatt gesagt haben:

“Sie glaubt, dass diese Erwartungshaltung eine negative Auswirkung auf ihre Fruchtbarkeit hat. Der Druck blockiert ihren Körper, davon ist sie überzeugt. Sie hält es für eine Art Trotz-Reaktion ihres Körpers.”

Allein darauf basiert die “Unfruchtbar!”-Schlagzeile.

2)

Die Tatsachenbehauptung (“Unfruchtbar! Sie zerbricht daran, keine Kinder bekommen zu können”) spiegelt nicht den Inhalt des Artikels wider, in dem lediglich Mutmaßungen geäußert werden. Das Heft schreibt sogar selbst, dass Charlène durchaus noch damit rechne, Kinder zu bekommen:

Wie sehr sich auch Charlène ein Baby wünscht, wurde erst im Interview mit dem schwedischen Magazin “Svensk Damtidning” deutlich. “Ich glaube nicht, dass es noch lange dauern wird, bis wir ein Kind bekommen”, sagte die 36-Jährige damals.

Im Nachhinein stellten sich Schlag- und Unterzeile als unwahr heraus, schließlich verkündete der monegassische Hof am 30. Mai 2014 die Schwangerschaft Charlènes, am 10. Dezember 2014 brachte sie Zwillinge zur Welt. Vermutlich haben die Mitarbeiter der “Freizeit Spezial” die aggressive Titelaufmachung bewusst zur Käuferwerbung eingesetzt.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Freizeit Spezial” gegen die Ziffern 1, 2, 8 und 9 des Pressekodex.

Schlag- und Unterzeile können weder als “wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit” noch als “Wahrung der Menschenwürde” gelten. Damit verstoßen sie gegen Ziffer 1 des Kodex: Die Aussagen, Charlène sei unfruchtbar und zerbreche daran, entsprechen erstens nicht der Wahrheit und greifen zweitens — völlig unabhängig vom Wahrheitsgehalt — auf heftige Weise die Intimsphäre der Fürstin an.

Ziffer 2 des Kodex sagt, dass Informationen “durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden” dürfen. Doch genau das macht die “Freizeit Spezial” durch ihre Wahl von Überschrift und Unterzeile auf dem Cover.

In Ziffer 8 ruft der Kodex die Presse dazu auf, “das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung” zu achten. Dem kommt die “Freizeit Spezial” nicht nach. Eine Unfruchtbarkeit fällt wohl in den Bereich der “Erkrankungen”, die Richtlinie 8.6 thematisiert. Da höchstwahrscheinlich keine Zustimmung Charlènes vorlag, dass die “Freizeit Spezial” fälschlicherweise über ihre Unfruchtbarkeit berichten darf, verstößt die Überschrift der Redaktion gegen diese Richtlinie.

Da das Thema Fruchtbarkeit Teil der Intimsphäre ist, eignet sich die sensationslüsterne und inhaltlich falsche Überschrift der “Freizeit Spezial” für eine Verletzung der Ehre der Fürstin. Laut Ziffer 9 des Kodex widerspricht es “journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.” Damit verstößt die Redaktion auch gegen diese Kodex-Ziffer.


Günther Jauch - Entführungs-Drama - Alle Hintergründe der unglaublichen Geschichte

1)

Der “Woche heute”-Artikel greift einen satirischen (und fiktiven!) Roman auf, in dem der Protagonist den Moderator Günther Jauch entführen will.

Da reift in Paul ein furchtbarer Plan: Er wird Günther Jauch entführen, um so über das Lösegeld an die entgangene Million zu kommen! Mit seinem Mitbewohner Herrn Müller und dessen Freundin Katja setzt er diesen Plan tatsächlich um. Günther Jauch wird betäubt und entführt!

… erzählt die “Woche heute” die Roman-Handlung nach.

2)

Die Redaktion erweckt auf der Titelseite den Eindruck, als gebe es ein echtes “Entführungs-Drama” um Günther Jauch. Gut möglich, dass sie mit der knallig-skandalösen Schlagzeile einzig den Verkauf des Heftes ankurbeln will. Ein klarer Hinweis, dass es sich bei der Entführung Jauchs um eine ausgedachte Geschichte handelt, fehlt auf dem Cover komplett. Die “Woche heute” spricht zwar von einer “unglaublichen Geschichte”; dass damit aber “unglaublich” im Sinne von “erfunden” gemeint ist, kann der Leser nicht erkennen. Das erfährt er erst im Innenteil — im vierten Absatz des Artikels.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Woche heute” gegen die Ziffern 1, 2 und 8 des Pressekodex.

Die Überschrift auf der Titelseite und zahlreiche Absätze im Artikel entsprechen nicht einer “wahrhaftige[n] Unterrichtung der Öffentlichkeit”, wie es der Kodex in Ziffer 1 fordert. Stattdessen wird die Leserschaft getäuscht, damit sie am Kioskregal zugreift.

Laut Ziffer 2 darf der Sinn von Informationen “durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.” Durch das suggerierte “Entführungs-Drama” in der Cover-Schlagzeile passiert aber genau das.

Die auf der Titelseite thematisierte, aber nie stattgefundene Entführung greift die “informationelle Selbstbestimmung” Günther Jauchs an. Diese soll die Presse laut Ziffer 8 allerdings achten und nicht torpedieren.

4)

Christian Ritter, der Autor der fiktiven Jauch-Entführung, hat sich mit einem offenen Brief an die “Woche heute” zu Wort gemeldet und gefragt:

Wie viele Gedanken haben Sie sich denn genau darüber gemacht, dass jemand Ihre Titelzeile falsch verstehen könnte?

Außerdem musste die “Woche heute” eine Gegendarstellung von Günther Jauch abdrucken, in der er klarstellt: “Es gibt im Zusammenhang mit meiner Person tatsächlich keinen Entführungsfall.” Da die Redaktion diese erste Gegendarstellung nicht so groß aufs Cover gesetzt hat, wie vom Gericht festgelegt, musste sie sie einige Monate später ein zweites Mal drucken.


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Die Kinder beim Namen nennen
1

Die Kinder beim Namen nennen

Besser hätte es nicht laufen können: Am Mittwoch, 10. Dezember 2014, um 17:04 Uhr beziehungsweise 17:06 Uhr kamen die Zwillinge des monegassischen Fürstenpaares Charlène und Albert zur Welt — erst ein Mädchen, dann ein Junge.

Damit entpuppten sich all die Geschlechtsspekulationen der Regenbogenhefte — zwei Jungen? zwei Mädchen? — als astreine Klo-Griffe. Hier, zur Erinnerung, noch einmal zwei prominente Vertreter:

Die "Frau aktuell" titelt: "Monaco jubelt - Fürstin Charlene - Hurra, zwei Jungen! Ihre Zwillinge sind gesund!" Das "Echo der Frau" titelt: "Fürstin Charlene - Süße Überraschung! Es werden zwei Mädchen"

“Das neue Blatt” ist sogar noch einen Schritt weiter. In der aktuellen Ausgabe, die ein paar Stunden vor der Zwillingsgeburt auf den Markt kam, schreibt die Redaktion den Eltern schonmal vor, wie sie ihre Kinder gefälligst zu nennen haben:

Glückliche Charlene - Wie ihre süßen Babys heißen sollen

Das Team des “neuen Blatts” ist ja nicht blöd:

[So] wird der royale Nachwuchs, ganz wie es die Tradition verlangt, meist nach Familienmitgliedern benannt. Auch Charlene und Albert werden diese Tradition mit Sicherheit fortführen.

Mit Sicherheit! Und wenn Ihr schon so sicher seid, alte Ahnenforscher, dann startet doch mal Euer “fröhliches Namens-Rätselraten” …

Für Mädchen steht natürlich der Name Grace oder Gracia ganz hoch im Kurs — nach Alberts verstorbener Mutter Grace Kelly

Leider daneben.

Oder eben Patricia — der zweite Vorname der verstorbenen Fürstin.

Auch falsch.

Auch Antoinette wäre denkbar. So hieß nämlich Alberts Tante, die 2011 im Alter von 90 Jahren starb.

Vielleicht denkbar, aber nicht richtig.

Und wie gefällt Ihnen Lynette? So heißt nicht nur Charlenes Mutter, es ist gleichzeitig auch ihr eigener zweiter Name.

Glückwunsch, “neues Blatt”, kein einziger Treffer. Die Tochter von Charlène und Albert heißt nämlich Gabriella Thérèse Marie.

Und wie sieht’s mit Euren Ideen für den Namen des Jungen aus? “Ganz klar [...] nach Alberts Vater”. Dann mal los …

Sein vollständiger Name: Louis

Nein.

Henri

Nee.

Maxence

Nö.

Bertrand

Auch nicht.

Rainier

Na also, liebe Adelsexperten, immerhin ein Treffer! Und damit einer mehr als Eure sonstige Berichterstattung aus Monaco.


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Die Hurrarerei des “goldenen Blatts”
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Die Hurrarerei des “goldenen Blatts”

Kurz vor Jahresschluss hat “Das goldene Blatt” es doch noch geschafft: Mit besonders wenig Einsatz und bemerkenswerter Ideenlosigkeit hat die Redaktion sich zum Hattrick geknallt! Drei aufeinanderfolgende “Hurra”-Schlagzeilen auf den Titelseiten der Ausgaben 46, 47 und 48 reichten, um den Null-Einfall-Grand-Prix der deutschen Regenbogenpresse zu gewinnen:

Mette-Marit & Haakon - Hurra! Das 4. Baby
Victoria & Madeleine - Hurra! Doppeltes Baby-Glück
Albert & Charlene - Hurra! Alles über ihr Zwillings-Glück

Nun hat die Hurrarerei des “goldenen Blatts” schon eine gewisse Tradition. Höchste Zeit, mal einen Blick auf die Entstehungsgeschichte einer Schlagzeilen-Legende zu werfen.

2009
“Das goldene Blatt” zündet einen ersten Testballon, die Geburtsstunde des späteren Schlagzeilenstars auf der Titelseite von Ausgabe 29: “HURRA! Endlich ein Söhnchen” für Máxima und Willem-Alexander der Niederlande. Das “Söhnchen” ist bis heute nicht geboren.

2010
Drei “Hurra”-Ausgaben, breit übers Jahr gestreut (Ausgaben 11, 35 und 53). Steffi Graf soll schwanger sein, ist sie aber nicht. Kate soll schwanger sein, ist sie aber noch nicht. Und Máxima soll noch immer mit einem “Söhnchen” schwanger sein. Ist sie aber … Ihr wisst schon.

2011
Die Testphase ist erfolgreich überstanden, “Das goldene Blatt” wird mutiger. Vor allem zum Ende des Jahres — Stichworte: Adventszeit, Teelichtstimmung — gibt’s die geballte Hurraigkeit. Insgesamt sechsmal jubelt die Redaktion auf dem Cover, im Schnitt auf jeder achten Ausgabe. Máxima ist übrigens nicht mehr schwanger.

2012
Ein Novum: Die Freude rückt näher zusammen. Zwischen den Ausgaben 36 und 38 sowie den Ausgaben 46 und 48 liegt jeweils nur ein Heft, auf dem nicht “Hurra” geschrien wird. Außerdem erwartet Kate in diesem Jahr gleich drei Kinder: einmal Zwillinge (Ausgabe 31) und fünf Wochen später einen Sohn.

2013
Der endgültige Durchbruch. Elfmal “Hurra” in einem Jahr. Ganz Adelseuropa ist schwanger: Victoria von Schweden, Prinz Harrys Freundin Cressida, Herzogin Kate, Mary von Dänemark gleich zweimal, genauso Letizia von Spanien. Dazu kommen noch die Schwestern Anita und Alexandra Hofmann, die — potztausend! — beide Zwillinge erwarten sollen. Bei so vielen Freudenbotschaften lässt es sich nicht vermeiden, dass auf mehreren Ausgaben, die direkt aufeinanderfolgen, gejubelt wird.

2014
Früher war alles besser? Von wegen! Auf 17 der bisher 48 Ausgaben aus diesem Jahr prangt ein dickes “Hurra”. Also ungefähr auf jeder dritten. Der Hattrick ist der krönende Abschluss. Und das Beste: Máxima ist angeblich wieder schwanger — zweimal sind es Zwillingen und einmal ist es ein “kleiner Prinz”.

Eine Collage aus 45 "Hurra"-Titelseiten des "goldenen Blatt", die die Redaktion von 2009 bis 2014 veröffentlich hat

(Draufklicken für eine größere Version)

Wir haben mal durchgezählt: 30 der 45 Geschichten haben sich in Nachhinein als falsch herausgestellt. Das ist trotz der ganzen “Hurras” ziemlich traurig.


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Der Regenbogenröntgenblick
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Der Regenbogenröntgenblick

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um die Gynäkologen der Funke Women Group:

Die "Frau aktuell" titelt: "Monaco jubelt - Fürstin Charlene - Hurra, zwei Jungen! Ihre Zwillinge sind gesund!" Das "Echo der Frau" titelt: "Fürstin Charlene - Süße Überraschung! Es werden zwei Mädchen"

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Eure heutige Geschichte ist quasi eine doppelte Geschichte: Es geht um Fürstin Charlène von Monaco. Und die eine Zeitrschrift titelt: “Hurra, zwei Jungen!”, sie soll also schwanger sein. Und die andere Zeitschrift, “Echo der Frau”: “Es werden zwei Mädchen”. Jetzt wissen wir ja schon, dass man diesen Zeitungen eh nicht glauben kann. Deswegen frage ich erstmal: Ist sie denn überhaupt schwanger?

Moritz: Ja, die Schwangerschaft steht fest. Und — es wurde lange gemutmaßt — es steht auch fest, dass es Zwillinge werden. Es kommen also tatsächlich zwei Kinder im Dezember zur Welt in Monaco. Junge oder Mädchen steht hingegen nicht fest. Es gibt da zumindest keine offizielle Aussage des Palastes. Und die Hefte wissen’s ja anscheinend auch nicht. Das “Echo der Frau” sagt, es werden zwei Mädchen. Die “Frau aktuell” titelt: “Hurra, zwei Jungen!” Am Ende kommen vielleicht ein Junge und ein Mädchen heraus, dann haben beide völlig Unrecht gehabt. Das wäre für uns besonders schön. Aber eines der Hefte wird in jedem Fall daneben liegen. Das ist für uns mal wieder ein ganz klares Beispiel, wie in diesen Verlagen gelogen wird, einfach auf These geschrieben wird. Wenn’s dann einen Zufallstreffer gibt, wird es groß bejubelt — also wenn beispielsweise zwei Mädchen geboren werden, wird das “Echo der Frau” sicherlich sagen: “Ha, wussten wir es doch! Wir haben so berichtet.”

Das wäre die nächste Frage: Wie kommen die denn auf diese Mutmaßungen? Ist das einfach ins Blaue hineingeschrieben? Oder haben die wirklich verlässliche Quellen?

Mats: Nee, die haben keine verlässlichen Quellen. Sie schreiben auch selbst, dass es nur Gerüchte seien: Beide Blätter schreiben, dass es Gerüchten zufolge Jungen beziehungsweise Mädchen werden. Die “Frau aktuell” hat aber noch ein anderes Indiz gefunden. Und zwar hat Fürst Albert, der Mann von Charlène, angeblich im Haus alle scharfen Kanten abgedeckt. Und das nehmen sie jetzt als Indiz dafür, dass es Jungen werden, weil Albert sich bestimmt noch an seine wilde Zeit als kleiner Junge erinnern kann, als er immer durchs Haus getollt ist. Das nimmt die “Frau aktuell” quasi als Beiweis dafür, dass es Jungen werden. Aber in Wirklichkeit steckt natürlich nur Spekulation und Raterei dahinter.

Moritz: Und obwohl beide Hefte lediglich von Gerüchten ausgehen, verkaufen sie es auf den Titelseiten als feststehende Tatsachen. Das ist ein wichtiger Punkt bei diesen beiden Geschichten: Es ist kein Fragezeichen dabei oder ein “wohl” oder ein “vielleicht”, sondern “Es werden zwei Mädchen” und “Hurra, zwei Jungen!”, mit Ausrufezeichen. Das sind also zwei ganz klare Tatsachenbehauptungen.

Also ziemlich abstrus. Interessant an dem Fall ist ja, dass die beiden Zeitschriften aus dem gleichen Verlag kommen, der Funke Women Group. Geht es da im Endeffekt also doch nur um Geldmacherei, dass man — wie Ihr eben gesagt habt — einfach rät und hofft, dass einer wenigstens Recht hat?

Mats: Das vermuten wir. Es ist ja schon ganz offensichtlich, dass es denen gar nicht daum geht, die Wahrheit zu berichten. Die wollen einfach nur mit einer exklusiven Schlagzeile locken, damit die Leute das Heft kaufen und nachschlagen, warum es sich denn um zwei Jungen oder zwei Mädchen handeln soll. Die WAZ Women Group, oder Funke, wie sie jetzt seit einiger Zeit heißt, hat auch Erfahrungen bei solchen Schlagzeilen. Vor ein paar Jahren, als Prinzessin Victoria ein Kind bekommen hat, da titelte die “Neue Welt”, die auch zum Verlag gehört: “Hurra, ein Junge!” Kurz danach wurde das Kind geboren — und es war ein Mädchen. Die haben also schon Erfahrung darin, Vorhersagen zu treffen, die dann doch nicht eintreten.

Ihr habt vorhin gesagt, das ist eine Tatsachenbehauptung, in einem Fall dann ja auch eine falsche. Beschäftigt sowas dann irgendwann mal den Presserat oder ist denen das vollkommen boogie, was diese Frauenzeitschriften machen?

Moritz: Der Presserat wird ja erst dann aktiv, wenn sich jemand beschwert. Von selbst ergreift der Presserat keine Initiative. So ist das grundsätzliche System bei denen. Das wäre jetzt für uns aber ein Fall, den man definitiv beim Presserat einreichen könnte. Wenn man beispielsweise wartet, bis die Geburt im Dezember dieses Jahres stattgefunden hat, dann könnte man sicherlich das Heft, das total ins Klo gegriffen hat, dahin schicken. Dann wird sich ja gezeigt haben, dass es sich um eine falsche Berichterstattung handelt. Da könnte es durchaus eine Maßnahme des Presserats geben.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Ultraschall und Rauch
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Ultraschall und Rauch

Am Freitag haben wir uns mit detektor.fm über die “7 Tage” unterhalten. Und zwar ging es um diese Geschichte:

Fürstin Charlene - Erste Baby-Aufnahmen - Zeigen die Ultraschall-Fotos wirklich zwei Söhne?

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Diese Woche, da wird’s mal wieder Royal. Was habt Ihr denn ausgebuddelt?

Mats: Dieses Mal ist es eine Geschichte über Charlène von Monaco. Die ist ja schwanger, wie wir mittlerweile alle wissen, und da geht es jetzt auch so langsam auf die Zielgerade. Und deswegen wir nur da ganz besonders wild spekuliert momentan.

Moritz: Und die Spekulationen treiben da wirklich wilde Blüten. Man findet auf den Titelseiten immer wieder die Vermutung, dass sie gar nicht schwanger ist, sondern vielleicht eine Leihmutterschaft macht, weil sie noch recht durchtrainiert ist. Charlène, das muss man dazu wissen, ist eine ehemalige Profi-Schwimmerin, immer schon sehr sportlich, sehr durchtrainiert gewesen. Nun gibt’s die Gerüchte, dass sie Zwillinge haben soll, und trotzdem sieht man noch nicht so einen richtigen Babybauch. Das ist also die grundlegende Situation in Monaco. Und die Geschichte, die wir uns für diese Woche rausgesucht haben, stammt von der “7 Tage”. Die verspricht auf der Titelseite nämlich, “erste Baby-Aufnahmen” irgendwie in der Geschichte zu haben.

Und dann, wie geht’s weiter? Das kann ja nicht alles sein.

Mats: Die Unterzeile ist: “Zeigen die Ultraschall-Fotos wirklich zwei Söhne?” Da wird schonmal auf dem Titel der Eindruck erweckt, die Redaktion hätte exklusive Ultraschall-Fotos ausgebuddelt. Was aber natürlich gar nicht stimmt, sondern: Es ist tatsächlich ein Ultraschall-Foto von Zwillingen, aber nur irgendeins. Das geben sie auch zu, denn in der Bildunterschrift steht: “Nicht Charlenes Baby — aber so sieht ein Ultraschall-Foto von Zwillingen aus”. Das ist im Grunde schon die Grundlage der Geschichte.

Ist das jetzt eine beliebte Taktik von Boulevardmedien zu sagen, wir haben etwas nicht und deshalb kauft uns?

Moritz: Dass sie es nicht haben, sagen sie ja zumindest nicht auf der Titelseite. Da wird ja tatsächlich der Eindruck erweckt, als gäbe es jetzt irgendwie erste Baby-Aufnahmen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das schonmal die erste Kaufhürde überschreitet. Die geneigte Leserin wird sich dann denken: “Ach, hier, erste Baby-Aufnahmen — wie süß! Da greife ich mal zu” und legt es dann in den Einkaufswagen. Und schon sind wieder 1,60 Euro weg. Innendrin wird es dann ja aufgelöst, und uns hat die Geschichte tatsächlich an eine bestimmte Methode erinnert. Denn vor gar nicht allzu langer Zeit hatte schon einmal die “Freizeit Express” eine ganz ähnliche Geschichte. Das war, als Kate noch mit Baby George schwanger war. Und auch dort wurde auf der Titelseite versprochen: Ach, wie süß — Ultraschall-Babyfotos. Und das kleine Kind nuckelt sogar schon am Daumen. Das soll man angeblich sehen auf den Ultraschall-Bildern. Genauso wie jetzt bei der “7 Tage” die Auflösung: Pustekuchen! Die Bilder haben wir gar nicht.

Reagieren denn die Promis eigentlich auf sowas?

Mats: Bei Promis im Ausland ist es eher selten, dass sie reagieren. Aber es kommt durchaus vor. Vor Kurzem war es, glaube ich, Madeleine von Schweden, die mit Hilfe eines deutschen Anwalts gegen eine Redaktion vorgegangen ist. Aber ich würde mal bezweifeln, dass Charlène dagegen vorgeht, wenn sie überhaupt davon mitbekommen hat. Was ich aber noch interessant finde an der Geschichte: Dass die Redaktion sich schon fast darüber beschwert oder empört, dass es so viele Spekulationen gibt momentan — ob es Drillinge sind, ob es Zwillinge sind, ob sie überhaupt schwanger ist. Sie beschweren sich also ein bisschen darüber, aber im Grunde machen sie mit der Geschichte nichts anderes, als zu den Spekulationen beizutragen. Gerade mit der Titelseite, wo sie die Frage stellen “Zeigen die Ultraschall-Fotos wirklich zwei Söhne?” — das ist einfach nur eine weitere Spekulation.

Moritz: Und diese Bigotterie wird noch auf die Spitze getrieben, wenn man sich den Artikel dann mal durchliest. Denn dort geht es um eine Journalistin namens Tiffany Cantero, und die soll die Ultraschall-Babyfotos überhaupt erst ins Spiel gebracht haben, weil sie in einem Radiointerview wohl gesagt hat, dass sie diese Fotos tatsächlich besitzt. Gezeigt hat sie die noch nie. Und deswegen vermutet die “7 Tage”, dass diese Tiffany sich eigentlich doch nur wichtig machen will und den kurzen Ruhm sucht. Naja, das könnte man auch sehr schnell auf die “7 Tage” ummünzen, wenn man auf der Titelseite schon verspricht, Babyfotos zu haben, und die gar nicht zeigt — das ist ganz genau das, was Tiffany Cantero auch macht.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s am Montag immer hier bei uns im Blog zum Nachhören.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Oh Baby Baby Balla Balla (2)
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Oh Baby Baby Balla Balla (2)

Wer unbedingt mal mit einem Zitat in der Regeonbogenpresse landen möchte, dem bietet sich ein ganz simpler Weg: Auf der Facebook-Seite irgendeiner Person des öffentlichen Lebens den größtmöglichen Quatsch schreiben, der einem gerade in den Sinn kommt. Und schon ist man Kronzeuge in “Die Aktuelle”.

Der Fall: Charlène und der fehlende Babybauch. Die monegassische Fürstin müsste nach Berechnung der “Aktuelle”-Hebammen im fünften Monat schwanger sein, angeblich mit Zwillingen. Doch neulich war bei einer Ordensverleihung nichts zu sehen von einem kugelrunden Adelsbauch. Keine Wölbung unterm weiten Kleid — “Langsam versteht das alles keiner mehr”, schreibt “Die Aktuelle” und fragt auf der Titelseite:

Fünfter Monat!?! Verstörende Fotos! Charlene - Wo ist ihr Baby-Bauch? Zwei Gerüchte erschüttern Monaco

Nach möglichen Antworten suchen die Redaktionsmitarbeiter — sowieso ausgewiesene Experten in Sachen “Charlène und das Baby” — in sozialen Netzwerken und finden bei Facebook ein paar Butterbirnen-Kommentare:

Angeheizt durch die neuen Fotos ist auf einmal von Leihmutterschaft die Rede! “Die Schwangerschaft ist erfunden … eine andere Frau hat den Bauch … der größte Betrug …” usw. schrieben manche.

Und manche machen daraus dann eine Titelgeschichte. Auch andere Regenbogenblätter wundern sich über Charlènes flachen Bauch. “Das Neue” (“Das große Rätsel um ihre Schwangerschaft”) und die “Schöne Woche” (“Ihr Bäuchlein wölbt sich nicht — trotz Zwillingen!”) erklären ihren Lesern aber immerhin, dass das bei einer ehemaligen Leistungsschwimmerin wie Charlène nichts Außergewöhnliches sei. Die Babykugel werde sicher bald kommen.

Derart diplomatisch will “Die Aktuelle” nicht sein. Was das Blatt übrigens verschweigt: Das Zitat mit dem “größten Betrug”, auf das es sich beruft, geht noch weiter. Eine Leihmutterschaft wäre zwar “the biggest fake in history”, aber wenn jemand diesen Blödsinn tatsächlich glauben würde, wäre er ein ziemlicher Idiot, schreibt die Kommentatorin. Treffender hätten wir es nicht formulieren können.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Lügen wie gedruckt
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Lügen wie gedruckt

Inzwischen ist es selbst in den letzten Regenbogenredaktionen angekommen: Die monegassische Fürstin Charlène ist schwanger, womöglich sogar mit Zwillingen. Die Trennungsgeschichten von ihr und Ehemann Albert sollte man also besser erstmal eine Weile in der Schreibtischschublade lassen.

Und so ist die Zwillingsnachricht für die “Woche heute” auch nicht irgendeine Meldung, sondern

Das Hirra der Woche - Fürstin Charlene - Jaaa, Zwillinge! Wird jetzt alles gut?

Weltfrieden? Ende der Hungernot? Zumindest was Charlène angeht, blicken die Mitarbeiter des Blattes optimistisch in die Zukunft:

Verstummen jetzt die bösen Gerüchte über Intrigen und die vermeintlich unglückliche Ehe des Fürstenpaares? Bestimmt!

Woher diese Zuversicht kommt? Weil die “Woche heute” es selber in der Hand hat. Denn nur eine Ausgabe vor dem großen Hurra-Jubel schrieb sie noch von Problemen und “Psychoterror” und der Unwahrscheinlichkeit einer Nachwuchsmeldung aus Monaco:

Fürstin Charlene - Todesangst! Kann Albert sie noch schützen?

Um diesen Druck auszuhalten, hat sie ihren Bruder Gareth (32) gebeten, in ihre Nähe zu ziehen. Aber was kann der schon ausrichten, wenn sie im Palast gefangen ist. Und wie nur soll sie je schwanger werden, bei all diesem Psychoterror …

Zur Erinnerung: Als diese Textpassage erschien, war Charlènes Schwangerschaft bereits seit fünf Tagen bekannt.

Damit ist die “Woche heute” in bester Schnarchnasengesellschaft. Ausgabe 24 der “Schöne Woche” erschien ebenfalls am 4. Juni. Und auch hier klingt es ganz und gar nicht nach Kinderglück:

Baby-Albtraum - Fürstin Charlène - Jetzt packt ihr Bruder aus!

Erschwerend kommt hinzu: Auch rund drei Jahre nach der Hochzeit mit Albert (56) ist kein Nachwuchs in Sicht. So weit, so bekannt.

Und die “Prima Woche” ruft am gleichen Tag sogar eine “Eiszeit in Monaco” aus:

Charlène - Ehe-Drama - Fürst Albert macht ihr das Leben zur Hölle!

Einen Tag früher als “Woche heute”, “Schöne Woche” und “Prima Woche” erschien die Juli-Ausgabe der “Revue der Woche”. Da war die offizielle Bekanntmachung des monegassischen Palastes also immerhin schon vier Tage online. Und trotzdem hat die “Revue der Woche” erhebliche Zweifel, ob das irgendwann überhaupt noch was wird mit Charlène und dem Nachwuchs:

Albert von Monaco - Macht er SIE zur neuen Fürstin? Eifersuchtsdrama um Charlène

Ob Fürstin Charlène (36) jemals einen Thronfolger zur Welt bringt, ist fraglich.

Diese ganzen Blätter mit ihren Lügen und falschen Spekulationen über Fürstin Charlène könnten jetzt argumentieren, der Redaktionsschluss war schon längst erreicht und die Hefte bereits im Druck, als der Palast in Monaco die Nachwuchsbotschaft online stellte.

Mag sein. Doch ein früher Andruck rechtfertigt es erstens nicht, falsche Behauptungen in die Welt zu setzen; und zweitens zeigen ihre Regenbogenkollegen der “Neue Post”, dass es durchaus möglich war, rechtzeitig auf die Schwangerschaft Charlènes zu reagieren. Am 4. Juni — also am selben Tag wie “Woche heute”, “Schöne Woche” und “Prima Woche” sowie einen Tag nach “Revue der Woche” — brachten sie diese Geschichte:

Das Baby-Wunder! Fürstin Charlene - Endlich schwanger!

Das grenzt tatsächlich an ein “Wunder”.


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Oh Baby Baby Balla Balla
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Oh Baby Baby Balla Balla

Der größte Feind der Regenbogenpresse ist die Realität.

Wenn zum Beispiel der monegassische Hof am Freitag bekannt gibt, dass Fürstin Charlène schwanger ist, und “Die Aktuelle” — schon seit einigen Tagen im Druck — am Samstag das hier titelt:

Drei Jahre nach der Traum-Hochzeit! Albert & Charlene - Das war's! Unfassbar! Ihr Bruder packt aus

Der zweiseitige Artikel der “Aktuellen” ist an Peinlichkeiten und Lügen nicht zu überbieten. Das Blatt behauptet mit einer erstaunlichen Treffsicherheit genau das, was in Wirklichkeit nicht stimmt. Schon der Vorspann enttarnt die irrsinnige Raterei der Redaktion:

Albert & Charlene - Nein, es gibt keine Baby-Nachricht zu verkünden. Im Gegenteil: Von dieser Ehe ist so gut wie nichts mehr übrig - und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann Monaco sich diese bittere Wahrheit eingesteht

Und auch im Text stellt das Blatt seine Realitätsferne eindrucksvoll unter Beweis:

Nun steht wohl endgültig fest: Von dieser Ehe ist so gut wie nichts mehr übrig. Von einer Baby-Nachricht ganz zu schweigen!

“Die Aktuelle” gibt in dieser Geschichte in weiten Teilen komprimiert das wieder, was der “Stern” vor einer Woche in seiner platten Monaco-Titelstory zusammengetragen hat. Der “Stern” hatte unter anderem mit Charlènes Bruder Gareth Wittstock über Verrat und Bespitzelungen am monegassischen Hof gesprochen. Und “Die Aktuelle” käut treudoof wieder:

In so einer Atmosphäre kriegt keine Frau ein Kind! Beim Thema Thronfolger konnte Gareth ohnehin nur die Augen verdrehen!

Darum legen die Scheidungsanwälte der “Aktuellen” in ihrem großen Archiv auch schonmal “Die geheime Schluss-Akte der Fürsten-Ehe” an:

Das war’s dann wohl. Drei Jahre nach der Traumhochzeit ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann Monaco sich die Wahrheit eingesteht.

Und auf dem Feld der Wahrheit sind “Die Aktuelle”-Mitarbeiter nun wirklich ausgewiesene Experten.


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Schlagzeilenbasteln (70)
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Schlagzeilenbasteln (70)

Auf geht’s zu einer neuen Runde im Regenbogen-Trainingslager! Welche Schlagzeile könnte man aus folgender Nachricht basteln?

Neulich ist ein Krankenwagen durch Hamburg-Langenhorn gefahren.

Helmut Schmidt - Norarzt! - Es passierte vor seinem Haus
Denn: Im Stadtteil Langenhorn

steht Schmidts Doppelhaus. Helle Aufregung in der verkehrsberuhigten Straße, die Nachbarn sind in Aufruhr. Geht es Schmidt schlecht, ist er zusammengebrochen? Was hat der Krankenwagen in der Straße zu suchen? [...] Als der Krankenwagen das Viertel wieder verlässt, scheint keine Gefahr in Verzug zu sein. Kein Blaulicht, keine halsbrecherische Geschwindigkeit. Sieht ganz so aus, als wäre der Notruf ein Fehl-Alarm gewesen, jedenfalls keine Lebensbedrohung. Gott Sei Dank.


Und wo wir gerade dabei sind: Das komplette Titelblatt der “Aktuellen” sieht so aus:Nach dem Familien-Drama der nächste Schock! - Boris Becker - Leber-Krebs! - Verzweifelte Tränen ums eine Freundin --- Helmut Schmidt - Notarzt! Es passierte vor seinem Haus --- Fürstin Charlene - Genervt & gelangweilt - Wie Albert drauf reagiert hat --- Charlotte Casiraghi - Wieder Liebe! Hier küsst sie den Vater ihres Kindes

Keine Sorge, Lilly Becker geht es gut. Boris’ “Freundin”, von der “Die Aktuelle” spricht, ist Elena Baltacha, eine Tennisspielerin, die vor wenigen Tagen gestorben ist. Boris und Baltacha hatten sich zwar nur ein paar Mal getroffen, wie er bei Facebook selbst schrieb, aber egal. Das Blatt behauptet:

Boris weinte verzweifelte Tränen. Lilly ist bei ihm. Noch nie waren sich die beiden so nah. Das Leben ist so schrecklich zerbrechlich. Es könnte jeden Tag vorbei sein. Sie mussten wieder erfahren: Was wirklich zählt, ist nur die Liebe.


Die Geschichte “Genervt & gelangweilt” beruht ausschließlich auf Fotos und handelt davon, dass Fürstin Charlène beim Empfang des Präsidenten von Montenegro, nun ja, “genervt und gelangweilt” gewirkt habe. “Dabei sah sie hinreißen aus in ihrem leuchtend weißen Kleid.” Und Albert? “Es sah so aus, als würde er ihr zuzischen: Du kannst dich doch nicht so gehen lassen!”Ausriss: "die aktuelle", Nr. 20/2014

Klarer Fall:Psychokrieg


Die Casiraghi-Geschichte basiert ebenfalls auf Fotos, offenbar Paparazzi-Aufnahmen, die während eines Reitturniers gemacht wurden. Auf einem Foto lehnt Charlotte Casiraghi ihren Kopf auf die Schulter ihres Freundes Gad. “Wann hatte sie sich je so selig verliebt an ihren Freund geschmiegt?”, fragt das Blatt und ruft: “Ja, sie küsst wieder den Vater ihres Kindes! Vielleicht musste das Paar einfach erst in die Elternrolle hineinfinden. Ein Baby verändert das gemeinsame Leben radikal. […] Was auch immer zwischen Charlotte und Gad war – die beiden scheinen sich wieder gefunden zu haben. Für Monaco die schönste Nachricht dieses Frühlings. Vielleicht wird dieses Jahr sogar noch Hochzeit gefeiert …”


Die Chefredakteurin der “Aktuellen” ist Anne Hoffmann. In ihrer eigenen Kolumne geht es in derselben Ausgabe ums Spielen. Sie schreibt:

Was für eine wunderbare Gabe das Spielen doch ist, dachte ich mir. Und wie schade es ist, dass wir Erwachsenen aus diesem Paradies vertrieben sind. Oder das zumindest glauben …

Denn eigentlich ist es doch so: Niemand hält uns davon ab, auch ab und zu mal wieder ins Phantasieland des Spielens einzutauchen. Gut, vielleicht nicht so wie die Kinder. Vielleicht eher, indem wir uns mal gestatten, einem Tagtraum nachzuhängen. Oder eine Geschichte erfinden, die wir dann jemandem erzählen.

… oder aufschreiben und drucken und hunderttausendfach unters Volk bringen. Ein tolles Spiel. Allerdings steht die einzige Gewinnerin schon fest, bevor es überhaupt begonnen hat.


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Schlagzeilenbasteln (36)

Schlagzeilenbasteln (36)

Heute nochmal andersrum! Also: Welche Nachricht könnte hinter dieser Schlagzeile stecken?

Fürstin Charlène - Lebensgefahr! Im Traum-Urlaub war sie dem Tod ganz nah

Eigentlich wollte Charlène von Monaco ein paar schöne Tage auf der Karibikinsel St. Barth verbringen. Doch: “Die Fürstin befand sich Lebensgefahr! Ein lautloser Killer bedrohte ihr Glück …”

Genauer: ein surrender Killer — die Ägyptische Tigermücke! Die überträgt nämlich das Dengue-Fieber. Und Charlène hatte doch tatsächlich “die Ärmel ihrer Bluse hochgekrempelt” und sie “trug Shorts”. Anders gesagt: “Die Fürstin bot den Mücken also mit viel nackter Haut eine Menge Angriffsfläche. Ganz schön leichtsinnig!”


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Schlagzeilenbasteln (32)

Schlagzeilenbasteln (32)

Wie könnte man aus folgenden drei Nachrichten drei verkaufssteigernde Schlagzeilen erfinden?

Veronica Ferres spielt in einem Musikvideo mit.

Skandal-Video! Veronica Ferres - Es geht um Waffen, Lack und Leder

(“Schöne Woche”)


Bei offiziellen Anlässen sieht man in letzter Zeit immer häufiger die deutsche Prinzessin Corinna zu Sayn-Wittgenstein an der Seite von Fürstin Charlène.

Charlène - Gehirnwäsche - Der Palast hat ihr eine umstrittene Beraterin zur Seite gestellt

(“Freizeit live”)

Denn: “Enge Vertraute befürchten nun, dass die neue ‘Einflüsterin’ Charlène einer ‘Gehrinwäsche’ unterziehen und ‘böse Intrigen’ spinnen könnte.”


Neulich “vor dem New Yorker In-Lokal ‘Amaranth’”: Der frischgebackene Vater Chris O’Neill begrüßt seine Schwiegermutter, Königin Silvia von Schweden, mit einem Küsschen auf die Wange.

Königin Silvia - Zärtliche Küsse auf offener Straße - So nah ist sie ihrem reichen Schwiegersohn

(“Die neue Frau”)


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Alle Jubelwochen

Alle Jubelwochen

Konfetti raus! Es gibt was zu feiern:

Albert & Charlene - Hurra! Diese Nachricht verzaubert alle

Denn in Monaco erlebte man “innerhalb nur weniger Moante zwei Geburten, eine Taufe und eine Traumhochzeit” — klar, dass dieses “Feuerwerk der Freude” einfach alle verzaubert.

Alle? Ja, alle!

Die Fußgänger flanieren mit zufriedenem Lächeln durch die Altstadt. Im Hafen scherzen die Bootsbesitzer. Und selbst vor dem Palast herrscht überall nur gute Laune.

Am stärksten verstrahlt verzaubert sind allerdings die Mitarbeiter des “goldenen Blatts”. Endlich, endlich, endlich konnten sie mal wieder ihre Lieblingsschlagzeile aufs Cover klatschen:

Hurra!


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Schlagzeilenbasteln (17)

Schlagzeilenbasteln (17)

Wir suchen eine Überschrift für folgende Nachricht:

Charlène von Monaco verließ die dreitägige Hochzeitsfeier des Sohnes der Schwester ihres Mannes Albert bereits am zweiten Tag, um in Monaco offizielle Termine wahrnehmen zu können.

Fürst Albert von Monaco - Neues Ehe-Drama! Was wird jetzt aus Charlène?

Charlène - Hochzeits-Schock - Sie hat die Familie verlassen

Ehe-Aus? Charlene und Albert - Sie gehen schon wieder getrennte Wege!


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Diagnosen aus der Redaktionsküche

Diagnosen aus der Redaktionsküche

Wenn eine Regenbogenredaktion einer Aussage so richtig Nachdruck verleihen will, dann packt sie sie aufs Titelblatt, setzt ein Ausrufezeichen dahinter und liefert noch einen unterstützenden Erklärsatz mit.

Also, dann mal los, “Freizeit spezial”.

Fürstin Charlène - Unfruchtbar! Sie zerbricht daran, keine Kinder bekommen zu können

Es ist nichts dergleichen bekannt über die Fürstin von Monaco. Im Gegenteil. Als ob die “Freizeit spezial” ihre eigene Lüge auf der Titelseite als solche enttarnen will, bringt das Heft im Innenteil dieses Zitat von Charlène:

Wie sehr sich auch Charlène ein Baby wünscht, wurde erst im Interview mit dem schwedischen Magazin “Svensk Damtidning” deutlich. “Ich glaube nicht, dass es noch lange dauern wird, bis wir ein Kind bekommen”, sagte die 36-Jährige damals.

Doch die “Freizeit spezial” wäre kein echtes Regenbogenblatt, wenn sie nicht noch einen erbärmlichen und durchschaubaren Kniff parat hätte. Der anonyme Autor zaubert eine anonyme “enge Freundin von Charlène” aus dem Redaktionshut:

Eine enge Freundin von Charlène will erfahren haben, dass die Fürstin sich mit dem Gedanken trägt, ihren Kinderwunsch endgültig zu begraben. Da sie den Druck nicht länger ertrage, dass alle Welt nach der Nachricht von ihrer Schwangerschaft lechzt. “Sie glaubt, dass diese Erwartungshaltung eine negative Auswirkung auf ihre Fruchtbarkeit hat. Der Druck blockiert ihren Körper, davon ist sie überzeugt. Sie hält es für eine Art Trotz-Reaktion ihres Körpers.”

Auf dieser zitierten Küchenpsychologie basiert die “Unfruchtbar!”-Schlagzeile.

Presseethisch gesehen, dürfte das Vorgehen der “Freizeit spezial” gleich gegen mehrere Ziffern des Pressekodex verstoßen.

Und presserechtlich sieht es auch nicht besser aus. Halten wir mal fest, was hier eigentlich vorliegt: Die “Freizeit spezial” nimmt ein angebliches Gerücht und macht daraus eine Tatsachenbehauptung, die nicht erweislich wahr ist und die vermutlich wider besseres Wissen aufgestellt wurde.

Mensch, Mitarbeiter der “Freizeit spezial”, da kommt ihr einer Verleumdung aber ganz schön nah.

Klar, dass ihr euch so einen Knaller nicht bei deutschen Prominenten traut. Die könnten ja tatsächlich klagen. Aber Charlène? Ha, die bekommt das im fernen Monaco doch gar nicht mit!

Vielleicht ja aber doch:

E-Mail an Palast Monacos


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The Sixth Nonsense

The Sixth Nonsense

Die Regenbogenhefte können jetzt auch Gedanken lesen. Und abbilden:
Christian Wulff - "Ich liebe meine Frau immer noch" - Trotz allem: Der Ex-Bundespräsident scheint auf ein Liebes-Comeback mit seiner Bettina zu hoffen. Mit Aussicht? [Auf dem Foto schaut Christain Wulff nach oben. In einer Denkblase sieht man ein Foto der Wulffs von früher.]

Besonders toll auch dieses Cover der “Freizeit Vergnügen”:
Endlich! Fürstin Charlène - Baby-Grüße aus Monaco - Hurra, es wird eine kleine Gracia [Auf dem Foto lehnt sich Charlène an die Schulter von Albert. In einer Denkblase sieht man ein kleines Baby ["Symbolfoto"]].
Zum Hintergrund dieser Geschichte: Es gibt ein Foto, auf dem sich Charlène und Albert von Monaco küssen. Soll ja durchaus vorkommen bei verheirateten Paaren, trotzdem ist die “Freizeit Vergnügen” ganz von den Socken:

Ja, ja, ja, es freut uns sooo, das Fürstenpaar eng zusammen zu sehen. [...] Endlich hat die Leidenschaft wieder ihren Platz in Monaco eingenommen. Und endlich hören wir, dass diese neue Verliebtheit wohl nicht ohne Folgen geblieben ist.

“Gehört” hat die “Freizeit Vergnügen” das von den “Spatzen” auf den “Dächern” Monacos. Aber weil das ja jeder sagen kann, haben die Ermittler aus dem Alles Gute Verlag noch einige zwei Indizien zusammengetragen.

Indiz 1: Charlène ist nicht nur viel schmusiger mit ihrem Mann als noch vor Kurzem, sie ist auch etwas runder geworden.

Indiz 2: Mit Zigarette oder einem Glas Champagner haben wir die Fürstin schon lange nicht mehr gesehen.

Wir drücken es mal so aus:


Foto: Alex Proimos


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Schlagzeilenbasteln (7)

Schlagzeilenbasteln (7)

Haben Sie das Zeug zum Regenbogenredakteur? Finden Sie es heraus! Wir nennen Ihnen eine Nachricht, und Sie denken sich eine Schlagzeile dazu aus. Mit einem Klick auf den Link erfahren Sie, wie es die Profis gemacht haben.

Ab ins Regenbogen-Trainingslager mit den irrsten Schlagzeilen der vergangenen Wochen …


Hape Kerkeling und Michelle Hunziker werden am Samstag die “Goldene Kamera” moderieren.

Hape Kerkeling - Geheimnis gelüftet! - Neuanfang mit einer Frau


Man munkelt, dass Florian Silbereisen in letzter Zeit öfters mit seinen Kumpels unterwegs war.

Florian Silbereisen - Vorfreude auf die Hochzeit?
“Das goldene Blatt” findet: “Möglich wäre es. Schließlich geht es vielen Männern so, die kurz vor dem Jawort stehen. Dann wollen sie noch einmal ausgiebig feiern.”


Im Auftrag des Playboy hat ein Umfrageinstitut 1000 Männer danach gefragt, welcher Promi für sie die perfekte Frau ist. Siegerin mit 18 Prozent: Klaro — Helene.

Helene Fischer - Was läuft da mit dem Playboy? Die Liebesbeichte muss Flori das Herz brechen


Eine Wahrsagerin, eine Adels-Autorin und ein Hof-Fotograf finden, die Ehe von Charlène und Albert von Monaco stehe unter keinem guten Stern.

Adels-Experte sind sich einig - Charlene - Schock Botschaft - Kein Baby und Scheidung!


Moderator Maxi Arland hat neulich mal für eine Show in einem Rotwildgehege gedreht. Plötzlich rannte ein Bisonbüffel auf das Team zu. Arland erzählt: “[Der Pfleger] lenkte den Bison ab und forderte uns auf, das Gehege schnellstmöglich zu verlassen.”

Schock im Wildpark - Maxi Arland (32) - Rodesangst - er rannte um sein Leben


Sonja Zietlow (Moderatorin des Dschungelcamps) hat mal über die Zeit im Dschungel gesagt: “Manchmal muss man sich ausmeckern oder ausheulen.”

Zu viel Stress! Sonja Zietlow - Tränen im Dschungel


Während Stefan Mross auf Tour ist, bleibt seine Frau mit dem Kind bei ihren Eltern.

Stefan Mross - Familien-Drama - Plötzlich setzt er sein junges Glück aufs Spiel


Die Schwester von Florian Silbereisen hat Geld gesammelt, damit sich eine Freundin von ihr einen neuen Rollstuhl leisten kann.

Florian Silbereisen - Rollstuhl-Drama um diese junge Frau - Ergreifend, was seine Schwester verrät


Johannes B. Kerner hat mal mit Blick auf die Trennung seiner Eltern gesagt: “Das war keine angenehme Zeit”. Und: “Wenn man heiratet, hat man schon den Gedanken, dass es nicht zur Scheidung kommen soll”.

Johannes B. Kerner - Traurige Beichte - Zum ersten Mal spricht er über seine schlimmen Ängste


Am Unfallort von Michael Schumacher haben Bergretter sein Glücksarmband wiedergefunden.

Endlich! - Michael Schumacher - Das erste Zeichen der Hoffnung!


Stefan Mross und Stefanie Hertel waren mal zusammen, sind es jetzt nicht mehr, verstehen sich aber immer noch prächtig.

Stefan Mross & Stefanie Hertel - Zwei Seelen im Gleichklang ...
Auf der Titelseite dann aber bitte ein bisschen weniger schmusig.

Stefan Mross - Er kommt von Stefanie nicht los! Wie lange geht das noch gut?


Bei einer Filmpremiere in London hat Herzogin Kate immer wieder ihre Hand auf ihren Bauch gelegt.

Das schönste Geschenk für William - Herzogin Kate - Das zweite Baby ist schon unterwegs - Was sie selbst über ihr neues Familienglück verrät


Roy Black war ein Star und ist an dem “Spagat zwischen beruflichem Mega-Erfolg und privater Normalität” zerbrochen. Helene Fischer ist auch ein Star.

Helene Fischer & Roy Black - Achtung, Helene! Sonst droht dir das gleiche Schicksal


Die Schwester von Andrea Bergs Mann hat ein Kind bekommen.

Andrea Berg - Wie schön! Ein Baby bringt das Glück zurück


Helene Fischer unterstützt die “Aktion Zehn”, die sich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender in Russland einsetzt. Helene Fischer ist auch gebürtige Russin.

Helene Fischer - Sie riskiert so viel - Darf sie nie wieder in ihre Heimat zurück?


Kurz vor Weihnachten haben Prinzessin Victoria und Daniel zusammen mit ihrer Tochter Estelle Plätzchen gebacken. Dabei kuschelte Estelle angeblich lieber mit Daniel als mit Victoria. Und irgendwann hatte sie gar keine Lust mehr auf Plätzchenbacken und ist rausgegangen.

Prinzessin Victoria - Riskiert sie ihr Mutterglück? Dramatische Szenen in der Schlossküche


Andrea Berg hatte neulich ein Glitzer-Kleid an. Helene Fischer hat auch manchmal ein Glitzer-Kleid an.

Andrea Berg - Neid-Attacke? Plötzlich klaut sie bei Helene Fischer


Na, wie viele Schlagzeilen haben Sie richtig geraten?

Damit Sie nicht aus der Übung kommen, schicken wir Sie ab morgen ins tägliche Schlagzeilen-Bootcamp: Montag bis Freitag gibt’s jeden Mittag ein bisschen was zum Basteln.


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Der Topf dankt
oder: Verrenkungen der Woche (9)

Der Topf dankt
oder: Verrenkungen der Woche (9)

Liebe Leute, wir sind baff. Seit Freitag erreichen uns unglaublich viele nette Mails, über 100 Menschen haben uns unterstützt – mit aufmunternden Worten, mit guten Ratschlägen und mit Geld.

Insgesamt haben wir knapp 1.700 Euro zusammenbekommen, die zahlreichen flattr-Spenden noch nicht mitgerechnet. Damit können wir die Anwaltskosten locker bezahlen. Und wir können uns sogar ein kleines finanzielles Polster anlegen – fürs nächste Mal. Vielen, vielen Dank dafür. Ihr seid großartig.

Das gilt natürlich auch für alle Blogger, Journalisten, Facebooker und Twitterer, die auf diese Geschichte aufmerksam gemacht haben.

Da wir nun deutlich über den angepeilten 887 Euro sind, bieten wir auch gerne an, Spenden wieder zurückzuzahlen. Ziel der Aktion war es schließlich nicht, damit Geld zu verdienen, sondern die Anwaltskosten zu bezahlen. Schreibt uns dafür bitte einfach eine kurze Mail an kontakt@topfvollgold.de, dann kümmern wir uns darum.

Wir haben aus der Sache viel gelernt, vor allem eines: Wenn eine Abmahnung reinflattert — erst mal Ruhe bewahren. Nichts überstürzen und am besten jemanden fragen, der Ahnung davon hat. Das ist auch der beste Tipp, den wir Euch mitgeben können, für den Fall, dass Ihr selbst mal in eine solche Situation kommen solltet: Cool bleiben, Anwalt fragen. Das kostet zwar meist etwas, in der Regel kommt man damit aber deutlich günstiger weg, als gleich die geforderten Kosten zu zahlen. Nähere Infos dazu findet Ihr zum Beispiel hier, hier oder hier.

Als kleines Dankeschön für die Hilfe haben wir noch eine Runde Verrenkungen zusammengestellt. Viel Spaß damit, schöne Feiertage und nochmals: Tausend Dank für die tolle Unterstützung!


“Echo der Frau”:
Semino Rossi - Was keiner ahnte! - Mutiger Lebensretter

Er spendet Blut für das Rote Kreuz.


“Viel Spaß”:
Hans Sigl - Pikante Enthüllung - Die ganze Wahrheit über die neue Frau an seiner Seite

“Die ganze Wahrheit über die neue Frau an seiner Seite” lautet: Sie ist nur im Fernsehen “die neue Frau an seiner Seite”. Da spielt sie nämlich “eine geheimnisvolle Lady, in die sich Hans Sigl alias Dr. Martin Gruber ["Der Bergdoktor"] unsterblich verliebt”. Das ist aber noch nicht die “Pikante Enthüllung”. Die besteht nämlich darin, dass Dr. Sigl gesagt hat: “‘Alle Menschen sollten flirten, man braucht es wie einen Schluck Wasser und sollte auch nicht damit im Alter aufhören.’” Oh. Oh. Oh.


“Freizeit Momente”:
Prinzessin Victoria - Kann sie ihrer Schwester je verzeihen? - Schockierendes Interview - Wie kann Madeleine nur so herzlos sein!

Die schwangere Madeleine von Schweden hat ein “schockierendes Interview” gegeben. Die “Sätze, die alle fassungslos machten”, lauten: “‘Das ist spannend und wir sind so glücklich, auch wenn es ein bisschen schnell passierte. Aber lieber so, als dass man hingeht und plant und wartet, sich danach sehnt und nichts passiert.’” Nun. Das Blatt fragt: “Wer denkt dabei nicht an [Madeleines Schwester] Victoria, deren Wunsch nach einem Geschwisterchen für Estelle (1) bisher unerfüllt geblieben ist …” Um ehrlich zu sein: wir.


“das neue”:
Helene Fischer - Schock-Beichte: Ihre große Angst - So therapiert sie sich selbst

Höhenangst.

Ihre Therapie: “Konfrontation mit der Furcht als Heilmittel.”


“Echo der Frau”:
Das wünschen ihr alle - Helene Fischer - Es ist so weit! - Ihr Traum wird wahr

Es ist so weit! Schon wieder. Diesmal geht es um Folgendes: Helene Fischer hat immer davon geträumt, eine großartige Sängerin zu werden. Das hat sie erreicht. Und vielleicht startet sie irgendwann ja auch “in Übersee” durch.


“Die neue Frau”:
Helene Fischer - Warum verschweigt sie diesen Mann? Jetzt holt sie ihre Vergangenheit ein

Dieser Mann hat – und jetzt halten Sie sich fest! – schon mal Helene Fischer getroffen. Echt wahr! In einem Musik-Workshop “traf er die süße Helene – ein hübsches junges Ding.” Die Redaktion der “neuen Frau” kann sich die beiden natürlich sofort “prima zusammen bei einem romantischen Duett auf der Bühne vorstellen”. Denn “er singt doch auch so schön: ‘Ich werd’ dir alles geben, wonach dein Herz sich sehnt.’” Und schon stellt sich die Frage: “Was, wenn Helene nun ihre Vergangenheit einholt? Dann muss Flori noch mit einem Konkurrenten mehr leben. Der Arme!”


“Woche Exklusiv”:
Helene Fischer - Unfassbar, wie man sie demütigt - Carmen Geiss - Ihr verzweifelter Kampf gegen das Ehe-Aus - Psycho-Schock! Plötzlich müssen sie ganz stark sein

Helene Fischer und Carmen Geiss haben ungefähr so viel miteinander zu tun wie Daniel Hartwich und Prinz Harry. Warum die “Woche Exklusiv” die beiden trotzdem zusammen aufs Cover gepackt hat, erklärt sie so: “Zwei Leben, eigentlich Lichtjahre voneinander entfernt – und doch mit einer erschreckenden Parallele: Plötzlich wendet sich das Schicksal gegen sie.” Bei Helene Fischer macht die Redaktion diese Psycho-Schock-auslösende Schicksalswendung an drei Ereignissen fest. Erstens hat sie bei der Moderation der “Bambi”-Verleihung am Ende versehentlich gesagt: “Das war der Echo 2013″ – ein “peinlicher Patzer” der “Perfektionistin”. Zweitens waren die TV-Quoten ihres Konzerts nicht so gut wie erwartet. Und drittens droht offenbar “auch in der Liebe Ungemach”: Ihren “Langzeit-Liebsten Florian Silbereisen” hat Helene in irgendeiner Dankesrede “mit keiner Silbe erwähnt.”

Der Psycho-Schock von Carmen Geiss liegt hingegen darin begründet, dass Herr Geiss ständig böse Witze über Frau Geiss macht. “Natürlich soll das immer scherzhaft rüberkommen”, weiß die “Woche Exklusiv”, “doch wenn jede Pointe zugleich eine Demütigung ist, hat das einen ernsten Hintergrund. Da ist von Liebe nicht mehr viel übrig.”


“Echo der Frau”:
Andrea Berg - Zwangs-Diät! - Verzicht aus Liebe

“Die Künstlerin achtet sehr auf ihre Figur”, schließlich will sie sich “ihren Fans stets makellos präsentieren” – was in der Weihnachtszeit natürlich umso schwieriger wird: “Allein 100 Gramm Lebkuchen [haben] durchschnittlich bereits beachtliche 350 Kalorien”.


“Viel Spaß”:
Stefanie Hertel & Stefan Mross - Erstaunliches Geständnis - Mit dieser Überraschung hat niemand gerechnet

Stefan und Stefanie waren mal zusammen. Jetzt ist Stefan mit einer anderen Frau liiert, mit der er seit kurzem auch ein Kind hat. Und jetzt, “Überraschung”: Bei Stefanie ist “von Eifersucht oder Missgunst keine Spur. […] Unglaublich aber wahr – die gebürtige Vogtländerin scheint sich tatsächlich aufrichtig über den Patchwork-Familienzuwachs zu freuen”. Damit hatte die “Viel Spaß” einfach nicht gerechnet.


“Echo der Frau”:
Kronprinzessin Mary - Familien-Geheimnis gelüftet

Streng genommen sind es sogar zwei Familien-Geheimnisse: Erstens wurde Marys Ehemann Prinz Frederik streng erzogen. Und zweitens “verriet Mary, dass sich die Kinderschlafzimmer auf Schloss Amalienborg direkt neben dem Elternschlafzimmer befinden. So können [die Kinder] nachts zu Mama und Papa ins Bett huschen und sich ganz eng an sie kuscheln.”


“Freizeit Momente”:
Maxima & Willem-Alexander - Baby-Geheimnis gelüftet - Es wird ein Junge!

Die “Freizeit Momente” hat einfach einen Blick für so was. “Es ist dieses Lächeln, wissend und geheimnisvoll zugleich. Es sind die kleinen Gesten wie die Blumensträuße, die plötzlich vor dem Bauch getragen werden. Oder die Röcke, die eine ‘Kellerfalte’ ziert an der Stelle, an der sich ein Bäbybäuchlein als Erstes wölbt. All das hat sie verraten, ihr süßes Geheimnis ans Tageslicht gebracht: Ja, Königin Máxima der Niederlande ist wieder schwanger.” Hurra! Und zwar wird sie, wie die “Freizeit Momente” sofort erkannt hat, einem “niedlichen Jungen das Leben schenken.” Einem “Stammhalter”. Einem “kleinen Prinzen”, mit dem Willem-Alexander “Fußball spielen und angeln gehen kann.” Warum sich das Blatt da so sicher ist? Weil es auch dafür “viele Anzeichen” gibt, genau genommen zwei. Erstens ist Máxima “in den letzten Wochen förmlich erblüht, sie ist noch schöner geworden. Und Sie kennen ja sicher die Weisheit, dass ein Junge seiner Mama Schönheit schenkt, während ein Mädchen sie ihr raubt …”. Zweitens “gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Königin unter Schwangerschaftsübelkeit leidet” – und wie jeder weiß, werden “Übelkeit und Gemütsschwankungen” nur von weiblichen Babys verursacht. Beweisführung abgeschlossen.


“Woche der Frau”:
Verona Pooth - Wie peinlich! Beim dreisten Lügen erwischt

Verona Pooth hat in einem “TV-Promi-Magazin” gesagt, dass sie “keine E-Mail-Adresse” und “keinen Account” habe. Und weil Verona Pooth neulich etwas bei Facebook gepostet hat, steht für die “Woche der Frau” fest, dass Verona Pooth “im Fernsehen dreist gelogen hatte”. Ist ja auch klar: Für Facebook braucht man einen Account. Und weil Verona Pooth ja gesagt hatte, dass … ach, egal.


“die aktuelle”:
Verzweifelt! - Fürstin Charlene - Als er ging, weinte sie! - Es passierte in Südafrika

Nelson Mandela ist gestorben.


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Schlagzeilenbasteln (2)

Schlagzeilenbasteln (2)

Haben Sie das Zeug zum Regenbogenredakteur? Probieren Sie’s aus! Wir sagen Ihnen, um welche Nachricht es geht, und Sie denken sich eine schöne Schlagzeile dazu aus. Ob Sie so gut sind wie die Profis, erfahren Sie wie immer mit einem Klick auf den jeweiligen Zeitschriftentitel.

Und los!

Nachricht #1:
Peer Steinbrück ist Kanzlerkandidat.

Ehe in Gefahr! - Peer Steinbrück - Warum ist er so rücksichtslos?

(Zur Erklärung, falls Sie mit der Logik der Regenbogenpresse noch nicht so vertraut sind: Sollte Steinbrück Kanzler werden, würde er zusammen mit seiner Frau ins Kanzleramt nach Berlin ziehen. Dann wird Gertrud Steinbrück “nicht mal eben zum Markt gehen können, um Gemüse zu kaufen. Sie muss neuen Anschluss finden, von vorn anfangen.” Deshalb müssen “Peer und Gertrud Steinbrück aufpassen, dass ihre Ehe nicht in Gefahr gerät. Das wäre es nicht wert.”


Nachricht #2:
Gad Elmaleh (Komiker) und seine Freundin Charlotte Casiraghi (schwanger) verbringen ein paar erholsame Ferientage auf Capri. Im September und Oktober hat Gad ein paar Bühnenauftritte in den USA.

Schatten über der Schwangerschaft - Jetzt braucht sie ihre Mutter Caroline - Charlotte Casiraghi - Der Vater ihres Babys lässt sie im Stich!


Nachricht #3:
In einem Interview “scherzte Franjo [Pooth] auf die Frage, wie es ihm denn beruflich mittlerweile so gehe, augenzwinkernd: ‘Ich bin eigentlich die ganze Woche über zu Hause, passe auf die Kinder auf, mache den Abwasch, und dann gegen 15 Uhr bügle ich noch ‘ne Runde.’”

Verona Pooth - Ihr Mann ist nur noch die Putzhilfe


Nachricht #4:
Stefan Mross hält sich mit Einblicken in sein Privatleben heute “bedeckter” als früher. Er gibt nicht mehr diese “unzähligen Interviews” mit “allen Details über das Liebes- und Familienglück”. Und auch Andrea Kiewel macht “zwar keinen hel [sic!] daraus, dass sie glücklich mit einem Mann ist. Aber sie pflegt einen eher normalen Umgang mit den Medien.”

Stefan Mross - Andrea Kiewel - Ihre Partner teilen das gleiche Schicksal - Versteck-Spiel aus Liebe ...
(Interessante Erkenntnis am Rande: Ein “normaler Umgang mit den Medien” ist gleichbedeutend mit einem “Versteckspiel”.)


Nachricht #5:
Helene Fischer bringt ein neues Album heraus. Glücklicherweise hat sie in der Ankündigung auf ihrer Internetseite ein kleine Besonderheit eingebaut. Dort steht:

Liebe Fans,
ich habe es ja während meiner Sommer-Events schon angedeutet. Jetzt ist es offiziell, dass mein neues Studioalbum am 4. Oktober erscheint! Und das “Baby” hat auch schon einen Namen: FARBENSPIEL!

Eine Steilvorlage! Jetzt müssen sie nur noch verwandeln.

Helene Fischer - Endlich! Die frohe Botschaft - Sie konnte es nicht länger für sich behalten

Baby-Geflüster! - Jetzt lüften sie alle Geheimnisse - Helene Fischer - Es hat schon einen Namen - Henning Baum - Er bleibt treu(Das “Baby” von Henning Baum ist übrigens seine Serie “Der letzte Bulle”.)


Nachricht #6:
Jenny Elvers ist gemeinsam mit ihrem Partner auf Kreta. Es gibt ein paar Fotos, auf denen die beiden sich küssen und am Strand spazieren gehen.

Jenny Elvers (41) - Frisch verliebt auf Kreta - Seine Küsse schmecken besser als Alkohol


Nachricht #7:
Jörg Pilawa wechselt vom ZDF zur ARD.

Jörg Pilawa - Endlich frei - Die ganze Wahrheit über sein neues Leben


Nachricht #8:
Fürstin Charlène war zu Gast bei einer Sportveranstaltung. Dabei wurde auch dieses Foto von ihr aufgenommen:Ausriss: "die zwei", Nr. 32/2013

Wilde Charlène - An was denkt sie hier bloß? [Daneben ein Foto von Meg Ryan aus "Harry und Sally". Die Pose ist einigermaßen ähnlich.] - Meg Ryan mit ihrem Kino-Orgasmus in "Harry und Sally"


Nachricht #9:
Hezogin Kate wohnt mit ihrem Baby in den ersten Wochen im Haus ihrer Eltern. Die Queen will aber (zumindest laut den Experten der “Viel Spaß”), dass “der zukünftige Thronfolger unter ihrer strengen Aufsicht aufwächst”.

Herzogin Kate - Traurige Enthüllung - Verzweifelt kämpft sie um ihr Baby-Glück


Nachricht #10:
Es gibt ein Familienfoto der niederländischen Königsfamilie:[Ein Familienfoto. Vorne stehen die drei Kinder, dahinter Maxima und Willem-Alexander. Maxima hat ihre Hände auf die Schultern einer ihrer Töchter gelegt.]

Trauriger Foto-Beweis - Königin maxima - Liebt sie eine Tochter mehr als die anderen?


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Verrenkungen der Woche (3)

Verrenkungen der Woche (3)

Erst die dritte Folge — und schon eine Weltpremiere!

Voller Stolz dürfen wir Ihnen heute zum allerersten Mal eine Überschrift präsentieren, die — jetzt halten Sie sich fest! — zu einhundert Prozent der Wahrheit entspricht. Echt jetzt!

Aber kümmern wir uns doch zuerst um die, nun ja, nicht ganz so wahren Geschichten. Willkommen zu den Verrenkungen der Woche.

Saskia Vester (53) - Ihre 5 großen Geheimnisse

Saskia Vester ist eine deutsche Schauspielerin. Und wie die “Echo der Frau” findet, ist es “kaum zu glauben, aber wahr! Saskia Vester hat es geschafft, sich in ihrer Karriere noch ein paar Geheimnisse zu bewahren.” Doch die “Echo der Frau” ist ein Regenbogenheftchen erster Güte. Und so ist es der Redaktion “nun gelungen, ihr diese zu entlocken.” Na, dann schießt mal los:
- Saskia Vester hat keine Angst vor dem Zahnarzt.
- Ihre Katze Lui benimmt sich manchmal wie ein Hund.
- Wenn sie ihren Mann mit einem Tier vergleichen müsste, wäre er ein Delfin.
- Vesters Tochter lebt noch bei ihr daheim. Das ist immer ganz lustig.
- Ihr Sohn ist der Liebe wegen nach Kopenhagen gezogen.
Recht hast du, “Echo der Frau”: kaum zu glauben.


Über Nacht kam die Ernüchterung... - Stefan Mross - Wird er aus seinem Liebesnest vertrieben?

Irgendwo in der Nähe von Stefans Haus wird irgendein anderes Haus gebaut. Und “anstatt auf Berge, blicken er und [Freundin] Susanne jetzt von ihrem schönen Balkon auf eine chaotische Baustelle”. Die “Woche der Frau” stellt resignierend fest: “Auch Stefanie kann ihm nicht mehr helfen”.


Schlaganfall - Benedikt XVI. - Sein trauriges Ende

Ex-Papst Benedikt soll tatsächlich mal einen Schlaganfall erlitten haben — vor 22 Jahren. Und selbst das ist bis heute nur ein Gerücht. Offiziell heißt es, er sei damals gestürzt. “Das neue Blatt” hat jetzt irgendeinen “Chirurgen” aus Rom aufgetrieben, der behauptet, Benedikt zeige (wieder) Anzeichen eines Schlaganfalls: “‘Er ist sehr unsicher auf den Beinen, das linke Auge ist halb zugefallen.’” Das Heft schlussfolgert: “Es scheint fast so, als ob der Herr ihn bald zu sich rufen würde …” Es scheint fast so, als ob “das neue Blatt” es kaum erwarten könnte …


Halle Berry - Unfassbar - Für ihren Geliebten riskiert sie ihr Leben

Halle Berry schwebt in “Lebensgefahr”. Denn — sie ist schwanger. Und als 46-jährige Diabetikerin kann so eine Schwangerschaft ganz schön “lebensbedrohliche Folgen” haben, weiß die “Viel Spaß”. Und fragt: “Wieso geht Halle Berry solch ein hohes Risiko ein? Versucht sie etwa, ihren Geliebten mit einem Baby für immer an sich zu binden?” Das Blatt meint: “Unfassbar”. Meinen wir auch.


Da bahnt sich eine Tragödie an ... Michelle - Ist sie seelisch total am Ende?

“Was ist nur los mit Michelle?”, fragt die “frau aktuell”. “Ist sie seelisch total am Ende?” Eine berechtigte Frage — immerhin ist Michelle hin und wieder “zu spät zu ihren Auftritten” gekommen. Auch Zugaben sind nicht mehr so “ihr Ding”. “Und dann diese Text-Aussetzer, die sie immer hat! Das kann sich eine Schlagersängerin nun wirklich nicht leisten.”
Wir wünschten, auch die “frau aktuell” hätte mal einen Text-Aussetzer. Einen, der bis in alle Ewigkeit anhält.


Schockierende erotische Fantasien - Boris Becker - Hat er seine Lilly nicht genug gequält?

Boris Beckers Twitter-Account ist für die Regenbogenpresse die reinste Skandalfundgrube. Wenn man ehrlich ist (und vor allem: wenn man sich mal anschaut, was der Sportler da den lieben langen Tag so treibt), ist das auch kein Wunder. Dass irgendein Blättchen diesen, diesen und diesen Tweet früher oder später dazu benutzen würde, irgendeine empörte Schlagzeile zu stricken, war abzusehen.
Also, lieber Boris, wenn wir dir einen Rat geben dürfen: Lass doch diese Erotik-Tweets und kümmere dich stattdessen weiter um die wichtigen Dinge des Lebens.


Hansi Hinterseer - Familiengeheimnis gelüftet

“Familiengeheimnis gelüftet”? “Drama um seine leibliche Mutter”? “Weil aber nun ein Verwandter geplaudert hat, wissen wir jetzt, was wir eigentlich nicht wissen sollten”? Na los, “Meine Freizeit”, raus mit der Sprache: Was ist das los bei Schlagerstar Hansi Hinterseer? “Seine leibliche Mutter ist” … ja!? … “Brasilianerin.” Potztausend!


Charlène von Monaco - Sensationelles Liebes-Interview

Wenn eine Person regelmäßig die volle Ladung Dreck abbekommt, die die Regenbogenpresse fröhlich über Prominente und Adlige ausschüttet, dann ist es Charlène von Monaco. Die “Freizeit heute” hat nun ein “sensationelles Liebes-Interview” über die Fürstin und ihren Mann Albert gedruckt. Aber was ist so sensationell an diesem Interview? Dass es sich hier um einen Artikel handelt, der das Paar tatsächlich mal in einem positiven Licht erscheinen lässt? Dass Charlène überhaupt noch mit irgendeinem dieser Schmuddelautoren spricht? Nein. Wirklich sensationell an dem Interview ist die Frechheit, mit der die “Freizeit heute” eine Geschichte verdreht. Denn das Blatt führte das Interview nicht etwa mit Charlène. Und auch nicht mit Albert. Sondern mit Andre Venter. Der ist Bassbariton der südafrikanischen Band “Romanz” und trat mit seinen Kollegen bei der Hochzeit des Fürstenpaares auf.


Prinzessin Madeleine - Gefährlicher Flirt vor der Hochzeit?

Folgende Situation: “Sie umarmen sich und küssen sich zärtlich auf die Wangen. Wie ein frisch verliebtes Paar werfen sich die beiden mitten in New York immer wieder Blicke zu.” Das klingt doch wie … genau, findet jedenfalls die “Neue Welt”: “Riskiert Madeleine etwa einen gefährlichen Flirt mit einem fremden Mann? Es wäre ein Drama!” Kollektive Schnappatmung in der Redaktion — Madeleine will doch eigentlich bald heiraten. Acht Zeilen später haben sich allerdings alle schon wieder beruhigt: “Doch Entwarnung! [...] Der unbekannte Mann an ihrer Seite ist ein guter Freund der Prinzessin.” Puh, erstmal durchatmen.


DJ Oetzi - Heimliche Sucht

Oh nein, was ist mit DJ Ötzi los? Die “Echo der Frau” titelt, er habe eine “Heimliche Sucht”. Glücksspiel? Alkohol? Koks? Gut, dass das Blatt ihren Chefreporter Torben Zenker zum DJ schickt, um herauszufinden, was wirklich Sache ist. Und Zenker lüftet das Geheimnis: Der Ötzi raucht! Und das “bereits seit vielen Jahren”. Ach, und er hat auch noch eine neue Platte rausgebracht. Das passt ja gut, dass die “Echo der Frau” wegen der Sucht-Geschichte eh schon da ist. Dann kann man im selben Artikel doch gleich auch noch was über “sein neues Hit-Album” schreiben.


Sensation zur Krönung! Beatrix im Glück - Friso wird dabei sein!

Wie kann man eine derart perfide Titel-Schlagzeile dichten, ohne auch nur irgendwelche Gewissensbisse zu haben? Darauf geben unsere Freunde von “die aktuelle” keine Antwort, aber so ähnlich. Sie schreiben im Innenteil: “Zwischen Himmel und Erde gibt es Dinge, die man nicht erklären kann.” “die aktuelle” und ihre Verrenkungen beispielsweise.
Wir wollen es kurz machen: Die Schmierfinken von “die aktuelle” tun so, als könnte Beatrix’ Sohn Friso, der seit langer Zeit im Wachkoma liegt, bei der Krönung seines Bruders zum obersten Monarchen der Niederlande dabei sein. Was das Blatt eigentlich meint: Er zeigt hin und wieder Regungen. Und “in seinem Krankenzimmer hängt ein moderner Flachbildschirm. So könnte er die Krönung seines ältesten Bruders verfolgen.”
Das Blatt titelt im Innenteil: “Liebe kann wirklich Wunder bewirken!” Sensationsgeilheit kann wirklich Grässliches bewirken.


Michelle Hunziker - Tränen-DRAMA - Nur eine Operation konnte ihr noch helfen

Setzen Sie sich bequem hin, atmen Sie ein paar Mal tief durch und lesen Sie die Überschrift in aller Ruhe noch einmal. Genießen Sie es! Denn dies ist die erste — Achtung! — zu einhundert Prozent wahre Überschrift in den Verrenkungen der Woche. Denn in einem Interview hat Michelle Hunziker selbst erzählt: “‘Kurz nach meiner Geburt stellte sich heraus, dass meine Tränenkanäle verstopft sind.’ Schließlich musste später chirurgisch nachgeholfen werden.” Ein waschechtes “Tränen-Drama” also. Herzlichen Glückwunsch, “neue Frau”.


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Verrenkungen der Woche (2)
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Verrenkungen der Woche (2)

Die sind doch alle bekloppt!

Und damit herzlich willkommen zu den Verrenkungen der Woche.Christina Plate - Verblüffende Enthüllung - Endlich ist das Geheimnis um ihre einzige Tocher gelüftet

“Sensationelle Enthüllung”! “Unglaublich”! “Eine Sensation”! “Endlich ist das Geheimnis” um Christina Plates “einzige Tochter gelüftet”: Sie hat beim großen Taekwondo-Kinderturnier im schwäbischen Sindelfingen in ihrer Altersklasse den ersten Platz geholt. “Verblüffend”.


Semino Rossi - Baby-Tragödie - Wie er seiner Frau in der traurigen Zeit zur Seite steht

Eine Hammergeschichte hat die “Freizeit Vergnügen” da aufgetrieben. Also, aufgepasst! Seminos Frau Gabi arbeitet als Hebamme. Im Interview mit dem Sänger will das Blatt wissen: “Ist sie nicht auch manchmal mit Totgeburten konfrontiert?” Seminos Antwort: Darüber spreche Gabi nicht. Ende.


Er geht plötzlich neue Wege - Heino & Hannelore - Ehe-Drama? - Hannelore muss jetzt ganz stark sein

Heino wird Rocker. Und die arme Hannelore muss mitziehen beim “Imagewandel” ihres Ehemannes. Die “Freizeit total” stellt fest: Hannelore macht plötzlich “auf Rockerbraut”. Dabei waren die beiden in “alten Zeiten” doch so ein “fesches und adrettes” Traumpaar.


Dieses Drama verfolgt sie bis heute... - Carmen Nebel - Der Tag, an dem ich fast ertrunken wäre

… liegt jetzt knapp ein halbes Jahrhundert zurück. Da fiel Carmen “kopfüber in eine Regentonne”. Ihre Mutter konnte sie gerade noch retten. Die “frau aktuell” schreibt: “Jetzt hat die TV-Lady das Drama erzählt, das sie bis heute verfolgt.” Mit “jetzt” meint das Blatt: vor elf Jahren.


Heidi Klum - Trennung - weil er ihren Sohn fast ertrinken ließ?

Das macht “die aktuelle” ganz geschickt: Das gelbe Fragezeichen bezieht sich nicht nur auf den gelben Text — also nicht nur auf den möglichen Grund der Trennung –, sondern generell auf die Trennung. Oder anders gesagt: Nicht nur ein kleiner Teil, sondern alles auf diesem Titelblatt ist spekulativ. “die aktuelle” hätte genauso gut einfach nur ein großes Fragezeichen abdrucken können — der Erkenntnisgewinn wäre derselbe gewesen.


Prinzessin Maxima - PSYCHO-DRAMA - Verliert sie jetzt alles?

Bei Máxima gerät die “Heim und Welt” ins Schwärmen: Die zukünftige Königin der Niederlande sei “farbenfroh gekleidet wie ein Tulpenmeer, erfrischend wie eine Nordsee-Brise.” Und immer diese herzerwärmenden Lachanfälle. Hach. Doch jetzt könnte ein “Psycho-Drama” kommen! Warum? Nun ja, Máxima wird doch bald Königin. Und in dieser Position darf man nicht mehr so viel lachen — meinen jedenfalls irgendwelche “Royalisten”, auf die sich die “Heim und Welt” bezieht. Dass das völliger Quatsch ist, merkt das Blatt am Ende des Artikels selbst: “Unsinn, Maxima soll sich für die neue Rolle nicht verändern!” Witzig, liebe “Heim und Welt”, das dachten wir uns auch die ganze Zeit: Unsinn.


Maxima - Es tut so weh! - Tränen um ihre Eltern

Die fröhliche Tulpenmeer-Máxima ist jetzt aber doch auf einmal ganz traurig. Es kullern sogar Tränen. Máximas Eltern werden doch nicht etwa … Nein, natürlich nicht! Niemand ist gestorben. Niemand hat sich getrennt. Rein gar nichts ist passiert. Máxima muss schlicht und einfach auf ihre Eltern verzichten, wenn sie Ende April Königin der Niederlande wird. Ihr Vater war in den 70er-Jahren nämlich Minister der argentinischen Militärdiktatur und ist daher in Máximas neuer Heimat nicht willkommen. Also: Krönung ohne Mutter und Vater. “Wie schon so oft bei Anlässen, die in Maximas Leben wichtige Wendepunkte darstellen.” Der “Freizeit exklusiv” tut es aber jedes Mal aufs Neue weh.


Prinzessin Kate - Aus Liebe riskiert sie ihr Leben

Denn aus Liebe zum Volk mischt sie sich “in Menschenmengen, lässt sich umarmen und stellt sich für gemeinsame Fotos zu Verfügung.” Die “7 Tage” weiß: “In der Nähe könnte aber auch ein Attentäter stehen.”


Seltsame Andeutungen - Fürstin Charlène - Jetzt plaudert ihr Ehemann Intimes aus

… und zwar sagte er: “Man muss eines nach dem anderen angehen.” Und: Er habe “viele Verpflichtungen, Sitzungen und offizielle Anlässe”. Die “Schöne Welt” fragt: “Soll das heißen, dass für intime Stunden mit Fürstin Charlène [...] bisher noch kein Termin frei war? [...] Wenn man beobachtet, wie die arme Charlène neben ihrem Albert um Haltung bemüht ist, könnte man das fast meinen.”Ob die “Schöne Welt” nicht mehr alle Tassen im Schrank hat? Wenn man beobachtet, wie das Blatt darum bemüht ist, völlig banale Dinge zu irgendwelchen Dramen aufzublasen, könnte man das fast meinen.


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Ein Baby! Ein Baby! (…wäre toll)

Ein Baby! Ein Baby! (…wäre toll)

Was haben Charlène & Albert von Monaco, Victoria & Daniel von Schweden sowie Lilly, Boris, Yvonne, Oliver, Christine und José vom Fernsehen gemeinsam?

Richtig: Sie bekommen alle kein Baby.

Dennoch geben sich die Regenbogenredaktionen größte Mühe, es so klingen zu lassen, als ob. Manchmal lassen sie die Mühe aber auch weg.Ihre kleine Estelle bekommt ein Brüderchen - Victoria & DanielFür den entscheidenden Teil dieser Aussage war in der Überschrift leider kein Platz mehr. Im Text aber schon:

Estelle bekommt ein Brüderchen! Wäre das nicht toll?

Au ja, liebe “Super Freizeit” – da müsstest Du nicht mal mehr einen neuen Artikel schreiben, sondern könntest den hier sofort nochmal nehmen und “wäre” einfach mit “ist” ersetzen. Toll!

Die “Neue Post” könnte sogar gleich ihr ganzes Titelbild wiederverwerten, wenn, in diesem Fall Charlène von Monaco, wirklich mal ein Kind kriegen sollte:Endlich ein Thron-Erbe - Ganz Monaco freut sich für Carolines Familie - Albert & Charlene: Das Baby ändert alles!Damit hat das Heft nicht mal ganz Unrecht: Es wurde tatsächlich ein Kind zur Welt gebracht. Allerdings nicht von Charlène, sondern von der Verlobten des Sohnes der Schwester ihres Mannes. Das Baby ist also Charlènes (Schwieger-)Großneffe.

Und jetzt raten Sie mal, welches Baby “Das neue Blatt” meint, wenn es schreibt:Caroline & Charlene - Endlich Babyglück in MonacoOder die “frau aktuell”:Caroline - Die Baby-Sensation! - Ganz Monaco steht KopfAuch die “Promi Welt” kann es kaum erwarten. Und vertreibt sich die Zeit wie eine Sechsjährige auf der Fahrt in den Italienurlaub: Bis es so weit ist, fragt sie, wann es so weit ist.Christine Neubauer - Ein Baby von José? - Die Krönung ihrer Liebe: Ärzte geben grünes LichtImmerhin hat José seiner Christine auf irgendeinem roten Teppich immer wieder den Bauch gestreichelt. Und “eine Geste sagt oft mehr als 1000 Worte”, weiß die “Promi Welt”.

Und sie weiß sogar noch mehr. Zum Beispiel, dass Christine Neubauer mindestens 50 Jahre alt ist und ein Professor gesagt hat, das sei überhaupt kein Problem fürs Kinderkriegen. Wenn’s auf natürlichem Wege dennoch nicht klappen sollte, keine Sorge — daran hat die “Promi Welt” nämlich auch schon gedacht:

Es besteht auch die Möglichkeit, sich Eizellen von einer jüngeren Spenderin zu kaufen und sie mit dem Samen des Partners befruchten zu lassen! Ein Verfahren, das in Deutschland verboten, aber etwa in Spanien legal ist: Christine Neubauer lebt mit José hauptsächlich auf Mallorca. Wir werden gewiss bald mehr erfahren – unter gewissen Umständen jedenfalls …

Bemerkenswert, wie die “Promi Welt” mit Hilfe des Doppelpunktes versucht, so zu tun, als würde sie einfach nur logisch schlussfolgern. Und sich nicht wahllos irgendwelchen Mist zusammenreimen.

Womit wir bei der “Freizeit Spaß” wären.Yvonne Catterfeld & Oliver Wnuk - Traumhochzeit - Er spricht sogar von einem BabyMan könnte jetzt vermuten, dass er wirklich von einem Baby gesprochen hat. Die Passage des “Bunte”-Interviews, aus der die “Freizeit Spaß” ihre komplette Titelgeschichte gebastelt hat, lautet allerdings folgendermaßen:

Noch ein Kind, heiraten? “Alles ist möglich”, sagt Oliver Wnuk.

“Alles ist möglich.” Könnte auch das Geschäftsmotto der “Freizeit Spaß” sein.

Die “Neue Pause” gönnt sich derweil eine kleine Auszeit von den Schwangerschaftsgerüchten. Über Nachwuchs spekulieren kann man schließlich auch auf andere Weise:Boris & Lilly Becker - Adoptieren sie ein Mädchen?Für die “Neue Pause” ist es nur noch eine Frage der Zeit.

Wie gerne würde [Lilly] das junge Mädchen adoptieren. Jetzt muss nur noch Boris zustimmen!

Ihre Theorie macht die Redaktion an zwei Dingen fest. Erstens: Lilly wollte das Mädchen – das sie während einer “Charity-Reise nach Afrika” kennenlernte – “gar nicht mehr loslassen”.

Zweitens: “Die Eltern der Kleinen sind beide HIV-positiv, sie selbst ist gesund”. Und: “Lillys Mutter starb bei einem Verkehrsunfall, die damals Deijährige wuchs bei ihren Großeltern auf.” Ergo: “Sie weiß, wie wichtig es ist, einer verlorenen Seele ein neues Zuhause und neue Hoffnung zu geben – wie gerne würde sie das junge Mädchen adoptieren.” Dann muss ja jetzt nur noch Boris zustimmen.


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Verrenkungen der Woche

Verrenkungen der Woche

Zuspitzungen sind im Journalismus eine gängige Methode. Das gilt auch für die Regenbogenpresse. Hier greifen die Redaktionen aber noch zu ganz anderen Mitteln: Sie skandalisieren, sie erfinden, sie lügen.

An dieser Stelle finden Sie regelmäßig eine Auswahl der skurrilsten, lustigsten und skrupellosesten Verrenkungen. Mit einem Klick auf die Links unter den Ausrissen erfahren Sie, was hinter den Schlagzeilen steckt.GROSSE SORGE - Victoria - Bedroht von einem Serienmörder!

Auf Öland, der Insel, auf der Victoria gerne Urlaub macht, treibt angeblich ein Serienmörder sein Unwesen. “Nicht nur Victoria und Daniel (39) sind in großer Sorge: Ist ihre Estelle auf Öland noch sicher?” Für “das neue” steht fest: “Niemand kann es ihnen garantieren.” Jetzt hilft nur noch eins: “beten”.


Sängerin Nicole - Knapp am Tod vorbei

Dreimal schon ist Nicole dem Tod noch gerade so von der Schippe gesprungen — drei “Erlebnisse, die einem kalte Schauer über den Rücken jagen …”
– 1988 wollte sich Ehemann Winfried unbedingt die Flugschau in “Rammstein” (sic!) angucken. “Weil seine Frau zu Hause zu lange herumtrödelte, wurde daraus nichts.”
– 2004 planten die beiden eine Reise nach Südostasien. Exakt zu dem Zeitpunkt, als dort der Tsunami wütete. Das Paar “entschied sich dann jedoch kurzfristig für Südafrika”.
– Irgendwann krachte mal bei einer Liveshow ein schweres Scheinwerfer-Gestell um — “es hätte Nicole erschlagen können, fiel aber in die andere Richtung.”


Fürst Albert & Charlene - EHE-HÖLLE! Scheidung noch in diesem Jahr!

Bei Charlène und Albert klappt es nicht so recht mit dem Kinderkriegen. Und Albert muss sich ranhalten: “Sein künftiges Kind sollte ja schon erwachsen sein, wenn es eines Tages von ihm den Fürstentitel übernimmt.” Für “Adel exklusiv” ist damit klar: Mit Charlène wird das wohl nichts. Eine neue Frau muss her. Möglichst noch in diesem Jahr. Als Quelle dafür, dass überhaupt eine Scheidung im Raum steht, dient übrigens kein Geringerer als “Fischhändler Luc aus dem Hafen”.


Prinz Harry - Blitz-Hochzeit! Warum sie es so eilig haben - Die Queen und Charles toben

In Schottland, inmitten einer “wildromantischen Gegend”, steht “eine kleine, mittelalterliche Kirche, die Crathie Kirk”. Hier hat schon Prinzessin Anne heimlich “den strammen Marine-Offizier Timothy Laurence” geheiratet. Was das mit Harrys angeblicher “Blitz-Hochzeit” zu tun hat? Nun: “Obwohl gerade keine Messe war, läuteten kürzlich auf einmal die Kirchenglocken der Crathie Kirk. Wenig später sah man eine Limousine durch den Ort sausen. Hinter den getönten Scheiben saßen angeblich die frisch Vermählten Prinz Harry und Prinzessin Cressida”.


Prinz Harry - Endlich läuten die Hochzeits-Glocken

Die Hochzeitsglocken haben tatsächlich geläutet — allerdings nicht für Harry und Cressida, sondern für Cressidas Halbschwester. “Adel exklusiv” seufzt: “Als die Hochzeitsglocken erklangen, konnte auch Harry seiner Cressida schon mal tief in die Augen schauen.”


Ärztepfusch - Kate weint um Kind! Schock für die werdende Mutter - Ihr verzweifelter Abschiedsbrief

“Nur eine werdende Mutter kann den Schmerz erahnen. Das unbarmherzige, so grausame Leid, wenn das eigene Kind stirbt.” Damit beginnt “Freizeit direkt” den Artikel. Doch entgegen dem Anschein, Kate hätte ihr ungeborenes Kind verloren, handelt der Text vom Tod eines anderen Kindes. Kate hatte den Jungen in einem Kinderhospiz kennengelernt und nach dessen Tod einen Brief an die Eltern geschrieben.


Prinzessin Maxima in großer Sorge um Klein Amalia - "Lieber Gott, bitte beschütze mein Kind!"

Am 30. April 2009 fuhr ein Autofahrer während der Parade zum niederländischen Königinnentag vor den Augen von Kronprinzessin Máxima in eine Menschenmenge. Am 30. April 2013 wird Máxima den Thron der Niederlande besteigen, ihre Tochter Amalia wird zur Kronprinzessin. “Frau mit Herz” sieht das so: “Wieder einmal der 30. April… Wer mag Maxima Gedanken der Todesangst um Klein Amalia verdenken!”


Semino Rossi - Schockierend! Wie krank ist er wirklich?

Semino Rossi erkrankte vor zwei Jahren an einer “rätselhaften Virusinfektion”. Er musste Konzerte absagen und sich eine Auszeit nehmen. Jetzt “schockiert er seine Fans mit einer echten Hiobsbotschaft”: Er will sich doch tatsächlich schon wieder eine Auszeit nehmen — allerdings nach der aktuellen Tour. Die “neue woche” fragt dennoch: “Ist Semino wirklich wieder fit — oder verschweigt er eine Erkrankung?” Die Antwort gibt sie sich am Ende selbst: “Die erneute Auszeit im April 2014 — eine vorbeugende Maßnahme”.


Simone Thomalla - Bitteres Liebes-Aus

Quelle: Ein “junges Unterwäschemodel”, das behauptet, es habe eine Affäre mit Simone Thomallas Lebensgefährten gehabt. Die “Freizeit direkt” schlussfolgert: “So magisch [Simones] Liebe zu Silvio begann, so bitter geht sie jetzt wohl zu Ende.” Unter Umständen. Vielleicht. Möglicherweise.


Sofia von Spanien - Jetzt schwindet ihre letzte Hoffnung

Königin Sofia ist nicht mehr glücklich im spanischen Palast. Am liebsten würde sie zu ihrem Bruder nach London flüchten und Juan Carlos verlassen. Das ginge aber laut “Frau mit Herz” nur, wenn ihr Mann als König abdankt. Zuletzt gab’s Hoffnung für Sofia: Juan Carlos hatte eine Bandscheiben-OP, er war zu schwach, um zu regieren. Jetzt kämpft er sich allerdings auf dem Heimtrainer zurück ins Amt. Sofias letzte Hoffnung schwindet.


Stefan & Stefanie - Sie versuchen es noch einmal!

… gemeinsam in einer Show aufzutreten. Denn: Stefanie ist zu Gast in Stefans TV-Sendung. Ein Liebes-Comeback sei allerdings nicht absehbar.


Kronprinzessin Victoria - Dramatisch! Die Trennung von Estelle bricht ihr das Herz

Victorias einjährige Elternzeit ist vorbei. Nun kommen wieder zahlreiche Termine auf sie zu. “So viel Zeit wie jetzt kann sie dann nicht mehr mit Tochter Estelle verbringen”, sorgt sich die “neue woche”.


 

Wie perfide man solche Verrenkungen einsetzen kann, beweist die aktuelle “Freizeit Monat”:Beatrix unter Schck - Es ist vorbei! - Sie weint an seinem Krankenbett

Man muss dazu wissen: Der Mann auf dem kleinen Foto ist Friso, Beatrix’ Sohn, der seit einem Lawinenunglück im Februar 2012 im Koma liegt. Die “Freizeit Monat” lässt nicht viel Zweifel daran, dass sie mit dieser Titelkomposition den Eindruck erwecken will, Friso sei gestorben. Mit “Es ist vorbei!” meint das Blatt aber in Wirklichkeit — Betarix’ Amtszeit. Denn die Königin hat kürzlich angekündigt, Ende April abzudanken.


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