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In seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten” gibt Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, zu, dass er die Mitarbeiter der Regenbogenblätter manchmal beneidet:

Nehmen wir “Das goldene Blatt”, das jüngst ein Foto in die Finger bekam, auf dem die Moderatorin Karen Webb eine gelbe Hose trägt. Und weil das an sich noch keine irre Story ist, hat die Redaktion Fotos anderer Menschen dazugestellt, die ebenfalls gelb gekleidet sind, und getextet: “Sie strahlen mit dem Frühling um die Wette. Passend zur heiteren Zeit des Jahres haben unsere Promis ihr Sortiment mit Gelbtönen aus dem Kleiderschrank geholt.” Im Nu ist eine Seite gefüllt — obwohl, wie eine Blitzrecherche ergab, Goldie Hawns Foto aus dem Dezember 2013 stammt, Ross Antonys aus dem Januar 2014 und so weiter, die Promis also Gelb auch unpassend zur unheiteren Zeit des Jahres tragen.

Herzblatt-Geschichten: Das tollste Lebewesen


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In seinen “Herzblatt-Geschichten” hofft “FAS”-Redakteur Jörg Thomann, dass Angela Merkels Mutter bei ihren Englischkursen an einer Volkshochschule in Zukunft von Klatschreporter-Besuchen verschont bleibt:

“Willkommen ist hier jeder”, behauptet “Die Aktuelle” und schickt kurzerhand — Stichwort “Ortstermin” — einen Reporter in ihren Kurs, der die Lehrerin ein paarmal anscheinend heimlich fotografiert hat. Hoffentlich hat der Kerl was auf die Finger bekommen und ist in die Ecke gestellt worden.

Herzblatt-Geschichten: Du bist eine süße Maus


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Das “Echo der Frau” glaubt an Nachwuchs bei Heidi Klum. Und Jörg Thomann, Autor der schönen “Herzblatt-Geschichten”, glaubt, dass das ziemlicher Murks ist:

In St. Moritz hat “Echo der Frau” Heidi Klum gesichtet, an ihrer Seite Lover Vito, “der schmucke New Yorker Kunsthändler”, was viel besser klingt als “künstlicher New Yorker Schmuckhändler”, und das Blatt glaubt “eine kleine, verdächtige Wölbung an ihrem Bauch zu erahnen”. Ausgerechnet bei Klum, die derzeit so aussieht, als hätte sie überhaupt noch nie an dänischem Eis geleckt, und die auf dem Foto überdies einen “dicken XXL-Strickpulli” trägt? Das Einzige, “Echo der Frau”, was sich hier wölbt, sind die Tomaten auf deinen Augen.

Herzblatt-Geschichten: Venedig sehen und sterben


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Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, schreibt in seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten” unter anderem über die “Freudige Überraschung”, die “Das goldene Blatt” über Schwedens Kronprinzessin Victoria verkündet:

“Sie könnten vor Glück die Welt umarmen! Victoria (37) und Daniel (41) sind im absoluten Freudentaumel”, lesen wir dann, und warum? “Während ihres ersten Staatsbesuchs in Südkorea nannte der dortige Premierminister die Kronprinzessin und ihren Mann ein Vorbild für viele andere. Was für eine freudige Überraschung! ‘Als Victoria das hörte, war sie ganz gerührt und hatte Tränen in den Augen’, berichtete eine Hofdame.” Für eine Monarchin scheint uns das eine übertrieben emotionale Reaktion.

Herzblatt-Geschichten: Da schmunzelt der Bär


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Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, schreibt in seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten” über die Berichterstattung zu Máximas Deutschland-Besuch:

Doch auch die Besuchten haben sich intensiv vorbereitet, wie “Bunte” berichtet. “Gerold Rahmann, 52, vom Thünen-Institut Wulmenau, wo sich das Paar über ökologischen Landbau und Tierhaltung informierte: ‘Mit der Planung dieses einstündigen Besuchs waren mehrere Mitarbeiter ein Jahr beschäftigt. Aber das war es wert: Máxima verleiht unserem Institut und der Holstein-Friesischen Kuh Strahlkraft.’” Es wäre nur gerecht, wenn ein wenig von der Kuh auch auf Máxima zurückstrahlte.

Herzblatt-Geschichten: Strahlkraft für die Kuh


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In seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten” gibt “FAS”-Redakteur Jörg Thomann der Mediengruppe Stegenwaller einen guten Tipp:

Überprüfen Sie doch noch einmal die Ausrichtung jener Zeitschrift, die Sie “Schöne Welt” genannt haben. So nämlich lauten deren aktuelle Titelschlagzeilen: “Catherine — Charlène — Es geht um Leben und Tod — Schock-Nachricht! Wie schützen sie jetzt nur ihre Kinder?”, “Carmen Geiss — Bittere Tränen — Ein Unglück nahm ihr das Liebste”, “Thomas Gottschalk — Dramatische Enthüllung”. Wenn das die schöne Welt ist, wie mag dann die hässliche aussehen?

Herzblatt-Geschichten: Mit Groll im Bett


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Schlagzeilenbasteln (124)
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Schlagzeilenbasteln (124)

Das Schlagzeilenbasteln geht auch andersrum: Wir geben Euch eine Regenbogen-Überschrift, und Ihr müsst raten, welche Nachricht dahintersteckt.

Also: Wie kommt “Das goldene Blatt” auf diese Ankündigung auf dem Cover?

Herzogin Camilla - Ihr raffinierter Liebes-Trick

Camilla wehrt sich laut “goldenem Blatt” mit “allen Mitteln” gegen die eigentlich schon längst feststehende Scheidung von ihr und Prinz Charles. “Ihr heimtückischer Plan”:

Sie will die Öffentlichkeit gegen Charles aufbringen! Deswegen verfasste die Herzogin angeblich unter falschem Namen Leserbriefe an englische Zeitungen. Der Tenor: Ein zukünftiger König, der zwei Mal geschieden ist, wäre für England untragbar!

Doch, das steht da tatsächlich …


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In seinen “Herzblatt-Geschichten” macht sich Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, unter anderem Sorgen über die unausgegorenen TV-Pläne von Daniela Katzenberger:

Von “Closer” befragt, ob sie sich auch während der Schwangerschaft von Kameras begleiten lasse, antwortet Katzenberger: “Diese tollen Momente in meinem Leben würde ich natürlich gerne teilen, aber es gibt noch nichts Konkretes.” Vierter Monat, und noch kein Fernsehvertrag? Beunruhigend.

Herzblatt-Geschichten: Vor der Klotür von Brad Pitt


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“Die letzten Hemmungen scheinen gefallen zu sein”
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“Die letzten Hemmungen scheinen gefallen zu sein”

Boris Kartheuser arbeitet als investigativer Journalist für Politmagazine und Rechercheredaktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Seine Spezialthemen sind Lobbyismus, Korruption, Überwachung und Datenschutz. Er enttarnte unter anderem staatliche Überwachungsprogramme und war maßgeblich an der Aufdeckung der verdeckten PR bei der Deutschen Bahn beteiligt. Außerdem ist er als Dozent für investigative Online-Recherche tätig.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing - Fragwürdige Kooperationen mit Redaktionen und Verlagen - Von Boris Kartheuser

Herr Kartheuser, Sie schreiben in Ihrer Studie “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”, dass sich Redaktionen zunehmend die Inhalte von Werbekunden diktieren lassen: “Perfektioniert und systematisiert hat dieses Modell anscheinend die WAZ-Women-Group der Funke-Mediengruppe (ehemals WAZ Mediengruppe).” Was meinen Sie damit? 

Wie ich herausgefunden habe, hat die Funke Women Group ein Modell perfektioniert, wonach sie in ihren Zeitschriften redaktionelle Texte beispielsweise zu Gesundheitsthemen veröffentlicht und auf Produkte hinweist, die helfen sollen. Praktischerweise werden eben jene empfohlenen Produkte dann einige Seiten weiter großflächig vom Hersteller per Anzeige beworben. Im Text steht dann etwa: “Die können sie auch rezeptfrei in der Apotheke kaufen, zum Beispiel von …” — und dann kommt immer der Werbepartner. Das tritt so häufig auf, dass es kein Zufall mehr zu sein scheint.

Werden dann mehrere Produkte genannt oder immer nur einzelne?

Es wird immer nur ein einziges genannt, das ist in einer Vielzahl der Fälle genau der Werbepartner. Ich habe nicht gesehen, dass für ein anderes Produkt geworben wurde. Das macht die Funke Women Group auch beim Kochen, im Rezeptbereich: Es gibt eine Werbung von einer bekannten Firma — und drei Seiten später gibt es bei den Rezepten Empfehlungen für Brühwürfel, eben von dem großen Hersteller und Werbepartner.

Das zieht sich auch über mehrere Titel hinweg. Ich habe für die Studie acht oder neun von den Titeln gekauft und eine kleine Analyse gemacht, wie dieses Prozedere quer über die Hefte geht. Teilweise ist das dann so, dass in Heft eins geworben wird, und in Heft zwei folgen dann die Empfehlungen, in einem sehr auffälligen Maßstab.

Ist die Schleichwerbung denn auf Arzneimittel und Essen beschränkt?

Die Vielfalt der Hinweise, die ich gefunden habe, waren tatsächlich in dem Bereich Arznei- und Lebensmittel. Ich hatte aber auch den Verdacht, dass es bei Empfehlungen von Ärzten ebenfalls einen finanziellen Hintergrund geben könnte, den kann ich aber nicht belegen.

Handelt es sich denn um ein spezifisches Problem der Funke Women Group?

Ich hatte in diesem Fall einen konkreten Hinweis, deshalb habe ich mir diese Hefte gekauft und angeschaut. Ich muss aber zugeben, dass ich das für andere Regenbogen-Blätter nicht getan habe, da das jetzt nicht meine primäre Lektüre ist. Ich kann entsprechend auch gar nicht sagen, wie das bei anderen Verlagen aussieht. Ob das ein Phänomen von Funke ist oder auch bei anderen existiert, da kann ich nur mutmaßen.

Konnten Sie herausfinden, von wem die Initiative für solche Geschäfte ausgeht, wer auf wen zugeht? Anzeigenverkäufer auf Werbekunde oder umgekehrt?

Ich habe mit ehemaligen und jetzigen Mitarbeitern bei Funke gesprochen. Bei den Gesprächen schien sich herauszukristallisieren, dass die Initiative maßgeblich von Funke ausgeht, das heißt, dass die Marketingabteilung an Kunden herantritt.

Das heißt: In Absprache mit der Redaktion? Oder diktieren die Anzeigenverkäufer der Redaktion, was zu tun ist?

Nach meinen Informationen geht die Initiative von der Marketingabteilung aus, die dann an den Werbekunden herantritt und den Redaktionen mehr oder weniger sagt, was sie wie zu bringen hat. So wurde es mir gesagt, ich habe aber keine schriftlichen Belege.

Sie hatten die WAZ-Gruppe damals mit Ihren Ergebnissen konfrontiert, nach acht Wochen kam immer noch keine Rückmeldung. Daraufhin haben Sie Ihre Ergebnisse veröffentlicht. Ist mittlerweile eine Antwort bei Ihnen eingetroffen?

Es kam nachher eine Rückmeldung, aber weder ging man inhaltlich auf das ein, was ich gefragt hatte, noch stellte man sich der Frage wirklich. In den Telefonaten mit dem Pressesprecher, in denen ich ihm die Fakten präsentierte, entgegnete er lediglich, dass “man sich das mal anschauen möchte”. Als ich später noch einmal nachgehakt habe, hieß es, die Fragen seien doch beantwortet. Als ich dem widersprach, bestand überhaupt kein Interesse daran, das irgendwie aufzuklären oder irgendwas zu ändern. Zuletzt folgte eine Mail, in der es hieß, Produktvorstellungen seien im Interesse des Lesers, es gebe aber kein Geschäftsmodell, das sich aus Produktempfehlungen ergebe. Das halte ich für falsch.

Die Veröffentlichung Ihrer Ergebnisse ist inzwischen knapp anderthalb Jahre her. Wie sieht es denn heute aus?

Es hat sich nichts Grundlegendes getan. Das Geschäftsmodell funktioniert. Die Heftmacher haben mitbekommen, dass niemand ihr Vorgehen reguliert, beziehungsweise dass die eventuell zu erwartenden Strafen niedriger sind als die derzeitigen Gewinne, sodass sie das Geschäftsmodell einfach weiter betreiben wollen. Ich kann nicht sehen, dass da eine Einschränkung getätigt worden wäre, dass sich irgendwas geändert hätte. Ich glaube, das läuft einfach weiter wie gehabt.

Ich habe mir gestern noch einmal den Spaß gemacht und “Die Aktuelle” sowie die “Frau im Spiegel” gekauft und nachgeschaut, wie es in diesen Blättern derzeit aussieht. Es funktioniert heute immer noch genauso. Das ist einfach das bestehende Geschäftsmodell, es gibt keinen, der dem Verlag das wirklich verbieten will oder kann. Das scheint ja lukrativ zu sein, also betreiben sie es weiter.

Gab es in den aktuellen Ausgaben einen akuten Fall oder eine Auffälligkeit?

Ja, mehrfach. In der aktuellen Ausgabe von “Die Aktuelle” geht es an einer Stelle zum Beispiel um das Thema Reizdarm und immer wieder auftretende Bauchkrämpfe. Dort steht dann etwa, dass ein Bakterienstamm entdeckt wurde, der diesen Mangel ausgleichen kann. Durch Einnahme von “XY” — hier kommt jetzt der Produktname — zum Beispiel “werden die klassischen Reizdarmsymptome gelindert”. Einige Seiten vorher finde ich dann eine ganzseitige Werbung für genau dieses Produkt. Ein anderes Beispiel sind diverse Schmerzmittel. Das zieht sich von vorne bis hinten durchs Heft. Ich kann auf Anhieb jetzt, ohne das systematisch ausgewertet zu haben, viermal genau dieses Vorgehen entdecken.

Mal blöd gefragt: Was ist denn so schlimm daran? Ist doch ein gutes Finanzierungsmodell!

Klar, bringt ja Geld rein, scheint sich für die Verlage zu lohnen.

Das Problem an der Sache ist, dass die Verbraucher keine neutrale Sicht auf die Dinge erhalten. Es werden ihnen vollkommen unnötige Produkte aufgeschwatzt; die Beschreibungen sind auch hanebüchen. Da steht etwa: “Wenn Sie sich ausgelaugt und müde fühlen, hilft eine spezielle Vitamin-B-Therapie.” Und dann folgt wieder eine Produktempfehlung. Das heißt, die Leserinnen und Leser werden dazu aufgefordert, selbst bei ganz normalen Beschwerden in die Apotheke zu rennen und irgendwelche Produkte zu kaufen, die sie nicht brauchen, die ihnen im schlimmsten Fall sogar schaden.

Wenn jetzt jemand einen Brühwürfel von Maggi oder Knorr zu sich nimmt, kann man drüber diskutieren, ob das schlimme Auswirkungen hat. Aber bei Medizin ist eine Grenze überschritten, da das ja auch gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Wenn ich bei jeder Gelegenheit vorschlage, Schmerzmittel oder andere Medikamente zu mir zu nehmen, dann verhindere ich etwa, dass jemand zum Arzt geht und das ernsthaft untersuchen lässt. Vielleicht ist der Hintergrund ja auch ernster. Oder aber die Leute haben aufgrund von Sonnenmangel nur eine kleine Frühjahrsmüdigkeit, gehen aber dennoch in die Apotheke und kaufen teure Präparate. Das kann nicht der Sinn der Sache sein.

Wie groß ist denn das Ausmaß? Man könnte ja annehmen, dass es nicht so schlimm ist, wenn man in einem solchen 70-Cent-Titel Schleichwerbung betreibt.

Ich war damals total erstaunt, wie groß die Auflage der Funke-Blätter ist und wie viel Hefte die eigentlich verkaufen. Vor zwei Jahren haben die Hefte der Funke Women Group eine höhere wöchentlich verkaufte Auflage gehabt als “Der Spiegel” und “Stern” zusammen.

Wenn ich wöchentlich 1,8 Millionen Hefte verkaufe und davon ausgehen kann, dass jedes Heft eine noch größere Reichweite hat und beispielsweise durch Auslage beim Arzt mehrfach gelesen wird, ist es nicht unrealistisch, dass allein die Funke-Mediengruppe mit ihrer Schleichwerbung mehr als zwei Millionen Menschen pro Woche erreicht. Wenn ich das Woche für Woche abspule, da kommt schon was zusammen.

Warum sind gerade diese Regenbogenhefte so anfällig für Schleichwerbung?

Ihr sprecht ja ab und an mit den Lesern, wie neulich am Kiosk. Ich habe gestern in dem Kiosk, bei dem ich die Hefte gekauft habe, auch mal gefragt, wie die Käuferstruktur aussieht. Es scheint, dass die Leser eher Senioren sind, womöglich auch bildungsfern und vielleicht auch leichter beeinflussbar und unkritischer. Das heißt, die Werbekunden können eine ganze Menge unkritischer Leute erreichen und damit sicherlich einen größeren Einfluss erlangen, als wenn sie ihre Botschaften in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” lancieren würden.

Welche Richtlinien gibt es, an die sich Werbende und Verlage halten müssten?

Es gibt den Presserat samt Pressekodex und es gibt natürlich noch die ganz normale Gesetzgebung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass im Presserat engagierte Menschen sitzen, aber es verhält sich eher wie bei einem Schwert ohne Klinge: Die können monieren, so viel sie wollen — es ändert sich nichts. Bei der “Bild” werden Dutzende Verstöße im Jahr angemahnt, das hindert die Redaktion aber nicht, genauso weiterzumachen.

Ich bin kein Jurist, aber soweit mir bekannt ist, gibt es kein wirksames rechtliches Mittel, den Regenbogenheften mit ihrer Schleichwerbung das Handwerk zu legen. Mein Eindruck ist, dass gerade bei der Funke-Gruppe die letzten Hemmungen gefallen zu sein scheinen. Dort scheint weder ein Unrechtsbewusstsein zu herrschen, noch sieht man die Notwendigkeit, etwas an einem finanziell erfolgreichen Geschäft zu ändern. Ich glaube nicht, dass sich da was tun wird.

Meinen Sie, dass sich Schleichwerbung aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Medienhäuser im Allgemeinen auch bei seriösen Medien ausbreitet?

Immer häufiger verschieben sich zumindest auch bei seriösen Medien die Grenzen zwischen redaktionellem Inhalt und gewerblichen Interesse. Petra Sorge vom “Cicero” hat neulich etwa berichtet, dass sich Lobbyisten bei einer Konferenz des “Tagesspiegel” Redezeit erkaufen konnten. Es gibt “Sonderveröffentlichungen” bei der “Süddeutschen Zeitung”, dazu fragwürdige Kooperationen der “Zeit”, oder das “Handelsblatt” organisiert Leserreisen nach China. Da gibt es zahlreiche Fälle. Ich glaube, dass das zunehmen wird und habe den Eindruck, dass gerade jetzt, da die Werbekunden noch weiter wegbrechen, die Kreativität in den Verlagen doch stark anwächst, wie man weiterhin Gelder reinbekommen könnte.

Das klingt so, als müsste man sich als Leser von Zeitungen und Zeitschriften ganz schön auf was gefasst machen …

Es wird für den Leser jedenfalls immer schwieriger zu erkennen, wessen Botschaft er da konsumiert. In meiner Studie gehe ich auch auf die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ein. Die INSM beeinflusst etwa Schulmaterial und bestimmt in enger Kooperation mit seriösen Blättern Inhalte. So kann sie sich heutzutage Meinungsmacht erkaufen. Die neutrale Beurteilung tritt immer weiter hinter die Wünsche des Werbekunden zurück — und das leider nicht nur in der Regenbogenpresse, sondern auch in vielen seriösen Blättern.


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Kioskgespräche (1)
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Kioskgespräche (1)

Bei unserem täglichen Blick in die Regenbogenwelt kommen wir immer wieder ins Rätseln: Warum kaufen die Leserinnen und Leser ausgerechnet dieses eine Heft und nicht ein anderes, wo doch alle Blätter so austauschbar scheinen? Was spricht sie an? Und was nicht? Welche Geschichten lesen sie? Und: Warum überhaupt der Griff ins Regenbogenregal?

Auf der Suche nach Antworten müssen und wollen wir zukünftig stärker die Leserschaft zu Wort kommen lassen. Und zwar am besten dort, wo sie ihre Kaufentscheidung treffen: im Kiosk.

Folge eins unserer Kioskgespräche: eine Annäherung in Saarbrücken …


Was würdet Ihr gern von der Regenbogen-Leserschaft und über sie wissen? Schickt uns Eure Fragen an kontakt@topfvollgold.de, und wir probieren, eine Antwort darauf zu finden.


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Immer wieder sonntags: In seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten” berichtet Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, unter anderem über eine Geschichte aus dem Enthüllungsblatt “Schöne Woche”:

Gratulation auch an Schöne Woche für ihre Titelstory “Der Foto-Beweis — Angela Merkel — Die Wahrheit über den geheimnisvollen Mann an ihrer Seite”. Das Blatt hat es geschafft, herauszufinden, dass Merkel einen außenpolitischen Berater beschäftigt, und sogar Fotos der beiden aufgetrieben. Ein echter Scoop!

Herzblatt-Geschichten: Vorlaute Wahrsager


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“FAZ”-Redakteur Jörg Thomann wundert sich in seinen “Herzblatt-Geschichten” über angebliche Fremdkuss-Fotos eines Fürsten und stellt eine klare Forderung an die “Bunte”:

Könntest du, Bunte, bitte Horst Seehofers kleine Tochter in Ruhe lassen, statt Fotos von ihr beim Eislaufen zu zeigen? Ist das Kind eine Person der Zeitgeschichte, sucht es die Öffentlichkeit? Und hast du das Mädchen oder seine Mutter um Erlaubnis gefragt?

Herzblatt-Geschichten: Im Griff der Wrestlerin


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Gebärmutter-Bingo
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Gebärmutter-Bingo

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um die lange Liste von angeblichen Schwangerschaftsmeldungen aus den europäischen Königshäusern:

Kronprinzessin Victoria - Schwanger! Es werden Zwillinge
Victoria & Daniel - Hurra! Ein Söhnchen
Prinzessin Victoria - Schickierende Schlagzeilen - Kann sie kein Baby mehr bekommen?
Königin Maxima - Schwanger mit 43! Es wird ein Junge
Königin Maxima - Zwillings-Glück mit 43 - Warum es so spät noch geklappt hat

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Ihr schickt uns ja immer vorher die Heftchen, die wir besprechen wollen — und heute bin ich wirklich nicht durchgestiegen. Irgendjemand bekommt Kinder, dann wieder nicht, dann Zwillinge, dann mit 43, dann doch nicht. Hilf mir doch mal auf die Sprünge: Wer bekommt denn jetzt nun mit wem Kinder?

Mats: Also da ist einiges los in den Gebärmüttern der Royals. Fangen wir einfach mal an mit Victoria, der Kronprinzessin von Schweden. Das sagt nämlich “Das goldene Blatt”: “Hurra! Ein Söhnchen”. Und zwar haben die Spürnasen des “goldenen Blatts” rausgefunden, dass im Schloss in Schweden Handwerker dabei sein sollen, ein zweites Kinderzimmer einzurichten. Und zwar ganz in der Farbe Blau. Das ist schon alles, was zur Schlagzeile “Hurra! Ein Söhnchen” beiträgt. Ich würde mal stark bezweifeln, dass es diese Handwerker und dieses Kinderzimmer und die Farbe überhaupt gibt. Entweder hat die Redaktion sehr gute Quellen im Palast oder sie haben’s sich einfach nur ausgedacht. Für Letzteres würde sprechen, dass die “Frau aktuell” quasi genau das gleiche schreibt, auch eine große Titelgeschichte: “Kronprinzessin Victoria — Schwanger!” Da wird es aber nicht nur ein Kind, sondern sofort zwei. Wie das Heft da nun drauf kommt? Victoria trägt momentan angeblich weite Mäntel, setzt ein vielsagendes Lächeln auf, wenn sie irgendwo in der Öffentlichkeit ist, und zeigt eine ausgelassene Stimmung bei offiziellen Terminen. Und da findet die “Frau aktuell”: offensichtlicher geht’s kaum — also: schwanger, und zwar Zwillinge, weil Victoria jetzt angeblich einen noch runderen Bauch hat als bei ihrer ersten Schwangerschaft.

Und jetzt kommt der Knaller: Sie kann gar keine Kinder bekommen.

Zumindest, wenn man der “Freizeit Spaß” glaubt. Die titelt nämlich: “Schockierende Schlagzeilen — Kann sie kein Baby mehr bekommen?” Und zwar haben die Mitarbeiter ein schwedisches Klatschblatt gefunden, in dem es heißt, Victoria kann sehr wahrscheinlich keine Kinder mehr bekommen, weil ihr Mann Daniel mal eine Nierentransplantation durchführen lassen musste. Das wird auch schon seit Jahren von der Regenbogenpresse ausgeschlachtet. Aber da heißt es jetzt, dass die Medikamente seine Zeugungsfähigkeit eingeschränkt hätten. Das heißt: Eines dieser drei Hefte lügt auf jeden Fall. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sogar alle drei danebenliegen.

Damit ist der Reigen ja noch nicht beendet, denn auch Máxima der Niederlande soll schwanger sein. Hier ist man sich nur nicht so ganz sicher: Ich habe hier einmal Zwillinge und einmal einen Jungen. Also die ist zumindest schwanger, oder wie?

Nee. Das muss man auch noch zu Victoria von Schweden sagen: Es hat keine offizielle Stellungnahme von Seiten des Hofes gegeben. Und das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sie eben nicht schwanger ist oder der Palast es äußerst geheim hält. Offiziell ist Victoria also nicht schwanger. Genauso Máxima, da hat es auch keine Mitteilung gegeben. Die ist auch schon 43 Jahre alt, es wird also langsam auch schon eng mit dem Kinderkriegen. Aber das hält die Regenbogenpresse natürlich nicht davon ab, einfach mal zu spekulieren: Die “Neue Welt” titelt groß “Schwanger mit 43! Es wird ein Junge”. Da reicht dem Blatt die Begründung, dass Máxima bei einem offiziellen Termin eine Hand auf ihren Bauch gelegt hat — ein klarer Fall für die “Neue Welt”: Sie ist schwanger! Und wie die Mitarbeiter darauf kommen, dass es ein Junge werden soll? “Ihr Volk ist sich schon ganz sicher: Ihr viertes Kind wird endlich ein süßer Junge sein” — also genauso spekulativ wie die anderen Hefte. Richtig abenteuerlich wird es allerdings bei der “Prima Freizeit”. Da soll Máxima mit Zwillingen schwanger sein. Die Begründung der Rechercheure der “Prima Freizeit” lautet, dass es einen “Wunderarzt” gebe, der “zu 100 Prozent in der Lage” sei, “Eltern je nach Wunsch ein Mädchen oder einen Jungen zu bescheren, ein Kind oder gar Mehrlinge.” Allein diese theoretische Möglichkeit, dass es irgendwo auf der Welt einen Arzt gibt, der auch älteren Frauen Kinder bescheren kann, die reicht der “Prima Freizeit”, um zu titeln: “Zwillingsglück mit 43″.

Wie ist das in diesen Redaktionen: Haben die so eine Schwangerschafts-Dartscheibe, wo sie dann draufwerfen, wer wie was jetzt gerade mal bekommen soll?

Schöne Idee — so wird es vermutlich ablaufen. Aber mal im Ernst: Diese Geschichten sind natürlich sehr einfach gestrickt. Man muss nur ein Foto finden von irgendeiner Prinzessin oder Königin, die bei einem Termin die Hand auf den Bauch legt, und sofort heißt es: Ach, sie hält schützend ihre Hand vor den Bauch, da wächst bestimmt ein kleiner Prinz unter ihrem Herzen heran. Solche Geschichten sind also sehr einfach zu basteln. Man braucht nicht viele Beweise, um diese Spekulationen in die Welt zu setzen, und deswegen kommt das auch häufig vor.

Ein paar Monate kann man’s dann noch ausschlachten, bis dann entweder ein Kind kommt oder nicht. Da fällt mir ein: Es ist bestimmt auch schon ein halbes Jahr her, da haben wir über Charlène von Monaco gesprochen. Da war man sich auch nicht sicher: Zwillinge oder nicht? Jungs oder Mädels? Ist da am Ende was rausgekommen überhaupt?

Ja, ist es. Da hatte die “Frau aktuell” ja getitelt “Hurra, zwei Jungen!” und die “Echo der Frau” schrieb “Es werden zwei Mädchen”. Da waren wir uns damals schon natürlich sehr sicher, dass eines von beiden die Unwahrheit sagen muss. Am Ende kam dann raus, dass sogar beide gelogen haben, weil es ein Junge und ein Mädchen wurden. Da hatten also beide Unrecht.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Dicke Festtagsenten
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Dicke Festtagsenten

Weihnachten wird Grütze. Keine Spur von Besinnlichkeit oder Familienglück, stattdessen “Tränen”, “Krach” und “Ehe-Aus”. Dieses Jahr werde das Fest zur “Tragödie” — prophezeien jedenfalls die Weihnachtswichtel der Regenbogenhefte.

Zum Beispiel die Feiertagsplanungen von Joachim Gauck: Wird der Bundes-präsident mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt feiern? Oder doch mit Ehefrau Hansi Gauck?

Beim Wahrsagerblick in die Schneekugel sieht die “Woche heute”, ein Blatt aus dem Bauer Verlag, jedenfalls eine “Weihnachts-Tragödie” aufs Staatsoberhaupt zukommen und macht sich “schlimme Sorgen um seine arme Ehefrau”:

Joachim Gauck - Weihnachts-Tragödie! Schlmme Sorgen um seine arme Ehefrau

Wie weh tut er Hansi jetzt, indem er sie allein lässt?!

1:0 für Daniela Schadt. Doch die “Neue Post”, ebenfalls aus dem Bauer Verlag, gleicht postwendend wieder aus:

Jetzt muss er klare Verhältnisse schaffen! Joachim Gauck - Zurück zur Ehefrau ... und wie sie Weihnachten feiern

Nämlich mit den vier gemeinsamen Kindern. Und ohne Daniela Schadt.

Bei Moderator Wayne Carpendale und seiner Frau Annemarie feiert laut “Das macht Spaß” hingegen überhaupt niemand. “Krach im Paradies?” — und das “ausgerechnet zum Fest der Liebe”:

Ausgerechnet zum Fest der Liebe! Krach im Paradies?

Wayne sei beruflich schlicht zu erfolgreich, moderiere eine Sendung nach der anderen und habe kaum noch Zeit für Privates. Anscheinend nicht mal für Weihnachten.

Die dickste Festtagsente kommt aber aus dem britischen Königshaus, genauer von Prinz Charles und seiner Camilla:

Charles & Camilla - Ehe-Aus vor Weihnachten!

“Das goldene Blatt” gibt sich siegessicher. Denn schon beim traditionellen Royaltreffen am ersten Weihnachtstag werde Camillas Platz an der großen Festtafel leer bleiben, schreibt die Redaktion. Seit der Hochzeit von Camilla und Charles im April 2005 hat “Das goldene Blatt” die beiden übrigens bereits 19-mal auf seiner Titelseite geschieden. Doch nun soll es wirklich so weit sein:

Ihre Ehe steht endgültig vor dem Aus.

Das Unglück des britischen Thronfolger-Paares steht auf dem Wunschzettel des “goldenen Blatts” sicher ganz oben.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Die Hurrarerei des “goldenen Blatts”
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Die Hurrarerei des “goldenen Blatts”

Kurz vor Jahresschluss hat “Das goldene Blatt” es doch noch geschafft: Mit besonders wenig Einsatz und bemerkenswerter Ideenlosigkeit hat die Redaktion sich zum Hattrick geknallt! Drei aufeinanderfolgende “Hurra”-Schlagzeilen auf den Titelseiten der Ausgaben 46, 47 und 48 reichten, um den Null-Einfall-Grand-Prix der deutschen Regenbogenpresse zu gewinnen:

Mette-Marit & Haakon - Hurra! Das 4. Baby
Victoria & Madeleine - Hurra! Doppeltes Baby-Glück
Albert & Charlene - Hurra! Alles über ihr Zwillings-Glück

Nun hat die Hurrarerei des “goldenen Blatts” schon eine gewisse Tradition. Höchste Zeit, mal einen Blick auf die Entstehungsgeschichte einer Schlagzeilen-Legende zu werfen.

2009
“Das goldene Blatt” zündet einen ersten Testballon, die Geburtsstunde des späteren Schlagzeilenstars auf der Titelseite von Ausgabe 29: “HURRA! Endlich ein Söhnchen” für Máxima und Willem-Alexander der Niederlande. Das “Söhnchen” ist bis heute nicht geboren.

2010
Drei “Hurra”-Ausgaben, breit übers Jahr gestreut (Ausgaben 11, 35 und 53). Steffi Graf soll schwanger sein, ist sie aber nicht. Kate soll schwanger sein, ist sie aber noch nicht. Und Máxima soll noch immer mit einem “Söhnchen” schwanger sein. Ist sie aber … Ihr wisst schon.

2011
Die Testphase ist erfolgreich überstanden, “Das goldene Blatt” wird mutiger. Vor allem zum Ende des Jahres — Stichworte: Adventszeit, Teelichtstimmung — gibt’s die geballte Hurraigkeit. Insgesamt sechsmal jubelt die Redaktion auf dem Cover, im Schnitt auf jeder achten Ausgabe. Máxima ist übrigens nicht mehr schwanger.

2012
Ein Novum: Die Freude rückt näher zusammen. Zwischen den Ausgaben 36 und 38 sowie den Ausgaben 46 und 48 liegt jeweils nur ein Heft, auf dem nicht “Hurra” geschrien wird. Außerdem erwartet Kate in diesem Jahr gleich drei Kinder: einmal Zwillinge (Ausgabe 31) und fünf Wochen später einen Sohn.

2013
Der endgültige Durchbruch. Elfmal “Hurra” in einem Jahr. Ganz Adelseuropa ist schwanger: Victoria von Schweden, Prinz Harrys Freundin Cressida, Herzogin Kate, Mary von Dänemark gleich zweimal, genauso Letizia von Spanien. Dazu kommen noch die Schwestern Anita und Alexandra Hofmann, die — potztausend! — beide Zwillinge erwarten sollen. Bei so vielen Freudenbotschaften lässt es sich nicht vermeiden, dass auf mehreren Ausgaben, die direkt aufeinanderfolgen, gejubelt wird.

2014
Früher war alles besser? Von wegen! Auf 17 der bisher 48 Ausgaben aus diesem Jahr prangt ein dickes “Hurra”. Also ungefähr auf jeder dritten. Der Hattrick ist der krönende Abschluss. Und das Beste: Máxima ist angeblich wieder schwanger — zweimal sind es Zwillingen und einmal ist es ein “kleiner Prinz”.

Eine Collage aus 45 "Hurra"-Titelseiten des "goldenen Blatt", die die Redaktion von 2009 bis 2014 veröffentlich hat

(Draufklicken für eine größere Version)

Wir haben mal durchgezählt: 30 der 45 Geschichten haben sich in Nachhinein als falsch herausgestellt. Das ist trotz der ganzen “Hurras” ziemlich traurig.


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Bis dass “Das goldene Blatt” Euch scheidet
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Bis dass “Das goldene Blatt” Euch scheidet

Um im Dickicht der Dutzenden Regenbogenblätter nicht unterzugehen, müssen sich die einzelnen Redaktionen schon etwas einfallen lassen. “Das goldene Blatt” beispielsweise wählt einen branchenunüblichen Weg: Das Heft ködert die Leserschaft mit positiven Geschichten — zum großen Teil zwar auch erfunden, aber mit Wohlgefühl.

In erschreckender Regelmäßigkeit bringen die Mitarbeiter in großen Lettern ihre riesige Freude zum Ausdruck. Sie verkünden “die Glücks-Botschaft des Sommers”, hoffen “auf diese schöne Nachricht” und jauchzen: “Die Versöhnung ist perfekt”.

Derzeit herrscht …

Albert & Charlene - Großer Jubel! Zwillings-Glück

Also alles zum “Hurra”-Schreien in der Welt des “goldenen Blatts”? Nicht ganz! Eine ist dort schon vor langer, langer Zeit in Ungnade gefallen: Camilla Parker Bowles, seit der Hochzeit mit Prinz Charles im April 2005 “Her Royal Highness The Duchess of Cornwall” genannt. Camilla kriegt immer auf die Mütze.

Die — wie soll man sie nennen? — begleitende Berichterstattung zu ihrer Ehe mit Charles ist ein Panoptikum von möglichen Rüffeln: Schaut Camilla ernst auf einem Foto, muss sie bald wieder zur “Alkohol-Therapie” — die “letzte Chance für ihre Ehe”. Lacht sie, spinnt sie mal wieder “böse Intrigen” — ein “neues Ehe-Drama!”

Bereits fünf Tage vor der Hochzeit war eigentlich schon alles zum Scheitern verurteilt:

Charles & Camilla - Riesenkrach kurz vor der Hochzeit

(Ausgabe 15/2005)

Seitdem gibt es ständig “bittere Trennung[en]“, “Ehekrach” und natürlich “Scheidung?”, “Scheidung!”, “SCHEIDUNG”:

Ehekrach! Camilla - Sie sucht schon ein neues Zuhause

(Ausgabe 1/2006)

Camilla - Vor den Scherben ihres Glücks

(Ausgabe 6/2006)

Charles & Camilla - Endlich die Wahrheit über ihre Ehe

(Ausgabe 6/2008)

Charles - Die bittere Trennung von Camilla

(Ausgabe 39/2008)

Charles & Camilla - Erbitterter Ehestreit ums Geld

(Ausgabe 3/2009)

Alkohol-Therapie und Eheberatung - Charles & Camilla - Letzte Chance für ihre Ehe

(Ausgabe 17/2009)

Prinz Charles - Geldsorgen! Lässt Camilla ihn jetzt im Stich?

(Ausgabe 34/2009)

Charles & Camilla - Scheindung?

(Ausgabe 35/2011)

Camilla & Charles - Scheidung noch in diesem Jahr

(Ausgabe 47/2011)

Herzogin Camilla - Affäre! Sie bricht Charles das Herz

(Ausgabe 3/2012)

Charles & Camilla - Ehe-Aus am Hochzeitstag

(Ausgabe 16/2012)

Charles & Camilla - Jetzt doch! Scheidung

(Ausgabe 43/2012)

Charles & Camilla - Ehe-Aus - Die ganze Wahrheit

(Ausgabe 8/2013)

Charles & Camilla - Jetzt doch! Scheidung

(Ausgabe 35/2013)

Charles & Camilla - Ehe-Aus! Jetzt ist es endgültig

(Ausgabe 47/2013)

Camilla & Charles - Scheidung! Die ganze Wahrheit

(Ausgabe 7/20014)

Prinz Charles - Camillas böse Intrigen - Neues Ehe-Drama

(Ausgabe 16/2014)

Charles & Camilla - Jetzt doch! Ehe-Aus

(Ausgabe 28/2014)

Charles & Camilla - Alles aus! Scheidung

(Ausgabe 41/2014)

Allein in den vergangenen zwei Jahren verkündete “Das goldene Batt” also ein Ehe-Drama, drei Ehe-Ausse und vier Scheidungen. Mal war es “endgültig”, mal “die ganze Wahrheit”. Und immer völliger Blödsinn.


Mit Dank an P. B. für den Hinweis!


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Ein Zwilling kommt selten allein
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Ein Zwilling kommt selten allein

Zufälle gibt’s! Wenn es nach der Regenbogenpresse geht, werden demnächst nämlich gleich vier europäische Monarchien auf einmal mit Zwillingen beglückt. Die Niederlande zum Beispiel:

Maxma & Willem-Alexander - Zwillinge! Das Familie-Glück ist perfekt

Die “Neue Welt” spricht von einer “Sensation in Schweden”:

Sensation in Schweden - Kronprinzessin Victoria - Zwillinge! Es werden zwei Jungs

Und bei der “Freizeit Revue” ist gar nicht erst Kates überraschende Zwillings-schwangerschaft die zentrale Neuigkeit, sondern die damit verbundenen Probleme:

Herzogin Kate - Angst um ihre Zwillinge - Eine Krankheit gefährdet die ungeborenen Babys

Alles Schlagzeilen aus der vergangenen Woche. Wohlgemerkt: Lediglich bei Kate ist eine Schwangerschaft (allerdings ohne Zwillingsnachricht) offiziell bestätigt.

Dazu kommt noch Charlène von Monaco, deren doppeltes Kinderglück für die Regenbogenblätter sowieso schon seit Wochen feststeht, nachdem sich ihr Vater bei einem alten Schulfreund verplappert haben soll.

Und auch bei den anderen drei Adelsdamen ist die Faktenlage eindeutig: Die “temperamentvolle Regentin” Máxima wirke momentan “noch glücklicher” als sonst, Victoria habe sich jüngst “mit einem auffällig volleren Gesicht und einigen süßen Kilos mehr” gezeigt und zu Kate “sickerte” nicht nur einiges “aus Palast-Kreisen durch”, sondern:

Auch in den britischen Wettbüros stiegen die Wettquoten auf Rekordhöhe.

Dass “Wettquoten auf Rekordhöhe” die Unwahrscheinlichkeit eines Ereignisses widerspiegeln, spielt für die Buchmacher der “Freizeit Revue” offenbar keine Rolle.

In spätestens neun Monaten sollen also aus jeglichen europäischen Thronfolgerinnen und -inhaberinnen Zwillinge purzeln. Die Häufigkeit von Zwillingsgeburten ist je nach Land sehr unterschiedlich, im weltweiten Durchschnitt soll aber etwa jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Máxima, Victoria, Kate und Charlène je zwei Kinder auf einen Streich zur Welt bringen, liegt demnach bei 0,000039 Prozent. Zufälle gibt‘s!


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.

Jörg Thomann von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” ist ebenfalls auf die Zwillings-Flut in den Regenbogenblättern gestoßen und hat in der aktuellen Folge der “Herzblattgeschichten” darüber geschrieben.


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Schlagzeilenbasteln (58)
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Schlagzeilenbasteln (58)

Welche Geschichte verbirgt sich hinter dieser Schlagzeile aus “Das goldene Blatt”?

Stefan Mross - Pikante Jugend-Sünde enthüllt

Vor über zwei Monaten verriet Stefan Mross in einem Interview: “In Sachen Hotels waren der Florian Silbereisen und ich früher ganz gut unterwegs. Aus Jux haben wir hier und da die Zimmer von Kolleginnen und Kollegen komplett umgestellt oder ausgeräumt.”


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Genau wie bei Prinz Friso (4)

Genau wie bei Prinz Friso (4)

Es ist endlich ruhiger geworden um Michael Schumacher. Die (halb-)seriösen Medien haben vor einer Weile von ihm abgelassen, selbst “Bild” hält die Füße still, und nur vereinzelt wird noch berichtet, dass es nichts zu berichten gibt.

Eine Ausnahme ist “Focus Online”, wo auch heute noch jeden Tag (!) jede Nicht-Nachricht gleich im “News”-Ticker rumposaunt wird (“der Verkäufer im Krankenhauskiosk will nichts sagen”), aber dort würden sie für ein paar Klicks ja sowieso alles machen.

Insofern ist es schon ein bisschen scheinheilig, dass sich ausgerechnet “Focus Online” jetzt über die Schumi-Berichterstattung der Regenbogenpresse aufregt — und dass ausgerechnet die Nutzer von “Focus Online”, die den Schumi-Live-Ticker schon seit Monaten dermaßen gierig anklicken, dass er womöglich als einer der meistgelesenen Artikel in die Geschichte des deutschen Onlinejournalismus eingehen wird, ganz “entsetzt” sind von dem, was die Regenbogenpresse da gemacht hat.

Andererseits ist “Die Aktuelle”, deren aktuelles Titelblatt bei “Focus Online” für so viel Empörung sorgt, in der Tat nochmal ein anderes Kaliber. Das Blatt ist ein gedruckter Schumi-Live-Ticker im Wochenformat, nur noch informations-, niveau- und skrupelloser.

Auf ihrem aktuellen Cover suggeriert “Die Aktuelle” — das machen die Regenbogenhefte ohnehin sehr gerne –, Schumacher sei aufgewacht:Das Schumi-Schicksal - Aufgewacht!

Erst die Unterzeile erklärt, was wirklich dahintersteckt: Nicht Schumacher ist aus dem Koma erwacht, sondern irgendwer irgendwann mal. Aufgewacht! - ++Drei Menschen berichten: Wie es ihnen erging, als sie aus dem Koma erwachten ++ Plus: Schumis Fortschritte, die neueste Entwicklung, die neuen Sorgen

Es ist einer der billigsten und beliebtesten Tricks der Regenbogenpresse: In der großen Überschrift etwas zu verkünden, das im Kleingedruckten aber entschärft oder relativiert wird:[Kleine Überschrift:] Am Ende kann nur diese Entscheidung stehen [Große Überschrift:] Sie holt ihn heim!(Manchmal kommt es uns übrigens so vor, als würden die Blätter einfach nur ihre Friso-Schlagzeilen recyceln.)

Auch “Das goldene Blatt” nutzt diese Masche:[Kleine Überschrift:] Alle hoffen auf [Große Überschrift:] DAS WUNDER! Einige sparen sich aber auch die Mühe und Skrupel und verkünden das “Wunder” ganz ohne Einschränkungen:Michael Schumacher - Das Wunder! - Corinnas Liebe hat ihn gerettetMichael Schumacher - Das Wunder! - Sensationell, welche Fortschritte er macht

Beide Titelgeschichten beziehen sich lediglich auf ein Statement von Schumachers Managerin, die mitgeteilt hatte, dass es “immer wieder kleine Anzeichen” gebe, “die uns Mut machen”.

Den Teil des Statements, in dem sie schreibt, …

dass dies eine sehr intime und auch fragile Angelegenheit für Michaels Familie ist. Und dass Michael ein Mann ist, der sein Privatleben und seine Familie in all den Jahren aus der Öffentlichkeit heraus gehalten und konsequent geschützt hat.

… zitieren die Regenbogenblätter natürlich nicht.

Und so läuft es seit drei Monaten nach den immer gleichen Mustern ab: Wenn Schumachers Managerin ein Statement zu Schumachers Zustand abgibt — Titelstory. Wenn jemand, der mal mit Schumacher gearbeitet hat, etwas über Schumacher erzählt — Titelstory. Wenn jemand, der vorgibt, mal mit Schumacher gearbeitet zu haben, vorgibt, etwas über Schumacher zu erzählen, oder wenn eine Imbissbudenbesitzerin, die weder mit Schumacher gearbeitet hat noch etwas über ihn erzählen kann, aber zufällig in der Nähe des Krankenhauses arbeitet, in dem Schumacher liegt, berichtet, wie ihr Tag so gelaufen ist — Titelstory.

Spekulationen, Gerüchte, Diagnosen, Prophezeiungen — alles findet Verwendung. Wir können und wollen nicht auf jeden Artikel eingehen, der in den vergangenen Wochen erschienen ist (einige davon haben wir uns hier, hier und hier näher angesehen). Damit Sie aber einen Eindruck davon bekommen, in welchen Massen die Regenbogenpresse ihren Schumi-Schund veröffentlicht, zeigen wir Ihnen mal die Titelschlagzeilen, die wir seit Schumachers Unfall gesammelt haben. Gedruckt wurden vermutlich noch viele, viele mehr.Schumi_01 Schumi_02 Schumi_03

Wir wissen nicht, ob die Familie von Michael Schumacher das alles mitbekommt. Vermutlich hat sie momentan auch Besseres zu tun, als sich mit den Schweinereien irgendwelcher Knallblätter zu befassen.

Für den Fall, dass sie aber irgendwann doch mal juristische Schritte gegen die Redaktionen einleiten will, haben wir alle Artikel, die wir bisher über Schumacher gefunden haben, kopiert und zusammen mit den jeweiligen Impressen an sein Management in die Schweiz geschickt.


Vielen Dank auch an alle Hinweisgeber!


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Kommt Zeit, kommt Presserat

Kommt Zeit, kommt Presserat

In der Regenbogenpresse ticken die Uhren anders. Anders im Sinne von: überhaupt nicht. Die Zeit steht einfach still.

Irgendjemand hat vor acht Jahren in einem Interview etwas von sich preisgegeben? Zack! Titelgeschichte! “Pikante Enthüllung! Was XY jetzt verraten hat!”

Der Text über das Ehe-Drama von Angela Merkel ist vor neun Monaten schon mal erschienen? Egal! Raus damit!

Und weil Zeit keine Rolle spielt, werden Themen und Artikel innerhalb der Verlage gnadenlos wiederverwurstet. Was heute in der “Freizeit Bla” erscheint, taucht einige Monate später in der “Freizeit Blubb” wieder auf, ein paar Wochen später im nächsten Blatt und so weiter. Manchmal geht das über Jahre so. Mal wird hier und da ein Satz umgeschrieben oder ein Foto ausgetauscht, aber selbst das bisschen Mühe ist den Redaktionen oft schon zu viel.

Der Wahrheitsgehalt der Texte wird auf Dauer natürlich auch nicht größer. Und gerade das kann dazu führen, dass die Regenbogenpresse selbst dann gegen journalistische Grundsätze verstößt, wenn ein Artikel auf den ersten Blick völlig harmlos erscheint.

Der Deutsche Presserat hat sich in der vergangenen Woche mit einem solchen Fall beschäftigt. Es ging um einen Artikel, der im vergangenen September in “Das goldene Blatt” erschienen war, und zwar in der Rubrik “Geschichten mit Herz”. Darin schwärmt eine Frau — nennen wir sie Angelika — von ihrem Leben im Wohnmobil.

Erstmals veröffentlicht wurde der Artikel (in sehr ähnlicher Form) schon vier Jahre zuvor. Eine freie Journalistin hatte Angelika damals interviewt und den Artikel verschiedenen Verlagen angeboten. Inzwischen haben sich Angelikas Lebensumstände aber grundlegend geändert — unter anderem lebt sie schon lange nicht mehr im Wohnmobil (die Überschrift lautet “‘Ich lebe im Wohnmobil’”).

Sie selbst hat die Beschwerde an den Presserat geschickt, weil sie der Meinung ist, der aktuelle Artikel verletze ihre Persönlichkeitsrechte, verbreite unwahre Tatsachen und verletze sie in ihrer Ehre.

Der Verlag verwies in seiner Stellungnahme auf die freie Mitarbeiterin, die daraufhin mitteilte, sie habe das Interview damals autorisieren lassen und Angelika erklärt, dass sie noch nicht wisse, wann, wo und wie oft die geplante Reportage erscheinen würde.

Der Presserat sieht in der Veröffentlichung dennoch einen schwerwiegenden Verstoß gegen den Pressekodex. Auch wenn die Frau damals zugestimmt hatte, musste sie aus Sicht des Beschwerdeausschusses vier Jahre später nicht mehr mit einer Veröffentlichung rechnen. Vielmehr hätte die Redaktion die aktuelle Lebenssituation der Frau prüfen und ihre Einwilligung erneut einholen müssen, befand das Gremium. Die Redaktion des “goldenen Blatts” habe die journalistische Sorgfaltspflicht missachtet und die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen verletzt — darum hat der Presserat die höchstmögliche “Sanktion” verhängt: eine öffentliche Rüge.

Die Redaktion wurde “gebeten”, diese Rüge “zeitnah” abzudrucken. Aber was heißt das schon, dort, wo die Zeit stillsteht?


Mehr zu den anderen Rügen des Presserats gibt’s im BILDblog.


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Alle Jubelwochen

Alle Jubelwochen

Konfetti raus! Es gibt was zu feiern:

Albert & Charlene - Hurra! Diese Nachricht verzaubert alle

Denn in Monaco erlebte man “innerhalb nur weniger Moante zwei Geburten, eine Taufe und eine Traumhochzeit” — klar, dass dieses “Feuerwerk der Freude” einfach alle verzaubert.

Alle? Ja, alle!

Die Fußgänger flanieren mit zufriedenem Lächeln durch die Altstadt. Im Hafen scherzen die Bootsbesitzer. Und selbst vor dem Palast herrscht überall nur gute Laune.

Am stärksten verstrahlt verzaubert sind allerdings die Mitarbeiter des “goldenen Blatts”. Endlich, endlich, endlich konnten sie mal wieder ihre Lieblingsschlagzeile aufs Cover klatschen:

Hurra!


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Genau wie bei Prinz Friso (3)

Genau wie bei Prinz Friso (3)

Wir hatten ja schon befürchtet, dass sich die Regenbogenhefte auf den Unfall von Michael Schumacher stürzen würden wie eine Horde ausgehungerter Hyänen. Und dass sie auch dann, wenn die seriösen Medien längst von Schumacher abgelassen hätten, immer noch unbeirrt weiterhacken würden, Woche für Woche mit neuen Spekulationen und irreführenden Schlagzeilen. Eben genau wie bei Prinz Friso.

Inzwischen zeigt sich, dass wir recht hatten. Leider.

Während selbst die Boulevardmedien Michael Schumacher und dessen Familie allmählich in Ruhe lassen wenigstens eine Zeitlang in Ruhe gelassen haben, ging und geht der Wahnsinn in der Regenbogenpresse einfach nahtlos weiter. Jedes Gerücht wird gleich zu einer Titelstory aufgeblasen, jedes angebliche Blinzeln direkt zum “Wunder” erklärt.

Im Ernst: Als die französische Zeitung “L’Équipe” neulich unter Berufung auf “sehr sichere Quellen” berichtete, Michael Schumacher befinde sich in der Aufwachphase und habe geblinzelt, titelte die “Frau aktuell”:

Endlich gibt es neue Hoffnung - Michael Schumacher - Am Krankenbett geschah ein Wunder!Hunderttausendfach liegt diese Titelseite momentan in deutschen Kiosken aus. Bei wie viele Menschen sie wohl schon den Eindruck erweckt hat, dass Schumacher plötzlich genesen sei?

Immerhin erfahren die, die das Heft kaufen und den Artikel lesen, was wirklich hinter dem “Wunder” steckt. Zumindest wenn sie sich durch den triefenden Schwulst aus Phrasen und Fiktion gekämpft haben, mit dem der anonyme Autor die Tatsachen ummantelt hat.

Schon ein kleines Augenzwinkern ist ein Erfolg. Ein Meilenstein. Ein strahlender Hoffnungsschimmer, in dem nicht enden wollenden Albtraum, der mit dem dramatischen Skiunfall von Michael Schumacher (45) am 29. Dezember letzten Jahres begann. Jetzt berichten französische Medien von einem Wunder, das an seinem Krankenbett geschah. Können Corinna (44) und die Kinder nun endlich aufatmen?

Gebannt wacht die Familie dieser Tage am Krankenbett des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters auf der Intensivstation. In der Hoffnung, auf ein weiteres kleines Blinzeln, Zucken oder Zwinkern. Ein minimaler Reflex, der ihnen versichert, dass ihr geliebter Mann und Papa in sein altes Leben zurückkehrt. Längst haben sich alle Beteiligten an den Anblick des hilflosen Sportlers gewöhnt. An all die Schläuche und die Pumpgeräusche der Beatmungsmaschine, die Schumi am Leben hält. Nun, wo die Aufwachphase begonnen hat, beobachten sie den Patienten mit großer Sorgfalt. Zwar warnt Michael Schumachers Sprecherin Sabine Kehm (47) vor verfrühter Euphorie und spricht von einem “Aufwachprozess, der sehr lange dauern kann.” Trotzdem werten Hirn-Trauma-Experten bereits kleinste Reflexe als positiv. Sie seien ein klares Indiz dafür, dass

und so weiter. Irgendwann kommt dann doch noch das Blinzel-Gerücht aus der “L’Équipe”, und der Text endet so schwülstig, wie er begonnen hat:

Vielleicht hat Schumi damit schon einen ersten Etappensieg errungen. Auf seinem bislang schwersten Grand Prix…

Auch die “Neue Welt” (die in solchen Fällen bekanntlich über besonders exklusive Informationen verfügt) tut so, als wisse sie genau, was sich an Schumachers Krankenbett (und in Corinnas Kopf) abgespielt hat:Überraschende Fortschritte - MICHAEL SCHUMACHER - Freudentränen am Krankenbett - Was die Ärzte sagen

Es gibt Momente im Leben, die kostbarer sind als alles andere auf dieser Welt. Corinna Schumacher (44) weiß am besten, was es bedeutet, dass der Glaube und die Hoffnung letztlich doch Berge versetzen können. Ihre Gebete, die sie immer wieder am Krankenbett ihres geliebten Mannes gesprochen hat, sind nun endlich erhört worden! […] “Schumis” Managerin Sabine Kehm [teilte] offiziell mit: “Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”.

Dann natürlich die Blinzel-Geschichte …

Die renommierte französische Zeitung “L’Équipe” berichtete hingegen, dass Michael sogar schon geblinzelt habe.

… und ein pathetischer Abgang:

Corinna hat allerdings vollstes Vertrauen in die Ärzte gesetzt, die ihren Michael nun schon seit Wochen behandeln. Ihnen verdankt man die ersten Freudentränen am Krankenbett ihres Mannes. Und Corinna ist sicher, dass ihr Mann den Weg zurück ins Leben findet.

Vergleichsweise zurückhaltend hat das “Echo der Frau” auf die Blinzel-Nachricht reagiert:MICHAEL SCHUMACHER - Nach all dem Hoffen & Bangen - Was wird nun?

Das Blatt ist im Gegensatz zu den meisten anderen Regenbogenheften sogar so fair, die Stellungnahme von Schumachers Managerin — die herausgegeben wurde, nachdem die “L’Équipe” über das Einleiten der Aufwachphase berichtet hatte — noch ein Stückchen weiter zu zitieren:

“Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”, teilte Sabine Kehm (46), die Managerin von Michael Schumacher, mit. “Es war ursprünglich die klare Absprache zwischen allen Beteiligten, diese Information zum Schutz der Familie erst zu kommunizieren, wenn sich dieser Prozess konsolidiert hat. Über Zwischenschritte werden wir keine Auskunft geben.” Eine Entscheidung, die die Fans des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters natürlich verstehen.

Und viele Journalisten natürlich nicht.

Wie die von der “Freizeit Spass”, die darüber jammern, dass die Managerin nicht “mehr” “verraten” wollte, und sich mit Hilfe eines “Experten” kurzerhand selbst um die “Prognose” kümmern:Michael Schumacher - Überraschende Prognose - Wie seine Zukunfts-Chancen jetzt wirklich stehen

Kurz zusammengefasst: Es gibt “Gefahr”, aber auch “Lichtblicke”. Überraschend.

Sabine Kehm hat in ihrer Stellungnahme übrigens noch einen Satz geschrieben, den wir bisher in keinem Regenbogenheft gefunden haben. Sie schrieb:

Die Familie von Michael Schumacher bittet erneut um Respekt für ihre Privatsphäre, das Arztgeheimnis und darum, die behandelnden Ärzte nicht in ihrer eigentlichen Arbeit zu stören.

Vermutlich werden wir diesen Satz in der Regenbogenpresse auch nie finden. Schon allein deswegen, weil er sich so schlecht mit solchen Fotos verträgt:Michael Schumacher: Nach dem schweren Ski-Unfall - Jetzt muss seine Corinna stark sein wie nie zuvorWir haben das Bild — hier zu sehen in der “Freizeit spezial” — unkenntlich gemacht; es zeigt Corinna Schumacher bei der Ankunft am Krankenhaus, aufgenommen während ihres täglichen Spießrutenlaufs durch die Journalistenmeute.

Die “Revue Exklusiv” hat eines dieser Fotos sogar auf der Titelseite abgedruckt, kombiniert mit einem der Lieblingsbegriffe in diesen Wochen: “Schicksal”.CORINNA SCHUMACHER - Wie erträgt sie dieses Schicksal? - Die Tragödie - So leiden die Kinder

Corinna in Tränen - MICHAEL SCHUMACHER - Er forderte das Schcksal zu oft heraus

(“Revue der Woche”)
MICHAEL SCHUMACHER - Jetzt entscheidet sich sein Schicksal(“Schöne Woche”)

Währenddessen hat das “Echo der Frau” in der aktuellen Ausgabe schon ein ganz “Neues Drama” um Michael Schumacher gebastelt:MICHAEL SCHUMACHER - Neues Drama! - Seine Familie leidet

Der Ort, in dem Schumacher aufgewachsen ist, soll nämlich dem Braunkohle-Abbau weichen und umgesiedelt werden. Das ist schon seit sieben Jahren bekannt, der “Echo der Frau” jetzt aber trotzdem eine Titelschlagzeile wert.

Die Leute von der “Mehr Spass” begeben sich eher auf die Meta-Ebene und erklären:Michael Schumacher - So gefährlich ist Skifahren

Nämlich so gefährlich, dass pro Saison “viele tausend Menschen verunglücken”, darunter sogar Promis. Als Beleg hat die “Mehr Spass” drei davon aufgelistet.

Aber nochmal zurück zur Blinzel-Geschichte. “Das goldene Blatt” weckt ob der eingeleiteten Aufwachphase nämlich ebenfalls neue HOFFNUNG:Michael Schumacher & seine Corinna - Neue HOFFNUNG! - Wird jetzt alles gut?

Und “Die neue Frau” fragt:

Nach dem Drama - MICHAEL SCHUMACHER - Holt die Familie ihn bald heim?(Im Übrigen eine Frage, die die Regenbogenpresse auch im Fall von Prinz Friso unzählige Male gestellt, aber nie selbst beantwortet hat.)

Im Innern jubelt das Blatt:schumi_die-neue-frau-2

Von einem “Wunder” spricht die “Woche der Frau” zwar nicht direkt, dafür macht sie aus dem Blinzeln einfach mal ein Lächeln:

Michael Schumacher - Das erste Lächeln in der Klinik - Kehrt jetzt für die Familie das Glück zurück?Im Text zeigt sich, was wirklich dahinter steckt: die Fantasie des Autors. Was sonst.

Jetzt endlich gibt es Hoffnung! Der ehemalige Formel-1-Weltmeister ist auf dem Weg zurück ins Leben. Die Angst ist damit noch lange nicht weg. Doch es gibt endlich Grund genug für ein erstes, zaghaftes Lächeln.

Die Redaktion der “Freizeitwoche” schließlich lässt keinerlei Zweifel mehr daran, dass sie den Eindruck erwecken möchte, Schumacher sei aus dem Koma erwacht:

WUNDER AM KRANKENBETT - Michael Schumacher - Corinnas Liebe holte ihn ins Leben zurückDer Artikel dazu liest sich wie der Trailer für ein Hollywood-Melodram:

Zärtlich schmiegt sich Corinna Schumacher (44) an die Brust ihres Mannes Michael (45). Er umarmt sie fest, beide halten ihre Augen geschlossen, um den Augenblick zu genießen, der nur ihnen gehört, Ein [sic] kurzer Moment der Liebe — und doch so normal im Leben der beiden.

Bis zum 29. Dezember letzten Jahres! [...] Viele gaben dem Ex-Formel-Eins-Fahrer nur eine gerine Überlebenschance. Viele, aber nicht Corinna. Seit diesem Schicksalsschlag wich sie ihrem Mann nicht von der Seite, hielt seine Hand, redete auf ihn ein, streichelte ihn liebevoll. Jede Minute, jeden Tag, Woche für Woche. Sie zweifelte keine Sekunde daran, dass ihr Ein und Alles wieder zurück ins Leben findet.

Es folgt das (halbe) Zitat der Managerin. Dann:

Tränen der Freude müssen Corinna nach über einem Monat Hoffen und Bangen über die Wange gelaufen sein. Ihre unendliche Liebe und Stärke in der schweren Zeit haben den zerbrechlichen Strohhalm der Hoffnung stark werden lassen! [...] Corinnas Liebe zu Michael hat das Unmögliche möglich gemacht. Und ihre Liebe wird es auch sein, die ihn eines Tages wieder die Augen öffnen lässt.

Und so spekuliert und fabuliert und täuscht die Regenbogenpresse auch eineinhalb Monate nach Schumachers Unfall immer noch munter vor sich hin — so, wie sie es im Fall von Prinz Friso geübt hat. Auch seinerzeit hatten die Regenbogenhefte immer wieder von einem “Wunder” gesprochen und suggeriet, Friso sei aus dem Koma erwacht, obwohl sie genau wussten, dass das nicht stimmte.

Oder aber sie arrangierten ihre Schlagzeilen und Cover so, dass der Eindruck entstand, Friso sei gestorben. Höchstwahrscheinlich werden die Regenbogenredaktionen so etwas auch im Fall Schumacher versuchen. Einen Anlass gibt es auch schon: Die “Bild”-Zeitung berichtete Anfang der Woche, dass bei Schumacher eine Lungenentzündung diagnostiziert worden sei.

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis daraus die ersten Todesdramen gestrickt werden.


PS: Eine Geschichte dürfen wir nicht unerwähnt lassen. Die “Freizeit Revue” übt in ihrer aktuellen Ausgabe nämlich Kritik an der Berichterstattung über Schumacher. Echt jetzt! Sie empört sich über jene Menschen, “die offenbar keinen Anstand” besitzen und das Leid Schumachers für ihre “geschmacklosen Geschäfte” missbrauchen:

MICHAEL SCHUMACHER - Geschmachlose Geschäfte mit seinem unsagbaren Leid

“Unfassbar” findet die “Freizeit Revue”. “Abscheulich”. “Unwürdig”. “Skrupellos”.

Nanu? Kritik an der Regenbogenpresse — von der Regenbogenpresse?

Nein. Natürlich nicht. Die “Freizeit Revue” kritisiert nicht sich selbst oder ihre Regenbogenkollegen, sondern die “Titanic”:[Ein Foto zeigt das "Titanic"-Cover mit gepixeltem Logo, ein anderes Foto den "Titanic"-Chefredakteur] Skrupellos: Mit diesem geschmacklosen Cover will Tim Wolff (r.), Chef eines Satire-Magazins, viele Hefte verkaufen

Und Schumachers Notsituation für die Auflage zu missbrauchen, das geht nun wirklich zu weit.

Nicht wahr, “Freizeit Revue”?


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Schlagzeilenbasteln (7)

Schlagzeilenbasteln (7)

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Ab ins Regenbogen-Trainingslager mit den irrsten Schlagzeilen der vergangenen Wochen …


Hape Kerkeling und Michelle Hunziker werden am Samstag die “Goldene Kamera” moderieren.

Hape Kerkeling - Geheimnis gelüftet! - Neuanfang mit einer Frau


Man munkelt, dass Florian Silbereisen in letzter Zeit öfters mit seinen Kumpels unterwegs war.

Florian Silbereisen - Vorfreude auf die Hochzeit?
“Das goldene Blatt” findet: “Möglich wäre es. Schließlich geht es vielen Männern so, die kurz vor dem Jawort stehen. Dann wollen sie noch einmal ausgiebig feiern.”


Im Auftrag des Playboy hat ein Umfrageinstitut 1000 Männer danach gefragt, welcher Promi für sie die perfekte Frau ist. Siegerin mit 18 Prozent: Klaro — Helene.

Helene Fischer - Was läuft da mit dem Playboy? Die Liebesbeichte muss Flori das Herz brechen


Eine Wahrsagerin, eine Adels-Autorin und ein Hof-Fotograf finden, die Ehe von Charlène und Albert von Monaco stehe unter keinem guten Stern.

Adels-Experte sind sich einig - Charlene - Schock Botschaft - Kein Baby und Scheidung!


Moderator Maxi Arland hat neulich mal für eine Show in einem Rotwildgehege gedreht. Plötzlich rannte ein Bisonbüffel auf das Team zu. Arland erzählt: “[Der Pfleger] lenkte den Bison ab und forderte uns auf, das Gehege schnellstmöglich zu verlassen.”

Schock im Wildpark - Maxi Arland (32) - Rodesangst - er rannte um sein Leben


Sonja Zietlow (Moderatorin des Dschungelcamps) hat mal über die Zeit im Dschungel gesagt: “Manchmal muss man sich ausmeckern oder ausheulen.”

Zu viel Stress! Sonja Zietlow - Tränen im Dschungel


Während Stefan Mross auf Tour ist, bleibt seine Frau mit dem Kind bei ihren Eltern.

Stefan Mross - Familien-Drama - Plötzlich setzt er sein junges Glück aufs Spiel


Die Schwester von Florian Silbereisen hat Geld gesammelt, damit sich eine Freundin von ihr einen neuen Rollstuhl leisten kann.

Florian Silbereisen - Rollstuhl-Drama um diese junge Frau - Ergreifend, was seine Schwester verrät


Johannes B. Kerner hat mal mit Blick auf die Trennung seiner Eltern gesagt: “Das war keine angenehme Zeit”. Und: “Wenn man heiratet, hat man schon den Gedanken, dass es nicht zur Scheidung kommen soll”.

Johannes B. Kerner - Traurige Beichte - Zum ersten Mal spricht er über seine schlimmen Ängste


Am Unfallort von Michael Schumacher haben Bergretter sein Glücksarmband wiedergefunden.

Endlich! - Michael Schumacher - Das erste Zeichen der Hoffnung!


Stefan Mross und Stefanie Hertel waren mal zusammen, sind es jetzt nicht mehr, verstehen sich aber immer noch prächtig.

Stefan Mross & Stefanie Hertel - Zwei Seelen im Gleichklang ...
Auf der Titelseite dann aber bitte ein bisschen weniger schmusig.

Stefan Mross - Er kommt von Stefanie nicht los! Wie lange geht das noch gut?


Bei einer Filmpremiere in London hat Herzogin Kate immer wieder ihre Hand auf ihren Bauch gelegt.

Das schönste Geschenk für William - Herzogin Kate - Das zweite Baby ist schon unterwegs - Was sie selbst über ihr neues Familienglück verrät


Roy Black war ein Star und ist an dem “Spagat zwischen beruflichem Mega-Erfolg und privater Normalität” zerbrochen. Helene Fischer ist auch ein Star.

Helene Fischer & Roy Black - Achtung, Helene! Sonst droht dir das gleiche Schicksal


Die Schwester von Andrea Bergs Mann hat ein Kind bekommen.

Andrea Berg - Wie schön! Ein Baby bringt das Glück zurück


Helene Fischer unterstützt die “Aktion Zehn”, die sich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender in Russland einsetzt. Helene Fischer ist auch gebürtige Russin.

Helene Fischer - Sie riskiert so viel - Darf sie nie wieder in ihre Heimat zurück?


Kurz vor Weihnachten haben Prinzessin Victoria und Daniel zusammen mit ihrer Tochter Estelle Plätzchen gebacken. Dabei kuschelte Estelle angeblich lieber mit Daniel als mit Victoria. Und irgendwann hatte sie gar keine Lust mehr auf Plätzchenbacken und ist rausgegangen.

Prinzessin Victoria - Riskiert sie ihr Mutterglück? Dramatische Szenen in der Schlossküche


Andrea Berg hatte neulich ein Glitzer-Kleid an. Helene Fischer hat auch manchmal ein Glitzer-Kleid an.

Andrea Berg - Neid-Attacke? Plötzlich klaut sie bei Helene Fischer


Na, wie viele Schlagzeilen haben Sie richtig geraten?

Damit Sie nicht aus der Übung kommen, schicken wir Sie ab morgen ins tägliche Schlagzeilen-Bootcamp: Montag bis Freitag gibt’s jeden Mittag ein bisschen was zum Basteln.


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Schlagzeilenbasteln (6)
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Schlagzeilenbasteln (6)

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Los geht’s!


Schlager-Sängerin Anita Hofmann konnte sich gar nicht losreißen, “als sie kürzlich auf der Straße allerliebste Zwillingsmädchen mit rosa Schleifchen im Haar sah.”

Anita & Alexandra Hofmann - Hurra! Zwillinge


Neulich in einer dänischen Kindertagesstätte: Frederik von Dänemark scherzte, dass er und seine Frau Mary bald ihren eigenen Kindergarten aufmachen könnten. Das Paar hat schon vier Kinder. “Als eine Angestellte lachend fragte, ob seine Frau schwanger sei, zwinkerte Frederik nur fröhlich mit den Augen.”

Mary & Frederik - Hurra! Das 5. Baby


“Kates Baby ist wie ein Zeichen der Hoffnung. Für das Königreich steht es für den Beginn einer neuen Ära. Kein Wunder also, dass das ganze Land wie elektrisiert ist.” Na, und was ruft man vor Freude, wenn man so richtig elektrisiert ist?

William & Kate - Hurra! Das Baby


Prinz Harry und seine Freundin Cressida wurden in einer Buchhandlung gesehen. “Ein völlig überraschter Kunde: ‘Sie stöberten Händchen haltend in Büchern für werdende Mütter. Dann konnte sich Cressida nicht von einem Ratgeber über Säuglinge losreißen.’” Am Ende kaufte sie angeblich ein Buch mit Vorschlägen für Jungennamen.

Harry & seine Cressida - Hurra! Ein Junge


Neun Monate später war Cressida zwar immer noch nicht schwanger, doch soll sie sich in einer Babyboutique nach einem Kinderwagen umgeschaut haben. “Eine Verkäuferin verschwörerisch: ‘Sie ließ sich nur Modelle in Himmelblau zeigen …’”

Prinz Harry & Cressida - Hurra! Ein Junge


Vor dem Stockholmer Anwesen von Prinzessin Victoria sollen Augenzeugen einen Möbelwagen stehen gesehen haben. “Und was trugen die Arbeiter hinein? Eine Wickelkommode und ein Babybettchen, sind sich Spaziergänger sicher. Beides mit himmelblauer Verzierung bemalt …” Na, dann ist es doch klar!

Victoria & Daniel - Hurra! Ein Junge


Madeleine von Schweden ist schwanger. Ihre Schwester Victoria vielleicht ja auch.

Victoria & Madeleine - Hurra! Gemeinsam im Baby-Glück


Helene Fischer und Florian Silbereisen sind seit fünf Jahren ein Paar.

Helene & Florian - Hurra! Es ist soweit

Denn: Wenn Fischer und Silbereisen vor fünf Jahren geheiratet hätten, würden sie jetzt hölzerne Hochzeit feiern. Und “[w]ürden sie hölzerne Hochzeit feiern, wäre ihre Haustür vielleicht auch mit Blumen geschmückt”.


Helene Fischer ärgert ihren Florian: “Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Du warst damals nicht so die Perle, dazu habe ich wohl erst meinen Teil beigetragen.”

Florians Konter: “Du warst auch noch nicht ganz so sexy wie heute …”

Helene & Florian - Hurra! Die Glücks-Nachricht des Jahres

“Für ihre Fans sind diese verspielten Neckereien die Glücks-Nachricht des Jahres! Denn mit den beiden hätte es auch schiefgehen können.”


Und hier noch einmal die geballte Kreativität aus dem Hause WAZ/Funke auf einen Blick …

Hurra!


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Genau wie bei Prinz Friso (2)

Genau wie bei Prinz Friso (2)

Die Flut an Mist-Berichten der Regenbogenpresse über den Ski-Unfall von Michael Schumacher ist — wie erwartet — in die deutschen Zeitschriftenregale geschwappt.

Wir können nicht garantieren, dass wir alle Hefte mit entsprechender Berichterstattung gefunden haben. Aber allein die, die hier bei uns rumliegen, bilden schon ein Kaleidoskop des Schreckens und der Ekels. Eine Übersicht.

Vergleichsweise zurückhaltend berichten “Das goldene Blatt” …

Nach dem tragischen Ski-Unfall - Ex-Königin Beatrix - Schmerzliche Erinnerungen

… das “Echo der Frau” …

Michael Schumacher - Seine Familie unter Schock! Wie geht es jetzt weiter?

… und die “Neue Welt”:

Michael Schumacher - Koma-Tragödie - Wie kann Corinna das nur verkraften?

Vielleicht fehlte den Autoren der drei Blätter aber auch nur das nötige Quäntchen Fantasie, um eine Reportage vom Krankenbett zu schreiben. So wie “Das neue Blatt”:

Corinna Schumacher - Sie weint um ihren geliebten Michael

Das Zimmer im fünften Stock des Klinikums in Grenoble ist abgedunkelt. Es riecht nach Desinfektionsmitteln, das Piepsen der Überwachungsmonitore geht durch Mark und Bein. Der Anblick von Michael Schumacher (45), der da verkabelt und wie leblos im Krankenbett liegt, muss für seine Frau furchtbar sein.

Und auch “Die neue Frau” tut so, als sei sie ganz, ganz nah dran gewesen:

Die stillen Momente sind die schlimmsten. Dann, wenn sie nachts im Bett liegt, alleine, verzweifelt — und ihre Gedanken immer und immer wieder um ihren geliebten Mann Michael (45) kreisen. Warum er? Warum jetzt? Antworten darauf sucht Corinna Schumacher (44) vergeblich.

Außerdem hat sich die Redaktion noch einen “Geheim-Pakt” zwischen Michael Schumacher und seiner Frau Corinna ausgedacht:

Corinna Schumacher - Geheim-Pakt mit ihrem Schumi - Diese Botschaften geben ihr Kraft

Es ist ihr ganz persönlicher Geheim-Pakt. Zu wissen, dass der andere immer für einen da ist, dass Michael an ihrer Stelle das Gleiche für sie tun würde — das gibt ihr Trost, die schlimmste Zeit ihres Lebens zu überstehen.

Dazu die vielen kleinen Rituale, die das Böse aus ihrem Leben fernhalten sollte [sic!]. All diese kleinen Botschaften, die Schumi ihr mit auf den Weg gegeben hat, sind für Corinna nun der Rettungsanker, um nicht zu verzweifeln.

Doch damit nicht genug. “Die neue Frau” bringt in einer an Dämlichkeit kaum zu übertreffenden Bildunterschrift auch noch Schumachers Tochter ins Spiel:

Trost suchend! Michaels Tochter Gina-Maria wirkt völlig neben der Spur

Die “Schöne Woche” versucht hingegen, mit Schumachers Sohn Auflage zu machen:

Nach der Ski-Tragödie - Michael Schumacher - Wird sein Sohn das Trauma je verkraften?

Die Bilder werden sich in seine zarte Kinderseele eingebrannt haben.

Die Redaktion der “Freizeit Woche” macht sich derweil schonmal an die Aufklärung des Vorfalls. Wenn auch mit etwas merkwürdigen Thesen:

Unheimlich - Michael Schumacher - Ahnte er die Tragödie voraus?

Ein Satz des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters gibt vielleicht die Antwort auf die ganze Tragödie: “Ich kann nicht Dinge nicht tun, weil dabei etwas passieren kann.” Dieses Zitat von Michael Schumacher (45) stammt aus einem am 17. Dezember mit [Kai] Ebel geführten Interview. Fast könnte man meinen, der Kerpener ahnte damals schon, dass sich in seinem Leben bald eine Tragödie ereignen würde: “Wenn etwas passiert, dann ist es vielleicht Schicksal. Das muss nicht im Rennsport sein.” Nein, es war bei einer an sich harmlosen Ski-Abfahrt …

Ins gleiche Horn bläst die “Woche heute”:

Michael Schumacher - Mysteriös! Ahnte er seinen furchtbaren Ski-Unfall voraus?

Ahnte der ehemalige Sportheld sein tragisches Schicksal voraus? Nur gut zwei Wochen vor dem furchtbaren Unfall machte er mysteriöse Andeutungen. “Wenn etwas passiert, dann ist es vielleicht Schicksal. Das muss nicht im Rennsport sein”, sagte Schumi in einem Interview, “ich kann nicht Dinge nicht tun, weil etwas dabei passieren kann. Wenn’s passieren soll, wird’s passieren — egal wo.”

Das Blatt legt aber noch ein Hirngespinst drauf:

Was für ein Tag! Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und Neuschnee — einfach perfekt zum Skifahren. So muss das Ex-Formel-1-Pilot Michael Schumacher (45) empfunden haben, als er am 29. Dezember mit seinem Sohn Mick (14) in Méribel mit dem Lift auf den Berg Saulire fuhr. Vater und Sohn carvten fröhlich auf den präparierten Pisten. Gegen 11 Uhr wurde aus dem Traum-Skitag schlagartig ein einziger Horror!

An einer ähnlich stumpfen Deutelei versucht sich die “Freizeit Revue”:

Michael Schumacher - Versöhnung am Krankenbett - Wie sein trauriges Schicksal die Familie wieder zusammenführt

Neben Ehefrau Corinna (44), Tochter Gina-Marie (16), Sohn Mick (14) und seinem Vater Rolf (67) war auch Bruder Ralf (38) sofort nach Grenoble geeilt, hatte an Michaels Krankenbett gewacht. Ein rührendes Signal der Versöhnung. Schließlich verband die Männer stets ein angespanntes Verhältnis. Seit über drei Jahren sollen sie kaum noch ein Wort miteinander gewechselt haben. [...] Und auch die so unterschiedlichen Ehefrauen entzweiten die beiden. So soll Michaels bodenständige Corinna die exzentrische Cora (37) regelrecht verachtet haben. Doch im Angesicht des Todes spielte die Vergangenheit keine Rolle mehr.

Immerhin: Die Redaktion schreibt transparent, dass sie nicht wissen könne, wie es aktuell um Michael Schumacher steht:

Bei Redaktionsschluss war unklar, ob er das Drama überlebt hat. Doch die Glücksbringer seiner geliebten Familie haben ihm sicher viel Mut gemacht.

Umso überraschender wirkt folgender Satz, der im selben Artikel steht und so klingt, als hätte die “Freizeit Revue” doch eine Ahnung, ob Schumacher “das Drama überlebt hat”:

Tagelang hatte Michael Schumacher (45) im fünften Stock im künstlichen Koma gelegen

Auch die “Neue Post” verweist auf den Redaktionsschluss, hat sich dann aber doch diese Überschrift für ihren Artikel im Heftinneren ausgedacht, die mit Abstand die widerlichste in dieser Sammlung sein dürfte:

Das Unfall-Drama um Michael Schumacer - Corinna Schumacher - Nur ihre Kinder geben ihr die Kraft zum Weiterleben

Dazu macht das Blatt noch ganz spezielle Beobachtungen zu Corinna Schumacher:

Und auch jetzt soll niemand die Tränen sehen, die sie um ihren Mann Michael weint. [...] Ein leichtes Make-up verdeckt deshalb die Spuren, die das Drama um Michael Schumacher (45) bei ihr hinterlassen.

Und rundet den Artikel mit Ekel-Prosa ab:

Dem Tag, an dem der Eishauch des Todes ihren Liebsten aus dem Leben zu reißen drohte.

Für Corinna Schumacher zählt jedoch nur eines: Leben soll er, ihr Michael. Leben! Nicht sie und die Kinder allein lassen.

Mick war dabei, als sein Vater verunglückt. Er war der letzte aus der Familie, der ihm in die Augen sah, bevor sie sich ohnmächtig schlossen …

Wohl um dieser schrecklich klebrigen Berichterstattung einen Anschein von Sachlichkeit zu geben, hat die “Freizeit Spass” einen Experten befragt. Der macht’s aber leider auch nicht, ach, lesen Sie selbst:

Das war die wohl schlimmste Phase für Corinna, wie Diplom-Psychologe Hannes Niggenaber erklärt: “Ein Schweben zwischen Hoffen und Bangen, ein für die Seele extrem belastender Zustand. Nach einer langen Ehe fühlt sich Frau Schumacher fast so, als wäre sie selbst vom Unfall betroffen. Am meisten werden ihr aber Selbstvorwürfe zu schaffen machen, dass es ihr nicht gelang, ihren Mann nach Ende seiner Karriere von gefährlichen sportlichen Herausforderungen abzuhalten.”

Auf Grundlage dieser, nun ja, Expertenmeinung schwingt sich die “Freizeit Spass” zum finalen Irsinns-Akkord auf:

Corinna hatte geglaubt, ihr eigener Sport — sie ist Europameisterin im Reining-Westernreiten — sei nun das Gefährlichste, was ihre Familie betreibt. Sieht man mal von Sohn Micks ersten, vielversprechenden Kart-Erfolgen ab. Doch 1 PS waren für einen Racer wie Michael zu wenig. Bis er mit dem Kopf gegen den Felsen in Méribel raste.

Fazit:

Michael Schumacher - Der schlimmste Albtraum seiner Frau wurde wahr

Dieser ganze Murks, den die Regenbogenpresse da zu Papier bringt, ist in weiten Teilen reine Spekulation. Oder wie die “Woche der Frau” schreibt:

Es gibt nichts, was über ihn in den letzten Tagen nicht geschrieben wurde — vieles davon war reine Spekulation auf der verzweifelten Suche nach Informationen.

Diese scharfsinnige Beobachtung nimmt die Redaktion zum Anlass, um — wie sollte es anders sein — selbst mit wildesten Spekulationen noch eins acht draufzusetzen:

Schockierende Bilder - Das Schumi-Drama - Das Leid seiner geliebten Kinder

Sollte es so kommen? War das sein Schicksal? Ehefrau Corinna (44), Bruder Ralf (38) und Vater Rolf sowie die Kinder Gina-Maria (16) und Sohn Mick (14) sind seit dem verheerenden 29. Dezember jedenfalls im seelischen wie körperlichen Ausnahmezustand. Wie schwer diese Tage für seine beiden Kinder sein müssen, kann man nur erahnen.

Dann, kurz vor 11 Uhr, passiert die Tragödie: Angeblich stürzt die Tochter eines Freundes, Michael hilft ihr auf und fährt eine Schleife in den Free-Ride-Bereich. Dort knallt er gegen einen Felsen, wird in die Luft katapultiert und kommt mit dem Kopf auf einem Stein auf (siehe Kasten rechts).

Es ist zu befürchten, dass Mick genau diesen furchtbaren Moment, als sein Vater verunglückte, tatsächlich mit eigenen Augen mitanschauen muss.

Normalerweise greift in solchen Krisenfällen eine psychologische Beratung ein, doch bis jetzt ist nicht bekannt, ob die Angehörigen des Rennfahrers diese in Anspruch genommen haben.

Ob Michael am Tag seines Skiunfalls seine Glücksbringer zu Hause vergessen hatte?

Unglaublich — hat er seinen Unfall womöglich vorausgeahnt und konnte die Gefahr nicht greifen?

Die Tochter eines Freundes stürzt offenbar, Schumi hilft dem Mädchen und fährt ca. 20 Meter in den Free-Ride-Bereich zwischen zwei Pisten.

Fatal: Angeblich geht seine Bindung nicht auf. Wurde sie falsch eingestellt?

Diese grässliche Fratze zeigt also die erste Woche Regenbogenberichterstattung zum Ski-Unfall von Michael Schumacher. Und wir befürchten, dass es auch so weitergeht.

Immerhin: Da sich die Mitarbeiter dieser Heftchen ihr Geschwafel am Schreibtisch ausdenken, verstopfen sie wenigstens nicht die Krankenhaustüren in Grenoble.


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Wenn der Weg nicht hölzern wär’

Wenn der Weg nicht hölzern wär’

Und jetzt ein dreifaches …Helene & Florian - HURRA! Es ist so weit Helene Fischer & Florian Silbereisen - HURRA! Es ist so weit

HURRA! Es ist so weit!

Endlich sind Helene Fischer und Florian Silbereisen …

Moment. Wir verraten es noch nicht. Mal sehen, ob Sie es selbst herausfinden. Kleiner Tipp: Für die beiden ist es …

eine wunderbare Sache, dass sie schon so lange den Weg des Lebens gemeinsam gehen. […] Helene und Florian schweben noch immer im siebten Himmel! Die gemeinsamen Fernsehauftritte zeigen, dass die Schmetterlinge im Bauch nicht weniger geworden sind. Beim “Frühlingsfest der 100 000 Blüten” nahm Flori seinen Schatz ganz verliebt in seine starken Arme. Und Helene schmiegte sich zärtlich an seine Brust. Beide ganz versunken in ihre Gefühle füreinander. Sie hüten ihre Liebe wie ein zartes Pflänzchen.

Hach ja …

Aber dennoch hatten Flori und sein Schatz bisher nie das Bedürfnis, den Bund der Ehe einzugehen — obwohl sie schon seit fünf Jahren zusammen sind.

So, jetzt reicht’s aber mit den Tipps. Haben Sie schon eine Idee, warum “Das goldene Blatt” plötzlich so in Jubelstimmung ist? Immer noch nicht? Dann lösen wir jetzt auf.

Seit mehr als fünf Jahren schlagen die Herzen von Helene Fischer (29) und Florian Silbereisen (32) nun schon im selben Takt. Und jetzt ist es so weit!

… Trommelwirbel …

Wären die Schlagersängerin und der Entertainer nämlich verheiratet, würden sie bereits ihre hölzerne Hochzeit feiern.

Oha!

Und da die beiden sehr traditionsbewusst sind, wäre der hölzerne Hochzeitstag sicher auch ein Anlass für eine romantische Feier.

Und nicht zu vergessen:
Romantisch: Würden sie hölzerne Hochzeit feiern, wäre ihre Haustür vielleicht auch mit Blumen geschmückt

Na dann, äh … HURRA!


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Ein Feuchttuch macht Geschichte

Ein Feuchttuch macht Geschichte

Sie sind halbwegs prominent und können auch einen Twitter-Account ihr Eigen nennen?

Dann haben Sie mit etwas Glück die exklusive Chance auf eine persönliche Quatsch-Geschichte, die zehntausendfach gelesen und für bare Münze genommen wird! Sie müssen nur darauf hoffen, dass die erfahrene Märchenredaktion des “Goldenen Blatts” einen Ihrer Tweets entdeckt.

Denn dann lässt sie nichts unversucht, um das öffentliche Bild Ihrer Person in ein neues Licht zu rücken. Selbst Wochen alte Tweets werden mit nie dagewesener Kreativität durch ein paar nette Details ergänzt.

So wie im Fall der glücklichen Gewinnerin dieses Monats: Sharlely “Lilly” Becker.

Bereits vor mehr als einem Monat zwitscherte die Mutter eines Sohnes ganz unbekümmert und mit nur 76 Zeichen, dass Baby-Tücher ihre besten Freunde gegen die kleinen Flecken im Haushalt seien. Eigentlich war das nicht einmal ihre eigene Aussage, denn es handelte sich lediglich um ein kommentiertes Bild:Tweet von @sharlely: "Yep that's me a the time ! Maybe not the bathroom pic.twitter.com/qWAF7HdlS6" - auf dem Bild steht: "You know you're a mom when you use baby wipes for cleaning up random spills, the dash of your car, window sills, and your entire bathroom."Kein Stoff, aus dem feuchte Regenbogenträume sind? Mit so wenig Äußerung lässt sich nun wirklich kein Artikel schreiben, denken Sie? Doch die Profis vom “Goldenen Blatt” sind schon mit ganz anderen Kalibern fertig geworden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und steht für sich als auch für die enorme Quatsch-Kompetenz der Redaktion!Boris Becker - Sein Opfer aus LIEBENa nu?
Sicher fragen Sie sich schon, was die großgeschriebene Liebe und Ehemann Boris’ Opfer mit den unkonventionellen Wisch-und-Weg-Praktiken seiner Lilly zu tun haben.

Nun, gar nichts — doch das ist ja das Tolle am Quatsch! Denn bedient man sich dieses Stilmittels, kann man goldige Ideen und Zusammenhänge einfach erfinden. Sehen Sie selbst:

So sei es für Boris Becker “momentan keine leichte Zeit”, denn die “Putzattacken seiner Herzensdame strapazieren manchmal ganz schön seine Nerven.”

Und weil Skandalnudel Boris zwar momentan vieles schreibt, aber partout nichts über “diese speziellen Tücher”, kann es nur eine alternativlose Schlussfolgerung geben:

Damit der Familienfriede [...] gewahrt bleibt, bringt Boris nun ein großes Opfer aus Liebe: Er schweigt!

Warum er nicht die Auseinandersetzung sucht?

Ganz klar: Boris möchte seine Lilly nicht unnötig aufregen.

Und als wäre das noch nicht genug der fabulösen Handwerkskunst, gelingt dem “Goldenen Blatt” schließlich noch der ganz große Wurf: der Evergreen der Regenbogen-Themen. Denn wieso nimmt Becker eigentlich so rührend Rücksicht auf Lilly?

Ganz klar:

Lilly könnte schwanger sein! Als werdende Mutter ist es von Vorteil, nicht mit Erregern und Keimen in Berührung zu kommen – zum Wohle des Ungeborenen. Denn, wie es den Anschein hat, möchte Lilly auf gar keinen Fall krank werden.

Wenige Blätter hätten den Bogen vom Feuchttuch über Boris zum Babyglück zurück zum Feuchttuch besser hinbekommen. Das muss man anerkennen.

Sie sehen: Es werden keine Phantasien gescheut, um aus einem banalem Tweet über ein Baby-Feuchttuch ein sympathisches Märchen zu entwerfen. Die ausgefuchsten Tagträumer vom “Goldenen Blatt” nehmen sich eben Zeit für jeden noch so banalen Promi-Tweet und drehen ihn durch den verrückten Regenbogen-Fleischwolf.

Also: Twittern Sie los! Vielleicht ja über den Hugo, den Sie gestern Abend noch gezischelt haben. Oder über Ihren neuen Dampfgarer.

Und dann schauen Sie einfach zu, auf welch abenteuerliche Weise das “Goldene Blatt” ihr Privatleben neu interpretiert.


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Fantasien über Frisos Tod
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Fantasien über Frisos Tod

Als bekannt wurde, dass der niederländische Prinz Friso nach vielen Monaten im Koma gestorben war, wurde es hektisch in den deutschen Regenbogenredaktionen. Die “Neue Post” tauschte eilig das Titelblatt ihrer Ausgabe aus und präsentierte drei Tage nach Frisos Tod diese Sonderausgabe:Trauer in Holland - Prinz Friso gestorben - Aktuelle Sonderausgabe - Aktuell - Extra-Ausgabe - 23 Sonder-Seiten! - Beatrix - Friso starb in ihren Armen - Das unsagbare Leid einer Mutter - Die Tränen - Der Abschied

Auch “die aktuelle” sah plötzlich nicht mehr so aus, sondern so:Aktualisierte Ausgabe - Holland in Trauer! - Abschied von Prinz Friso (†44) - Die dramatische Entscheidung - Seine letzten Stunden - Großer Rückblick - Seine Kindheit - Seine Liebe - Seine Familie - Sein Schicksal

Andere Blätter zogen im Laufe der Woche nach, etwa die “7 Tage”:Heimliches Begräbnis - Beatrix & Maxima - Tränen und Trauer! Die letzte Nacht vor Johan Frisos Tod

Und die “neue woche”:Königin Máxima - Abschied für immer! - Ein Engel hat Prinz Friso erlöstUnd bekanntlich die “Neue Welt”:Ausriss: "Neue Welt für die Frau" - Friso starb mit nur 44 Jahren - Beatrix und Mabel - Der traurige Abschied zerreißt ihnen das Herz

Und wieder “die aktuelle”:Prinz Friso (†44) - Der Tränen-Abschied der Familie

Es war abzusehen, dass die Regenbogenpresse so reagieren würde. Der Tod des Prinzen als Sensation. Als Geschäft. Das ist Alltag in dieser Branche.

Überrascht hat uns nicht das Ausmaß, sondern vielmehr die Art der Berichterstattung.

Der Artikel von Sandra Beckedahl in “das neue” ist ein eindrucksvolles Beispiel:Tränen um Friso - Beatrix - Beim Abschied hielt sie seine Hand

Es war so weit. Plötzlich war er da, der Augenblick, vor dem sie sich gefürchtet hatte. Aber Prinzessin Beatrix (75) wusste: Es war unausweichlich. Es würde ein Ende sein, aber auch eine Erlösung.

Sie war mit Friso allein in dessen Zimmer im Schloss Huis ten Bosch. Und das letzte Mal hielt sie seine Hand. Sie nahm Abschied. [...]

Und als sie jetzt neben seinem Bett saß, liefen vor ihrem inneren Auge all die Bilder seines Lebens ab: die Einschulung, der Tag, an dem Friso seinen ersten Milchzahn verlor. Wie stolz er war, als er Fahrradfahren lernte. Sein erstes Zeugnis, die Erfolge in der Schule und an der Universität. Ja, er war ein kluger Kopf gewesen. [...]

Es waren so viele schöne Dinge, die Mutter und Sohn teilen durften. Jetzt hatten sie nur noch wenige Minuten. Beatrix spürte, wie Frisos Atem immer schwächer wurde. Wie er versuchte, den Kopf in ihre Richtung zu neigen. Und wie er beim Abschied ihre Hand drückte, als er schließlich von dieser Welt ging.

Ist das zu fassen? Da denkt sich einfach jemand irgendein kitschiges Gechwurbel aus, und das wird dann auch noch rotzfrech als die Wahrheit verkauft. Eine frei erfundene Geschichte!

Sandra Beckedahl hat in Wirklichkeit überhaupt keine Ahnung. Sie war nicht dabei, als Friso starb, sie weiß genauso viel (oder wenig) wie ihre Kollegen in anderen Redaktionen. Sie alle können sich einzig auf das berufen, was das Königshaus offiziell mitgeteilt hat.

Aber das wäre ja langweilig. Außerdem müssen ja diese verdammten Sonder-Seiten irgendwie gefüllt werden. Also tun viele Autoren ganz einfach so, als wären sie bei Frisos Tod dabeigewesen. Die Artikel sind durchzogen von fiktiven Szenen und erfundenen Zitaten, ein triefender Brei aus Halbwahrheiten und reiner Fiktion.

“die aktuelle” etwa schreibt:

Prinzessin Mabel saß am vergangenen Sonntag bis zum späten Abend am Krankenbett ihres Mannes Johan Friso. Es war ihr 45. Geburtstag. Sie nahm sein Gesicht noch einmal in beide Hände, küsste ihn. Dann verließ sie ihn bis Montagfrüh. Sie sagte einer Freundin am Telefon, dass sie so ein merkwürdiges Gefühl habe. Irgendetwas sei anders als in den Monaten zuvor. Am nächsten Tag hörte Frisos Herz auf zu schlagen …

Die “Frau mit Herz” titelt:Prinzessin Mabel fleht - Bitte steh mir bei, geliebte Beatrix! - Extra auf vielen Seiten - Tragisch - Prinz Friso ging einen Tag nach dem 45. Geburtstag seiner Frau!

Friso verlässt seine Familie einen Tag nach Mabels Geburtstag, den sie noch gemeinsam mit ihm und den Töchtern an seinem Krankenbett verlebt: Sie weiß nicht, dass die zärtlichen Worte, die sie zu ihm spricht, die letzten sein sollen. Sanft streichelt sie seine Hand – sie soll die vertraute Wärme nie wieder spüren. Mabel zerreißt es das Herz. Wie soll sie nur ohne ihren Mann leben? In den Stunden tiefster Trauer und Verzweiflung schreit ihre Seele nach Hilfe! Mit tränengefüllten Augen fleht sie: “Bitte steh’ mir bei, geliebte Beatrix!” Mabel weiß, dass ihre Schwiegermutter sie nicht im Stich lässt. Nur mit ihrer unendlich starken Liebe kann sie ihr schweres Los ertragen.

Auch “Das goldene Blatt” brüstet sich damit, angebliche Einzelheiten vom Sterbebett zu kennen …Beatrix & Mabel - Trauer um Johan Friso (†) - Sein letzter Wunsch - Die überraschende Wahrheit

…, hat sich in Wirklichkeit aber auch alles ausgedacht:

Mabel (45) führt eine Art innere Zwiesprache mit dem Mann, den sie so sehr liebte. Und sie erinnert sich wieder an die Abende, an denen sie ihre Gedanken miteinander teilten. Für Mabel ist es, als habe Friso schon damals seinen letzten Wunsch geäußert.

Wie oft hatte er von seiner Liebe zu seinen Töchter [sic] Zaria und Emma gesprochen. Sie sollten unbeschwert und glücklich aufwachsen. Aber auch an seine Mutter Beatrix dachte Friso oft. Mabel musste ihm versprechen, sich gut um ihre Schwiegermutter zu kümmern. Und für Mabel selbst erhoffte sich Johan Friso sogar ein neues Liebesglück – sollte er einmal vor ihr gehen…

Die junge Witwe ist davon überzeugt, dass Friso ihr dies alles noch einmal kurz vor seinem Tod sagen wollte. Denn plötzlich sollen seine Lider unmerklich gezuckt haben und sie schien sogar einen leichten Händedruck zu spüren. Für Mabel steht fest: Sie wird Frisos letzten Wunsch erfüllen. Und sie wird stark sein.

Die “Neue Post” fantasiert:

Nur spärlich dringt die Sommersonne in ihre Privatgemächer auf Schloss Huis ten Bosch. Beatrix (75) hält die Vorhänge auch am Tag geschlossen. Das Tageslicht brennt in ihren rot geweinten Augen. […]

Nun wird Beatrix seine sanfte Stimme nie mehr hören, seine Hand nie mehr in der ihren spüren, sein Lächeln nie mehr sehen. Der Himmel strahlt in diesen Tagen über Huis ten Bosch. Doch für die Schlossherrin hat die Sonne aufgehört zu scheinen …

Die “Heim und Welt” ist sogar dreist genug, ein fitkives Zitat als Titelschlagzeile zu verwenden:Extra auf vielen Seiten - Mabel tröstet ihre Töchter - "Jetzt ist PAPA euer Schutzengel" - Nach dem tragischen Abschied von Friso

Wie sehr ist Prinzessin Mabel jetzt gefordert! Als liebende Mama, die Trost spendet. Trotz aller tiefen Trauer. Vielleicht umarmt sie Luana und Zaria und sagt zu ihnen: “Papa wacht jetzt als Schutzengel über euch.”

Vielleicht. Aber vielleicht auch nicht. Wie das mit frei erfundenen Geschichten eben so ist.

Und da soll noch mal jemand sagen, die Regenbogenpresse hätte irgendwas mit Journalismus zu tun. Die Redaktionen verbreiten absichtlich die Unwahrheit, sie lügen und erfinden, sie bereichern sich am Tod eines Menschen und haben nicht den geringsten Respekt, weder vor den Angehörigen noch vor der Wahrheit. Das ist kein Journalismus. Das ist eine einzige, ekelhafte Unverschämtheit.


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Das Drama vor der Geburt

Das Drama vor der Geburt

Kate ist schwanger, in wenigen Wochen steht die Geburt ihres Kindes an.

Bei der Regenbogenpresse haben schon jetzt die Frühwehen eingesetzt. Die Redaktionen verfallen langsam dem Schwangerschaftswahn.

Die “Neue Freizeit” bringt es selbst auf den Punkt:

Es ist noch nicht auf der Welt und längst ein Superstar. Keinem anderen Baby auf unserem Erdball wird derzeit so entgegengefiebert, wie dem von Kate (31) und William (30). Im Juli soll es soweit sein.

Diese Ergüsse kommen zustande, wenn in den Regenbogenredaktionen zwei Monate vorher die Fruchtblase platzt:

(Klicken Sie für eine vergrößerte Version.)kate

Ganz ruhig und tief durchatmen, alte Regenbogen-Hyperventilierer. Bald ist wieder Hechelkurs.


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Verrenkungen der Woche (4)

Verrenkungen der Woche (4)

In dieser Woche hat die Regenbogenpresse mal wieder verrenkt, was das Zeug hält. Dabei ist so viel Mist rumgekommen, dass wir die Verrenkungen der Woche aufteilen: Heute kommt der erste Schwung, morgen dann der zweite.

Und damit geht’s auch schon los.Harry & seine Cressida - Hurra! Ein Junge

“Die Sensation ist perfekt! In England überschlagen sich die Neuigkeiten zu Harrys Liebesglück mit Cressida”. Und “Das goldene Blatt” hyperventiliert mit. Ist aber nur zu verständlich, dass man mal aus dem Häuschen ist, wenn man solche Informanten hat: “Erst kürzlich wurden Harry und Cressida (28) zusammen in einer Londoner Buchhandlung gesehen. Ein völlig überraschter Kunde: ‘Sie stöberten Händchen haltend in Büchern für werdende Mütter. Dann konnte sich Cressida nicht von einem Ratgeber über Säuglinge losreißen. Und schließlich kauften sie ein ganz besonderes Buch: Einen kleinen Band mit Vorschlägen für Jungennamen!’” Na, dann mal alle zusammen: “Hurra!” Polonäse auf dem Redaktionsparkplatz.


Prinzessin Victoria - Neue Nieren-Transplantation? - Ihr Daniel ist bereits in der Klinik

Die “Freizeit Spass” hat recht: Daniel war tatsächlich “in der Klinik”. Allerdings nicht, weil es ihm schlechtging, sondern weil er dort zum “Informationsbesuch” geladen war: Ihm wurden “die fortschrittlichen OP-Methoden erklärt und neue Geräte vorgeführt”. Eine “neue Nierentransplantation” steht wahrscheinlich dennoch an — aber erst in frühestens viereinhalb Jahren.


Maite Kelly - Überraschendes Ehegeständnis

Maite Kelly ist jetzt schon seit acht Jahren mit ihrem Mann Florent Raimond verheiratet. Höchste Zeit also, bei den Beichtvätern der “Freizeit direkt” mal ein “Ehegeständnis” abzulegen. Aber bei einem solchen Blatt muss es natürlich schon ein “überraschendes” sein. So ein Kaliber zum Beispiel: “‘Man muss einen kleinen privaten Garten haben, wo man immer wieder die Leidenschaften zu zweit pflegen kann’, schmunzelt Maite.” Hihi. Doch damit nicht genug. So richtig überraschend ist das nächste Geständnis, dass die “Freizeit direkt” aus Maite Kelly rauskitzelt: “Zudem sollte man nicht ständig rumnörgeln — schon gar nicht wegen der Hausarbeit. ‘Florent sieht den Staub auf der Schrankwand nicht. Er hat eine sooo rosarote Brille auf’, lacht Maite.” Wir hätten da auch noch einen gut gemeinten Tipp: Wenn man als Künstler und Zeitschrift eine neue CD promoten will, kann man auch ganz klassisch eine Anzeige schalten, anstatt solche Belanglosigkeiten zu verbreiten.


Estelle von Schweden - Warum ihre Oma sie nicht sehen darf

“Darf” ist nicht ganz richtig, liebe Leute vom “neuen Blatt”. “Kann” hätte es eher getroffen. Denn Estelles Oma wohnt “gut 200 Kilometer von der Enkeltochter entfernt”.


Hansi Hinterseer - seine geheime Sehnsucht

Das klingt aber spannend, was “Das goldene Blatt” da wieder ausgegraben hat. Also, spannt uns nicht länger auf die Folter. Raus mit der Sprache: Was ist los mit dem Hinterseer? “Seine geheime Sehnsucht ist das Meer! Was für eine Überraschung.” Oh ja, überraschend. Aber auch beängstigend — “der romantische Sänger” wird seiner heilen Bergwelt doch nicht untreu? “Keine Panik — Hansi wird jetzt keine Wasserratte!”


Stefanie Hertel - Erwischt! Ihr Lanny küsst eine andere - Und im Internet prahlt er auch noch damit

“Langsam wandert seine Hand unter ihren BH-Träger, streift ihn von seiner Schulter. Er küsst sie, hat die Augen dabei genießerisch geschlossen. Ein Bild voller Leidenschaft, voller explosiver Erotik. Ein Bild, das Stefanie Hertel das Herz zerreißen muss. Denn der Mann, der sich da so leidenschaftlich mit einer anderen Frau beschäftigt, ist niemand anders als ihr derzeitiger Lebenspartner Lanny Isis (38).” Nanu? Was ist denn da los? Lanny, du alter Herzensbrecher, du wirst doch nicht etwa…? Das Blatt erklärt: “Keine Frau wird ihren Freund gern in den Armen einer anderen sehen. Selbst, wenn es wie hier nur ‘Werbebilder’ für einen Energy-Drink sind.” Puh, Glück gehabt!


Roland Kaiser - Ist er seiner Frau wirklich treu?

Aber bei dir, Roland Kaiser, alter Schwerenöter — da hat die “Freizeit direkt” doch was rausgefunden, oder? Du nennst deine aktuelle Live-Tournee “Affären”? Und dann auch noch das hier: “Affären seien für ihn heute ‘temporäre Beziehungen, pikant, leidenschaftlich, mit dem Orchester, mit dem Publikum, mit einer Stadt.’ Und nicht mehr mit einer anderen Frau.” Da stellt sich auch für uns unweigerlich die Frage: Bist du deiner Frau wirklich treu? Scheint so.


Herzogin Kate - Hinterhältiger Brandanschlag - + Aber der Hof nimmt die Bedrohung nicht ernst +

Keine Sorge, liebe Kate-Fans, der Herzogin geht’s gut. Der “Brandanschlag” galt auch nicht direkt ihr, sondern einem Spielplatz. Nachdem das Königshaus angekündigt hatte, dass Kate eine Grundschule in Manchester besuchen wolle, zündeten Unbekannte den Spielplatz auf dem Schulgelände an. Der Besuch soll laut einer Stellungnahme einer Sprecherin trotzdem stattfinden. “Die neue Frau” meint: “Unfassbar!”


Helene Fischer - Für die Fans riskiert sie ihr Leben

Tapfere Helene Fischer — für ihre Anhänger macht sie wirklich alles. Das bringt nicht nur die “Freizeit Woche” zum Staunen. Aber warum eigentlich? “Für ihre Fans riskiert sie ihr Leben. Obwohl zu Tode erschöpft, gibt sie nach jedem Auftritt noch fleißig Autogramme.” Das klingt in der Tat nach Todeskampf.


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