Links vom topf (33)
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In seinen neuen “Herzblatt-Geschichten” schreibt “FAS”-Redakteur Jörg Thomann, dass Boris Beckers — trotz gegenteiliger Meinung in der Regenbogenwelt — bei der Kindererziehung die schlimmsten Fehler vermeide:

Die Aktuelle freilich sieht ein Drama darin, dass Amadeus mit seinen fünf Jahren noch getragen werde und Kuscheltiere bekomme. Uns stört das gar nicht. Im Gegenteil: Kindern, denen man zu früh die Kuscheltiere wegnimmt, werden eines Tages womöglich Aktuelle-Reporter.

Herzblatt-Geschichten: Legenden und betrogene Frauen


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


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Schlagzeilenbasteln (150)
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Schlagzeilenbasteln (150)

So wirbt “Die Aktuelle” in der heutigen Ausgabe der “Bild”-Zeitung:
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Und jetzt ratet mal: Was hat Carl Philip “unglaublich Süßes für seine Braut getan”?

Er wurde vor zwei Jahren (!) in einem Interview gefragt, wann er und seine Freundin denn ein Kind bekämen. Seine Antwort: “Du, da warte ich auch drauf.”


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Links vom topf (29)
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Bei der Erziehung ihrer Kinder könnte Charlène und Albert von Monaco ein ziemlicher Orden Stein in den Weg gelegt worden sein, schreibt “FAS”-Redakteur Jörg Thomann in seinen neuen “Herzblatt-Geschichten”:

Keine Probleme, mal eine Partnerin zu finden, dürfte Monacos Thronfolger Jacques haben. Anlässlich seiner Taufe bekam er laut “Frau im Spiegel” soeben “das Großkreuz des Grimaldi-Ordens” verliehen, “die höchste Stufe des Verdienstordens”. Erscheint uns bei einem fünf Monate alten Knaben etwas früh und zudem nicht die beste Motivationshilfe zu sein: Wem jetzt schon die höchsten Verdienste bescheinigt wurden, der wird später kaum sein Zimmer aufräumen.

Herzblatt-Geschichten: Ein kleines Bauchi


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Post an den Presserat (5)
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Post an den Presserat (5)

Es ist schon eine ganze Weile her, dass wir uns beim Presserat über die Regenbogenpresse beschwert haben. Wird also mal wieder höchste Zeit …


Nach dem Familien-Drama der nächste Schock! Boris Becker - Leber-Krebs! Verzweifelte Tränen um seine Freundin

1)

“Die Aktuelle” macht sich in ihrer Titelgeschichte Gedanken über die Vergänglichkeit des Lebens und kommt dabei auf Boris Becker zu sprechen. Das Blatt zählt die einzelnen Schicksalschläge auf, mit denen Becker in letzter Zeit konfrontiert war: der Selbstmord seines Schwagers und der Tod einer Freundin. Vor allem über die Todesumstände dieser “Freundin” schreibt “Die Aktuelle” ausfürhlich. Zudem erinnert die Redaktion in Bildern und Bildunterzeilen an den Tod von Beckers Vater, der bereits 1999 an einer Krebserkrankung gestorben ist.

2)

Auf der Titelseite kündigt “Die Aktuelle” riesig an:

Leberkrebs! Verzweifelte Tränen um seine Freundin

Dazu ist auf der Titelseite ein großes Bild von Lilly und Boris Becker zu sehen. Allerdings handelt es sich bei der in der Titelzeile genannten “Freundin” gar nicht um Boris Beckers Ehefrau Lilly, sondern um eine Tennisspielerin, die “Die Aktuelle” zu Boris Beckers Freundeskreis zählt.

Die Komposition aus Titelzeile und Foto erweckt aber den Anschein, dass Lilly Becker diejenige sei, die an Krebs erkrankt ist. Diese bewusste Täuschung und die damit verbundene Sensation soll potentielle Leserinnen und Leser vermutlich zum Kauf des Heftes anregen.

3)

Unseres Erachtens verstößt “Die Aktuelle” mit dieser Veröffentlichung gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Die Zusammenstellung aus Überschrift und Fotomaterial stellt in unseren Augen eine Komposition dar, bei der “Die Aktuelle” eine Täuschung der Leserschaft mindestens billigend in Kauf nimmt. An einer “wahrhaftige[n] Unterrichtung der Öffentlichkeit”, so wie es Ziffer 1 des Pressekodex zum “oberste[n] Gebot der Presse” macht, ist die Redaktion in diesem Fall nicht interessiert. Stattdessen steht eine Umsatzsteigerung durch eine besonders sensationelle Berichterstattung im Vordergrund. Dazu kommt, dass es für die auf der Titelseite erwähnten “Verzweifelte[n] Tränen” keinerlei Beweise gibt — sie wirken wie von der “Aktuellen” ausgedacht. Daher verstößt “Die Aktuelle” gegen Ziffer 1 des Pressekodex.

In Ziffer 2 fordert der Presserat in Hinsicht auf eine Veröffentlichung:

Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.

Doch genau das passiert, wenn “Die Aktuelle” die Schlagzeile “Leberkrebs! Verzweifelte Tränen um seine Freundin” direkt neben ein Foto von Lilly und Boris Becker stellt. Möglichen Käuferinnen und Käufern wird suggeriert, dass Lilly Becker an Krebs erkrankt ist. Dies dürfte einige Menschen zum Kauf des Heftes bewegt haben. Erst beim Leser des Artikels wird klar, dass es sich bei der “Freundin” gar nicht um Lilly Becker handelt. Die Komposition aus Überschift und Bildmaterial entstellt also den Sinn der Artikels, was einen Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex darstellt.


Semino Rossi - Kommt seine Tochter vom rechten Weg ab?

1)

Die älteste Tochter des Schlagersängers Semino Rossi arbeitet im Verein “Kraft für Leben”, der Shiatsu praktiziert. Shiatsu ist eine fernöstliche Körpertherapie und Massage-Art. Neben der Massage gehören zu Shiatsu auch religiöse Elemente. Für den gläubigen Katholiken Semino Rossi dürfte all das ein schwerer Schock gewesen sein, vermutet “Die neue Frau” in ihrem Artikel:

Er muss sich fragen, ob sie [Rossis Tochter] vom rechten Weg abgekommen ist. [...] Ob sich Seminos Tochter [...] nun durch ihre Ausbildung ebenfalls zum Buddhismus oder einer anderen Glaubensrichtung hingezogen fühlt?

Die Antwort auf diese Frage gibt “Die neue Frau” gleich selbst:

Gut möglich! Und das wäre für den Schlagerstar wirklich schlimm.

In einem Interview hat Rossi nämlich erzählt, wie wichtig ihm als Katholik der christliche Glauben ist. Da müsse er sich an der Berufs- und möglichen Glaubenswahl seiner Tochter doch stören, vermutet das Blatt. Denn für “Die neue Frau” hat “Shiatsu” annähernd sektenähnliche Züge:

Kleidungsstil, Einrichtungsstil und nicht selten auch religiöse Elemente werden gleich mit übernommen. Denn nicht nur der Körper spielt bei ‘Shiatsu’ eine wichtige Rolle — sondern auch der Geist! Und der beschäftigt sich im fernen Japan mit ganz anderen Dingen als bei uns in Europa. Und auch mit einem ganz anderen Gottesglauben.

Wie sehr Semino Rossi unter dem angeblichen Glaubenswechsel seiner Tochter leidet, will “Die neue Frau” anhand von Fotos von Rossis vergangenen Auftritten zeigen. Rossi wird dabei so beschrieben:

Trauriger Blick, ernste Miene. Der Schlagersänger sieht in letzter Zeit nicht gut aus.

Oder so:

Semino Rossi wirkte in der Show [...] nicht nur sehr müde. Auch sein Gesicht war deutlich aufgedunsen. Ob er vor Sorge kau noch schlafen kann oder gar krank ist?

Zum Abschluss ihres Artikels wünschen die Mitarbeiter der “neuen Frau” Semino Rossi noch einmal das Beste:

Was auch geschieht — man kann nur hoffen, dass der Schmuse-Sänger auch jetzt in seinem Glauben ganz viel Kraft findet. Die Kraft, daran zu glauben, dass seine geliebte Tochter die richtige Entscheidung treffen wird. Genauso wie er es von klein auf gelehrt und vorgelebt hat.

2)

“Die neue Frau” strickt aus harmlosen Tatsachen eine vermeintliche Sensationsgeschichte. Aus dem Beruf von Semino Rossis Tochter und einem Interview des Sängers über seinen Glauben wird ein mittelgroßes Familiendrama heraufbeschworen. Der einzige Aufhänger der Geschichte ist der Beruf der Tochter, der mit fernöstlicher Kultur zusammenhängt.

Außerdem ist die Art, wie “Die neue Frau” über den Buddhismus schreibt, respektlos gegenüber der Glaubensgemeinschaft. Für “Die neue Frau” scheint ein Massage-Geschäft, das sich auf buddhistische Inhalte bezieht, in der Nähe einer Sekte verortet zu sein. Der Buddhismus gehört augenscheinlich nicht zum “rechten Weg”, vom dem Rossis Tochter laut Titelschlagzeile abkommen könnte. Dadurch wird der Leserschaft ein falscher Eindruck des Buddhismus vermittelt — und das einzig, um mit einer vermeintlichen Sensation möglichst hohe Verkaufszahlen zu erzielen.

3)

Unseres Erachtens verstößt “Die neue Frau” mit ihrem Artikel gegen die Ziffern 1, 2, 9 und 10 des Pressekodex.

“Die neue Frau” deutet einen bevorstehenden Familiekrach sowie eine problematische Lebenssituation bei Semino Rossis Tochter an. Verlässliche Beweise dafür liefert die Redaktion allerdings nicht. Im Gegenteil: Ihre Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen. Dazu kommen die waghalsigen Spekulationen zu Semino Rossis Gesundheitszustand, deren Grundlage einzig und allein ein paar Konzertfotos bilden, und die fehlerhafte Vermischung von Shiatsu und Buddhismus. In seiner ersten Ziffer fordert der Pressekodex eine wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit. Eine solche gibt es in diesem Artikel nicht. Potentielle Leserinnen und Leser werden mit einer unwahren Geschichte zum Kauf des Heftes animiert. Damit verstößt “Die neue Frau” gegen Ziffer 1.

Die Überschrift auf der Titelseite (“Kommt seine Tochter vom rechten Weg ab?”) verspricht ein großes Familiendrama. Im Text im Heftinnern findet man davon allerdings keine Spur. Die Titelschlagzeile entstellt den Sinn des Artikels. Damit verstößt “Die neue Frau” gegen Ziffer 2 des Pressekodex, die unter anderem besagt: Der Sinn der Veröffentlichung “darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.”

Die rhetorische Frage auf der Titelseite deutet ein moralisch verwerfliches Fehlverhalten der Tochter von Semino Rossi an. Aus einem herkömmlichen Massage-Job, der mit fernöstlichen und buddhistischen Methoden zu tun haben soll, wird ein Scheitern und ein Verlassen des “rechten Weg[s]” konstruiert. Damit verstößt “Die neue Frau” gegen Ziffer 9 des Pressekodex. Dort steht:

Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.

Von der Berichterstattung über Religion fordert der Presserat in Ziffer 10 seines Kodex:

Die Presse verzichtet darauf, religiöse, weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen zu schmähen.

Dass Semino Rossis Tochter bei ihrer Arbeit mit buddhistischen Lehren in Berührung kommt, reicht für “Die neue Frau” aus, um zu fragen, ob sie “vom rechten Weg” abkommt. Der Buddhismus ist in dem Weltbild, das die Redaktion zeichnet, nicht vereinbar mit einem akzeptablen Lebenstil. Dass der Text den Buddhismus als etwas völlig Fremdes und Andersartiges charakterisiert, trägt noch dazu bei, dass der buddhistische Glaube in seiner Wertigkeit heruntergesetzt wird. Daher verstößt das Blatt mit diesem Artikel gegen Ziffer 10 des Pressekodex.


Dunkle Wolken - Hardy Krüger Jr. & Katrin - Starb mit ihrem Söhnchen auch ihre Liebe?

1)

Hardy Krüger jr. und seine Ehefrau haben 2011 ihren Sohn, der nur acht Monate alt wurde, durch den plötzlichen Kindstod verloren. 2012 bekamen sie eine Tochter. Die “Schöne Woche” findet das zunächst tröstlich:

Das Schlimmste schien überstanden

Direkt im Anschluss verbreitet das Blatt aber schon wieder Sorgen:

[D]och jetzt gibt es plötzlich böse Krisengerüchte.

Als Beleg für die angeblichen Gerüchte führt die “Schöne Woche” zwei anonyme Quellen an, die mit Hardy Krüger jr. engen Kontakt haben sollen. Einer der Freunde sagt, wie sehr der Tod des Sohnes die Ehe der Krügers belastet habe. Der andere Freund meint zu wissen, dass das Ehepaar ihren anderen Kindern nur noch eine heile Welt vorspiele.

Ein weiterer Hinweis auf eine Ehekrise ist für die “Schöne Woche” die Tatsache, dass Hardy Krüger jr. und seine Frau seit einem Jahr nicht mehr gemeinsam gesehn worden sind. Die “Schöne Woche” schließt daraus:

Der schlimme Verdacht: Starb mit ihrem Söhnchen auch die Liebe von Hardy Krüger jr. und seiner Katrin? Beide litten danach an Depressionen

2)

Die “Schöne Woche” nutzt den einige Jahre zurückliegenden Tod des Kindes nun rücksichtslos aus, nur um mit einer Geschichte zu einer angeblich anstehenden Trennung auf der Titelseite punkten und mehr Hefte verkaufen zu können. Das Blatt schreibt in der Artikelüberschrift, dass es sich um “Böse Krisen-Gerüchte” handelt — und verbreitet diese dann selbst.

Dazu kommt, dass der Tod eines Kindes ein enorm emotionales Thema ist, das sensibel angegangen werden muss. Darauf verzichtet die “Schöne Woche”. Zudem wird wild über angebliche Krankheiten der Eltern spekuliert.

3)

Unseres Erachtens verstößt die “Schöne Woche” mit diesem Artikel gegen die Ziffern 1 und 8 des Pressekodex.

Der Artikel der “Schönen Woche” dreht sich um eine angebliche Ehekrise von Hardy Krüger jr. und seiner Frau. Die Kronzeugen sind zwei nicht weiter namentlich genannte Personen aus dem Freundeskreis des Schauspielers. Stichhaltige Anzeichen oder Beweise, die die These des Heftes stützen, existieren nicht. Gleiches gilt für Aussagen des Ehepaares. Die “Schöne Woche” stochert also im Nebel. Ziffer 1 des Pressekodex fordert eine “wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit.” Dem kommt die “Schöne Woche” nicht nach und verstößt damit gegen die Ziffer.

Außerdem verstößt die Redaktion gleich in mehrfacher Hinsicht gegen Ziffer 8 des Pressekodex, laut der die Presse “das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung” achten soll. Die Thematisierung des Kindstods — auch in der Artikelüberschrift und auf der Titelseite — sowie die Verbreitung der Gerüchte über eine Ehekrise stellen Verstöße gegen den “Schutz der Persönlichkeit” dar.

In Richtlinie 8.6 stellt der Presserat klar:

Körperliche und psychische Erkrankungen oder Schäden gehören zur Privatsphäre. In der Regel soll über sie nicht ohne Zustimmung des Betroffenen berichtet werden.

Dennoch spekuliert die “Schöne Woche” über mögliche Depressionen, an denen die Eltern nach dem Tod des Sohnes gelitten haben sollen. Das Blatt verbreitet dazu sogar eine Tatsachenbehauptung:

Beide litten danach an Depressionen

Belege dafür werden keine geliefert, eine Zustimmung zu einer derartigen Berichterstattung ist nicht zu erkennen. Daher verstößt der Artikel auch gegen die Richtlinie 8.6.


Wir wollen uns wieder häufiger über die Regenbogenpresse beschweren — nicht nur hier im topfvollgold, sondern so richtig offiziell.

In Deutschland ist dafür der Presserat die oberste Anlaufstelle. Deswegen schicken wir wieder regelmäßig Beschwerden über einzelne Regenbogenartikel dorthin.


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In seinen “Herzblatt-Geschichten” hofft “FAS”-Redakteur Jörg Thomann, dass Angela Merkels Mutter bei ihren Englischkursen an einer Volkshochschule in Zukunft von Klatschreporter-Besuchen verschont bleibt:

“Willkommen ist hier jeder”, behauptet “Die Aktuelle” und schickt kurzerhand — Stichwort “Ortstermin” — einen Reporter in ihren Kurs, der die Lehrerin ein paarmal anscheinend heimlich fotografiert hat. Hoffentlich hat der Kerl was auf die Finger bekommen und ist in die Ecke gestellt worden.

Herzblatt-Geschichten: Du bist eine süße Maus


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Das “Echo der Frau” glaubt an Nachwuchs bei Heidi Klum. Und Jörg Thomann, Autor der schönen “Herzblatt-Geschichten”, glaubt, dass das ziemlicher Murks ist:

In St. Moritz hat “Echo der Frau” Heidi Klum gesichtet, an ihrer Seite Lover Vito, “der schmucke New Yorker Kunsthändler”, was viel besser klingt als “künstlicher New Yorker Schmuckhändler”, und das Blatt glaubt “eine kleine, verdächtige Wölbung an ihrem Bauch zu erahnen”. Ausgerechnet bei Klum, die derzeit so aussieht, als hätte sie überhaupt noch nie an dänischem Eis geleckt, und die auf dem Foto überdies einen “dicken XXL-Strickpulli” trägt? Das Einzige, “Echo der Frau”, was sich hier wölbt, sind die Tomaten auf deinen Augen.

Herzblatt-Geschichten: Venedig sehen und sterben


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Tipps von den Trennungsexperten
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Tipps von den Trennungsexperten

Dass sich die Regenbogenpresse gern als Geburtshelfer für noch nicht einmal gezeugte Adelszwillinge in Stellung bringt, wissen wir. Und wir kennen auch die verzweifelten Versuche der Knallblätter, einst gemeinsam glückliche Schlagersternchen mit Hilfe von Fantasieartikeln wieder zu paaren. Die Rolle als Ratgeber für frühere Schwimmweltmeisterinnen, die in angeblichen Lebens- und Liebeskrisen stecken, ist uns hingegen neu.

“Die Aktuelle” gibt sich in dieser Woche alle Mühe, diese Nische zu besetzen. Riesengroß fordert das Revolverblatt auf seiner Titelseite:

Franzi van Almsick - Trenn' dich doch endlich! Diese Gemeinheiten kann man nicht länger mit ansehen - Was ihr "Traummann" ihr antut

Der Mann, von dem sich Franziska van Almsick laut “Aktuelle” besser heute als morgen trennen sollte, ist Unternehmer Jürgen B. Harder. Gegen Harder läuft momentan ein Gerichtsverfahren wegen Bestechung. Dass van Almsick in dieser turbulenten Zeit die zwei gemeinsamen Kinder einpackt und nach Mallorca fliegt, zeigt den Mitarbeitern der “Aktuellen”, dass “Franzi” sie und ihre Beziehungstipps dringender braucht denn je:

Armer Goldfisch! Wie groß müssen ihre Seelen-Nöte sein, dass sie zu Hause alles liegen ließ und Hals über Kopf auf die Balearen-Insel zog?

Mit van Almsicks Entscheidung, nach Mallorca zu fliehen, scheinen die Trennungsexperten jedenfalls schon mal ganz zufrieden zu sein. Es sei schließlich ein Ort, an dem “der Medienrummel weit weg ist.”

Denn:

wie schlimm muss das alles für [ihren Sohn] sein, der ja schon in der Zeitung lesen kann, was da über seinen Papa geschrieben wird!

Oder was “Die Aktuelle” über die Beziehung seiner Eltern denkt. Oder wie seine Mutter im Urlaub von gierigen Paparazzi verfolgt und abgeschossen und dann in deutschen Klatschmagazin großflächig zur Schau gestellt wird.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Schlagzeilenbasteln (140)
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Schlagzeilenbasteln (140)

Welche Überschrift könnte man aus folgender Nachricht stricken?

Bettina Wulff war vor anderthalb Monaten in der ZDFneo-Serie “Kuttner plus Zwei” zu Gast. Im Gespräch mit Moderatorin Sarah Kuttner und dem zweiten Gast, Antoine Monot, hat sie ab und zu auch mal “Äh” und “Ähm” gesagt.

Bettina Wulff - Psycho-Drama! Kann sie nicht mehr richtig sprechen? EXKLUSIV: Der verstörende Vorfall

Das Team der “Aktuellen” hat also “EXKLUSIV” Fernsehen geguckt. Und fand das:

Erschreckend.

Ach, diese Könner. Wie sie mit einfachen sprachlichen Mitteln Spannung und Neugier erzeugen. Denn das ist tatsächlich der Einstieg des Artikels. Und es geht dämlich weiter:

Und dann betritt da ein mausgraues Wesen die TV-Küche in Berlin-Kreuzberg. Blass, die Lippen zusammengepresst, sitzt sie am Tisch, wirkt fahrig, nervös, kann der Moderatorin kaum in die Augen sehen. Ihr Blick scheint gehetzt, geht manchmal ins Leere.

Und das Gefühl, Zeuge eines Psycho-Dramas zu sein, wird mit jeder Minute stärker! Man glaubt es kaum, aber die studierte Medienmanagerin stottert und haspelt herum. So, dass man sich fragen muss, ob sie überhaupt noch richtig sprechen kann!

Die ganze Zeit über denkt man fassungslos: Ist das wirklich unsere einst so strahlende First Lady? [...] Der knallrote Nagellack erinnert noch an ihr altes Leben. Doch der Rest sieht nach einem anderen, einem, [sic!] zweiten Leben aus. Nach einem, das uns Angst macht …


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Schlagzeilenbasteln (118)
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Schlagzeilenbasteln (118)

Welche Überschrift könnte man über diese, nun ja, Nachricht setzen?

Ein paar kleine Schüler aus Madrid sollen zu Hause erzählt haben, dass ihre Klassenkameradinnen Leonor und Sofia — die Töchter des spanischen Königspaares — keine Schokolade von ihnen haben wollten.

Königin Letizia - Spinnt sie jetzt? Sie setzt ihre süßen Töchter auf Diät!

(Unkenntlichmachung von uns.)


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“Die letzten Hemmungen scheinen gefallen zu sein”
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“Die letzten Hemmungen scheinen gefallen zu sein”

Boris Kartheuser arbeitet als investigativer Journalist für Politmagazine und Rechercheredaktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Seine Spezialthemen sind Lobbyismus, Korruption, Überwachung und Datenschutz. Er enttarnte unter anderem staatliche Überwachungsprogramme und war maßgeblich an der Aufdeckung der verdeckten PR bei der Deutschen Bahn beteiligt. Außerdem ist er als Dozent für investigative Online-Recherche tätig.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing - Fragwürdige Kooperationen mit Redaktionen und Verlagen - Von Boris Kartheuser

Herr Kartheuser, Sie schreiben in Ihrer Studie “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”, dass sich Redaktionen zunehmend die Inhalte von Werbekunden diktieren lassen: “Perfektioniert und systematisiert hat dieses Modell anscheinend die WAZ-Women-Group der Funke-Mediengruppe (ehemals WAZ Mediengruppe).” Was meinen Sie damit? 

Wie ich herausgefunden habe, hat die Funke Women Group ein Modell perfektioniert, wonach sie in ihren Zeitschriften redaktionelle Texte beispielsweise zu Gesundheitsthemen veröffentlicht und auf Produkte hinweist, die helfen sollen. Praktischerweise werden eben jene empfohlenen Produkte dann einige Seiten weiter großflächig vom Hersteller per Anzeige beworben. Im Text steht dann etwa: “Die können sie auch rezeptfrei in der Apotheke kaufen, zum Beispiel von …” — und dann kommt immer der Werbepartner. Das tritt so häufig auf, dass es kein Zufall mehr zu sein scheint.

Werden dann mehrere Produkte genannt oder immer nur einzelne?

Es wird immer nur ein einziges genannt, das ist in einer Vielzahl der Fälle genau der Werbepartner. Ich habe nicht gesehen, dass für ein anderes Produkt geworben wurde. Das macht die Funke Women Group auch beim Kochen, im Rezeptbereich: Es gibt eine Werbung von einer bekannten Firma — und drei Seiten später gibt es bei den Rezepten Empfehlungen für Brühwürfel, eben von dem großen Hersteller und Werbepartner.

Das zieht sich auch über mehrere Titel hinweg. Ich habe für die Studie acht oder neun von den Titeln gekauft und eine kleine Analyse gemacht, wie dieses Prozedere quer über die Hefte geht. Teilweise ist das dann so, dass in Heft eins geworben wird, und in Heft zwei folgen dann die Empfehlungen, in einem sehr auffälligen Maßstab.

Ist die Schleichwerbung denn auf Arzneimittel und Essen beschränkt?

Die Vielfalt der Hinweise, die ich gefunden habe, waren tatsächlich in dem Bereich Arznei- und Lebensmittel. Ich hatte aber auch den Verdacht, dass es bei Empfehlungen von Ärzten ebenfalls einen finanziellen Hintergrund geben könnte, den kann ich aber nicht belegen.

Handelt es sich denn um ein spezifisches Problem der Funke Women Group?

Ich hatte in diesem Fall einen konkreten Hinweis, deshalb habe ich mir diese Hefte gekauft und angeschaut. Ich muss aber zugeben, dass ich das für andere Regenbogen-Blätter nicht getan habe, da das jetzt nicht meine primäre Lektüre ist. Ich kann entsprechend auch gar nicht sagen, wie das bei anderen Verlagen aussieht. Ob das ein Phänomen von Funke ist oder auch bei anderen existiert, da kann ich nur mutmaßen.

Konnten Sie herausfinden, von wem die Initiative für solche Geschäfte ausgeht, wer auf wen zugeht? Anzeigenverkäufer auf Werbekunde oder umgekehrt?

Ich habe mit ehemaligen und jetzigen Mitarbeitern bei Funke gesprochen. Bei den Gesprächen schien sich herauszukristallisieren, dass die Initiative maßgeblich von Funke ausgeht, das heißt, dass die Marketingabteilung an Kunden herantritt.

Das heißt: In Absprache mit der Redaktion? Oder diktieren die Anzeigenverkäufer der Redaktion, was zu tun ist?

Nach meinen Informationen geht die Initiative von der Marketingabteilung aus, die dann an den Werbekunden herantritt und den Redaktionen mehr oder weniger sagt, was sie wie zu bringen hat. So wurde es mir gesagt, ich habe aber keine schriftlichen Belege.

Sie hatten die WAZ-Gruppe damals mit Ihren Ergebnissen konfrontiert, nach acht Wochen kam immer noch keine Rückmeldung. Daraufhin haben Sie Ihre Ergebnisse veröffentlicht. Ist mittlerweile eine Antwort bei Ihnen eingetroffen?

Es kam nachher eine Rückmeldung, aber weder ging man inhaltlich auf das ein, was ich gefragt hatte, noch stellte man sich der Frage wirklich. In den Telefonaten mit dem Pressesprecher, in denen ich ihm die Fakten präsentierte, entgegnete er lediglich, dass “man sich das mal anschauen möchte”. Als ich später noch einmal nachgehakt habe, hieß es, die Fragen seien doch beantwortet. Als ich dem widersprach, bestand überhaupt kein Interesse daran, das irgendwie aufzuklären oder irgendwas zu ändern. Zuletzt folgte eine Mail, in der es hieß, Produktvorstellungen seien im Interesse des Lesers, es gebe aber kein Geschäftsmodell, das sich aus Produktempfehlungen ergebe. Das halte ich für falsch.

Die Veröffentlichung Ihrer Ergebnisse ist inzwischen knapp anderthalb Jahre her. Wie sieht es denn heute aus?

Es hat sich nichts Grundlegendes getan. Das Geschäftsmodell funktioniert. Die Heftmacher haben mitbekommen, dass niemand ihr Vorgehen reguliert, beziehungsweise dass die eventuell zu erwartenden Strafen niedriger sind als die derzeitigen Gewinne, sodass sie das Geschäftsmodell einfach weiter betreiben wollen. Ich kann nicht sehen, dass da eine Einschränkung getätigt worden wäre, dass sich irgendwas geändert hätte. Ich glaube, das läuft einfach weiter wie gehabt.

Ich habe mir gestern noch einmal den Spaß gemacht und “Die Aktuelle” sowie die “Frau im Spiegel” gekauft und nachgeschaut, wie es in diesen Blättern derzeit aussieht. Es funktioniert heute immer noch genauso. Das ist einfach das bestehende Geschäftsmodell, es gibt keinen, der dem Verlag das wirklich verbieten will oder kann. Das scheint ja lukrativ zu sein, also betreiben sie es weiter.

Gab es in den aktuellen Ausgaben einen akuten Fall oder eine Auffälligkeit?

Ja, mehrfach. In der aktuellen Ausgabe von “Die Aktuelle” geht es an einer Stelle zum Beispiel um das Thema Reizdarm und immer wieder auftretende Bauchkrämpfe. Dort steht dann etwa, dass ein Bakterienstamm entdeckt wurde, der diesen Mangel ausgleichen kann. Durch Einnahme von “XY” — hier kommt jetzt der Produktname — zum Beispiel “werden die klassischen Reizdarmsymptome gelindert”. Einige Seiten vorher finde ich dann eine ganzseitige Werbung für genau dieses Produkt. Ein anderes Beispiel sind diverse Schmerzmittel. Das zieht sich von vorne bis hinten durchs Heft. Ich kann auf Anhieb jetzt, ohne das systematisch ausgewertet zu haben, viermal genau dieses Vorgehen entdecken.

Mal blöd gefragt: Was ist denn so schlimm daran? Ist doch ein gutes Finanzierungsmodell!

Klar, bringt ja Geld rein, scheint sich für die Verlage zu lohnen.

Das Problem an der Sache ist, dass die Verbraucher keine neutrale Sicht auf die Dinge erhalten. Es werden ihnen vollkommen unnötige Produkte aufgeschwatzt; die Beschreibungen sind auch hanebüchen. Da steht etwa: “Wenn Sie sich ausgelaugt und müde fühlen, hilft eine spezielle Vitamin-B-Therapie.” Und dann folgt wieder eine Produktempfehlung. Das heißt, die Leserinnen und Leser werden dazu aufgefordert, selbst bei ganz normalen Beschwerden in die Apotheke zu rennen und irgendwelche Produkte zu kaufen, die sie nicht brauchen, die ihnen im schlimmsten Fall sogar schaden.

Wenn jetzt jemand einen Brühwürfel von Maggi oder Knorr zu sich nimmt, kann man drüber diskutieren, ob das schlimme Auswirkungen hat. Aber bei Medizin ist eine Grenze überschritten, da das ja auch gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Wenn ich bei jeder Gelegenheit vorschlage, Schmerzmittel oder andere Medikamente zu mir zu nehmen, dann verhindere ich etwa, dass jemand zum Arzt geht und das ernsthaft untersuchen lässt. Vielleicht ist der Hintergrund ja auch ernster. Oder aber die Leute haben aufgrund von Sonnenmangel nur eine kleine Frühjahrsmüdigkeit, gehen aber dennoch in die Apotheke und kaufen teure Präparate. Das kann nicht der Sinn der Sache sein.

Wie groß ist denn das Ausmaß? Man könnte ja annehmen, dass es nicht so schlimm ist, wenn man in einem solchen 70-Cent-Titel Schleichwerbung betreibt.

Ich war damals total erstaunt, wie groß die Auflage der Funke-Blätter ist und wie viel Hefte die eigentlich verkaufen. Vor zwei Jahren haben die Hefte der Funke Women Group eine höhere wöchentlich verkaufte Auflage gehabt als “Der Spiegel” und “Stern” zusammen.

Wenn ich wöchentlich 1,8 Millionen Hefte verkaufe und davon ausgehen kann, dass jedes Heft eine noch größere Reichweite hat und beispielsweise durch Auslage beim Arzt mehrfach gelesen wird, ist es nicht unrealistisch, dass allein die Funke-Mediengruppe mit ihrer Schleichwerbung mehr als zwei Millionen Menschen pro Woche erreicht. Wenn ich das Woche für Woche abspule, da kommt schon was zusammen.

Warum sind gerade diese Regenbogenhefte so anfällig für Schleichwerbung?

Ihr sprecht ja ab und an mit den Lesern, wie neulich am Kiosk. Ich habe gestern in dem Kiosk, bei dem ich die Hefte gekauft habe, auch mal gefragt, wie die Käuferstruktur aussieht. Es scheint, dass die Leser eher Senioren sind, womöglich auch bildungsfern und vielleicht auch leichter beeinflussbar und unkritischer. Das heißt, die Werbekunden können eine ganze Menge unkritischer Leute erreichen und damit sicherlich einen größeren Einfluss erlangen, als wenn sie ihre Botschaften in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” lancieren würden.

Welche Richtlinien gibt es, an die sich Werbende und Verlage halten müssten?

Es gibt den Presserat samt Pressekodex und es gibt natürlich noch die ganz normale Gesetzgebung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass im Presserat engagierte Menschen sitzen, aber es verhält sich eher wie bei einem Schwert ohne Klinge: Die können monieren, so viel sie wollen — es ändert sich nichts. Bei der “Bild” werden Dutzende Verstöße im Jahr angemahnt, das hindert die Redaktion aber nicht, genauso weiterzumachen.

Ich bin kein Jurist, aber soweit mir bekannt ist, gibt es kein wirksames rechtliches Mittel, den Regenbogenheften mit ihrer Schleichwerbung das Handwerk zu legen. Mein Eindruck ist, dass gerade bei der Funke-Gruppe die letzten Hemmungen gefallen zu sein scheinen. Dort scheint weder ein Unrechtsbewusstsein zu herrschen, noch sieht man die Notwendigkeit, etwas an einem finanziell erfolgreichen Geschäft zu ändern. Ich glaube nicht, dass sich da was tun wird.

Meinen Sie, dass sich Schleichwerbung aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Medienhäuser im Allgemeinen auch bei seriösen Medien ausbreitet?

Immer häufiger verschieben sich zumindest auch bei seriösen Medien die Grenzen zwischen redaktionellem Inhalt und gewerblichen Interesse. Petra Sorge vom “Cicero” hat neulich etwa berichtet, dass sich Lobbyisten bei einer Konferenz des “Tagesspiegel” Redezeit erkaufen konnten. Es gibt “Sonderveröffentlichungen” bei der “Süddeutschen Zeitung”, dazu fragwürdige Kooperationen der “Zeit”, oder das “Handelsblatt” organisiert Leserreisen nach China. Da gibt es zahlreiche Fälle. Ich glaube, dass das zunehmen wird und habe den Eindruck, dass gerade jetzt, da die Werbekunden noch weiter wegbrechen, die Kreativität in den Verlagen doch stark anwächst, wie man weiterhin Gelder reinbekommen könnte.

Das klingt so, als müsste man sich als Leser von Zeitungen und Zeitschriften ganz schön auf was gefasst machen …

Es wird für den Leser jedenfalls immer schwieriger zu erkennen, wessen Botschaft er da konsumiert. In meiner Studie gehe ich auch auf die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ein. Die INSM beeinflusst etwa Schulmaterial und bestimmt in enger Kooperation mit seriösen Blättern Inhalte. So kann sie sich heutzutage Meinungsmacht erkaufen. Die neutrale Beurteilung tritt immer weiter hinter die Wünsche des Werbekunden zurück — und das leider nicht nur in der Regenbogenpresse, sondern auch in vielen seriösen Blättern.


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