Helene Fischer hat andere Pläne
3

Helene Fischer hat andere Pläne

Für die Regenbogenpresse ist es wie ein Geschenk, dass Florian Silbereisen und Helene Fischer ein Paar sind. Dadurch decken die Blätter mit ihren Berichten immer gleich zwei Prominente auf einmal ab.

Der Haken dabei: Das heißt auch, dass zwei Prominente gegen die Grütze der Regenbogenpresse vorgehen können.

Wenn sich zum Beispiel die “Freizeit erleben” in ihrem Februar-Heft unter der Überschrift “Eifert sie jetzt Ute Lemper nach?” irgendwelche Dinge über Helene Fischer und Florian Silbereisen ausdenkt, die aber nichts mit der Realität zu tun haben, kann dagegen nicht nur Florian Silbereisen vorgehen

Gegendarstellung - Sie schreiben in der "FREIZEIT erleben!" Nr. 2 | Februar 2014 unter der Überschrift "Eifert sie jetzt Ute Lemper nach?" in Bezug auf angebliche berufliche Pläne meiner Lebensgefährtin: "Eer stellte sie angeblich vor die Wahl und sagte: "Wenn Du an einer US-Karriere bastelst, dann haben wir definitiv keine gemeinsame Zukunft." Hierzu stelle ich fest: Diese Äußerung habe ich nicht getätigt. München, den 21. Februar 2014 Florian Silbereisen - Anmerkung der Redaktion: Florian Silbereisen hat recht.

(Ausgabe 4/2014)

… sondern auch Helene Fischer:

Gegendarstellung - Sie schreiben in der "FREIZEIT erleben!" Nr. 2/Februar 2014 unter der Überschrift "Eifert sie jetzt Ute Lemper nach?" in Bezug auf meine Person: "Gerüchten zufolge plant die Sängerin" ... "heimlich einen Neuanfang in den USA. Ihre Schlagerkarriere will sie indes an den Nagel hängen, heißt es aus Insiderkreisen." Hierzu stelle ich fest: Diese Pläne habe ich nicht. Hamburg, den 13. März 2014 - Helene Fischer - Anmerkung der Redaktion: Helene Fischer hat recht.

(Ausgabe 5/2014)


facebooktwitteremail

Schlagzeilenbasteln (56)
11

Schlagzeilenbasteln (56)

Über die Ostertage haben wir ein bisschen am topfvollgold gebastelt. Das Ergebnis: Jetzt gibt es hier auch eine Kommentarfunktion. Die könnt Ihr gleich mal ausprobieren — mit einer Runde Schlagzeilenbasteln.

Bitte habt Verständnis, dass die Kommentare zuerst freigeschaltet werden müssen.


I. Christine Neubauer hatte neulich in einer Quiz-Show Probleme mit einer Matheaufgabe: Sie kam “partout nicht auf die richtige Lösung für die Aufgabe 14×14 (die Antwort wäre 196 gewesen) und verfiel stattdessen ins Fluchen.”

Christine Neubauer - Lachen verloren - Warum sie mit sich nicht mehr im Reinen ist

(“Freizeit erleben”)

“Viele fragen sich nun: Hat das ehemalige Vollweib Christine Neubauer etwa mit ihren Pfunden auch die gute Laune verloren? Wahrscheinlich hat sie sich das alles einfacher vorgestellt, als sie sich vor knapp drei Jahren für die Trennung von ihrem Ehemann entschied.”


II. Udo Jürgens geht bald wieder auf Tour. “Ob es seine letzte sein wird?” Jürgens sagt: “‘Natürlich sollte sich langsam der Moment einstellen, an dem ich erkenne, dass ich besser nicht mehr auf die Bühne gehen sollte. Aber ich sage für mich: Ich werde noch Bäume pflanzen, aber keine mehr ausreißen.’”

Udo Jürgens - Erschütternd! Er spricht von seinem Ende

(“Freizeit exklusiv”)


III. Und zum Schluss die ganze Sache mal andersrum: Welche Geschichte könnte hinter dieser Schlagzeile stecken?

Semino Rossi - Kann ihn seine Tochter retten?

(“Echo der Frau”)

Semino Rossi ist ganz schön kaputt von seiner aktuellen Konzert-Tournee. Aber: “Vor allem seine Tochter Laura (22) dürfte ihm wieder auf die Beine helfen. Für die Organisation ‘Kraft für Leben’ praktiziert sie ‘Shiatsu’-Behandlungen, eine Entspannungs-Methode aus Japan”.


facebooktwitteremail

Ein Geschenk von Flori

Ein Geschenk von Flori

Auch Florian Silbereisen hat uns zum Geburtstag eine Freude gemacht!

Vermutlich weiß er gar nichts davon. Egal. Wir freuen uns trotzdem. Hierüber:Gegendarstellung - Sie schreiben in der "FREIZEIT erleben!" Nr. 2 | Februar 2014 unter der Überschrift "Eifert sie jetzt Ute Lemper nach?" in Bezug auf angebliche berufliche Pläne meiner Lebensgefährtin: "Eer stellte sie angeblich vor die Wahl und sagte: "Wenn Du an einer US-Karriere bastelst, dann haben wir definitiv keine gemeinsame Zukunft." Hierzu stelle ich fest: Diese Äußerung habe ich nicht getätigt. München, den 21. Februar 2014 Florian Silbereisen - Anmerkung der Redaktion: Florian Silbereisen hat recht.

Die “Freizeit erleben!” (SCG-Verlag) war vermutlich weniger erfreut über Floris Geschenk. Und so hat sie dieselbe Ausgabe gleich mal für eine ordentliche Retourkutsche genutzt:[Titelseite] Florian Silbereisen - Ist er noch er selbst? - Vom Milch-Bubi zum Macho: Was der radikale Imagewandel über seine Psyche verrät

In Kombination ein wunderbares Sinnbild für die Hemmungs- und Besinnungslosigkeit der Regenbogenpresse:Florian Silbereisen - Ist er noch er selbst [Die Gegendarstellung ist in den Artikel eingebettet.]


Vielen Dank an Petra S. für den Hinweis!


facebooktwitteremail

Gerüchte mit allen Schlüssen

Gerüchte mit allen Schlüssen

Donnerwetter! Gab’s bei der “Freizeit live” eine wundersame Erleuchtung? Uns hat es jedenfalls schon ein bisschen verblüfft, was das Monatsheft in seiner aktuellen Ausgabe über Florian Silbereisen schreibt:

Es gibt keinen Star, über den so viel spekuliert wird.

Eben.

Was musste der arme Florian Silbereisen (32) nicht schon alles über sich ergehen lassen!

Ganz genau. Und so holt das Blatt in seiner Titelgeschichte jetzt zum Gegenschlag aus:

Schluss mit allen Gerüchten - Es gibt keinen Star, über den soviel spekuliert wird. Doch das ist jetzt Vergangeneheit ...

Rumms! Richtig so, “Schluss”, “Vergangenheit”. Und nicht nur die Gerüchte zerrt die “Freizeit live” vors jüngste Regenbogengericht, sondern auch deren Urheber. Die WWW-Spezis der Redaktion wissen schließlich ganz genau, wer die wirklich heimtückischen Übeltäter sind:

So wird seit Jahren, vor allem im Internet, darüber spekuliert, ob die Liebe zu Helene Fischer (29) gar nicht echt, sondern arrangiert ist. Das Heimtückische an diesen Gerüchten: Im weltweiten Datennetz kann jeder behaupten, was er will. Und das auch noch anonym. Es ist also quasi unmöglich, Internet-Schmierfinken zur Rechenschaft zu ziehen.

Ach ja, ein Ort, an dem Schmierfinken ihre Gerüchte an die Wand pinseln und dabei versuchen, möglichst anonym zu bleiben — das klingt für uns nach der perfekten Definition für die “Freizeit live”. Schließlich packen deren Papier-Schmierfinken unter keinen einzigen ihrer Gerüchte-Artikel einen Autorennamen oder ein Kürzel.

Doch jetzt soll alles anders werden — “Schluss mit allen Gerüchten”. Und tatsächlich: Die “Freizeit live” druckt in ihrer März-Ausgabe — und zwar auf derselben Seite, auf der sie auch die Spekulationen im Internet verdonnert — eine Aussage von Florian Silbereisen, die zumindest mit einem Gerücht Schluss macht:

Gegendarstellung - Sie schreiben in der "Freizeit live" Nr. 1 Januar 2014 auf Seite 81 unter der Überschrift "Wie groß ist sein Kummer?" in Bezug auf meine Lebensgefährtin und mich: "Nicht einmal Weihnachten sollen die zwei gemeinsam verbracht haben." - Hierzu stelle ich fest: Ich habe Weihnachten gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin verbracht. Tiefenbach, den 22. Januar 2014 - Florian Silbereiesen - Anmerkung der Redaktion: Florian Silbereisen hat recht.

Das Gesamtkunstwerk aus Artikel und Gegendarstellung sieht so aus:

Florian Silbereisen exklusiv - Schluss mit allen Gerüchten - Mit wem er Weihnachten feierte - Er ist nicht schwul - Warum er eine neue Frisur hat

Dass Ihr, Gerechtigkeitskämpfer der “Freizeit live”, diese Gegendarstellung neben Euren Jetzt-räumen-wir-mal-mit-den-Gerüchten-so-richtig-auf-Text stellt, ist schon frech. Aber dass Ihr diesen juristisch gegen Euch erwirkten Kasten tatsächlich auf dem Cover als Eure “EXKLUSIV”-Weihnachtsgeschichte verkauft — Hut ab!

Florian Silbereisen exklusiv - Schluss mit allen Gerüchten - Mit wem er Weihnachten feierte - Er ist nicht schwul - Warum er eine neue Frisur hat

Diesen Oberbeschiss übertrumpft Ihr nur noch mit Eurer Bigotterie!

Leider hat auch FREIZEIT LIVE unbeabsichtigt Unwahres über Florian Silbereisen aufgegriffen (siehe Gegendarstellung rechts) — und freut sich jetzt, alles klarstellen zu dürfen.

Denn wenn es auf dieser Welt jemanden gibt, der es gar nicht leiden kann, wenn über das Liebesleben von Florian Silbereisen und seiner Freundin Helene Fischer spekuliert wird, dann ist es der SCG Verlag:

Helene Fischer & Florian Silbereisen - Ihre Liebe bleibt auf der Strecke - Zu viele Auftritte - Zu großer Erfolgsdruck - Zu wenig Zeit zu zweit

Florian Silbereisen: Warum Helene Gift für seine Karriere ist - Aktuelle Umfrage: Er ist der unbeliebteste und nervigste Star - Alle Infos und Hintergründe

EXKLUSIV - Helene Fischer & Florian Silbereisen - "Die 5 Geheimnisse unserer Liebe!"

Helene Fischer & Florian Silbereisen - Enthüllt! Die ganze Wahrheit über ihre Liebe: Was die beiden Superstars selbst über Ehe & Kinder sagen

Helene Fischer & Florian Silbereisen - Macht mal eine klare Ansage! - Hochzeit? Baby? Trennung?

Florian Silbereisen oder Andreas Gabalier - Wer ist die Nummer 1? - Wie erfolgreich beide wirklich sind - Welche Rolle ihr Liebesleben spielt - Wer bei Kollegen beliebter ist

Florian Silbereisen - Allein durch die Nacht - Wo war seine Helene?

Til Schweiger & Helene Fischer - Sind sie ein Liebespaar? - Die Gerüchteküche brodelt - Streifzug durch die Berliner Nacht - Was die Stars selbst sagen

Helene Fischer & Florian Silbereisen - Sieht so Liebe aus? Lesen Sie die überraschende Foto-Analyse

Helene Fischer - Glück & Leid des Superstars - Ein Erfolgt jagt den nächsten - Die Liebe bleibt auf der Strecke - Und Verherer gibt es viele

Helene Fischer EXKLUSIV - Baby da! - Kind wurde bei Konzert gezeugt - Was die glücklichen Eltern sagen - Der kleine Leon liebt Helenes Lieder

Helene Fischer & Florian Silbereisen - Hochzeit abgesagt! Krisengespräch vor Silvester-Party - Hauptgrund: Karriere ist wichtiger - Ohnehin keine Liebe auf den ersten Blick


Mit Dank an Petra S. für den Hinweis.


facebooktwitteremail

Hochenegg und Söhne

Hochenegg und Söhne

Die einen nennen sie Scharlatane.

Die anderen nennen sie …Die Wunderheiler aus Tirol

Diese drei Seiten lange Geschichte in der “Freizeit erleben!” handelt von der österreichischen Familie Hochenegg, die mit ihren umstrittenen “Heilkräften” schon seit Jahrzehnten für Aufregung sorgt.

Die Zeitschrift fragt im Teaser:

Gibt es sie wirklich, die Heilkräfte der Familie Hochenegg aus Tirol? Unsere Autorin Barbara Simonsohn hat die Wunderheiler besucht

Und herausgekommen ist ein völlig unkritischer und einseitiger Artikel mit falschen Fakten und unterschlagenen Informationen, eine dreiste Werbegeschichte für das Unternehmen Hochenegg – geschrieben von einer Autorin, die schon seit Jahren mit der “Wunderheiler”-Familie zusammenarbeitet.

Doch beginnen wir dort, wo diese Geschichte ihren Ursprung hat: im kleinen Dorf Mils in Tirol. Das sei, schreibt die Autorin, “zum Wallfahrtsort für Heilungssuchende aus ganz Europa und sogar aus Übersee” geworden. Begeistert fügt sie hinzu:

Selbst Prominente wie Prinz Charles und Maria Schell ließen sich hier mit Handauflegen und Kräutermedizin erfolgreich behandeln!

Leonhard Hochenegg, der Gründer der Praxis, sei “sogar vom japanischen Kaiser zur Visite” eingeflogen worden. Und auch Hocheneggs Söhne hätten “seine ‘heilenden Hände’ geerbt” und würden nun “sein Werk der ‘sanften Medizin’ erfolgreich” fortsetzen.

Dass der inzwischen verstorbene Leonhard Hochenegg vorbestraft war, erwähnt die Autorin nicht.

Dass ihm in mehreren Gerichtsverfahren unter anderem Betrug, Steuerhinterziehung und schwere Körperverletzung vorgeworfen wurde, erwähnt sie nicht.

Dass die Tiroler Ärztekammer jahrelang versuchte, ihm ein Berufsverbot zu erteilen, und ihm 2004 endgültig die Approbation entzog, erwähnt sie nicht.

Darum tun wir das jetzt.

Schon in den 90ern sorgte Leonard Hochenegg mit seiner “Gabe” für Aufsehen. Patienten, denen er die Hände auflegte, verspürten ein wundersames Kribbeln. Doch wie sich später herausstellte, lag das wohl weniger an seiner kosmischen Heilenergie, als vielmehr an den Batterien, die Hochenegg in seinen Schuhen versteckt hatte.

Immer wieder geriet Hochenegg mit der Justiz aneinander, und die Tiroler Ärztekammer erteilte ihm schon 1998 ein einjähriges Berufsverbot. 2001 folgte eine Verurteilung, weil Hochenegg Steuern in Millionenhöhe hinterzogen hatte. Drei Jahre später wurde ihm von der Ärztekammer endgültig die Approbation entzogen.

2006 warf ihm die Staatsanwaltschaft vor, eine Brustkrebspatientin jahrelang falsch behandelt zu haben. Wegen schwerer Körperverletzung und Betrugs musste er sich deshalb erneut vor Gericht verantworten; schließlich wurde er freigesprochen.

Über all diese Dinge verliert die Autorin kein einziges Wort.

Stattdessen beschreibt sie auf drei Seiten, wie toll die Hocheneggs sind.

Man könne bei ihnen “von echten ‘Heilkünstlern’ sprechen”, findet sie.

Schon unzähligen Menschen, die oft bereits von der Schulmedizin aufgegeben waren, konnten sie durch die Heilkraft ihrer Hände und die Unterstützung mit Heilpflanzen helfen.

Ausführlich erzählt die Autorin zum Beispiel von Beatrix P., die “2009 zwei große Knoten rechts und links an der Schilddrüse” entdeckte:Ein OP-Termin stand schon fest - jetzt ist sie gesund!

(Unkenntlichmachungen von uns.)

Dort heißt es:

Vonseiten der Schulmedizin gab es nur eine Empfehlung: die sofortige Entfernung der Schilddrüse. Ein Operationstermin stand schon fest.

Kurz nach dem letzten Arztbesuch fuhr Beatrix P. nach Mils zu Franz Josef Hochenegg [Sohn von Leonhard Hochenegg]. Er legte ihr die Hände auf und empfahl ihr, drei Mal täglich das natürliche Schilddrüsenpräparat seines Vaters [Name des Präparats] einzunehmen. Nach etwa vierzehn Tagen Behandlung sagte er zu Ihr[sic!]: “Sie sind jetzt wieder gesund!” Er gab ihr ihre Behandlungskarte zurück. Von diesem Moment an verschwanden alle oben aufgeführten Symptome fast schlagartig. Die beiden Knoten an der Schilddrüse haben sich inzwischen komplett zurückgebildet.

“Geheilt!” steht in großen Buchstaben auf dem Foto von Beatrix P.

So wie auf dem Foto von Sabrina E., die “unter schwerer Neurodermitis” gelitten hatte, bevor sie sich von den Hocheneggs behandeln ließ. Jetzt hat sie “wieder schöne Haut” und führt endlich “ein Leben ohne quälende Hautkrankheiten!”

Und Harm K. “kann endlich wieder sein Hobby, das Bergwandern, genießen!” Denn seine Muskelschwäche verschwand nach der Behandlung “durch Kräuterinjektionen, Kräuterkapseln und tägliches Handauflegen” der Hocheneggs.

Die Autorin hat sogar noch mehr Heilungs-Geschichten auf Lager:

Ich selbst habe eine junge Studentin in Mils getroffen, die im Rollstuhl saß wegen Multipler Sklerose (MS), und von den Hocheneggs von ihrer Krankheit komplett geheilt wurde, obwohl MS als unheilbar gilt. Und ich traf Angela [S.], deren Vater Dr. Josef [S.] von den Hocheneggs von Darmkrebs geheilt wurde. Auch ihn hatten die Ärzte bereits aufgegeben.

Zum “Beweis, dass die Hocheneggs keine Scharlatane sind, sondern offenbar wirklich über Heilkräfte verfügen”, hat die “Freizeit erleben!” den Brief einer Tiroler Ärztin abgedruckt, die erklärt, dass sie die Berichte der Patienten für “authentisch” halte. Die Ärztin hat uns auf Anfrage bestätigt, diesen Brief geschrieben zu haben.

Wir haben auch mit einer der genannten Patientinnen gesprochen. Sie hat vor einiger Zeit tatsächlich zugestimmt, dass ihre Krankheits- beziehungsweise Heilungsgeschichte in einem Artikel auftaucht. Von der konkreten Veröffentlichung in der “Freizeit erleben!” wusste sie allerdings nichts.

Aber zurück zu den Hochenegg-Söhnen. Die können “das ‘Heiler-Gen’ ihres berühmten Vaters” nicht nur zur Linderung von Krankheiten einsetzen, sondern auch zur Vorbeugung, erklärt die Autorin weiter:

Viele Menschen kommen nach Hall oder Mils zur Gesundheitsprophylaxe, um ihren “Akku” wieder aufzuladen und sich mit Lebensenergie aufzutanken. Sie erleben dadurch eine Leistungssteigerung und mehr Lebensfreude. Die traumhafte Umgebung tut ein Übriges.

Und wenn man schon mal da ist, kann man die Reise auch gleich “mit einem Urlaub in der schönen Bergwelt Tirols” verbinden. Kleiner Tipp der Autorin:

Im nahe gelegenen Dorf Gnadenwald lädt eine alte Klosterkirche zur Besinnung ein, und man kann kostenlos Heilwasser aus einer alten Quelle schöpfen.

Das weiß die Autorin alles so genau, weil sie selbst da war – um die “Heilende[n] Hände” der Hocheneggs am eigenen Leib auszuprobieren:

Bei einem Handauflegen durch Hans und Dominik Hochenegg fühlte ich eine warme, vibrierende Energie, und noch tagelang war ich voller Energie, Lebensfreude und Tatendrang.

Und wie viel sie dafür bezahlt hat, erfahren wir auch. Denn gegen Ende des Textes wird es nochmal richtig werblich:

Sogar Fernbehandlungen machen die Hochenegg-Brüder – umsonst! Auch das Erstgespräch vor Ort ist umsonst. Eine Heilbehandlung kostet 25 Euro, eine große Tüte Kräutertee zwischen 5 und 10 Euro, und für Elixiere und Tropfen zahlt man zwischen 8 und 12 Euro.

Allerspätestens jetzt sollte klar sein, dass dieser Artikel ein einziger großer PR-Text für die Hocheneggs ist. Ohne jede Distanz, ohne jegliches Interesse an einer ausgewogenen Berichterstattung.

Nur in einem einzigen, kurzen Satz wird die Kritik an den “Wunderheilern” angedeutet – und gleich wieder vom Tisch gefegt:Die Hochenegg-Söhne werden oft mit Skepsis konfrontiert. Die vielen Dankesschreiben erfolgreich geheilter Patienten, von denen einige sogar einen "Dr. Hochenegg-Freundeskreis" gegründet haben, geben ihnen aber recht", sagt selbst der Vorsitzende des ärztlichen Hartmann-Bundes, Dr. Montgomery.

Nun, das ist interessant. Denn Dr. Montgomery war zu keiner Zeit der “Vorsitzende des ärztlichen Hartmann-Bundes”. Er war mal Bundesvorsitzender des Marburger Bundes. Heute ist er unter anderem der Präsident der Bundesärztekammer.

Wir haben mal bei Herrn Montgomery nachgefragt, was er davon hält, dass sein Zitat als indirekter Beleg für die Heilkünste der Hocheneggs herangezogen wird. Und ob er das überhaupt so gesagt hat.

Die Pressestelle der Bundesärztekammer antwortete uns:

Herr Montgomery äußert sich im Zusammenhang mit Pluralismus in der Medizin wie folgt: “Medizin braucht Vielfalt – und deshalb haben auch bestimmte alternative Heilmethoden wie die Homöopathie, die unter anderem von intensiven Gesprächen zwischen Patient und Arzt geprägt ist, ihren Platz in der Patientenversorgung.”

Zum von Ihnen angeführten Fall der Hochenegg-Famile hat sich Herr Montgomery nicht explizit geäußert.

Die Autorin hat das Zitat also entweder völlig aus dem Zusammenhang gerissen — oder sie hat es erfunden.

Aber das wundert uns ehrlich gesagt nicht wirklich. Und es ist auch keine große Überraschung, dass die Autorin Barbara Simonsohn offenbar eine enge Freundin des Hauses Hochenegg ist.

Simonson, die auch als Reiki-Lehrerin arbeitet und zahlreiche Bücher zu alternativen Heilmethoden geschrieben hat, verweist in ihren Texten oft auf die Methoden und Thesen der Hocheneggs, und für einige Bücher haben die “Wunderheiler” ihr netterweise sogar Interviews gegeben.

So heißt es in der Beschreibung ihres Buches “Papaya – Heilen mit der Zauberfrucht”:

Ein Interview über die Heilkraft der Papaya mit dem Tiroler Bergdoktor Dr. Hans Hochenegg stellt ein weiteres Highlight im Buch dar.

Es scheint also eine recht fruchtbare Beziehung zu sein zwischen der Autorin und den Tiroler Bergdoktoren: Die Hocheneggs helfen Barbara Simonsohn dabei, ihre Bücher besser zu verkaufen — und Simonsohn hilft den Hocheneggs, indem sie Werbung für die “Wunderheiler” macht.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Artikel der österreichischen “Kronen Zeitung” aus dem Jahr 2009. Dort heißt es in einem Nachruf über Leonhard Hochenegg:

Dr. Leonhard Hochenegg starb am Aschermittwoch in seinem Heimatort Mils. Für manche war er ein “Wunderheiler”, für andere ein Scharlatan mit fiesen Tricks. Zuletzt sorgte der Mediziner, der nicht mehr praktizieren durfte, mit seinem Konkurs für Aufsehen.

Vor der Praxis in der Haller Altstadt sorgten über Jahrzehnte Autos mit ausländischen Kennzeichen für Aufsehen. Leonhard Hochenegg war international als “Wunderheiler” bekannt. Viele Kranke setzten ihre letzten Hoffnungen auf den Tiroler Arzt – nicht zuletzt, weil immer wieder Illustrierte über seine Erfolge berichteten.

Und wie das aussieht, wissen wir ja jetzt.

Der SCG-Verlag wollte sich übrigens nicht zu diesem Artikel äußern.


facebooktwitteremail