Die biblischen Früchtchen der “Freizeit Revue”
1

Die biblischen Früchtchen der “Freizeit Revue”

In der Märchenwelt der Regenbogenpresse geht es in zehn von zehn Fällen um Banalitäten. Die “Freizeit Revue” hat nun allerdings eine Geschichte von biblischem Ausmaß ausgegraben. Brudermord im Schlagermilieu? Die jesushafte Wunderheilung einer Societydame? Nein, das Heft mit der Millionenauflage berichtete vergangene Woche von verbotenen Früchten im “Kinderparadies” Anmer Hall.

Auf dem Landsitz der britischen Königsfamilie, “gleich hinterm Tennisplatz”, steht nämlich ein “hochgiftiger Goldregen-Baum”. Und so konnte die “Freizeit Revue” gar nicht anders, als zu titeln:

Herzogin Kate - Dramatische Vergiftung! Große Sorgen um das Leben ihres kleinen George

Die Entdeckerlust des “Schnuckel-Rackers” und die Samen des Goldregen hätten den Thronfolger in Lebensgefahr gebracht, behauptet das Blatt. Gut möglich, dass der Zweijährige “die runden Kügelchen im Ernte-Eifer für Garten-Früchte gehalten” habe:

Jedenfalls waren fix die Patschehändchen ausgestreckt, die vermeintlich leckere Beute wanderte mit Lichtgeschwindigkeit in den Mund.

Auch die “Daily Mail” berichtete von dem giftigen Baum auf Anmer Hall, genau genommen hat die “Freizeit Revue” den Artikel der britischen Boulevardzeitung einfach übersetzt. Nur die Sache mit dem “Ernte-Eifer”, den “Patschehändchen” und der “Lichtgeschwindigkeit” hat sie dabei exklusiv dazugedichtet.

In dieser Woche macht sich die Redaktion dann schon wieder “große Sorgen”, diesmal um Mutter Kate:

Herzogin Kate - Depressionen! Große Sorgen um die junge Mutter

Der “Babyblues” nach der Geburt von Tochter Charlotte soll zu einer Depression ausgewachsen sein. Und dann sei da noch ihr “überängstliches Verhalten”:

Kate brachte Ehemann William sogar dazu, sich in einem offenen Brief über Fotografen zu beschweren, die angeblich den Kindern des royalen Paares “auflauern”.

Völlig unverständlich für die “Freizeit Revue”: Warum auflauern? Die kleinen Royals kann man doch auch ganz wunderbar vom Schreibtisch aus in Gefahr bringen.


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Alle zwei Wochen schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


facebooktwitteremail

Links vom topf (15)
2

Links vom topf (15)

Dem Schauspieler Hans Sigl ist am Flughafen-Kiosk die aktuelle Ausgabe der “Freizeit Revue” in die Hände gefallen:

Hans Sigl - Rätselhaftes Leiden! Zum ersten Mal spricht er über seine Höllenqualen

Wenn wir sein Video dazu richtig deuten, fand er das irgendwie nicht so lustig …

Hans Sigl: Gigantismo (das Video ist inzwischen leider nicht mehr online)


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


facebooktwitteremail

Links vom topf (12)
0

Links vom topf (12)

Wie die “Werbewoche” berichtet, verbannt Coop, der größte Einzelhändler und zweitgrößte Kioskbetreiber der Schweiz, 13 deutsche Magazine landesweit aus der Regalen — darunter auch die “Freizeit Revue” und die “Neue Post”:

Damit reagiert Coop öffentlichkeitswirksam auf ein jahrelanges Ärgernis, das sich seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses noch zugespitzt hat: Nebst dem in dieser Höhe schwer nachvollziehbaren “Schweiz-Zuschlag”, den ausländische Verlage auf ihren Titeln erheben, fliessen nun auch die Wechselkurs-Gewinne vollumfänglich in die Kassen der Verlage.

Coop wirft überteuerte Magazine aus dem Sortiment


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


facebooktwitteremail

Post an den Presserat (2)
0

Post an den Presserat (2)

Gerade haben wir mal wieder eine Mail an den Presserat rausgejagt. Und zwar mit diesen Beschwerden hier …


Verona Pooth - Kindes-Entführung - Das sagt die Kriminologin

1)

In dem Artikel schreibt die Zeitschrift “Die Zwei” über die potentielle Möglichkeit, dass Verona Pooths Kinder entführt werden könnten. Konkrete Hinweise nennt die Redaktion nicht. Für die Zeitschrift ist eine Entführung allein deshalb möglich, weil Verona Pooth ihr Privatleben immer wieder im Fernsehen zur Schau stellt und ihre Kinder öffentlich zeigt.

Nach eigener Aussage mache Verona Pooth dies ganz bewusst, damit “jegliches Risiko, die Kinder zu entführen”, entfalle. Für “Die Zwei” ist diese Einstellung Grund zur Sorge:

Denn in vielen traurigen Fällen wurden Täter oft erst auf Kinder aufmerksam, nachdem sie öffentlich gezeigt wurden.

Seinen Artikel kündigt das Blatt auf der Titelseite mit der Überschrift “Kindes-Entführung” an.

2)

Die Überschrift und die Unterzeile (“Das sagt die Kriminologin”) auf der Titelseite erwecken den Eindruck, es hätte tatsächlich eine Entführung der Pooth-Kinder gegeben. Dabei gibt es nicht einmal konkrete Hinweise, wie beispielsweise Drohbriefe, die eine solche Vermutung begründen würden — jedenfalls werden im Artikel keine erwähnt. Die dramatische Schlagzeile (im Heftinnern sogar noch mit einem Ausrufezeichen versehen) soll vermutlich Käufer locken.

Im Text wird Verona Pooth vorgeworfen, durch die regelmäßigen Auftritte in der Öffentlichkeit mit ihren Kindern mögliche Täter geradezu zu einer “Kindes-Entführung” zu motivieren. “Die Zwei” warnt vor einem derartigen Verhalten. Durch ihre eigene Veröffentlichung führt die Redaktion diese Warnung alledings ad absurdum: Der Artikel über Verona Pooth und ihre Kinder (die auf Fotos gezeigt werden) könnte nach “Die Zwei”-Logik Menschen erst auf die Idee einer Entführung bringen.

3)

Unseres Erachtens verstößt dieser Artikel gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Auf der Titelseite schreibt “Die Zwei” von einer “Kindes-Entführung”. Im Text finden sich allerdings keine Anhaltspunkte, die einen solchen Schluss logisch erscheinen lassen. Mögliche Kunden könnten das Heft nur deswegen kaufen, um mehr über einen tatsächlichen Entführungsfall zu erfahren. Diesen gibt es aber nicht. Die Veröffentlichung entspricht daher nicht einer wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit, wie es Ziffer 1 fordert.

Die Überschrift zum Artikel im Heft ist dieselbe wie auf der Titelseite, nur dass sie zusätzlich noch mit einem Ausrufezeichen versehen ist. Es scheint also, als würde es sich bei der “Kindes-Entführung” um vollendete Tatsachen handeln. Außerdem zeigt das Foto auf der Titelseite (auch noch einmal größer im Heft abgedruckt) eine sorgenvolle Verona Pooth und verstärkt damit den Eindruck, dass Familie Pooth Opfer einer “Kindes-Entführung” ist. Foto und Überschriften entstellen den Sinn des Artikels. Daher verstößt diese Veröffentlichung gegen Ziffer 2.


Stefanie Hertel & ihr Lanny - Scheidungs-Tragödie - Warum ihr Glück jetzt in den Händen eines Richters liegt

1)

In ihrem Artikel schreibt die “Freizeit Revue” über Volksmusikerin Stefanie Hertel und deren österreichischen Lebensgefährten Leopold “Lanny Isis” Lanner.

Die beiden leben seit Längerem in einer Beziehung, haben allerdings noch nicht heiraten können, weil, so die “Freizeit Revue”, Lanners Scheidung von seiner ersten Ehefrau noch nicht rechtskräftig ist. Die Redaktion verspricht der Leserschaft, besondere Kenntnisse zum vorliegenden Fall zu besitzen: “FREIZEIT REVUE kennt die Hintergründe” …

Eine Hochzeit muss warten. Weil der Österreicher noch verheiratet ist. Wie FREIZEIT REVUE aus seinem Kärntner Umfeld erfuhr, ist die Scheidung von seiner Ehefrau noch nicht rechtskräftig.

2)

Die “Freizeit Revue” hatte mit ihrer Berichterstattung eindeutig Unrecht. Denn drei Tage vor der Veröffentlichung des Artikels haben Stefanie Hertel und Leopold Lanner geheiratet. Die Scheidung Lanners war also offenbar doch schon rechtskräftig — entgegen des vollmundigen Versprechens kannte die “Freizeit Revue” die Hintergründe doch nicht.

Von einer “Scheidungs-Tragödie”, wie die “Freizeit Revue” plakativ auf dem Cover titelt, kann also nicht die Rede sein.

3)

Unseres Erachtens verstößt die “Freizeit Revue” mit ihrer Veröffentlichung gegen die Ziffern 1, 2 und 8 des Pressekodex.

An mehreren Stellen im Artikel schreibt die “Freizeit Revue”, die Scheidung von Leopold Lanner sei “noch nicht durch”, “noch nicht rechtskräftig”, und Lanner sei “noch verheiratet”. Daraus konstruiert die Redaktion die dramatisch-anmutende “Scheidungs-Tragödie” auf der Titelseite. Doch keiner der Punkte entspricht der Wahrheit — das beweist die Hochzeit zwischen Hertel und Lanner. Damit verstößt die “Freizeit Revue” gegen Ziffer 1 des Pressekodex, weil in diesem Fall keine “wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit” stattfindet.

Großspurig kündigt die “Freizeit Revue” an, “Hintergründe” zum Scheidungsverfahren zwischen Leopold Lanner und seiner früheren Ehefrau zu kennen. Das Blatt erwecket den Eindruck, im “Kärntner Umfeld” von Lanner recherchiert zu haben. Die Ergebnisse dieser angeblichen Recherche entsprechen nicht der Wahrheit. Dennoch gibt die “Freizeit Revue” sie wieder. Ziffer 2 der Pressekodex verlangt: “Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.” Dies missachtet die Redaktion und verstößt damit gegen Zwiffer 2 des Pressekodex.

Durch die nicht-wahrheitsgemäße Veröffentlichung (“Scheidungs-Tragödie”) missachtet die “Freizeit Revue” die informationelle Selbstbestimmung von Stefanie Hertel und Leopold Lanner und verstößt somit gegen Ziffer 8 des Pressekodex.


Königin Maxima - Schock-Diagnose! Angst vorm Rollstuhl! Hilft nur noch eine riskante OP? Und was wird jetzt aus den Kindern?

1)

Die “Prima Woche” berichtet in ihrem Artikel über die angeblichen X-Beine von Königin Máxima der Niederlande und schreibt über Schmerzen, unter denen sie leide. Die Königin habe “Angst vorm Rollstuhl”, behauptet das Blatt — sowohl im Artikel als auch in der Überschrift auf dem Cover.

Einzig, so die Redaktion im Text, eine Operation kann sie von ihren Schmerzen befreien. Máxima hat sich bisher allerdings nicht wegen angeblicher X-Beine operieren lassen. Dazu kommentiert die “Prima Woche”:

Aber wie Menschen so sind: Meist nimmt man lieber das bekannte Unglück in Kauf als das unbekannte Glück, das nur durch eine Operation herbeizuführen wäre …

2)

Um ihren Artikel dramatischer wirken zu lassen, erfindet die “Prima Woche” die Schmerzen von Königin Máxima. Jedenfalls liefert das Heft keine Beweise für diese Behauptung.

Ebenfalls ohne erkennbaren Anlass behauptet die Redaktion, die Königin habe “Angst vorm Rollstuhl!” In Kombination mit der Dachzeile (“Schock-Diagnose!”) und der optischen Aufmachung (besorgte Gesichter bei Máxima und ihrem Ehemann Willem-Alexander; im Hintergrund ein Krankenwagen mit Blaulicht) auf der Titelseite gibt die Überschrift Grund zur Annahme, der “Prima Woche” ginge es einzig und allein um die Sensation, die Käufer locken soll.

Unter der Schlagzeile stellt die “Prima Woche” noch die Frage: “Und was wird jetzt aus den Kindern?” Eine Antwort liefert das Blatt nicht, es thematisiert diese Frage nicht einmal ansatzweise im Artikel. Es scheint, als sollte die Frage nach den Kindern ebenfalls nur als Kaufanreiz dienen.

Dazu kommt, dass gegen Ende des Artikels eine Operation als einziger Ausweg unkritisch erwähnt und damit stark angepriesen wird. Dadurch könnten Leserinnen und Leser, die tatsächlich wegen derartiger Probleme unter Schmerzen leiden, dazu angehalten werden, einen solchen schwerwiegenden Eingriff vornehmen zu lassen.

3)

Unseres Erachtens verstößt die “Prima Woche” mit diesem Artikel gegen die Ziffern 1, 2, 8 und 14 des Pressekodex.

Die “Prima Woche” schreibt über “heftige Qualen”, die Máxima angeblich “quälen” sollen. Ein Beleg dafür, dass Königin Máxima tatsächlich ihrer X-Beine wegen Schmerzen leidet, wird nicht geliefert. Man muss also davon ausgehen: Es gibt gar keine Schmerzen, über die berichtet werden müsste. Es gibt keine Notwendigkeit für eine Operation und damit auch keine “Angst vorm Rollstuhl”. Eine wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit findet hier nicht statt. Daher verstößt der Artikel gegen Ziffer 1 des Pressekodex.

Die Dachzeile auf der Titelseite (“Schock-Diagnose!”) wirkt, als stünde fest, dass Máxima unter einer ernsthaften Krankheit leidet. Die Blaulicht-Aufmachung und die dramatische Schlagzeile verstärken dieses Bild. Die abgedruckten Fotos neben dem Artikel im Heftinnern zeigen unter anderem Máximas Schwiegermutter Beatrix, die sich — laut Unterzeile der “Prima Woche” — “Sorgen um ihre Schwiegertochter” macht. Dazu gibt es ein Foto, das Máxima auf Krücken zeigt und von der Redaktion mit “Schon 2001 war sie auf Krücken angewiesen” untertitelt wurde. Überschrift, Dachzeile und die Aufmachung des Artikels entstellen dessen Sinn. Daher verstößt diese Veröffentlichung gegen Ziffer 2.

Die “Prima Woche” liefert keinen Beweis für ihre These, dass Máxima unter Schmerzen leidet und “Angst vorm Rollstuhl” hat. Und selbst wenn es so sein sollte, dass sie wegen ihrer angeblichen X-Beine Schmerzen hat — der Pressekodex stellt in Richtlinie 8.6 klar: Physische Erkrankungen sind Privatsache. Dagegen verstößt der Artikel.

Bei Leserinnen und Lesern, die tatsächlich wegen ihrer X-Beine Schmerzen leiden, erweckt der Artikel der “Prima Woche” die große Hoffnung, dass eine Operation, wie sie im Artikel unreflektiert angepriesen wird, auch ihnen helfen könnte. Das verstößt gegen Ziffer 14 des Pressekodex.


Wir wollen uns wieder häufiger über die Regenbogenpresse beschweren — nicht nur hier im topfvollgold, sondern so richtig offiziell.

In Deutschland ist dafür der Presserat die oberste Anlaufstelle. Deswegen schicken wir wieder regelmäßig Beschwerden über einzelne Regenbogenartikel dorthin.


facebooktwitteremail

Links vom topf (2)
0

Links vom topf (2)

“FAZ”-Redakteur Jörg Thomann wundert sich in seinen “Herzblatt-Geschichten” über angebliche Fremdkuss-Fotos eines Fürsten und stellt eine klare Forderung an die “Bunte”:

Könntest du, Bunte, bitte Horst Seehofers kleine Tochter in Ruhe lassen, statt Fotos von ihr beim Eislaufen zu zeigen? Ist das Kind eine Person der Zeitgeschichte, sucht es die Öffentlichkeit? Und hast du das Mädchen oder seine Mutter um Erlaubnis gefragt?

Herzblatt-Geschichten: Im Griff der Wrestlerin


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


facebooktwitteremail

Ein Zwilling kommt selten allein
7

Ein Zwilling kommt selten allein

Zufälle gibt’s! Wenn es nach der Regenbogenpresse geht, werden demnächst nämlich gleich vier europäische Monarchien auf einmal mit Zwillingen beglückt. Die Niederlande zum Beispiel:

Maxma & Willem-Alexander - Zwillinge! Das Familie-Glück ist perfekt

Die “Neue Welt” spricht von einer “Sensation in Schweden”:

Sensation in Schweden - Kronprinzessin Victoria - Zwillinge! Es werden zwei Jungs

Und bei der “Freizeit Revue” ist gar nicht erst Kates überraschende Zwillings-schwangerschaft die zentrale Neuigkeit, sondern die damit verbundenen Probleme:

Herzogin Kate - Angst um ihre Zwillinge - Eine Krankheit gefährdet die ungeborenen Babys

Alles Schlagzeilen aus der vergangenen Woche. Wohlgemerkt: Lediglich bei Kate ist eine Schwangerschaft (allerdings ohne Zwillingsnachricht) offiziell bestätigt.

Dazu kommt noch Charlène von Monaco, deren doppeltes Kinderglück für die Regenbogenblätter sowieso schon seit Wochen feststeht, nachdem sich ihr Vater bei einem alten Schulfreund verplappert haben soll.

Und auch bei den anderen drei Adelsdamen ist die Faktenlage eindeutig: Die “temperamentvolle Regentin” Máxima wirke momentan “noch glücklicher” als sonst, Victoria habe sich jüngst “mit einem auffällig volleren Gesicht und einigen süßen Kilos mehr” gezeigt und zu Kate “sickerte” nicht nur einiges “aus Palast-Kreisen durch”, sondern:

Auch in den britischen Wettbüros stiegen die Wettquoten auf Rekordhöhe.

Dass “Wettquoten auf Rekordhöhe” die Unwahrscheinlichkeit eines Ereignisses widerspiegeln, spielt für die Buchmacher der “Freizeit Revue” offenbar keine Rolle.

In spätestens neun Monaten sollen also aus jeglichen europäischen Thronfolgerinnen und -inhaberinnen Zwillinge purzeln. Die Häufigkeit von Zwillingsgeburten ist je nach Land sehr unterschiedlich, im weltweiten Durchschnitt soll aber etwa jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Máxima, Victoria, Kate und Charlène je zwei Kinder auf einen Streich zur Welt bringen, liegt demnach bei 0,000039 Prozent. Zufälle gibt‘s!


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.

Jörg Thomann von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” ist ebenfalls auf die Zwillings-Flut in den Regenbogenblättern gestoßen und hat in der aktuellen Folge der “Herzblattgeschichten” darüber geschrieben.


facebooktwitteremail

Globaler Kinderquatsch
0

Globaler Kinderquatsch

Was passiert, wenn die Mitarbeiter eines Knallblatts ein noch größeres Knallblatt in die Finger bekommen? Sie schreiben voller Neid die Titelgeschichte ab:

Kate & William - Schockierende Nachricht - Hat sie wirklich ihr Baby verloren?

In den Redaktionsräumen der “Freizeit Revue” muss eine Ausgabe des US-amerikanischen Obermistmagazins “Globe” die Runde gemacht haben. Das hatte nämlich groß getitelt: “Brave Kate Loses Baby!”

Und so zittert das gesamte Team der “Freizeit Revue” seit Ende Juli vor Schreck, denn da “schockte das Magazin ‘Globe’ die Welt mit einer traurigen Nachricht: Kate hat ihr Kind verloren.”

Neben der “Freizeit Revue” ist auch die “Viel Spaß” auf die “Globe”-Geschichte gestoßen — und das sogar “Exklusiv”:

Herzogin Catherine - Exklusiv - Warum die jungen Mutter sich eine Auszeit nehmen muss

Furchtbar: Laut der US-Zeitschrift “The Globe” soll sie Anfang Juli bereits eine Fehlgeburt erlitten haben.

Nun wissen fleißige “Globe”-Leser, dass das Blatt beim Thema “Kate und Schwangerschaftsprobleme” zwar wie wild mit Sensationsschlagzeilen um sich ballert, aber nie trifft.

Dass die aktuelle Schlagzeile also nicht ganz so sauber sein kann, müssen selbst die Skrupellos-Schreiber der “Freizeit Revue” gespürt haben. Sie fragten nämlich beim britischen Königshaus nach, was an der Geschichte dran sei — ein ausgesprochen seltener Schritt im Kosmos der Regenbogenpresse:

Der Palast hält sich bedeckt. “Wir kommentieren solche Spekulationen grundsätzlich nicht”, so eine Sprecherin zu FREIZEIT REVUE.

Und trotzdem kolportiert die Redaktion die “Schockierende Nachricht”, spricht selbst von “schmerzlichen Zeiten” für Kate.

Vielleicht überzeugte sie eine, nun ja, scharfsinnige Beobachtung zu Kates Auftritt bei der 100-Jahr-Gedenkfeier zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs:

Ein Royal weint nicht — und Kate (32) hat sich lange tapfer beherrscht. Doch beim Besuch einer Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkriegs brach der Schmerz aus ihr heraus: Tränen füllten die Augen der sonst so fröhlichen Frau. Trauerte sie um ihr Baby?

Oder etwas poetischer:

Auf dem Mohnfeld der Toten brach der Schmerz aus der jungen Mutter heraus

Kates Tränen haben übrigens auch die Beobachter der “Schönen Woche” mitbekommen — aber etwas anders interpretiert:

Entsetzliche Erkenntnis - Herzogin Catherine - Sie hat den falschen Prinzen geheiratet!

Möglicherweise ist es das, was Catherine plötzlich zum Weinen brachte: Die entsetzliche Erkenntnis, dass sie den Falschen geheiratet hat. Mit Prinz Harry fühlt sie sich viel wohler als mit William (32).

Das ist zwar genauso dämlich wie bei der “Freizeit Revue”. Aber immerhin nicht ganz so grässlich.


facebooktwitteremail

Schlagzeilenbasteln (101)
5

Schlagzeilenbasteln (101)

Judith (27) aus Aachen ist ein großer Fan von Günther Jauch. Sie hat ihn zwar noch nie getroffen, aber sie findet ihn total toll.

Berührende Momente - Günther Jauch - So glücklich macht er diese junge Frau

Schon, wenn sie sich nur ein Foto von ihm ansieht, ist alles gut. Dann vergisst Judith (27) aus Aachen die Welt um sich herum, dann gibt es nur noch sie und ihn. Ihr Gesicht wird ganz weich, ihr Herz hüpft, sie strahlt und lacht, Ärger und Stress der ganzen Wochen sind sofort vergessen. Ja, Günther Jauch (58) macht die junge Frau einfach glücklich. Kein Wunder, der Fernseh-Star ist ja auch ein Traummann. Berühmt und trotzdem nicht eingebildet. Unterhaltsam und schlagfertig. Und dann diese Augen. So offen und klug, so lebenserfahren, dass sie einem direkt ins Herz zu sehen scheinen. Solche Menschen trifft man nicht oft.


Daniela Katzenberger hat in einem Interview gesagt, dass sie keine Klotür habe. Denn: “Das Problem ist, dass da Regale stehen, in denen ich meine 150 Handtücher aufbewahre, die ich in Hotels gemopst habe oder die mir geschenkt wurden.”

Das Geständnis - Daniela Katzenberger - Aus Geiz wurde sie zur Diebin - Wenn's ums Geld geht, ist sie sich wohl für nichts zu schade

(“Die neue Frau”)


König Felipe von Spanien ist neulich mit ein paar Kumpels in Madrid feiern gegangen.

König Felipe - Ist er doch so ein Hallodri wie sein Vater?

(“Die neue Frau”)


Jörg Pilawa wurde in einem Interview gefragt, wie er eigentlich das Haus ordentlich halte, immerhin hat er vier Kinder. Pilawa antwortete: “Wer sagt denn, das [sic] es ordentlich ist? Sie glauben doch nicht, dass man Ordnung in einem Haus mit vier Kindern hat. Bei mir zu Hause herrscht das Chaos.”

Jörg Pilawa - Bewegendes Geständnis

(“frau aktuell”)


Michael Schumacher bekommt in der Reha angeblich Unterstützung von Kai Schnapka. Der ist Physiotherapeut und mit Schumacher seit dessen Formel-1-Zeit befreundet.

Michael Schumacher - Vollbringt sein bester Freund das neue Wunder?

(“Neue Post”)

Michael Schumacher - Sein bester Freund bewirkt ein Wunder - Freudentränen auf der Reha-Station

Sensationelle Neuigkeiten aus der Reha - Michael Schumacher - Die 1. Schritte! Unsere Gebete wurden erhört

Michael Schumacher - Wunderbare Fortschritte - Freudne bestätigen: "Es geht alles viel schneller als erhofft!"

(Dieses Zitat kommt im Artikel übrigens gar nicht vor. Vermutlich ist es frei erfunden.)


Angela Merkel und ihr Mann waren im Urlaub.

Diese Bank rettete die Kanzler-Ehe

(“die aktuelle”)

Einsames Wandern im Regen, Wortlosigkeit. Aber dann kam eine Bank. Eine Bank, die vielleicht die Kanlzer-Ehe gerettet hat. Endlich konnte sich das Paar aussprechen — in aller Ruhe.


Die Schauspielerin Christiane Hörbiger hat in einer Talkshow gesagt, dass sie römisch-katholisch erzogen worden sei, aber mit der Bibel nicht wirklich zurechtkomme. Daraufhin schrieb irgendwer auf ihrer Facebook-Seite: “Ich würde Ihnen die ‘Neue-Welt-Übersetzung’ der Zeugen Jehovas empfehlen.”

Sie wirkt so verändert - Christiane Hörbiger - Findet sie bei einer Sekte ein neues Glück?

(“Die neue Frau”)


Der Schauspieler Thorsten Nindel ist an Krebs erkrankt. Er hat mal in der “Lindenstraße” mitgespielt und ist mit Schauspiel-Kollegin Saskia Valencia zusammen.

Saskia Valencia - Tränen um ihre große Liebe - Kann ihr Ex-Freund sie jetzt trösten?

(“Die neue Frau”)


Die angebliche neue Freundin von Prinz Harry sieht seiner Schwägerin (Herzogin Kate) sehr ähnlich.

Prinz Harry - Jetzt hat er seine eigene Kate!

(“das neue”)


Und jetzt aufgepasst! Die Frau von Joachim von Dänemark sieht seiner Schwägerin (Prinzessin Mary) auch sehr ähnlich.

Harry Windsor und Joachim von Dänemark - Lieben sie heimlich ihre Schwägerinnen?

(“Schöne Woche”)


In der Ukraine ist Flug MH17 abgestürzt. Viele niederländische Passagiere kamen dabei ums Leben.

Neue Tragödie schockt Holland - Maxima & Willem-Alexander - Ehe in Gefahr! - Jetzt müssen sie um ihr Glück kämpfen
Der Artikel beginnt so:

Nur selten brechen Ehekrisen wie plötzliche Unwetter über ein Paar herein. Meist zeigen sich erst einige Wolken am Himmel, dann werden es immer mehr – bis schließlich ein Dauerregen des Zweifels das Fundament des gemeinsamen Glücks unterhöhlt. Auch bei Maxima (43) und Willem-Alexander (47) scheint nun eines zum anderen zu kommen. Die neue Tragödie um die 193 niederländischen Todesopfer beim Flugzeugabschuss über der Ukraine ist eine weitere Belastung. Und viele Holländer fragen sich schockiert, ob die Liebe der beiden nun zerbrechen könnte.


Und zum Schluss mal andersherum. Welche Geschichte verbirgt sich wohl hinter folgender Schlagzeile der “frau aktuell”?Stefanie Hertel - Skandal an ihrem Geburtstag

Ihr Freund konnte nicht mitfeiern, weil er einen Auftritt hatte.


facebooktwitteremail

Genau wie bei Prinz Friso (6)
7

Genau wie bei Prinz Friso (6)

Der Wahnsinn hört nicht auf. Die Flut von Schumacher-Artikeln ist gewaltig. Trotzdem — oder gerade deswegen — wollen wir sie zumindest ansatzweise dokumentieren.

Darum hier zwei Beispiele, Anfang der Woche willkürlich aus dem Regal gepickt.

Die “Freizeit Revue” hat in einem kurzen Anflug von Journalismus tatsächlich mal bei Schumachers Familie nachgefragt, ob es denn was Neues gebe.

Schumachers Managerin Sabine Kehm antwortete:

“Sicher wissen Sie aus den vergangenen Monaten, dass ich grundsätzlich weder Zwischenstände über den Heilungsverlauf von Michael gebe noch Angaben zu privaten Themen mache.”

Schlagzeile?

Michael Schumacher - Endlich nach Hause! - In dieser Klinik kann er wieder sprechen lernen

Die “Freizeit Revue” will nämlich “vor Ort” erfahren haben, dass Schumacher in eine andere Klinik verlegt werde. Sabine Kehm wollte auf diese Spekulation “Information” zwar nicht eingehen, aber das hindert die “Freizeit Revue” nicht daran, sie trotzdem breitzutreten. Schließlich sei die “idyllisch gelegene Privat-Klinik” mit ihrer modernen Ausrüstung und ihrem tollen Team perfekt für “Patienten wie den Formel-1-Champion”.

Und das Beste: Sie liegt nur zwei Kilometer vom Schweizer Anwesen der Familie entfernt.

Wahn! Sinn!

Zweites Beispiel: Die “Woche der Frau”. Die hat auch eine Klinik gefunden, die “perfekt” für Schumacher wäre (weil sie “auf Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma spezialisiert” und “nicht zu weit weg von Schumis Zuhause entfernt” sei), allerdings eine ganz andere als die “Freizeit Revue”. Aber das ist nur ein Nebenaspekt des Textes. Eigentlich geht es um etwas ganz anderes.

Der Artikel beginnt so:

Der tägliche Gang zum Briefkasten ist für die meisten Menschen so normal wie die Tasse Kaffee zum Frühstück. Ein junger Mann aus Irland aber erlebte dabei gerade die Überraschung seines Lebens. In dem täglichen Stapel aus Werbung und Briefen nämlich befand sich — Post von Schumi!

Ein brauner Umschlag, abgestempelt am 7. Mai in Gland (Schweiz). Darin: Autogramme von Michael Schumacher (45)!

Der Ire hatte im November bei Schumachers Management um Autogramme gebeten. Die bekam er erst jetzt, wurde aber darauf hingewiesen, dass sie aus dem vergangenen Jahr stammen.

Für die “Woche der Frau” ist das alles ein untrügliches Zeichen.

Und das macht so viel Hoffnung! Fast scheint es ja, als ginge der “normale Fanbetrieb” wieder los. Würden seine Familie und sein Management das zulassen, wenn sie nicht fest davon ausgingen, dass Michael wieder gesund wird?

So eine Entscheidung fällt man nicht, wenn man zweifelt. Man fällt sie voller Optimismus. Der braune Briefumschlag, der gerade von Schumis Schweizer Büro aus den Weg nach Irland fand, wirkt da wie ein Versprechen, das so viel Hoffnung macht.

Was für ein berührender Moment: Post von Schumi!

Zwei Geschichten von Dutzenden, eine bekloppter als die andere. Der Wahnsinn hört nicht auf.


Siehe auch:
facebooktwitteremail

Genau wie bei Prinz Friso (5)
1

Genau wie bei Prinz Friso (5)

stapel2Das sind die Hefte mit Michael-Schumacher-Schlagzeilen, die wir bisher gesammelt haben. Und dabei kriegen wir mit Sicherheit nicht jeden Artikel mit. Dennoch: Der Stapel wächst mit jeder Woche. Der Wahnsinn will einfach kein Ende nehmen.

Seit fünf Monaten führen die Redaktionen die Leser immer wieder in die Irre. Auf ihren Covern suggerieren sie, es gebe Neuigkeiten zu Schumachers Gesundheitszustand — “Neue Hoffnung”, “Neue Sorgen”, “Medizinische Sensation”, “Die ersten Schritte”, “Tränen-Tragödie”. Und wie immer steckt dahinter: nichts. Nur Gerüchte und Spekulationen und die Fantasie der Autoren.

Einer der beliebtesten Tricks geht so: Irgendein Mediziner hat irgendwann mal irgendwas zum Thema “Koma” gesagt. Zum Beispiel:

“Es gibt Fälle, in denen die Patienten nicht mehr wissen, wer die Familie ist.”

Und zack:
Lieber Gott, lass es nicht wahr sein! - Corinna Schumacher - Erkennt ihr Michael sie nicht mehr?

Oder: Ein Arzt, “der Schumis Ärzte in Grenoble gut kennt”, soll gesagt haben, dass “theoretisch” die Chance bestehe, dass Schumacher “wieder Auto fährt”. (Warum auch immer.)

Zack:
Michael Schumacher - Überraschende Prognose - Es gibt die Chance, dass er wieder Auto fährt

Einige der zitierten Mediziner wissen wahrscheinlich nicht mal, dass sie (oft auch mit Foto) in den Heften auftauchen. In manchen Fällen wurden die Aussagen offenbar einfach aus anderen Quellen übernommen.

Oft wird das Geschwafel noch mit einer dicken Schicht aus Kitsch und geheucheltem Mitleid überzogen, wobei dann solche Geschichten entstehen:Michael Schumacher - Tränen-Tragödie! - Ausgerechnet jetzt! Wie soll die Familie das verkraften?

Der Artikel handelt davon, dass es Corinna Schumacher jetzt ziemlich schlecht gehen muss, obwohl sie so viel Geld hat.

Im Innern lautet die Überschrift:Das Tränen-Paradies der verlorenen Träume

Und womit beginnt ein solcher Artikel? Na klar:Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. (Bibel, 1 Korinther 13)

Aber es sind nicht nur die Mediziner und die Bibel, die für die Spinnereien der Regenbogenpresse herhalten müssen. Die “Freizeitwoche” etwa bedient sich noch ganz anderer Quellen. Vor Kurzem versprach sie auf dem Cover ebenfalls neue Informationen:Michael Schumacher - Wie geht es ihm wirklich? - Jetzt gibt es ungewöhnliche Neuigkeiten

Es gebe “neue Anzeichen für eine positive Wende”, schrieb das Blatt.

– und zwar aus dem Universum!

Denn der “FREIZEITWOCHE-Astrologe Michael Waha (50)” hat in die Sterne geschaut und “einen Ausblick in die Zukunft” gegeben. Im Ernst:

Der Planet Mars sorgt ab Juli für deutliche Fortschritte beim Heilungsprozess. Weitere Glücksaspekte werden diese Entwicklung im Herbst unterstützen. Es besteht Hoffnung auf eine nachhaltige Stabilisierung des Gesundheitszustands, vor allem ab Ende Juli. Dann wandert Mars in das Sternzeichen Skorpion. Ob Michael vollständig geheilt wird, ist unklar. Folgeschäden können nicht ausgeschlossen werden.”

Prognosen aus dem Universum, Bibel-Zitate, Ferndiagnosen — so geht das jede Woche. Für die kommenden Schlagzeilen haben die Kaffeesatzleser und Pendelschwinger bestimmt schon die Tarotkarten zurechtgelegt.


facebooktwitteremail

Scheidung von der Realität
5

Scheidung von der Realität

Mit dieser Titelstory buhlt die “Freizeit Revue” seit dem heutigen Mittwoch am Kioskregal um Käufer:

Stefanie Hertel & ihr Lanny - Scheidungs-Tragödie - Warum ihr Glück jetzt in den Händen eines Richters liegt

Stefanie Hertel – Scheidungs-Tragödie – Warum ihr Lanny sie nicht heiraten kann

Seit über zwei Jahren sind die Sängerin und der Gitarrist schwer verliebt. Doch ihr Traum einer rauschenden Hochzeit muss warten — weil die Scheidung von Lanny und seiner Noch-Ehefrau immer noch nicht durch ist.

Doch tragisch für Stefanie: Eine Hochzeit muss warten. Weil der Österreicher noch verheiratet ist. Wie FREIZEIT REVUE aus seinem Kärntner Umfeld erfuhr, ist die Scheidung von seiner Ehefrau noch nicht rechtskräftig.

Wir fragten beim Management der Sängerin nach: “Diese privaten Bereiche betreffend möchten weder Leopold Lanner noch Stefanie Hertel Aussagen treffen.” Auch Lannys Noch-Ehefrau schweigt.

Momentan hätte Stefanie ohnehin wenig Zeit für eine Hochzeit. Der Terminkalender ist proppenvoll.

Da gibt es nur ein winziges Problem: Stefanie Hertel und Lanny Isis haben am vergangenen Sonntag geheiratet.


Nachtrag, 21. Mai 2014, 20:41 Uhr:
Aus dem Klogriff der “Freizeit Revue” entwickelte sich in den vergangenen Wochen ein interessantes Ping-Pong-Spiel der Dämlichkeiten zwischen dem Regenbogenblatt und der “SUPERillu”.

Zuerst reagierte die “SUPERillu” auf die Nachricht und schrieb mit Bezug auf die “Freizeit Revue” groß von einem “Bigamie-Vorwurf”. Der dazugehörige Artikel klärt am Ende allerdings auf: Es gebe zwar einen Rechtstreit in Österreich zwischen Lanny Isis und seiner Ex-Frau bezüglich deren Scheidung — dieser beziehe sich allerdings nicht auf die Scheidung an sich, sondern auf den sogenannten Verschuldensausspruch. Die Scheidung selbst sei rechtskräftig.

Und somit habe Lanny auch wieder neu heiraten dürfen.

Seit August 2013 ist Lanny Isis also offiziell wieder frei.

Der von der “SUPERillu” bereits zitierte Gerichtssprecher kommt dann auch in einem neuen Artikel der “Freizeit Revue” zu Wort und darf noch einmal sagen: “‘Die Scheidung war von Anfang an rechtskräftig.’” Und als hätte die Redaktion schon längst vergessen, was für einen Murks sie drei Hefte zuvor noch getitelt hatte, schreibt sie unter ein Foto des Paares: “Glücklich: Lanny Isis war ohne jeden Zweifel ein freier Mann, als er seine Stefanie heiratete”.

Das alles hätte die “Freizeit Revue” schon wissen können, bevor sie die “Scheidungs-Tragödie” ausrief und bevor ihr die Realität einen Strich durch die Rechnung machte. Und so mahnte eine Leserin bei Facebook auch zu besserer Recherche:

Facebook-Gespräch zwischen "Freizeit Revue"-Lesern und der Redaktion

Die Nachricht der “Freizeit Revue” mit der Erklärung für ihre Titelgeschichte ist bis heute nicht in unserem “Sonstiges”-Ordner angekommen.


Mit Dank an Jan K. für den Hinweis!


facebooktwitteremail

Genau wie bei Prinz Friso (4)

Genau wie bei Prinz Friso (4)

Es ist endlich ruhiger geworden um Michael Schumacher. Die (halb-)seriösen Medien haben vor einer Weile von ihm abgelassen, selbst “Bild” hält die Füße still, und nur vereinzelt wird noch berichtet, dass es nichts zu berichten gibt.

Eine Ausnahme ist “Focus Online”, wo auch heute noch jeden Tag (!) jede Nicht-Nachricht gleich im “News”-Ticker rumposaunt wird (“der Verkäufer im Krankenhauskiosk will nichts sagen”), aber dort würden sie für ein paar Klicks ja sowieso alles machen.

Insofern ist es schon ein bisschen scheinheilig, dass sich ausgerechnet “Focus Online” jetzt über die Schumi-Berichterstattung der Regenbogenpresse aufregt — und dass ausgerechnet die Nutzer von “Focus Online”, die den Schumi-Live-Ticker schon seit Monaten dermaßen gierig anklicken, dass er womöglich als einer der meistgelesenen Artikel in die Geschichte des deutschen Onlinejournalismus eingehen wird, ganz “entsetzt” sind von dem, was die Regenbogenpresse da gemacht hat.

Andererseits ist “Die Aktuelle”, deren aktuelles Titelblatt bei “Focus Online” für so viel Empörung sorgt, in der Tat nochmal ein anderes Kaliber. Das Blatt ist ein gedruckter Schumi-Live-Ticker im Wochenformat, nur noch informations-, niveau- und skrupelloser.

Auf ihrem aktuellen Cover suggeriert “Die Aktuelle” — das machen die Regenbogenhefte ohnehin sehr gerne –, Schumacher sei aufgewacht:Das Schumi-Schicksal - Aufgewacht!

Erst die Unterzeile erklärt, was wirklich dahintersteckt: Nicht Schumacher ist aus dem Koma erwacht, sondern irgendwer irgendwann mal. Aufgewacht! - ++Drei Menschen berichten: Wie es ihnen erging, als sie aus dem Koma erwachten ++ Plus: Schumis Fortschritte, die neueste Entwicklung, die neuen Sorgen

Es ist einer der billigsten und beliebtesten Tricks der Regenbogenpresse: In der großen Überschrift etwas zu verkünden, das im Kleingedruckten aber entschärft oder relativiert wird:[Kleine Überschrift:] Am Ende kann nur diese Entscheidung stehen [Große Überschrift:] Sie holt ihn heim!(Manchmal kommt es uns übrigens so vor, als würden die Blätter einfach nur ihre Friso-Schlagzeilen recyceln.)

Auch “Das goldene Blatt” nutzt diese Masche:[Kleine Überschrift:] Alle hoffen auf [Große Überschrift:] DAS WUNDER! Einige sparen sich aber auch die Mühe und Skrupel und verkünden das “Wunder” ganz ohne Einschränkungen:Michael Schumacher - Das Wunder! - Corinnas Liebe hat ihn gerettetMichael Schumacher - Das Wunder! - Sensationell, welche Fortschritte er macht

Beide Titelgeschichten beziehen sich lediglich auf ein Statement von Schumachers Managerin, die mitgeteilt hatte, dass es “immer wieder kleine Anzeichen” gebe, “die uns Mut machen”.

Den Teil des Statements, in dem sie schreibt, …

dass dies eine sehr intime und auch fragile Angelegenheit für Michaels Familie ist. Und dass Michael ein Mann ist, der sein Privatleben und seine Familie in all den Jahren aus der Öffentlichkeit heraus gehalten und konsequent geschützt hat.

… zitieren die Regenbogenblätter natürlich nicht.

Und so läuft es seit drei Monaten nach den immer gleichen Mustern ab: Wenn Schumachers Managerin ein Statement zu Schumachers Zustand abgibt — Titelstory. Wenn jemand, der mal mit Schumacher gearbeitet hat, etwas über Schumacher erzählt — Titelstory. Wenn jemand, der vorgibt, mal mit Schumacher gearbeitet zu haben, vorgibt, etwas über Schumacher zu erzählen, oder wenn eine Imbissbudenbesitzerin, die weder mit Schumacher gearbeitet hat noch etwas über ihn erzählen kann, aber zufällig in der Nähe des Krankenhauses arbeitet, in dem Schumacher liegt, berichtet, wie ihr Tag so gelaufen ist — Titelstory.

Spekulationen, Gerüchte, Diagnosen, Prophezeiungen — alles findet Verwendung. Wir können und wollen nicht auf jeden Artikel eingehen, der in den vergangenen Wochen erschienen ist (einige davon haben wir uns hier, hier und hier näher angesehen). Damit Sie aber einen Eindruck davon bekommen, in welchen Massen die Regenbogenpresse ihren Schumi-Schund veröffentlicht, zeigen wir Ihnen mal die Titelschlagzeilen, die wir seit Schumachers Unfall gesammelt haben. Gedruckt wurden vermutlich noch viele, viele mehr.Schumi_01 Schumi_02 Schumi_03

Wir wissen nicht, ob die Familie von Michael Schumacher das alles mitbekommt. Vermutlich hat sie momentan auch Besseres zu tun, als sich mit den Schweinereien irgendwelcher Knallblätter zu befassen.

Für den Fall, dass sie aber irgendwann doch mal juristische Schritte gegen die Redaktionen einleiten will, haben wir alle Artikel, die wir bisher über Schumacher gefunden haben, kopiert und zusammen mit den jeweiligen Impressen an sein Management in die Schweiz geschickt.


Vielen Dank auch an alle Hinweisgeber!


facebooktwitteremail

Keine Panik bei der Titanic

Keine Panik bei der Titanic

Als die Medienkritiker der “Freizeit Revue” neulich besonders scheinheilig gestimmt waren, knöpften sie sich die “Titanic” vor. “Skrupellos”, “Abscheulich”, “Unfassbar” sei die Titelgeschichte des Satiremagazins über Michael Schumacher gewesen.

Die “Titanic” hatte geschrieben:

Erstes Foto nach dem Unfall: So schlimm erwischte es Schumi

… und dazu ein Foto von Niki Lauda gezeigt. “Geschmacklose Geschäfte mit seinem unsagbaren Leid”, fand die “Freizeit Revue”.

Die “Titanic” antwortete nun in ihrer aktuellen Ausgabe:

Das schreiben die anderen - Freizeit Reuve - Es ist unfaßbar ... Wie gut, daß Michael Schumacher von diesen unwürdigen Provokationen nichts mitbekommt.

In seinem Vorwort schreibt “Titanic”-Chefredakteur Tim Wolff über die Folgen der Kanonenschüsse durch die “Freizeit Revue”:

Ich kündige. Und zwar Ihnen. Die Freundschaft. Und zwar vorab. Denn ich weiß, was kommt, wenn Ihnen mal ein Witz mißfällt, und sei er so harmlos wie der Schumi-Titel des letzten Heftes [...] Dann lande ich bei RTL und in der Freizeit Revue, kann nicht mehr mit Oma zum Kaffeekränzchen, wo sie mich bisher für “einen netten jungen Mann” gehalten haben, muß meine Freizeit mit den Kollegen verbringen und werde trübsinnig.

Am Ende seines Vorworts geht es Wolff aber schon wieder besser, und er richtet sich noch einmal an alle “künftige[n] Ex-Leserinnen und -Leser”:

Krakeelen Sie nur weiter!

Ob die “Freizeit Revue” dieser Aufforderung nachkommt, wissen wir nicht. Dass sie sich mit der “Titanic” überhaupt mal über die Berichterstattung des jeweils Anderen zoffen würde — darauf hätten wir beim Start unseres Blogs jedenfalls nicht gewettet.


facebooktwitteremail

Genau wie bei Prinz Friso (3)

Genau wie bei Prinz Friso (3)

Wir hatten ja schon befürchtet, dass sich die Regenbogenhefte auf den Unfall von Michael Schumacher stürzen würden wie eine Horde ausgehungerter Hyänen. Und dass sie auch dann, wenn die seriösen Medien längst von Schumacher abgelassen hätten, immer noch unbeirrt weiterhacken würden, Woche für Woche mit neuen Spekulationen und irreführenden Schlagzeilen. Eben genau wie bei Prinz Friso.

Inzwischen zeigt sich, dass wir recht hatten. Leider.

Während selbst die Boulevardmedien Michael Schumacher und dessen Familie allmählich in Ruhe lassen wenigstens eine Zeitlang in Ruhe gelassen haben, ging und geht der Wahnsinn in der Regenbogenpresse einfach nahtlos weiter. Jedes Gerücht wird gleich zu einer Titelstory aufgeblasen, jedes angebliche Blinzeln direkt zum “Wunder” erklärt.

Im Ernst: Als die französische Zeitung “L’Équipe” neulich unter Berufung auf “sehr sichere Quellen” berichtete, Michael Schumacher befinde sich in der Aufwachphase und habe geblinzelt, titelte die “Frau aktuell”:

Endlich gibt es neue Hoffnung - Michael Schumacher - Am Krankenbett geschah ein Wunder!Hunderttausendfach liegt diese Titelseite momentan in deutschen Kiosken aus. Bei wie viele Menschen sie wohl schon den Eindruck erweckt hat, dass Schumacher plötzlich genesen sei?

Immerhin erfahren die, die das Heft kaufen und den Artikel lesen, was wirklich hinter dem “Wunder” steckt. Zumindest wenn sie sich durch den triefenden Schwulst aus Phrasen und Fiktion gekämpft haben, mit dem der anonyme Autor die Tatsachen ummantelt hat.

Schon ein kleines Augenzwinkern ist ein Erfolg. Ein Meilenstein. Ein strahlender Hoffnungsschimmer, in dem nicht enden wollenden Albtraum, der mit dem dramatischen Skiunfall von Michael Schumacher (45) am 29. Dezember letzten Jahres begann. Jetzt berichten französische Medien von einem Wunder, das an seinem Krankenbett geschah. Können Corinna (44) und die Kinder nun endlich aufatmen?

Gebannt wacht die Familie dieser Tage am Krankenbett des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters auf der Intensivstation. In der Hoffnung, auf ein weiteres kleines Blinzeln, Zucken oder Zwinkern. Ein minimaler Reflex, der ihnen versichert, dass ihr geliebter Mann und Papa in sein altes Leben zurückkehrt. Längst haben sich alle Beteiligten an den Anblick des hilflosen Sportlers gewöhnt. An all die Schläuche und die Pumpgeräusche der Beatmungsmaschine, die Schumi am Leben hält. Nun, wo die Aufwachphase begonnen hat, beobachten sie den Patienten mit großer Sorgfalt. Zwar warnt Michael Schumachers Sprecherin Sabine Kehm (47) vor verfrühter Euphorie und spricht von einem “Aufwachprozess, der sehr lange dauern kann.” Trotzdem werten Hirn-Trauma-Experten bereits kleinste Reflexe als positiv. Sie seien ein klares Indiz dafür, dass

und so weiter. Irgendwann kommt dann doch noch das Blinzel-Gerücht aus der “L’Équipe”, und der Text endet so schwülstig, wie er begonnen hat:

Vielleicht hat Schumi damit schon einen ersten Etappensieg errungen. Auf seinem bislang schwersten Grand Prix…

Auch die “Neue Welt” (die in solchen Fällen bekanntlich über besonders exklusive Informationen verfügt) tut so, als wisse sie genau, was sich an Schumachers Krankenbett (und in Corinnas Kopf) abgespielt hat:Überraschende Fortschritte - MICHAEL SCHUMACHER - Freudentränen am Krankenbett - Was die Ärzte sagen

Es gibt Momente im Leben, die kostbarer sind als alles andere auf dieser Welt. Corinna Schumacher (44) weiß am besten, was es bedeutet, dass der Glaube und die Hoffnung letztlich doch Berge versetzen können. Ihre Gebete, die sie immer wieder am Krankenbett ihres geliebten Mannes gesprochen hat, sind nun endlich erhört worden! […] “Schumis” Managerin Sabine Kehm [teilte] offiziell mit: “Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”.

Dann natürlich die Blinzel-Geschichte …

Die renommierte französische Zeitung “L’Équipe” berichtete hingegen, dass Michael sogar schon geblinzelt habe.

… und ein pathetischer Abgang:

Corinna hat allerdings vollstes Vertrauen in die Ärzte gesetzt, die ihren Michael nun schon seit Wochen behandeln. Ihnen verdankt man die ersten Freudentränen am Krankenbett ihres Mannes. Und Corinna ist sicher, dass ihr Mann den Weg zurück ins Leben findet.

Vergleichsweise zurückhaltend hat das “Echo der Frau” auf die Blinzel-Nachricht reagiert:MICHAEL SCHUMACHER - Nach all dem Hoffen & Bangen - Was wird nun?

Das Blatt ist im Gegensatz zu den meisten anderen Regenbogenheften sogar so fair, die Stellungnahme von Schumachers Managerin — die herausgegeben wurde, nachdem die “L’Équipe” über das Einleiten der Aufwachphase berichtet hatte — noch ein Stückchen weiter zu zitieren:

“Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”, teilte Sabine Kehm (46), die Managerin von Michael Schumacher, mit. “Es war ursprünglich die klare Absprache zwischen allen Beteiligten, diese Information zum Schutz der Familie erst zu kommunizieren, wenn sich dieser Prozess konsolidiert hat. Über Zwischenschritte werden wir keine Auskunft geben.” Eine Entscheidung, die die Fans des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters natürlich verstehen.

Und viele Journalisten natürlich nicht.

Wie die von der “Freizeit Spass”, die darüber jammern, dass die Managerin nicht “mehr” “verraten” wollte, und sich mit Hilfe eines “Experten” kurzerhand selbst um die “Prognose” kümmern:Michael Schumacher - Überraschende Prognose - Wie seine Zukunfts-Chancen jetzt wirklich stehen

Kurz zusammengefasst: Es gibt “Gefahr”, aber auch “Lichtblicke”. Überraschend.

Sabine Kehm hat in ihrer Stellungnahme übrigens noch einen Satz geschrieben, den wir bisher in keinem Regenbogenheft gefunden haben. Sie schrieb:

Die Familie von Michael Schumacher bittet erneut um Respekt für ihre Privatsphäre, das Arztgeheimnis und darum, die behandelnden Ärzte nicht in ihrer eigentlichen Arbeit zu stören.

Vermutlich werden wir diesen Satz in der Regenbogenpresse auch nie finden. Schon allein deswegen, weil er sich so schlecht mit solchen Fotos verträgt:Michael Schumacher: Nach dem schweren Ski-Unfall - Jetzt muss seine Corinna stark sein wie nie zuvorWir haben das Bild — hier zu sehen in der “Freizeit spezial” — unkenntlich gemacht; es zeigt Corinna Schumacher bei der Ankunft am Krankenhaus, aufgenommen während ihres täglichen Spießrutenlaufs durch die Journalistenmeute.

Die “Revue Exklusiv” hat eines dieser Fotos sogar auf der Titelseite abgedruckt, kombiniert mit einem der Lieblingsbegriffe in diesen Wochen: “Schicksal”.CORINNA SCHUMACHER - Wie erträgt sie dieses Schicksal? - Die Tragödie - So leiden die Kinder

Corinna in Tränen - MICHAEL SCHUMACHER - Er forderte das Schcksal zu oft heraus

(“Revue der Woche”)
MICHAEL SCHUMACHER - Jetzt entscheidet sich sein Schicksal(“Schöne Woche”)

Währenddessen hat das “Echo der Frau” in der aktuellen Ausgabe schon ein ganz “Neues Drama” um Michael Schumacher gebastelt:MICHAEL SCHUMACHER - Neues Drama! - Seine Familie leidet

Der Ort, in dem Schumacher aufgewachsen ist, soll nämlich dem Braunkohle-Abbau weichen und umgesiedelt werden. Das ist schon seit sieben Jahren bekannt, der “Echo der Frau” jetzt aber trotzdem eine Titelschlagzeile wert.

Die Leute von der “Mehr Spass” begeben sich eher auf die Meta-Ebene und erklären:Michael Schumacher - So gefährlich ist Skifahren

Nämlich so gefährlich, dass pro Saison “viele tausend Menschen verunglücken”, darunter sogar Promis. Als Beleg hat die “Mehr Spass” drei davon aufgelistet.

Aber nochmal zurück zur Blinzel-Geschichte. “Das goldene Blatt” weckt ob der eingeleiteten Aufwachphase nämlich ebenfalls neue HOFFNUNG:Michael Schumacher & seine Corinna - Neue HOFFNUNG! - Wird jetzt alles gut?

Und “Die neue Frau” fragt:

Nach dem Drama - MICHAEL SCHUMACHER - Holt die Familie ihn bald heim?(Im Übrigen eine Frage, die die Regenbogenpresse auch im Fall von Prinz Friso unzählige Male gestellt, aber nie selbst beantwortet hat.)

Im Innern jubelt das Blatt:schumi_die-neue-frau-2

Von einem “Wunder” spricht die “Woche der Frau” zwar nicht direkt, dafür macht sie aus dem Blinzeln einfach mal ein Lächeln:

Michael Schumacher - Das erste Lächeln in der Klinik - Kehrt jetzt für die Familie das Glück zurück?Im Text zeigt sich, was wirklich dahinter steckt: die Fantasie des Autors. Was sonst.

Jetzt endlich gibt es Hoffnung! Der ehemalige Formel-1-Weltmeister ist auf dem Weg zurück ins Leben. Die Angst ist damit noch lange nicht weg. Doch es gibt endlich Grund genug für ein erstes, zaghaftes Lächeln.

Die Redaktion der “Freizeitwoche” schließlich lässt keinerlei Zweifel mehr daran, dass sie den Eindruck erwecken möchte, Schumacher sei aus dem Koma erwacht:

WUNDER AM KRANKENBETT - Michael Schumacher - Corinnas Liebe holte ihn ins Leben zurückDer Artikel dazu liest sich wie der Trailer für ein Hollywood-Melodram:

Zärtlich schmiegt sich Corinna Schumacher (44) an die Brust ihres Mannes Michael (45). Er umarmt sie fest, beide halten ihre Augen geschlossen, um den Augenblick zu genießen, der nur ihnen gehört, Ein [sic] kurzer Moment der Liebe — und doch so normal im Leben der beiden.

Bis zum 29. Dezember letzten Jahres! [...] Viele gaben dem Ex-Formel-Eins-Fahrer nur eine gerine Überlebenschance. Viele, aber nicht Corinna. Seit diesem Schicksalsschlag wich sie ihrem Mann nicht von der Seite, hielt seine Hand, redete auf ihn ein, streichelte ihn liebevoll. Jede Minute, jeden Tag, Woche für Woche. Sie zweifelte keine Sekunde daran, dass ihr Ein und Alles wieder zurück ins Leben findet.

Es folgt das (halbe) Zitat der Managerin. Dann:

Tränen der Freude müssen Corinna nach über einem Monat Hoffen und Bangen über die Wange gelaufen sein. Ihre unendliche Liebe und Stärke in der schweren Zeit haben den zerbrechlichen Strohhalm der Hoffnung stark werden lassen! [...] Corinnas Liebe zu Michael hat das Unmögliche möglich gemacht. Und ihre Liebe wird es auch sein, die ihn eines Tages wieder die Augen öffnen lässt.

Und so spekuliert und fabuliert und täuscht die Regenbogenpresse auch eineinhalb Monate nach Schumachers Unfall immer noch munter vor sich hin — so, wie sie es im Fall von Prinz Friso geübt hat. Auch seinerzeit hatten die Regenbogenhefte immer wieder von einem “Wunder” gesprochen und suggeriet, Friso sei aus dem Koma erwacht, obwohl sie genau wussten, dass das nicht stimmte.

Oder aber sie arrangierten ihre Schlagzeilen und Cover so, dass der Eindruck entstand, Friso sei gestorben. Höchstwahrscheinlich werden die Regenbogenredaktionen so etwas auch im Fall Schumacher versuchen. Einen Anlass gibt es auch schon: Die “Bild”-Zeitung berichtete Anfang der Woche, dass bei Schumacher eine Lungenentzündung diagnostiziert worden sei.

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis daraus die ersten Todesdramen gestrickt werden.


PS: Eine Geschichte dürfen wir nicht unerwähnt lassen. Die “Freizeit Revue” übt in ihrer aktuellen Ausgabe nämlich Kritik an der Berichterstattung über Schumacher. Echt jetzt! Sie empört sich über jene Menschen, “die offenbar keinen Anstand” besitzen und das Leid Schumachers für ihre “geschmacklosen Geschäfte” missbrauchen:

MICHAEL SCHUMACHER - Geschmachlose Geschäfte mit seinem unsagbaren Leid

“Unfassbar” findet die “Freizeit Revue”. “Abscheulich”. “Unwürdig”. “Skrupellos”.

Nanu? Kritik an der Regenbogenpresse — von der Regenbogenpresse?

Nein. Natürlich nicht. Die “Freizeit Revue” kritisiert nicht sich selbst oder ihre Regenbogenkollegen, sondern die “Titanic”:[Ein Foto zeigt das "Titanic"-Cover mit gepixeltem Logo, ein anderes Foto den "Titanic"-Chefredakteur] Skrupellos: Mit diesem geschmacklosen Cover will Tim Wolff (r.), Chef eines Satire-Magazins, viele Hefte verkaufen

Und Schumachers Notsituation für die Auflage zu missbrauchen, das geht nun wirklich zu weit.

Nicht wahr, “Freizeit Revue”?


facebooktwitteremail

Schlagzeilenbasteln (12)

Schlagzeilenbasteln (12)

Die erste heutige Übung ist ein Klassiker in jeder Regenbogenredaktion: Es gibt nichts Interessantes zu berichten, aber zwei Fotos. Da muss sich doch was draus basteln lassen …

Stefan Mross hat bei Facebook nämlich dieses und dieses Foto gepostet.

Stefan Mross - Kaum Vater, setzt er sein Leben aufs Spiel

(“Das Neue”)


Und auch die zweite ist eine für Regenbogenmitarbeiter typische Übung: Interviewfetzen auseinanderpflücken, verdrehen und für eine knallige Schlagzeile aufblasen.

Birgit Schrowange (war mal mit Markus Lanz zusammen) soll in einem Interview gesagt haben:

“Männer haben ein Problem mit Frauen, die selbstständig, vielleicht sogar erfolgreicher sind. Da brauche ich mir nur unsere Moderatoren angucken, egal ob Beckmann, Jauch oder Lanz: Die haben alle eine Frau, die ihnen den Rücken freihält. Keiner hat eine Topmanagerin geheiratet.”

Und in einem anderen Interview soll sie gesagt haben:

“Ich betrachte Angela [Lanz' Frau] eher als große Schwester von Laurin [der gemeinsame Sohn von Schrowange und Lanz]. Sie ist ja um einiges jünger.”

Markus Lanz - Stolpert er über seine Ex? Unglaublich, was Birgit Schrowange ihm antut

(“Die neue Frau”)

Markus Lanz - Eifersuchts-Drama - Erschütternd, wie Ex-Freundin Birgit Schrowange über seine Ehefrau herzieht


facebooktwitteremail

“Mehr Luft als Wahrheit”

“Mehr Luft als Wahrheit”

Das, was die “Neue Post” da wieder ausgegraben hat, dürfte eine ganz, ganz dicke Überraschung für Helene Fischer werden:

Florian Silbereisen - Jetzt erfüllt er Helenes Herzenswunsch

Florian Silbereisen kennt schließlich die Träume und Sehnsüchte seiner großen Liebe. Und wer, wie Fischer, “in Sibirien aufgewachsen” ist, der “kann bis heute die Weite und Melancholie dieser stillen Landschaft nicht vergessen.”

Na, was passt da besser als so ein richtig ordentlicher Rum-Ta-Tada-Armee-Chor?

In seine ARD-Show “Das Fest der Besten” [...] lädt der Entertainer den stimmgewaltigen Armee-Chor “Red Army Choir” aus Russland ein. Für diese legendäre Formation schwärmt Helene schon so lange!

Ganz genau. Und zwar so sehr, dass sie sich ihren “Herzenswunsch” erst im Dezember vergangenen Jahres selbst erfüllt hat.

Nun ja, die “Neue Post” ist sich trotzdem sicher: “Es wird wie eine Reise in Helenes Kindheit sein!”

Bei all der Reiserei lässt die “Neue Post” einen interessanten Aspekt aber unter den Tisch fallen: Was bei der Show-Aufzeichnung in den rund fünf Minuten vor dem Auftritt von Helene Fischer und dem Red Army Choir passiert ist.

Da spielte sich zwischen Silbereisen und Fischer nämlich folgender Dialog ab:

Helene: […] und es gibt natürlich noch einiges, was ansteht, aber wie immer ist es noch zu früh, um darüber zu sprechen – aber ich freu’ mich auf jeden Fall.

Florian: Das ist eigentlich ganz einfach: Du musst nur die bunten Blätter aufschlagen, da kann man nämlich schon alles im Vorfeld nachlesen.

Helene: (lacht) Stimmt auch wieder.

Florian: Die wissen wie immer natürlich schon viel, viel mehr als wir.

Helene: (lacht) Ja.

Florian: Also auch in den ersten Tagen des neuen Jahres wurde schon sehr viel über uns geschrieben, genauso wie natürlich 2013. Hast Du so ‘ne Lieblingsschlagzeile?

Helene: Also eigentlich wurde ja schon alles über uns berichtet — Baby, Hochzeit, und wir sind ständig getrennt. Ich kann mich überhaupt mit niemandem mehr zeigen, ohne dass ich am nächsten Tag dann gleich ein Verhältnis mit demjenigen habe — von daher (legt ihren Arm um Florian): Ich werde morgen eins mit dir haben, mein Schatz (lacht). Also es ist sehr witzig, ja.

Florian: Man muss ja sagen, wir haben schon einiges über uns lesen dürfen. Also ich hab’ schon die wildesten Affären gehabt – ich war mal, glaub ich, angeblich in eine Prinzessin verliebt, mal sogar in Mireille Mathieu. War auch nicht schlecht. (Zu Helene) Aber du hast 2013 richtig aufgeholt. Da hast du’s richtig krachen lassen.

Helene: Voll. Ich hatte mit allen was. Ganz schlimm. Ich war ‘ne ganz Wilde, ja. (lacht)

Florian: Du konntest wirklich mit keinem auf der Bühne stehen, ohne dass danach die Yellow Press berichtet hat: “Da könnte was sein”, oder?

Helene: Ja, und wir waren ja auch so oft getrennt, und immer ist irgendwas ganz Schockierendes auf der Schlagzeile – und im Endeffekt löst es sich dann in Luft auf. (Wendet sich ans Publikum) Also ich kann’s nur immer wieder betonen: Bitte, liebe Zuschauer zu Hause, aber auch hier im Saal — es ist doch mehr Luft als Wahrheit in diesen Yellow-Zeitschriften.

Florian: Ich weiß gar nicht, wie oft im letzten Jahr spekuliert wurde, dass wir getrennt sind. Und eine Woche danach in der gleichen Zeitung waren wir dann aber wieder kurz vor der Traumhochzeit. [...] Aber es ist immer wieder sehr spannend. Und am meisten bin ich immer schockiert, wenn ich was über ein Baby lese – und überhaupt nichts davon weiß.

Helene: (schaut auf ihren Bauch) Ich auch nicht. Und ich dachte immer: Verdammt, jetzt hat sie wieder zu viel gegessen. Naja. Wir können uns manchmal nicht retten.

Florian: Ne, manchmal kann man sich da nicht retten. Also ich bin mal sehr gespannt, was den Yellow-Redakteuren 2014 …

Helene: … ich glaub, denen wird einiges einfallen (lacht).

Florian: Ich befürchte es.

Und was denen schon wieder alles eingefallen ist! Die “Neue Woche” schreibt zum Beispiel:

Helene Fischer & Florian Silbereisen - Was ist passiert? Jetzt lüften sie das große Geheimnis

Helene Fischer (29) und Florian Silbereisen (32) machen Schluss.

Rumms!

Mit den Heimlichkeiten! Ja, sie lieben sich sehr. Und alle sollen es endlich sehen. Bei der Aufzeichnung zu Florians Sendung “Das große Fest der Besten” [...] trat das Paar gemeinsam auf die Bühne.

Die “Neue Woche” ist tatsächlich frech genug, Fischers und Silbereisens Kritik an der Regenbogenpresse so umzumünzen:

Trennungs-Gerüchte, anderweitige Affären oder ein Liebes-Aus — was zuletzt öfter Tuschel-Thema hinter den Kulissen war, wurde weggeturtelt: Mit Händchenhalten, Küsschen und erstmals auch mit deutlichen Worten!

Und jetzt denken sich diejenigen, an die diese deutlichen Worte gerichtet waren, gleich mal das nächste (uralte) “Tuschel-Thema” aus:

[E]s scheint, dass Helene und Flori endlich als Mann und Frau wahrgenommen werden wollen.

Und es scheint ein vergebenes Hoffen zu sein, dass die Regenbogenredaktionen irgendwann mal diesen Murks stoppen. Allein in den ersten drei Januar-Wochen sind folgende (und wahrscheinlich noch viele weitere) Artikel über Fischer und/oder Silbereisen erschienen:


Helene Fischer - Hautnah - Die ganze Wahrheit über die Sängerin

Diese sieben Wahrheiten hat die “Freizeit heute” zusammenbekommen:
1) “Für ihre Fans gibt sie immer alles.”
2) “Helene Fischer gehört zu den beliebtesten Promis in Deutschland.”
3) “Die Sängerin gilt als Perfektionistin.”
4) “Während es auf der Bühne allzu gern glitzern und funkeln darf, mag es Helene privat lieber bodenständig in Jeans.”
5) Sie ist kein Freund von Interviews.
6) Wäre sie nicht Sängerin geworden, würde sie jetzt irgendwas mit Sport machen.
7) “Die Sängerin weiß ihren Erfolg zu schätzen.”

Donnerwetter!


Streit, Demütigungen, Eifersucht! Helene Fischer & Florian Silbereisen - Das bittere Ende ihrer Liebe?

Florian Silbereisen war nicht dabei, als Helene Fischer vor zwei Monaten bei der Bambi-Verleihung einen Preis bekommen hat. Und Fischer wiederum hat Silbereisen nicht in ihrer Dankesrede erwähnt. Endzeitstimmung für die “Freizeit Momente”.


Helene Fischer & Florian Silbereisen - "Die 5 Geheimnisse unserer Liebe!"

Die “5 goldenen Liebesregeln”, die sich die “Freizeit Idee” aus Zitaten des Paares zusammengereimt hat:
1) “Gemeinsame Hobbys und Ansichten”
2) “Zu Hause kein Wort über den Job”
3) “Nie im Streit schlafen gehen”
4) “Den anderen öfter mal überraschen”
5) “Auszeiten vom Alltag nehmen”


Helene & Florian - Was ist da los? Er hat sich so verändert

Florian Silbereisen trägt jetzt eine “dunkle Kurzhaarfrisur, Drei-Tage-Bart, modisch-lässiges Shirt und Sakko.” Gut beobachtet von der “Freizeit exklusiv”. Und wie kam’s dazu? Silbereisen hatte Lust drauf.


Helene Fischer - Gemeine L+gen - Wer tut ihr so weh? Halt doch bitte zu ihr, Flori!

Der Autor dieses “taz”-Artikels.


Böse beschimpft! Helene Fischer - Womit hat sie diese Häme verdient?

Sie können sich denken, um welche “Häme” es geht …


Carmen Nebel - Neuanfang mit 57 - Welche Rolle Helene Fischer dabei spielt

Pssst, streng geheim: “Die neue Frau” weiß, dass Helene Fischer vielleicht womöglich Carmen Nebels Nachfolgerin beim ZDF werden soll. Und dann kann Nebel sich endlich ihrem Privatleben widmen.


Florian Silbereisen & Helene Fischer - Liebes-Drama - Wie lange können sie ihr Glück noch festhalten?

“Helene und Flori führen ein Leben für den Erfolg — und scheinen sich selbst dabei zu vergessen.” Sie wirkten “wie zwei Ertrinkende, die Angst davor haben, unterzugehen. Die vielleicht nicht mehr wissen, wie lange sie ihr Glück noch festhalten können.” Die Schuldigen für die “Viel Spaß”: “Ihr enormes Arbeitspensum und ihr unfassbarer Erfolg.”


Helene Fischer - Verstörende Aussagen - Platzt der Traum vom Ehe-Glück mit Flori?

Florian Silbereisen sagte neulich im Interview, dass er sich noch etwas jung fürs Heiraten fühle. “Schade, die beiden sind seit fünf Jahren ein Paar! Im Durchschnitt heiraten Paare schon nach 4,2 Jahren Beziehung …” Und dann flirtet Helene Fischer bei ihrer Show auch noch mit Peter Kraus (74) und Howard Carpendale (67). “[F]lirtet die Star-Sängering ganz bewusst mit anderen Männern, weil sie sich Floris ablehnende Haltung zum Thema Heirat nicht mehr länger gefallen lassen möchte?” Ach ja — “Verstörende Aussagen”. Finden wir auch.


Helene Fischer & Florian Silbereisen - Hochzeit in der Karibik? Die Eltern von beiden waren auf der Traumreise dabei

Sattgrüne Palmen, azurblaues Meer, warme 30 Grad. In dieser zauberhaften Atmosphäre genoss das Traumpaar die Feiertage auf einem Kreuzfahrtschiff. Mitreisende sind sich sicher, dass die Verliebten sich das berühmte Jawort gaben. [...] “Warum”, meinte einer der Passagiere, “nehmen sie denn sonst ihre ganze Verwandschaft mit?”


So haben wir sie noch nie gesehen - Helene Fischer - Im Liebes-Urlaub mit Flori - Endlich haben sie wieder Zeit für ganz viel Gefühl

Vom Kreuzfahrtschiff ging’s dann direkt in den nächsten “Liebes-Urlaub”, diesmal nach Tirol. Die “Woche der Frau” hofft, “dass nach dem Liebesurlaub zu zweit, das große Glück zu dritt nicht mehr weit ist”.


Helene Fischer und Florian Silbereisen - Hochzeit noch in diesem Jahr?

Eine Antwort auf diese Frage gibt es freilich nicht.


Das wäre wunderbar - Helene & Flori - Baby-Überraschung - Jetzt ist ihr Glück perfekt

Die kleine Überschrift sagt schon alles. Kitsch-Klatsch im Konjunktiv.


Florian Silbereisen - Na endlich! - "Ja, ich will heiraten und Kinder haben"

Die Geschichte kennen wir ja schon.


Til Schweiger & Helene Fischer - Sind sie ein Liebespaar? - Die Gerüchteküche brodelt - Streifzug durch die Berliner Nacht - Was die Stars selbst sagen

“Tatort”-”Schauspieler” Til Schweiger hat beim ZDF-Jahresrückblick gesagt: “Wir hatten ja mit dem ‘Tatort’ die besten Quoten seit 20 Jahren und dann kamen Jan Josef und Axel Prahl und haben nochmal 300.000 Zuschauer mehr gemacht. [Anm.: In der Folge hatte Roland Kaiser eine Gastrolle] Dann habe ich immer gesagt, das ist nur wegen Roland Kaiser. Beim nächsten holen wir Helene Fischer dazu.” Zack – Liebespaar.


Eifersuchts-Drama! - Florian & Helene - Welche Rolle spielt der andere Mann?

Jetzt raten sie mal, wer dieser “andere Mann” ist.


Helene Fischer - Fällt sie auf den Falschen rein?

Noch mal Schweiger.


Helene Fischer & ihr Flori - Eifersuchts-Drama? - Hält ihre Liebe den Versuchungen stand?

Und noch mal.


Traurige Prophezeiung: Helene & Florian - Trennung - Es gibt einen anderen Mann

Auch “Das neue Blatt” hat von dem Schweiger-Zitat gehört, wollte aber auf Nummer sicher gehen und hat deshalb noch eine “Expertin” zu Rate gezogen.

Wir baten Astrologin Claudia Graf-Khounani, ein Horoskop für Helene, Florian und Til zu erstellen.
Wie stehen die Sterne für die Beziehung von Helene (Sternzeichen Löwe, geb. am 5.8.1984) und Florian (auch Löwe, geb. am 4.8.1981)?
Die Stellung des Mars in ihren Horoskopen (er Mars im Krebs, sie Mars im Skorpion) spricht für eine anfänglich knisternde Beziehung, doch auf Dauer dürfte sein sanfter Krebs-Mars das Feuer des leidenschaftlichen Skorpion-Mars nicht schüren können. Hinzu kommt seit Herbst 2012 ein sehr bedrückender Skorpion-Einfluss auf ihre Löwe-Sonne. Da hinterfragt man die Beziehung, entdeckt Schwachstellen. Es gibt Versuchungen – und die können gefährlich werden.
Gibt es eine Trennung?
Je näher der Sommer kommt, desto kritischer wird es! [...]
Könnte Til Schweiger (Schütze, geb. am 19.12.1963) Helenes neue Liebe werden?
Die Anziehungskraft zwischen ihnen beruht nicht nur darauf, dass beide megaerfolgreich und damit auf Augenhöhe sind. Astrologisch betrachtet würden die zwei wie das berühmte “Töpfchen und Deckelchen” sein. Selten habe ich einen Partnervergleich gesehen, der so harmonisch und voller Wärme ist. Zugleich knistert es erotisch. Falls es bei Helene und Florian zu einer Trennung kommt, wäre Til die beste Wahl.

Ah ja.


Vielen Dank an Doris W. und Claudia K. für den Hinweis!


facebooktwitteremail

Genau wie bei Prinz Friso (2)

Genau wie bei Prinz Friso (2)

Die Flut an Mist-Berichten der Regenbogenpresse über den Ski-Unfall von Michael Schumacher ist — wie erwartet — in die deutschen Zeitschriftenregale geschwappt.

Wir können nicht garantieren, dass wir alle Hefte mit entsprechender Berichterstattung gefunden haben. Aber allein die, die hier bei uns rumliegen, bilden schon ein Kaleidoskop des Schreckens und der Ekels. Eine Übersicht.

Vergleichsweise zurückhaltend berichten “Das goldene Blatt” …

Nach dem tragischen Ski-Unfall - Ex-Königin Beatrix - Schmerzliche Erinnerungen

… das “Echo der Frau” …

Michael Schumacher - Seine Familie unter Schock! Wie geht es jetzt weiter?

… und die “Neue Welt”:

Michael Schumacher - Koma-Tragödie - Wie kann Corinna das nur verkraften?

Vielleicht fehlte den Autoren der drei Blätter aber auch nur das nötige Quäntchen Fantasie, um eine Reportage vom Krankenbett zu schreiben. So wie “Das neue Blatt”:

Corinna Schumacher - Sie weint um ihren geliebten Michael

Das Zimmer im fünften Stock des Klinikums in Grenoble ist abgedunkelt. Es riecht nach Desinfektionsmitteln, das Piepsen der Überwachungsmonitore geht durch Mark und Bein. Der Anblick von Michael Schumacher (45), der da verkabelt und wie leblos im Krankenbett liegt, muss für seine Frau furchtbar sein.

Und auch “Die neue Frau” tut so, als sei sie ganz, ganz nah dran gewesen:

Die stillen Momente sind die schlimmsten. Dann, wenn sie nachts im Bett liegt, alleine, verzweifelt — und ihre Gedanken immer und immer wieder um ihren geliebten Mann Michael (45) kreisen. Warum er? Warum jetzt? Antworten darauf sucht Corinna Schumacher (44) vergeblich.

Außerdem hat sich die Redaktion noch einen “Geheim-Pakt” zwischen Michael Schumacher und seiner Frau Corinna ausgedacht:

Corinna Schumacher - Geheim-Pakt mit ihrem Schumi - Diese Botschaften geben ihr Kraft

Es ist ihr ganz persönlicher Geheim-Pakt. Zu wissen, dass der andere immer für einen da ist, dass Michael an ihrer Stelle das Gleiche für sie tun würde — das gibt ihr Trost, die schlimmste Zeit ihres Lebens zu überstehen.

Dazu die vielen kleinen Rituale, die das Böse aus ihrem Leben fernhalten sollte [sic!]. All diese kleinen Botschaften, die Schumi ihr mit auf den Weg gegeben hat, sind für Corinna nun der Rettungsanker, um nicht zu verzweifeln.

Doch damit nicht genug. “Die neue Frau” bringt in einer an Dämlichkeit kaum zu übertreffenden Bildunterschrift auch noch Schumachers Tochter ins Spiel:

Trost suchend! Michaels Tochter Gina-Maria wirkt völlig neben der Spur

Die “Schöne Woche” versucht hingegen, mit Schumachers Sohn Auflage zu machen:

Nach der Ski-Tragödie - Michael Schumacher - Wird sein Sohn das Trauma je verkraften?

Die Bilder werden sich in seine zarte Kinderseele eingebrannt haben.

Die Redaktion der “Freizeit Woche” macht sich derweil schonmal an die Aufklärung des Vorfalls. Wenn auch mit etwas merkwürdigen Thesen:

Unheimlich - Michael Schumacher - Ahnte er die Tragödie voraus?

Ein Satz des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters gibt vielleicht die Antwort auf die ganze Tragödie: “Ich kann nicht Dinge nicht tun, weil dabei etwas passieren kann.” Dieses Zitat von Michael Schumacher (45) stammt aus einem am 17. Dezember mit [Kai] Ebel geführten Interview. Fast könnte man meinen, der Kerpener ahnte damals schon, dass sich in seinem Leben bald eine Tragödie ereignen würde: “Wenn etwas passiert, dann ist es vielleicht Schicksal. Das muss nicht im Rennsport sein.” Nein, es war bei einer an sich harmlosen Ski-Abfahrt …

Ins gleiche Horn bläst die “Woche heute”:

Michael Schumacher - Mysteriös! Ahnte er seinen furchtbaren Ski-Unfall voraus?

Ahnte der ehemalige Sportheld sein tragisches Schicksal voraus? Nur gut zwei Wochen vor dem furchtbaren Unfall machte er mysteriöse Andeutungen. “Wenn etwas passiert, dann ist es vielleicht Schicksal. Das muss nicht im Rennsport sein”, sagte Schumi in einem Interview, “ich kann nicht Dinge nicht tun, weil etwas dabei passieren kann. Wenn’s passieren soll, wird’s passieren — egal wo.”

Das Blatt legt aber noch ein Hirngespinst drauf:

Was für ein Tag! Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und Neuschnee — einfach perfekt zum Skifahren. So muss das Ex-Formel-1-Pilot Michael Schumacher (45) empfunden haben, als er am 29. Dezember mit seinem Sohn Mick (14) in Méribel mit dem Lift auf den Berg Saulire fuhr. Vater und Sohn carvten fröhlich auf den präparierten Pisten. Gegen 11 Uhr wurde aus dem Traum-Skitag schlagartig ein einziger Horror!

An einer ähnlich stumpfen Deutelei versucht sich die “Freizeit Revue”:

Michael Schumacher - Versöhnung am Krankenbett - Wie sein trauriges Schicksal die Familie wieder zusammenführt

Neben Ehefrau Corinna (44), Tochter Gina-Marie (16), Sohn Mick (14) und seinem Vater Rolf (67) war auch Bruder Ralf (38) sofort nach Grenoble geeilt, hatte an Michaels Krankenbett gewacht. Ein rührendes Signal der Versöhnung. Schließlich verband die Männer stets ein angespanntes Verhältnis. Seit über drei Jahren sollen sie kaum noch ein Wort miteinander gewechselt haben. [...] Und auch die so unterschiedlichen Ehefrauen entzweiten die beiden. So soll Michaels bodenständige Corinna die exzentrische Cora (37) regelrecht verachtet haben. Doch im Angesicht des Todes spielte die Vergangenheit keine Rolle mehr.

Immerhin: Die Redaktion schreibt transparent, dass sie nicht wissen könne, wie es aktuell um Michael Schumacher steht:

Bei Redaktionsschluss war unklar, ob er das Drama überlebt hat. Doch die Glücksbringer seiner geliebten Familie haben ihm sicher viel Mut gemacht.

Umso überraschender wirkt folgender Satz, der im selben Artikel steht und so klingt, als hätte die “Freizeit Revue” doch eine Ahnung, ob Schumacher “das Drama überlebt hat”:

Tagelang hatte Michael Schumacher (45) im fünften Stock im künstlichen Koma gelegen

Auch die “Neue Post” verweist auf den Redaktionsschluss, hat sich dann aber doch diese Überschrift für ihren Artikel im Heftinneren ausgedacht, die mit Abstand die widerlichste in dieser Sammlung sein dürfte:

Das Unfall-Drama um Michael Schumacer - Corinna Schumacher - Nur ihre Kinder geben ihr die Kraft zum Weiterleben

Dazu macht das Blatt noch ganz spezielle Beobachtungen zu Corinna Schumacher:

Und auch jetzt soll niemand die Tränen sehen, die sie um ihren Mann Michael weint. [...] Ein leichtes Make-up verdeckt deshalb die Spuren, die das Drama um Michael Schumacher (45) bei ihr hinterlassen.

Und rundet den Artikel mit Ekel-Prosa ab:

Dem Tag, an dem der Eishauch des Todes ihren Liebsten aus dem Leben zu reißen drohte.

Für Corinna Schumacher zählt jedoch nur eines: Leben soll er, ihr Michael. Leben! Nicht sie und die Kinder allein lassen.

Mick war dabei, als sein Vater verunglückt. Er war der letzte aus der Familie, der ihm in die Augen sah, bevor sie sich ohnmächtig schlossen …

Wohl um dieser schrecklich klebrigen Berichterstattung einen Anschein von Sachlichkeit zu geben, hat die “Freizeit Spass” einen Experten befragt. Der macht’s aber leider auch nicht, ach, lesen Sie selbst:

Das war die wohl schlimmste Phase für Corinna, wie Diplom-Psychologe Hannes Niggenaber erklärt: “Ein Schweben zwischen Hoffen und Bangen, ein für die Seele extrem belastender Zustand. Nach einer langen Ehe fühlt sich Frau Schumacher fast so, als wäre sie selbst vom Unfall betroffen. Am meisten werden ihr aber Selbstvorwürfe zu schaffen machen, dass es ihr nicht gelang, ihren Mann nach Ende seiner Karriere von gefährlichen sportlichen Herausforderungen abzuhalten.”

Auf Grundlage dieser, nun ja, Expertenmeinung schwingt sich die “Freizeit Spass” zum finalen Irsinns-Akkord auf:

Corinna hatte geglaubt, ihr eigener Sport — sie ist Europameisterin im Reining-Westernreiten — sei nun das Gefährlichste, was ihre Familie betreibt. Sieht man mal von Sohn Micks ersten, vielversprechenden Kart-Erfolgen ab. Doch 1 PS waren für einen Racer wie Michael zu wenig. Bis er mit dem Kopf gegen den Felsen in Méribel raste.

Fazit:

Michael Schumacher - Der schlimmste Albtraum seiner Frau wurde wahr

Dieser ganze Murks, den die Regenbogenpresse da zu Papier bringt, ist in weiten Teilen reine Spekulation. Oder wie die “Woche der Frau” schreibt:

Es gibt nichts, was über ihn in den letzten Tagen nicht geschrieben wurde — vieles davon war reine Spekulation auf der verzweifelten Suche nach Informationen.

Diese scharfsinnige Beobachtung nimmt die Redaktion zum Anlass, um — wie sollte es anders sein — selbst mit wildesten Spekulationen noch eins acht draufzusetzen:

Schockierende Bilder - Das Schumi-Drama - Das Leid seiner geliebten Kinder

Sollte es so kommen? War das sein Schicksal? Ehefrau Corinna (44), Bruder Ralf (38) und Vater Rolf sowie die Kinder Gina-Maria (16) und Sohn Mick (14) sind seit dem verheerenden 29. Dezember jedenfalls im seelischen wie körperlichen Ausnahmezustand. Wie schwer diese Tage für seine beiden Kinder sein müssen, kann man nur erahnen.

Dann, kurz vor 11 Uhr, passiert die Tragödie: Angeblich stürzt die Tochter eines Freundes, Michael hilft ihr auf und fährt eine Schleife in den Free-Ride-Bereich. Dort knallt er gegen einen Felsen, wird in die Luft katapultiert und kommt mit dem Kopf auf einem Stein auf (siehe Kasten rechts).

Es ist zu befürchten, dass Mick genau diesen furchtbaren Moment, als sein Vater verunglückte, tatsächlich mit eigenen Augen mitanschauen muss.

Normalerweise greift in solchen Krisenfällen eine psychologische Beratung ein, doch bis jetzt ist nicht bekannt, ob die Angehörigen des Rennfahrers diese in Anspruch genommen haben.

Ob Michael am Tag seines Skiunfalls seine Glücksbringer zu Hause vergessen hatte?

Unglaublich — hat er seinen Unfall womöglich vorausgeahnt und konnte die Gefahr nicht greifen?

Die Tochter eines Freundes stürzt offenbar, Schumi hilft dem Mädchen und fährt ca. 20 Meter in den Free-Ride-Bereich zwischen zwei Pisten.

Fatal: Angeblich geht seine Bindung nicht auf. Wurde sie falsch eingestellt?

Diese grässliche Fratze zeigt also die erste Woche Regenbogenberichterstattung zum Ski-Unfall von Michael Schumacher. Und wir befürchten, dass es auch so weitergeht.

Immerhin: Da sich die Mitarbeiter dieser Heftchen ihr Geschwafel am Schreibtisch ausdenken, verstopfen sie wenigstens nicht die Krankenhaustüren in Grenoble.


facebooktwitteremail

Keine Tränen in Klagenfurt

Keine Tränen in Klagenfurt

Zwei neue Stücke für unsere beliebte Sammlung “Promis wehren sich gegen die Regenbogenpresse”.

“Freizeit Revue”:Gegendarstellung - Sie schreiben in der "Freizeit Revue" Nr. 33 vom 7. August 2013 auf Seite 7 in Bezug auf eine Villa auf Mallorca: "Floris Ferien-Villa" Hierzu stelle och fest: Es handelt sich nicht um meine Ferien-Villa. Hamburg, den 13.8.2013 Florian Silbereisen - Anm. d. Red.: Herr Silbereisen hat recht. Die Immobilie gehört seiner Freundin Helene Fischer

“Viel Spaß”:Gegendarstellung - Sie schreiben in der Zeitschrift "Viel Spß" Nr. 31 vom 24. Juli 2013 auf Seite 4 unter der Überschrift "Helene Fischer Neue Demütigung" in Bezug auf einen Auftritt am Wörthersee in Klagenfurt: "Mit voller Wucht schossen der Schlager-Prinzessin die Tränen in die Augen." Hierzu stelle ich fest: Bei dem Auftritt in Klagenfurt sind keine Tränen geflossen. - Mallorca, den 12. August 2013 - Helene Fischer - Anmerkung der Redaktion: Frau Fischer hat Recht.


facebooktwitteremail

Schlagzeilenbasteln: Kate-Spezial

Schlagzeilenbasteln: Kate-Spezial

Lange nichts mehr von Kate gehört!

Vor fünf Wochen hat die Herzogin einen Sohn knuffigen Wonneproppen zur Welt gebracht. Offenbar hatten danach selbst die Regenbogenautoren erst mal die Nase voll vom Royal Baby, plötzlich wurde es nämlich ruhig um die britische Königsfamilie. Mittlerweile geht es aber so langsam wieder los, die ersten Skandale stehen schon in den Startlöchern.

Darum widmen wir Kate heute mal eine Spezial-Ausgabe unserer Schlagzeilenbastelstunde.

Wir geben Ihnen ein paar Eckdaten, und Sie denken sich eine schöne Schlagzeile dazu aus. Bereit? Dann los.


Wenn Sie in den nächsten Tagen mal am Zeitschriftenregal vorbeikommen, werden Sie mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit eines dieser beiden Fotos entdecken:Offizielles Familienfoto von Kate und William Aufgenommen hat sie der Vater von Kate.

Mehr müssen Sie auch gar nicht wissen, um die erste Schlagzeile zu basteln.

Familienkrise! - Prinz William - Zwei süße Fotos sorgen für StreitDie Argumentation geht so: Die ersten Baby-Fotos von Prinz Charles und William wurden einst “von einem professionellen Fotografen gemacht. Im Buckingham Palast. Wie es sich eben für einen künftigen König gehört.” Die Fotos von Kate und William hat, wie gesagt, Kates Vater gemacht. Im Garten der Privatvilla der Middletons. “Kate und William brechen also mit der Tradition!” Zack, Familienkrise!

Oder anders gesagt:Die süßen Bilder sorgen für Streit - Prinz William - Er bricht mit allen Traditionen - Wie lange geht das noch gut?


Nun, mehr Drama kann man aus dieser Foto-Nummer wohl nicht rausholen. Werden wir also mal ein bisschen grundsätzlicher. Ist es nicht so, dass einige Frauen nach einer Geburt in ein Stimmungstief fallen? Na, dann liegt die nächste Schlagzeile ja auf der Hand:

Herzogin Kate - Depressiv - Erste Risse in ihrer heilen Welt?


Und was ist eigentlich mit William? Der frischgebackene Vater hat in einem Interview mit CNN Folgendes gesagt:

Interviewer: And how are you about going back to work?

William: Well, as a few fathers might know, I’m actually quite looking forward to going back to work (laughs).

Interviewer: Get some sleep.

William: Get some sleep. Exactly, yeah. So I’m just hoping the first few shifts I go back I don’t have any night jobs …

Mit ein bisschen Fantasie lässt sich auch daraus etwas Knalliges basteln. Das “neue Blatt” macht es vor:

Was verschweigt der Hof? - Kate - Das heimliche Baby-Drama

Die Argumentation: “‘Ich freue mich, zur Arbeit zurückkehren zu können’, sagte William im TV. Wer schon mal in ähnlicher Lage war, ahnt das Drama, das sich dahinter verbirgt: Der Mann flüchtet aus der misslichen Lage – und die Frau bleibt allein darin gefangen.”


Und daraus lässt sich doch gleich die nächste Schlagzeile basteln:

Herzogin Catherine - Psycho-Drama - Die junge Mutter zerbricht an ihrer Einsamkeit


Jetzt aber zur Queen. Die soll nämlich “kurzfristig einen anberaumten Tee-Nachmittag [mit Kate, William und dem Baby] abgesagt haben – wegen einer Bridge-Runde.” Schlagzeile?

Herzogin Kate: Queen verstößt ihren Urenkel! - 1. Baby-Drama


Schauen wir uns jetzt mal das ganze Drumherum an. Da lässt sich doch bestimmt auch noch was Schockierendes finden. Ah, ja: Hatten die verrückten Briten nicht sogar Geld darauf gewettet, wie das royale Baby heißen würde? Stimmt. Und ist es nicht so, dass plötzlich die ganze Welt mit Royal-Baby-Souvenirs überflutet wird? Stimmt auch. Na dann …

Prinz William & Catherine - Es geht um viel Geld - Der Kampf ums Baby hat schon begonnen


So, was hatten wir noch nicht? Genau: den Wohnort. Kate und William haben bis vor Kurzem in Wales gewohnt, weil William dort als Hubschrauberpilot stationiert war. Mit etwas Geschick können Sie schnell herausfinden, dass es in Wales in diesem Jahr eine Masern-Epidemie gegeben hat. Sie grassierte zwar 200 Kilometer vom Wohnort der Royals entfernt und wurde im Juli offiziell für beendet erklärt, aber was soll’s?

Herzogin Kate - Masern-Alarm! - Große Sorge um ihren kleinen George


facebooktwitteremail

Verrenkungen der Woche (8)

Verrenkungen der Woche (8)

Lang, lang ist’s her, dass wir Ihnen hier die Verrenkungen präsentiert haben. Deswegen ist es höchste Zeit für einen neuen Schwung!

Was sich hinter den jeweiligen Schlagzeilen verbirgt, erfahren Sie wie immer mit einem Klick auf “Hier klicken”. Und los geht’s:


“Freizeit direkt”, Nr. 9

Angela Merkel - Ihre privaten Geheimnisse

1. In ihrem Ferienhaus in der Uckermark hat sie eigenhändig Blumen, Erdbeeren und Kartoffeln gepflanzt.
2. Wenn Angela Merkel grillt, dann Forelle und Steak.
3. Sie mag auch Bratwurst.


“Glückliche Freizeit”, Nr. 8

Moderatorin Inka Bause - Schluss, bevor ihr alles zu viel wird

Inka Bause geht nach drei Jahren über von Bord des ZDF-Traumschiffs.


“Das neue Blatt”, Nr. 35

Inka Bause - Überraschende Liebes-Beichte

“Wenn kein Mann mehr kommt, kaufe ich mir noch einen Hund”


“Woche der Frau”, Nr. 35

Michelle Hunziker - So raffiniert bringt sie ihre Schwiegermutter zum Schweigen

Schwiegermütter können einem das Leben ganz schnell zur Hölle machen. “Davon kann Michelle Hunziker (36) ganze Opern singen”. Doch seit Kurzem ist Ruhe im Karton. Michelle hat ihre Schwiegermutter zum Schweigen gebracht. Und zwar ganz ohne Loch in der Wüste. Michelle war viel cleverer. Mit einem “raffinierten Schachzug” nahm sie “ihrer Schwiegermutter einfach die Luft aus den Segeln”: Sie bekommt zwar in Kürze eine Tochter, kündigte aber jetzt schon an, auch noch einen Jungen kriegen zu wollen. Und der soll, jetzt kommt’s, auf den Namen Nicola getauft werden! Wie kann ihr die Schwiegermutter da noch böse sein? Denn Nicola hieß auch “ihr geliebter Ehemann, dem sie vier Kinder schenkte – und den sie viel zu früh verlor”.


“Freizeit pur”, Nr. 9

Steffi Graf - Bittere Beichte - Ist ihr großes Glück etwa nur Show?

In einem Interview wurde Steffi Graf gefragt:

“Wobei stoßen Sie heute an Ihre Grenzen?”

Steffi Graf: “Bei der Bewältigung des Alltags. Wir sind eine sehr aktive Familie. Meine geschäftlichen Aktivitäten [...] und meine Stiftung fordern auch ihre Zeit. Und natürlich möchte ich so viel Zeit wie möglich mit meinem Mann verbringen.”

Und auf die Frage, ob sie als ehemalige Leistungssportlerin Verschleißerscheinungen spüre, sagte sie: “Allerdings. Und ich bin etwas überrascht, wie früh sie aufgetreten sind.”

Das war’s.


“Prima Woche”, Nr. 8

Harry & Pippa - Heimliches Baby-Glück - Sensationell: Das royale Skandal-Paar ist außer sich vor Freude!

Prinz Harry findet seinen Neffen George super und ist “stolz darauf, jetzt Onkel zu sein”. Das klingt für die “Prima Woche”, als habe Harry eine gewisse “Sehnsucht nach eigenem Nachwuchs”. Und Kates Schwester Pippa hat schon angekündigt, sie wolle Georges Geburtstagsfeiern organisieren, schließlich liebe sie Kinder über alles. “Harry und Pippa schwelgen also heimlich im Baby-Glück. Jeder für sich, jeder auf seine Weise, aber wer weiß — vielleicht auch eines Tages zusammen.”


“Freizeit Revue”, Nr. 35

Herzogin Kate - Noch ein Baby! Prinz William hat sich verplappert

Das ging aber schnell! Oder? William sagte vor Kurzem in einem Interview, er und Kate wollen ihre junge Familie vergrößern — “in den nächsten Jahren”. Jetzt fahren sie und ihr Sohn George aber wohl erstmal in die Schweiz in den Urlaub. Was meinst du, “Freizeit Revue”: Eine gute Entscheidung? “Eine sehr gute Entscheidung! Die Alpenluft wird dem kleinen Prinzen guttun. Und wenn George abends müde die Äuglein schließt, haben seine Eltern genügend Zeit, um sich vom romantischen Panorama der Schweiz inspirieren zu lassen.”


“Freizeit direkt”, Nr. 9

Helene Fischer - Schockierende Enthüllung! Ein enger Vertrauter packt aus: Sie ist in großer Gefahr! Was sie heimlich plant

Der “enge Vertraute” ist diesmal Helene Fischers ehemaliger Fahrer. Und der “enthüllt”, dass die Schlagersängerin bei beruflichen Terminen von Bodyguards begleitet wird. Und als wäre das nicht schon schockierend genug, er erzählt auch noch, dass Helene Fischer “auf jeden Fall” nach Amerika möchte.


“Freizeit & Rätsel”, Nr. 5

H. Fischer & M. Lanz - Gemeinsame Zukunftspläne? Sagen beide Ja?

Nanu, bahnt sich da etwas an zwischen Prinzessin Schlager und Prinz Schleimi? Zwei Regenbogensuperstars im Bund der Ehe vereint – das wär’s doch! Aber leider zu früh gefreut – die “Zukunftspläne” sind dann doch eher beruflicher Natur. Der neue Redaktionsleiter von “Wetten dass…?” war nämlich “schon zuständig für die Planung der neuen Helene-Fischer-Show”. Das ist alles. Doch für die “Freizeit & Rätsel” Grund genug, um schon mal ein bisschen von dem “Moderatoren-Team” der Zukunft zu träumen: “Das Duo Markus und Helene hätte das Zeug zu einem TV-Traumpaar auf Augenhöhe! Jetzt müssen sie nur noch Ja zueinander sagen … “


“Freizeit aktuell”, Nr. 9

Guido Maria Kretschmer - Erschütternd . Warum sein größtes Glück plötzlich in Gefahr ist

Vergangenes Jahr in der Weihnachtszeit war Modedesigner Guido Maria Kretschmer mit seinem Partner Hemden einkaufen. Ein paar Mädchen erkannten ihn und dachten, dass für irgendeine Fernsehsendung gedreht wird. Da war an dem Tag Schluss mit gemütlichem Shopping.


“Freizeit live”, Nr. 4

Helene Fischer exklusiv: Meine sieben kleinen Geheimnisse

1. Sie mag Rinderfilet.
2. Sie nimmt sich kleine Auszeiten.
3. Sie trinkt gerne mal eine heiße Tasse Tee.
4. Auf Reisen hat sie immer eine Jogginghose dabei.
5. Die 60er-Jahre findet sie klasse.
6. Sie engagiert sich für Eisbären.
7. New York ist für sie immer eine Reise wert.


“Glückliche Freizeit”, Nr. 8

Top-Model Claudia Schiffer - Warum tut sie sich das bloß an?

Sie moderiert bald eine Castingshow im Fernsehen. “Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der Castingshows bei uns im TV immer schlechter laufen. Wenn das mal gutgeht …”


“Das neue Blatt”, Nr. 35

Heidi Klum - Wird das Traumhaus für sie zum Albtraum?

Heidi Klum und ihr Freund wollen sich eine schicke neue Villa kaufen. Allerdings gibt es da einen kleinen Haken, wie “Das neue Blatt” mit großer Sorge berichtet: “Katy Perry hatte das Traumhaus zusammen mit ihrem Ex-Mann” gekauft. “Nur 14 Monate später trennte er sich von ihr – per SMS. Für die Amerikanerin wurde das Traumhaus zum Albtraum. Hoffentlich ereilt Heidi nicht das gleiche Schicksal!”


“frau aktuell”, Nr. 35

Heidi Klum - Düsteres Geheimnis - Es geht um ihr neues Liebesnest

Dreimal Einmal dürfen Sie raten.


“Glückliche Freizeit”, Nr. 8

Kronprinzessin Victoria - Hat sie etwa Geheimnisse vor ihrem Daniel?

Victorias Mann Daniel wird im September 40. Da wäre es doch wirklich zu schön, wenn Victoria an seinem Geburtstag ein zuckersüßes Geheimnis lüften würde: ein Geschwisterchen für Tochter Estelle. Hach, ja…


“die aktuelle”, Nr. 34

Trauriger erster Schultag! - Ohrfeige für sein uneheliches Kind (6) - Horst Seehofer - Kann ein Vater so herzlos sein?

Horst Seehofer erschien nicht zur Einschulung seiner unehelichen Tochter. Stattdessen empfing er den FC Bayern (anlässlich des Triple-Sieges) in der Staatskanzlei. “die aktuelle” fragt: “Ist ihm der Fußball wichtiger als sein eigenes Kind?”


“Woche heute”, Nr. 35

Wayne Carpendale & Annemarie Warnkross - Skandal vor der Hochzeit! Plötzlich ist ihr Glück in Gefahr

Na, nicht so bescheiden, liebe Mitarbeiter der “Woche Heute”! Nicht nur einen Skandal habt ihr da aufgetan, sondern gleich zwei. Denn Wayne Carpendale muss als Old Shatterhand bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg andauernd seine Kollegin Nscho-Tschi küssen. Und Annemarie Warnkross bekommt bei Facebook von irgendwelchen Deppen anzügliche Nachrichten zugeschickt. Ein klarer Fall: Hochzeit in Gefahr!


“Freizeit aktuell”, Nr. 9

Hansi Hinterseer - Bittere Trennung - Zum ersten Mal spricht er über seine verletzten Gefühle

Oh, oh! Was ist denn bei Hansi Hinterseer los? “Was passiert, wenn man(n) einfach ausgebootet wird? Wenn einer, der für Lebensfreude, Glück und gute Laune steht, plötzlich selbst nichts mehr zu lachen hat?”, will auch die “Freizeit aktuell” wissen. Naja, Hansis Sendung wurde von der ARD nach 18 Jahren dann doch mal aus dem Programm genommen — “eine bittere Trennung”.


“neue woche”, Nr. 34

Hansi Hinterseer - Rache ist süß! - Triumph nach der bitteren Demütigung

Ha, aber nicht mit Hansi Hinterseer. Der hat nämlich schon längst zum Gegenschlag ausgeholt. Und dieser trifft die ARD mit voller Wucht — “Rache ist süß!” Denn TV-Hundedame Gina, die in Hansis Show auftrat, hat acht niedliche Welpen bekommen. Mit denen hat Hansi Hinterseer erst mal ordentlich geknuddelt. Doch damit ist der Racheplan noch längst nicht am Ende. Denn Hinterseer steht mit seinem neuen Album auf Platz eins der Charts. Tja ARD, “in die Knie zwingen lässt sich Hansi eben nur von acht süßen Welpen!”


facebooktwitteremail

Ein furchtbarer Verdacht

Ein furchtbarer Verdacht

Vor rund zwei Wochen ist die Schauspielerin und Sängerin Chantal de Freitas gestorben. Über die Umstände ihres Todes ist nicht besonders viel bekannt. Eine verschleppte Grippe und eine Herzmuskelentzündung sollen der Grund sein.

Die Regenbogenpresse berichtet — genauso wie seriöse Medien — über den Fall. In der Art und Weise gibt es allerdings große Unterschiede.

Die Redaktion der “Viel Spaß” hält sich bei ihrer Berichterstattung sehr zurück:Kai Wiesinger - Erschütternd: Seine Frau starb mit nur 45 JahrenDoch da hört es mit der Zurückhaltung auch schon auf. Andere Blätter packen in gewohnter Manier ihre Ladung Dreck aufs Papier.

Sie stürzen sich dabei alle auf ein Interview, in dem Kai Wiesinger vor anderthalb Jahren in der “Bild am Sonntag” über die Trennung von seiner Frau sprach.

Ein gefundenes Fressen, zum Beispiel für die “Freizeit Revue”. Die Redaktion schreibt von “seiner Noch-Ehefrau”, bringt eine andere Frau ins Spiel und druckt diese Schlagzeile, aus der man zumindest eine unterschwellige Schuldzuweisung an Kai Wiesinger rauslesen kann:Kai Wiesinger - Tragischer Tod seiner Noch-Ehefrau - Nahm ihr der Liebeskimmer alle Lebenskraft?Die “Wocher der Frau” spricht in ihrer Überschrift gar nicht erst von Chantal de Freitas, sondern von Kai Wiesingers “schöne[r] Frau”:Rätselhafter Tod mit 45 - Kai Wiesinger - Hätte seine schöne Frau gerettet werden können?Und die “Freizeit Woche” stellt eine Fragenzeichen-Diagnose, die ebenfalls die Schuld bei Kai Wiesinger sucht:Furchtbarer Verdacht - Kai Wiesinger - Starb seine Frau an gebrochenem Herzen?Doch ein Blatt schafft es einmal mehr, all das zu übertreffen: “die aktuelle”.

Die Redakteure stellen auf dem Titelblatt die gleiche Frage wie ihre Kollegen der “Freizeit Woche”. Im Innenteil machen sie merkwürdige Andeutungen, stellen seltsame Fragen und benutzen eine Sprache, die unangemessen voller Pathos ist.Kai Wiesinger - Tod mit 45! Starb seine Frau an gebrochenem Herzen?

Kai Wiesinger: FamiliendramaWas dieses Schundblatt mit derartigen Artikeln bewirkt, zeigt sich eine Woche später auf der Leserbriefseite:Kai Wiesinger - Leserbrief: Tabu


facebooktwitteremail

Verrenkungen der Woche (7)

Verrenkungen der Woche (7)

Wird mal wieder Zeit für ein paar Verrenkungen. Was sich hinter den jeweiligen Schlagzeilen verbirgt, erfahren Sie wie immer mit einem Klick auf “Hier klicken”. Und schon geht’s los:


“Freizeit Illustrierte”, Nr. 6/7Ganz aktuell! - EXKLUSIV Interviews - Senta Berger - Kai Pflaume - Pikante Enthüllungen

Pikante Enthüllung Nr. 1:
Senta Berger lag vor 67 Jahren mit einem Leistenbruch im Krankenhaus. Nachts hat sie vor Angst und Heimweh geweint.

Pikante Enthüllung Nr. 2:
Kai Pflaume ist berühmt für seine Pfannkuchen.


“Neue Post”, Nr. 26Exklusiv - Helene & Florian - Süße Überraschung nach der schlimmen Krise

Süße Überraschung? Schlimme Krise? Donnerwetter, was für ein Wechselbad der Gefühle, das Florian Silbereisen und Helene Fischer momentan durchleben! Denn “[j]etzt kämpfen sie zusammen gegen die Krise! In der bayerischen Heimat des Entertainers überfluteten Donau und Inn ganze Landstriche. Um zu helfen, trat Florian Silbereisen mit anderen Künstlern bei einer Spendengala zugunsten der Flutopfer auf. Helene wurde live zugeschaltet.” Na gut, soweit die, ähm, schlimme Krise der beiden. Aber wie kommt es zur süßen Überraschung? “Während der Entertainer in Graz seine Show moderiert, steht seine große Liebe Helene Fischer nur zehn Kilometer entfernt auf der Bühne in Unterpremstätten, singt dort beim ‘Sommer-Open Air’ ihre Hits.” Mensch, Sachen gibt‘s. Da könnte Helene nach ihrem Konzert doch glatt mal ihren Florian besuchen. Alles andere wäre grob fahrlässig: “Dass das Paar an einem Abend auf zwei Veranstaltungen in derselben Gegend auftritt, ist ein Wink des Schicksals.” Ja, “Neue Post”, und deine Geschichten sind immer wieder Schläge mit dem Zaunpfahl.


“Viel Spaß”, Nr. 26Helene Fischer - Schamlos ausgenutzt - Warum sie immer wieder den falschen Männern vertraut

Oh Mann! Krise, Überraschung und jetzt schon wieder Krise: Weil Helene Fischer bei einem Konzert kurzzeitig die Stimme versagte, bescheinigt die “Viel Spaß” der Sängerin kurzerhand den kompletten “körperlichen und emotionalen Niedergang”. Sie sei “abgekämpft” und “am Ende ihrer Kräfte”. Und Schuld daran sind allein: die Männer. Die “wichtigen Strippenzieher im Hintergrund”: “Ihr Manager, ihr persönlicher Betreuer, der Choreograf, der Konzertveranstalter. Männer, die offenbar immer wieder vergessen, mit welch zarter, sensibler Seele sie es zu tun haben”. Sie lassen die arme Helene knechten bis zum Umfallen und sonnen sich dann “im Glanz der schönen Fischerin”. Furchtbar, dieses Männerpack. Es gibt nur eine einzige “männliche Konstante, die Helene bedingungslos guttut” — klar: den lieben Flori. “Doch Zeit, sich in seine starken Arme fallen zu lassen und neue Kraft zu schöpfen, hat sie kaum noch.”


“Woche der Frau”, Nr. 26Howard Carpendale - Eklat im TV - So böse wurde er noch nie verhöhnt!

“Einfach unverschämt!” schnaubt die “Woche der Frau”. “Das hat er nicht verdient!”. Die Redaktion ist empört. Denn Howard Carpendale, so das Blatt, sei in der Sommer-Ausgabe von “Wetten, dass …?” von Markus Lanz und Cindy aus Marzahn “böse verhöhnt” worden: “Es war schon peinlich genug, dass der Sänger während der Show nicht auf der Couch saß – so wie es sich für einen Star seines Formats gehört – sondern nur im Publikum. Doch die Demütigung ging noch weiter. Als er für die Saalwette begrüßt wurde, stellte Cindy ihn nur als ‘Howard aus München’ vor. Frech: Die Komikerin fragte ihn sogar, was er beruflich macht? Spaß oder nicht – das war eine Beleidigung für seine tolle Karriere.” Ach Gottchen, “Woche der Frau”. Jetzt heul mal nicht rum. Wenn’s nicht gerade deinen geliebten Howie betrifft, hast du doch sonst auch nichts gegen dumme Witze, freche Beleidigungen und Demütigungen aller Art.


“Mehr Spass”, Nr. 7Henning Baum - Pikante Enthüllung - Braucht er wirklich das Geld?

Henning Baum macht Werbung für Buttermilch. “Und viele fragen sich: Hat der letzte Bulle so was nötig?”


“Mehr Spass”, Nr. 7Jörg Pilawa & seine Irina - Schock-Nachricht! - Eine wilde Schießerei zerstört ihre heile Welt

Vor drei Monaten eskalierte ein Streit in einem Hamburger Nachtclub. Schließlich schoss ein Mann einem anderen Mann ins Bein. All das passierte – oh Schreck! – im selben Stadtteil, in dem auch Jörg Pilawa wohnt. “Gut vorstellbar”, meint die “Mehr Spass”, dass “Vierfach-Papa Pilawa daraus Konsequenzen zieht. Und bald den Umzugswagen ruft.”


“Freizeit Monat”, Nr. 8Prinzessin Madeleine - Böses Erwachen nach der Hochzeit - Er trifft seine Ex wieder

Menno, das wäre doch so schön gewesen! Madeleine und Chris, das frischt vermählte Adelspaar, gemeinsam in der Villa Solbacken — ein “idyllisches Leben in der Heimat”. So und nicht anders hatte sich Madeleine die “Freizeit Monat” das vorgestellt. “Aber nö, ein Landleben kommt für den gnädigen Herrn O’Neill nicht infrage. Ebenso kühl wie kühn fordert er von Madeleine, ihr Zuhause aufzugeben” – und nach New York zu ziehen. Das Problem ist allerdings: “Dort hat ihr Göttergatte frauentechnisch eine Vergangenheit, die man delikat als komplex bezeichnen könnte. Zu viele Schwüre in Kissen gehaucht, Träume gestohlen und untergetaucht. Und ebendort begibt er sich nun in das Minenfeld zwischen blaublütiger Ehefrau und einer blutjungen Femme fatale namens Maryam Abdullina (27), Dessous-Model aus Usbekistan. Einer Verflossenen, mit der er fernmündlich sowie per SMS nach wie vor in regem Austausch steht. Madeleine plagen derweil Zweifel, ob die unstete Vergangenheit…” So, jetzt reicht’s. Wir gehen erst mal ein paar Schwüre ins Kissen hauchen.


“Freizeit Revue”, Nr. 26Prinzessin Madeleine - Baby in Gefahr! Mit fatalem Leichtsinn riskiert sie ihr neues Familienglück

Vielleicht liegt es ja am Stress um das frühere Liebesleben ihres Chris’ — jedefalls zieht Madeleine ab und zu mal “genüsslich an einem Glimmstengel [sic!]“. Und jeder weiß: Rauchen in der Schwangerschaft ist alles andere als gesund für das Kind im Mutterbauch. Also: “Baby in Gefahr!” Was aber nur die “Freizeit Revue” weiß: Dass Madeleine überhaupt schwanger ist.


“Das neue Blatt”, Nr. 27Ihre Gebete wurden erhört - [Logo von "Bauer sucht Frau"] Josef & Narumol - Ein Sohn! - Sie sind so glücklich

Sorry, liebe Josef-und-Narumol-Fans. “Ein Sohn!” ist leider ein bisschen übertrieben. Richtig wäre: “Ein Vielleicht-bald-mal-Schwieger-Sohn!”* Denn die 14-jährige Tochter der beiden hat jetzt ihren ersten Freund.

*Und nochmal sorry, liebe Josef-und-Narumol-Fans (und alle anderen Leser): Wir hatten zuerst “Vielleicht-bald-mal-Stief-Sohn” geschrieben, was natürlich Quatsch ist.


“Freizeit genießen”, Nr. 7Schauspieler Heino Ferch - Familiendrama geht unter die Haut

Bei Ferchs hängt der Haussegen schief, weil sich der Sohnemann ein Tattoo stechen lassen will.
Kleiner Spaß. Heino Ferch spielt demnächst “einen getrennt lebenden Vater”, der dringend eine OP braucht.


“Die neue Frau”, Nr. 24Erschütternde, neue Details - Helene Fischer - Niemals ein Baby?

Für “Die neue Frau” sieht es so aus, “als würde Helenes Lebensplanung wie ein Kartenhaus zusammenfallen”. Verantwortlich dafür sei “eine hübsche Blondine” – Beatrice Egli. Mit dem Auftauchen der “DSDS”-Gewinnerin sei “alles anders geworden.” Denn bisher sei “niemand süßer, talentierter, erfolgreicher” gewesen als Helene. “Und nun schwärmen auf einmal alle für die Powerfrau aus der Schweiz.” Für Helene bedeute das: “Wenn sie in nächster Zeit eine Babypause plant, riskiert sie damit ihre Karriere.” Oder mal ein bisschen grundsätzlicher ausgedrückt: “Es ist das Drama der berufstätigen Frau: Wer Karriere will, muss Präsenz zeigen. Ganz besonders im Showgeschäft. Die Konkurrenz schläft nicht und die Industrie will Umsatz machen.” Erschütternd.


“Die neue Frau”, Nr. 24Hochzeits-Schock! - Madeleine & Chris - Schwiegermama benimmt sich total daneben

Also wirklich! Da erdreistet sich die Mutter von Chris doch tatsächlich, “der Braut die Show” zu stehlen! Kommt da angestöckelt mit “ihrem auffälligen Hut”, den Juwelen, dem zu engen Kleid – und verstößt in ihrem schillernden Outfit gleich mal “gegen die wichtigste Regel […], die man im Umgang mit Königs beachten sollte: Sei nie auffälliger gekleidet, als die Monarchen selbst.” Ein “echter Hochzeits-Albtraum.” Schämen sollte sie sich!


“Freizeit Illustrierte”, Nr. 6/7So schön, so verliebt, so leidenschaftlich! - Iris Berben - Ihr privates Geheimnis

“Sie lüftet das Geheimnis ihrer Schönheit”, heißt es im Innern. Hmm. Lasst uns raten. Gesunde Ernährung? Fitnessstudio? Botox? “Nein, es liegt nicht daran, dass sie regelmäßig und genug Wasser trinkt. Oder sich mit Sport fit hält oder eincremt oder sonstwas anstellt. Dass sie sich heute jünger fühlt als vor 20 Jahren, hat einen einfachen Grund. […] in erster Linie ist es ihre Lust am Leben.” Wow. Was für ‘ne Knallerstory. Nur gut, dass du das Potenzial erkannt und sofort eine Titelgeschichte draus gemacht hast, liebe “Freizeit Illustrierte”. Aber wundern tut’s uns nicht — immerhin bist du, wie du auf dem Cover ja selbst verkündest, “DAS einzige ORIGINAL!” und “Einmalig gut!”



“Mehr Spass”, Nr. 6Oliver Geissen & Tina Plate - Psycho-Drama! - Eine unheilbare Krankheit bedroht ihren gemeinsamen Sohn
Heuschnupfen.


facebooktwitteremail

Der Drops ist gekauft

Der Drops ist gekauft

Wenn die Regenbogenpresse über Prominente und Adelige schreibt, wird’s übel. Wenn die Regenbogenpresse über Gesundheit und Medizin schreibt, wird’s besonders übel.

Und wenn dann noch wirtschaftliche Interessen des Verlags hinzukommen, dann gibt’s solchen Murks:

Medizin News - Zuckerfreie Helfer für die Zahnpflege

Nein, das ist keine Anzeige. Zumindest sind Text und Bild nicht offiziell als solche gekennzeichnet. Es handelt sich hierbei um die “Medizin-News” der “Freizeit pur”. Wir befinden uns also im redaktionellen Teil.

Wie sollen die Gesundheits-Experten des Blattes aber auch auf ordentliche Themen kommen, “wenn ein Termin den anderen jagt”?

Sehr nützlich sind die neuen Extra Professional Mints mit Mikrogranulaten und feinen Lamellen an der Unterseite

… wenn man eine Lücke im Heft noch eben mit Schleichwerbung füllen muss.

Und diese Drops sind ja auch erst seit 2006 auf dem Markt. Warum also nicht mal drüber berichten?

Immerhin haben sich die Werbetexter der “Freizeit pur” noch etwas Mühe gegeben beim Verpacken dieser Schein-Berichterstattung.

Anders die “Freizeit Revue”, Deutschlands größte Regenbogenzeitschrift:

Neue Produkte - Traditionsgebäck - Käse-Snack mit Dip - Leichte Isolierbox

Unter der Überschrift “Neue Produkte” stellt das Anzeigenblatt Heft einfach mal so ein paar Kekse, Käse-Würfel und eine Isolierbox vor — samt Preis- und Mengenangaben. Plumper geht’s nicht.

Wir wissen nicht, wie es Ihnen geht — aber wir verspüren gerade irgendwie den Drang, mal ordentlich einkaufen zu gehen.

Auf Gebäck hätten wir Lust. Und auf Mint-Pastillen. Ach, und ein Käse-Snack mit Dip wäre auch nicht schlecht.


facebooktwitteremail

“Wie demütigend”

“Wie demütigend”

Gib der Regenbogenpresse ein klitzekleines Gerücht, und sie strickt einen großen Skandal daraus. Gib ihr ein “Enthüllungsbuch”, und sie dreht komplett am Rad.

In dieser Woche ist es Prinzessin Letizia von Spanien, die der unstillbaren Spekulationsgeilheit der Regenbogenheftchen zum Opfer fällt.

Denn eine brandheiße Schlagzeile erschüttert in diesen Tagen ganz Spanien: “Letizia hatte eine Abtreibung”, behauptet David Rocasolano (49).

Der Mann ist zu allem übel nicht irgendein verrückter Wichtigtuer,

… also nicht so wie sonst, wenn die “Woche der Frau” Geschichten ausgräbt, …

sondern Rechtsanwalt und – jetzt wird es ganz bitter – Letizias eigener Cousin!

Und der hat ein “erschütterndes” Buch geschrieben, das die Regenbogenredaktionen derzeit ganz schön in Fahrt bringt. Was auch kaum verwundert – denn jetzt müssen sie sich nicht mühsam etwas zusammenspinnen, sondern den Dreck einfach nur noch abschreiben.

Bei der “Woche der Frau” sieht das dann so aus:Abtreibungs-Skandal - Prinzessin Letizia - War sie schon vor der Hochzeit schwanger?

Auch “Das neue Blatt” kriegt vor Entsetzen kaum noch Luft:

Jetzt steht alles auf dem Spiel. Einfach ALLES! Letizia von Spanien droht ihr ganzes Glück zu verlieren. Ihre Zukunft. Ihre Ehe. Ihre Kinder.

In Spanien stehen schwerste Vorwürfe im Raum. Der schlimmste: Letizia soll abgetrieben haben, 2002, kurz vor der Verlobung mit Felipe (45). Das wäre nicht nur ein Verstoß gegen das Gesetz gewesen. Das wäre auch ein Grund für die Exkommunizierung aus der katholischen Kirche.

[…] Für Letizia würde das im Klartext bedeuten: Ihre Ehe mit Felipe wäre ungültig, ihre Töchter wären unehelich, und sie selbst dürfte niemals Königin werden …

Es steht alles auf dem Spiel. Alles!

Das Heft prophezeit:Nach dem Abtreibungs-Skandal - LETIZIA (49) - Ihre dunkle Vergangenheit wird ihr jetzt zum Verhängnis

Und fragt:Abtreibungs-Skandal - LETIZIA - Wird sie jetzt vom Hof verstoßen?

Die “Heim und Welt” ist dermaßen schockiert, dass sie gleich drei Fragen auf einmal stellt:LETIZIA VON SPANIEN - Kommt jetzt ihre herzlose Lebenslüge ans Tageslicht?Lieber Karriere statt Kind?DAS ENDE? - Die spanische Monarchie vor dem Aus - Prinzessin Letizia der Abtreibung beschuldigt - Auch Infantin Cristina muss vor Gericht - Das Volk klagt Königin und König an - Prinz Felipe sieht machtlos zu

Auch andere Blätter stürzen sich hechelnd auf den “Abtreibungs-Skandal” im spanischen Königshaus:Der eigene Vetter klagt an: Prinzessin Letizia hat heimlich abgetrieben!

(“Die neue Frau”)Letizia - Lüge oder Wahrheit? Düsteres Baby-Geheimnis(“7 Tage”)Letizia von Spanien - Gemeine Vorwürfe - Ihr engster Vertrauter beschimpft sie als falsche Schlange(“Viel Spaß”)

“das neue” stellt besorgt fest:Prinzessin Letizia - Sie zerbricht an ihrer dunklen Vergangenheit

Detailliert schildert “das neue” in dem Artikel die Anschuldigungen des Cousins — von den Spekulationen über “Verfolgungswahn, Abtreibung und Kontrollsucht” bis hin zur Behauptung, Letizia “sei verantwortlich für den Selbstmord ihrer kleinen Schwester Érika († 31)”.

Über dem Artikel steht:WIE DEMÜTIGEND - das neue

Ja, “das neue”. Da hast du ausnahmsweise mal recht.

Währenddessen räumt die “7 Tage” ein:

Möglich aber, dass die Kronprinzessin nun aber ihrerseits über eine Klage nachdenkt. Wenn es gar kein düsteres Baby-Geheimnis gibt und David Rocasolano gelogen hat, könnte er für fünf Jahre im Gefängnis landen. Gerücht oder Lüge – es bleibt abzuwarten.

Nicht für die “Freizeit Revue”. Für die steht längst fest:Kronprinzessin Letizia - Unfassbarer Skandal - Sie war von einem anderen schwanger, als sie Felipe kennenlernte

Damit unterscheidet sich die “Freizeit Revue” von den meisten anderen Blättern. Denn sie schreibt die Aussage, Letizia sei “von einem anderen schwanger” gewesen, nicht mehr nur dem Cousin zu, sondern macht sie sich kurzerhand zu eigen.

Was es bedeutet, wenn ein Medium solche Behauptungen aufstellt oder verbreitet, obwohl diese nicht erweislich wahr sind, haben wir in einem anderen Eintrag ausführlicher erklärt. Wenn die Journalisten keine Beweise für ihre Behauptung vorlegen können, wenn sie nicht umfassend recherchiert haben (und dazu zählt mindestens, die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen), und wenn der Beitrag noch dazu so reißerisch gestaltet ist, dann machen sich diese Journalisten der üblen Nachrede (§ 186 StGB) schuldig.

Es ist wohl eher nicht davon auszugehen, dass die “Freizeit Revue” irgendwelche Beweise für ihre Behauptungen hat. Sie erwähnt jedenfalls nichts davon. Die einzige Quelle, die das Blatt nennt, ist dasselbe “erschütternde Enthüllungsbuch”, aus dem auch alle anderen zitieren. Und nicht nur auf dem Titelblatt, auch im Artikel lässt die “Freizeit Revue” wenig Zweifel an der Richtigkeit der “bitteren Vorwürfen”:

Etwa einen Monat vor [der Abtreibung], im September 2002, trafen sich Letizia und Felipe zum ersten Mal bei einem Abendessen. Das bedeutet: Als Letizia Felipe kennenlernte, war sie von einem anderen schwanger. [...]

In Spanien war eine Abtreibung damals illegal, falls keine physischen oder psychischen Indikationen vorlagen. Aus Machtstreben brach Letizia selbst Gesetze. Noch dazu hatte sie als Katholikin schwer gesündigt. Und Felipe? Er wusste von allem.

Mal ganz kurz, liebe “Freizeit Revue”. Also vielleicht ist ja tatsächlich was dran an den Vorwürfen, die der Cousin da in die Welt posaunt hat. Und angesichts der Konsequenzen, die damit verbunden wären, ist es wahrscheinlich auch gerechtfertigt, darüber zu berichten. Aber kann man solche üblen Beschuldigungen dann nicht wenigstens im Konjunktiv wiedergeben?

Oder was meinst du, “Echo der Frau”? Obwohl — was du von Konjunktiven hältst, haben wir gemerkt:Letizia trieb ihre Schwester in den Tod!

Auch die “Neue Post” fackelt nicht lange und erklärt die Vorwürfe schlichtweg zur Tatsache:

Ganz Spanien ist schockiert - Letizia & Felipe - Er ist nicht der Vater ihres ersten Kindes!

Doch das Blatt wäre nicht “Die Nr. 1 in Adel”, wenn es sich damit begnügen würde, einfach nur die Gerüchte nachzuplappern, die andere in die Welt gesetzt haben. Nein, hier legt man Wert auf “Qualität” und “Tradition” – und unterfüttert die Fremdspekulationen deshalb gewissenhaft mit ein paar eigenen wilden Mutmaßungen:

[…] vielleicht war das Kind auch die unerwünschte Folge einer durchfeierten, heißen Nacht? Die zarte Prinzessin war früher kein Kind von Traurigkeit. Wer erinnert sich da nicht an das Porträt, das Letizia 2004 halb nackt auf einer Plattenhülle zeigt …

Die “Neue Post” tut es jedenfalls. Und druckt “Das Nackt-Porträt” für all jene, die sich nicht mehr so gut erinnern können, sicherheitshalber nochmal ab.

Und besitzt dann sogar die Frechheit, Leitzias Cousin vorzuwerfen, er beschädige ihr Ansehen — in einem Artikel, der nichts weiter tut, als Leitizias Ansehen zu beschädigen:Unfassbare Enthüllungen - Schock in Spanien - Letizia & Felipe - Er ist nicht der Vater ihres ersten Kindes! [Ein Großteil der rechten Seite ist mit einem Foto der weinenden Leitizia gefüllt]

Unter dem Bild auf der rechten Seite steht:

Eine Prinzessin kämpft mit den Tränen: Die Enthüllungen haben Letizia offensichtlich schwer getroffen.

Dass Letizia auf dem Bild “mit den Tränen” kämpft, könnte allerdings auch etwas damit zu tun haben, dass es 2007 aufgenommen wurde – auf der Beerdigung ihrer Schwester.

Das hat die “Neue Post” wohl leider übersehen. Aber an solche Dinge denkt man auch nicht, wenn man weder Skrupel noch Pietät besitzt.


facebooktwitteremail

Verrenkungen der Woche (2)
1

Verrenkungen der Woche (2)

Die sind doch alle bekloppt!

Und damit herzlich willkommen zu den Verrenkungen der Woche.Christina Plate - Verblüffende Enthüllung - Endlich ist das Geheimnis um ihre einzige Tocher gelüftet

“Sensationelle Enthüllung”! “Unglaublich”! “Eine Sensation”! “Endlich ist das Geheimnis” um Christina Plates “einzige Tochter gelüftet”: Sie hat beim großen Taekwondo-Kinderturnier im schwäbischen Sindelfingen in ihrer Altersklasse den ersten Platz geholt. “Verblüffend”.


Semino Rossi - Baby-Tragödie - Wie er seiner Frau in der traurigen Zeit zur Seite steht

Eine Hammergeschichte hat die “Freizeit Vergnügen” da aufgetrieben. Also, aufgepasst! Seminos Frau Gabi arbeitet als Hebamme. Im Interview mit dem Sänger will das Blatt wissen: “Ist sie nicht auch manchmal mit Totgeburten konfrontiert?” Seminos Antwort: Darüber spreche Gabi nicht. Ende.


Er geht plötzlich neue Wege - Heino & Hannelore - Ehe-Drama? - Hannelore muss jetzt ganz stark sein

Heino wird Rocker. Und die arme Hannelore muss mitziehen beim “Imagewandel” ihres Ehemannes. Die “Freizeit total” stellt fest: Hannelore macht plötzlich “auf Rockerbraut”. Dabei waren die beiden in “alten Zeiten” doch so ein “fesches und adrettes” Traumpaar.


Dieses Drama verfolgt sie bis heute... - Carmen Nebel - Der Tag, an dem ich fast ertrunken wäre

… liegt jetzt knapp ein halbes Jahrhundert zurück. Da fiel Carmen “kopfüber in eine Regentonne”. Ihre Mutter konnte sie gerade noch retten. Die “frau aktuell” schreibt: “Jetzt hat die TV-Lady das Drama erzählt, das sie bis heute verfolgt.” Mit “jetzt” meint das Blatt: vor elf Jahren.


Heidi Klum - Trennung - weil er ihren Sohn fast ertrinken ließ?

Das macht “die aktuelle” ganz geschickt: Das gelbe Fragezeichen bezieht sich nicht nur auf den gelben Text — also nicht nur auf den möglichen Grund der Trennung –, sondern generell auf die Trennung. Oder anders gesagt: Nicht nur ein kleiner Teil, sondern alles auf diesem Titelblatt ist spekulativ. “die aktuelle” hätte genauso gut einfach nur ein großes Fragezeichen abdrucken können — der Erkenntnisgewinn wäre derselbe gewesen.


Prinzessin Maxima - PSYCHO-DRAMA - Verliert sie jetzt alles?

Bei Máxima gerät die “Heim und Welt” ins Schwärmen: Die zukünftige Königin der Niederlande sei “farbenfroh gekleidet wie ein Tulpenmeer, erfrischend wie eine Nordsee-Brise.” Und immer diese herzerwärmenden Lachanfälle. Hach. Doch jetzt könnte ein “Psycho-Drama” kommen! Warum? Nun ja, Máxima wird doch bald Königin. Und in dieser Position darf man nicht mehr so viel lachen — meinen jedenfalls irgendwelche “Royalisten”, auf die sich die “Heim und Welt” bezieht. Dass das völliger Quatsch ist, merkt das Blatt am Ende des Artikels selbst: “Unsinn, Maxima soll sich für die neue Rolle nicht verändern!” Witzig, liebe “Heim und Welt”, das dachten wir uns auch die ganze Zeit: Unsinn.


Maxima - Es tut so weh! - Tränen um ihre Eltern

Die fröhliche Tulpenmeer-Máxima ist jetzt aber doch auf einmal ganz traurig. Es kullern sogar Tränen. Máximas Eltern werden doch nicht etwa … Nein, natürlich nicht! Niemand ist gestorben. Niemand hat sich getrennt. Rein gar nichts ist passiert. Máxima muss schlicht und einfach auf ihre Eltern verzichten, wenn sie Ende April Königin der Niederlande wird. Ihr Vater war in den 70er-Jahren nämlich Minister der argentinischen Militärdiktatur und ist daher in Máximas neuer Heimat nicht willkommen. Also: Krönung ohne Mutter und Vater. “Wie schon so oft bei Anlässen, die in Maximas Leben wichtige Wendepunkte darstellen.” Der “Freizeit exklusiv” tut es aber jedes Mal aufs Neue weh.


Prinzessin Kate - Aus Liebe riskiert sie ihr Leben

Denn aus Liebe zum Volk mischt sie sich “in Menschenmengen, lässt sich umarmen und stellt sich für gemeinsame Fotos zu Verfügung.” Die “7 Tage” weiß: “In der Nähe könnte aber auch ein Attentäter stehen.”


Seltsame Andeutungen - Fürstin Charlène - Jetzt plaudert ihr Ehemann Intimes aus

… und zwar sagte er: “Man muss eines nach dem anderen angehen.” Und: Er habe “viele Verpflichtungen, Sitzungen und offizielle Anlässe”. Die “Schöne Welt” fragt: “Soll das heißen, dass für intime Stunden mit Fürstin Charlène [...] bisher noch kein Termin frei war? [...] Wenn man beobachtet, wie die arme Charlène neben ihrem Albert um Haltung bemüht ist, könnte man das fast meinen.”Ob die “Schöne Welt” nicht mehr alle Tassen im Schrank hat? Wenn man beobachtet, wie das Blatt darum bemüht ist, völlig banale Dinge zu irgendwelchen Dramen aufzublasen, könnte man das fast meinen.


facebooktwitteremail