Die biblischen Früchtchen der “Freizeit Revue”
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Die biblischen Früchtchen der “Freizeit Revue”

In der Märchenwelt der Regenbogenpresse geht es in zehn von zehn Fällen um Banalitäten. Die “Freizeit Revue” hat nun allerdings eine Geschichte von biblischem Ausmaß ausgegraben. Brudermord im Schlagermilieu? Die jesushafte Wunderheilung einer Societydame? Nein, das Heft mit der Millionenauflage berichtete vergangene Woche von verbotenen Früchten im “Kinderparadies” Anmer Hall.

Auf dem Landsitz der britischen Königsfamilie, “gleich hinterm Tennisplatz”, steht nämlich ein “hochgiftiger Goldregen-Baum”. Und so konnte die “Freizeit Revue” gar nicht anders, als zu titeln:

Herzogin Kate - Dramatische Vergiftung! Große Sorgen um das Leben ihres kleinen George

Die Entdeckerlust des “Schnuckel-Rackers” und die Samen des Goldregen hätten den Thronfolger in Lebensgefahr gebracht, behauptet das Blatt. Gut möglich, dass der Zweijährige “die runden Kügelchen im Ernte-Eifer für Garten-Früchte gehalten” habe:

Jedenfalls waren fix die Patschehändchen ausgestreckt, die vermeintlich leckere Beute wanderte mit Lichtgeschwindigkeit in den Mund.

Auch die “Daily Mail” berichtete von dem giftigen Baum auf Anmer Hall, genau genommen hat die “Freizeit Revue” den Artikel der britischen Boulevardzeitung einfach übersetzt. Nur die Sache mit dem “Ernte-Eifer”, den “Patschehändchen” und der “Lichtgeschwindigkeit” hat sie dabei exklusiv dazugedichtet.

In dieser Woche macht sich die Redaktion dann schon wieder “große Sorgen”, diesmal um Mutter Kate:

Herzogin Kate - Depressionen! Große Sorgen um die junge Mutter

Der “Babyblues” nach der Geburt von Tochter Charlotte soll zu einer Depression ausgewachsen sein. Und dann sei da noch ihr “überängstliches Verhalten”:

Kate brachte Ehemann William sogar dazu, sich in einem offenen Brief über Fotografen zu beschweren, die angeblich den Kindern des royalen Paares “auflauern”.

Völlig unverständlich für die “Freizeit Revue”: Warum auflauern? Die kleinen Royals kann man doch auch ganz wunderbar vom Schreibtisch aus in Gefahr bringen.


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Alle zwei Wochen schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Links vom topf (15)
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Links vom topf (15)

Dem Schauspieler Hans Sigl ist am Flughafen-Kiosk die aktuelle Ausgabe der “Freizeit Revue” in die Hände gefallen:

Hans Sigl - Rätselhaftes Leiden! Zum ersten Mal spricht er über seine Höllenqualen

Wenn wir sein Video dazu richtig deuten, fand er das irgendwie nicht so lustig …

Hans Sigl: Gigantismo (das Video ist inzwischen leider nicht mehr online)


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


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Links vom topf (12)
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Links vom topf (12)

Wie die “Werbewoche” berichtet, verbannt Coop, der größte Einzelhändler und zweitgrößte Kioskbetreiber der Schweiz, 13 deutsche Magazine landesweit aus der Regalen — darunter auch die “Freizeit Revue” und die “Neue Post”:

Damit reagiert Coop öffentlichkeitswirksam auf ein jahrelanges Ärgernis, das sich seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses noch zugespitzt hat: Nebst dem in dieser Höhe schwer nachvollziehbaren “Schweiz-Zuschlag”, den ausländische Verlage auf ihren Titeln erheben, fliessen nun auch die Wechselkurs-Gewinne vollumfänglich in die Kassen der Verlage.

Coop wirft überteuerte Magazine aus dem Sortiment


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Post an den Presserat (2)
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Post an den Presserat (2)

Gerade haben wir mal wieder eine Mail an den Presserat rausgejagt. Und zwar mit diesen Beschwerden hier …


Verona Pooth - Kindes-Entführung - Das sagt die Kriminologin

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In dem Artikel schreibt die Zeitschrift “Die Zwei” über die potentielle Möglichkeit, dass Verona Pooths Kinder entführt werden könnten. Konkrete Hinweise nennt die Redaktion nicht. Für die Zeitschrift ist eine Entführung allein deshalb möglich, weil Verona Pooth ihr Privatleben immer wieder im Fernsehen zur Schau stellt und ihre Kinder öffentlich zeigt.

Nach eigener Aussage mache Verona Pooth dies ganz bewusst, damit “jegliches Risiko, die Kinder zu entführen”, entfalle. Für “Die Zwei” ist diese Einstellung Grund zur Sorge:

Denn in vielen traurigen Fällen wurden Täter oft erst auf Kinder aufmerksam, nachdem sie öffentlich gezeigt wurden.

Seinen Artikel kündigt das Blatt auf der Titelseite mit der Überschrift “Kindes-Entführung” an.

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Die Überschrift und die Unterzeile (“Das sagt die Kriminologin”) auf der Titelseite erwecken den Eindruck, es hätte tatsächlich eine Entführung der Pooth-Kinder gegeben. Dabei gibt es nicht einmal konkrete Hinweise, wie beispielsweise Drohbriefe, die eine solche Vermutung begründen würden — jedenfalls werden im Artikel keine erwähnt. Die dramatische Schlagzeile (im Heftinnern sogar noch mit einem Ausrufezeichen versehen) soll vermutlich Käufer locken.

Im Text wird Verona Pooth vorgeworfen, durch die regelmäßigen Auftritte in der Öffentlichkeit mit ihren Kindern mögliche Täter geradezu zu einer “Kindes-Entführung” zu motivieren. “Die Zwei” warnt vor einem derartigen Verhalten. Durch ihre eigene Veröffentlichung führt die Redaktion diese Warnung alledings ad absurdum: Der Artikel über Verona Pooth und ihre Kinder (die auf Fotos gezeigt werden) könnte nach “Die Zwei”-Logik Menschen erst auf die Idee einer Entführung bringen.

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Unseres Erachtens verstößt dieser Artikel gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Auf der Titelseite schreibt “Die Zwei” von einer “Kindes-Entführung”. Im Text finden sich allerdings keine Anhaltspunkte, die einen solchen Schluss logisch erscheinen lassen. Mögliche Kunden könnten das Heft nur deswegen kaufen, um mehr über einen tatsächlichen Entführungsfall zu erfahren. Diesen gibt es aber nicht. Die Veröffentlichung entspricht daher nicht einer wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit, wie es Ziffer 1 fordert.

Die Überschrift zum Artikel im Heft ist dieselbe wie auf der Titelseite, nur dass sie zusätzlich noch mit einem Ausrufezeichen versehen ist. Es scheint also, als würde es sich bei der “Kindes-Entführung” um vollendete Tatsachen handeln. Außerdem zeigt das Foto auf der Titelseite (auch noch einmal größer im Heft abgedruckt) eine sorgenvolle Verona Pooth und verstärkt damit den Eindruck, dass Familie Pooth Opfer einer “Kindes-Entführung” ist. Foto und Überschriften entstellen den Sinn des Artikels. Daher verstößt diese Veröffentlichung gegen Ziffer 2.


Stefanie Hertel & ihr Lanny - Scheidungs-Tragödie - Warum ihr Glück jetzt in den Händen eines Richters liegt

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In ihrem Artikel schreibt die “Freizeit Revue” über Volksmusikerin Stefanie Hertel und deren österreichischen Lebensgefährten Leopold “Lanny Isis” Lanner.

Die beiden leben seit Längerem in einer Beziehung, haben allerdings noch nicht heiraten können, weil, so die “Freizeit Revue”, Lanners Scheidung von seiner ersten Ehefrau noch nicht rechtskräftig ist. Die Redaktion verspricht der Leserschaft, besondere Kenntnisse zum vorliegenden Fall zu besitzen: “FREIZEIT REVUE kennt die Hintergründe” …

Eine Hochzeit muss warten. Weil der Österreicher noch verheiratet ist. Wie FREIZEIT REVUE aus seinem Kärntner Umfeld erfuhr, ist die Scheidung von seiner Ehefrau noch nicht rechtskräftig.

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Die “Freizeit Revue” hatte mit ihrer Berichterstattung eindeutig Unrecht. Denn drei Tage vor der Veröffentlichung des Artikels haben Stefanie Hertel und Leopold Lanner geheiratet. Die Scheidung Lanners war also offenbar doch schon rechtskräftig — entgegen des vollmundigen Versprechens kannte die “Freizeit Revue” die Hintergründe doch nicht.

Von einer “Scheidungs-Tragödie”, wie die “Freizeit Revue” plakativ auf dem Cover titelt, kann also nicht die Rede sein.

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Unseres Erachtens verstößt die “Freizeit Revue” mit ihrer Veröffentlichung gegen die Ziffern 1, 2 und 8 des Pressekodex.

An mehreren Stellen im Artikel schreibt die “Freizeit Revue”, die Scheidung von Leopold Lanner sei “noch nicht durch”, “noch nicht rechtskräftig”, und Lanner sei “noch verheiratet”. Daraus konstruiert die Redaktion die dramatisch-anmutende “Scheidungs-Tragödie” auf der Titelseite. Doch keiner der Punkte entspricht der Wahrheit — das beweist die Hochzeit zwischen Hertel und Lanner. Damit verstößt die “Freizeit Revue” gegen Ziffer 1 des Pressekodex, weil in diesem Fall keine “wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit” stattfindet.

Großspurig kündigt die “Freizeit Revue” an, “Hintergründe” zum Scheidungsverfahren zwischen Leopold Lanner und seiner früheren Ehefrau zu kennen. Das Blatt erwecket den Eindruck, im “Kärntner Umfeld” von Lanner recherchiert zu haben. Die Ergebnisse dieser angeblichen Recherche entsprechen nicht der Wahrheit. Dennoch gibt die “Freizeit Revue” sie wieder. Ziffer 2 der Pressekodex verlangt: “Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.” Dies missachtet die Redaktion und verstößt damit gegen Zwiffer 2 des Pressekodex.

Durch die nicht-wahrheitsgemäße Veröffentlichung (“Scheidungs-Tragödie”) missachtet die “Freizeit Revue” die informationelle Selbstbestimmung von Stefanie Hertel und Leopold Lanner und verstößt somit gegen Ziffer 8 des Pressekodex.


Königin Maxima - Schock-Diagnose! Angst vorm Rollstuhl! Hilft nur noch eine riskante OP? Und was wird jetzt aus den Kindern?

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Die “Prima Woche” berichtet in ihrem Artikel über die angeblichen X-Beine von Königin Máxima der Niederlande und schreibt über Schmerzen, unter denen sie leide. Die Königin habe “Angst vorm Rollstuhl”, behauptet das Blatt — sowohl im Artikel als auch in der Überschrift auf dem Cover.

Einzig, so die Redaktion im Text, eine Operation kann sie von ihren Schmerzen befreien. Máxima hat sich bisher allerdings nicht wegen angeblicher X-Beine operieren lassen. Dazu kommentiert die “Prima Woche”:

Aber wie Menschen so sind: Meist nimmt man lieber das bekannte Unglück in Kauf als das unbekannte Glück, das nur durch eine Operation herbeizuführen wäre …

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Um ihren Artikel dramatischer wirken zu lassen, erfindet die “Prima Woche” die Schmerzen von Königin Máxima. Jedenfalls liefert das Heft keine Beweise für diese Behauptung.

Ebenfalls ohne erkennbaren Anlass behauptet die Redaktion, die Königin habe “Angst vorm Rollstuhl!” In Kombination mit der Dachzeile (“Schock-Diagnose!”) und der optischen Aufmachung (besorgte Gesichter bei Máxima und ihrem Ehemann Willem-Alexander; im Hintergrund ein Krankenwagen mit Blaulicht) auf der Titelseite gibt die Überschrift Grund zur Annahme, der “Prima Woche” ginge es einzig und allein um die Sensation, die Käufer locken soll.

Unter der Schlagzeile stellt die “Prima Woche” noch die Frage: “Und was wird jetzt aus den Kindern?” Eine Antwort liefert das Blatt nicht, es thematisiert diese Frage nicht einmal ansatzweise im Artikel. Es scheint, als sollte die Frage nach den Kindern ebenfalls nur als Kaufanreiz dienen.

Dazu kommt, dass gegen Ende des Artikels eine Operation als einziger Ausweg unkritisch erwähnt und damit stark angepriesen wird. Dadurch könnten Leserinnen und Leser, die tatsächlich wegen derartiger Probleme unter Schmerzen leiden, dazu angehalten werden, einen solchen schwerwiegenden Eingriff vornehmen zu lassen.

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Unseres Erachtens verstößt die “Prima Woche” mit diesem Artikel gegen die Ziffern 1, 2, 8 und 14 des Pressekodex.

Die “Prima Woche” schreibt über “heftige Qualen”, die Máxima angeblich “quälen” sollen. Ein Beleg dafür, dass Königin Máxima tatsächlich ihrer X-Beine wegen Schmerzen leidet, wird nicht geliefert. Man muss also davon ausgehen: Es gibt gar keine Schmerzen, über die berichtet werden müsste. Es gibt keine Notwendigkeit für eine Operation und damit auch keine “Angst vorm Rollstuhl”. Eine wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit findet hier nicht statt. Daher verstößt der Artikel gegen Ziffer 1 des Pressekodex.

Die Dachzeile auf der Titelseite (“Schock-Diagnose!”) wirkt, als stünde fest, dass Máxima unter einer ernsthaften Krankheit leidet. Die Blaulicht-Aufmachung und die dramatische Schlagzeile verstärken dieses Bild. Die abgedruckten Fotos neben dem Artikel im Heftinnern zeigen unter anderem Máximas Schwiegermutter Beatrix, die sich — laut Unterzeile der “Prima Woche” — “Sorgen um ihre Schwiegertochter” macht. Dazu gibt es ein Foto, das Máxima auf Krücken zeigt und von der Redaktion mit “Schon 2001 war sie auf Krücken angewiesen” untertitelt wurde. Überschrift, Dachzeile und die Aufmachung des Artikels entstellen dessen Sinn. Daher verstößt diese Veröffentlichung gegen Ziffer 2.

Die “Prima Woche” liefert keinen Beweis für ihre These, dass Máxima unter Schmerzen leidet und “Angst vorm Rollstuhl” hat. Und selbst wenn es so sein sollte, dass sie wegen ihrer angeblichen X-Beine Schmerzen hat — der Pressekodex stellt in Richtlinie 8.6 klar: Physische Erkrankungen sind Privatsache. Dagegen verstößt der Artikel.

Bei Leserinnen und Lesern, die tatsächlich wegen ihrer X-Beine Schmerzen leiden, erweckt der Artikel der “Prima Woche” die große Hoffnung, dass eine Operation, wie sie im Artikel unreflektiert angepriesen wird, auch ihnen helfen könnte. Das verstößt gegen Ziffer 14 des Pressekodex.


Wir wollen uns wieder häufiger über die Regenbogenpresse beschweren — nicht nur hier im topfvollgold, sondern so richtig offiziell.

In Deutschland ist dafür der Presserat die oberste Anlaufstelle. Deswegen schicken wir wieder regelmäßig Beschwerden über einzelne Regenbogenartikel dorthin.


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Links vom topf (2)
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Links vom topf (2)

“FAZ”-Redakteur Jörg Thomann wundert sich in seinen “Herzblatt-Geschichten” über angebliche Fremdkuss-Fotos eines Fürsten und stellt eine klare Forderung an die “Bunte”:

Könntest du, Bunte, bitte Horst Seehofers kleine Tochter in Ruhe lassen, statt Fotos von ihr beim Eislaufen zu zeigen? Ist das Kind eine Person der Zeitgeschichte, sucht es die Öffentlichkeit? Und hast du das Mädchen oder seine Mutter um Erlaubnis gefragt?

Herzblatt-Geschichten: Im Griff der Wrestlerin


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Ein Zwilling kommt selten allein
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Ein Zwilling kommt selten allein

Zufälle gibt’s! Wenn es nach der Regenbogenpresse geht, werden demnächst nämlich gleich vier europäische Monarchien auf einmal mit Zwillingen beglückt. Die Niederlande zum Beispiel:

Maxma & Willem-Alexander - Zwillinge! Das Familie-Glück ist perfekt

Die “Neue Welt” spricht von einer “Sensation in Schweden”:

Sensation in Schweden - Kronprinzessin Victoria - Zwillinge! Es werden zwei Jungs

Und bei der “Freizeit Revue” ist gar nicht erst Kates überraschende Zwillings-schwangerschaft die zentrale Neuigkeit, sondern die damit verbundenen Probleme:

Herzogin Kate - Angst um ihre Zwillinge - Eine Krankheit gefährdet die ungeborenen Babys

Alles Schlagzeilen aus der vergangenen Woche. Wohlgemerkt: Lediglich bei Kate ist eine Schwangerschaft (allerdings ohne Zwillingsnachricht) offiziell bestätigt.

Dazu kommt noch Charlène von Monaco, deren doppeltes Kinderglück für die Regenbogenblätter sowieso schon seit Wochen feststeht, nachdem sich ihr Vater bei einem alten Schulfreund verplappert haben soll.

Und auch bei den anderen drei Adelsdamen ist die Faktenlage eindeutig: Die “temperamentvolle Regentin” Máxima wirke momentan “noch glücklicher” als sonst, Victoria habe sich jüngst “mit einem auffällig volleren Gesicht und einigen süßen Kilos mehr” gezeigt und zu Kate “sickerte” nicht nur einiges “aus Palast-Kreisen durch”, sondern:

Auch in den britischen Wettbüros stiegen die Wettquoten auf Rekordhöhe.

Dass “Wettquoten auf Rekordhöhe” die Unwahrscheinlichkeit eines Ereignisses widerspiegeln, spielt für die Buchmacher der “Freizeit Revue” offenbar keine Rolle.

In spätestens neun Monaten sollen also aus jeglichen europäischen Thronfolgerinnen und -inhaberinnen Zwillinge purzeln. Die Häufigkeit von Zwillingsgeburten ist je nach Land sehr unterschiedlich, im weltweiten Durchschnitt soll aber etwa jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Máxima, Victoria, Kate und Charlène je zwei Kinder auf einen Streich zur Welt bringen, liegt demnach bei 0,000039 Prozent. Zufälle gibt‘s!


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.

Jörg Thomann von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” ist ebenfalls auf die Zwillings-Flut in den Regenbogenblättern gestoßen und hat in der aktuellen Folge der “Herzblattgeschichten” darüber geschrieben.


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Rückkehr der Verflossenen
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Rückkehr der Verflossenen

Zum schiefen Bild, das die Regenbogenpresse regelmäßig ihrer Leserschaft präsentiert, gehört vor allem eines: das wilde Liebesleben aller Prominenten dieser Erde. Trennungen, Versöhnungen, Affären — Dramen im Wochentakt.

Und wenn es aktuell mal nichts zu erfinden gibt, hilft ein kleiner Kniff: der Blick in die Vergangenheit. Genau so kam jetzt die “Prima Freizeit” an ihre “Skandal-Enthüllung” über den größten Star im fernen Regenbogenuniversum, Helene Fischer: “Und plötzlich holt die Vergangenheit sie ein”.

Skandal-Enthüllung - Helene Fischer - Geheime Liebe! Ein enger Vertrauter bricht sein Schweigen

Es ist ein etwas kompliziertes Beziehungsgeflecht, das die Historiker der “Prima Freizeit” in ihrer Titelgeschichte nachzeichnen. Da gibt es als erstes Pierre Humphrey, der vor Jahren mit Helene Fischer zusammen die Musical-Schule in Frankfurt am Main besucht hat und nun zugibt, damals “sein Herz an Helene verloren” zu haben. Doch Humphreys Geschichte ist eine tragische, denn:

Als junges Mädchen hatte die Sängerin ihr Herz an einen Frauenschwarm verschenkt: an Kamill Banas (heute 32).

Humphrey tröstete Fischer immer dann, wenn Banas mal wieder blöd zu Fischer war, und litt dabei umso mehr. Irgendwann ging alles in die Brüche, heute hat niemand mehr Kontakt zu niemandem. Doch das eigentliche Drama spielt sich erst jetzt ab: Kamill Banas soll nämlich verschwunden sein. Die schlüssige Theorie der “Prima Freizeit”:

Ist er etwa ins Ausland geflohen? Weil er nicht ertragen kann, dass Helene Fischer so glücklich mit dem berühmten Florian Silbereisen ist?

Die “Freizeit Revue” scheint da schon die nächste Wendung in diesem Herzensbrecher-Krimi ausgegraben zu haben:

Helene Fischer - Liebes-Drama - Plötzlich taucht ihr Ex-Freund wieder auf

Doch es handelt sich nicht um die Rückkehr von Kamill Banas und auch nicht um neue Avancen von Pierre Humphrey, sondern um Aussagen eines gewissen Brian Jackson, der auch mal mit Helene Fischer zusammen gewesen sein will.

“Aus Sicht von Millionen Männern dürfte Brian allerdings ein Dummkopf sein”, schreibt die “Freizeit Revue”, “weil er die schöne Sängerin damals verließ”. Und auf dem Gebiet der Dummköpfe kennt sich das Blatt nun wirklich aus.


Dieser Text ist gestern auch beim “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Globaler Kinderquatsch
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Globaler Kinderquatsch

Was passiert, wenn die Mitarbeiter eines Knallblatts ein noch größeres Knallblatt in die Finger bekommen? Sie schreiben voller Neid die Titelgeschichte ab:

Kate & William - Schockierende Nachricht - Hat sie wirklich ihr Baby verloren?

In den Redaktionsräumen der “Freizeit Revue” muss eine Ausgabe des US-amerikanischen Obermistmagazins “Globe” die Runde gemacht haben. Das hatte nämlich groß getitelt: “Brave Kate Loses Baby!”

Und so zittert das gesamte Team der “Freizeit Revue” seit Ende Juli vor Schreck, denn da “schockte das Magazin ‘Globe’ die Welt mit einer traurigen Nachricht: Kate hat ihr Kind verloren.”

Neben der “Freizeit Revue” ist auch die “Viel Spaß” auf die “Globe”-Geschichte gestoßen — und das sogar “Exklusiv”:

Herzogin Catherine - Exklusiv - Warum die jungen Mutter sich eine Auszeit nehmen muss

Furchtbar: Laut der US-Zeitschrift “The Globe” soll sie Anfang Juli bereits eine Fehlgeburt erlitten haben.

Nun wissen fleißige “Globe”-Leser, dass das Blatt beim Thema “Kate und Schwangerschaftsprobleme” zwar wie wild mit Sensationsschlagzeilen um sich ballert, aber nie trifft.

Dass die aktuelle Schlagzeile also nicht ganz so sauber sein kann, müssen selbst die Skrupellos-Schreiber der “Freizeit Revue” gespürt haben. Sie fragten nämlich beim britischen Königshaus nach, was an der Geschichte dran sei — ein ausgesprochen seltener Schritt im Kosmos der Regenbogenpresse:

Der Palast hält sich bedeckt. “Wir kommentieren solche Spekulationen grundsätzlich nicht”, so eine Sprecherin zu FREIZEIT REVUE.

Und trotzdem kolportiert die Redaktion die “Schockierende Nachricht”, spricht selbst von “schmerzlichen Zeiten” für Kate.

Vielleicht überzeugte sie eine, nun ja, scharfsinnige Beobachtung zu Kates Auftritt bei der 100-Jahr-Gedenkfeier zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs:

Ein Royal weint nicht — und Kate (32) hat sich lange tapfer beherrscht. Doch beim Besuch einer Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkriegs brach der Schmerz aus ihr heraus: Tränen füllten die Augen der sonst so fröhlichen Frau. Trauerte sie um ihr Baby?

Oder etwas poetischer:

Auf dem Mohnfeld der Toten brach der Schmerz aus der jungen Mutter heraus

Kates Tränen haben übrigens auch die Beobachter der “Schönen Woche” mitbekommen — aber etwas anders interpretiert:

Entsetzliche Erkenntnis - Herzogin Catherine - Sie hat den falschen Prinzen geheiratet!

Möglicherweise ist es das, was Catherine plötzlich zum Weinen brachte: Die entsetzliche Erkenntnis, dass sie den Falschen geheiratet hat. Mit Prinz Harry fühlt sie sich viel wohler als mit William (32).

Das ist zwar genauso dämlich wie bei der “Freizeit Revue”. Aber immerhin nicht ganz so grässlich.


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Schlagzeilenbasteln (101)
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Schlagzeilenbasteln (101)

Judith (27) aus Aachen ist ein großer Fan von Günther Jauch. Sie hat ihn zwar noch nie getroffen, aber sie findet ihn total toll.

Berührende Momente - Günther Jauch - So glücklich macht er diese junge Frau

Schon, wenn sie sich nur ein Foto von ihm ansieht, ist alles gut. Dann vergisst Judith (27) aus Aachen die Welt um sich herum, dann gibt es nur noch sie und ihn. Ihr Gesicht wird ganz weich, ihr Herz hüpft, sie strahlt und lacht, Ärger und Stress der ganzen Wochen sind sofort vergessen. Ja, Günther Jauch (58) macht die junge Frau einfach glücklich. Kein Wunder, der Fernseh-Star ist ja auch ein Traummann. Berühmt und trotzdem nicht eingebildet. Unterhaltsam und schlagfertig. Und dann diese Augen. So offen und klug, so lebenserfahren, dass sie einem direkt ins Herz zu sehen scheinen. Solche Menschen trifft man nicht oft.


Daniela Katzenberger hat in einem Interview gesagt, dass sie keine Klotür habe. Denn: “Das Problem ist, dass da Regale stehen, in denen ich meine 150 Handtücher aufbewahre, die ich in Hotels gemopst habe oder die mir geschenkt wurden.”

Das Geständnis - Daniela Katzenberger - Aus Geiz wurde sie zur Diebin - Wenn's ums Geld geht, ist sie sich wohl für nichts zu schade

(“Die neue Frau”)


König Felipe von Spanien ist neulich mit ein paar Kumpels in Madrid feiern gegangen.

König Felipe - Ist er doch so ein Hallodri wie sein Vater?

(“Die neue Frau”)


Jörg Pilawa wurde in einem Interview gefragt, wie er eigentlich das Haus ordentlich halte, immerhin hat er vier Kinder. Pilawa antwortete: “Wer sagt denn, das [sic] es ordentlich ist? Sie glauben doch nicht, dass man Ordnung in einem Haus mit vier Kindern hat. Bei mir zu Hause herrscht das Chaos.”

Jörg Pilawa - Bewegendes Geständnis

(“frau aktuell”)


Michael Schumacher bekommt in der Reha angeblich Unterstützung von Kai Schnapka. Der ist Physiotherapeut und mit Schumacher seit dessen Formel-1-Zeit befreundet.

Michael Schumacher - Vollbringt sein bester Freund das neue Wunder?

(“Neue Post”)

Michael Schumacher - Sein bester Freund bewirkt ein Wunder - Freudentränen auf der Reha-Station

Sensationelle Neuigkeiten aus der Reha - Michael Schumacher - Die 1. Schritte! Unsere Gebete wurden erhört

Michael Schumacher - Wunderbare Fortschritte - Freudne bestätigen: "Es geht alles viel schneller als erhofft!"

(Dieses Zitat kommt im Artikel übrigens gar nicht vor. Vermutlich ist es frei erfunden.)


Angela Merkel und ihr Mann waren im Urlaub.

Diese Bank rettete die Kanzler-Ehe

(“die aktuelle”)

Einsames Wandern im Regen, Wortlosigkeit. Aber dann kam eine Bank. Eine Bank, die vielleicht die Kanlzer-Ehe gerettet hat. Endlich konnte sich das Paar aussprechen — in aller Ruhe.


Die Schauspielerin Christiane Hörbiger hat in einer Talkshow gesagt, dass sie römisch-katholisch erzogen worden sei, aber mit der Bibel nicht wirklich zurechtkomme. Daraufhin schrieb irgendwer auf ihrer Facebook-Seite: “Ich würde Ihnen die ‘Neue-Welt-Übersetzung’ der Zeugen Jehovas empfehlen.”

Sie wirkt so verändert - Christiane Hörbiger - Findet sie bei einer Sekte ein neues Glück?

(“Die neue Frau”)


Der Schauspieler Thorsten Nindel ist an Krebs erkrankt. Er hat mal in der “Lindenstraße” mitgespielt und ist mit Schauspiel-Kollegin Saskia Valencia zusammen.

Saskia Valencia - Tränen um ihre große Liebe - Kann ihr Ex-Freund sie jetzt trösten?

(“Die neue Frau”)


Die angebliche neue Freundin von Prinz Harry sieht seiner Schwägerin (Herzogin Kate) sehr ähnlich.

Prinz Harry - Jetzt hat er seine eigene Kate!

(“das neue”)


Und jetzt aufgepasst! Die Frau von Joachim von Dänemark sieht seiner Schwägerin (Prinzessin Mary) auch sehr ähnlich.

Harry Windsor und Joachim von Dänemark - Lieben sie heimlich ihre Schwägerinnen?

(“Schöne Woche”)


In der Ukraine ist Flug MH17 abgestürzt. Viele niederländische Passagiere kamen dabei ums Leben.

Neue Tragödie schockt Holland - Maxima & Willem-Alexander - Ehe in Gefahr! - Jetzt müssen sie um ihr Glück kämpfen
Der Artikel beginnt so:

Nur selten brechen Ehekrisen wie plötzliche Unwetter über ein Paar herein. Meist zeigen sich erst einige Wolken am Himmel, dann werden es immer mehr – bis schließlich ein Dauerregen des Zweifels das Fundament des gemeinsamen Glücks unterhöhlt. Auch bei Maxima (43) und Willem-Alexander (47) scheint nun eines zum anderen zu kommen. Die neue Tragödie um die 193 niederländischen Todesopfer beim Flugzeugabschuss über der Ukraine ist eine weitere Belastung. Und viele Holländer fragen sich schockiert, ob die Liebe der beiden nun zerbrechen könnte.


Und zum Schluss mal andersherum. Welche Geschichte verbirgt sich wohl hinter folgender Schlagzeile der “frau aktuell”?Stefanie Hertel - Skandal an ihrem Geburtstag

Ihr Freund konnte nicht mitfeiern, weil er einen Auftritt hatte.


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Genau wie bei Prinz Friso (6)
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Genau wie bei Prinz Friso (6)

Der Wahnsinn hört nicht auf. Die Flut von Schumacher-Artikeln ist gewaltig. Trotzdem — oder gerade deswegen — wollen wir sie zumindest ansatzweise dokumentieren.

Darum hier zwei Beispiele, Anfang der Woche willkürlich aus dem Regal gepickt.

Die “Freizeit Revue” hat in einem kurzen Anflug von Journalismus tatsächlich mal bei Schumachers Familie nachgefragt, ob es denn was Neues gebe.

Schumachers Managerin Sabine Kehm antwortete:

“Sicher wissen Sie aus den vergangenen Monaten, dass ich grundsätzlich weder Zwischenstände über den Heilungsverlauf von Michael gebe noch Angaben zu privaten Themen mache.”

Schlagzeile?

Michael Schumacher - Endlich nach Hause! - In dieser Klinik kann er wieder sprechen lernen

Die “Freizeit Revue” will nämlich “vor Ort” erfahren haben, dass Schumacher in eine andere Klinik verlegt werde. Sabine Kehm wollte auf diese Spekulation “Information” zwar nicht eingehen, aber das hindert die “Freizeit Revue” nicht daran, sie trotzdem breitzutreten. Schließlich sei die “idyllisch gelegene Privat-Klinik” mit ihrer modernen Ausrüstung und ihrem tollen Team perfekt für “Patienten wie den Formel-1-Champion”.

Und das Beste: Sie liegt nur zwei Kilometer vom Schweizer Anwesen der Familie entfernt.

Wahn! Sinn!

Zweites Beispiel: Die “Woche der Frau”. Die hat auch eine Klinik gefunden, die “perfekt” für Schumacher wäre (weil sie “auf Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma spezialisiert” und “nicht zu weit weg von Schumis Zuhause entfernt” sei), allerdings eine ganz andere als die “Freizeit Revue”. Aber das ist nur ein Nebenaspekt des Textes. Eigentlich geht es um etwas ganz anderes.

Der Artikel beginnt so:

Der tägliche Gang zum Briefkasten ist für die meisten Menschen so normal wie die Tasse Kaffee zum Frühstück. Ein junger Mann aus Irland aber erlebte dabei gerade die Überraschung seines Lebens. In dem täglichen Stapel aus Werbung und Briefen nämlich befand sich — Post von Schumi!

Ein brauner Umschlag, abgestempelt am 7. Mai in Gland (Schweiz). Darin: Autogramme von Michael Schumacher (45)!

Der Ire hatte im November bei Schumachers Management um Autogramme gebeten. Die bekam er erst jetzt, wurde aber darauf hingewiesen, dass sie aus dem vergangenen Jahr stammen.

Für die “Woche der Frau” ist das alles ein untrügliches Zeichen.

Und das macht so viel Hoffnung! Fast scheint es ja, als ginge der “normale Fanbetrieb” wieder los. Würden seine Familie und sein Management das zulassen, wenn sie nicht fest davon ausgingen, dass Michael wieder gesund wird?

So eine Entscheidung fällt man nicht, wenn man zweifelt. Man fällt sie voller Optimismus. Der braune Briefumschlag, der gerade von Schumis Schweizer Büro aus den Weg nach Irland fand, wirkt da wie ein Versprechen, das so viel Hoffnung macht.

Was für ein berührender Moment: Post von Schumi!

Zwei Geschichten von Dutzenden, eine bekloppter als die andere. Der Wahnsinn hört nicht auf.


Siehe auch:
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