Schlagzeilenbasteln (147)
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Schlagzeilenbasteln (147)

Heute mal wieder ein Schlagzeilenbasteln. Das Prinzip dabei wie immer: Wir nennen Euch eine kurze Nachricht, und Ihr ratet, welche irre Schlagzeile man daraus basteln könnte.

Alles klar? Dann los …

Prinz Henrik von Dänemark, Ehemann der dänischen Königin Margrethe, war nicht bei den Feierlichkeiten zum 75. Geburtstag seiner Frau, stattdessen flog er nach Venedig. Nach seiner Rückkehr soll er in zwei Krankenhäusern untersucht worden sein.

Frederik und Mary - Demenz - Die bangen Stunden vor der Diagnose

Prinz Frederik ist der Sohn von Henrik und Margrethe. Mary ist Frederiks Ehefrau. Und die “Freizeit Woche” vermutet nun:

Steckt hinter dem seltsamen Benehmen ihres [Marys] Schwiegervaters, der nicht zum Geburtstag der Königin erschienen und stattdessen verwirrt nach Venedig geflohen war, in Wahrheit eine Demenzerkrankung?

Dann dürften es momentan auch für Mary bange “Stunden vor der Diagnose” sein, spekuliert die “Freizeit Woche”. Denn die Schweinchen Schlau aus der Redaktion wissen:

Demenz ist erblich. Nun bangt sie um die Gesundheit ihres Ehemannes Frederik (46).


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Plötzliche theoretische Möglichkeit
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Plötzliche theoretische Möglichkeit

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um diese, ähm, taktvolle Schlagzeile der “Freizeitwoche”:

Stefanie Stappenbeck - Plötzlicher Kindstod - Der Albtraum jeder Mutter

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Heute geht es um die Schauspielerin Stefanie Stappenbeck. Die 40-Jährige hat eine einjährige Tochter. Und die Zeitschrift “Freizeitwoche” hatte wohl mal wieder Themenmangel: Sie schockte die Leserschaft auf der Titelseite mit “Stefanie Stappenbeck — Plötzlicher Kindstod”. Sagt mal, Jungs, wenn man diese Meldung liest, geht man eigentlich davon aus, dass die einjährige Tochter von Frau Stappenbeck am plötzlichen Kindstod gestorben ist, oder?

Mats: Genau. Am Anfang der Geschichte wird beschrieben, wie Stefanie Stappenbeck sich mit ihrem Mann zusammen rührend um ihr Kind kümmert, da wird szenisch beschrieben, wie die beiden im Interview sitzen und sich mit dem Kind beschäftigen. Für mich klang das alles so, als sei das der emotionale Einstieg und dass irgendwann der Knall kommt: Jetzt ist es aber nicht mehr so, jetzt können sie sich nicht mehr um ihr Kind kümmern, denn es ist gestorben am plötzlichen Kindstod. Bis zu dieser Stelle: “Das Mädchen schläft sogar mit im Bett seiner Eltern und wird keine Minute aus den Augen gelassen. Fürchtet die Berlinerin nicht den plötzlichen Kindstod? ‘Nein’, weist Stefanie Stappenbeck diese Befürchtung entschieden zurück.” Da kommt dann tatsächlich auf einmal der große Knall, aber es ist nicht das, was ich vermutet hatte beim Lesen, sondern dass das Kind noch lebt und es einfach nur die theoretische Möglichkeit des plötzlichen Kindstods gibt. Das benutzt die “Freizeitwoche” dann, um diese Schlagzeile zu generieren.

Es ist ja irgendwie eine komplette Irreführung, wenn man so will. Wie sieht es mit so einer Meldung denn rechtlich aus? Man erkennt ja erst im Artikel, dass hier nur eine eventuelle Gefahr umschrieben wird.

Moritz: Ja, eine völlige Katastrophe, diese Überschrift. Aber natürlich sehr bewusst gewählt von der “Freizeitwoche”. Das ist erstmal ein Knalleffekt auf der Titelseite: “Plötzlicher Kindstod”. Nun kennt nicht jeder Stefanie Stappenbeck …

Ich kannte sie, ehrlich gesagt, auch nicht.

Moritz: Die spielt immer mal wieder im Tatort mit, hat auch mal einen Deutschen Fernsehpreis gewonnen. Sie ist jetzt nicht die allererste Garde, aber darum geht’s der Redaktion der “Freizeitwoche” wahrscheinlich auch gar nicht. Die haben einfach die Chance gewittert: Ah, hier, die Stappenbeck hat sich zum Thema Kindstod geäußert. Zwar in einer negativen Art und Weise, sie sieht also keine Gefahr, aber dennoch hat sie sich dazu geäußert, also können wir es dick und fett auf die Titelseite packen, und das wird die Leserinnen und Leser und potentiellen Käufer sicherlich ansprechen, die werden zugreifen. Da wittern die Verlage ja auch immer die Chance einer höheren Auflage und eines höheren Verkaufserlöses. Aber aus rechtlicher Sicht — also ethisch müssen wir nicht drüber sprechen: Die Titelzeile ist relativ verwerflich, und es ist unserer Meinung nach nicht mit journalistischen Grundsätzen zu vereinbaren, so zu tun, als wäre ein Kind gestorben, und am Ende: Ätsch, doch nicht, der Tochter geht’s ganz prächtig und sie wird super umsorgt von ihren Eltern. Tja, und presserechtlich gesehen: Durch die Aussagen von Stefanie Stappenbeck geht es grundsätzlich natürlich schon um das Thema “plötzlicher Kindstod”. Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass die Art und Weise, wir der Artikel auf dem Cover angekündigt wird, auch rechtlich angreifbar sein könnte.

Das macht die Regenbogenpresse ja gerne mal: Eine Schlagzeile der “Freizeit im Blick” aus dem letzten Jahr lautete ähnlich. Auch hier wurde mit dem plötzlichen Kindstod in der Überschrift hantiert, damals mit Stefan Mross, obwohl dies ja keineswegs so war.

Mats: Genau. Diese Methode funktioniert natürlich auch bei positiven Schlagzeilen. Zum Beispiel: “Helene Fischer — Babyglück”, obwohl sie gar kein Kind bekommen hat. Aber da ist es dann eben nur die theoretische Möglichkeit, dass sie demnächst mal ein Kind kriegen könnte. Aus solchen Konstrukten basteln sich die Regenbogenhefte ihre Schlagzeilen ganz gerne zusammen. Am liebsten nutzen sie die Methode aber, wenn es um etwas Schlimmes geht: plötzlicher Kindstod oder Krankheiten oder Skandale, irgendwelche Dramen. Die müssen gar nicht in Wahrheit passiert sein, da reicht schon die Möglichkeit, dass etwas passieren könnte, um da eine Schlagzeile draus zu basteln.

Moritz: Das ist natürlich ganz schön problematisch, wie die “Freizeitwoche” hier vorgeht: Wie sollen sich dann überhaupt noch Prominente äußern? Wobei es noch nicht mal Prominente sein müssen. Das gilt auch für Leute aus dem ganz normalen Leben. Ein theoretischer Fall: Ich gehe hier in Berlin über die Straße, da kommt irgendein blöder Reporter von der “Freizeitwoche” an und fragt, was ich gerade mache. Meine Antwort: Ich gehe zum Arzt, Prostatakrebs-Vorsorge. Und in der nächsten Woche titelt das Blatt groß: “Moritz Tschermak — Prostatakrebs”. Das ist natürlich alles andere als lustig und schränkt einen dann auch ziemlich in den Sachen ein, die man sagen kann, ohne dass sie einem im Mund umgedreht werden.

Krankheiten und Tod sind ja erstmal etwas sehr Unschönes. Und das dann so in einer Schlagzeile festzuhalten, ist auch sicher ein Problem. Was blüht der Zeitschrift denn im schlimmsten Fall, falls Stefanie Stappenbeck das nicht gefällt, was da steht?

Mats: Generell gibt es die Möglichkeit, sich beim Presserat zu beschweren. Da droht dann im schlimmsten Fall eine öffentliche Rüge, die das Heft eigentlich abdrucken müsste. Aber wenn der Verlag das nicht tut, hat es auch keine Konsequenzen. Und dann könnte Stefanie Stappenbeck auch juristisch dagegen vorgehen. Da würde im schlimmsten Fall eine Gegendarstellung oder eine Richtigstellung der Redaktion drohen. Und vielleicht sogar Schmerzensgeld. Aber das halten wir für recht unwahrscheinlich, denn es ist ja recht clever gemacht von der “Freizeitwoche”. Die würden sich da vermutlich noch irgendwie rausschlingern, wenn es zu einem Prozess kommen würde. Das wiederum würde sowieso auch erstmal voraussetzen, dass Frau Stappenbeck von dem Artikel mitbekommt und dass sie dagegen vorgeht. Da sind wird uns allerdings nicht sicher, ob das passieren wird.

Passiert das denn überhaupt höufiger mal, dass die Prominenten sagen: Das lasse ich mir nicht gefallen, hier will ich eine Gegendarstellung?

Moritz: Gerade aktuell muss die “Viel Spaß” eine dicke, fette Richtigstellung zu Günther Jauch abdrucken. Da geht’s um einen Artikel von 2011, das schien also auch ein relativ langer Prozess gewesen zu sein, bis da mal ein endgültiges Urteil gefällt wurde. Die Richtigstellung prangt über die gesamte Breite und gut ein Drittel der Höhe der Titelseite — nicht besonders schön für den Verlag. Und das kann dann vielleicht auch mal den Verkauf ganz gut beeinträchtigen. Durch die Richtigstellung fällt ja Platz weg für Themen, die man auf der Titelseite beispielsweise mit der schönen Schlagzeile “Plötzlicher Kindstod” anteasern könnte. Solche Richtig- oder Gegendarstellungen sind dann auch das, was die Redaktionen und Verlage am meisten stören dürfte. Selbst wenn die in den seltensten Fällen mal Schmerzensgelder zahlen müssen plus Prozesskosten, kratzt die das nicht wahnsinnig. Das wird von denen auch oft einkalkuliert. Die wissen schon sehr genau, bei welchen Geschichten es vielleicht eine Klage geben könnte. Und da rechnen sie dann gegen: So und so viel Tausend Euro Kosten, die sie durch einen Prozess hätten, aber die Auflage wird durch die knallige Überschrift doch noch einmal etwas höher sein. Das ist dann eine recht perfide Kalkulation.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Schlagzeilenbasteln (112)
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Schlagzeilenbasteln (112)

Welche Überschrift könnte man aus folgender Nachricht basteln?

Chris O’Neill, Ehemann der schwedischen Prinzessin Madeleine, hat 2008 eine “Traumvilla im Nobelort Palm Beach” gekauft — angeblich mit Hilfe eines Millionenkredits, den er recht flott wieder zurückgezahlt haben soll.

(Aus Zeitgründen heute schon direkt mit Auflösung …)

Chris und Madeleine - Traumvilla auf Pump! Warum macht er nicht endlich reinen Tisch?


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Schlagzeilenbasteln (105)
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Schlagzeilenbasteln (105)

Welche Schlagzeile könnte man zu folgenden Informationen stricken?

Im schweizerischen St. Gallen …
… gab es am 17. Januar zwei Raubüberfälle.
… gab es am 23. Januar einen Amoklauf mit einem Toten.
… gab es am 29. Januar wieder zwei Raubüberfälle.
… hat am 30. Januar ein Autofahrer andere Autos beschädigt.
… ist am 31. Januar ein betrunkener Autofahrer nach einem Unfall geflüchtet und am selben Tag eine Fahrerin über eine rote Ampel gefahren und hat dabei ein Kind schwer verletzt.

Paola Felix - Was für ein Schock! Ihr Lebenstraum ist in Gefahr

Schock-Nachrichten für Paola! Jeder weiß, dass sie alleine in dem großen Haus lebt. Zwar ist alles gut gesichert, aber die Angst sitzt ihr bestimmt im Nacken, wenn in der Nachbarschaft immer wieder eingebrochen wird oder auch Menschen nur wenige Meter von ihr entfernt Amok laufen. Wer fühlt sich dann in seinem geliebten Zuhause noch wohl? Nichts wie weg von hier, das wäre wohl der erste Gedanke.

Dass der Amoklauf im Kanton St. Gallen stattfand und nicht in der Gemeinde — geschenkt. Aber dass Ihr, alte Securityexperten der “Freizeitwoche”, für all die interessierten Einbrecher eine Luftbild-aufnahme von Paola Felix’ Haus abdruckt, lässt uns an Eurer Anteilnahme dann doch zweifeln.


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Krisen auf der Wiesn
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Krisen auf der Wiesn

Auf dem Oktoberfest werden ja bekanntlich mehr Ehen gebrochen als geschlossen, und das ist toll. Also — toll für die Regenbogenpresse. Denn wenn es eins gibt, worüber die Knallhefte noch lieber berichten als über Helene-Fischer-Zeugs, dann sind es Eheprobleme bei Promis. Und von denen tummeln sich auf der Wiesn nun mal besonders viele.

Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendeine Schlagernase zu tief in einem fremden Ausschnitt steckt oder eine Moderatorin besoffen über ihren Gatten lästert, ist auf dem Oktoberfest also deutlich höher als irgendwo sonst in Deutschland und in der weiten Welt.

Doch den bunten Blättern reicht auch schon viel weniger, um einem Promipaar eine Wiesn-bedingte Ehekrise anzudichten. Zum Beispiel den Beckers. Die waren auch auf dem Oktoberfest, und schon kreischt die “Neue Post” auf dem Cover:

Boris Becker - Trennungs-Drama!

Im Innern spricht sie gar von “Betrug” und der “Nacht, in der er seine Ehe verspielte”. Auch in der “Woche der Frau” ist von einer “dramatischen Nacht” die Rede, das Blatt sieht schon den “endgültigen Bruch” bei den Beckers kommen, und die “Freizeitwoche” stellt die (rein rhetorische) Frage:

Lilly und Boris Becker - Ist das das Ende?

Der Grund für das angebliche Drama: Lilly Becker verließ die Party angeblich früher, weil ihr Sohn angeblich krank geworden war und angeblich ins Krankenhaus musste. Und Boris, der Ehemann und Vater? Der ließ “sein eigenes Kind im Stich”, “feierte ohne seine Frau […] weiter und flirtete, was das Zeug hielt” — angeblich.

In der Tat postete “Bobbele” am ersten Wiesn-Wochenende im Internet ein Foto von sich mit drei jungen Frauen im Dirndl, was für die bunten Blätter nunmehr der endgültige Beweis ist: “Es scheint wirklich alles aus zu sein …”

So schließt die “Woche der Frau” dann auch mit den Worten: “Wir hoffen, dass sie sich versöhnen”. Und selbst wenn der Rest der Geschichte stimmt — das ist garantiert gelogen.


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Laufendes Unheil
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Laufendes Unheil

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um eine “Sensationelle Prognose” in der “Freizeitwoche”:

Fernheilung? Michael Schumacher - Sensationelle Prognose - Kann dieser Arzt ihn wirklich ganz gesund machen?

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Moritz, heute hast Du nicht weniger als ein Wunder mitgebracht. Was ist da los?

Tatsächlich ein großes Wunder. Die “Freizeitwoche”, ein Heft, das jede Woche auf dem Regenbogenmarkt erscheint, hat eine Wunderheilung bei Michael Schumacher ausmachen können. Sie steht noch nicht ganz fest, aber die Chancen stehen nicht schlecht und, ja, es könnte bald soweit sein, dass er komplett geheilt ist.

Daran Anteil hatte vor allen Dingen eine interessante Person, möchte ich mal sagen.

Der Artikel hat eine ganz zentrale Person, nämlich Dr. Wolfgang Krüll. Das ist jemand, den man so erstmal nicht kennt, aber die “Freizeitwoche” stellt ihn uns gerne vor. Denn Dr. Krüll ist in gewisser Weise ein Wunderheiler, indem er jeden Tag im Schnitt bis zu 50 Kilometer läuft, also eine längere Strecke als einen Marathon jeden Tag.

Wer kann, der kann …

Genau, der sieht auch fit aus auf dem Foto, ein drahtiger Typ. Und das Ganze nennt er den “‘Healing-Run’”, übersetzt also in etwa “Genesungslauf”. Dr. Krüll sagt selber, er setzt beim Laufen so viel Energie frei, die kann er ohne Probleme Michael Schumacher schicken. Und das hilft dann richtig beim Genesungsprozess des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters.

Also die Energien werden dann rübergesendet, wenn er läuft.

Ob das nun permanent geschieht, also direkt parallel rübergesendet wird, oder ob er sie während des Laufens sammelt und dann als eine Ladung schickt — das weiß ich nicht. So sehr geht der Artikel auch nicht ins Detail. Aber eine wichtige Voraussetzung hat Dr. Krüll schon geschaffen: Er hat auch Michael Schumacher Bescheid gesagt, dass er ihm diese Energie schicken wird. Denn das, sagt Krüll, ist eine wichtige Voraussetzung, dass derjenige, der die Energie gesendet bekommen soll, auch weiß, dass da was kommt, und das dann auch annehmen kann.

Kennen sich die beiden denn gut, Schumi und der Zauber-Arzt?

Nun ja, das kann ich von meiner Position aus schwer einschätzen. Der Zauber-Arzt selber sagt “ja”. Er meint auch, schon seit einer ganzen Weile Michael Schumacher zu kennen, als er nämlich mal beim “Westdeutschen Rundfunk” war. Da hat er den Nürburgring besucht und dort Schumi getroffen. Und er sagt, daraus habe sich “‘eine Art Freundschaft entwickelt’”. Das ist vielleicht etwas fragwürdig, weil er direkt im Anschluss erzählt, dass er sich ins Klinikum in Grenoble in gewisser Weise als Arzt einschleichen musste, um Schumi vom “Healing-Run” zu erzählen. Ein richtiger Freund, denke ich, dürfte auch so ans Krankenbett kommen. Aber Herr Krüll musste sich dort einschleichen. Also so ganz geheuer ist mir das nicht.

Gibt es denn irgendwelche Belege für diese innige und enge Freundschaft — ein Foto der beiden gemeinsam, ein Zitat von Schumi, irgendwas?

Weder noch. Also wenn es so etwas gibt, dann hat die “Freizeitwoche” es nicht dokumentiert. Nein, vermutlich gibt’s das nicht. Im Gegenteil: Auf mich wirkt die Beziehung sehr einseitig. Auch wenn man sich den Twitter-Account dieses Arztes mal anguckt. Da dokumentiert er nämlich den “Healing-Run” jeden Tag. Und das wirkt ansatzweise etwas fanatisch. Er malt auch Bilder für Michael und Corinna Schumacher, schreibt dann “ewige Liebe” und “Leidenschaft” drauf. Er scheint Michael Schumacher sehr zu verehren und freut sich dann wohl, mit seinem “Genesungslauf” einiges beitragen zu können, dass es Schumi bald besser geht.

Normalerweise besprechen wir hier oft Fälle, in denen unmittelbar jemandem geschadet wird, Lügen, Intrigen verbreitet, Gerüchte oder auch Sachen aus der Privatsphäre. Der Artikel ist schon besonders interessant, weil das hier nun alles nicht der Fall ist. Ist es deswegen vielleicht besonders perfide?

Wir finden immer, dass diese Lügengebilde der Regenbogenpresse direkt erstmal den Prominenten schaden, um die es da geht und über die falsche Sachen behauptet werden. In diesem Fall ist es jetzt nichts Rufschädigendes über Michael Schumacher. Man darf aber auch nicht vergessen, dass ein permanenter Betrug am Leser stattfindet, dass der Leser und die Leserin übers Ohr gehauen werden. Bei diesem Artikel muss man bedenken, dass die “Freizeitwoche” die Geschichte zur großen Titelgeschichte macht, “Sensationelle Prognose” rüberschreibt und der geneigten Leserin vermittelt: Hier, wir haben eine tolle Geschichte über Michael Schumacher, greif mal zu, kauf mal — und wieder ein bisschen was von der Rente weg. Das ist unserer Meinung nach wieder ein typischer Fall vom Betrug am Leser, den wir gern dokumentieren wollen.

Jetzt geht es Michael Schumacher zwar besser, aber noch lange nicht gut. Vor seinem Unfall, wie ist der denn so mit der Boulevardpresse umgegangen? War er eher ein schwieriger oder ein dankbarer Promi?

Ich vermute mal, aus Sicht der Boulevardpresse und der Regenbogenblätter: eher schwierig, weil sie früher nichts über ihn gebracht haben. Das ist ein Prominenter, der etwas zurückgezogener in der Schweiz lebt und da keine großen Skandale hat. Dementsprechend taugt er nicht für die großen Schlagzeilen. Wir haben in der Zeit, in der wir die Regenbogenpresse beobachtet haben, vor dem Ski-Unfall von Michael Schumacher ihn nie so richtig wahrgenommen. Er ist eigentlich erst mit seinem Unfall Ende Dezember in der Regenbogenpresse aufgetaucht.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s am Montag immer hier bei uns im Blog zum Nachhören.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Kein Mikro-Chip in Schumacher
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Kein Mikro-Chip in Schumacher

Bei der “Freizeitwoche” ärgern sich die Mitarbeiter schwarz. Sie haben doch tatsächlich etwas Falsches berichtet, Kruzifix nochmal! In dieser Titelgeschichte über Michael Schumacher ist es ihnen passiert:

Michael Schumacher - Endlich! - Kommt er noch in diesem Sommer nach Hause?

Und weil das alles wirklich blöd gelaufen, und die Redaktion auch nur “einer Fehlinformation aufgesessen” sei, druckt sie in ihrer aktuellen Ausgabe eine “Berichtigung”:

Berichtigung - In der Ausgabe Nr. 32 vom 30. Juli 2014 haben wir unter Bezugnahme auf einen Artikel der englischen Zeitschrift "Daily Mail" berichtet, dass die Familie von Michael Schumacher kroatische Neurologen kontaktiert habe, damit Michael Schumacher nach deren revolutionärem Mikro-Chip-Verfahren behandelt werde. Tatsächlich gab es einen solchen Kontakt nicht. Eine Behandlung durch die besagten Ärzte ist also nicht geplant, Herrn Schumacher soll auch kein solcher Mikro-Chip implantiert werden. Wir bedauern, dass wir einer Fehlinformation aufgesessen sind. Rastatt, 21. August 2014 - Freizeitwoche Verkag GmbH & Co. KG

Hört mal, alte Bedauerer der “Freizeitwoche”, uns fallen spontan zwei mögliche Maßnahmen ein, um solchen Stuss von vornherein zu vermeiden: nachfragen oder nachdenken. Weder das eine noch das andere scheint zu Eurem Standard-programm zu zählen.

Durch die Berichtigung dürfte das Heft jedenfalls einer Gegendarstellung zuvor-gekommen sein. Die hätte dann hässlich und wenig verkaufsfördernd auf dem Cover prangen können.

Wie so eine verschandelte Titelseite aussieht, zeigt “Das neue Blatt” eindrucksvoll und gleich mehrfach. Die Redaktion hatte über Eheprobleme von Doris Schröder-Köpf und Gerhard Schröder spekuliert. Das fanden der frühere Bundeskanzler und seine Ehefrau offenbar nicht ganz so witzig. “Das neue Blatt” musste in der digitalen Ausgabe die Schlagzeile verdecken:

Mit weißer Fläche versehenes Cover von "Das neue Blatt"

Und auch Günther Jauch ging gegen “Das neue Blatt” vor. Die Mitarbeiter titelten einst, “Das verheimlichte Alkohol-Drama” des TV-Moderators “enthüllt” zu haben. Die Geschichte hatte für sie auch kein so richtig gutes Ende — sowohl auf dem Cover der Digitalausgabe …

Mit weißen Flächen versehenes Cover von "Das neue Blatt"

… als auch im Heftinneren mussten sie reichlich weiße Flächen montieren:

Mit weißen Flächen versehener Artikel über Günther Jauch.

Die Anwaltskanzlei, die Günther Jauch vertritt, bestätigte uns, dass derzeit ein Verfahren gegen das Bauer-Blatt läuft.

Gegen die “Woche der Frau” von der Mediengruppe Klambt war die Kanzlei bereits erfolgreich: Das Heft musste in seiner vergangenen Ausgabe (Nummer 35) eine Gegendarstellung abdrucken.

In der aktuellen Ausgabe (Nummer 36) muss die “Woche der Frau” eine weitere Gegendarstellung des Moderators bringen:

Gegendarstellung - In "Woche der Frau" vom 13. August 2014 heißt es auf Seite 11 in einem Artikel mit der Überschrift "Böses Spiel mit Günther Jauch - Als Lockvogel missbraucht!" in Bezug auf eine Werbeanzeige für die FAZ: "Ob er das Geld dafür auch spendete? Gut möglich." - Hierzu stelle ich fest: Ich habe für die FAZ-Werbeanzeige kein Honorar erhalten. Potsdam, den 18. August 2014 - Günther Jauch - Günther Jauch hat Recht. Die Redaktion

All die eigenen Fehler und die daraus resultierenden rechtlichen Auseinander-setzungen hindern die “Woche der Frau” aber nicht daran, auch in dieser Ausgabe wieder groß über Jauch zu titeln. Mehr dazu gibt’s am Wochenende Montag — in der neuesten Ausgabe topfvollgold zum Hören.


Mit Dank an Stefan N. für den Hinweis.


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Schlagzeilenbasteln (94)
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Schlagzeilenbasteln (94)

Welche Nachricht verbirgt sich wohl hinter der folgenden Schlagzeile?

Florian Silbereisen - Schwere Krise - Warum Helene ihm jetzt nicht helfen kann

Es war ein Desaster! Seine Show “Das Sommerfest am See” wollten nur 3,63 Millionen Zuschauer sehen – das zweitschlechteste Ergebnis aller Feste der letzten 20 Jahre! Ein Drama für Silbereisen (32), das entsetzlich an ihm nagen muss.

Und warum “Helene ihm jetzt nicht helfen kann”, beantwortet die “Freizeitwoche” so:

Alle Sender und Veranstalter reißen sich um die schöne Sängerin. Das muss auch an Flori nagen, auch wenn er ihr sicher den Erfolg von Herzen gönnt. Kein Mann ist wirklich richtig glücklich darüber, wenn eine Frau ihn so lockerleicht überholt – vor allem, wenn es auch noch die eigene Lebensgefährtin ist. Eine harte Probe für die Liebe, an der sicher viele Paare zerbrechen!


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Genau wie bei Prinz Friso (5)
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Genau wie bei Prinz Friso (5)

stapel2Das sind die Hefte mit Michael-Schumacher-Schlagzeilen, die wir bisher gesammelt haben. Und dabei kriegen wir mit Sicherheit nicht jeden Artikel mit. Dennoch: Der Stapel wächst mit jeder Woche. Der Wahnsinn will einfach kein Ende nehmen.

Seit fünf Monaten führen die Redaktionen die Leser immer wieder in die Irre. Auf ihren Covern suggerieren sie, es gebe Neuigkeiten zu Schumachers Gesundheitszustand — “Neue Hoffnung”, “Neue Sorgen”, “Medizinische Sensation”, “Die ersten Schritte”, “Tränen-Tragödie”. Und wie immer steckt dahinter: nichts. Nur Gerüchte und Spekulationen und die Fantasie der Autoren.

Einer der beliebtesten Tricks geht so: Irgendein Mediziner hat irgendwann mal irgendwas zum Thema “Koma” gesagt. Zum Beispiel:

“Es gibt Fälle, in denen die Patienten nicht mehr wissen, wer die Familie ist.”

Und zack:
Lieber Gott, lass es nicht wahr sein! - Corinna Schumacher - Erkennt ihr Michael sie nicht mehr?

Oder: Ein Arzt, “der Schumis Ärzte in Grenoble gut kennt”, soll gesagt haben, dass “theoretisch” die Chance bestehe, dass Schumacher “wieder Auto fährt”. (Warum auch immer.)

Zack:
Michael Schumacher - Überraschende Prognose - Es gibt die Chance, dass er wieder Auto fährt

Einige der zitierten Mediziner wissen wahrscheinlich nicht mal, dass sie (oft auch mit Foto) in den Heften auftauchen. In manchen Fällen wurden die Aussagen offenbar einfach aus anderen Quellen übernommen.

Oft wird das Geschwafel noch mit einer dicken Schicht aus Kitsch und geheucheltem Mitleid überzogen, wobei dann solche Geschichten entstehen:Michael Schumacher - Tränen-Tragödie! - Ausgerechnet jetzt! Wie soll die Familie das verkraften?

Der Artikel handelt davon, dass es Corinna Schumacher jetzt ziemlich schlecht gehen muss, obwohl sie so viel Geld hat.

Im Innern lautet die Überschrift:Das Tränen-Paradies der verlorenen Träume

Und womit beginnt ein solcher Artikel? Na klar:Die Liebe erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. (Bibel, 1 Korinther 13)

Aber es sind nicht nur die Mediziner und die Bibel, die für die Spinnereien der Regenbogenpresse herhalten müssen. Die “Freizeitwoche” etwa bedient sich noch ganz anderer Quellen. Vor Kurzem versprach sie auf dem Cover ebenfalls neue Informationen:Michael Schumacher - Wie geht es ihm wirklich? - Jetzt gibt es ungewöhnliche Neuigkeiten

Es gebe “neue Anzeichen für eine positive Wende”, schrieb das Blatt.

– und zwar aus dem Universum!

Denn der “FREIZEITWOCHE-Astrologe Michael Waha (50)” hat in die Sterne geschaut und “einen Ausblick in die Zukunft” gegeben. Im Ernst:

Der Planet Mars sorgt ab Juli für deutliche Fortschritte beim Heilungsprozess. Weitere Glücksaspekte werden diese Entwicklung im Herbst unterstützen. Es besteht Hoffnung auf eine nachhaltige Stabilisierung des Gesundheitszustands, vor allem ab Ende Juli. Dann wandert Mars in das Sternzeichen Skorpion. Ob Michael vollständig geheilt wird, ist unklar. Folgeschäden können nicht ausgeschlossen werden.”

Prognosen aus dem Universum, Bibel-Zitate, Ferndiagnosen — so geht das jede Woche. Für die kommenden Schlagzeilen haben die Kaffeesatzleser und Pendelschwinger bestimmt schon die Tarotkarten zurechtgelegt.


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Prinz Charles und die tote Frau

Prinz Charles und die tote Frau

Wenn man lange genug sucht, findet man in jedem Keller eine Leiche. Zur Not muss man “Leiche” nur etwas großzügiger definieren. Oder “Keller”. Oder beides.

Die Leute von der Regenbogenpresse sind verdammt gut darin, Leichen, die keine sind, in Kellern zu finden, die ebenfalls keine sind. Die “Freizeitwoche” schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe aber tatsächlich mal über eine echte Tote. Gefunden wurde die junge Frau in England. Und sie ist der “Freizeitwoche” deshalb eine große Geschichte wert, weil sie nicht irgendwo gefunden wurde, sondern auf dem Grundstück von — aufgepasst! — Prinz Charles.

“Mysteriös: Auf dem Grundstück von Prinz Charles (65) wurde ein verbrannter Leichnam entdeckt”, verkündet das Blatt und rätselt: “Wer ist die mysteriöse Tote auf seinem Anwesen?”

Nun muss man wissen, dass das “Grundstück” von Prinz Charles etwas größer ist als das eines durchschnittlich adeligen Briten. Als Sohn der Chefin kommt da gut was zusammen. Und so wurde die Tote auch nicht zwischen Charles’ Rasensprengern hinterm Buckingham Palace gefunden, sondern in einer Hügellandschaft in der englischen Grafschaft Devon.

Aber immerhin: Die Leiche ist echt. Jemand hatte die verbrannten Knochen der Frau zusammen mit Schmuck in ein Fell eingewickelt, war auf einen der höchsten Hügel gestiegen und hatte dort alles in einer kleinen Steinkiste vergraben. Das muss jetzt so ungefähr 4000 Jahre her sein. Wir befinden uns in der frühen Bronzezeit.

Eine recht betagte Tote also. Exhumiert wurden ihre Überreste erst vor ein paar Jahren von Archäologen. Das verrät die “Freizeitwoche” auch alles im Text. Auf dem Cover hat sich die Redaktion aber für eine Kurzversion ohne den ganzen Klimbim entschieden:

Prinz Charles - Schock-Fund - Mysteriöse Tote auf seinem Anwesen

Verkauft sich sicher auch besser als ein Museumsstück.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Genau wie bei Prinz Friso (3)

Genau wie bei Prinz Friso (3)

Wir hatten ja schon befürchtet, dass sich die Regenbogenhefte auf den Unfall von Michael Schumacher stürzen würden wie eine Horde ausgehungerter Hyänen. Und dass sie auch dann, wenn die seriösen Medien längst von Schumacher abgelassen hätten, immer noch unbeirrt weiterhacken würden, Woche für Woche mit neuen Spekulationen und irreführenden Schlagzeilen. Eben genau wie bei Prinz Friso.

Inzwischen zeigt sich, dass wir recht hatten. Leider.

Während selbst die Boulevardmedien Michael Schumacher und dessen Familie allmählich in Ruhe lassen wenigstens eine Zeitlang in Ruhe gelassen haben, ging und geht der Wahnsinn in der Regenbogenpresse einfach nahtlos weiter. Jedes Gerücht wird gleich zu einer Titelstory aufgeblasen, jedes angebliche Blinzeln direkt zum “Wunder” erklärt.

Im Ernst: Als die französische Zeitung “L’Équipe” neulich unter Berufung auf “sehr sichere Quellen” berichtete, Michael Schumacher befinde sich in der Aufwachphase und habe geblinzelt, titelte die “Frau aktuell”:

Endlich gibt es neue Hoffnung - Michael Schumacher - Am Krankenbett geschah ein Wunder!Hunderttausendfach liegt diese Titelseite momentan in deutschen Kiosken aus. Bei wie viele Menschen sie wohl schon den Eindruck erweckt hat, dass Schumacher plötzlich genesen sei?

Immerhin erfahren die, die das Heft kaufen und den Artikel lesen, was wirklich hinter dem “Wunder” steckt. Zumindest wenn sie sich durch den triefenden Schwulst aus Phrasen und Fiktion gekämpft haben, mit dem der anonyme Autor die Tatsachen ummantelt hat.

Schon ein kleines Augenzwinkern ist ein Erfolg. Ein Meilenstein. Ein strahlender Hoffnungsschimmer, in dem nicht enden wollenden Albtraum, der mit dem dramatischen Skiunfall von Michael Schumacher (45) am 29. Dezember letzten Jahres begann. Jetzt berichten französische Medien von einem Wunder, das an seinem Krankenbett geschah. Können Corinna (44) und die Kinder nun endlich aufatmen?

Gebannt wacht die Familie dieser Tage am Krankenbett des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters auf der Intensivstation. In der Hoffnung, auf ein weiteres kleines Blinzeln, Zucken oder Zwinkern. Ein minimaler Reflex, der ihnen versichert, dass ihr geliebter Mann und Papa in sein altes Leben zurückkehrt. Längst haben sich alle Beteiligten an den Anblick des hilflosen Sportlers gewöhnt. An all die Schläuche und die Pumpgeräusche der Beatmungsmaschine, die Schumi am Leben hält. Nun, wo die Aufwachphase begonnen hat, beobachten sie den Patienten mit großer Sorgfalt. Zwar warnt Michael Schumachers Sprecherin Sabine Kehm (47) vor verfrühter Euphorie und spricht von einem “Aufwachprozess, der sehr lange dauern kann.” Trotzdem werten Hirn-Trauma-Experten bereits kleinste Reflexe als positiv. Sie seien ein klares Indiz dafür, dass

und so weiter. Irgendwann kommt dann doch noch das Blinzel-Gerücht aus der “L’Équipe”, und der Text endet so schwülstig, wie er begonnen hat:

Vielleicht hat Schumi damit schon einen ersten Etappensieg errungen. Auf seinem bislang schwersten Grand Prix…

Auch die “Neue Welt” (die in solchen Fällen bekanntlich über besonders exklusive Informationen verfügt) tut so, als wisse sie genau, was sich an Schumachers Krankenbett (und in Corinnas Kopf) abgespielt hat:Überraschende Fortschritte - MICHAEL SCHUMACHER - Freudentränen am Krankenbett - Was die Ärzte sagen

Es gibt Momente im Leben, die kostbarer sind als alles andere auf dieser Welt. Corinna Schumacher (44) weiß am besten, was es bedeutet, dass der Glaube und die Hoffnung letztlich doch Berge versetzen können. Ihre Gebete, die sie immer wieder am Krankenbett ihres geliebten Mannes gesprochen hat, sind nun endlich erhört worden! […] “Schumis” Managerin Sabine Kehm [teilte] offiziell mit: “Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”.

Dann natürlich die Blinzel-Geschichte …

Die renommierte französische Zeitung “L’Équipe” berichtete hingegen, dass Michael sogar schon geblinzelt habe.

… und ein pathetischer Abgang:

Corinna hat allerdings vollstes Vertrauen in die Ärzte gesetzt, die ihren Michael nun schon seit Wochen behandeln. Ihnen verdankt man die ersten Freudentränen am Krankenbett ihres Mannes. Und Corinna ist sicher, dass ihr Mann den Weg zurück ins Leben findet.

Vergleichsweise zurückhaltend hat das “Echo der Frau” auf die Blinzel-Nachricht reagiert:MICHAEL SCHUMACHER - Nach all dem Hoffen & Bangen - Was wird nun?

Das Blatt ist im Gegensatz zu den meisten anderen Regenbogenheften sogar so fair, die Stellungnahme von Schumachers Managerin — die herausgegeben wurde, nachdem die “L’Équipe” über das Einleiten der Aufwachphase berichtet hatte — noch ein Stückchen weiter zu zitieren:

“Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”, teilte Sabine Kehm (46), die Managerin von Michael Schumacher, mit. “Es war ursprünglich die klare Absprache zwischen allen Beteiligten, diese Information zum Schutz der Familie erst zu kommunizieren, wenn sich dieser Prozess konsolidiert hat. Über Zwischenschritte werden wir keine Auskunft geben.” Eine Entscheidung, die die Fans des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters natürlich verstehen.

Und viele Journalisten natürlich nicht.

Wie die von der “Freizeit Spass”, die darüber jammern, dass die Managerin nicht “mehr” “verraten” wollte, und sich mit Hilfe eines “Experten” kurzerhand selbst um die “Prognose” kümmern:Michael Schumacher - Überraschende Prognose - Wie seine Zukunfts-Chancen jetzt wirklich stehen

Kurz zusammengefasst: Es gibt “Gefahr”, aber auch “Lichtblicke”. Überraschend.

Sabine Kehm hat in ihrer Stellungnahme übrigens noch einen Satz geschrieben, den wir bisher in keinem Regenbogenheft gefunden haben. Sie schrieb:

Die Familie von Michael Schumacher bittet erneut um Respekt für ihre Privatsphäre, das Arztgeheimnis und darum, die behandelnden Ärzte nicht in ihrer eigentlichen Arbeit zu stören.

Vermutlich werden wir diesen Satz in der Regenbogenpresse auch nie finden. Schon allein deswegen, weil er sich so schlecht mit solchen Fotos verträgt:Michael Schumacher: Nach dem schweren Ski-Unfall - Jetzt muss seine Corinna stark sein wie nie zuvorWir haben das Bild — hier zu sehen in der “Freizeit spezial” — unkenntlich gemacht; es zeigt Corinna Schumacher bei der Ankunft am Krankenhaus, aufgenommen während ihres täglichen Spießrutenlaufs durch die Journalistenmeute.

Die “Revue Exklusiv” hat eines dieser Fotos sogar auf der Titelseite abgedruckt, kombiniert mit einem der Lieblingsbegriffe in diesen Wochen: “Schicksal”.CORINNA SCHUMACHER - Wie erträgt sie dieses Schicksal? - Die Tragödie - So leiden die Kinder

Corinna in Tränen - MICHAEL SCHUMACHER - Er forderte das Schcksal zu oft heraus

(“Revue der Woche”)
MICHAEL SCHUMACHER - Jetzt entscheidet sich sein Schicksal(“Schöne Woche”)

Währenddessen hat das “Echo der Frau” in der aktuellen Ausgabe schon ein ganz “Neues Drama” um Michael Schumacher gebastelt:MICHAEL SCHUMACHER - Neues Drama! - Seine Familie leidet

Der Ort, in dem Schumacher aufgewachsen ist, soll nämlich dem Braunkohle-Abbau weichen und umgesiedelt werden. Das ist schon seit sieben Jahren bekannt, der “Echo der Frau” jetzt aber trotzdem eine Titelschlagzeile wert.

Die Leute von der “Mehr Spass” begeben sich eher auf die Meta-Ebene und erklären:Michael Schumacher - So gefährlich ist Skifahren

Nämlich so gefährlich, dass pro Saison “viele tausend Menschen verunglücken”, darunter sogar Promis. Als Beleg hat die “Mehr Spass” drei davon aufgelistet.

Aber nochmal zurück zur Blinzel-Geschichte. “Das goldene Blatt” weckt ob der eingeleiteten Aufwachphase nämlich ebenfalls neue HOFFNUNG:Michael Schumacher & seine Corinna - Neue HOFFNUNG! - Wird jetzt alles gut?

Und “Die neue Frau” fragt:

Nach dem Drama - MICHAEL SCHUMACHER - Holt die Familie ihn bald heim?(Im Übrigen eine Frage, die die Regenbogenpresse auch im Fall von Prinz Friso unzählige Male gestellt, aber nie selbst beantwortet hat.)

Im Innern jubelt das Blatt:schumi_die-neue-frau-2

Von einem “Wunder” spricht die “Woche der Frau” zwar nicht direkt, dafür macht sie aus dem Blinzeln einfach mal ein Lächeln:

Michael Schumacher - Das erste Lächeln in der Klinik - Kehrt jetzt für die Familie das Glück zurück?Im Text zeigt sich, was wirklich dahinter steckt: die Fantasie des Autors. Was sonst.

Jetzt endlich gibt es Hoffnung! Der ehemalige Formel-1-Weltmeister ist auf dem Weg zurück ins Leben. Die Angst ist damit noch lange nicht weg. Doch es gibt endlich Grund genug für ein erstes, zaghaftes Lächeln.

Die Redaktion der “Freizeitwoche” schließlich lässt keinerlei Zweifel mehr daran, dass sie den Eindruck erwecken möchte, Schumacher sei aus dem Koma erwacht:

WUNDER AM KRANKENBETT - Michael Schumacher - Corinnas Liebe holte ihn ins Leben zurückDer Artikel dazu liest sich wie der Trailer für ein Hollywood-Melodram:

Zärtlich schmiegt sich Corinna Schumacher (44) an die Brust ihres Mannes Michael (45). Er umarmt sie fest, beide halten ihre Augen geschlossen, um den Augenblick zu genießen, der nur ihnen gehört, Ein [sic] kurzer Moment der Liebe — und doch so normal im Leben der beiden.

Bis zum 29. Dezember letzten Jahres! [...] Viele gaben dem Ex-Formel-Eins-Fahrer nur eine gerine Überlebenschance. Viele, aber nicht Corinna. Seit diesem Schicksalsschlag wich sie ihrem Mann nicht von der Seite, hielt seine Hand, redete auf ihn ein, streichelte ihn liebevoll. Jede Minute, jeden Tag, Woche für Woche. Sie zweifelte keine Sekunde daran, dass ihr Ein und Alles wieder zurück ins Leben findet.

Es folgt das (halbe) Zitat der Managerin. Dann:

Tränen der Freude müssen Corinna nach über einem Monat Hoffen und Bangen über die Wange gelaufen sein. Ihre unendliche Liebe und Stärke in der schweren Zeit haben den zerbrechlichen Strohhalm der Hoffnung stark werden lassen! [...] Corinnas Liebe zu Michael hat das Unmögliche möglich gemacht. Und ihre Liebe wird es auch sein, die ihn eines Tages wieder die Augen öffnen lässt.

Und so spekuliert und fabuliert und täuscht die Regenbogenpresse auch eineinhalb Monate nach Schumachers Unfall immer noch munter vor sich hin — so, wie sie es im Fall von Prinz Friso geübt hat. Auch seinerzeit hatten die Regenbogenhefte immer wieder von einem “Wunder” gesprochen und suggeriet, Friso sei aus dem Koma erwacht, obwohl sie genau wussten, dass das nicht stimmte.

Oder aber sie arrangierten ihre Schlagzeilen und Cover so, dass der Eindruck entstand, Friso sei gestorben. Höchstwahrscheinlich werden die Regenbogenredaktionen so etwas auch im Fall Schumacher versuchen. Einen Anlass gibt es auch schon: Die “Bild”-Zeitung berichtete Anfang der Woche, dass bei Schumacher eine Lungenentzündung diagnostiziert worden sei.

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis daraus die ersten Todesdramen gestrickt werden.


PS: Eine Geschichte dürfen wir nicht unerwähnt lassen. Die “Freizeit Revue” übt in ihrer aktuellen Ausgabe nämlich Kritik an der Berichterstattung über Schumacher. Echt jetzt! Sie empört sich über jene Menschen, “die offenbar keinen Anstand” besitzen und das Leid Schumachers für ihre “geschmacklosen Geschäfte” missbrauchen:

MICHAEL SCHUMACHER - Geschmachlose Geschäfte mit seinem unsagbaren Leid

“Unfassbar” findet die “Freizeit Revue”. “Abscheulich”. “Unwürdig”. “Skrupellos”.

Nanu? Kritik an der Regenbogenpresse — von der Regenbogenpresse?

Nein. Natürlich nicht. Die “Freizeit Revue” kritisiert nicht sich selbst oder ihre Regenbogenkollegen, sondern die “Titanic”:[Ein Foto zeigt das "Titanic"-Cover mit gepixeltem Logo, ein anderes Foto den "Titanic"-Chefredakteur] Skrupellos: Mit diesem geschmacklosen Cover will Tim Wolff (r.), Chef eines Satire-Magazins, viele Hefte verkaufen

Und Schumachers Notsituation für die Auflage zu missbrauchen, das geht nun wirklich zu weit.

Nicht wahr, “Freizeit Revue”?


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Nicht seine Verlobte

Nicht seine Verlobte

Unauffällig in einer Meldungsspalte druckte die “Freizeitwoche” in ihrer vergangenen Ausgabe dieses kleine Stück Richtigkeit:

Gegendarstellung - Sie veröffentlichten in der "Freizeitwoche" Nr. 5 vom 22. Januar 2014 auf der Seite 7 ein Foto, welches mich mit einer Frau zeigte und schreiben hierzu: Verlobt" - Hierzu stelle ich fest: Ber der abgebildeten Frau handelt es sich nicht um meine Verlobte. Hamburg, den 23. Januar 2014 - Nino de Angelo - Nino de Angelo hat recht. Die Redaktion


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Von Bärchen und Blümchen

Von Bärchen und Blümchen

Wie kommen Reporter der Regenbogenpresse mit Promis ins Gespräch? Richtig, meistens gar nicht. Das würde ja die Fantasie fürs Geschichtenbasteln hemmen und, schlimmer noch, man müsste seinem potentiellen Opfer vorher unter die Augen treten.

Falls sich aber doch einmal ein Treffen anbahnt, werden natürlich keine Kosten und Mühen gescheut, um die Gunst des Gegenübers zu gewinnen. Irgendwie Aufmerksamkeit erhaschen. Nur wie?!

Ein raffiniert ausgeklügelter Trick der Klatschpresse ist es, den Gesprächspartner in spe vor Ort mit einem Geschenk zu bestechen zum Stehenbleiben zu zwingen zu ehren, wie anlässlich des Deutschlandbesuchs der schwedischen Kronprinzessin Victoria und ihres Ehemanns Daniel Ende Januar geschehen. Dabei zeigte der Einfallsreichtum der Reporter keine Grenzen.

“Neue Post” überreichte Prinz Daniel für seine Tochter Estelle: einen Teddy.

Blitzbesuch in Deutschland - Victoria & Daniel - Ein süßer Teddy für die kleine Estelle

Der Gesprächsertrag für diesen Einsatz:

“Der ist ja entzückend. Vielen Dank, da wird sich unser Töchterchen freuen. Estelle liebt Teddys, trägt sie immer mit sich rum. Sie ist so ein Schatz”, bedankte der Prinz sich auf Englisch und zeigte das Stofftier gleich Victoria.

“Das neue Blatt” legt noch eine Schippe drauf. Reporterin Nadine Brockmeyer und ihre Tochter Anouk überreichten Daniel nicht nur einen Teddy …

das_neue_blatt

… sondern legten für Victoria noch einen Blumenstrauß dazu!

das_neue_blatt2

Der Gesprächsertrag für diesen Einsatz:

“Die sind aber schön. Ich danke dir”, sagte Victoria und nahm die Blumen entgegen. Und dann gab sie uns die Hand! “Grüß bitte Estelle von mir”, bat meine Kleine noch. “Wir haben deinem Mann schon einen Teddy für sie gegeben.” “Das ist aber lieb, das werde ich”, versprach Victoria und lächelte zum Abschied.

Ein herausragendes Ergebnis!

Doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was die “Schöne Woche” schon 2011 erreicht hat. Damals konnte die Vorreiterin in Sachen Geschenke die schwedischen Royals indirekt gleich zweimal beglücken:

schoene-woche

So funktioniert das also mit den Bienchen und den Blümchen.

Es gibt auch schon Trittbrettfahrer. “Die neue Frau”-Reporter Bartek Kolodziej hegt nämlich einen persönlichen Wunsch:

So verliebt, wie Victoria und Daniel sich auch bei ihrem Besuch hier zeigten, wünscht man sich, dass sich genau dieses Schicksal auf wundersame Weise wiederholt!

Dafür gibt er alles und geht auf Nummer sicher: Teddy und Blumenstrauß.

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Der Reporter will natürlich wissen, ob sich sein Einsatz lohnen wird. Ein zweites Kind für Victoria und Daniel wäre ja auch an der Zeit, könnte man meinen, immerhin ist Estelle schon fast zwei Jahre alt. Aber Victoria will nicht darüber reden.

Doch Daniel war da schon etwas gesprächiger. Süß, was er uns über das zweite Baby verriet. “Wer weiß …”, antwortete er mit vielsagendem Lächeln, “mit Estelle sind wir sehr glücklich.”

Daniel sagt also: nichts.

Entsprechend kommt Kolodziej zu dem Ergebnis:

Es ist also wohl nur eine Frage der Zeit, bis ihr kleiner Sonnenschein ein Geschwisterchen bekommt.

Folgerichtig kann es auf dem Titel dann nur lauten:

die-neue-frau

Der “Freizeit Woche” gab Prinz Daniel die gleiche Antwort. Das Blatt kommt inhaltlich zwar zu einem etwas anderen Ergebnis:

Also kein zweites Baby in diesem Jahr. Wie schade!

Doch das ist längst kein Grund, keine Riesennummer daraus zu machen:

freizeit-woche

Fassen wir also mal zusammen: Alle geben sich großzügig, bekommen nichts raus — und locken trotzdem mit sensationellen Erkenntnissen. Aber damit so eine maue Titelgeschichte nicht noch einmal vorkommt, haben die Rosenkavaliere vielleicht ja vorgesorgt.


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Genau wie bei Prinz Friso (2)

Genau wie bei Prinz Friso (2)

Die Flut an Mist-Berichten der Regenbogenpresse über den Ski-Unfall von Michael Schumacher ist — wie erwartet — in die deutschen Zeitschriftenregale geschwappt.

Wir können nicht garantieren, dass wir alle Hefte mit entsprechender Berichterstattung gefunden haben. Aber allein die, die hier bei uns rumliegen, bilden schon ein Kaleidoskop des Schreckens und der Ekels. Eine Übersicht.

Vergleichsweise zurückhaltend berichten “Das goldene Blatt” …

Nach dem tragischen Ski-Unfall - Ex-Königin Beatrix - Schmerzliche Erinnerungen

… das “Echo der Frau” …

Michael Schumacher - Seine Familie unter Schock! Wie geht es jetzt weiter?

… und die “Neue Welt”:

Michael Schumacher - Koma-Tragödie - Wie kann Corinna das nur verkraften?

Vielleicht fehlte den Autoren der drei Blätter aber auch nur das nötige Quäntchen Fantasie, um eine Reportage vom Krankenbett zu schreiben. So wie “Das neue Blatt”:

Corinna Schumacher - Sie weint um ihren geliebten Michael

Das Zimmer im fünften Stock des Klinikums in Grenoble ist abgedunkelt. Es riecht nach Desinfektionsmitteln, das Piepsen der Überwachungsmonitore geht durch Mark und Bein. Der Anblick von Michael Schumacher (45), der da verkabelt und wie leblos im Krankenbett liegt, muss für seine Frau furchtbar sein.

Und auch “Die neue Frau” tut so, als sei sie ganz, ganz nah dran gewesen:

Die stillen Momente sind die schlimmsten. Dann, wenn sie nachts im Bett liegt, alleine, verzweifelt — und ihre Gedanken immer und immer wieder um ihren geliebten Mann Michael (45) kreisen. Warum er? Warum jetzt? Antworten darauf sucht Corinna Schumacher (44) vergeblich.

Außerdem hat sich die Redaktion noch einen “Geheim-Pakt” zwischen Michael Schumacher und seiner Frau Corinna ausgedacht:

Corinna Schumacher - Geheim-Pakt mit ihrem Schumi - Diese Botschaften geben ihr Kraft

Es ist ihr ganz persönlicher Geheim-Pakt. Zu wissen, dass der andere immer für einen da ist, dass Michael an ihrer Stelle das Gleiche für sie tun würde — das gibt ihr Trost, die schlimmste Zeit ihres Lebens zu überstehen.

Dazu die vielen kleinen Rituale, die das Böse aus ihrem Leben fernhalten sollte [sic!]. All diese kleinen Botschaften, die Schumi ihr mit auf den Weg gegeben hat, sind für Corinna nun der Rettungsanker, um nicht zu verzweifeln.

Doch damit nicht genug. “Die neue Frau” bringt in einer an Dämlichkeit kaum zu übertreffenden Bildunterschrift auch noch Schumachers Tochter ins Spiel:

Trost suchend! Michaels Tochter Gina-Maria wirkt völlig neben der Spur

Die “Schöne Woche” versucht hingegen, mit Schumachers Sohn Auflage zu machen:

Nach der Ski-Tragödie - Michael Schumacher - Wird sein Sohn das Trauma je verkraften?

Die Bilder werden sich in seine zarte Kinderseele eingebrannt haben.

Die Redaktion der “Freizeit Woche” macht sich derweil schonmal an die Aufklärung des Vorfalls. Wenn auch mit etwas merkwürdigen Thesen:

Unheimlich - Michael Schumacher - Ahnte er die Tragödie voraus?

Ein Satz des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters gibt vielleicht die Antwort auf die ganze Tragödie: “Ich kann nicht Dinge nicht tun, weil dabei etwas passieren kann.” Dieses Zitat von Michael Schumacher (45) stammt aus einem am 17. Dezember mit [Kai] Ebel geführten Interview. Fast könnte man meinen, der Kerpener ahnte damals schon, dass sich in seinem Leben bald eine Tragödie ereignen würde: “Wenn etwas passiert, dann ist es vielleicht Schicksal. Das muss nicht im Rennsport sein.” Nein, es war bei einer an sich harmlosen Ski-Abfahrt …

Ins gleiche Horn bläst die “Woche heute”:

Michael Schumacher - Mysteriös! Ahnte er seinen furchtbaren Ski-Unfall voraus?

Ahnte der ehemalige Sportheld sein tragisches Schicksal voraus? Nur gut zwei Wochen vor dem furchtbaren Unfall machte er mysteriöse Andeutungen. “Wenn etwas passiert, dann ist es vielleicht Schicksal. Das muss nicht im Rennsport sein”, sagte Schumi in einem Interview, “ich kann nicht Dinge nicht tun, weil etwas dabei passieren kann. Wenn’s passieren soll, wird’s passieren — egal wo.”

Das Blatt legt aber noch ein Hirngespinst drauf:

Was für ein Tag! Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und Neuschnee — einfach perfekt zum Skifahren. So muss das Ex-Formel-1-Pilot Michael Schumacher (45) empfunden haben, als er am 29. Dezember mit seinem Sohn Mick (14) in Méribel mit dem Lift auf den Berg Saulire fuhr. Vater und Sohn carvten fröhlich auf den präparierten Pisten. Gegen 11 Uhr wurde aus dem Traum-Skitag schlagartig ein einziger Horror!

An einer ähnlich stumpfen Deutelei versucht sich die “Freizeit Revue”:

Michael Schumacher - Versöhnung am Krankenbett - Wie sein trauriges Schicksal die Familie wieder zusammenführt

Neben Ehefrau Corinna (44), Tochter Gina-Marie (16), Sohn Mick (14) und seinem Vater Rolf (67) war auch Bruder Ralf (38) sofort nach Grenoble geeilt, hatte an Michaels Krankenbett gewacht. Ein rührendes Signal der Versöhnung. Schließlich verband die Männer stets ein angespanntes Verhältnis. Seit über drei Jahren sollen sie kaum noch ein Wort miteinander gewechselt haben. [...] Und auch die so unterschiedlichen Ehefrauen entzweiten die beiden. So soll Michaels bodenständige Corinna die exzentrische Cora (37) regelrecht verachtet haben. Doch im Angesicht des Todes spielte die Vergangenheit keine Rolle mehr.

Immerhin: Die Redaktion schreibt transparent, dass sie nicht wissen könne, wie es aktuell um Michael Schumacher steht:

Bei Redaktionsschluss war unklar, ob er das Drama überlebt hat. Doch die Glücksbringer seiner geliebten Familie haben ihm sicher viel Mut gemacht.

Umso überraschender wirkt folgender Satz, der im selben Artikel steht und so klingt, als hätte die “Freizeit Revue” doch eine Ahnung, ob Schumacher “das Drama überlebt hat”:

Tagelang hatte Michael Schumacher (45) im fünften Stock im künstlichen Koma gelegen

Auch die “Neue Post” verweist auf den Redaktionsschluss, hat sich dann aber doch diese Überschrift für ihren Artikel im Heftinneren ausgedacht, die mit Abstand die widerlichste in dieser Sammlung sein dürfte:

Das Unfall-Drama um Michael Schumacer - Corinna Schumacher - Nur ihre Kinder geben ihr die Kraft zum Weiterleben

Dazu macht das Blatt noch ganz spezielle Beobachtungen zu Corinna Schumacher:

Und auch jetzt soll niemand die Tränen sehen, die sie um ihren Mann Michael weint. [...] Ein leichtes Make-up verdeckt deshalb die Spuren, die das Drama um Michael Schumacher (45) bei ihr hinterlassen.

Und rundet den Artikel mit Ekel-Prosa ab:

Dem Tag, an dem der Eishauch des Todes ihren Liebsten aus dem Leben zu reißen drohte.

Für Corinna Schumacher zählt jedoch nur eines: Leben soll er, ihr Michael. Leben! Nicht sie und die Kinder allein lassen.

Mick war dabei, als sein Vater verunglückt. Er war der letzte aus der Familie, der ihm in die Augen sah, bevor sie sich ohnmächtig schlossen …

Wohl um dieser schrecklich klebrigen Berichterstattung einen Anschein von Sachlichkeit zu geben, hat die “Freizeit Spass” einen Experten befragt. Der macht’s aber leider auch nicht, ach, lesen Sie selbst:

Das war die wohl schlimmste Phase für Corinna, wie Diplom-Psychologe Hannes Niggenaber erklärt: “Ein Schweben zwischen Hoffen und Bangen, ein für die Seele extrem belastender Zustand. Nach einer langen Ehe fühlt sich Frau Schumacher fast so, als wäre sie selbst vom Unfall betroffen. Am meisten werden ihr aber Selbstvorwürfe zu schaffen machen, dass es ihr nicht gelang, ihren Mann nach Ende seiner Karriere von gefährlichen sportlichen Herausforderungen abzuhalten.”

Auf Grundlage dieser, nun ja, Expertenmeinung schwingt sich die “Freizeit Spass” zum finalen Irsinns-Akkord auf:

Corinna hatte geglaubt, ihr eigener Sport — sie ist Europameisterin im Reining-Westernreiten — sei nun das Gefährlichste, was ihre Familie betreibt. Sieht man mal von Sohn Micks ersten, vielversprechenden Kart-Erfolgen ab. Doch 1 PS waren für einen Racer wie Michael zu wenig. Bis er mit dem Kopf gegen den Felsen in Méribel raste.

Fazit:

Michael Schumacher - Der schlimmste Albtraum seiner Frau wurde wahr

Dieser ganze Murks, den die Regenbogenpresse da zu Papier bringt, ist in weiten Teilen reine Spekulation. Oder wie die “Woche der Frau” schreibt:

Es gibt nichts, was über ihn in den letzten Tagen nicht geschrieben wurde — vieles davon war reine Spekulation auf der verzweifelten Suche nach Informationen.

Diese scharfsinnige Beobachtung nimmt die Redaktion zum Anlass, um — wie sollte es anders sein — selbst mit wildesten Spekulationen noch eins acht draufzusetzen:

Schockierende Bilder - Das Schumi-Drama - Das Leid seiner geliebten Kinder

Sollte es so kommen? War das sein Schicksal? Ehefrau Corinna (44), Bruder Ralf (38) und Vater Rolf sowie die Kinder Gina-Maria (16) und Sohn Mick (14) sind seit dem verheerenden 29. Dezember jedenfalls im seelischen wie körperlichen Ausnahmezustand. Wie schwer diese Tage für seine beiden Kinder sein müssen, kann man nur erahnen.

Dann, kurz vor 11 Uhr, passiert die Tragödie: Angeblich stürzt die Tochter eines Freundes, Michael hilft ihr auf und fährt eine Schleife in den Free-Ride-Bereich. Dort knallt er gegen einen Felsen, wird in die Luft katapultiert und kommt mit dem Kopf auf einem Stein auf (siehe Kasten rechts).

Es ist zu befürchten, dass Mick genau diesen furchtbaren Moment, als sein Vater verunglückte, tatsächlich mit eigenen Augen mitanschauen muss.

Normalerweise greift in solchen Krisenfällen eine psychologische Beratung ein, doch bis jetzt ist nicht bekannt, ob die Angehörigen des Rennfahrers diese in Anspruch genommen haben.

Ob Michael am Tag seines Skiunfalls seine Glücksbringer zu Hause vergessen hatte?

Unglaublich — hat er seinen Unfall womöglich vorausgeahnt und konnte die Gefahr nicht greifen?

Die Tochter eines Freundes stürzt offenbar, Schumi hilft dem Mädchen und fährt ca. 20 Meter in den Free-Ride-Bereich zwischen zwei Pisten.

Fatal: Angeblich geht seine Bindung nicht auf. Wurde sie falsch eingestellt?

Diese grässliche Fratze zeigt also die erste Woche Regenbogenberichterstattung zum Ski-Unfall von Michael Schumacher. Und wir befürchten, dass es auch so weitergeht.

Immerhin: Da sich die Mitarbeiter dieser Heftchen ihr Geschwafel am Schreibtisch ausdenken, verstopfen sie wenigstens nicht die Krankenhaustüren in Grenoble.


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Heino hat noch was vor

Heino hat noch was vor

Der Bauer-Verlag hat in dieser Woche gleich doppelt auf den Deckel bekommen.

Nummer eins:Richtigstellung - Auf der Titelseite von "Schöne Woche" Nr. 11 vom 7. März 2012 wird ein Foto von Alexandra Neldel und darunter ein Foto von Henning Baum veröffentlicht. Weiter heißt es dann auf der Titelseite: "TV-LIEBLINGE ALEXANDRA NELDEL UND HENNING BAUM Warum verheimlichen sie ihr privates Glück?" Hierzu stellen wir richtig: Es gibt zwischen Frau Neldel und Herrn Baum keinerlei private Beziehung. Der Verlag

(Klicken für größere Version.)

Die Klage von Alexandra Neldel war zunächst abgewiesen worden, in der Berufungsinstanz aber gab man ihr dann recht. Vermutlich hat es deshalb über anderthalb Jahre gedauert, bis die Richtigstellung erschien. Um einiges flotter ging es hingegen in diesem Fall:Gegendarstellung - Sie schreiben auf der Titelseite der "Freizeitwoche" Nr. 42 vom 9. Oktober 2013 in Bezug auf meine Person: "ALLE TERMINE ABGESAGT!" Hierzu stelle ich fest: Ich habe nicht alle meine Termine abgesagt. Bad Münstereifel, den 9. Oktober 2013 - Heinz Georg Kramm (Heino) - Hein hat recht, die Redaktion.


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Zittrige Argumente

Zittrige Argumente

Die “Freizeit Woche” ist in großer Sorge. Denn:

Chelsea Clinton ist in großer Sorge. Denn ihrem Papa Bill (67) geht es nicht gut. Der Ex-Präsident der Vereinigten Staaten ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Er ist stark abgemagert, das einst füllige Haar ist schütter.

Und als endgültigen Knaller-Beweis für Clintons erschreckenden Zustand schiebt das Blatt noch dieses Foto eines, ähm, desaströs ausschauenden Bill Clintons hinterher:

Anfang August 2013: Bill Clinton in Afrika (rechts). Er ist sehr abgemagert und schwach

Für all jene, die nicht einmal dieses Bild von Clintons schlechtem Gesundheitszustand überzeugen kann, hat die “Freizeit Woche” noch ein bisschen im Familienumfeld herumgeschnüffelt. Also zumindest tut die Redaktion so:

“Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Neben den Herz-Problemen kämpft Bill mit den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung”, verrät ein guter Freund der Familie. “Wir haben alle Angst, dass es keine Hoffnung mehr für ihn gibt.”

… verrät ein guter Freund die Familie.

Vor allem aber muss dieser “Freund der Familie” ein so guter Freund sein, dass er sogar Dinge weiß, die nicht einmal Bill Clinton selbst bekannt sind.

Denn der ehemalige US-Präsident widerspricht seit mehr als vier Jahren den Gerüchten, er sei an Parkinson erkrankt. Er habe zwar eine zittrige Hand. Doch das sei eine Alterserscheinung und kein Parkinson-Symptom.

Aber was kümmern diese glasklaren Aussagen schon eine richtige Regenbogenredaktion?

Parkinson-Drama - Bill Clinton - Seine Tochter befürchtet das Schlimmste

Auch Chelsea befürchtet das Schlimmste: “Es ist der letzte Sommer mit meinen [sic!] Daddy.”

Ob es dieses Zitat wirklich gibt, wissen wir nicht. Wir haben es jedenfalls nirgendwo finden können (was auch an der offenbar nicht ganz richtigen Übersetzung liegen kann). Wir sind aber sehr sicher, dass die “Freizeit Woche” das Zitat — sollte es existieren — völlig aus dem Zusammenhang gerissen hat.

Schließlich brauchte die Lügenredaktion ordentlich Schwung, um sich zur finalen gewagten These ihrer Falschmeldung aufzumachen:

Auch Chelsea ist erschüttert. Sie will, dass man ihren Vater in Ruhe lässt. Denn — viel Zeit hat er nicht mehr.


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Schlagzeilenbasteln: Kate-Spezial

Schlagzeilenbasteln: Kate-Spezial

Lange nichts mehr von Kate gehört!

Vor fünf Wochen hat die Herzogin einen Sohn knuffigen Wonneproppen zur Welt gebracht. Offenbar hatten danach selbst die Regenbogenautoren erst mal die Nase voll vom Royal Baby, plötzlich wurde es nämlich ruhig um die britische Königsfamilie. Mittlerweile geht es aber so langsam wieder los, die ersten Skandale stehen schon in den Startlöchern.

Darum widmen wir Kate heute mal eine Spezial-Ausgabe unserer Schlagzeilenbastelstunde.

Wir geben Ihnen ein paar Eckdaten, und Sie denken sich eine schöne Schlagzeile dazu aus. Bereit? Dann los.


Wenn Sie in den nächsten Tagen mal am Zeitschriftenregal vorbeikommen, werden Sie mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit eines dieser beiden Fotos entdecken:Offizielles Familienfoto von Kate und William Aufgenommen hat sie der Vater von Kate.

Mehr müssen Sie auch gar nicht wissen, um die erste Schlagzeile zu basteln.

Familienkrise! - Prinz William - Zwei süße Fotos sorgen für StreitDie Argumentation geht so: Die ersten Baby-Fotos von Prinz Charles und William wurden einst “von einem professionellen Fotografen gemacht. Im Buckingham Palast. Wie es sich eben für einen künftigen König gehört.” Die Fotos von Kate und William hat, wie gesagt, Kates Vater gemacht. Im Garten der Privatvilla der Middletons. “Kate und William brechen also mit der Tradition!” Zack, Familienkrise!

Oder anders gesagt:Die süßen Bilder sorgen für Streit - Prinz William - Er bricht mit allen Traditionen - Wie lange geht das noch gut?


Nun, mehr Drama kann man aus dieser Foto-Nummer wohl nicht rausholen. Werden wir also mal ein bisschen grundsätzlicher. Ist es nicht so, dass einige Frauen nach einer Geburt in ein Stimmungstief fallen? Na, dann liegt die nächste Schlagzeile ja auf der Hand:

Herzogin Kate - Depressiv - Erste Risse in ihrer heilen Welt?


Und was ist eigentlich mit William? Der frischgebackene Vater hat in einem Interview mit CNN Folgendes gesagt:

Interviewer: And how are you about going back to work?

William: Well, as a few fathers might know, I’m actually quite looking forward to going back to work (laughs).

Interviewer: Get some sleep.

William: Get some sleep. Exactly, yeah. So I’m just hoping the first few shifts I go back I don’t have any night jobs …

Mit ein bisschen Fantasie lässt sich auch daraus etwas Knalliges basteln. Das “neue Blatt” macht es vor:

Was verschweigt der Hof? - Kate - Das heimliche Baby-Drama

Die Argumentation: “‘Ich freue mich, zur Arbeit zurückkehren zu können’, sagte William im TV. Wer schon mal in ähnlicher Lage war, ahnt das Drama, das sich dahinter verbirgt: Der Mann flüchtet aus der misslichen Lage – und die Frau bleibt allein darin gefangen.”


Und daraus lässt sich doch gleich die nächste Schlagzeile basteln:

Herzogin Catherine - Psycho-Drama - Die junge Mutter zerbricht an ihrer Einsamkeit


Jetzt aber zur Queen. Die soll nämlich “kurzfristig einen anberaumten Tee-Nachmittag [mit Kate, William und dem Baby] abgesagt haben – wegen einer Bridge-Runde.” Schlagzeile?

Herzogin Kate: Queen verstößt ihren Urenkel! - 1. Baby-Drama


Schauen wir uns jetzt mal das ganze Drumherum an. Da lässt sich doch bestimmt auch noch was Schockierendes finden. Ah, ja: Hatten die verrückten Briten nicht sogar Geld darauf gewettet, wie das royale Baby heißen würde? Stimmt. Und ist es nicht so, dass plötzlich die ganze Welt mit Royal-Baby-Souvenirs überflutet wird? Stimmt auch. Na dann …

Prinz William & Catherine - Es geht um viel Geld - Der Kampf ums Baby hat schon begonnen


So, was hatten wir noch nicht? Genau: den Wohnort. Kate und William haben bis vor Kurzem in Wales gewohnt, weil William dort als Hubschrauberpilot stationiert war. Mit etwas Geschick können Sie schnell herausfinden, dass es in Wales in diesem Jahr eine Masern-Epidemie gegeben hat. Sie grassierte zwar 200 Kilometer vom Wohnort der Royals entfernt und wurde im Juli offiziell für beendet erklärt, aber was soll’s?

Herzogin Kate - Masern-Alarm! - Große Sorge um ihren kleinen George


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Schaffe, schaffe, Häusle baue

Schaffe, schaffe, Häusle baue

Über niemanden berichtet die Regenbogenpresse so viel wie über Florian Silbereisen und Helene Fischer. Und vor allem berichet sie eine ganze Menge Mist: Hochzeit, Trennung, Kinder, keine Kinder — jede Woche lächelt das Paar von zahlreichen Titelseiten, mit gegenteiligen Schlagzeilen unter den Fotos.

Den Verdrehungsjournalisten aus den Regenbogenredaktionen ist keine Fantasiestory zu blöd. Doch bei einer Geschichte haben sie sich jetzt zu blöd angestellt. Die “Frezeit Woche” berichtete im Juli, Florian Silbereisen und Helene Fischer hätten auf Mallorca ein “Traumhaus” gekauft.

Das passte Florian Silbereisen ganz und gar nicht. Das Blatt hatte sich diese Info schlicht und einfach ausgedacht. Silbereisen ging dagegen vor, mit Erfolg. In ihrer aktuellen Ausgabe musste die “Freizeit Woche” eine Gegendarstellung abdrucken:

Gegendarstellung - Sie schreiben in der "Freizeitwoche" Nr. 31 vom 24. Juli 2013 auf Seite 5 in Bezug auf meine Lebenspartnerin und meine Person: "Erst vor einem Jahr kaufte das Paar auf Mallorca ein Traumhaus." Hierzu stelle ich fest: Ich habe vor einem Jahr kein Haus auf Mallorca zusammen mit meiner Lebenspartnerin gekauft. Hamburg, den 13.8.2013 - Florian Silbereiesen - Florian Silbereins hat Recht. Die Redaktion

Verglichen mit anderen Gegendarstellungen, die Regenbogenhefte in letzter Zeit veröffenlichten mussten, mag es sich hier um eine Lapalie handeln.

Sie zeigt allerdings, dass die Regenbogenredaktionen nicht einmal in der Lage sind, derartige Kleinigkeiten sauber zu recherchieren — oder dass sie sich selbst bei solchen Kleinigkeiten ihre abstrusen Lügenwelten erschaffen.


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Neuer Wahnsinn zu Frisos Tod

Neuer Wahnsinn zu Frisos Tod

Wir wissen nicht, wie viele Tage vor dem Erscheinen die Redaktion der “Super Freizeit” ihr Heft in den Druck geben muss. Seit gestern liegt jedenfalls die neue Ausgabe des Blattes aus dem Bauer-Verlag in den Zeitschriftenregalen. Mit dieser Geschichte:Prinzessin Beatrix - Endlich ist ihr Friso wieder zu HauseIm Innenteil schreibt die “Super Freizeit”:

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Es ist die schönste Nachricht des Jahres: Prinzessin Beatrix (75) hat ihren geliebten Sohn Johan Friso (44) zu sich geholt! Eineinhalb Jahre nach dem Ski-Unfall kehrte der Prinz jetzt aus seinem Londoner Krankenhaus nach Holland zurück, nach Huis ten Bosch, dem Schloss seiner Jugend. [...]

Beatrix sagte jetzt: “Mein Sohn ist endlich wieder zu Hause.” Und vielleicht sagt sie schon in diesem Sommer: “Friso ist wieder ganz gesund! Ich habe meinen Sohn wieder!”

Zur Erinnerung: Prinz Friso war am 12. August, also elf Tage vor Erscheinen der “Super Freizeit”, gestorben.

Bei den Kollegen der “Freizeit Woche” (ebenfalls Bauer) ist die Nachricht von Frisos Tod immerhin angekommen. Was die Sache aber auch nicht besser macht. Im Gegenteil:Todesdrama - Prinz Friso - Zum Abschied machte er seiner Frau ein letztes GeschenkDieses letzte Geschenk soll — so bizarr sich das auch anhört — der Todeszeitpunkt sein.

Jedoch eines ist tröstlich in all dem Leid und Schmerz: Zum Abschied machte Friso seiner Frau ein letztes, rührendes Geschenk! Er wartete bis zum Sonntag, dem 11. August, bevor er von dieser Welt ging. Es war Mabels 45. Geburtstag, Erst einen Tag später schloss er im Palast Huis ten Bosch in Den Haag, dem Wohnsitz seiner Mutter Beatrix (75), für immer die Augen.

Die “Freizeit Woche” deutet Frisos Tod als bewusste Entscheidung. Als “Geste”, mit der es ihm “gelang”, “seine große Liebe noch auf rührende Art zu trösten”.

Diese Geste Frisos bedeutet seiner Frau Mabel unendlich viel. Die junge Witwe wird sie hüten wie einen kostbaren Schatz. Denn sie weiß, wie viel Kraft Friso dies gekostet haben muss.

Was sollen wir dazu noch sagen?


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Ein furchtbarer Verdacht

Ein furchtbarer Verdacht

Vor rund zwei Wochen ist die Schauspielerin und Sängerin Chantal de Freitas gestorben. Über die Umstände ihres Todes ist nicht besonders viel bekannt. Eine verschleppte Grippe und eine Herzmuskelentzündung sollen der Grund sein.

Die Regenbogenpresse berichtet — genauso wie seriöse Medien — über den Fall. In der Art und Weise gibt es allerdings große Unterschiede.

Die Redaktion der “Viel Spaß” hält sich bei ihrer Berichterstattung sehr zurück:Kai Wiesinger - Erschütternd: Seine Frau starb mit nur 45 JahrenDoch da hört es mit der Zurückhaltung auch schon auf. Andere Blätter packen in gewohnter Manier ihre Ladung Dreck aufs Papier.

Sie stürzen sich dabei alle auf ein Interview, in dem Kai Wiesinger vor anderthalb Jahren in der “Bild am Sonntag” über die Trennung von seiner Frau sprach.

Ein gefundenes Fressen, zum Beispiel für die “Freizeit Revue”. Die Redaktion schreibt von “seiner Noch-Ehefrau”, bringt eine andere Frau ins Spiel und druckt diese Schlagzeile, aus der man zumindest eine unterschwellige Schuldzuweisung an Kai Wiesinger rauslesen kann:Kai Wiesinger - Tragischer Tod seiner Noch-Ehefrau - Nahm ihr der Liebeskimmer alle Lebenskraft?Die “Wocher der Frau” spricht in ihrer Überschrift gar nicht erst von Chantal de Freitas, sondern von Kai Wiesingers “schöne[r] Frau”:Rätselhafter Tod mit 45 - Kai Wiesinger - Hätte seine schöne Frau gerettet werden können?Und die “Freizeit Woche” stellt eine Fragenzeichen-Diagnose, die ebenfalls die Schuld bei Kai Wiesinger sucht:Furchtbarer Verdacht - Kai Wiesinger - Starb seine Frau an gebrochenem Herzen?Doch ein Blatt schafft es einmal mehr, all das zu übertreffen: “die aktuelle”.

Die Redakteure stellen auf dem Titelblatt die gleiche Frage wie ihre Kollegen der “Freizeit Woche”. Im Innenteil machen sie merkwürdige Andeutungen, stellen seltsame Fragen und benutzen eine Sprache, die unangemessen voller Pathos ist.Kai Wiesinger - Tod mit 45! Starb seine Frau an gebrochenem Herzen?

Kai Wiesinger: FamiliendramaWas dieses Schundblatt mit derartigen Artikeln bewirkt, zeigt sich eine Woche später auf der Leserbriefseite:Kai Wiesinger - Leserbrief: Tabu


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Mann weg, Haus weg, Würde weg

Mann weg, Haus weg, Würde weg

Achtung, jetzt wird‘s widerlich. Nicht, weil wir Ihnen Unfall-Schocker-Blut-Fotos zeigen wollen. Es geht um Respekt- und Skrupellosigkeit und um Verachtung.

Dieses Mal waren es die Schmierer der “Freizeit Woche”, die geifernd einen Schmutz-und-Schande-Artikel zusammenzimmerten:

Mann weg, Haus weg, Karriere weg - Jenny Elvers-Elbertzhagen - Das verkraftet sie nicht

Jenny Elvers-Elbertzhagen soll von ihrem Ehemann Götz Elbertzhagen verlassen worden sein.

Oder wie die “Freizeit Woche” nachtritt:

Jenny Elvers-Elbertzhagen hat ihren letzten Halt verloren. Ehemann Götz Elbertzhagen hegt offenbar nur noch rein freundschaftliche Gefühle für sie. Der 53-Jährige liebt eine andere Frau. Und das schon seit Längerem. Eine Blondine mit langen Beinen. Wie Jenny. Nur deutlich jünger.

Das allein reicht der Redaktion natürlich nicht, um so richtig auf einen Menschen einzudreschen.

Zum Glück bietet Jenny Elvers-Elbertzhagen ja noch eine andere Angriffsfläche:

Jenny steht vor den Trümmern ihres Lebens. Die Beziehung ist kaputt, die gemeinsame Villa bei Köln soll verkauft werden, ihre Karriere schwächelt — und dazu kommt die unglaubliche Belastung durch ihre Alkohol-Sucht.

Und diese Belastung sollte man am besten doch mal noch ein bisschen unglaublicher machen durch Druck von außen, nicht wahr, ihr Würdeverachter der “Freizeit Woche”!?

Wie verführerisch muss jetzt der Gedanke für sie sein, all die Sorgen einfach zu ertränken! Die 40-Jährige ist erst seit Kurzem trocken. Viel zu kurz, um eine Belastung dieser Art schon wirklich auszuhalten. Den furchtbaren Trennungs-Schock wird die Schauspielerin wohl nicht verkraften.

Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir heulen oder kotzen sollen.


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Verrenkungen der Woche (5)
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Verrenkungen der Woche (5)

Gestern angekündigt, heute online: Teil zwei der aktuellen Verrenkungen der Woche!Stefanie Hertel - Am Boden zerstört - So hilft ihr Frank Elstner aus dem Tief

Bei Stefanie Hertel laufe es beruflich nicht mehr so richtig, findet die “Freizeit Woche”. Aber: “Dieses Dilemma hat scheinbar auch Frank Elstner (71) mitbekommen”. Und der helfe Hertel jetzt. Eine “überraschende Verbindung”, wie die Redakteure finden. Ja, liebe Berufsverdreher der “Freizeit Woche” — könnte vielleicht daran liegen, dass es in diesem Fall so gut wie keine Verbindung gibt zwischen den beiden. Nur diese eine Aussage Elstners, als er mal nach Hertels möglicher TV-Karriere gefragt wurde: “‘Sie macht das toll, steht ja von klein auf auf der Bühne. Und der Mensch wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben’, sagt er.” Na gut, immerhin gesteht ihr ein paar Zeilen später, dass ihr ziemlich im Trüben fischt: “Die Zeichen stehen schlecht — wenn da nicht Frank Elstner im Hintergrund die Fäden ziehen würde. Das zumindest könnte man vermuten.” Genau. Könnte man aber auch nicht vermuten.


Stefanie Hertel - Schock-Fotos im Internet - Muss sie ihre Tochter jetzt vor Lanny beschützen?

Die “Freizeit Spass” hat sich derweil einen ganz anderen Skandal um Stefanie Hertel ausgedacht: Ihr Freund Lanny habe “Schock-Fotos im Internet” gepostet. Das Blatt fragt: “Muss Stefanie ihre Johanna (11) nicht vor diesem Mann schützen?”
Und so sieht es aus, das böse, ordinäre Schock-Foto:
[Foto von Lannys Facebook-Seite; Vogelfutter in Penisform] - Stefanies Liebster Leopold Lanner findet dieses Foto (l.) toll. Er hat es auf seine "facebook"-Seite gestellt.Also wirklich, Lanny!


Sensationelle Enthüllung - Stefanie Hertel - Stefan holt sie zu sich zurück

Ein Glück! Wenn Stefanie wieder mit ihrem Ex zusammenkommt, muss sie ihr Kind wenigstens nicht mehr dem versauten Lanny anvertrauen. Doch leider zu früh gefreut: Ein “Liebes-Comeback”, schreibt die “Neue Post” selbst, “ist allerdings ausgeschlossen.” Was nichts daran ändert, dass Stefan seine Stefanie tatsächlich zrückholt — und zwar für einen Auftritt in seiner Fernsehshow.


Jetzt übertreibt die Arbeitsministerin aber - Ursula von der Leyen - Sie schläft sogar im Büro

Die “frau aktuell” wie immer voll dabei: “Berlin, Arbeitsministerium, 6 Uhr früh. [...] Nur in der Chef-Etage sind schon Geräusche zu hören — was ist denn da los? Des Rätsels Lösung: Ursula von der Leyen (54) ist gerade aufgestanden — ja, die Ministerin schläft im Büro!” Also, ihr alten Schummler der “frau aktuell”, jetzt überlegt einmal ganz scharf: Wenn Ursula von der Leyen ein “Apartment im Ministerium” hat und dort schläft — was stimmt dann an eurer Überschrift “Sie schläft sogar im Büro” nicht so ganz? Na, dämmert’s?


Milva: Fans in großer Sorge - "Ich bin nur noch eine halbe Portion!"

Auch ein guter Trick, ihr Schreiber der “Freizeit für die Frau”: Einfach ein Foto der Sängerin und Schauspielerin Milva abdrucken, auf dem sie recht schmal aussieht, und sie dazu in der Titelzeile sagen lassen, sie sei nur eine halbe Portion. Und dann im Artikel das richtige Zitat zu bringen: “‘Ich bin nur noch eine halbe Person [Hervorhebung durch uns]. Jetzt ist es schon mein zweites Bein, das nach einem Sturz in Stücke zerbrochen ist.’” Irgendwie haben wir das blöde Gefühl, ihr wolltet uns übers Ohr hauen.



Dabei war es doch die ganz große Liebe - Josef & Narumol - Scheidungs-Schock!
Oh Nein! Es war doch die ganz große Liebe! Und jetzt der Scheidungs-Schock! Aber keine Bange, liebe Fans von Bauer Josef. Er und seine Narumol sind verliebt wie eh und jeh. Der “Scheidungs-Schock” bezieht sich auf die Trennung von “Bauer Markus und seiner Frau Jennifer”. Denn die war “ein richtiger Schock” für Josef und Narumol.


Andre Agassi - Eifersuchts-Drama - Wollte Boris Becker ihm seine Frau wegnehmen?

“Die neue Frau” ist immer noch ganz aufgekratzt von dem, was Andre Agassi da enthüllt hat: “Erstmals erzählte der sonst so besonnene Sportler jetzt von einem Erlebnis, das ihn so richtig auf die Palme brachte. Ein wahres Eifersuchts-Drama!” Dabei beruft sich das Heftchen auf ein Interview in der “Bild am Sonntag” (zitiert daneben aber auch aus einem “Welt”-Interview, das bereits über drei Jahre alt ist). Der unglaubliche Vorfall: “Während eines wichtigen Spiels warf Boris [Andres] Frau Luftküsse zu. Für Agassi eine Kriegserklärung”. Und für “Die neue Frau” ein Grund, selbst fünfzehn Jahre später immer noch eine ganzseitige Geschichte daraus zu basteln.


Markus Lanz - Pikante Enthüllung - Steht seine Ehe jetzt vor dem Aus?

Oh, oh! Was ist denn da bei Markus Lanz los? Die “Viel Spaß” wird doch nicht ohne Grund in einer ihrer beliebten Fragenzeichen-Aussagen nachhorchen, ob “seine Ehe jetzt vor dem Aus” steht? Ach, doch. Genau das tut das Schmierblatt. Denn der Grund fürs mögliche Lanz-Ehe-Aus soll seine Abenteuerlust sein. Die Katastrophenforscher der “Viel Spaß” sind sich sicher: “Dass er damit nicht nur sein Leben, sodern vor allem seine Ehe mit Angela (29) aufs Spiel setzt, scheint dem ehrgeizigen TV-Moderator vollkommen egal zu sein.” Da war zum Beispiel die mördermäßige Wrestling-Showeinlage bei “Wetten, dass..?” neulich, in der er sich “beinahe die Lungenflügel zerquetschen ließ”. Er habe “dem Tod ins Auge” geblickt. Oder sein eisklates Bad im Bodensee. Brrrrr. Die “Viel Spaß” kann da nur an die arme Frau von Markus Lanz denken: “Auch diese waghalsige Aktion musste die zarte Brünette live miterleben.” Da gibt’s nur eine logische Konsequenz: “Böse Zungen behaupten: Lange wird sie sich seinen übertriebenen Ehrgeiz nicht mehr mit ansehen.” In welcher Redaktion diese bösen Zungen sitzen, wissen wir ja jetzt.


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Verrenkungen der Woche (4)

Verrenkungen der Woche (4)

In dieser Woche hat die Regenbogenpresse mal wieder verrenkt, was das Zeug hält. Dabei ist so viel Mist rumgekommen, dass wir die Verrenkungen der Woche aufteilen: Heute kommt der erste Schwung, morgen dann der zweite.

Und damit geht’s auch schon los.Harry & seine Cressida - Hurra! Ein Junge

“Die Sensation ist perfekt! In England überschlagen sich die Neuigkeiten zu Harrys Liebesglück mit Cressida”. Und “Das goldene Blatt” hyperventiliert mit. Ist aber nur zu verständlich, dass man mal aus dem Häuschen ist, wenn man solche Informanten hat: “Erst kürzlich wurden Harry und Cressida (28) zusammen in einer Londoner Buchhandlung gesehen. Ein völlig überraschter Kunde: ‘Sie stöberten Händchen haltend in Büchern für werdende Mütter. Dann konnte sich Cressida nicht von einem Ratgeber über Säuglinge losreißen. Und schließlich kauften sie ein ganz besonderes Buch: Einen kleinen Band mit Vorschlägen für Jungennamen!’” Na, dann mal alle zusammen: “Hurra!” Polonäse auf dem Redaktionsparkplatz.


Prinzessin Victoria - Neue Nieren-Transplantation? - Ihr Daniel ist bereits in der Klinik

Die “Freizeit Spass” hat recht: Daniel war tatsächlich “in der Klinik”. Allerdings nicht, weil es ihm schlechtging, sondern weil er dort zum “Informationsbesuch” geladen war: Ihm wurden “die fortschrittlichen OP-Methoden erklärt und neue Geräte vorgeführt”. Eine “neue Nierentransplantation” steht wahrscheinlich dennoch an — aber erst in frühestens viereinhalb Jahren.


Maite Kelly - Überraschendes Ehegeständnis

Maite Kelly ist jetzt schon seit acht Jahren mit ihrem Mann Florent Raimond verheiratet. Höchste Zeit also, bei den Beichtvätern der “Freizeit direkt” mal ein “Ehegeständnis” abzulegen. Aber bei einem solchen Blatt muss es natürlich schon ein “überraschendes” sein. So ein Kaliber zum Beispiel: “‘Man muss einen kleinen privaten Garten haben, wo man immer wieder die Leidenschaften zu zweit pflegen kann’, schmunzelt Maite.” Hihi. Doch damit nicht genug. So richtig überraschend ist das nächste Geständnis, dass die “Freizeit direkt” aus Maite Kelly rauskitzelt: “Zudem sollte man nicht ständig rumnörgeln — schon gar nicht wegen der Hausarbeit. ‘Florent sieht den Staub auf der Schrankwand nicht. Er hat eine sooo rosarote Brille auf’, lacht Maite.” Wir hätten da auch noch einen gut gemeinten Tipp: Wenn man als Künstler und Zeitschrift eine neue CD promoten will, kann man auch ganz klassisch eine Anzeige schalten, anstatt solche Belanglosigkeiten zu verbreiten.


Estelle von Schweden - Warum ihre Oma sie nicht sehen darf

“Darf” ist nicht ganz richtig, liebe Leute vom “neuen Blatt”. “Kann” hätte es eher getroffen. Denn Estelles Oma wohnt “gut 200 Kilometer von der Enkeltochter entfernt”.


Hansi Hinterseer - seine geheime Sehnsucht

Das klingt aber spannend, was “Das goldene Blatt” da wieder ausgegraben hat. Also, spannt uns nicht länger auf die Folter. Raus mit der Sprache: Was ist los mit dem Hinterseer? “Seine geheime Sehnsucht ist das Meer! Was für eine Überraschung.” Oh ja, überraschend. Aber auch beängstigend — “der romantische Sänger” wird seiner heilen Bergwelt doch nicht untreu? “Keine Panik — Hansi wird jetzt keine Wasserratte!”


Stefanie Hertel - Erwischt! Ihr Lanny küsst eine andere - Und im Internet prahlt er auch noch damit

“Langsam wandert seine Hand unter ihren BH-Träger, streift ihn von seiner Schulter. Er küsst sie, hat die Augen dabei genießerisch geschlossen. Ein Bild voller Leidenschaft, voller explosiver Erotik. Ein Bild, das Stefanie Hertel das Herz zerreißen muss. Denn der Mann, der sich da so leidenschaftlich mit einer anderen Frau beschäftigt, ist niemand anders als ihr derzeitiger Lebenspartner Lanny Isis (38).” Nanu? Was ist denn da los? Lanny, du alter Herzensbrecher, du wirst doch nicht etwa…? Das Blatt erklärt: “Keine Frau wird ihren Freund gern in den Armen einer anderen sehen. Selbst, wenn es wie hier nur ‘Werbebilder’ für einen Energy-Drink sind.” Puh, Glück gehabt!


Roland Kaiser - Ist er seiner Frau wirklich treu?

Aber bei dir, Roland Kaiser, alter Schwerenöter — da hat die “Freizeit direkt” doch was rausgefunden, oder? Du nennst deine aktuelle Live-Tournee “Affären”? Und dann auch noch das hier: “Affären seien für ihn heute ‘temporäre Beziehungen, pikant, leidenschaftlich, mit dem Orchester, mit dem Publikum, mit einer Stadt.’ Und nicht mehr mit einer anderen Frau.” Da stellt sich auch für uns unweigerlich die Frage: Bist du deiner Frau wirklich treu? Scheint so.


Herzogin Kate - Hinterhältiger Brandanschlag - + Aber der Hof nimmt die Bedrohung nicht ernst +

Keine Sorge, liebe Kate-Fans, der Herzogin geht’s gut. Der “Brandanschlag” galt auch nicht direkt ihr, sondern einem Spielplatz. Nachdem das Königshaus angekündigt hatte, dass Kate eine Grundschule in Manchester besuchen wolle, zündeten Unbekannte den Spielplatz auf dem Schulgelände an. Der Besuch soll laut einer Stellungnahme einer Sprecherin trotzdem stattfinden. “Die neue Frau” meint: “Unfassbar!”


Helene Fischer - Für die Fans riskiert sie ihr Leben

Tapfere Helene Fischer — für ihre Anhänger macht sie wirklich alles. Das bringt nicht nur die “Freizeit Woche” zum Staunen. Aber warum eigentlich? “Für ihre Fans riskiert sie ihr Leben. Obwohl zu Tode erschöpft, gibt sie nach jedem Auftritt noch fleißig Autogramme.” Das klingt in der Tat nach Todeskampf.


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