Post an den Presserat (5)
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Post an den Presserat (5)

Es ist schon eine ganze Weile her, dass wir uns beim Presserat über die Regenbogenpresse beschwert haben. Wird also mal wieder höchste Zeit …


Nach dem Familien-Drama der nächste Schock! Boris Becker - Leber-Krebs! Verzweifelte Tränen um seine Freundin

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“Die Aktuelle” macht sich in ihrer Titelgeschichte Gedanken über die Vergänglichkeit des Lebens und kommt dabei auf Boris Becker zu sprechen. Das Blatt zählt die einzelnen Schicksalschläge auf, mit denen Becker in letzter Zeit konfrontiert war: der Selbstmord seines Schwagers und der Tod einer Freundin. Vor allem über die Todesumstände dieser “Freundin” schreibt “Die Aktuelle” ausfürhlich. Zudem erinnert die Redaktion in Bildern und Bildunterzeilen an den Tod von Beckers Vater, der bereits 1999 an einer Krebserkrankung gestorben ist.

2)

Auf der Titelseite kündigt “Die Aktuelle” riesig an:

Leberkrebs! Verzweifelte Tränen um seine Freundin

Dazu ist auf der Titelseite ein großes Bild von Lilly und Boris Becker zu sehen. Allerdings handelt es sich bei der in der Titelzeile genannten “Freundin” gar nicht um Boris Beckers Ehefrau Lilly, sondern um eine Tennisspielerin, die “Die Aktuelle” zu Boris Beckers Freundeskreis zählt.

Die Komposition aus Titelzeile und Foto erweckt aber den Anschein, dass Lilly Becker diejenige sei, die an Krebs erkrankt ist. Diese bewusste Täuschung und die damit verbundene Sensation soll potentielle Leserinnen und Leser vermutlich zum Kauf des Heftes anregen.

3)

Unseres Erachtens verstößt “Die Aktuelle” mit dieser Veröffentlichung gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Die Zusammenstellung aus Überschrift und Fotomaterial stellt in unseren Augen eine Komposition dar, bei der “Die Aktuelle” eine Täuschung der Leserschaft mindestens billigend in Kauf nimmt. An einer “wahrhaftige[n] Unterrichtung der Öffentlichkeit”, so wie es Ziffer 1 des Pressekodex zum “oberste[n] Gebot der Presse” macht, ist die Redaktion in diesem Fall nicht interessiert. Stattdessen steht eine Umsatzsteigerung durch eine besonders sensationelle Berichterstattung im Vordergrund. Dazu kommt, dass es für die auf der Titelseite erwähnten “Verzweifelte[n] Tränen” keinerlei Beweise gibt — sie wirken wie von der “Aktuellen” ausgedacht. Daher verstößt “Die Aktuelle” gegen Ziffer 1 des Pressekodex.

In Ziffer 2 fordert der Presserat in Hinsicht auf eine Veröffentlichung:

Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.

Doch genau das passiert, wenn “Die Aktuelle” die Schlagzeile “Leberkrebs! Verzweifelte Tränen um seine Freundin” direkt neben ein Foto von Lilly und Boris Becker stellt. Möglichen Käuferinnen und Käufern wird suggeriert, dass Lilly Becker an Krebs erkrankt ist. Dies dürfte einige Menschen zum Kauf des Heftes bewegt haben. Erst beim Leser des Artikels wird klar, dass es sich bei der “Freundin” gar nicht um Lilly Becker handelt. Die Komposition aus Überschift und Bildmaterial entstellt also den Sinn der Artikels, was einen Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex darstellt.


Semino Rossi - Kommt seine Tochter vom rechten Weg ab?

1)

Die älteste Tochter des Schlagersängers Semino Rossi arbeitet im Verein “Kraft für Leben”, der Shiatsu praktiziert. Shiatsu ist eine fernöstliche Körpertherapie und Massage-Art. Neben der Massage gehören zu Shiatsu auch religiöse Elemente. Für den gläubigen Katholiken Semino Rossi dürfte all das ein schwerer Schock gewesen sein, vermutet “Die neue Frau” in ihrem Artikel:

Er muss sich fragen, ob sie [Rossis Tochter] vom rechten Weg abgekommen ist. [...] Ob sich Seminos Tochter [...] nun durch ihre Ausbildung ebenfalls zum Buddhismus oder einer anderen Glaubensrichtung hingezogen fühlt?

Die Antwort auf diese Frage gibt “Die neue Frau” gleich selbst:

Gut möglich! Und das wäre für den Schlagerstar wirklich schlimm.

In einem Interview hat Rossi nämlich erzählt, wie wichtig ihm als Katholik der christliche Glauben ist. Da müsse er sich an der Berufs- und möglichen Glaubenswahl seiner Tochter doch stören, vermutet das Blatt. Denn für “Die neue Frau” hat “Shiatsu” annähernd sektenähnliche Züge:

Kleidungsstil, Einrichtungsstil und nicht selten auch religiöse Elemente werden gleich mit übernommen. Denn nicht nur der Körper spielt bei ‘Shiatsu’ eine wichtige Rolle — sondern auch der Geist! Und der beschäftigt sich im fernen Japan mit ganz anderen Dingen als bei uns in Europa. Und auch mit einem ganz anderen Gottesglauben.

Wie sehr Semino Rossi unter dem angeblichen Glaubenswechsel seiner Tochter leidet, will “Die neue Frau” anhand von Fotos von Rossis vergangenen Auftritten zeigen. Rossi wird dabei so beschrieben:

Trauriger Blick, ernste Miene. Der Schlagersänger sieht in letzter Zeit nicht gut aus.

Oder so:

Semino Rossi wirkte in der Show [...] nicht nur sehr müde. Auch sein Gesicht war deutlich aufgedunsen. Ob er vor Sorge kau noch schlafen kann oder gar krank ist?

Zum Abschluss ihres Artikels wünschen die Mitarbeiter der “neuen Frau” Semino Rossi noch einmal das Beste:

Was auch geschieht — man kann nur hoffen, dass der Schmuse-Sänger auch jetzt in seinem Glauben ganz viel Kraft findet. Die Kraft, daran zu glauben, dass seine geliebte Tochter die richtige Entscheidung treffen wird. Genauso wie er es von klein auf gelehrt und vorgelebt hat.

2)

“Die neue Frau” strickt aus harmlosen Tatsachen eine vermeintliche Sensationsgeschichte. Aus dem Beruf von Semino Rossis Tochter und einem Interview des Sängers über seinen Glauben wird ein mittelgroßes Familiendrama heraufbeschworen. Der einzige Aufhänger der Geschichte ist der Beruf der Tochter, der mit fernöstlicher Kultur zusammenhängt.

Außerdem ist die Art, wie “Die neue Frau” über den Buddhismus schreibt, respektlos gegenüber der Glaubensgemeinschaft. Für “Die neue Frau” scheint ein Massage-Geschäft, das sich auf buddhistische Inhalte bezieht, in der Nähe einer Sekte verortet zu sein. Der Buddhismus gehört augenscheinlich nicht zum “rechten Weg”, vom dem Rossis Tochter laut Titelschlagzeile abkommen könnte. Dadurch wird der Leserschaft ein falscher Eindruck des Buddhismus vermittelt — und das einzig, um mit einer vermeintlichen Sensation möglichst hohe Verkaufszahlen zu erzielen.

3)

Unseres Erachtens verstößt “Die neue Frau” mit ihrem Artikel gegen die Ziffern 1, 2, 9 und 10 des Pressekodex.

“Die neue Frau” deutet einen bevorstehenden Familiekrach sowie eine problematische Lebenssituation bei Semino Rossis Tochter an. Verlässliche Beweise dafür liefert die Redaktion allerdings nicht. Im Gegenteil: Ihre Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen. Dazu kommen die waghalsigen Spekulationen zu Semino Rossis Gesundheitszustand, deren Grundlage einzig und allein ein paar Konzertfotos bilden, und die fehlerhafte Vermischung von Shiatsu und Buddhismus. In seiner ersten Ziffer fordert der Pressekodex eine wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit. Eine solche gibt es in diesem Artikel nicht. Potentielle Leserinnen und Leser werden mit einer unwahren Geschichte zum Kauf des Heftes animiert. Damit verstößt “Die neue Frau” gegen Ziffer 1.

Die Überschrift auf der Titelseite (“Kommt seine Tochter vom rechten Weg ab?”) verspricht ein großes Familiendrama. Im Text im Heftinnern findet man davon allerdings keine Spur. Die Titelschlagzeile entstellt den Sinn des Artikels. Damit verstößt “Die neue Frau” gegen Ziffer 2 des Pressekodex, die unter anderem besagt: Der Sinn der Veröffentlichung “darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.”

Die rhetorische Frage auf der Titelseite deutet ein moralisch verwerfliches Fehlverhalten der Tochter von Semino Rossi an. Aus einem herkömmlichen Massage-Job, der mit fernöstlichen und buddhistischen Methoden zu tun haben soll, wird ein Scheitern und ein Verlassen des “rechten Weg[s]” konstruiert. Damit verstößt “Die neue Frau” gegen Ziffer 9 des Pressekodex. Dort steht:

Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.

Von der Berichterstattung über Religion fordert der Presserat in Ziffer 10 seines Kodex:

Die Presse verzichtet darauf, religiöse, weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen zu schmähen.

Dass Semino Rossis Tochter bei ihrer Arbeit mit buddhistischen Lehren in Berührung kommt, reicht für “Die neue Frau” aus, um zu fragen, ob sie “vom rechten Weg” abkommt. Der Buddhismus ist in dem Weltbild, das die Redaktion zeichnet, nicht vereinbar mit einem akzeptablen Lebenstil. Dass der Text den Buddhismus als etwas völlig Fremdes und Andersartiges charakterisiert, trägt noch dazu bei, dass der buddhistische Glaube in seiner Wertigkeit heruntergesetzt wird. Daher verstößt das Blatt mit diesem Artikel gegen Ziffer 10 des Pressekodex.


Dunkle Wolken - Hardy Krüger Jr. & Katrin - Starb mit ihrem Söhnchen auch ihre Liebe?

1)

Hardy Krüger jr. und seine Ehefrau haben 2011 ihren Sohn, der nur acht Monate alt wurde, durch den plötzlichen Kindstod verloren. 2012 bekamen sie eine Tochter. Die “Schöne Woche” findet das zunächst tröstlich:

Das Schlimmste schien überstanden

Direkt im Anschluss verbreitet das Blatt aber schon wieder Sorgen:

[D]och jetzt gibt es plötzlich böse Krisengerüchte.

Als Beleg für die angeblichen Gerüchte führt die “Schöne Woche” zwei anonyme Quellen an, die mit Hardy Krüger jr. engen Kontakt haben sollen. Einer der Freunde sagt, wie sehr der Tod des Sohnes die Ehe der Krügers belastet habe. Der andere Freund meint zu wissen, dass das Ehepaar ihren anderen Kindern nur noch eine heile Welt vorspiele.

Ein weiterer Hinweis auf eine Ehekrise ist für die “Schöne Woche” die Tatsache, dass Hardy Krüger jr. und seine Frau seit einem Jahr nicht mehr gemeinsam gesehn worden sind. Die “Schöne Woche” schließt daraus:

Der schlimme Verdacht: Starb mit ihrem Söhnchen auch die Liebe von Hardy Krüger jr. und seiner Katrin? Beide litten danach an Depressionen

2)

Die “Schöne Woche” nutzt den einige Jahre zurückliegenden Tod des Kindes nun rücksichtslos aus, nur um mit einer Geschichte zu einer angeblich anstehenden Trennung auf der Titelseite punkten und mehr Hefte verkaufen zu können. Das Blatt schreibt in der Artikelüberschrift, dass es sich um “Böse Krisen-Gerüchte” handelt — und verbreitet diese dann selbst.

Dazu kommt, dass der Tod eines Kindes ein enorm emotionales Thema ist, das sensibel angegangen werden muss. Darauf verzichtet die “Schöne Woche”. Zudem wird wild über angebliche Krankheiten der Eltern spekuliert.

3)

Unseres Erachtens verstößt die “Schöne Woche” mit diesem Artikel gegen die Ziffern 1 und 8 des Pressekodex.

Der Artikel der “Schönen Woche” dreht sich um eine angebliche Ehekrise von Hardy Krüger jr. und seiner Frau. Die Kronzeugen sind zwei nicht weiter namentlich genannte Personen aus dem Freundeskreis des Schauspielers. Stichhaltige Anzeichen oder Beweise, die die These des Heftes stützen, existieren nicht. Gleiches gilt für Aussagen des Ehepaares. Die “Schöne Woche” stochert also im Nebel. Ziffer 1 des Pressekodex fordert eine “wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit.” Dem kommt die “Schöne Woche” nicht nach und verstößt damit gegen die Ziffer.

Außerdem verstößt die Redaktion gleich in mehrfacher Hinsicht gegen Ziffer 8 des Pressekodex, laut der die Presse “das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung” achten soll. Die Thematisierung des Kindstods — auch in der Artikelüberschrift und auf der Titelseite — sowie die Verbreitung der Gerüchte über eine Ehekrise stellen Verstöße gegen den “Schutz der Persönlichkeit” dar.

In Richtlinie 8.6 stellt der Presserat klar:

Körperliche und psychische Erkrankungen oder Schäden gehören zur Privatsphäre. In der Regel soll über sie nicht ohne Zustimmung des Betroffenen berichtet werden.

Dennoch spekuliert die “Schöne Woche” über mögliche Depressionen, an denen die Eltern nach dem Tod des Sohnes gelitten haben sollen. Das Blatt verbreitet dazu sogar eine Tatsachenbehauptung:

Beide litten danach an Depressionen

Belege dafür werden keine geliefert, eine Zustimmung zu einer derartigen Berichterstattung ist nicht zu erkennen. Daher verstößt der Artikel auch gegen die Richtlinie 8.6.


Wir wollen uns wieder häufiger über die Regenbogenpresse beschweren — nicht nur hier im topfvollgold, sondern so richtig offiziell.

In Deutschland ist dafür der Presserat die oberste Anlaufstelle. Deswegen schicken wir wieder regelmäßig Beschwerden über einzelne Regenbogenartikel dorthin.


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Schlagzeilenbasteln (148)
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Schlagzeilenbasteln (148)

Welche Überschrift könnte mal aus folgender Nachricht schnitzen?

Boris Becker macht neuerdings Werbung für “spezielle Bandagen, in die Kupferfäden eingearbeitet sind” und die bei schmerzhaften Bewegungen helfen sollen. Nach eigener Aussage trägt er sie auch selbst.

Boris Becker - Dank Wunder-Mittel zu neuen Vaterfreuden?

Die “Woche der Frau” meint, dass Lilly Becker sich unbedingt noch ein zweites Kind wünscht. Und:

Wenn die biologische Uhr tickt, kann so manche Frau zur unberechenbaren Zeitbombe werden

Um Lilly zu besänftigen und ihr “endlich ein Baby [zu] schenken”, soll Boris Becker nun alles tun. Und alles bedeutet: Kupfer-Bandagen tragen.

Was das mit einem Baby zu tun hat? Ganz einfach: Boris’ Körper ist nach vielen Jahren Tennis-Karriere wie er selbst sagt ein “Ersatzteillager”. [...] Und mal ehrlich: Wie soll es da noch im Bett mit Lilly richtig funktionieren? Wenn es einem Mann körperlich aber gut geht, läuft es auch da rund …

Ach, Ihr kleinen Schlawiner der “Woche der Frau”.


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Krisen auf der Wiesn
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Krisen auf der Wiesn

Auf dem Oktoberfest werden ja bekanntlich mehr Ehen gebrochen als geschlossen, und das ist toll. Also — toll für die Regenbogenpresse. Denn wenn es eins gibt, worüber die Knallhefte noch lieber berichten als über Helene-Fischer-Zeugs, dann sind es Eheprobleme bei Promis. Und von denen tummeln sich auf der Wiesn nun mal besonders viele.

Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendeine Schlagernase zu tief in einem fremden Ausschnitt steckt oder eine Moderatorin besoffen über ihren Gatten lästert, ist auf dem Oktoberfest also deutlich höher als irgendwo sonst in Deutschland und in der weiten Welt.

Doch den bunten Blättern reicht auch schon viel weniger, um einem Promipaar eine Wiesn-bedingte Ehekrise anzudichten. Zum Beispiel den Beckers. Die waren auch auf dem Oktoberfest, und schon kreischt die “Neue Post” auf dem Cover:

Boris Becker - Trennungs-Drama!

Im Innern spricht sie gar von “Betrug” und der “Nacht, in der er seine Ehe verspielte”. Auch in der “Woche der Frau” ist von einer “dramatischen Nacht” die Rede, das Blatt sieht schon den “endgültigen Bruch” bei den Beckers kommen, und die “Freizeitwoche” stellt die (rein rhetorische) Frage:

Lilly und Boris Becker - Ist das das Ende?

Der Grund für das angebliche Drama: Lilly Becker verließ die Party angeblich früher, weil ihr Sohn angeblich krank geworden war und angeblich ins Krankenhaus musste. Und Boris, der Ehemann und Vater? Der ließ “sein eigenes Kind im Stich”, “feierte ohne seine Frau […] weiter und flirtete, was das Zeug hielt” — angeblich.

In der Tat postete “Bobbele” am ersten Wiesn-Wochenende im Internet ein Foto von sich mit drei jungen Frauen im Dirndl, was für die bunten Blätter nunmehr der endgültige Beweis ist: “Es scheint wirklich alles aus zu sein …”

So schließt die “Woche der Frau” dann auch mit den Worten: “Wir hoffen, dass sie sich versöhnen”. Und selbst wenn der Rest der Geschichte stimmt — das ist garantiert gelogen.


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Schlagzeilenbasteln (95)
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Welche Geschichte könnte hinter dieser Schlagzeile stecken?

Boris & Lilly Becker - Das ist das Ende! Der Hasst hat ihre Ehe zerstört

Lilly Becker kommt aus den Niederlanden, Boris Becker aus Deutschland. Allein schon das birgt in Zeiten der Fußball-Weltmeisterschaft reichlich Konfliktpotenzial. Und wenn Lilly dann auch noch derart Infames bei Twitter postet, kann der Haussegen ja nur schief hängen:

Dear God, You have recently taken my favorite singer Michael Jackson, my favorite actor Patrick Swayze and my favorite actress Farrah Fawcett. I only want to let you know that my favorite football team is Germany. Thank you!

Lillys Tweet dürfte der Sargnagel für die Becker-Ehe gewesen sein, findet “Die Zwei”. Schließlich “beleidigt und demütigt sie [damit] alle Deutschen”:

Auch Boris (46) dürfte das Lachen im Hals stecken geblieben sein. Immerhin ist der Ex-Wimbledon-Held ein Aushängeschild des deutschen Sports und verdient sein Geld überwiegend hier.

Die Rechnung für so wenig Fingerspitzengefühl bekam Lilly Becker übrigens sofort:

Im Netz erntete sie für den geschmacklosen Spruch einen Shitstorm.

Und was für einen! Stattliche fünf Kommentare vom Kaliber “Nasty, Nasty”, “na na na LIEB SEIN! ;)” und “well that’s not very nice”.


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Schlagzeilenbasteln (88)
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Welche Schlagzeile könnte man aus folgender Information basteln?

Boris Becker hat das hier bei Instagram gepostet:"Be soft. Do not let the world make you hard. Do not let pain make you hate. Do not let the bitterness steal your sweetness."

Boris Becker - Verzweifelter Hilferuf mitten am Tag - Was hat Lilly nur getan?
Diese Worte, “die für unseren Boris ganz untypisch erscheinen”, sind für “Die neue Frau” ein “Hilferuf”, “der dramatischer nicht sein könnte.” Worte, die “als ein Flehen an seine Frau Lilly (37) zu verstehen sind, sich doch bitte, bitte zu beruhigen. Was ist da nur passiert im Hause Becker? Die SOS-Botschaft von Boris lässt schließlich mehr als vermuten, dass seine Lilly mal wieder vollkommen ausgeflippt ist!”


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Welche Geschichte könnte hinter folgender Schlagzeile der “Echo der Frau” stecken?

Boris Becker - Baby-Drama um seine Lilly

Boris Becker ist Trainer von Tennis-Profi Novak Djokovic. Und der erwartet zusammen mit seiner Verlobten Jelena Ristic ein Kind. Becker gratulierte via Twitter. “Für Lilly muss das ein Schlag ins Gesicht gewesen sein. Schließlich freut er sich mit einer anderen!” — während Lilly Beckers angeblicher Kinderwunsch nicht in Erfüllung geht. “[D]as Babyglück der einen kann das Baby-Drama der anderen sein.”


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Schlagzeilenbasteln (70)
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Schlagzeilenbasteln (70)

Auf geht’s zu einer neuen Runde im Regenbogen-Trainingslager! Welche Schlagzeile könnte man aus folgender Nachricht basteln?

Neulich ist ein Krankenwagen durch Hamburg-Langenhorn gefahren.

Helmut Schmidt - Norarzt! - Es passierte vor seinem Haus
Denn: Im Stadtteil Langenhorn

steht Schmidts Doppelhaus. Helle Aufregung in der verkehrsberuhigten Straße, die Nachbarn sind in Aufruhr. Geht es Schmidt schlecht, ist er zusammengebrochen? Was hat der Krankenwagen in der Straße zu suchen? [...] Als der Krankenwagen das Viertel wieder verlässt, scheint keine Gefahr in Verzug zu sein. Kein Blaulicht, keine halsbrecherische Geschwindigkeit. Sieht ganz so aus, als wäre der Notruf ein Fehl-Alarm gewesen, jedenfalls keine Lebensbedrohung. Gott Sei Dank.


Und wo wir gerade dabei sind: Das komplette Titelblatt der “Aktuellen” sieht so aus:Nach dem Familien-Drama der nächste Schock! - Boris Becker - Leber-Krebs! - Verzweifelte Tränen ums eine Freundin --- Helmut Schmidt - Notarzt! Es passierte vor seinem Haus --- Fürstin Charlene - Genervt & gelangweilt - Wie Albert drauf reagiert hat --- Charlotte Casiraghi - Wieder Liebe! Hier küsst sie den Vater ihres Kindes

Keine Sorge, Lilly Becker geht es gut. Boris’ “Freundin”, von der “Die Aktuelle” spricht, ist Elena Baltacha, eine Tennisspielerin, die vor wenigen Tagen gestorben ist. Boris und Baltacha hatten sich zwar nur ein paar Mal getroffen, wie er bei Facebook selbst schrieb, aber egal. Das Blatt behauptet:

Boris weinte verzweifelte Tränen. Lilly ist bei ihm. Noch nie waren sich die beiden so nah. Das Leben ist so schrecklich zerbrechlich. Es könnte jeden Tag vorbei sein. Sie mussten wieder erfahren: Was wirklich zählt, ist nur die Liebe.


Die Geschichte “Genervt & gelangweilt” beruht ausschließlich auf Fotos und handelt davon, dass Fürstin Charlène beim Empfang des Präsidenten von Montenegro, nun ja, “genervt und gelangweilt” gewirkt habe. “Dabei sah sie hinreißen aus in ihrem leuchtend weißen Kleid.” Und Albert? “Es sah so aus, als würde er ihr zuzischen: Du kannst dich doch nicht so gehen lassen!”Ausriss: "die aktuelle", Nr. 20/2014

Klarer Fall:Psychokrieg


Die Casiraghi-Geschichte basiert ebenfalls auf Fotos, offenbar Paparazzi-Aufnahmen, die während eines Reitturniers gemacht wurden. Auf einem Foto lehnt Charlotte Casiraghi ihren Kopf auf die Schulter ihres Freundes Gad. “Wann hatte sie sich je so selig verliebt an ihren Freund geschmiegt?”, fragt das Blatt und ruft: “Ja, sie küsst wieder den Vater ihres Kindes! Vielleicht musste das Paar einfach erst in die Elternrolle hineinfinden. Ein Baby verändert das gemeinsame Leben radikal. […] Was auch immer zwischen Charlotte und Gad war – die beiden scheinen sich wieder gefunden zu haben. Für Monaco die schönste Nachricht dieses Frühlings. Vielleicht wird dieses Jahr sogar noch Hochzeit gefeiert …”


Die Chefredakteurin der “Aktuellen” ist Anne Hoffmann. In ihrer eigenen Kolumne geht es in derselben Ausgabe ums Spielen. Sie schreibt:

Was für eine wunderbare Gabe das Spielen doch ist, dachte ich mir. Und wie schade es ist, dass wir Erwachsenen aus diesem Paradies vertrieben sind. Oder das zumindest glauben …

Denn eigentlich ist es doch so: Niemand hält uns davon ab, auch ab und zu mal wieder ins Phantasieland des Spielens einzutauchen. Gut, vielleicht nicht so wie die Kinder. Vielleicht eher, indem wir uns mal gestatten, einem Tagtraum nachzuhängen. Oder eine Geschichte erfinden, die wir dann jemandem erzählen.

… oder aufschreiben und drucken und hunderttausendfach unters Volk bringen. Ein tolles Spiel. Allerdings steht die einzige Gewinnerin schon fest, bevor es überhaupt begonnen hat.


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Schlagzeilenbasteln (63)
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Welche Schlagzeile könnte man aus folgender Nachricht basteln?

Lilly Becker und Carmen Geiss nehmen beide an der “RTL”-Serie “Let’s Dance” teil und verstehen sich richtig gut. Sie sagen: “‘Wir haben uns gesucht und gefunden!’”

Carmen Geiss & Lilly Becker - Gefährliche Freundschaft! Hier wurde "die beste Freundin" zur Männer-Diebin

“Also Ende gut, alles gut? Nein! Ahnt Carmen denn nicht, wie gefährlich ihr diese Freundschaft werden könnte? Das Problem: Offenbar ist Robääärt von der attraktiven Lilly sehr angetan!” Besonders pikant: “Früher war Carmen auch mal dunkelhaarig — wie Lilly!” Und: “Schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass die ‘beste Freundin’ zur Männer-Diebin wird [...]. Pass auf, Carmen! Jeder weiß: Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser…”


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Welche Geschichte könnte hinter dieser Schlagzeile aus der “Viel Spaß” stecken?

Lilly & Boris Becker - Rabeneltern - Unfassbar, was sie ihrem kleinen Sohn Tag für Tag antun

Lilly Becker soll im Interview mit der “Closer” über ihren Sohn gesagt haben: “‘Amadeus verlässt um 8.30 Uhr das Haus und geht zur Schule.’” Und: “‘Montags hat er nachmittags Judo, dienstags Gymnastik, mittwochs Schwimmen. Um 17.30 Uhr kommt er zurück.’”

Haarscharfe Folgerung der “Viel Spaß”: “Kaum zu glauben: Klein Amadeus muss bereits das Arbeitspensum eines Erwachsenen erfüllen! Was für Rabeneltern sind Lilly und Boris, dass sie ihrem zarten Sohn so etwas antun?”


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Schlagzeilenbasteln (38)

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Heute mal wieder andersrum! Die Frage lautet: Welche Nachricht könnte hinter dieser Schlagzeile der “Neue Woche” stecken?

Amadeus Becker - Mit 4 muss er schon einen Beruf lernen

Für die “Neue Woche” ein klarer Fall: “In Erziehungs-Fragen sind sich die Beckers oft uneinig — aber jetzt haben sie den Vogel abgeschossen”. Denn Lilly Becker soll neulich im Interview mit der “Bunte” über ihren Sohn Amadeus gesagt haben: “‘Puh, hat der vielleicht Power … Seit Neuestem besucht er einen Schauspielkurs in seiner Schule. Seitdem muss jede Geschichte, die wir zu Hause vorlesen, gemeinsam nachgespielt werden!’”

Da schickt das Blatt doch lieber einen eindringlichen Appell an die Mutter: “Hallo, liebe Lilly Becker, Ihr Sohnemann feierte am 10. Februar gerade mal seinen 4. Geburtstag (in Worten: vier). Ein noch sehr zartes Alter, in dem auch ein Promi-Kind — kaum seinen Pampers entsprungen — nicht unbedingt schon einen Beruf erlernen muss. Geht’s eigentlich noch?”

Auf jeden Fall geht’s noch blöder — das beweist die “Neue Woche”: “Derweil sondiert Klein Amadeus daheim vielleicht schon erste Rollenangebote oder liest Drehbücher durch. Wie war das noch mal? Jede Geschichte, die ihm Mama vorliest, wird umgehend nachgespielt. Nun, dann wollen wir für den Mini-Nachwuchs-Mimen hoffen, dass nicht Shakespeares ‘Hamlet’ darunter ist: ‘Sein oder Nichtsein …’”


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Schlagzeilenbasteln (3)

Schlagzeilenbasteln (3)

Haben Sie das Zeug zum Regenbogenredakteur? Finden Sie es heraus! Wir nennen Ihnen eine Nachricht, und Sie denken sich eine Schlagzeile dazu aus. Mit einem Klick auf den Link erfahren Sie, wie es die Profis gemacht haben.

Alles klar? Dann los!


Jürgen Klopp ist beim Fußball mal wieder aus der Haut gefahren.

Bedrohliche Ausraster - Jürgen Klopp - Muss seine Frau sich vor ihm fürchten?


Die Publizistin Helga Hirsch arbeitet seit Kurzem als Beraterin im Bundespräsidialamt. Sie war vor 15 Jahren auch mal mit Bundespräsident Gauck zusammen.

Ob Daniela darüber glücklich ist? - Joachim Gauck - Er holt seine Ex zu sich

Und was ist nun mit seiner Daniela? - Joachim Gauck - Neuanfang mit der Ex - Sie gibt im Schloss den Ton an

Daniela muss mit seiner Vergangenheit leben - Joachim Gauck - Neue Geliebte aufgetaucht


Das Geissens haben bei Instagram dieses Foto ihrer Töchter Davina Shakira und Shania Tyra gepostet:Screenshot: http://instagram.com/p/deWEyprwCJ/#

Die Geissens - Lolita-Alarm! - Leichtsinnig, was sie ihren Töchtern antunDenn “Tatsache ist nun mal: In den anonymen Welten des Internets tummeln sich jede Menge Kriminelle und Pädophile auf der Suche nach Lolita-Fotos und Kontakten jeglicher Art. […] Machen sich die Geissens darüber keine Gedanken?”


Gertrud Steinbrück hat ihrem Mann irgendwann mal vorgeschlagen, den gemeinsamen Nachnamen Steinbrück abzulegen und stattdessen ihren Mädchennamen Isbary anzunehmen. Peers Antwort: “Wenn du das von mir verlangst, lasse ich mich scheiden.”

Sie sprachen schon von Scheidung


In einer Online-Umfrage ist Florian Silbereisen zum nervigsten Moderator Deutschlands gewählt worden.

Florian Silbereisen - Nur Helene kann ihn jetzt noch trösten


Zwei Monate nach der Geburt ihres Sohnes ist Herzogin Kate wieder rank und schlank.

Herzogin Kate - Dramatische Radikal-Diät - Ihr falscher Ehrgeiz gefährdet Klein-George!Denn: “Experten warnen ausdrücklich vor Diäten während des Stillens: Eine Mangelernährung schwächt die Güte der Muttermilch und schadet so dem Kind! Der Gedanke, Kate könnte weniger essen, um schneller schlank zu werden, ist furchtbar! Was wird aus dem kleinen George? Steht seine Gesundheit auf dem Spiel?”


Angeblich ist Stefan Mross “Geheimfavorit für eine mögliche Nachfolge von Markus Lanz” bei “Wetten, dass…?”

Schock-Nachricht - Stefan Mross - Was soll nur aus seinem Baby werden?Denn als Moderator von “Wetten dass…?” hätte er wohl kaum noch Zeit für seine Familie.


Als Günther Jauch in einer Fernsehshow gefragt wurde, wen er früher “scharf” fand, antwortete er: “Ich fand Karin Dor toll. Ja, das war mein erster Kinofilm [...]. Und da war eine unvorstellbar schöne Frau … und das war Karin Dor!”

Günther Jauch - Wo fängt Untreue an? Es geht um diese schöne Frau


Von Boris und Lilly Becker sind diese beiden Fotos aufgetaucht:Ausriss: "Die neue Frau", Nr. 36/2013

Boris & Lilly - Sagt sie ihm hier, dass sie schwanger ist?


Birgit Schrowange sagt in einem Interview, insgesamt finde sie die Generation Männer zwischen 40 und 50 nicht souverän genug: “Die haben Angst vor erfolgreichen Frauen und suchen nach wie vor das Modell ‘jüngere Ehefrau, die ihnen den Rücken freihält”.

Markus Lanz - Pikante Enthüllung - Jetzt packt seine Ex-Geliebte ausDenn Birgit Schrowange war mal mit Markus Lanz zusammen. Und der ist ein Mann zwischen 40 und 50.



Apropos — Markus Lanz, der bekanntlich auch mal gerne an extreme Orte reist (Grönland, Alaska, Malle), wurde vor zwei Jahren in einem Interview gefragt, ob er “auch schon Halluzinationen im Eis” gehabt habe. Lanz antwortete: “Ja. Vor allem am Südpol.”

Markus Lanz - Überraschende Beichte - Er spricht über seine Wahnvorstellungen


Lilly Becker hat das hier bei Twitter gepostet:Beautiful .... I want her ... [Foto eines Mädchens]

Boris Becker (45) - Lilly wünscht sich ein Mädchen


George III. (1738-1820), König von Großbritannien, litt unter einer Stoffwechselstörung. Und bei Alice von Battenberg (1885-1969), der Schwiegermuter von Königin Elisabeth, wurde 1930 Schizophrenie diagnostiziert.

Prinzessin Kate - Angst um Baby George - Schock-Nachricht: Eine schlimme Erbkrankheit bedroht den kleinen Thronfolger


Boris Becker hat schon lange nichts mehr über seine Tochter getwittert.

Neuer Schock - Boris Becker & Lilly - Darf er sein Kind nicht mehr sehen?


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Ein Feuchttuch macht Geschichte

Ein Feuchttuch macht Geschichte

Sie sind halbwegs prominent und können auch einen Twitter-Account ihr Eigen nennen?

Dann haben Sie mit etwas Glück die exklusive Chance auf eine persönliche Quatsch-Geschichte, die zehntausendfach gelesen und für bare Münze genommen wird! Sie müssen nur darauf hoffen, dass die erfahrene Märchenredaktion des “Goldenen Blatts” einen Ihrer Tweets entdeckt.

Denn dann lässt sie nichts unversucht, um das öffentliche Bild Ihrer Person in ein neues Licht zu rücken. Selbst Wochen alte Tweets werden mit nie dagewesener Kreativität durch ein paar nette Details ergänzt.

So wie im Fall der glücklichen Gewinnerin dieses Monats: Sharlely “Lilly” Becker.

Bereits vor mehr als einem Monat zwitscherte die Mutter eines Sohnes ganz unbekümmert und mit nur 76 Zeichen, dass Baby-Tücher ihre besten Freunde gegen die kleinen Flecken im Haushalt seien. Eigentlich war das nicht einmal ihre eigene Aussage, denn es handelte sich lediglich um ein kommentiertes Bild:Tweet von @sharlely: "Yep that's me a the time ! Maybe not the bathroom pic.twitter.com/qWAF7HdlS6" - auf dem Bild steht: "You know you're a mom when you use baby wipes for cleaning up random spills, the dash of your car, window sills, and your entire bathroom."Kein Stoff, aus dem feuchte Regenbogenträume sind? Mit so wenig Äußerung lässt sich nun wirklich kein Artikel schreiben, denken Sie? Doch die Profis vom “Goldenen Blatt” sind schon mit ganz anderen Kalibern fertig geworden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und steht für sich als auch für die enorme Quatsch-Kompetenz der Redaktion!Boris Becker - Sein Opfer aus LIEBENa nu?
Sicher fragen Sie sich schon, was die großgeschriebene Liebe und Ehemann Boris’ Opfer mit den unkonventionellen Wisch-und-Weg-Praktiken seiner Lilly zu tun haben.

Nun, gar nichts — doch das ist ja das Tolle am Quatsch! Denn bedient man sich dieses Stilmittels, kann man goldige Ideen und Zusammenhänge einfach erfinden. Sehen Sie selbst:

So sei es für Boris Becker “momentan keine leichte Zeit”, denn die “Putzattacken seiner Herzensdame strapazieren manchmal ganz schön seine Nerven.”

Und weil Skandalnudel Boris zwar momentan vieles schreibt, aber partout nichts über “diese speziellen Tücher”, kann es nur eine alternativlose Schlussfolgerung geben:

Damit der Familienfriede [...] gewahrt bleibt, bringt Boris nun ein großes Opfer aus Liebe: Er schweigt!

Warum er nicht die Auseinandersetzung sucht?

Ganz klar: Boris möchte seine Lilly nicht unnötig aufregen.

Und als wäre das noch nicht genug der fabulösen Handwerkskunst, gelingt dem “Goldenen Blatt” schließlich noch der ganz große Wurf: der Evergreen der Regenbogen-Themen. Denn wieso nimmt Becker eigentlich so rührend Rücksicht auf Lilly?

Ganz klar:

Lilly könnte schwanger sein! Als werdende Mutter ist es von Vorteil, nicht mit Erregern und Keimen in Berührung zu kommen – zum Wohle des Ungeborenen. Denn, wie es den Anschein hat, möchte Lilly auf gar keinen Fall krank werden.

Wenige Blätter hätten den Bogen vom Feuchttuch über Boris zum Babyglück zurück zum Feuchttuch besser hinbekommen. Das muss man anerkennen.

Sie sehen: Es werden keine Phantasien gescheut, um aus einem banalem Tweet über ein Baby-Feuchttuch ein sympathisches Märchen zu entwerfen. Die ausgefuchsten Tagträumer vom “Goldenen Blatt” nehmen sich eben Zeit für jeden noch so banalen Promi-Tweet und drehen ihn durch den verrückten Regenbogen-Fleischwolf.

Also: Twittern Sie los! Vielleicht ja über den Hugo, den Sie gestern Abend noch gezischelt haben. Oder über Ihren neuen Dampfgarer.

Und dann schauen Sie einfach zu, auf welch abenteuerliche Weise das “Goldene Blatt” ihr Privatleben neu interpretiert.


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Hetze aus dem Baukasten

Hetze aus dem Baukasten

Nach 100 Tagen Arbeit mit der Regenbogenpresse erkennt man Muster in der Berichterstattung dieser Blätter. Es gibt wiederkehrende Vorgehensweisen, wie Geschichten von den Redaktionen zusammengeschustert werden. Die alten Schablonen werden aufgegossen mit neuen Namen, neuem Schund und neuen Hirngespinsten der Redakteure.

Wie sieht der Weg vom leeren Blatt zum fertigen Artikel aus? Die Genese einer Regenbogengeschichte, in diesem Fall aus “die aktuelle”.

Am Anfang stehen immer Bilder. Fotos von Adligen und Prominenten mit leeren oder vollen Gläsern in der Hand, Fotos von Inka Bause bei der Gartenarbeit, Fotos von Jenny Elvers beim Nachhausekommen.

Oder Fotos von Boris Becker und seiner Frau Lilly Kerssenberg aus den Archiven der Paparazzi-Agenturen:Fotos von Lilly Kerssenberg und Boris Becker

Fotos von Lilly Kerssenberg und Boris BeckerAuf diesen Fotos basiert der gesamte Artikel, der überschrieben ist mit “Was für ein peinliches Paar!”

Denn im nächsten Schritt schreiben die Mitarbeiter plump auf, was sie sehen oder sehen wollen. Es sind simple Bildbeschreibungen:

Boris’ Gesicht nimmt eine bedenklich rote Farbe an, seine Gesichtszüge entgleisen.

Ein Bild des Jammers, wen “Bobbele” nicht gleichzeitig so lächerlich aussehen würde. Ringe um den Bauch, eng spannende Hosen, runder Kopf mit glasigen Augen. Eigentlich eine Lach-Nummer, wenn’s nicht so peinlich wäre.

Lillys 37. Geburtstag: Boris hat sie in Londons “Lolou‘s”-Club ausgeführt. Aber dann krachte es …

Prost! Lilly liebt Champagner Rosé und greift schon mal selbst zur Flasche, wenn’s schneller gehen soll

After-Show-Party in Berlin: Zigarettchen und noch ein Gläschen … Lillys heißer Flirt mit “Bachelor” Paul Janke

Auweia: Boris hat sichtlich Schwirigkeiten, in seinen [sic!] Ausstellungs-Auto zu posieren. Das Gesicht knallrot, der Blick gläsern …

Fertig: Das war wohl ein Gläschen zuviel. Lilly rauft sich beschwipst die Haare, Boris wahr noch Haltung

Lilly wackelt auf der Berliner Fashion Week die Treppe runter. Der Mini ist zu hoch gerutscht …

Damit ist ein großer Teil der ohnehin kurzen Artikel schon geschrieben.

Die restlichen Zeilen füllen die Redakteure mit Weisheiten …

Geld verdirbt den Charakter. Sagt der Volksmund. Aber da muss schon mehr als ein Körnchen Wahrheit dran sein. Jedenfalls dann, wenn die Beckers aufschlagen.

… Plattitüden …

Heute London, morgen Berlin, übermorgen Paris — nur die Frisur, die sitzt nicht mehr …

und der zielgruppengerechten Bestätigung von Rollenbildern, die aus den 50er- und 60er-Jahren stammen dürften:

Lillys Exzesse sind legendär. Keine Party (wie jetzt auf der Berliner Fashionweek), auf der sie nicht ihren Champagner Rosé schlürft. Hat sie zu viel drin, wird sie auch schon mal laut. Dann hat „Wifey“ — so nennt Boris sie gerne — keine Lust mehr, sich ihrem Mann unterzuordnen. Der ruft sie schließlich zur Räson. Und bewirkt genau das Gegenteil: Lilly widerspricht, sie zickt.

Es gibt in diesem Text keine Zitate, keine Fakten oder Dokumente, die irgendetwas von dem Mist bestätigen, der über Boris Becker und Lilly Kerssenberg behauptet wird. Es sind im wahrsten Sinne des Wortes Momentaufnahmen, die mit viel Fantasie aufgeblasen werden zu kleinen Skandälchen und großen Skandalen.

Man könnte es nun dabei belassen. Oder — und dazu entscheiden sich diese Schmierblätter meistens — man fährt zum großen Finale auf. Boris und Lilly, die Rabeneltern:

Es gibt alles Grund, sich Sorgen zu machen. Immerhin haben die beiden einen Sohn. Aber wo ist Klein-Amadeus, 3, überhaupt? Das Kind hat schon lange keiner mehr gesehen. Die Eltern machen Party — und Amadeus bleibt allein zu Haus … ?

Und so entsteht dann dieser Artikel:

Lilly Becker - Teufel Alkohol! Sie fiel schon wieder aus der RolleWas die Redaktionen mit derartigen Geschichten anrichten, kann man häufig ein bis zwei Wochen später auf den Leserbrief-Seiten beobachten:

Luxus Leben - Was hat sich Becker da nach Hause geholt, mit seiner Lilly? Seine Barbara ließ er sausen und dieses Luxus-Weibchen heiratet er. Eine Frau, die große Probleme hat und sonst im Leben wenig taugt. Auf Kosten von Bobbele lebt sie ihr Luxus-Leben mit der Flasche in der Hand. Und Becker schaut zu. Was für Vorbilder für den Sohn. Beide reisen in der Welt umher, ohne Rücksicht auf den Jungen. Wann wachen die beiden eigentlich auf, geben dem Kind ein Zuhause? Wenn das Geld alle ist? Unverantwortlich wie der Junge herumgereicht wird. Immer und überall sind beide in der ersten Reihe, nur um gesehen zu werden. Sie haben es wohl nötig.

Da stellt sich nur noch eine Frage: Was war zuerst da — der verblödete Leserbriefschreiber oder das verblödende Medium?


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