Nicht gut Pommes essen

Nicht gut Pommes essen

Was haben wir nicht schon alles von Boris und Lilly Beckers turbulenter Ehe-Achterbahn lesen dürfen. Und ehe man die Yellow Press von dieser Woche durch hat, setzt sich Boris Becker schon wieder so richtig ins Majonäse-Näpfchen!

Boris Becker - Scheidung! Lilly hat ihn satt!

Das ist eindeutig. Ein wertiges Ausrufezeichen unterstreicht das unumstößliche Faktum: Es ist aus zwischen Boris und Lilly. Die exklusive Story dazu hat sich — der Titel verpflichtet — die “Freizeit Exklusiv” geangelt.

Und wer ist Schuld am Ehe-Aus? Na klar, kleines dickes Boris, der verlotterte Tunichtgut und Wuchtpromi — wenn man denn dem Blatt Glauben schenken darf.

Aber, wir ahnen es schon: Mit dem Glauben sollte man bei der “Freizeit Exklusiv” und all den anderen Regenbogenheften sparsam umgehen. Denn in der eigentlichen Story rudert die Redaktion bereits in der Überschrift kräftig zurück und fragt in den inhaltlosen Raum hinein:

Scheidung? Lilly hat ihn satt!

Moment. Jetzt doch keine Scheidung?

Doch, vielleicht, irgendwie schon. Denn die sachdienlichen Hinweise dafür liegen
Boris schwer im Magen.

Eine XXL-Portion Pommes mit extra viel Majonäse und Ketchup, dazu eine Cola nach der anderen. Von gesunder Kost scheint Boris Becker (45) in letzter Zeit nicht ganz so viel zu halten wie zu seiner aktiven Zeit als Tennisspieler. Und das bleibt natürlich nicht ohne Folgen! Der gebürtige Leimener hat mächtig zugelegt. So sehr, dass er körperlich quasi nur noch ein Schatten seiner selbst ist.

Einfach maßlos!

Zwecks Beweis für Beckers Völlerei liefert die “Freizeit Exklusiv” dann auch eindeutiges Bildmaterial: Ein Foto (“Gefrässig”), bei dem man Vielfraß-Boris sieht, wie er (zugegeben, nicht ganz elegant) drei Pommes Frites (ohne Ketchup oder Majo) zu sich nimmt. Die Vier-Liter-Familienflasche Cola hat es nicht mehr in den Bildausschnitt geschafft, aber Pommes und Cola ist bekanntlich wie Hobeln und Späne. Sogar ein Glas (ohne Cola) ist zu erkennen. Erdrückend!

Ein anderes Bild (“Unbeholfen”) zeigt Dussel-Boris auf einer Judomatte. Es ist völlig unklar, ob er gerade einen Purzelbaum schlägt, Richtung Mekka betet oder etwas ganz Anderes macht. Aber für die “Freizeit Exklusiv” ist der Satz bereits gespielt:

Der Tiefpunkt: Während einer Benefiz-Judo-Veranstaltung wirkte Boris so unbeholfen, dass er nur noch schwerfällig und mit viel Mühe wieder von der Matte hochkam. Kaum zu glauben, dass dieser Mann dreimal Wimbledon gewonnen hat und eines der größten Sport-Idole war…

Auch kaum zu glauben ist die Dreistigkeit, mit der die Friseurpostille hier versucht zu konstruieren, was eigentlich nicht zu konstruieren ist.

Der Hintergrund zum Foto: Im Vorfeld der Laureus World Sports Awards 2013 in Rio de Janeiro hatten Boris und (!) Lilly den bekannten Judoka Ole Bischof besucht, der mit Kindern in Rios Favela “Rocinha” trainierte. Das alles ist in einer Fotostrecke der Huffington Post zu sehen. Boris stellte sich als Trainingspartner für Bischof zur Verfügung.

Dass er sich als Judo-Anfänger etwas unbeholfen anstellt und sich für ein paar fröhliche Kinder ein wenig mehr zum Horst macht als nötig — das ist eine Sache.

Die andere ist, dass Lilly bei diesem Versuch scheinbar dermaßen sauer über das peinliche Verhalten ihres (Noch!-)Ehemanns ist, dass sie davon, herzhaft lachend, Erinnerungsfotos mit ihrem Smartphone schießt, sich auch selber auf der Matte versucht und diesen Spaß bei Twitter dokumentiert.

Das passt so nicht zur Geschichte? Haben auch die Redakteure der “Freizeit Exklusiv” gemerkt. Und diesen ganzen Teil lieber mal verschwiegen.

Dafür setzen sie den restlichen Artikel aus dem Dreischritt des Grauens der typischen Regenbogengeschichte zusammen.

Erstens: die Quelle, die so nah dran ist, dass sie besser nicht näher genannt wird — der “enge Vertraute”! Dieser bezieht sich auf ein anderes kolportiertes Becker-Laster, seine “fast schon krankhafte Spielleidenschaft”:

“Lilly hat große Angst, dass Boris irgendwann noch sein ganzes Geld verzockt. Sie hat seine Art langsam satt”, verrät ein enger Vertrauter der beiden und wird konkreter: “Sie haben sich einmal derart heftig gestritten, dass Lilly sogar mit Scheidung gedroht hat, wenn sich Boris nicht bald grundlegend ändert.”

Zweitens: die Quelle, die nicht näher an den Köpfen der Promis dran sein könnte — der “Bob”! Tiefenpsychologisch kompetent wie Brigitte Edelmann von AstroTV untersucht das Blatt Lillys neue Haarpracht auf Spuren von Scheidung:

Haare ab - Lilly trägt jetzt Bob. Über Frauen, die sich die Haare abschneiden sag man: Ein neuer Lebensabschnitt beginnt...

Und drittens: der selbstlose Einsatz für das Gute. Wohl in der Hoffnung, dass Boris ihre Zeilen liest, stilisiert sich die “Freizeit Exklusiv” als helfender Lebensratgeber:

Doch Boris hat es selbst in der Hand und sollte ziemlich schnell entscheiden, was ihm wichtiger ist: seine Ehe mit Lilly — oder sein maßloses Lotterleben. Eines muss ihm klar sein: Mit einer verärgerten Lilly ist nicht gut Kirschen essen. Aber ob ihm das wirklich bewusst ist?

Offenbar nicht. Denn die Einzigen, die sich Sorgen um die Becker-Ehe machen, das seid ihr. In eurer Parallelwelt unterm Regenbogen.


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Mit Kompetenz, Herz und viel Spaß

Mit Kompetenz, Herz und viel Spaß

Die Leute von der “Woche der Frau” beschreiben sich selbst als …

[…] ein dynamisches Team aus Journalisten, Foto-Redakteuren und Grafik-Designern mit Kompetenz, Herz und vor allem viel Spaß an der Arbeit.

Soso.

Dann schauen wir uns doch mal an, wie das “dynamische” Team aus “Journalisten” so arbeitet.

Das hier ist die aktuelle Titelgeschichte:Schockierende Enthüllung - Boris Becker und Lilly - Hat er heimlich eine zweite Familie?

Sorry für den Spoiler, aber: Nein. Hat er nicht. Natürlich nicht.

Wie kommt die “Woche der Frau” also auf die Frage? Nun, normalerweise läuft es ja so, dass die Autoren Beckers Twitter-Account nach Material durchforsten, das man in irgendeiner Weise gegen ihn verwenden könnte.

Diese Geschichte aber ist besonders perfide. Denn sie beruht nicht auf dem, was Boris Becker getwittert hat – sondern auf dem, was nicht:

Sein Privatleben ist ihm alles andere als heilig. Im Gegensatz zu vielen anderen Promis lässt Boris Becker (45) die Öffentlichkeit an jeder Kleinigkeit teilhaben, egal wie intim oder gar peinlich. Ob er nun auf Reisen ist oder in den eigenen vier Wänden – er twittert Fotos von sich und seiner Frau.

Keine Ahnung, ob das ein Vorwurf oder eine versteckte Danksagung sein soll.

Nur ein Thema ist bei ihm tabu: Tochter Anna (13). Keine öffentlichen Tweets, keine Facebook-Einträge, so gut wie keine gemeinsamen Fotos – dabei liegt es auf der Hand, dass er sich um sie kümmert und sie regelmäßig trifft.

Ja … und?

Seltsam ist nur, dass ausgerechnet das nicht vor aller Augen passiert – vielleicht deshalb, weil bei diesen Treffen auch oft Annas Mutter Angela Ermakova (45) mit von der Partie ist und er diese Tatsache nicht an die große Glocke hängen will?

Tja, was meinst du, “Woche der Frau”?Möglich, dass noch nicht einmal Lilly (36) von dieser schockierenden Enthüllung weiß! Da darf man sich zu Recht fragen, ob Boris nicht heimlich ein Doppelleben führt! Sind die Skandal-Geliebte und die gemeinsame Tochter Anna Boris' heimliche zweite Familie? Abwegig wäre das nicht! Denn

Denn: Anna, Angela und Boris wohnen alle in London – und “sogar im gleichen Viertel”!

Das überzeugt Sie noch nicht so wirklich? Dann passen Sie mal auf. Denn die “Woche der Frau” hat einen eindeutigen Hinweis darauf gefunden, dass da beziehungsmäßig bei den Beckers irgendwas faul sein muss:

Lilly hat sich die Haare abgeschnitten.Warum hat sie nur ihre schöne Löwenmähne abgescnitten? Lilly twitterte ihre neue Kurzhaar-Frisur, lächelt auf den Fotos aber etwas verunsichert. Bestimmt auch, weil es für sie ungewohnt ist. Oder steckt noch mehr dahinter? Hatte sie Schockierendes erfahren und wollte deshalb einen kompletten Neuanfang?

Was seid ihr noch gleich, Leute von der “Woche der Frau”? Ach ja:

[…] ein dynamisches Team aus Journalisten, Foto-Redakteuren und Grafik-Designern mit Kompetenz, Herz und vor allem viel Spaß an der Arbeit.

Das mit dem Spaß kaufen wir euch sofort ab.

Aber den Rest glaubt ihr ja wohl selbst nicht.


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Wie kann sie nur

Wie kann sie nur

Es ist schon viel Schwachsinn geschrieben worden über Boris und Lilly Becker. Sehr viel Schwachsinn. Aber nun …Aber nun sind Vermutungen aufgekommen, die allem die Krone aufsetzen

Will heißen: Aber nun hat sich die “Neue Post” eine Geschichte ausgedacht, die noch schwachsinniger, bösartiger und unglaublicher ist als der ganze andere Dreck, den das Blatt regelmäßig in die Welt rülpst.

Der Artikel beruht hauptsächlich auf folgendem Ereignis:

Da war zum einen der Box-Kampf von Waldimir Klitschko (37) gegen Francesco Pianeta (28) vor wenigen Tagen in Mannheim. Als Zuschauer ganz vorn am Ring: Boris Becker. Aber wo war Lilly? […] Zwar ließ sie sich den Boxkampf auch nicht entgehen. Aber sie zog es vor, das Wochenende daheim in London mit einem attraktiven jungen Mann zu verbringen […].

Bis hierher ist es eine ganz normale Regenbogengeschichte: Lilly vernachlässigt ihre Ehe, dazu irgendein schwammiges Fremdgeh-Märchen.

Der attraktive junge Mann, den Lilly Boris vorgezogen habe, sei gerade erst “19 geworden, ein smarter Typ, der eben beginnt, das Leben zu entdecken.” Die Autorin folgt der üblichen “Neue Post”-Argumentation und kommt zu dem Schluss:

Lilly spielt mit dem Feuer. […] Es wird Zeit, dass [Boris Becker] ein Machtwort spricht. Oder will er sich ganz und gar der Lächerlichkeit preisgeben?

Das ist Regenbogenroutine.

Aber diese Geschichte ist anders. Denn der attraktive junge Mann ist kein dahergelaufener Freund, Fan oder Kollege von Lilly. Nein, es ist Noah Becker — ihr eigener Stiefsohn.

Wie kann sie nur - Boris Becker - Was läuft da zwischen Lilly und seinem Sohn?

Wir haben ja schon eine Menge Unfug gelesen über Boris und Lilly Becker: Alkohol. Scheidung. Dramen jeglicher Art.

Doch “Neue Post”-Redakteurin Gaby Lentzen überuntertrifft selbst diesen ganzen Quatsch. Sie besitzt die unglaubliche Frechheit, Lilly Becker eine mögliche Affäre mit ihrem eigenen Stiefsohn anzudichten. Und das alles ausgehend von dem Gerücht, dass die beiden zusammen ferngesehen haben.Nun könnte man sagen, was ist schon dabei, wenn die beiden zusammen fernsehen? Aber schon seit Längerem wundern wir uns über Lilly und ihr Verhältnis zu Noah. Immer wieder sihet man, wie sie ihn ganz ungeniert anflirtet, dabei stets voll auf Körperkontakt setzt.

Zum Beweis hat die “Neue Post” drei pikante Fotos ausgegraben:Ausriss: "Neue Post", Nr. 21/2013

“Gefährliche Nähe” steht da.

Weißt du, “Neue Post”, du bist auch gefährlich nah dran — am völligen Wahnsinn.


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q. e. d.

q. e. d.

Wir haben uns neulich schon mal mit den Leserbrief-Schreibern der “aktuellen” befasst. Die Briefe bezogen sich auf einen Artikel, der von Lilly Becker handelt und der den schönen Titel trägt: “Bitte, Lilly, halt einfach mal den Mund!”

In der aktuellen Ausgabe ist noch ein weiterer Leserbrief zu diesem Artikel erschienen, den wir Ihnen nicht vorenthalten dürfen. Denn wir haben den Verdacht, dass sich dahinter eine geniale Satire-Aktion verbirgt:

[Leserbrief zu "die aktuelle, Nr. 17, Boris Becker - Bitte, Lilly, halt einfach mal den Mund!"] Diese Frau erinnert mich an ein Sprichwort: "Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung." Sie sollte wirklich einmal an sich arbeiten, ich finde das Benehmen dieser Frau unmöglich. Übrigens das Benehmen von Oliver Pocher lässt auch zu wünschen übrig. Er sollte auch mal ganz still bleiben!Vielleicht steckt dahinter aber auch nur trauriger Ernst.


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Eine Frage des Glaubens

Eine Frage des Glaubens

Oft werden wir gefragt: Gibt es tatsächlich Menschen, die diesen ganzen Mist glauben, der in der Regenbogenpresse steht? Wir wollen das mit Hilfe eines Beispiels beantworten.

Es handelt von der Berichterstattung über Lilly Becker. Seit Wochen prügelt die Regenbogenpresse wie wild auf die Frau von Tennis-Star Boris ein – zeigt sie als feierwütiges Biest ohne einen Funken Liebe für Mann und Kind, erklärt sie zum personifizierten “Kummer”, zum undankbaren, karrieregeilen und alkoholkranken Anhängsel an der Seite des großen Sportlers.

Und mittendrin – wir hätten drauf wetten können — “die aktuelle”:Bitte, Lilly, halt einfach mal den Mund!

Wir hätten drauf wetten können: Kaum hatten Oliver, 35, und Alessandra Pocher, 30, ihre Trennung verkündet, musste Lilly Becker, 36, ihren Senf dazu geben.

… schreibt “die aktuelle” und gibt dann ihren Senf dazu.

Der Anlass sind zwei Tweets von Lilly (@sharlely) Becker. Der eine sieht so aus:[Tweet von @Tweety_fr:] @sharlely How do you comment the end of #AlessandraPocher's love? [Antwort von @sharlely:] @Tweety_fr I can't cause every family that breaks up is very sad , I wish her the best in life ... Him not so much I really can't stand him

Schlimm, schlimm — meint jedenfalls “die aktuelle”. Und schreibt weiter:

Das reichte [Lilly] aber noch nicht! Zwölf Minuten (und vielleicht einen Champagner Rosé) später ging’s unter die Gürtellinie. Sie twitterte eine Zeichnung mit dem frivolen Text: “Trennungen sind hart. Glücklicherweise die Penisse anderer Männer auch.”

[…] Offenbar kommt Lilly einfach nicht darüber hinweg, dass Boris, 45, mit Frau Pocher (damals noch Sandy Meyer-Wölden) “Deutschlands schönste Liebesgeschichte des Sommers” erlebte.

Ein paar Gedankengänge (und vielleicht ein Glas Wurstwasser) später schreibt “die aktuelle”:

[...] damit hatte Lilly endlich einen Grund, die Pochers via Twitter voller Häme zu beschimpfen, wann immer sie einen Anlass fand. Wie jetzt die Trennung. Das wurde selbst Boris zuviel. Er hat seine Frau zum ersten Mal aufgefordert: “Bitte, Lilly, halt einfach mal den Mund!” Vielleicht ist jetzt Ruhe.

Leider verrät “die aktuelle” nicht, wo sie dieses Zitat (das sie immerhin zur Überschrift und zur Pointe ihrer Geschichte macht) herhat. Vielleicht ja von Twitter. Denn dort hat tatsächlich jemand etwas Ähnliches zu Lilly gesagt – doch das war gewiss nicht Boris Becker:[Antwort auf den o.g. Tweet von @sharlely: How about u just shut up for once ?! There's seriously nobody that gives a fcuk about what u "got to say"!!!

Vielleicht hat “die aktuelle” sich den Spruch aber auch einfach nur ausgedacht.

Wie auch immer. So viel zum Hintergrund dieser Geschichte. Schauen wir uns nun an, was die Leser dazu sagen. Denn eine Ausgabe später hat das Blättchen unter anderem folgenden Leserbrief abgedruckt:[Leserbrief:] Dass sich Lilly Becker auch überall einmischen muss! Das ist wirklich unglaublich! Bestimmt will sie damit einfach nur von ihren eigenen Problemen ablenken. Oder sie ist immer noch eifersüchtig auf Sandy. Schließlich ist sie eine Ex-Freundin von Boris und sie waren sogar verlobt. Wobei der Grund ja eigentlich auch egal ist. Lilly macht sich mit ihren Lästereien jedenfalls keine Freunde. Da ist es ja wohl kein Wunder, dass Boris irgendwann der Kragen platzt. Er mischt sich ja auch in vieles ein, aber zumindest wird er nicht gleich so persönlich. Lilly übertreibt es wirklich mit ihren Sticheleien. Hoffentlich nimmt sie sich Boris' Ratschlag zu Herzen und überlegt demnächst zweimal, ob sie zu einem Thema wieder ihren Senf dazugeben muss oder es vielleicht doch lieber lässt.

(Unkenntlichmachungen von uns.)

Ein weiterer Leserbrief drohtwarnt: leserbrief2

Sie fragen sich, ob es Menschen gibt, die den Mist in der Regenbogenpresse glauben? Die auf die wilden Lügengeschichten reinfallen? Die sich von der Unverschämtheit und Boshaftigkeit der Blättchen sogar infizieren lassen?

Nun. Ja.


Nachtrag, 6. Mai, 14 Uhr:

Einige unserer Leser haben die (durchaus nachvollziehbare) Vermutung geäußert, dass die Leserbriefe in Wirklichkeit aus der Feder der Redakteure selbst stammen könnten. Darum haben wir die Verfasserin des “Pass lieber auf!”-Leserbriefes kontaktiert — und sie hat uns mitgeteilt, dass der Brief komplett von ihr geschrieben wurde. Es sei auch nicht der erste, sagte die Dame stolz, seit Jahren sei sie eine fleißige Leserbriefschreiberin. Hin und wieder werde von der Redaktion zwar mal ein Wort verändert (weil es zu heftig sei), aber grundsätzlich würden die Briefe unverändert abgedruckt. Auf unseren Hinweis, dass vieles in den Heften der Regenbogenpresse erfunden und gelogen sei, reagierte die Dame überrascht — später meinte sie dann, wenn etwas Falsches über jemand geschrieben werde, könne der sich ja dagegen wehren.


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Google, die Suchtmaschine

Google, die Suchtmaschine

Es braucht im Grunde nur zwei Dinge, um einen Promi in Verruf zu bringen: Ein Foto, auf dem er ein Glas in der Hand hält — und eine böswillige Zeitung.

Zum Beispiel die “frau aktuell”:Der Druck auf sie ist einfach zu groß ... Prinzessin Letizia - Trinkt sie heimlich?Oder die “Freizeit Monat”:[Lilly Becker trinkt aus einem Bierglas] - Zu tief ins Glas geschaut? Lilly lässt es krachenOder “die exklusive”:Bier, Wein, Champagner! Kann er nicht mehr ohne?Oder die “Neue Post”:Schon mittags trinkt sie Alkohol (r., mit Busenfreundin Sabia)Oder die “Revue der Woche”:13.30 Uhr in einem Lokal in Eppendorf: Sylvie trinkt einen Aperitif, danach gab es Wein, dann wieder einen Aperitif ...Oder “die aktuelle”:So fing es auch bei Jenny Elvers an ...Allein in den letzten Tagen unterstellten die Redaktionen so nicht nur Boris Becker, möglicherweise alkoholabhängig zu sein, sondern unter anderem auch dessen Frau Lilly (“greift ebenfalls gerne zu”), Letizia von Spanien (“es gibt einige ‘gute Freunde’, die ihr das in der Tat zutrauen …”) und Sylvie van der Vaart (“trinkt jetzt schon mittags!”).

Und dann ist da noch die “frau aktuell”, die in ihrer aktuellen Ausgabe von einem ganz besonderen “Alkohol-Schock!” zu berichten weiß:Stefan Mross - Pikante Enthüllung! Wehe, wenn er zur Flasche greiftDie “pikante Enthüllung” (kein Scherz!): Wenn man bei Google “Stefan Mross” eintippt, ist der zweite Suchvorschlag “Stefan Mross Alkohol”.

Das Blatt schreibt:

Mross kam 2003 mit einer Alkoholvergiftung in eine Klinik. Doch warum wird er ausgerechnet mit seinen Alkoholeskapaden in Verbindung gebracht – zehn Jahre später?

Ja, warum nur?

Fakt ist: Die Nutzer von Google geben ihre Suchanfrage individuell ein. Die Schlagwörter, die am häufigsten in Zusammenhang mit einer Person gesucht werden, erscheinen auch primär. Ein bitterer Schlag für Stefan! Wer kann ihm jetzt noch helfen? Der TV-Moderator ist machtlos gegen die Anfragen im Netz und den [sic] daraus resultierenden Fehl-Interpretationen.

“Fehl-Interpretationen”. Soso.

Der Artikel der “frau aktuell” sieht folgendermaßen aus:Alkohol-Schock! Stefan Mross - Wer kann ihm jetzt noch helfen?Übrigens, liebe “frau aktuell”, wenn man deinen Namen bei Google eingibt, sieht der dritte Suchvorschlag so aus:frau aktuell kündigen


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