Kinder, die in Nasen bohren
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Kinder, die in Nasen bohren

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um Erziehungstipps von den Regenbogen-Nannys der “neuen Frau”:

Prinzessin Mette-Marit - Lässt sie ihre Kinder verwahrlosen?

(“Die neue Frau”)

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit soll eine schlechte Mutter sein. Warum?

Moritz: Genau, völlig überfordert ist die gute Dame. Es gab neulich einen öffentlichen Auftritt von der Familie Mette-Marits. Neben ihrem Mann Haakon waren noch zwei Kinder dabei: einmal Ingrid Alexandra, das ist die elfjährige Tochter, und dann noch Sverre Magnus, der neunjährige Sohn. Und vor allem, wie “Die neue Frau” schreibt, “Wildfang Sverre” ist “völlig aus der Rolle” gefallen. Der bohrte ein bisschen in der Nase, was die Paparazzi natürlich festhielten. Dann gähnte er und nahm dabei die Hand nicht vor den Mund, obwohl seine Großeltern, also das Königspaar, ihm gegenüberstand. Also: Dieser Junge hat von vorne bis hinten keine Manieren. Er und seine Schwester aßen dann auch noch etwas hurtig, was auf den Fotos auch nicht sonderlich schön aussah. Das ist alles selbstverständlich fein-säuberlich dokumentiert in der “neuen Frau”. Und all das lässt die Redaktion dann zu ihrem Schluss kommen, dass Mette-Marit eine schlechte Mutter ist. Das Blatt fragt dick und fett in der Überschrift: “Lässt sie ihre Kinder verwahrlosen?”

Und woran liegt das nach Meinung der “neuen Frau”, die ja alles zu wissen scheint?

Da gibt es mannigfaltige Gründe. Knapp zwei Drittel des Textes gehen nur dafür drauf, mögliche Gründe aufzuzählen, zu spekulieren. Das fängt an mit der Vermutung, dass Mette-Marit einfach nur zu faul ist. Denn ihre Landsleute in Norwegen finden’s nicht nur völlig daneben von ihr, dass sie sich dauernd teure Kleider kauft, sondern: Sie gilt laut “neuer Frau” auch als ein bisschen “‘arbeitsscheu’”. Und das könnte auch bei der Erziehung der Kinder gelten.

Erziehung ist auch Arbeit.

Richtig, tagtägliche sogar. Und da sei sie auch nicht so ganz mit vollem Einsatz dabei. Die nächste mögliche Erklärung: Mette-Marit ist zu viel mit sich selbst beschäftigt. Da kommt das alte Gerücht um eine angebliche Depression und psychische Leiden einmal mehr auf. Sie hat auch mal eine Art Selbstfindungstrip nach Indien unternommen. Auch damals schon die Vermutung: Leidet sie an psychischen Problemen? Soll für den aktuellen Fall heißen: Mette-Marit ist völlig überfordert, weil sie mit ihrer Psyche nicht klarkommt — und deswegen haut die Kindererziehung nicht hin. Und so nennt “Die neue Frau” fröhlich ein paar mögliche Gründe. Sie rät herum, ohne was zu wissen.

Ich möchte an dieser Stelle mal was Kritisches anmerken: Warum wird hier eigentlich nur die Mutter für die schlechte Erziehung verantwortlich gemacht? Was ist denn mit dem Papa?

Das gehört schlichtweg zum Familienbild, das nicht nur “Die neue Frau”, sondern alle Regenbogenblätter zeichnen: Die Mutter ist dafür zuständig, für Ordnung bei den Kindern und für Manieren zu sorgen. Gerade die Königs- und Prinzenkinder müssen nach Meinung der Hefte unbedingt Manieren lernen, weil sie später in besseren Kreisen unterwegs sein und dort sonst ausgelacht werden, wenn sie die Gepflogenheiten nicht kennen. Der Vater hat im Regenbogen-Familienbild andere Aufgaben: Der muss in der Regel das Geld ranschaffen, was in einer adeligen Familie nun nicht zwigend notwendig ist. Aber so sieht das Weltbild eben aus, das diese Magazine jede Woche zeichnen. Und da passt es einfach nicht hinein, wenn ein kleiner Junge gähnt, ohne sich die Hand vor den Mund zu halten.

Solche Geschichten, dass Prominente schlechte Eltern sind, verkaufen sich ja immer super in der Klatschpresse. Woran liegt das? Weil es uns beruhigt, dass die zwar immer super aussehen und total erfolgreich sind aber, ha, dafür leidet die Familie?

Wir merken, dass die Geschichten in der Regenbogenpresse — auch die, die wir hier jede Woche mit Euch besprechen — oft Negativ-Geschichten sind. Wir vermuten, dass die Leserschaft immer ein wenig vom Glanz und Glamour der Promis und der Adeligen abhaben möchte: Diese ferne Welt der Paläste und der Promipartys soll ein bisschen näherkommen durch “Die neue Frau” beispielsweise. Aber man freut sich dann doch, wenn diese schimmernden Welten den einen oder anderen Riss aufweisen, und bei Mette-Marit eben nicht alles glatt läuft, obwohl sie so toll aussieht und obwohl sie einen tollen Mann und tolle Kinder hat. Die Kinder sind eben doch nicht so toll und bohren auch mal in der Nase. Ich glaube, die Leserschaft freut sich da durchaus, die Makel in der eigentlich heilen Welt entdecken zu können.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Schlagzeilenbasteln (128)
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Schlagzeilenbasteln (128)

Welche Schlagzeile könnte man über diese Nachricht packen?

Neulich hat Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit eine Kindergartengruppe besucht. Sie wirkte etwas erschöpft von einer Grippe und musste auch mal husten.

Erschreckende Bilder - Prinzessin Mette-Marit - Warum bringt sie leichtsinnig unschuldige Kinder in Gefahr?

Die Kinderfreunde der “Woche der Frau” können’s nicht fassen:

Wie bitte? Mette-Marit ist krank und besucht in diesem Zustand einen Kindergarten? Oh Gott, wie verantwortungslos!

Kurzum:

Die Prinzessin bringt sie [die Kinder] an diesem Tag in Lebensgefahr!

Und dann hält sie sich beim Husten auch noch “beide Hände vor den Mund — bei allem Respekt: Das ist eklig!”

Da scheint doch wirklich alle Hoffnung vergebens, oder?

Oje, es wird immer wieder deutlich: Selbst wenn es auf der ganzen Welt keine Fettnäpfchen mehr gäbe, Mette-Marit würde trotzdem eins finden, in das sie tappen kann.


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Post an den Presserat (3)
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Post an den Presserat (3)

Und wieder haben wir einen Schwung Beschwerden an den Presserat geschickt — dieses Mal zu folgenden Regenbogen-Artikeln …


Willem-Alexander - Das Geständnis seiner Mutter rührt ihn zu Tränen

1)

Die “Heim und Welt” berichtet von einem Gespräch zwischen dem niederländischen König Willem-Alexander und seiner Mutter Beatrix. Die Redaktion will dabei ganz nah dran gewesen sein und schreibt im Reportagestil direkt aus dem Büro des Königs:

Zufrieden klappt Willem-Alexander (46) die Arbeitsmappe auf seinem Schreibtisch zu und legt sie zur Seite. Da fällt ihm der Kalender ins Auge, in dem der 27. April farbig markiert ist. Denn dieses Datum ist ein ganz besonderes: Zum ersten Mal wird Willem-Alexander dort mit den Niederländern den Königstag zu seinen Ehren feiern!

In diesem Reportage-Ton geht es weiter, als ihn “plötzlich” “ein Klopfen aus seinen Gedanken” holt und seine Mutter die Tür mit “einem leichten Knarren” öffnet. Sie sagt ihm, wie stolz sie auf ihn sei und dass die Niederländer mit ihm einen hervorragenden König hätten. Diese angeblichen Aussagen von Beatrix lassen die “Heim und Welt” titeln: “Willem-Alexander — Das Geständnis seiner Mutter rührt ihn zu Tränen”.

2)

Der Artikel der “Heim und Welt” ist mit all seinen Details und Geschehnissen komplett erfunden. Das Blatt führt keine Belege oder Quellen an, die darauf hindeuten könnten, dass sich die beschriebene Szene im Büro des niederländischen Königs tatsächlich so abgespielt hat.

Zudem ist der “Heim und Welt” ein faktischer Fehler unterlaufen, der die Zweifel an der Wahrhaftigkeit des Artikels noch einmal unterstreicht: Üblicherweise findet der Königstag in den Niederlanden tatsächlich am 27. April statt. 2014 wurde er jedoch um einen Tag vorverlegt, weil er sonst auf einen Sonntag gefallen wäre. Es wäre also höchst verwunderlich, wenn in Willem-Alexanders Kalender der 27. April 2014 “farbig markiert” war.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Heim und Welt” gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Für ihre Geschichte liefert die “Heim und Welt” keinen Anhaltspunkt, der dafür spricht, dass es zu diesem Gespräch zwischen Mutter und Sohn tatsächlich gekommen ist. Es ist höchst wahrscheinlich, dass die Geschichte vollständig an den Haaren herbeigezoen ist. Der Artikel widerspricht damit sowohl der Achtung der Wahrheit — da hier offensichtlich eine erfundene Geschichte als Wahrheit ausgegeben wird — als auch der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit, die der Pressekodex fordert. Daher verstößt die “Heim und Welt” mit dieser Veröffentlichung gegen Ziffer 1.

Nicht nur, dass das bloße Erfinden einer kompletten Geschichte dem Anspruch ordenticher Recherche gänzlich widerspricht — beim Erfinden hat die “Heim und Welt” auch noch einen faktischen Fehler gemacht. Dazu steht unter Ziffer 2 des Pressekodex: “Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen [...] sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.” Eine Prüfung “mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt” hat in diesem Fall offensichtlich nicht stattgefunden. Damit verstößt die “Heim und Welt” gegen Ziffer 2 des Pressekodex.


Fürstin Charlène - Lebensgefahr! Im Traum-Urlaub war sie dem Tod ganz nah

1)

Die “Schöne Woche” berichtet über einen Urlaub, den Monacos Fürstin Charlène auf einer Karibikinsel verbracht hat. Auf den ersten Blick durch und durch ein Traumurlaub, doch nicht so laut der Schlagzeile der “Schöne Woche”: “Im Traum-Urlaub war sie dem Tod ganz nah”. Im Artikel heißt es dann weiter: “Die Fürstin befand sich in Lebensgefahr! Ein lautloser Killer bedrohte ihr Glück.”

Bei dem “lautlosen Killer” handelt es sich um die Tigermücke, die auch auf dieser Karibikinsel vorkommen soll und das Dengue-Fieber verbreitet. Laut “Schöne Woche” sterben jährlich 22 000 Menschen an dieser Krankheit, weltweit erkranken daran jedes Jahr 50 bis 100 Millionen, davon rund 20 000 in der Karibik. Schutz gegen das Dengue-Fieber bietet unter anderem das Tragen heller und geschlossener Kleidung. Darauf hat Charlène, wie die “Schöne Woche” besorgt feststellt, verzichtet:

Als sie mit ihren Freunden herumalberte, hatte sie die Ärmel hochgekrempelt und trug Shorts. Sie lief auch barfuß über den Strand [...]. Die Fürstin bot den Mücken also mit viel nackter Haut eine Menge Angriffsfläche. Ganz schön leichtsinnig!

Letztendlich ist Charlène auf ihrer Reise nichts Schlimmes zugestoßen, beruhigt die “Schöne Woche”, die aber gleichzeitig mahnt: “Sie kann von großem Glück reden, dass ihr nichts passiert ist!”

2)

Die “Schöne Woche” übertreibt in dieser Veröffentlichung maßlos. Sie verdreht Fakten und Tatsachen zu Charlènes Urlaub so sehr, bis eine angebliche Sensation herauskommt, die das Blatt groß auf der Titelseite ankündigen kann. Nach der “Schöne Woche”-Logik wäre jeder Karibik-Urlauber “dem Tod ganz nah”. Hochgekrämpelte Ärmel und ein Barfuß-Spaziergang rechtfertigen nicht die Hysterie der Schlagzeile.

Die auf dem Titel versprochene dramatische Geschichte rund um Charlènes Urlaub existiert nicht. Beim Lesen des Textes im Heftinnern wird klar, dass die Redaktion sie einzig zu Verkaufszwecken aufgebauscht hat.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Schöne Woche” gegen die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex.

Eine besondere Bedrohung Charlènes durch die Tigermücke gab es nie. Eine Erkrankung am Dengue-Fieber war für sie genauso realistisch (beziehungsweise unrealistisch) wie für jeden anderen Karibik-Urlauber. Durch die stark übertriebene Schlagzeile auf dem Cover verzerrt die “Schöne Woche” die tatsächlichen Fakten. Damit achtet sie nicht die Wahrheit und verfolgt auch keine wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit. Damit verstößt der Artikel gegen Ziffer 1 des Pressekodex.

“Lebensgefahr! Im Traum-Urlaub war sie dem Tod ganz nah”, schreibt die “Schöne Woche” auf ihrer Titelseite. Und auch für die Überschrift im Heftinnern wählt das Blatt einen ähnlichen Ton: “Lebensgefahr im Traumurlaub! Ein lautloser Killer bedrohte ihr Glück”. Diese Titelzeilen stellen eine Täuschung der Leserschaft dar, die einzig das Ziel hat, noch mehr Hefte zu verkaufen. Der “lautlose Killer”, der eine tatsächliche Bedrohung für Charlène darzustellen scheint, entpuppt sich am Ende lediglich als Mücke, von der eine potentielle Gefahr ausgeht. Schlagzeile und Überschrift entstellen somit den Sinn des Artikels — ein Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex.


"Willkommen in meinem Reich" - doppelseitiger Bericht über den neuen Harald Glööckler-Laden in Berlin

1)

In Berlin hat der Modedesigner Harald Glööckler einen Laden eröffnet. Das Regenbogenheft “Das neue Blatt” berichtet darüber besonders ausführlich: Auf einer Doppelseite zeigen viele Fotos entweder Kleidung und andere Produkte, die es in dem Laden zu kaufen gibt, oder Prominente, die sich mit eben jenen Produkten haben ablichten lassen. Die Redaktion hat den Fotos im Layout immer wieder Preisschilder hinzugefügt, die den Preis für dass jeweilige Produkt anzeigen.

Zu der großen Bilderstrecke gibt es einen kurzen Text, der die Glööckler-Produkte ebenfalls erwähnt, und ein Interview mit Harald Glööckler selbst. Dort spricht Glööckler über die Produkte, die er verkauft, und über mögliche Standorte für seine nächsten Läden. In einem Infokasten verrät “Das neue Blatt” außerdem noch die Öffnungszeiten des Glööckler-Ladens und den schnellsten Weg dorthin.

2)

Die gesamte Doppelseite wirkt wie eine große Werbeanzeige für Harald Glööcklers neuen Laden in Berlin. Im Text wird anhimmelnd über Glööckler und seine Produkte geschrieben. Das Interview bietet dem Designer die Gelegenheit, selbst noch einmal Werbung für sein neues Geschäft zu machen. Die Fotos der Produkte sowie der Infokasten mit Öffnungszeiten und Anfahrtsweg sind geradezu Aufforderungen an die Leserinnen und Leser, das Geschäft in Berlin zu besuchen und dort Glööckler-Produkte zu kaufen. Preise für die Produkte werden explizit genannt.

Mit diesem Artikel macht “Das neue Blatt” im redaktionellen Teil eindeutig Werbung für Harald Glööckler und verkauft diese Werbung der Leserschaft als journalistisches Produkt.

3)

Unseres Erachtens verstößt “Das neue Blatt” mit diesem Artikel gegen Ziffer 7 des Pressekodex.

Richlinie 7.2 schreibt vor:

Redaktionelle Veröffentlichungen, die auf Unternehmen, ihre Erzeugnisse, Leistungen oder Veranstaltungen hinweisen, dürfen nicht die Grenze zur Schleichwerbung überschreiten. Eine Überschreitung liegt insbesondere nahe, wenn die Veröffentlichung über ein begründetes öffentliches Interesse oder das Informationsinteresse der Leser hinausgeht oder von dritter Seite bezahlt bzw. durch geldwerte Vorteile belohnt wird. Die Glaubwürdigkeit der Presse als Informationsquelle gebietet besondere Sorgfalt beim Umgang mit PR-Material.

Diese Vorgabe missachtet “Das neue Blatt” mit seinem Artikel über den Glööckler-Laden. Mit der expliziten Nennung und Abbildung der Produkte und ihrer Preise, der durchweg unkritischen und werbenden Art des Textes sowie dem Infokasten mit Anfahrtsdaten und Öffnungszeiten geht die Veröffentlichung von “Das neue Blatt” weit über ein “begründetes öffentliches Interesse” hinaus. Da der Artikel nicht als Anzeige gekennzeichnet, sondern im redaktionellen Teil des Heftes erschienen ist, verstößt “Das neue Blatt” gegen Ziffer 7 des Pressekodex.


Haakon & Mette-Marit - Schlimmer Verdacht - Ist ihre Liebe nur gespielt? Zu sehen ist ein Foto von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, die bei einer Trauerfeier zum Attentat auf der Insel Utøya weint.

1)

Die “Revue heute” schreibt über die Ehe des norwegischen Kronprinzenpaares Mette-Marit und Haakon. Die Geschichte ihrer Beziehung scheine auf den ersten Blick wie aus einem Märchen, die “Revue heute” hat allerdings ihre Zweifel und fragt in einer Bildunterschrift: “Echte Liebe oder oscarreife Darbietung?” Weiter schreibt das Blatt:

So sehr sich das Kronprinzenpaar auch abmüht, nach außen das perfekte Liebesglück zu mimen — immer wieder zeigen sich Risse in der Fassade.

Unter solchen Rissen versteht die “Revue heute” Mette-Marits Reisen in den Himalaya, ihren Rückzug aus der Öffentlichkeit aufgrund angeblicher gesundheitlicher Probleme und Haakons Hobbies: Beim Bungeejumping und Fallschirmspringen soll er nach Ansicht des Blatts immer wieder sein Leben riskieren.

2)

Auf der Titelseite der “Revue heute” ist ein Foto von Mette-Marit zu sehen, das sie weinend und in schwarzer Trauerkleidung zeigt. Dieses Foto hat die Redaktion vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen; das Bild und die Tränen Metter-Marits darauf haben nicht im Ansatz mit einer etwaigen Beziehungskrise zu tun: Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2011, als die norwegische Kronprinzessin an einer Trauerfeier für die Opfer der Anschläge auf Utøya teilnahm, bei denen neben Dutzenden anderen Menschen auch ihr Stiefbruder ums Leben kam. Die Wahl und der Abdruck des Fotos zielen vermutlich nur auf ein mögliches Sensationsinteresse und, damit verbunden, auf höhere Verkaufszahlen ab.

3)

Unseres Erachtens verstößt die Veröffentlichung gegen Ziffer 2 des Pressekodex.

Der Abdruck des Fotos, das Mette-Marit weinend und in Trauerkleidung zeigt, erweckt in Kombination mit der Überschrift (“Schlimmer Verdacht — Ist ihre Liebe nur gespielt?”) den Eindruck, die norwegische Kronprinzessin weine auf diesem Foto wegen der angeblichen Risse in ihrem Privatleben. Dieser Zusammenhang ist allerdings frei erfunden. Derartige Fälle, in denen eine Redaktion zur Bebilderung ein Foto wählt, das mit den eigentlichen angeblichen Geschehnissen nicht zu tun hat, regelt der Pressekodex in Richtlinie 2.2:

Kann eine Illustration, insbesondere eine Fotografie, beim flüchtigen Lesen als dokumentarische Abbildung aufgefasst werden, obwohl es sich um ein Symbolfoto handelt, so ist eine entsprechende Klarstellung geboten.

Eine solche Kennzeichnung fehlt in der Veröffentlichung des “Revue heute” jedoch.


Sie weint nur noch - Mette-Marit - Schock-Diagnose - Die Prinzessin ist unheilbar krank ...

1)

Sowohl die “Revue heute” als auch die “Freizeit Express” (beide erscheinen im “Alles Gute Verlag”) titeln auf ihren Covern über die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit: “Schock-Diagnose — Die Prinzessin ist unheilbar krank …”.

Den Artikeln zufolge leidet Mette-Marit unter psychischen Problemen: “Palastinsider sprechen sogar von einer ausgewachsenen Depression”. Genüsslich zählen die Redaktionen all die Krankheiten, Verletzungen und Unfälle Mette-Marits auf, die sie in den vergangenen Jahren so ausmachen konnten. Mit Blick auf die angebliche Depression und eine mögliche Genesung Mette-Marits machen die Blätter nicht viel Hoffnung:

Aber für Depressionen gibt es keine Heilung, höchstens eine langfristige Therapie …

Auf der Titelseite haben die Redaktionen zur Illustration das Foto einer weinenden Mette-Marit gewählt und dazu rot-unterlegt getextet: “Sie weint nur noch”.

2)

Das verwendete Bild auf dem Cover hat inhaltlich nichts mit der angeblichen “Schock-Diagnose” zu tun. Es handelt sich um ein Foto, das im Sommer 2011 bei der Trauerfeier zum Anschlag auf Utøya aufgenommen wurde. Bei diesem Anschlag hat Mette-Marit ihren Stiefbruder verloren. Eine Kennzeichnung dieses Fotos als Symbolbild gibt es nicht.

Dazu täuscht die Schlagzeile, nach der die Kronprinzessin unheilbar krank sei, die Leserschaft. Sowohl die “Revue heute” als auch die “Freizeit Express” werben auf den Titelseiten mit Tatsachenbehauptungen für den Kauf der Zeitschriften. Im Heftinnern wird hingegen schnell klar, dass es sich lediglich um Gerüchte zu Mette-Marits Gesundheitszustand handelt.

Außerdem ist die Art, wie die Hefte über die Krankheiten und Verletzungen Mette-Marits berichten, nicht angemessen. Das trifft insbesondere auf die Passagen der Artikel zu, in denen über die angebliche Depression geschrieben wird. Hier wird den Leserinnen und Lesern ein falsches Bild der Krankheit vermittelt, indem Depressionen als unheilbar dargestellt werden.

3)

Unseres Erachtens verstoßen die “Freizeit Express” und die “Revue heute” mit ihren Artikel gegen die Ziffern 1, 2, 8 und 14 des Pressekodex.

Auf der Titelseite schreiben die Redaktionen: “Die Prinzessin ist unheilbar krank”. Diese Tatsachenbehauptung widerspricht einer wahrhaftigen Unterrrichtung der Öffentlichkeit, wie sie der Pressekodex vorsieht. Daher verstößt der Artikel gegen Ziffer 1.

Für die Illustrationen auf den Titelseiten haben die Mitarbeiter ein Foto von Mette-Marit gewählt, auf dem sie weint. Das Foto erweckt im Zusammenspiel mit den Dachzeilen den Eindruck, es hänge mit der “Schock-Diagnose” zusammen. Das stimmt aber nicht. Das Bild hätte als Symbolfoto gekennzeichnet werden müssen, was nicht geschehen ist. Daher verstößt die Veröffentlichung gegen Richtlinie 2.2, die den Umgang mit Symbolbildern regelt:

Kann eine Illustration, insbesondere eine Fotografie, beim flüchtigen Lesen als dokumentarische Abbildung aufgefasst werden, obwohl es sich um ein Symbolfoto handelt, so ist eine entsprechende Klarstellung geboten.

Fast eine ganze Artikelspalte widmen die Hefte einer Aufzählung von Erkrankungen und Verletzungen der Kronprinzessin. Dazu kommt die Behauptung, sie leide an einer Depression. Damit verstoßen sie gegen Richtlinie 8.6 des Presekodex. Dort steht:

Körperliche und psychische Erkrankungen gehören zur Privatsphäre. In der Regel soll über sie nicht ohne Zustimmung des Betroffenen berichtet werden.

Eine solche Zustimmung Mette-Marits dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vorliegen.

Ziffer 14 des Pressekodex legt fest:

Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte.

Dagegen verstoßen die Blätter mit ihren Schlagzeilen auf den Titelseiten, in denen behauptet wird, Mette-Marit sei — mit ihrer angeblichen Depression — unheilbar krank. Dies vermittelt der Leserschaft den Eindruck, dass es sich bei einer Depression zwangsläufig um eine Erkrankung ohne Chance auf Heilung handle. Dadurch könnten unbegründete Befürchtungen bei den Leserinnen und Lesern ausgelöst werden.


Wir wollen uns wieder häufiger über die Regenbogenpresse beschweren — nicht nur hier im topfvollgold, sondern so richtig offiziell.

In Deutschland ist dafür der Presserat die oberste Anlaufstelle. Deswegen schicken wir wieder regelmäßig Beschwerden über einzelne Regenbogenartikel dorthin.


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Optische Täuschungen (3)
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Optische Täuschungen (3)

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um Tränen-Fotos der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit:

Sie weint nur noch - Mette-Marit - Schock-Diagnose - Die Prinzessin ist unheilbar krank ...

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Heute geht’s um die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit. Die ist ja immer wieder ein Thema von Klatschzeitungen. Jetzt macht das Blättchen “Freizeit Express” mit der Prinzessin auf, natürlich mit einer wahnsinnig schockierenden Meldung: Mette-Marit sei “unheilbar krank”, steht da. Was hat sie denn?

Moritz: Du sagst es schon ganz richtig: Mette-Marit ist bei den Regenbogenheften immer ganz weit oben im Hau-drauf-Kurs, sie kriegt immer gut was auf die Mütze. Dieses Mal: Mette-Marit gilt gemeinhin als etwas trauriger, sie soll ein etwas traurigeres Gemüt haben. Und deswegen behauptet die “Freizeit Express” einfach mal fröhlich, dass sie depressiv ist. Da gibt es jetzt keine öffentliche Stellungnahme des Hofes, die das bestätigt, oder dass ein Arzt seine Schweigepflicht gebrochen und was ausgeplaudert hat — nee, die “Freizeit Express” stellt eine Ferndiagnose an und sagt: Mette-Marit, unheilbar krank, Depression, überhaupt nicht gut.

Wobei man als erstes ja schon sagen könnte: Eine Depression ist nicht zwangsläufig unheilbar.

Moritz: Ja, das stimmt, das kommt noch dazu. Die Schreiber der Geschichte sagen am Ende des Textes auch noch kurz, dass eine längerfristige Therapie helfen könnte — inhaltlich widerspricht sich das also auch schon mal alles. Aber “unheilbar krank”, auch noch in roter Schrift auf der Titelseite, verkauft sich natürlich noch etwas besser.

Das ist also das eine Problem, aber wie zieht die “Freizeit Express” die Sache jetzt auf?

Mats: Neben dieser Ferndiagnose gibt es dann noch eine ganz akkurate Auflistung, wann es Mette-Marit in den letzten Jahren mal schlechter ging, wann sie gestürzt ist, wann sie Panik-Attacken hatte. Da gibt es also eine ganz detaillierte Auflistung ihrer Krankheitsgeschichte. Das sind teilweise erstmal Sepkulationen, würden wir sagen, da ist nicht viel dran. Aber selbst wenn es stimmen würde, wäre es unseres Erachtens trotzdem ein Verstoß gegen die journalistischen Regeln. Über Erkrankungen, ob nun körperlicher oder psychischer Natur, soll in der Regel nicht berichtet werden. Dafür gibt es auch extra eine Richtlinie im Pressekodex: Dort steht, dass über solche Erkrankungen nicht ohne die Zustimmung der Betroffenen geschrieben werden darf. Da finden wir: Selbst wenn das alles stimmen würde, was die “Freizeit Express” so schreibt, geht es trotzdem nicht, dass man das alles so detailliert auflistet.

Gibt es von dieser Regelung des Presserats irgendwelche Ausnahmen? Könnte man also vielleicht mit viel gutem Willen sagen: Ja, das ist eine Person des öffentlichen Lebens, deswegen gibt’s ein öffentliches Interesse an der Krankheit, wenn’s denn überhaupt eine Krankheit gibt?

Moritz: Mal ein theoretischer Fall: Sagen wir, die Bundeskanzlerin hat eine Herzschwäche und jettet jetzt aber von der Griechenland-Krise zur Ukraine-Krise, versucht dann noch, das Ebola-Problem zu lösen und irgendwie den sogenannten Islamischen Staat zu bekämpfen. Dann könnte eine Zeitung ernsthaft fragen: Ist sie dazu körperlich überhaupt in der Lage? Dann wäre es schon berechtigt, über diese Erkrankung nachzudenken. Da müsste es aber erstens schon mal Anzeichen für die Krankheit geben und außerdem müsste ein so großes öffentliches Interesse bestehen, dass ein Eingriff ins Persönlichkeitsrecht dieser Person dann auch gerechtfertigt ist — das muss ja immer gegeneinander abgewägt werden. Und das ist in dem Fall mit Mette-Marit einfach nicht gegeben. Es mag sein, dass Mette-Marit manchmal nicht so gut drauf ist. Aber unserer Meinung nach ist es ganz klar so, dass es ihre Sache ist, sollte sie depressiv sein. Und da muss keine “Freizeit Express” kommen und in einer wirklich reißerischen Aufmachung darüber berichten.

Jetzt stört Ihr Euch ja aber nicht nur an dem Bericht an sich, sondern auch noch an dem Titelbild dazu. Dort ist nämlich eine weinende norwegische Prinzessin zu sehen. Würde ja eigentlich zum Thema passen, oder?

Mats: Ja, genau, das machen diese Hefte öfter: Jedes Mal, wenn es um Mette-Marit geht und irgendeine schlimmere Geschichte ansteht — Psycho-Terror und Schock-Diagnose und Psycho-Drama und so weiter –, dann bebildern die Redaktionen ihre Text immer ganz gerne mit recht ähnlichen Fotos von Mette-Marit, auf denen sie weint. Da haben wir uns vor einer Weile mal näher angeschaut, woher diese Fotos eigentlich stammen. Sie sind nämlich während einer Trauerfeier für die Opfer von Utøya entstanden. Da hat es im Juli 2011 ja einen Anschlag gegeben, bei dem vor allem Kinder und Jugendliche getötet wurden. Später gab’s dann eine Trauerfeier, bei der auch Mette-Marit war. Bei den Anschlägen ist ein Familienangehöriger von ihr umgekommen. Und deswegen hat sie auf dieser Trauerfeier verständlicherweise geweint. Dabei ist sie von Paparazzi abgeschossen worden, und diese Fotos tauchen jetzt immer wieder auf. Die werden von den Heften immer wieder aus dem Kontext gerissen und benutzt, um solche Schock-Diagnose-Psycho-Kollaps-Geschichten zu bebildern.

Moritz: Und auch das ist dann wieder ganz klar ein Verstoß gegen den Pressekodex des Deutschen Presserats. Der sagt in Richtlinie 2.2, betreffend Symbolfotos: “Kann eine Illustration, insbesondere eine Fotografie, beim flüchtigen Lesen als dokumentarische Abbildung aufgefasst werden, obwohl es sich um ein Symbolfoto handelt, so ist eine entsprechende Klarstellung geboten.” Die “Freizeit Express” müsste also eigentlich “Symbolfoto” dazuschreiben. Tut sie natürlich nicht. Stattdessen schreibt sie als Dachzeile über die Überschrift noch: “Sie weint nur noch”. Das passt also perfekt zusammen: eine weinende Mette-Marit im Bild und diese Dachzeile. Und das ist natürlich genau das Gegenteil von dem, was der Presserat fordert.

Muss sich die Prinzessin jetzt eigentlich damit abfinden? Oder glaubt Ihr, sie könnte dagegen auch vorgenen?

Mats: Schwierig. Also ich glaube schon, dass sie Chancen hätte, wenn sie dagegen voginge. Aber gerade bei Adeligen aus dem Ausland, oder generell bei Prominenten aus dem Ausland, ist es doch eher unwahrscheinlich unserer Erfahrung nach, dass sie dagegen vorgehen. Die müssen erstmal davon mitbekommen, was hier so über sie geschrieben wird. Dann müssen sie einen Anwalt in Deutschland haben, der das für sie in die Hand nimmt. Das ist also schon mit sehr viel Aufwand verbunden. Daher gehen die Königsfamilien diesen Schritt doch eher selten. Aber wenn sie es täten, hätten sie ganz gute Chancen, denke ich.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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topf is loading …
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topf is loading …

topf is loading ...

Der Winterschlaf hier im Blog ist bald vorbei. Und fürs neue Jahr planen wir ein paar Veränderungen. Dafür sammeln wir gerade unsere Kräfte — daher ist der topfvollgold momentan noch im Ladezustand.

Für die Wartezeit haben wir Euch eine Ladung Schlagzeilenbasteln zusammengestellt. Die Spielregeln sind wie immer: Wir nennen Euch eine kurze Nachricht, und Ihr bastelt daraus eine schöne Regenbogenschlagzeile. Wie die Profis es gemacht haben, erfahrt Ihr mit einem Klick auf “Schlagzeile?”. Und los geht’s!


In England hat eine Gruppe von Frauen für einen Halbnackt-Kalender posiert, um Spenden für die “East Anglian Air Ambulance” zu sammeln, für die Prinz William als Hubschrauberpilot fliegt.

Schwangere Herzogin Kate - Strippen für den guten Zweck - Wie soll William ihr das nur erklären?

(“Woche der Frau”)


Thea Jauch, die Frau von Günther Jauch, hat auf dem Weingut der beiden alles fest im Griff.

Tiefe Einblicke in das Eheleben als Winzerpaar - Günther Jauch - Ohne seine Frau wäre er verloren

(“Woche der Frau”)


Neulich in Los Angeles: Der Fahrer eines SUV verliert auf der nassen Fahrbahn die Kontrolle, der Wagen rutscht gegen den Bordstein, zwei Reifen platzen. Auch im Auto: Schauspielerin Angelina Jolie.

Angelina Jolie - Anschlag auf die Schauspielerin?

(“Das Neue”)

“Das Neue” verschwörungstheoriesiert: “Hat sie sich mit ihren politischen Plänen schon die ersten Feinde gemacht?”


Zur letzten “Wetten, dass ..?”-Sendung hat Markus Lanz unter anderem auch Helene Fischer eingeladen. Til Schweiger hat für die Sängerin eine Rolle im “Tatort” klargemacht. Und Ex-Big-Brother-Bewohner Jürgen Milski hat einen Song mit dem Namen “Oh Helene” rausgebracht.

Arme Helene - So schamlos wird sie von Männern ausgenutzt!


Die Sängerin Cher musste krankheitsbedingt ihre Tour absagen. Bei Twitter schrieb sie: “‘Ich habe so fest versucht, stark genug zu sein, aber mein Wille konnte meinen Körper dieses Mal nicht zwingen.’”

Ihre Fans weinen um sie - Cher - Ihr trauriger Abschied

(“Neue Welt”)

Der Artikel der “Neuen Welt” liest sich wie ein Nachruf auf Cher. Kostprobe: Der erwähnte Tweet “waren ihre letzten Worte, die sie schrieb.” Und: “Der einzige Trost, der ihren Fans in dieser traurigen Zeit noch bleibt, sind die schönen Erinnerungen an eine der erfolgreichsten und besten Sängerinnen der Welt. Sowohl Cher als auch ihre Musik bleiben unvergessen.” Cher twittert indes fröhlich weiter.


Dieter Bohlen war bei einem Konzert von Andrea Berg. Hat ihm wohl ganz gut gefallen: “‘Ich war so begeistert, dass ich gleich in eine Polizeikontrolle gefahren bin — und der Führerschein war weg für vier Wochen’, gibt Dieter zu.”

Andrea Berg - Außer Kontrolle - Was hat sie bloß mit Dieter Bohlen angestellt?

(“Woche der Frau”)


Und jetzt mal andersherum. Welche Nachricht steckt wohl hinter dieser Schlagzeile?

Helene Fischer - In den Fängen des Nacktmodells - Unfassbar, wie Melanie Müller sie schamlos benutzt

Na, na, na, Melanie Müller! Einfach so in der Buchhandlung ein Foto von der eigenen Biographie machen, die neben der von Helene Fischer liegt, und sich dann auch noch bei Facebook drüber freuen (“‘Haha, Helene und ich zusammen im Buchladen’”)? Oder in einem Musikvideo in einem DFB-Trikot auftauchen — so wie Fischer auf der Fan-Meile in Berlin? “Unfassbar” vom “Nacktmodell” Müller, findet die “Woche der Frau”. Denn: “um ihre eigene, zweifelhafte Karriere voranzubringen, hat sie sich ausgerechnet Deutschlands Shooting-Star Nr. 1 ausgesucht: Helene Fischer (30)! Die Arme!” Der gutgemeinte Redaktionstipp: “Schuster, bleib bei deinen Leisten”.


Als die schwangere Herzogin Kate neulich eine soziale Einrichtung in New York City besuchte, wartete vor dem Gebäude zur Sicherheit auch ein Rettungswagen.

Herzogin Kate - Verliert sie ihr Kind? - Der Notarzt weicht nicht von ihrer Seite

(“Woche der Frau”)


Ein Kumpel von Markus Lanz hat in einem Interview erzählt, er und Lanz (der kürzlich Vater geworden ist) hätten einen Nordpol-Trip mit Schlittenhunden geplant.

Markus Lanz - Verlässt er etwa ganz schnell seine kleine Familie? - Unglaublich, was sein guter Freund mit ihm vorhat

(“Woche der Frau”)


Vor zwei Jahren hat Andrea Berg in einem Interview gesagt, sie habe schon ganz früh gelernt, “dass wir alle endlich sind und dass wir uns beeilen müssen, all das zu tun, was wir wirklich tun wollen.”

Andrea Berg - Sie weiß nicht, wie viel Zeit ihr noch bleibt - Stürzt sie sich deshalb von einem Abenteuer ins nächste?

(“Woche der Frau”)


Günther Jauch - Schock-Video aufgetaucht! Wusste seine Frau davon?

In dem Video spricht Jauch mit einem Weinexperten über sein Weingut. “Und so, wie der Moderator da vor der Kamera sitzt, hat man ihn wirklich noch nie gesehen”, stellt die “Schöne Woche” empört fest. Denn Jauch ist — unrasiert! Mit Drei-Tage-Bart sitzt er am Tisch, “eine Haarsträhne fällt ihm keck in die Stirn. Und das, obwohl er gefilmt wird! [...] Sind ihm seine Zuschauer plötzlich egal?”


Angeblich hat Heidi Klum (die zurzeit mit dem Kunsthändler Vito Schnabel zusammen ist) eine Privatlehrerin engagiert, die ihr Nachhilfe in Kunstgeschichte geben soll.

Heidi Klum - Ist sie zu dumm für Vito?

(“Neue Post”)


Prinzessin Mette-Marit von Norwegen und ihr Mann Haakon sind glücklich miteinander.

Mette-Marit - Die Liebe hat gesiegt ... doch wer weiß, wie lange

(“Das Neue”)


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Die Hurrarerei des “goldenen Blatts”
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Die Hurrarerei des “goldenen Blatts”

Kurz vor Jahresschluss hat “Das goldene Blatt” es doch noch geschafft: Mit besonders wenig Einsatz und bemerkenswerter Ideenlosigkeit hat die Redaktion sich zum Hattrick geknallt! Drei aufeinanderfolgende “Hurra”-Schlagzeilen auf den Titelseiten der Ausgaben 46, 47 und 48 reichten, um den Null-Einfall-Grand-Prix der deutschen Regenbogenpresse zu gewinnen:

Mette-Marit & Haakon - Hurra! Das 4. Baby
Victoria & Madeleine - Hurra! Doppeltes Baby-Glück
Albert & Charlene - Hurra! Alles über ihr Zwillings-Glück

Nun hat die Hurrarerei des “goldenen Blatts” schon eine gewisse Tradition. Höchste Zeit, mal einen Blick auf die Entstehungsgeschichte einer Schlagzeilen-Legende zu werfen.

2009
“Das goldene Blatt” zündet einen ersten Testballon, die Geburtsstunde des späteren Schlagzeilenstars auf der Titelseite von Ausgabe 29: “HURRA! Endlich ein Söhnchen” für Máxima und Willem-Alexander der Niederlande. Das “Söhnchen” ist bis heute nicht geboren.

2010
Drei “Hurra”-Ausgaben, breit übers Jahr gestreut (Ausgaben 11, 35 und 53). Steffi Graf soll schwanger sein, ist sie aber nicht. Kate soll schwanger sein, ist sie aber noch nicht. Und Máxima soll noch immer mit einem “Söhnchen” schwanger sein. Ist sie aber … Ihr wisst schon.

2011
Die Testphase ist erfolgreich überstanden, “Das goldene Blatt” wird mutiger. Vor allem zum Ende des Jahres — Stichworte: Adventszeit, Teelichtstimmung — gibt’s die geballte Hurraigkeit. Insgesamt sechsmal jubelt die Redaktion auf dem Cover, im Schnitt auf jeder achten Ausgabe. Máxima ist übrigens nicht mehr schwanger.

2012
Ein Novum: Die Freude rückt näher zusammen. Zwischen den Ausgaben 36 und 38 sowie den Ausgaben 46 und 48 liegt jeweils nur ein Heft, auf dem nicht “Hurra” geschrien wird. Außerdem erwartet Kate in diesem Jahr gleich drei Kinder: einmal Zwillinge (Ausgabe 31) und fünf Wochen später einen Sohn.

2013
Der endgültige Durchbruch. Elfmal “Hurra” in einem Jahr. Ganz Adelseuropa ist schwanger: Victoria von Schweden, Prinz Harrys Freundin Cressida, Herzogin Kate, Mary von Dänemark gleich zweimal, genauso Letizia von Spanien. Dazu kommen noch die Schwestern Anita und Alexandra Hofmann, die — potztausend! — beide Zwillinge erwarten sollen. Bei so vielen Freudenbotschaften lässt es sich nicht vermeiden, dass auf mehreren Ausgaben, die direkt aufeinanderfolgen, gejubelt wird.

2014
Früher war alles besser? Von wegen! Auf 17 der bisher 48 Ausgaben aus diesem Jahr prangt ein dickes “Hurra”. Also ungefähr auf jeder dritten. Der Hattrick ist der krönende Abschluss. Und das Beste: Máxima ist angeblich wieder schwanger — zweimal sind es Zwillingen und einmal ist es ein “kleiner Prinz”.

Eine Collage aus 45 "Hurra"-Titelseiten des "goldenen Blatt", die die Redaktion von 2009 bis 2014 veröffentlich hat

(Draufklicken für eine größere Version)

Wir haben mal durchgezählt: 30 der 45 Geschichten haben sich in Nachhinein als falsch herausgestellt. Das ist trotz der ganzen “Hurras” ziemlich traurig.


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Schlagzeilenbasteln (42)

Schlagzeilenbasteln (42)

So kurz vor dem Wochenende braucht die “Echo der Frau” noch unbedingt eine Überschrift. Also: Welche Schlagzeile könnte man auf Grundlage von folgendem Foto …

Foto von Mette-Marit mit ihrem Sohn Marius Borg Høiby.

… und der Info, dass Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit zum Skisprung-Weltcup in Oslo ihren 17-jährigen Sohn Marius Borg Høiby mitnahm, erzwingen?

Kronprinzessin Mette-Marit (40) - Wer ist der schöne Mann an ihrer Seite?


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Optische Täuschungen (2)

Optische Täuschungen (2)

Beim Alles Gute Verlag versteht man es nicht will man es nicht verstehen: Es ist ausgesprochen geschmacklos, für die Bebilderung einer weiteren Mistgeschichte über irgendeinen ausgedachten Mumpitz ein Foto von Kronprinzessin Mette-Marit zu wählen, das sie weinend bei einer Trauerfeier zu den Anschlägen in Norwegen zeigt.

Doch wen juckt das schon im Wolfsburger Verlagshaus, wenn sich die Redaktion kollektiv geifernd durch die Bilddatenbanken klickt, auf der Suche nach Negativ-Bildern, passend zur Negativ-Berichterstattung?

Haakon & Mette-Marit - Schlimmer Verdacht - Ist ihre Liebe nur gespielt? Zu sehen ist ein Foto von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, die bei einer Trauerfeier zum Attentat auf der Insel Utøya weint.

Den “Verdacht” findet die “Revue heute” so schlimm, dass sie ihn selbst aufstellt. Sie will’s wissen: “Echte Liebe oder oscarreife Darbietung?” Das scheint dem Blatt alles viel zu märchenhaft …

Klingt wie im Märchen: Prinz verliebt sich in einfaches Mädchen aus dem Volk, heiratet es und holt es auf sein Schloss. Bis hierhin unterscheiden sich die Lebensläufe von Aschenputtel und Mette-Marit (40) nur unwesentlich. Das Dumme bei Märchen ist, dass wir nicht erfahren, wie es nach der Hochzeit weitergeht.

Und das Dumme bei diesem Märchenmärchen ist, dass sonst keinerlei Parallelen zwischen Mette-Marit und Aschenputtel bestehen und das gezeichnete Bild somit direkt in die Tonne kann.

Um aber doch noch an ein knalliges Ende für ihren Artikel über die angeblichen Spannungen in der Ehe von Mette-Marit und Prinz Haakon zu kommen, greift die “Revue heute” zur allergröbsten Keule, die im Redaktionsschrank hängt. Auf den schlimmen Verdacht folgt ein noch viel schlimmerer:

Irgendwie alles gar nicht märchenhaft. Da hilft wohl nur die gute Fee. Oder der Geist aus der Flasche …

Hach ja, wenn man vorne auf dem Cover schon Fotos missbraucht, auf denen jemand um ein Familienmitglied und um über 70 weitere Opfer eines grässlichen Anschlags trauert, dann kann man hinten raus doch auch noch eben andeuten, dass dieser Jemand früher oder später zur Flasche greifen wird.


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Schlagzeilenbasteln (28)

Schlagzeilenbasteln (28)

Welche Schlagzeilen könnte man über folgende Nachrichten setzen?

Wolfgang Petrys Sohn Achim sagte neulich, dass die Menschen im Alter immer kauziger und verschrobener werden, so auch sein Vater. Beispiele: “Er isst nur noch Salat oder Fisch”. Und er treibe eine Menge Sport.

Dunkles Geheimnis - Wolfgang Petry - Ausgerechnet sein Sohn hat's verraten

(“Schöne Woche”)


Zum achten Geburtstag von Mette-Marits Sohn Sverre Magnus veröffentlichte das norwegische Königshaus ein Foto des jungen Prinzen. Der “Freizeit Vergnügen” ist dabei ein Detail besonders ins Auge gesprungen:

Ein Dermatologe sagt dazu: “‘Es handelt sich höchstwahrscheinlich um einen Café-au-lait-Fleck.’” Und er gibt Entwarnung: “Café-au-lait-Flecken sind in der Regel harmlos. ‘Es besteht keine erhöhte Hautkrebsgefahr.’”

Mette-Marit - Ist es Krebs? Erschreckende Fotos von ihrem kleinen Sohn


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Schlagzeilenbasteln (20)

Schlagzeilenbasteln (20)

Unser tägliches Schlagzeilenbasteln heute mal wieder zum Mitraten! Wir suchen eine Titelzeile für folgende Nachricht:

Das norwegische Königshaus hat auf seinem offiziellen Youtube-Kanal ein Video von Prinz Haakons Bungeesprung in Sambia gepostet.

Mette-Marit - Todes-Sehnsucht - Warum riskiert ihr Haakon sein Leben?

(“Freizeit heute”)


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Optische Täuschungen

Optische Täuschungen

Es gibt eine Reihe von Mitgliedern der europäischen Königshäuser, auf die die Regenbogenhefte besonders gern einprügeln. Letizia von Spanien zum Beispiel. Sie könnte in einer von ihr selbst gegründeten Aufzuchtstation für verletzte Baby-Delfine die süßen Tiere eigenhändig mit der Flasche wieder aufpäppeln — und trotzdem würden die Blätter in der nächsten Woche ein Foto von Letizia mit Glas in der Hand raussuchen und fragen, ob sie ein Alkoholproblem habe.

Momentan ebenfalls hoch im Hau-Drauf-Kurs: Mette-Marit. Nun stellt sich für jede Redaktion dasselbe Problem, will sie eine Negativgeschichte über Norwegens Kronprinzessin bringen: Auf den meisten Fotos sieht sie so gar nicht traurig/betrunken/verletzt/depressiv aus.

Doch auf eine Fotoserie stoßen die Redakteure immer wieder bei ihrer Suche nach Bildern, die zu ihren Niedermachertexten passen.

Zum Beispiel die “Freizeit Vergnügen”:

Kronprinzessin Mette-Marit - Familien-Tragödie - Nimmt der Hof ihr die Kinder weg? [Anm.: Auf dem Foto weint Mette-Marit.]

Oder die “Neue Freizeit”:

Dabei sehnt sie sich nur nach Geborgenheit - Prinzessin Mette-Marit - Psycho-Kollaps - Sie steht vor den Scherben ihres Glücks - Jetzt kann nur noch ihre beste Freundin helfen [Anm.: Auf dem Foto weint Mette-Marit.]

Oder die “Prima Woche”:

mette-marit_sohn_prima-woche

Diese Fotos haben mit dem jeweiligen Inhalt der drei Regenbogengeschichten nicht im Geringsten was zu tun. Mette-Marit weint nicht, weil der Hof ihr angeblich möglicherweise die Kinder wegnimmt. Nicht, weil hinter ihrem Bandscheibenvorfall ein “Psycho-Kollaps” stecken könnte. Und auch nicht, “weil ihr Sohn seinen eigenen Weg geht”.

Die norwegische Kronprinzessin weint auf diesen Fotos, weil sie um die 77 Opfer trauert, die bei den Anschlägen in Norwegen am 22. Juli 2011 ums Leben kamen. Darunter auch Mette-Marits Stiefbruder, der auf der Insel Utøya von Attentäter Anders Breivik erschossen wurde. Die Fotos wurden bei einer Trauerfeier aufgenommen.

Hört mal, Mitarbeiter des Alles Gute Verlags, des Deltapark Verlags und auch aller anderen Regenbogenverlage, eine kleine Idee: Wenn ihr das nächste Mal nicht das passende Foto zu Eurem Schund-Artikel habt, dann lasst doch einfach die ganze Geschichte bleiben.


Vielen Dank an Tina A. für den Hinweis!


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Schlagzeilenbasteln (11)

Schlagzeilenbasteln (11)

Ein neuer Tag im Regenbogen-Bootcamp! Wir suchen eine Überschrift für folgende Nachricht:

Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen ist wegen eines Bandscheibenvorfalls am Rücken operiert worden.

Dabei sehnt sie sich nur nach Geborgenheit - Prinzessin Mette-Marit - Psycho-Kollaps - Sie steht vor den Scherben ihres Glücks - Jetzt kann nur noch ihre beste Freundin helfenDenn: Wenn “der Rücken der Spiegel der Seele ist, liegt bei Mette die Psyche in Scherben. Seelen-Kollaps.”


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Schlagzeilenbasteln (5)

Schlagzeilenbasteln (5)

Haben Sie das Zeug zum Regenbogenredakteur? Finden Sie es heraus! Wir nennen Ihnen eine Nachricht, und Sie denken sich eine Schlagzeile dazu aus. Mit einem Klick auf den Link erfahren Sie, wie es die Profis gemacht haben.

Und ab dafür!


Am linken Handgelenk von Schlagersängerin Andrea Berg baumelt seit einiger Zeit ein rotes Band. Könnte ein Wollfaden vom letzten VHS-Strickkurs sein, es soll sich aber um Kabbala handeln, der mystischen Tradition des Judentums. Übrigens: Das Ding “gibt’s im Internet — für 7,95 Euro, inkl. ‘Echtheits-Zertifikat’”.

Andrea Berg - Große Sorge! Verfällt sie einer unheimlichen Sekte?


Die Tochter von Til Schweiger träumt davon, Model zu werden.

Angst um seine Tochter

Denn jeder weiß: “Zu oft findet man Drogen und Magersucht in dieser Branche.”


Die Mitarbeiter der “Revue exklusiv” haben mal ein bisschen über diese Fotos der spanischen Prinzessin Letizia unsinniert:

Prinzessin Letizia

Prinzessin Letizia - Nackt-Skandal - Wie kann sie sich so freizügig zeigen?

Doch nicht nur das! Denn: “Bei einem Vortrag in Madrid soll es wegen ihres Minirocks, der gefährlich weit hochrutschte, als sie sich setzte, sogar mal zu Ohnmachtsanfällen gekommen sein.”


Der Vater von Semino Rossi ist an Krebs gestorben. Ein Freund von ihm auch.

Semino Rossi - OH GOTT, NEIN! - Die schreckliche Angst vor dem bösen Krebs-Fluch


Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat sich nach ihrer Nacken-OP im November aufs Schloss Skaugum zurückgezogen. “Alle Termine wurden abgesagt. Ihre Auszeit um Wochen verlängert.”

Dabei sehnt sie sich nur nach Geborgenheit - Prinzessin Mette-Mari - Psycho-Kollaps - Sie steht vor den Scherben ihres Glücks - Jetzt kann nur noch ihre beste Freundin helfen


Neulich sagte Veronica Ferres im Interview mit der “Bunte” zu etwaigen Hochzeitsplänen mit ihrem Mann Carsten Maschmeyer: “Es wäre toll, unter Wasser oder im Weltall zu heiraten, damit man für sich sein kann”.

Veronica Ferres - Heirat im All?


Auf der Facebook-Seite von Helene Fischer schrieb neulich Butterbirne eins: “Helene, du bist 1000 mal besser als Andrea Berg, diese eingebildete Zippe.” Das veranlasste Butterbirne zwei zu folgender Antwort: “Halt dein Maul, du Knallfrosch. Andrea ist um Welten besser.”

Andrea Berg & Helene Fischer - Schlager-Krieg! Üble Beschimpfungen - ihre Fans toben vor Wut


Charlotte Casiraghi (Enkelin Nichte* des Fürsten von Monaco) ist schwanger, ihr Freund Gad Elmaleh (Komiker) ist auf Tournee in Frankreich.

Monaco vergiftet jede Liebe ... - Charlotte Casiraghi - So ein Schuft! - Das Baby ist da - er ist weg!

Oder auch:

Sowas verzeiht eine Frau nie!


Bei Willem-Alexander, dem König der Niederlande, wurde “vor 20 Jahren” eine Lungen-Sarkoidose diagnostiziert. Eine Krankheit, die — wie Experte Dr. Michael Barczok erklärt — häufig keinerlei Beschwerden verursacht und in mehr als 90 Prozent der Fälle folgenlos verläuft. Außerdem soll Willem-Alexander die Krankheit schon längst besiegt haben.

Oh, mein Gott! König Willem-Alexander - Die Lunge! Bösartige Krankheit bedroht sein Leben


Neulich beim Konzert von “Deutschland sucht den Superstar”-Gewinnerin Beatrice Egli: Ein Fan ruft zwischen zwei Songs laut “Beatrice, ich möchte dich heiraten!”

Beatrice Egli - Rührender Heiratsantrag!


Nach ihrer Brustamputation hat sich Angelina Jolie Silikonimplantate einsetzen lassen. Das könnte zu Infektionen führen.

Angelina Jolie - Schock-Diagnose - Der Star schwebt in akuter Lebensgefahr


Im kommenden Jahr könnte Prinz Harry womöglich vielleicht seine derzeitige Freundin Cressida Bonas heiraten. Cressida ist die Halbschwester von Isabella, mit der Harrys großer Bruder William vor sechs Jahren mal eine Beziehung hatte. Also: Harry aktuell mit Cressida, William früher mal mit Isabella. Williams heutige Ehefrau Kate findet Cressida ganz nett und plaudert ab und zu mal mit ihr.

Herzogin Kate - Spiel mit dem Feuer - Sie holt ihre große Rivalin in den Palast

Zur Erklärung: Kate habe einen “schlauen Plan ausgeklügelt: Sie macht sich die Schwester ihrer Feindin einfach zur besten Freundin. Und nimmt Cressida kurzerhand unter ihre Fittiche.” Mit der Kontrolle über Cressida “wird sie sich immer auf ihre Loyalität verlassen können. Auch gegen die eigene Schwester.” Har-har-har!


Helene Fischer hat in einem Interview erzählt, dass sie in den ersten Minuten nach einem Auftritt “noch voller Adrenalin” ist. “Danach fällt alles von mir ab. Ich gehe danach nicht gerne sofort ins Hotelzimmer, denn man fühlt sich oft sehr einsam nach dem Auftritt”.

Helene Fischer - Hilferuf aus dem Hotelzimmer - Von Millionen geliebt - doch oft so einsam


Irgendwo in Potsdam, also in der Stadt, in der auch Günther Jauch mit seiner Frau und seinen vier Töchtern lebt, hat ein “Sexgangster” Frauen belästigt.

Der blanke Horror vor Weihnachten - Günther Jauch - So gefährlich lebt seine Familie


*Korrektur, 12. Dezember, 15:05 Uhr: Charlotte Casiraghi ist natürlich nicht die Enkelin, sondern die Nichte des Fürsten von Monaco. Danke an Eve für den Hinweis!

**Korrektur, 13. Dezember, 14:11 Uhr: Diese Schlagzeile hatten wir zuerst einem anderen Blatt zugeschrieben. Pardon dafür!


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Die scheinheiligen drei Könige

Die scheinheiligen drei Könige

Zur Weihnachtszeit schlägt die Stunde des Achim Thäsler. Denn dann darf der stellvertretende “die aktuelle”-Chefredakteur loslegen und das Vorwort des Heftes mit seinen Gedanken zum Fest der Feste füllen. Na dann, Achim, lass jucken …

Montags-Gedanken - Liebe Leserin, lieber Leser! Haben Sie gestern auch einen geputzten Stiefel vor die Tür gestellt -- in der Hoffnung, dass der Nikolaus ein paar Süßigkeiten hineinlegt? Ich auf jeden Fall! Darf ich Ihnen ein Geständnis machen: Ich liebe Weihnachten und die Vorweihnachtszeit!

Manometer!

Und warum liebt Achim Thäsler Weihnachten und die Vorweihnachtszeit wohl so? Genau: Weil die Welt in diesen Tagen eine bessere ist. Oder wie er schreibt: “Was für glückliche Tage! Wie durch ein Wunder sind die Menschen plötzlich viel freundlicher und rücksichtsvoller.”

Mensch, Thäsler, das aus deiner Feder! Wer dürfte sich schon besser mit Rücksichtnahme und Freundlichkeiten auskennen, als der zweite Mann in einem der übelsten Schmierläden der Republik?

Aber wenn man erstmal so richtig in Weihnachtsstimmung kommt …

Während ich diese Zeilen schreibe (es ist das erste Advents-Wochenende), spielt im Hintergrund ein Radiosender rund um die Uhr Weihnachtslieder. Das ist mein Lieblingssender, wie Sie sich vorstellen können.

Und was für Geschichten bietet diese Woche unser Lieblingskampagnenblatt “die aktuelle”?

Sicher auch nur aufrichtig freundliche und rücksichtsvolle — dafür wird Achim “als kleiner Junge stand ich bei einer Adventsfeier des Roten Kreuzes auf der Bühne und spielte in einem Theaterstück den Weihnachtsmann” Thäsler in der Redaktionskonferenz bestimmt gesorgt haben …

Mette-Matir - Scheidung? Die unfassbare Erklärung vom Hof - Was wird aus den Kindern?

Helmut Kohl - Schreckliche Diagnose! Verliert er jetzt seinen Lebensmut?

Sylvie van der Vaart - Seit dem Ehe-Aus mit Rafael jagt eine Liebes-Katastrophe die nächste. Die Männer, mit denen sie sich verabredet, sehen zwar alle toll aus, sind aber ziemlich charakterlos. Hätte Sylvie nichts selbst soviel Unsinn gemacht, könnte man fast Mitleid kriegen ...

Boris & Lilly Becker - Er bedroht sie auf dem roten Teppich

Na, sieh mal einer an: Scheidung, schreckliche Diagnosen, Drohungen. Bei so viel Nächstenliebe wird einem Weihnachtsfan doch richtig warm ums Herz. Alles so friedvoll und fröhlich!

Ich wünschen [sic!] Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, eine friedvolle und fröhliche Adventszeit.

Ach, Achim Thäsler, eins noch: Auch wenn man es im ersten Moment vermuten könnte – das Wort “Scheinheiligkeit” hat so rein gar nichts mit Weihnachten zu tun.


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“Kirre royal”

“Kirre royal”

Auf dem Cover eurer aktuellen Ausgabe versprecht ihr Verdreher der “Revue Heute” einen “EXTRA große[n] RÄTSEL-TEIL”. Und deswegen rätseln wir jetzt auch mal mit.

Was für eine Geschichte könnte hinter diesen Titelzeilen stecken?Dabei ist er doch erst 16! Ihre Seele weint ... Prinzessin Mette-Marit - Das Herz! Angst um ihren SohnUnser Tipp: Mette-Marits Sohn Marius war in Oslo auf dem Jahrmarkt und hat mit dem Luftgewehr ein Plüsch-Herz geschossen. Doch Achtung! An Luftgewehrständen darf man in Norwegen erst mit 18 schießen. Das Plüsch-Herz musste Marius wieder zurückgeben.

Oder: Marius ist zum ersten Mal verliebt. Und zwar in ein braunhaariges Mädchen, ganz anders also als Mutter Mette-Marit. Das kann sie nicht verkraften. Jetzt hat sie Angst, ihren Sohn zu verlieren.

Doch alles falsch. Denn ihr habt eine noch blödere Geschichte gefunden erfunden:Wie herzlos! Kronprinzessin Mette-Marit - Sie muss ihren Sohn verleugnen!Denn mit “Das Herz!” vom Titelblatt ist natürlich nicht Marius’ Herz gemeint, sondern Mette-Marits Mutterherz:

Mutterherz im Zweispalt: Die Prinzessin kann nur schwer mit ansehen, wie ihr Ältester Marius aus der königlichen Familie ausgeschlossen wird

Marius stammt aus einer früheren Beziehung von Mette-Marit. Er ist also nicht Haakons Sohn und trägt damit auch keinen Prinzentitel.

Oder wie die “Revue Heute” sagen würde, ist er …

[...] ein fauler Apfel im Obstkorb. Ein Außenseiter, eine Art Beziehungs-Waise. Zu beobachten erst neulich wieder beim Nationalfeiertag.

Womit wir bei einem ausgesprochen interessanten Punkt angekommen sind, liebe Mitarbeiter der “Revue Heute”: Eure Aussagen zum norwegischen Nationalfeiertag.

Denn von hier an werdet ihr von Verdrehern zu astreinen Lügnern.Beim Nationalfeiertag war selbst Labradordoodle Milly Kakao mit von der Partie. Marius war nicht eingeladen

Offenbar hat es jeder Hund im Palast besser als Mette-Marits Sohn. Herzloser geht‘s nimmer …

Kirre royal, findet die Kinderpsychologin Dr. Sabine Jürgens — ihr schwant, dass Marius ob dieser familiären Kälte wohl einen Norweger-Pulli braucht

Dieser ganze Blödsinn, den ihr in diesem Artikel zu Papier gebracht habt, basiert auf eurer Aussage, dass Marius nicht mit auf die Familienfotos am Nationalfeiertag durfte. Dass das gelogen ist, wurde tausendfach festgehalten.

Die einzigen Personen, die Mette-Marits Sohn verleugnen, seid also ihr und eure Fotoredakteure — “Herzloser geht’s nimmer”.

Bei all dieser sozialen Kälte ziehen wir uns lieber erstmal unsere Norweger-Pullis über.


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Tränen auf dem Umzugskarton

Tränen auf dem Umzugskarton

Jetzt mal ehrlich, Mitarbeiter der “Prima Woche”: Ihr schreckt wirklich vor nichts zurück, oder?Mette-Marit - Familien-Drama - Die Prinzessin weint um ihren Sohn!Für ein bisschen Auflage erweckt ihr tatsächlich den Anschein, dass der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit verunglückt oder gestorben ist.

Oder warum sollte es sonst ein “Familien-Drama” geben? Warum sollte sonst die Prinzessin um ihren Sohn weinen?

Und warum solltet ihr euch sonst für diese Traueroptik im Innenteil entschieden haben?TraueroptikVielleicht glaubt ihr ja tatsächlich, dass ihr da das Richtige macht mit eurer Arbeit.
Vielleicht wollt ihr ganz bewusst Leid und Mitleid erzeugen.
Wir haben keine Ahnung, was ihr mit diesem Dreck eigentlich erreichen wollt.

Aber eines, da sind wir uns sicher, wollt ihr ganz sicher nicht: In ordentlicher Art und Weise darüber berichten, dass Mette-Marits Sohn Marius bald aufs Internat gehen wird. Denn das ist — doch, wirklich — der wahre Hintergrund zu dieser Geschichte.

Oder wie ihr fröhlich schreibt: “Ihr Sohn wird flügge”. Er ziehe aus dem Palast in Oslo aus und ziehe in einem Elite-Internat in Oslo ein.

Am Ende eures Textes gesteht ihr dann sogar noch, dass ihr nicht einmal euer Versprechen von der Titelseite (“Die Prinzessin weint um ihren Sohn!”) halten könnt:

Mette-Marit ist ja nicht gerade als Prinzessin auf der Erbse bekannt, eher als hart im Nehmen. Entsprechend kommentiert sie die Entscheidung ihres Sohnes, die mancher Mutter die Tränen in die Augen treiben würde: “Etwas einzustecken, das uns nicht passt, ist einer der wichtigsten Lektionen für jeden von uns. Daran wächst man.”

Und ihr, Mitarbeiter der “Prima Woche”, seid ja nicht gerade als Anhänger wahrer Worte bekannt, eher als Schwindler und Lügner.

Denn Mette-Marit hat mit dieser Aussage nicht die “Entscheidung ihres Sohnes” kommentiert. Sondern ihre eigenen schlechten Noten zu Uni-Zeiten.

Aber wenn man sowieso vor nichts zurückschschreckt, dann ist einem eine solche Verdrehung bestimmt auch völlig wumpe.


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Mette, Mette, Fahrradkette

Mette, Mette, Fahrradkette

Die Regenbogenpresse kritisiert die Methoden der Regenbogenpresse. Ja, wir haben es selbst nicht so richtig glauben können. Aber fangen wir vorne an.

Vor ein paar Wochen haben wir darüber geschrieben, dass die “Promi Welt” (Deltapark Verlag) der norwegischen Prinzessin Mette-Marit unterstellt hatte, in Indien zwei Säuglinge entführt zu haben – was aber gar nicht stimmte.

Die “Freizeit total” (Mediengruppe Stegenwaller) greift diesen Fall in ihrer aktuellen Titelgeschichte wieder auf. Sie schreibt:

Doch dann kam die angebliche Wahrheit ans Licht: der so genannte Baby-Skandal. Mette-Marit soll im Auftrag eines befreundeten Pärchens zwei Babys aus Indien entführt haben – was für eine Ungeheuerlichkeit!

Dann passiert etwas Ungewöhnliches: Die “Freizeit total” erzählt die Wahrheit. Im Ernst jetzt![...] zwei Babys aus Indien entführt zu haben - was für eine Ungeheuerlichkeit! Doch tatsächlich war alles ganz anders: Auf eigene Kosten hatte die Norwegerin eine Geburtsklinik in Nei Delhi besucht. Dort holte sie die von einer indischen Leihmutter ausgetragenen Zwillinge eines befreundeten Paares ab, das wegen Visum-Problemen nicht selbst reisen konnte. Als

… und so weiter. Die “Freizeit total” zeigt der “Promi Welt” also mal, wie richtiger Journalismus funktioniert.

Aber damit nicht genug: Der ganze Artikel liest sich wie ein großer Seitenhieb, wie eine mehr oder weniger subtile Kritik am Verhalten der Klatschpresse:Mette-Marit - Wann ist das Maß voll? - Gemeine Hetze spitzt sich zu!

["]Sie ist als Kronprinzessin nicht mehr tragbar”, “Immer lauter werden die Zweifel an ihr” … So und so ähnlich wird über die künftige Königin von Norwegen (39) gesprochen. Auslöser war der angebliche “Geheim-Urlaub” in Indien. Der wurde zunächst abwechselnd als Flucht vor der Ehe mit Haakon (39), Sinnkrise oder Depression interpretiert:

Dann fasst die “Freizeit total” mit kritisch-ironischem Unterton zusammen, über welche Dinge beispielsweise österreichische oder Schweizer Medien “spekuliert” hatten oder welche Schlagzeilen auf “Wunderweib.de” zu lesen waren (das Portal gehört der Konkurrenz vom Bauer-Verlag).

Eine Passage des Artikels handelt davon, dass angebliche “Adelskenner” darüber spekulieren, Mette-Marit und Haakon könnten sich trennen.

Und warum sollten die beiden sich trennen? Nun, die Norwegerin hat schließlich “neue Freunde” – zwei Schlittenhunde, mit denen sie sich auf einem Foto bei “Twitter” zeigt. Na, wenn das nicht verdächtig ist!

Das hätten wir nicht schöner formulieren können.

Der Artikel schließt mit der Bemerkung, dass das Königshaus begonnen habe, sich juristisch gegen die Berichterstattung in norwegischen Illustrierten zu wehren. Die “Freizeit total” freut sich, nun sei “endlich Schluss mit den Verleumdungen”.

Jetzt mal ganz ehrlich, alte Medienwächter der “Freizeit total”. Wir finden es ja immer gut, wenn jemand die Methoden der Regenbogenpresse kritisch hinterfragt. Aber irgendwie kaufen wir euch die plötzliche Läuterung nicht so ganz ab.

Warum? Weil ihr eure Kritik an den Spekulationen der Anderen lediglich als Vorwand dafür benutzt, selbst irgendwelche Spekulationen in die Welt zu setzen:

Wie lange kann selbst ein Profi wie die Prinzessin so viel Missgunst ertragen? Was, wenn sie über die bösen Unterstellungen am Ende krank wird – und ihre Ehe tatsächlich in die Brüche geht?

Und weil euer Titelblatt genauso dämlich ist wie das, was ihr anderen Medien in eurem Artikel vorwerft:[Titelblatt:] Mette-Marit & Haakon - Die bitteren Tränen hinter ihrem Glück - Hält ihre große Liebe den Skandal aus?


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Die erfundene Entführung
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Die erfundene Entführung

In der Regenbogenpresse liegt auf der Wahrheit meist eine dicke Kruste aus Dreck. Kratzt man genug davon ab, kommt mit etwas Glück der letzte, unspektakuläre Rest dessen zum Vorschein, was die Blättchen ihren Lesern in den Schlagzeilen noch vollmundig versprochen haben. Dieses Ausreizen presserechtlicher Grenzen gehört in vielen Redaktionen schlichtweg zum Job.

Doch einige Regenbogenautoren belassen es nicht bei solchen irreführenden Verdrehungen. Sie gehen noch einen Schritt weiter. Und machen dabei nicht mal vor rechtlichen Schranken Halt.

In ihrer aktuellen Ausgabe schreit die “Promi Welt”:Prinzessin Mette-Marit - Jetzt ist das Maß aber voll! - Das Volk ist empört - kosten ihre jüngsten Eskapaden sie die Krone?Der Artikel beginnt gewohnt krawallig:

Da ist was faul im Staate Norwegen. Sie hat keine Lust zu arbeiten, versäumt wichtige Termine und rückt das norwegische Königshaus mit ihrem unroyalen Verhalten erneut in ein schlechtes Licht: Kronprinzessin Mette-Marit (39) sorgt mal wieder für Unmut im Volk.

Nun ja, das kann man unter Umständen so sehen — auch wenn es doch eine sehr, sagen wir, polemische Interpretation der Faktenlage ist.

Im nächsten Satz verliert die “Promi Welt” dann aber vollends den Bezug zur Realität.Dabei ist der Bayb-Skandal von Indien, als sie in einer Nacht- und Nebelaktion zwei Säuglinge aus einer Kinderklinik entführte, noch nicht einmal ganz verdaut.

(Markierung von uns.)

Es kann ja sein, dass wir da irgendwas verpasst haben. Aber der einzige “Baby-Skandal von Indien”, den wir gefunden haben, klingt ein wenig anders.

Die “Huffington Post” berichtete im Dezember 2012, dass Mette-Marit nach Indien geflogen sei, um einer Geburt von Zwillingen beizuwohnen. Ein befreundetes Paar hatte dort eine Leihmutter beauftragt, die Kinder auszutragen. Weil die Freunde von Mette-Marit aufgrund von Visa-Problemen nicht selbst nach Indien reisen konnten, sei die Prinzessin persönlich und auf eigene Kosten hingeflogen, um die Neugeborenen “in der Welt willkommen zu heißen”.

Die Aktion erntete einerseits Zuspruch, einigen Norwegern stieß sie jedoch übel auf. Unter anderem, weil Leihmutterschaft in Norwegen illegal ist und Mette-Marit, so der Vorwurf, ihre diplomatischen Privilegien ausgenutzt habe. Einige Stimmen kritisierten zudem generell das Vorgehen, Kinder aus der “Dritten Welt” nach Europa zu holen.

Man mag davon halten, was man will. Doch die Behauptung, Mette-Marit habe “in einer Nacht- und Nebelaktion zwei Säuglinge aus einer Kinderklinik [entführt]“, geht dann doch ein paar Kilometer über die Grenzen der Interpretationsfreiheit hinaus.

Und auch über die des Presserechts. Betreiben wir mal ein bisschen Paragraphenreiterei. Denn im Grunde ist die Sache ganz einfach.

Entweder: Der Entführungs-Vorwurf der “Promi Welt” ist falsch. Dann macht sie sich mindestens der üblen Nachrede (§ 186 StGB) schuldig, weil ihre Tatsachenbehauptung dazu geeignet ist, Mette-Marit “verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen”. Verbreitet die “Promi Welt” die Behauptung sogar “wider besseres Wissen” würde das sogar den Straftatbestand der Verleumdung (§ 187 StGB) erfüllen.

Die andere Möglichkeit ist: “Promi Welt” kann beweisen, dass Mette-Marit in Indien tatsächlich zwei Säuglinge entführt hat. Davon wären wir aber ehrlich gesagt überrascht.


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