Links vom topf (29)
0

Links vom topf (29)

Bei der Erziehung ihrer Kinder könnte Charlène und Albert von Monaco ein ziemlicher Orden Stein in den Weg gelegt worden sein, schreibt “FAS”-Redakteur Jörg Thomann in seinen neuen “Herzblatt-Geschichten”:

Keine Probleme, mal eine Partnerin zu finden, dürfte Monacos Thronfolger Jacques haben. Anlässlich seiner Taufe bekam er laut “Frau im Spiegel” soeben “das Großkreuz des Grimaldi-Ordens” verliehen, “die höchste Stufe des Verdienstordens”. Erscheint uns bei einem fünf Monate alten Knaben etwas früh und zudem nicht die beste Motivationshilfe zu sein: Wem jetzt schon die höchsten Verdienste bescheinigt wurden, der wird später kaum sein Zimmer aufräumen.

Herzblatt-Geschichten: Ein kleines Bauchi


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


facebooktwitteremail

Ein Zwilling kommt selten allein, manchmal aber schon
1

Ein Zwilling kommt selten allein, manchmal aber schon

Die Mitarbeiter der Regenbogenpresse versuchen gern ihr Glück. Besonders bei Schwangerschaften und ihren Endergebnissen raten sie wie im Rausch: Mädchen? Junge? Zwillinge? Jede Woche eine neue Runde Nachwuchs-Roulette auf den Titelseiten.

Die Royal-Baby-Gerüchte aus dem britischen Königshaus ließen die Zocker wieder an die Spieltische treten. Einige Regenbogenhefte setzten korrekterweise auf “eine kleine Diana”, die Herzogin Kate zur Welt bringen wird. Es gab aber auch ein paar Wagemutige, die “Freizeit Spass” zum Beispiel:

Und wenig später schon die schlimmste Nachricht des Jahres:

Damit lagen die Embryoexperten der “Freizeit Spass” genauso daneben wie ihre Kollegen der “Neuen Welt”. Die jubelten nämlich schon früh …

… jubelten noch einmal …

… riefen eine Sensation aus …

… und jubelten dann ein ein drittes Mal:

Mit großem “Hurra” und falschen Prognosen kennen sich die Redakteure der “Neuen Welt” und ihr Chef Kai Winckler übrigens bestens aus. Als die schwedische Prinzessin Victoria 2012 schwanger war, titelte die “Neue Welt”:

Einen Tag nach Veröffentlichung des Heftes brachte Victoria Tochter Estelle zur Welt. Winckler sprach damals von einer “Katastrophe”, das sei ihm so noch nie passiert. Immerhin, dieser Schock blieb ihm beim zweiten Mal nun erspart.


Dieser Text ist vorgestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


facebooktwitteremail

Links vom topf (21)
0

Links vom topf (21)

Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, schreibt in seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten” unter anderem über die “Freudige Überraschung”, die “Das goldene Blatt” über Schwedens Kronprinzessin Victoria verkündet:

“Sie könnten vor Glück die Welt umarmen! Victoria (37) und Daniel (41) sind im absoluten Freudentaumel”, lesen wir dann, und warum? “Während ihres ersten Staatsbesuchs in Südkorea nannte der dortige Premierminister die Kronprinzessin und ihren Mann ein Vorbild für viele andere. Was für eine freudige Überraschung! ‘Als Victoria das hörte, war sie ganz gerührt und hatte Tränen in den Augen’, berichtete eine Hofdame.” Für eine Monarchin scheint uns das eine übertrieben emotionale Reaktion.

Herzblatt-Geschichten: Da schmunzelt der Bär


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


facebooktwitteremail

Klatsch schlägt Katastrophe
3

Klatsch schlägt Katastrophe

Die oberste Regel im fernen Regenbogenuniversum lautet: Ein Ereignis ist erst dann ein Ereignis, wenn sich eine Person aus Politik, Showgeschäft oder einem Königspalast mit ihm verknüpfen lässt. Ansonsten existiert es nicht.

Die Redakteure der “Freizeit für die Frau im Blick der Wochenrevue” juckt der Ukraine-Konflikt beispielsweise nullkommanull, bis sie eine Nebendarstellerin einer ZDF-Vorabendserie auftreiben können, deren Schwippschwager sich bei der Fußballeuropameisterschaft 2012 mal ein Spiel im heute umkämpften Donezk angeschaut hat. Dann kann man drüber schreiben.

Wenn der Boulevardjournalismus also durch Skandale, Emotionen und eine starke Personalisierung gekennzeichnet ist, ist die Regenbogenpresse eine in den Laboratorien der Klatschverlage hochgezüchtete Turbo-Variante davon. Nirgends sonst in der deutschen Presselandschaft ist der Personalisierungsgrad derart hoch. Die Regenbogenberichte zum Germanwings-Flug 4U9525 zeigen das einmal mehr.

Während die meisten deutschen Medien seit zwei Wochen den Geschehnissen in Dauerschleife und per Live-Ticker hinterherhecheln, berichten viele Regenbogenhefte überhaupt nicht über den Absturz.

Und die, die berichten, schreiben nicht etwa über die Suche nach dem Flugschreiber oder die verriegelte Cockpit-Tür, sondern über Angela Merkel …

Der unfassbare Flugzeug-Absturz — Angela Merkel — Die Tragödie bricht ihr das Herz
(“Frau aktuell”)

Angela Merkel — Bittere Tränen!
(“Neue Welt”)

… Spaniens Königin Letizia …

Königin Letizia — Tränen und Trauer um die 150 Opfer der Flugzeugkatastrophe
(“7 Tage”)

… und eine Opernsängerin, die an Bord der Maschine saß:

Trauer um 150 Todesopfer — Absturz-Tragödie — Im Sterben hielt sie ihren Sohn im Arm
(“Freizeit Spaß”)

"Frau aktuell": Der unfassbare Flugzeug-Absturz - Angela Merkel - Die Tragödie bricht ihr das Herz; "Neue Welt": Angela Merkel - Bittere Tränen!; "7 Tage": "Königin Letizia - Tränen und Trauer um die 150 Opfer der Flugzeugkatastrophe; "Freizeit Spaß": "Trauer um 150 Todesopfer - Absturz-Tragödie - Im Sterben hielt sie ihren Sohm im Arm"

(Unkenntlichmachung von uns.)

Für eine große Titelstory hat es übrigens bei keinem der Blätter gereicht. Da war das angebliche “Zwillings-Glück” in den Niederlanden dann doch etwas wichtiger.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


facebooktwitteremail

Links vom topf (17)
0

Links vom topf (17)

Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, schreibt in seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten” über die Berichterstattung zu Máximas Deutschland-Besuch:

Doch auch die Besuchten haben sich intensiv vorbereitet, wie “Bunte” berichtet. “Gerold Rahmann, 52, vom Thünen-Institut Wulmenau, wo sich das Paar über ökologischen Landbau und Tierhaltung informierte: ‘Mit der Planung dieses einstündigen Besuchs waren mehrere Mitarbeiter ein Jahr beschäftigt. Aber das war es wert: Máxima verleiht unserem Institut und der Holstein-Friesischen Kuh Strahlkraft.’” Es wäre nur gerecht, wenn ein wenig von der Kuh auch auf Máxima zurückstrahlte.

Herzblatt-Geschichten: Strahlkraft für die Kuh


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


facebooktwitteremail

“Die letzten Hemmungen scheinen gefallen zu sein”
4

“Die letzten Hemmungen scheinen gefallen zu sein”

Boris Kartheuser arbeitet als investigativer Journalist für Politmagazine und Rechercheredaktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Seine Spezialthemen sind Lobbyismus, Korruption, Überwachung und Datenschutz. Er enttarnte unter anderem staatliche Überwachungsprogramme und war maßgeblich an der Aufdeckung der verdeckten PR bei der Deutschen Bahn beteiligt. Außerdem ist er als Dozent für investigative Online-Recherche tätig.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing - Fragwürdige Kooperationen mit Redaktionen und Verlagen - Von Boris Kartheuser

Herr Kartheuser, Sie schreiben in Ihrer Studie “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”, dass sich Redaktionen zunehmend die Inhalte von Werbekunden diktieren lassen: “Perfektioniert und systematisiert hat dieses Modell anscheinend die WAZ-Women-Group der Funke-Mediengruppe (ehemals WAZ Mediengruppe).” Was meinen Sie damit? 

Wie ich herausgefunden habe, hat die Funke Women Group ein Modell perfektioniert, wonach sie in ihren Zeitschriften redaktionelle Texte beispielsweise zu Gesundheitsthemen veröffentlicht und auf Produkte hinweist, die helfen sollen. Praktischerweise werden eben jene empfohlenen Produkte dann einige Seiten weiter großflächig vom Hersteller per Anzeige beworben. Im Text steht dann etwa: “Die können sie auch rezeptfrei in der Apotheke kaufen, zum Beispiel von …” — und dann kommt immer der Werbepartner. Das tritt so häufig auf, dass es kein Zufall mehr zu sein scheint.

Werden dann mehrere Produkte genannt oder immer nur einzelne?

Es wird immer nur ein einziges genannt, das ist in einer Vielzahl der Fälle genau der Werbepartner. Ich habe nicht gesehen, dass für ein anderes Produkt geworben wurde. Das macht die Funke Women Group auch beim Kochen, im Rezeptbereich: Es gibt eine Werbung von einer bekannten Firma — und drei Seiten später gibt es bei den Rezepten Empfehlungen für Brühwürfel, eben von dem großen Hersteller und Werbepartner.

Das zieht sich auch über mehrere Titel hinweg. Ich habe für die Studie acht oder neun von den Titeln gekauft und eine kleine Analyse gemacht, wie dieses Prozedere quer über die Hefte geht. Teilweise ist das dann so, dass in Heft eins geworben wird, und in Heft zwei folgen dann die Empfehlungen, in einem sehr auffälligen Maßstab.

Ist die Schleichwerbung denn auf Arzneimittel und Essen beschränkt?

Die Vielfalt der Hinweise, die ich gefunden habe, waren tatsächlich in dem Bereich Arznei- und Lebensmittel. Ich hatte aber auch den Verdacht, dass es bei Empfehlungen von Ärzten ebenfalls einen finanziellen Hintergrund geben könnte, den kann ich aber nicht belegen.

Handelt es sich denn um ein spezifisches Problem der Funke Women Group?

Ich hatte in diesem Fall einen konkreten Hinweis, deshalb habe ich mir diese Hefte gekauft und angeschaut. Ich muss aber zugeben, dass ich das für andere Regenbogen-Blätter nicht getan habe, da das jetzt nicht meine primäre Lektüre ist. Ich kann entsprechend auch gar nicht sagen, wie das bei anderen Verlagen aussieht. Ob das ein Phänomen von Funke ist oder auch bei anderen existiert, da kann ich nur mutmaßen.

Konnten Sie herausfinden, von wem die Initiative für solche Geschäfte ausgeht, wer auf wen zugeht? Anzeigenverkäufer auf Werbekunde oder umgekehrt?

Ich habe mit ehemaligen und jetzigen Mitarbeitern bei Funke gesprochen. Bei den Gesprächen schien sich herauszukristallisieren, dass die Initiative maßgeblich von Funke ausgeht, das heißt, dass die Marketingabteilung an Kunden herantritt.

Das heißt: In Absprache mit der Redaktion? Oder diktieren die Anzeigenverkäufer der Redaktion, was zu tun ist?

Nach meinen Informationen geht die Initiative von der Marketingabteilung aus, die dann an den Werbekunden herantritt und den Redaktionen mehr oder weniger sagt, was sie wie zu bringen hat. So wurde es mir gesagt, ich habe aber keine schriftlichen Belege.

Sie hatten die WAZ-Gruppe damals mit Ihren Ergebnissen konfrontiert, nach acht Wochen kam immer noch keine Rückmeldung. Daraufhin haben Sie Ihre Ergebnisse veröffentlicht. Ist mittlerweile eine Antwort bei Ihnen eingetroffen?

Es kam nachher eine Rückmeldung, aber weder ging man inhaltlich auf das ein, was ich gefragt hatte, noch stellte man sich der Frage wirklich. In den Telefonaten mit dem Pressesprecher, in denen ich ihm die Fakten präsentierte, entgegnete er lediglich, dass “man sich das mal anschauen möchte”. Als ich später noch einmal nachgehakt habe, hieß es, die Fragen seien doch beantwortet. Als ich dem widersprach, bestand überhaupt kein Interesse daran, das irgendwie aufzuklären oder irgendwas zu ändern. Zuletzt folgte eine Mail, in der es hieß, Produktvorstellungen seien im Interesse des Lesers, es gebe aber kein Geschäftsmodell, das sich aus Produktempfehlungen ergebe. Das halte ich für falsch.

Die Veröffentlichung Ihrer Ergebnisse ist inzwischen knapp anderthalb Jahre her. Wie sieht es denn heute aus?

Es hat sich nichts Grundlegendes getan. Das Geschäftsmodell funktioniert. Die Heftmacher haben mitbekommen, dass niemand ihr Vorgehen reguliert, beziehungsweise dass die eventuell zu erwartenden Strafen niedriger sind als die derzeitigen Gewinne, sodass sie das Geschäftsmodell einfach weiter betreiben wollen. Ich kann nicht sehen, dass da eine Einschränkung getätigt worden wäre, dass sich irgendwas geändert hätte. Ich glaube, das läuft einfach weiter wie gehabt.

Ich habe mir gestern noch einmal den Spaß gemacht und “Die Aktuelle” sowie die “Frau im Spiegel” gekauft und nachgeschaut, wie es in diesen Blättern derzeit aussieht. Es funktioniert heute immer noch genauso. Das ist einfach das bestehende Geschäftsmodell, es gibt keinen, der dem Verlag das wirklich verbieten will oder kann. Das scheint ja lukrativ zu sein, also betreiben sie es weiter.

Gab es in den aktuellen Ausgaben einen akuten Fall oder eine Auffälligkeit?

Ja, mehrfach. In der aktuellen Ausgabe von “Die Aktuelle” geht es an einer Stelle zum Beispiel um das Thema Reizdarm und immer wieder auftretende Bauchkrämpfe. Dort steht dann etwa, dass ein Bakterienstamm entdeckt wurde, der diesen Mangel ausgleichen kann. Durch Einnahme von “XY” — hier kommt jetzt der Produktname — zum Beispiel “werden die klassischen Reizdarmsymptome gelindert”. Einige Seiten vorher finde ich dann eine ganzseitige Werbung für genau dieses Produkt. Ein anderes Beispiel sind diverse Schmerzmittel. Das zieht sich von vorne bis hinten durchs Heft. Ich kann auf Anhieb jetzt, ohne das systematisch ausgewertet zu haben, viermal genau dieses Vorgehen entdecken.

Mal blöd gefragt: Was ist denn so schlimm daran? Ist doch ein gutes Finanzierungsmodell!

Klar, bringt ja Geld rein, scheint sich für die Verlage zu lohnen.

Das Problem an der Sache ist, dass die Verbraucher keine neutrale Sicht auf die Dinge erhalten. Es werden ihnen vollkommen unnötige Produkte aufgeschwatzt; die Beschreibungen sind auch hanebüchen. Da steht etwa: “Wenn Sie sich ausgelaugt und müde fühlen, hilft eine spezielle Vitamin-B-Therapie.” Und dann folgt wieder eine Produktempfehlung. Das heißt, die Leserinnen und Leser werden dazu aufgefordert, selbst bei ganz normalen Beschwerden in die Apotheke zu rennen und irgendwelche Produkte zu kaufen, die sie nicht brauchen, die ihnen im schlimmsten Fall sogar schaden.

Wenn jetzt jemand einen Brühwürfel von Maggi oder Knorr zu sich nimmt, kann man drüber diskutieren, ob das schlimme Auswirkungen hat. Aber bei Medizin ist eine Grenze überschritten, da das ja auch gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Wenn ich bei jeder Gelegenheit vorschlage, Schmerzmittel oder andere Medikamente zu mir zu nehmen, dann verhindere ich etwa, dass jemand zum Arzt geht und das ernsthaft untersuchen lässt. Vielleicht ist der Hintergrund ja auch ernster. Oder aber die Leute haben aufgrund von Sonnenmangel nur eine kleine Frühjahrsmüdigkeit, gehen aber dennoch in die Apotheke und kaufen teure Präparate. Das kann nicht der Sinn der Sache sein.

Wie groß ist denn das Ausmaß? Man könnte ja annehmen, dass es nicht so schlimm ist, wenn man in einem solchen 70-Cent-Titel Schleichwerbung betreibt.

Ich war damals total erstaunt, wie groß die Auflage der Funke-Blätter ist und wie viel Hefte die eigentlich verkaufen. Vor zwei Jahren haben die Hefte der Funke Women Group eine höhere wöchentlich verkaufte Auflage gehabt als “Der Spiegel” und “Stern” zusammen.

Wenn ich wöchentlich 1,8 Millionen Hefte verkaufe und davon ausgehen kann, dass jedes Heft eine noch größere Reichweite hat und beispielsweise durch Auslage beim Arzt mehrfach gelesen wird, ist es nicht unrealistisch, dass allein die Funke-Mediengruppe mit ihrer Schleichwerbung mehr als zwei Millionen Menschen pro Woche erreicht. Wenn ich das Woche für Woche abspule, da kommt schon was zusammen.

Warum sind gerade diese Regenbogenhefte so anfällig für Schleichwerbung?

Ihr sprecht ja ab und an mit den Lesern, wie neulich am Kiosk. Ich habe gestern in dem Kiosk, bei dem ich die Hefte gekauft habe, auch mal gefragt, wie die Käuferstruktur aussieht. Es scheint, dass die Leser eher Senioren sind, womöglich auch bildungsfern und vielleicht auch leichter beeinflussbar und unkritischer. Das heißt, die Werbekunden können eine ganze Menge unkritischer Leute erreichen und damit sicherlich einen größeren Einfluss erlangen, als wenn sie ihre Botschaften in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” lancieren würden.

Welche Richtlinien gibt es, an die sich Werbende und Verlage halten müssten?

Es gibt den Presserat samt Pressekodex und es gibt natürlich noch die ganz normale Gesetzgebung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass im Presserat engagierte Menschen sitzen, aber es verhält sich eher wie bei einem Schwert ohne Klinge: Die können monieren, so viel sie wollen — es ändert sich nichts. Bei der “Bild” werden Dutzende Verstöße im Jahr angemahnt, das hindert die Redaktion aber nicht, genauso weiterzumachen.

Ich bin kein Jurist, aber soweit mir bekannt ist, gibt es kein wirksames rechtliches Mittel, den Regenbogenheften mit ihrer Schleichwerbung das Handwerk zu legen. Mein Eindruck ist, dass gerade bei der Funke-Gruppe die letzten Hemmungen gefallen zu sein scheinen. Dort scheint weder ein Unrechtsbewusstsein zu herrschen, noch sieht man die Notwendigkeit, etwas an einem finanziell erfolgreichen Geschäft zu ändern. Ich glaube nicht, dass sich da was tun wird.

Meinen Sie, dass sich Schleichwerbung aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Medienhäuser im Allgemeinen auch bei seriösen Medien ausbreitet?

Immer häufiger verschieben sich zumindest auch bei seriösen Medien die Grenzen zwischen redaktionellem Inhalt und gewerblichen Interesse. Petra Sorge vom “Cicero” hat neulich etwa berichtet, dass sich Lobbyisten bei einer Konferenz des “Tagesspiegel” Redezeit erkaufen konnten. Es gibt “Sonderveröffentlichungen” bei der “Süddeutschen Zeitung”, dazu fragwürdige Kooperationen der “Zeit”, oder das “Handelsblatt” organisiert Leserreisen nach China. Da gibt es zahlreiche Fälle. Ich glaube, dass das zunehmen wird und habe den Eindruck, dass gerade jetzt, da die Werbekunden noch weiter wegbrechen, die Kreativität in den Verlagen doch stark anwächst, wie man weiterhin Gelder reinbekommen könnte.

Das klingt so, als müsste man sich als Leser von Zeitungen und Zeitschriften ganz schön auf was gefasst machen …

Es wird für den Leser jedenfalls immer schwieriger zu erkennen, wessen Botschaft er da konsumiert. In meiner Studie gehe ich auch auf die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ein. Die INSM beeinflusst etwa Schulmaterial und bestimmt in enger Kooperation mit seriösen Blättern Inhalte. So kann sie sich heutzutage Meinungsmacht erkaufen. Die neutrale Beurteilung tritt immer weiter hinter die Wünsche des Werbekunden zurück — und das leider nicht nur in der Regenbogenpresse, sondern auch in vielen seriösen Blättern.


facebooktwitteremail

Gebärmutter-Bingo
0

Gebärmutter-Bingo

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um die lange Liste von angeblichen Schwangerschaftsmeldungen aus den europäischen Königshäusern:

Kronprinzessin Victoria - Schwanger! Es werden Zwillinge
Victoria & Daniel - Hurra! Ein Söhnchen
Prinzessin Victoria - Schickierende Schlagzeilen - Kann sie kein Baby mehr bekommen?
Königin Maxima - Schwanger mit 43! Es wird ein Junge
Königin Maxima - Zwillings-Glück mit 43 - Warum es so spät noch geklappt hat

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Ihr schickt uns ja immer vorher die Heftchen, die wir besprechen wollen — und heute bin ich wirklich nicht durchgestiegen. Irgendjemand bekommt Kinder, dann wieder nicht, dann Zwillinge, dann mit 43, dann doch nicht. Hilf mir doch mal auf die Sprünge: Wer bekommt denn jetzt nun mit wem Kinder?

Mats: Also da ist einiges los in den Gebärmüttern der Royals. Fangen wir einfach mal an mit Victoria, der Kronprinzessin von Schweden. Das sagt nämlich “Das goldene Blatt”: “Hurra! Ein Söhnchen”. Und zwar haben die Spürnasen des “goldenen Blatts” rausgefunden, dass im Schloss in Schweden Handwerker dabei sein sollen, ein zweites Kinderzimmer einzurichten. Und zwar ganz in der Farbe Blau. Das ist schon alles, was zur Schlagzeile “Hurra! Ein Söhnchen” beiträgt. Ich würde mal stark bezweifeln, dass es diese Handwerker und dieses Kinderzimmer und die Farbe überhaupt gibt. Entweder hat die Redaktion sehr gute Quellen im Palast oder sie haben’s sich einfach nur ausgedacht. Für Letzteres würde sprechen, dass die “Frau aktuell” quasi genau das gleiche schreibt, auch eine große Titelgeschichte: “Kronprinzessin Victoria — Schwanger!” Da wird es aber nicht nur ein Kind, sondern sofort zwei. Wie das Heft da nun drauf kommt? Victoria trägt momentan angeblich weite Mäntel, setzt ein vielsagendes Lächeln auf, wenn sie irgendwo in der Öffentlichkeit ist, und zeigt eine ausgelassene Stimmung bei offiziellen Terminen. Und da findet die “Frau aktuell”: offensichtlicher geht’s kaum — also: schwanger, und zwar Zwillinge, weil Victoria jetzt angeblich einen noch runderen Bauch hat als bei ihrer ersten Schwangerschaft.

Und jetzt kommt der Knaller: Sie kann gar keine Kinder bekommen.

Zumindest, wenn man der “Freizeit Spaß” glaubt. Die titelt nämlich: “Schockierende Schlagzeilen — Kann sie kein Baby mehr bekommen?” Und zwar haben die Mitarbeiter ein schwedisches Klatschblatt gefunden, in dem es heißt, Victoria kann sehr wahrscheinlich keine Kinder mehr bekommen, weil ihr Mann Daniel mal eine Nierentransplantation durchführen lassen musste. Das wird auch schon seit Jahren von der Regenbogenpresse ausgeschlachtet. Aber da heißt es jetzt, dass die Medikamente seine Zeugungsfähigkeit eingeschränkt hätten. Das heißt: Eines dieser drei Hefte lügt auf jeden Fall. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sogar alle drei danebenliegen.

Damit ist der Reigen ja noch nicht beendet, denn auch Máxima der Niederlande soll schwanger sein. Hier ist man sich nur nicht so ganz sicher: Ich habe hier einmal Zwillinge und einmal einen Jungen. Also die ist zumindest schwanger, oder wie?

Nee. Das muss man auch noch zu Victoria von Schweden sagen: Es hat keine offizielle Stellungnahme von Seiten des Hofes gegeben. Und das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sie eben nicht schwanger ist oder der Palast es äußerst geheim hält. Offiziell ist Victoria also nicht schwanger. Genauso Máxima, da hat es auch keine Mitteilung gegeben. Die ist auch schon 43 Jahre alt, es wird also langsam auch schon eng mit dem Kinderkriegen. Aber das hält die Regenbogenpresse natürlich nicht davon ab, einfach mal zu spekulieren: Die “Neue Welt” titelt groß “Schwanger mit 43! Es wird ein Junge”. Da reicht dem Blatt die Begründung, dass Máxima bei einem offiziellen Termin eine Hand auf ihren Bauch gelegt hat — ein klarer Fall für die “Neue Welt”: Sie ist schwanger! Und wie die Mitarbeiter darauf kommen, dass es ein Junge werden soll? “Ihr Volk ist sich schon ganz sicher: Ihr viertes Kind wird endlich ein süßer Junge sein” — also genauso spekulativ wie die anderen Hefte. Richtig abenteuerlich wird es allerdings bei der “Prima Freizeit”. Da soll Máxima mit Zwillingen schwanger sein. Die Begründung der Rechercheure der “Prima Freizeit” lautet, dass es einen “Wunderarzt” gebe, der “zu 100 Prozent in der Lage” sei, “Eltern je nach Wunsch ein Mädchen oder einen Jungen zu bescheren, ein Kind oder gar Mehrlinge.” Allein diese theoretische Möglichkeit, dass es irgendwo auf der Welt einen Arzt gibt, der auch älteren Frauen Kinder bescheren kann, die reicht der “Prima Freizeit”, um zu titeln: “Zwillingsglück mit 43″.

Wie ist das in diesen Redaktionen: Haben die so eine Schwangerschafts-Dartscheibe, wo sie dann draufwerfen, wer wie was jetzt gerade mal bekommen soll?

Schöne Idee — so wird es vermutlich ablaufen. Aber mal im Ernst: Diese Geschichten sind natürlich sehr einfach gestrickt. Man muss nur ein Foto finden von irgendeiner Prinzessin oder Königin, die bei einem Termin die Hand auf den Bauch legt, und sofort heißt es: Ach, sie hält schützend ihre Hand vor den Bauch, da wächst bestimmt ein kleiner Prinz unter ihrem Herzen heran. Solche Geschichten sind also sehr einfach zu basteln. Man braucht nicht viele Beweise, um diese Spekulationen in die Welt zu setzen, und deswegen kommt das auch häufig vor.

Ein paar Monate kann man’s dann noch ausschlachten, bis dann entweder ein Kind kommt oder nicht. Da fällt mir ein: Es ist bestimmt auch schon ein halbes Jahr her, da haben wir über Charlène von Monaco gesprochen. Da war man sich auch nicht sicher: Zwillinge oder nicht? Jungs oder Mädels? Ist da am Ende was rausgekommen überhaupt?

Ja, ist es. Da hatte die “Frau aktuell” ja getitelt “Hurra, zwei Jungen!” und die “Echo der Frau” schrieb “Es werden zwei Mädchen”. Da waren wir uns damals schon natürlich sehr sicher, dass eines von beiden die Unwahrheit sagen muss. Am Ende kam dann raus, dass sogar beide gelogen haben, weil es ein Junge und ein Mädchen wurden. Da hatten also beide Unrecht.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


facebooktwitteremail

Die Würste der neuen Welt
2

Die Würste der neuen Welt

Die Wörterbuch-Experten bei Langenscheidt kamen irgendwann mal auf die Idee, dass sie ja auch witzig sein könnten. Nicht immer nur die deutsche Sprache in die italienische übersetzen oder die wichtigsten Businessbegriffe für Spanischsprecher zusammentragen. Wie wär’s mal mit der “schnelle[n] Hilfe für den ratlosen Mann” (“Frau — Deutsch, Deutsch — Frau”) von Mario Barth oder der Gegenrichtung: “Männerverstehen leicht gemacht” mit “Mann — Deutsch, Deutsch — Mann”? Höhö, hihi.

Und so hat Langenscheidt neben den Frauen und den Männern inzwischen schon Hunde, Katzen, Nachbarn, Politiker, Ärzte, Lehrer, Chefs, Banken, Diäten und Sex in Deutsche übersetzt.

Ein “XY — Deutsch, Deutsch — XY” vermissen wir in dieser Reihe allerdings. Drum lautet unser Vorschlag an dieser Stelle: “Regenbogenredakteur — Deutsch, Deutsch — Regenbogenredakteur”, das Wörterbuch für Sprachverdreher.

Denn wenn beispielsweise die “Neue Welt” titelt …

Angela Merkel - Jetzt spricht ihr Ex-Mann

(Unkenntlichmachung von uns.)

… dann meinen ihre Brühwurst-Journalisten tatsächlich: Ulrich Merkel, der frühere Ehemann der Bundeskanzlerin, hat vor zehneinhalb Jahren in einem “Focus”-Interview mal etwas über seine Ex-Frau gesagt, und jetzt haben die Paparazzi der “Neuen Welt” ihn dabei erwischt, wie er in einem Imbiss genüsslich eine Wurst futtert.

Übersetzt in den Regenbogen-Schmonzetten-Stil heißt das:

Kaum zu glauben, doch der Mann, der hier auf die Schnelle eine Bockwurst verdrückt, stand der Kanzlerin einmal ganz nah. Der grauhaarige Unbekannte in der Dresdner Würstchenbude war Angela Merkels (60) erste große Liebe!

“Jetzt” heißt in der Regenbogenwelt also 2004. Aber wie nur kommt die “Neue Welt” darauf, dass Ulrich Merkel “jetzt” “spricht”? Und mit wem? Mit der Wurst?

Vielleicht lag auf dem Stehtisch im Dresdner Imbiss ja auch ein kleines gelbes Büchlein. Titel: “Bockwurst — Deutsch, Deutsch — Bockwurst”.


Dieser Text ist vergangene Woche auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.

Und auch Jörg Thomann von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” hat die Brühwurst-Entdeckung der “Neuen Welt” in seinen “Herzblattgeschichten” kommentiert.


facebooktwitteremail

topf is loading …
4

topf is loading …

topf is loading ...

Der Winterschlaf hier im Blog ist bald vorbei. Und fürs neue Jahr planen wir ein paar Veränderungen. Dafür sammeln wir gerade unsere Kräfte — daher ist der topfvollgold momentan noch im Ladezustand.

Für die Wartezeit haben wir Euch eine Ladung Schlagzeilenbasteln zusammengestellt. Die Spielregeln sind wie immer: Wir nennen Euch eine kurze Nachricht, und Ihr bastelt daraus eine schöne Regenbogenschlagzeile. Wie die Profis es gemacht haben, erfahrt Ihr mit einem Klick auf “Schlagzeile?”. Und los geht’s!


In England hat eine Gruppe von Frauen für einen Halbnackt-Kalender posiert, um Spenden für die “East Anglian Air Ambulance” zu sammeln, für die Prinz William als Hubschrauberpilot fliegt.

Schwangere Herzogin Kate - Strippen für den guten Zweck - Wie soll William ihr das nur erklären?

(“Woche der Frau”)


Thea Jauch, die Frau von Günther Jauch, hat auf dem Weingut der beiden alles fest im Griff.

Tiefe Einblicke in das Eheleben als Winzerpaar - Günther Jauch - Ohne seine Frau wäre er verloren

(“Woche der Frau”)


Neulich in Los Angeles: Der Fahrer eines SUV verliert auf der nassen Fahrbahn die Kontrolle, der Wagen rutscht gegen den Bordstein, zwei Reifen platzen. Auch im Auto: Schauspielerin Angelina Jolie.

Angelina Jolie - Anschlag auf die Schauspielerin?

(“Das Neue”)

“Das Neue” verschwörungstheoriesiert: “Hat sie sich mit ihren politischen Plänen schon die ersten Feinde gemacht?”


Zur letzten “Wetten, dass ..?”-Sendung hat Markus Lanz unter anderem auch Helene Fischer eingeladen. Til Schweiger hat für die Sängerin eine Rolle im “Tatort” klargemacht. Und Ex-Big-Brother-Bewohner Jürgen Milski hat einen Song mit dem Namen “Oh Helene” rausgebracht.

Arme Helene - So schamlos wird sie von Männern ausgenutzt!


Die Sängerin Cher musste krankheitsbedingt ihre Tour absagen. Bei Twitter schrieb sie: “‘Ich habe so fest versucht, stark genug zu sein, aber mein Wille konnte meinen Körper dieses Mal nicht zwingen.’”

Ihre Fans weinen um sie - Cher - Ihr trauriger Abschied

(“Neue Welt”)

Der Artikel der “Neuen Welt” liest sich wie ein Nachruf auf Cher. Kostprobe: Der erwähnte Tweet “waren ihre letzten Worte, die sie schrieb.” Und: “Der einzige Trost, der ihren Fans in dieser traurigen Zeit noch bleibt, sind die schönen Erinnerungen an eine der erfolgreichsten und besten Sängerinnen der Welt. Sowohl Cher als auch ihre Musik bleiben unvergessen.” Cher twittert indes fröhlich weiter.


Dieter Bohlen war bei einem Konzert von Andrea Berg. Hat ihm wohl ganz gut gefallen: “‘Ich war so begeistert, dass ich gleich in eine Polizeikontrolle gefahren bin — und der Führerschein war weg für vier Wochen’, gibt Dieter zu.”

Andrea Berg - Außer Kontrolle - Was hat sie bloß mit Dieter Bohlen angestellt?

(“Woche der Frau”)


Und jetzt mal andersherum. Welche Nachricht steckt wohl hinter dieser Schlagzeile?

Helene Fischer - In den Fängen des Nacktmodells - Unfassbar, wie Melanie Müller sie schamlos benutzt

Na, na, na, Melanie Müller! Einfach so in der Buchhandlung ein Foto von der eigenen Biographie machen, die neben der von Helene Fischer liegt, und sich dann auch noch bei Facebook drüber freuen (“‘Haha, Helene und ich zusammen im Buchladen’”)? Oder in einem Musikvideo in einem DFB-Trikot auftauchen — so wie Fischer auf der Fan-Meile in Berlin? “Unfassbar” vom “Nacktmodell” Müller, findet die “Woche der Frau”. Denn: “um ihre eigene, zweifelhafte Karriere voranzubringen, hat sie sich ausgerechnet Deutschlands Shooting-Star Nr. 1 ausgesucht: Helene Fischer (30)! Die Arme!” Der gutgemeinte Redaktionstipp: “Schuster, bleib bei deinen Leisten”.


Als die schwangere Herzogin Kate neulich eine soziale Einrichtung in New York City besuchte, wartete vor dem Gebäude zur Sicherheit auch ein Rettungswagen.

Herzogin Kate - Verliert sie ihr Kind? - Der Notarzt weicht nicht von ihrer Seite

(“Woche der Frau”)


Ein Kumpel von Markus Lanz hat in einem Interview erzählt, er und Lanz (der kürzlich Vater geworden ist) hätten einen Nordpol-Trip mit Schlittenhunden geplant.

Markus Lanz - Verlässt er etwa ganz schnell seine kleine Familie? - Unglaublich, was sein guter Freund mit ihm vorhat

(“Woche der Frau”)


Vor zwei Jahren hat Andrea Berg in einem Interview gesagt, sie habe schon ganz früh gelernt, “dass wir alle endlich sind und dass wir uns beeilen müssen, all das zu tun, was wir wirklich tun wollen.”

Andrea Berg - Sie weiß nicht, wie viel Zeit ihr noch bleibt - Stürzt sie sich deshalb von einem Abenteuer ins nächste?

(“Woche der Frau”)


Günther Jauch - Schock-Video aufgetaucht! Wusste seine Frau davon?

In dem Video spricht Jauch mit einem Weinexperten über sein Weingut. “Und so, wie der Moderator da vor der Kamera sitzt, hat man ihn wirklich noch nie gesehen”, stellt die “Schöne Woche” empört fest. Denn Jauch ist — unrasiert! Mit Drei-Tage-Bart sitzt er am Tisch, “eine Haarsträhne fällt ihm keck in die Stirn. Und das, obwohl er gefilmt wird! [...] Sind ihm seine Zuschauer plötzlich egal?”


Angeblich hat Heidi Klum (die zurzeit mit dem Kunsthändler Vito Schnabel zusammen ist) eine Privatlehrerin engagiert, die ihr Nachhilfe in Kunstgeschichte geben soll.

Heidi Klum - Ist sie zu dumm für Vito?

(“Neue Post”)


Prinzessin Mette-Marit von Norwegen und ihr Mann Haakon sind glücklich miteinander.

Mette-Marit - Die Liebe hat gesiegt ... doch wer weiß, wie lange

(“Das Neue”)


facebooktwitteremail

Ein Zwilling kommt selten allein
7

Ein Zwilling kommt selten allein

Zufälle gibt’s! Wenn es nach der Regenbogenpresse geht, werden demnächst nämlich gleich vier europäische Monarchien auf einmal mit Zwillingen beglückt. Die Niederlande zum Beispiel:

Maxma & Willem-Alexander - Zwillinge! Das Familie-Glück ist perfekt

Die “Neue Welt” spricht von einer “Sensation in Schweden”:

Sensation in Schweden - Kronprinzessin Victoria - Zwillinge! Es werden zwei Jungs

Und bei der “Freizeit Revue” ist gar nicht erst Kates überraschende Zwillings-schwangerschaft die zentrale Neuigkeit, sondern die damit verbundenen Probleme:

Herzogin Kate - Angst um ihre Zwillinge - Eine Krankheit gefährdet die ungeborenen Babys

Alles Schlagzeilen aus der vergangenen Woche. Wohlgemerkt: Lediglich bei Kate ist eine Schwangerschaft (allerdings ohne Zwillingsnachricht) offiziell bestätigt.

Dazu kommt noch Charlène von Monaco, deren doppeltes Kinderglück für die Regenbogenblätter sowieso schon seit Wochen feststeht, nachdem sich ihr Vater bei einem alten Schulfreund verplappert haben soll.

Und auch bei den anderen drei Adelsdamen ist die Faktenlage eindeutig: Die “temperamentvolle Regentin” Máxima wirke momentan “noch glücklicher” als sonst, Victoria habe sich jüngst “mit einem auffällig volleren Gesicht und einigen süßen Kilos mehr” gezeigt und zu Kate “sickerte” nicht nur einiges “aus Palast-Kreisen durch”, sondern:

Auch in den britischen Wettbüros stiegen die Wettquoten auf Rekordhöhe.

Dass “Wettquoten auf Rekordhöhe” die Unwahrscheinlichkeit eines Ereignisses widerspiegeln, spielt für die Buchmacher der “Freizeit Revue” offenbar keine Rolle.

In spätestens neun Monaten sollen also aus jeglichen europäischen Thronfolgerinnen und -inhaberinnen Zwillinge purzeln. Die Häufigkeit von Zwillingsgeburten ist je nach Land sehr unterschiedlich, im weltweiten Durchschnitt soll aber etwa jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt sein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Máxima, Victoria, Kate und Charlène je zwei Kinder auf einen Streich zur Welt bringen, liegt demnach bei 0,000039 Prozent. Zufälle gibt‘s!


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.

Jörg Thomann von der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” ist ebenfalls auf die Zwillings-Flut in den Regenbogenblättern gestoßen und hat in der aktuellen Folge der “Herzblattgeschichten” darüber geschrieben.


facebooktwitteremail

Schlagzeilenbasteln (29)

Schlagzeilenbasteln (29)

Heute suchen wir eine Schlagzeile für folgende Nachricht:

Helene Fischer sagte vor zweieinhalb Jahren mal: “Ich will auch unbedingt eine Weltreise machen. Ich denke, dass ich das zuerst mache und dann die Kinder kommen.”

Die Fans müssen sich gedulden - Helene & Flori - Kein Baby! Die traurigen Hintergründe

“Denn besagte Weltreise wird sie so schnell nicht antreten können. 2014 wird sie beruflich wieder sehr eingespannt sein: Tournee, Fernseh-Shows und weitere spannende Projekte!”


facebooktwitteremail

Genau wie bei Prinz Friso (3)

Genau wie bei Prinz Friso (3)

Wir hatten ja schon befürchtet, dass sich die Regenbogenhefte auf den Unfall von Michael Schumacher stürzen würden wie eine Horde ausgehungerter Hyänen. Und dass sie auch dann, wenn die seriösen Medien längst von Schumacher abgelassen hätten, immer noch unbeirrt weiterhacken würden, Woche für Woche mit neuen Spekulationen und irreführenden Schlagzeilen. Eben genau wie bei Prinz Friso.

Inzwischen zeigt sich, dass wir recht hatten. Leider.

Während selbst die Boulevardmedien Michael Schumacher und dessen Familie allmählich in Ruhe lassen wenigstens eine Zeitlang in Ruhe gelassen haben, ging und geht der Wahnsinn in der Regenbogenpresse einfach nahtlos weiter. Jedes Gerücht wird gleich zu einer Titelstory aufgeblasen, jedes angebliche Blinzeln direkt zum “Wunder” erklärt.

Im Ernst: Als die französische Zeitung “L’Équipe” neulich unter Berufung auf “sehr sichere Quellen” berichtete, Michael Schumacher befinde sich in der Aufwachphase und habe geblinzelt, titelte die “Frau aktuell”:

Endlich gibt es neue Hoffnung - Michael Schumacher - Am Krankenbett geschah ein Wunder!Hunderttausendfach liegt diese Titelseite momentan in deutschen Kiosken aus. Bei wie viele Menschen sie wohl schon den Eindruck erweckt hat, dass Schumacher plötzlich genesen sei?

Immerhin erfahren die, die das Heft kaufen und den Artikel lesen, was wirklich hinter dem “Wunder” steckt. Zumindest wenn sie sich durch den triefenden Schwulst aus Phrasen und Fiktion gekämpft haben, mit dem der anonyme Autor die Tatsachen ummantelt hat.

Schon ein kleines Augenzwinkern ist ein Erfolg. Ein Meilenstein. Ein strahlender Hoffnungsschimmer, in dem nicht enden wollenden Albtraum, der mit dem dramatischen Skiunfall von Michael Schumacher (45) am 29. Dezember letzten Jahres begann. Jetzt berichten französische Medien von einem Wunder, das an seinem Krankenbett geschah. Können Corinna (44) und die Kinder nun endlich aufatmen?

Gebannt wacht die Familie dieser Tage am Krankenbett des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters auf der Intensivstation. In der Hoffnung, auf ein weiteres kleines Blinzeln, Zucken oder Zwinkern. Ein minimaler Reflex, der ihnen versichert, dass ihr geliebter Mann und Papa in sein altes Leben zurückkehrt. Längst haben sich alle Beteiligten an den Anblick des hilflosen Sportlers gewöhnt. An all die Schläuche und die Pumpgeräusche der Beatmungsmaschine, die Schumi am Leben hält. Nun, wo die Aufwachphase begonnen hat, beobachten sie den Patienten mit großer Sorgfalt. Zwar warnt Michael Schumachers Sprecherin Sabine Kehm (47) vor verfrühter Euphorie und spricht von einem “Aufwachprozess, der sehr lange dauern kann.” Trotzdem werten Hirn-Trauma-Experten bereits kleinste Reflexe als positiv. Sie seien ein klares Indiz dafür, dass

und so weiter. Irgendwann kommt dann doch noch das Blinzel-Gerücht aus der “L’Équipe”, und der Text endet so schwülstig, wie er begonnen hat:

Vielleicht hat Schumi damit schon einen ersten Etappensieg errungen. Auf seinem bislang schwersten Grand Prix…

Auch die “Neue Welt” (die in solchen Fällen bekanntlich über besonders exklusive Informationen verfügt) tut so, als wisse sie genau, was sich an Schumachers Krankenbett (und in Corinnas Kopf) abgespielt hat:Überraschende Fortschritte - MICHAEL SCHUMACHER - Freudentränen am Krankenbett - Was die Ärzte sagen

Es gibt Momente im Leben, die kostbarer sind als alles andere auf dieser Welt. Corinna Schumacher (44) weiß am besten, was es bedeutet, dass der Glaube und die Hoffnung letztlich doch Berge versetzen können. Ihre Gebete, die sie immer wieder am Krankenbett ihres geliebten Mannes gesprochen hat, sind nun endlich erhört worden! […] “Schumis” Managerin Sabine Kehm [teilte] offiziell mit: “Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”.

Dann natürlich die Blinzel-Geschichte …

Die renommierte französische Zeitung “L’Équipe” berichtete hingegen, dass Michael sogar schon geblinzelt habe.

… und ein pathetischer Abgang:

Corinna hat allerdings vollstes Vertrauen in die Ärzte gesetzt, die ihren Michael nun schon seit Wochen behandeln. Ihnen verdankt man die ersten Freudentränen am Krankenbett ihres Mannes. Und Corinna ist sicher, dass ihr Mann den Weg zurück ins Leben findet.

Vergleichsweise zurückhaltend hat das “Echo der Frau” auf die Blinzel-Nachricht reagiert:MICHAEL SCHUMACHER - Nach all dem Hoffen & Bangen - Was wird nun?

Das Blatt ist im Gegensatz zu den meisten anderen Regenbogenheften sogar so fair, die Stellungnahme von Schumachers Managerin — die herausgegeben wurde, nachdem die “L’Équipe” über das Einleiten der Aufwachphase berichtet hatte — noch ein Stückchen weiter zu zitieren:

“Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”, teilte Sabine Kehm (46), die Managerin von Michael Schumacher, mit. “Es war ursprünglich die klare Absprache zwischen allen Beteiligten, diese Information zum Schutz der Familie erst zu kommunizieren, wenn sich dieser Prozess konsolidiert hat. Über Zwischenschritte werden wir keine Auskunft geben.” Eine Entscheidung, die die Fans des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters natürlich verstehen.

Und viele Journalisten natürlich nicht.

Wie die von der “Freizeit Spass”, die darüber jammern, dass die Managerin nicht “mehr” “verraten” wollte, und sich mit Hilfe eines “Experten” kurzerhand selbst um die “Prognose” kümmern:Michael Schumacher - Überraschende Prognose - Wie seine Zukunfts-Chancen jetzt wirklich stehen

Kurz zusammengefasst: Es gibt “Gefahr”, aber auch “Lichtblicke”. Überraschend.

Sabine Kehm hat in ihrer Stellungnahme übrigens noch einen Satz geschrieben, den wir bisher in keinem Regenbogenheft gefunden haben. Sie schrieb:

Die Familie von Michael Schumacher bittet erneut um Respekt für ihre Privatsphäre, das Arztgeheimnis und darum, die behandelnden Ärzte nicht in ihrer eigentlichen Arbeit zu stören.

Vermutlich werden wir diesen Satz in der Regenbogenpresse auch nie finden. Schon allein deswegen, weil er sich so schlecht mit solchen Fotos verträgt:Michael Schumacher: Nach dem schweren Ski-Unfall - Jetzt muss seine Corinna stark sein wie nie zuvorWir haben das Bild — hier zu sehen in der “Freizeit spezial” — unkenntlich gemacht; es zeigt Corinna Schumacher bei der Ankunft am Krankenhaus, aufgenommen während ihres täglichen Spießrutenlaufs durch die Journalistenmeute.

Die “Revue Exklusiv” hat eines dieser Fotos sogar auf der Titelseite abgedruckt, kombiniert mit einem der Lieblingsbegriffe in diesen Wochen: “Schicksal”.CORINNA SCHUMACHER - Wie erträgt sie dieses Schicksal? - Die Tragödie - So leiden die Kinder

Corinna in Tränen - MICHAEL SCHUMACHER - Er forderte das Schcksal zu oft heraus

(“Revue der Woche”)
MICHAEL SCHUMACHER - Jetzt entscheidet sich sein Schicksal(“Schöne Woche”)

Währenddessen hat das “Echo der Frau” in der aktuellen Ausgabe schon ein ganz “Neues Drama” um Michael Schumacher gebastelt:MICHAEL SCHUMACHER - Neues Drama! - Seine Familie leidet

Der Ort, in dem Schumacher aufgewachsen ist, soll nämlich dem Braunkohle-Abbau weichen und umgesiedelt werden. Das ist schon seit sieben Jahren bekannt, der “Echo der Frau” jetzt aber trotzdem eine Titelschlagzeile wert.

Die Leute von der “Mehr Spass” begeben sich eher auf die Meta-Ebene und erklären:Michael Schumacher - So gefährlich ist Skifahren

Nämlich so gefährlich, dass pro Saison “viele tausend Menschen verunglücken”, darunter sogar Promis. Als Beleg hat die “Mehr Spass” drei davon aufgelistet.

Aber nochmal zurück zur Blinzel-Geschichte. “Das goldene Blatt” weckt ob der eingeleiteten Aufwachphase nämlich ebenfalls neue HOFFNUNG:Michael Schumacher & seine Corinna - Neue HOFFNUNG! - Wird jetzt alles gut?

Und “Die neue Frau” fragt:

Nach dem Drama - MICHAEL SCHUMACHER - Holt die Familie ihn bald heim?(Im Übrigen eine Frage, die die Regenbogenpresse auch im Fall von Prinz Friso unzählige Male gestellt, aber nie selbst beantwortet hat.)

Im Innern jubelt das Blatt:schumi_die-neue-frau-2

Von einem “Wunder” spricht die “Woche der Frau” zwar nicht direkt, dafür macht sie aus dem Blinzeln einfach mal ein Lächeln:

Michael Schumacher - Das erste Lächeln in der Klinik - Kehrt jetzt für die Familie das Glück zurück?Im Text zeigt sich, was wirklich dahinter steckt: die Fantasie des Autors. Was sonst.

Jetzt endlich gibt es Hoffnung! Der ehemalige Formel-1-Weltmeister ist auf dem Weg zurück ins Leben. Die Angst ist damit noch lange nicht weg. Doch es gibt endlich Grund genug für ein erstes, zaghaftes Lächeln.

Die Redaktion der “Freizeitwoche” schließlich lässt keinerlei Zweifel mehr daran, dass sie den Eindruck erwecken möchte, Schumacher sei aus dem Koma erwacht:

WUNDER AM KRANKENBETT - Michael Schumacher - Corinnas Liebe holte ihn ins Leben zurückDer Artikel dazu liest sich wie der Trailer für ein Hollywood-Melodram:

Zärtlich schmiegt sich Corinna Schumacher (44) an die Brust ihres Mannes Michael (45). Er umarmt sie fest, beide halten ihre Augen geschlossen, um den Augenblick zu genießen, der nur ihnen gehört, Ein [sic] kurzer Moment der Liebe — und doch so normal im Leben der beiden.

Bis zum 29. Dezember letzten Jahres! [...] Viele gaben dem Ex-Formel-Eins-Fahrer nur eine gerine Überlebenschance. Viele, aber nicht Corinna. Seit diesem Schicksalsschlag wich sie ihrem Mann nicht von der Seite, hielt seine Hand, redete auf ihn ein, streichelte ihn liebevoll. Jede Minute, jeden Tag, Woche für Woche. Sie zweifelte keine Sekunde daran, dass ihr Ein und Alles wieder zurück ins Leben findet.

Es folgt das (halbe) Zitat der Managerin. Dann:

Tränen der Freude müssen Corinna nach über einem Monat Hoffen und Bangen über die Wange gelaufen sein. Ihre unendliche Liebe und Stärke in der schweren Zeit haben den zerbrechlichen Strohhalm der Hoffnung stark werden lassen! [...] Corinnas Liebe zu Michael hat das Unmögliche möglich gemacht. Und ihre Liebe wird es auch sein, die ihn eines Tages wieder die Augen öffnen lässt.

Und so spekuliert und fabuliert und täuscht die Regenbogenpresse auch eineinhalb Monate nach Schumachers Unfall immer noch munter vor sich hin — so, wie sie es im Fall von Prinz Friso geübt hat. Auch seinerzeit hatten die Regenbogenhefte immer wieder von einem “Wunder” gesprochen und suggeriet, Friso sei aus dem Koma erwacht, obwohl sie genau wussten, dass das nicht stimmte.

Oder aber sie arrangierten ihre Schlagzeilen und Cover so, dass der Eindruck entstand, Friso sei gestorben. Höchstwahrscheinlich werden die Regenbogenredaktionen so etwas auch im Fall Schumacher versuchen. Einen Anlass gibt es auch schon: Die “Bild”-Zeitung berichtete Anfang der Woche, dass bei Schumacher eine Lungenentzündung diagnostiziert worden sei.

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis daraus die ersten Todesdramen gestrickt werden.


PS: Eine Geschichte dürfen wir nicht unerwähnt lassen. Die “Freizeit Revue” übt in ihrer aktuellen Ausgabe nämlich Kritik an der Berichterstattung über Schumacher. Echt jetzt! Sie empört sich über jene Menschen, “die offenbar keinen Anstand” besitzen und das Leid Schumachers für ihre “geschmacklosen Geschäfte” missbrauchen:

MICHAEL SCHUMACHER - Geschmachlose Geschäfte mit seinem unsagbaren Leid

“Unfassbar” findet die “Freizeit Revue”. “Abscheulich”. “Unwürdig”. “Skrupellos”.

Nanu? Kritik an der Regenbogenpresse — von der Regenbogenpresse?

Nein. Natürlich nicht. Die “Freizeit Revue” kritisiert nicht sich selbst oder ihre Regenbogenkollegen, sondern die “Titanic”:[Ein Foto zeigt das "Titanic"-Cover mit gepixeltem Logo, ein anderes Foto den "Titanic"-Chefredakteur] Skrupellos: Mit diesem geschmacklosen Cover will Tim Wolff (r.), Chef eines Satire-Magazins, viele Hefte verkaufen

Und Schumachers Notsituation für die Auflage zu missbrauchen, das geht nun wirklich zu weit.

Nicht wahr, “Freizeit Revue”?


facebooktwitteremail

Schlagzeilenbasteln (16)

Schlagzeilenbasteln (16)

Wir suchen eine Überschrift für folgende Nachricht:

Helene Fischer ist zu einer der beliebtesten Moderatorinnen Deutschlands gewählt worden. Ihr Freund Flori zu einem der unbeliebtesten.

Helene Fischer - Kein Interesse mehr an Florian?

(“Neue Welt”)


facebooktwitteremail

“Mehr Luft als Wahrheit”

“Mehr Luft als Wahrheit”

Das, was die “Neue Post” da wieder ausgegraben hat, dürfte eine ganz, ganz dicke Überraschung für Helene Fischer werden:

Florian Silbereisen - Jetzt erfüllt er Helenes Herzenswunsch

Florian Silbereisen kennt schließlich die Träume und Sehnsüchte seiner großen Liebe. Und wer, wie Fischer, “in Sibirien aufgewachsen” ist, der “kann bis heute die Weite und Melancholie dieser stillen Landschaft nicht vergessen.”

Na, was passt da besser als so ein richtig ordentlicher Rum-Ta-Tada-Armee-Chor?

In seine ARD-Show “Das Fest der Besten” [...] lädt der Entertainer den stimmgewaltigen Armee-Chor “Red Army Choir” aus Russland ein. Für diese legendäre Formation schwärmt Helene schon so lange!

Ganz genau. Und zwar so sehr, dass sie sich ihren “Herzenswunsch” erst im Dezember vergangenen Jahres selbst erfüllt hat.

Nun ja, die “Neue Post” ist sich trotzdem sicher: “Es wird wie eine Reise in Helenes Kindheit sein!”

Bei all der Reiserei lässt die “Neue Post” einen interessanten Aspekt aber unter den Tisch fallen: Was bei der Show-Aufzeichnung in den rund fünf Minuten vor dem Auftritt von Helene Fischer und dem Red Army Choir passiert ist.

Da spielte sich zwischen Silbereisen und Fischer nämlich folgender Dialog ab:

Helene: […] und es gibt natürlich noch einiges, was ansteht, aber wie immer ist es noch zu früh, um darüber zu sprechen – aber ich freu’ mich auf jeden Fall.

Florian: Das ist eigentlich ganz einfach: Du musst nur die bunten Blätter aufschlagen, da kann man nämlich schon alles im Vorfeld nachlesen.

Helene: (lacht) Stimmt auch wieder.

Florian: Die wissen wie immer natürlich schon viel, viel mehr als wir.

Helene: (lacht) Ja.

Florian: Also auch in den ersten Tagen des neuen Jahres wurde schon sehr viel über uns geschrieben, genauso wie natürlich 2013. Hast Du so ‘ne Lieblingsschlagzeile?

Helene: Also eigentlich wurde ja schon alles über uns berichtet — Baby, Hochzeit, und wir sind ständig getrennt. Ich kann mich überhaupt mit niemandem mehr zeigen, ohne dass ich am nächsten Tag dann gleich ein Verhältnis mit demjenigen habe — von daher (legt ihren Arm um Florian): Ich werde morgen eins mit dir haben, mein Schatz (lacht). Also es ist sehr witzig, ja.

Florian: Man muss ja sagen, wir haben schon einiges über uns lesen dürfen. Also ich hab’ schon die wildesten Affären gehabt – ich war mal, glaub ich, angeblich in eine Prinzessin verliebt, mal sogar in Mireille Mathieu. War auch nicht schlecht. (Zu Helene) Aber du hast 2013 richtig aufgeholt. Da hast du’s richtig krachen lassen.

Helene: Voll. Ich hatte mit allen was. Ganz schlimm. Ich war ‘ne ganz Wilde, ja. (lacht)

Florian: Du konntest wirklich mit keinem auf der Bühne stehen, ohne dass danach die Yellow Press berichtet hat: “Da könnte was sein”, oder?

Helene: Ja, und wir waren ja auch so oft getrennt, und immer ist irgendwas ganz Schockierendes auf der Schlagzeile – und im Endeffekt löst es sich dann in Luft auf. (Wendet sich ans Publikum) Also ich kann’s nur immer wieder betonen: Bitte, liebe Zuschauer zu Hause, aber auch hier im Saal — es ist doch mehr Luft als Wahrheit in diesen Yellow-Zeitschriften.

Florian: Ich weiß gar nicht, wie oft im letzten Jahr spekuliert wurde, dass wir getrennt sind. Und eine Woche danach in der gleichen Zeitung waren wir dann aber wieder kurz vor der Traumhochzeit. [...] Aber es ist immer wieder sehr spannend. Und am meisten bin ich immer schockiert, wenn ich was über ein Baby lese – und überhaupt nichts davon weiß.

Helene: (schaut auf ihren Bauch) Ich auch nicht. Und ich dachte immer: Verdammt, jetzt hat sie wieder zu viel gegessen. Naja. Wir können uns manchmal nicht retten.

Florian: Ne, manchmal kann man sich da nicht retten. Also ich bin mal sehr gespannt, was den Yellow-Redakteuren 2014 …

Helene: … ich glaub, denen wird einiges einfallen (lacht).

Florian: Ich befürchte es.

Und was denen schon wieder alles eingefallen ist! Die “Neue Woche” schreibt zum Beispiel:

Helene Fischer & Florian Silbereisen - Was ist passiert? Jetzt lüften sie das große Geheimnis

Helene Fischer (29) und Florian Silbereisen (32) machen Schluss.

Rumms!

Mit den Heimlichkeiten! Ja, sie lieben sich sehr. Und alle sollen es endlich sehen. Bei der Aufzeichnung zu Florians Sendung “Das große Fest der Besten” [...] trat das Paar gemeinsam auf die Bühne.

Die “Neue Woche” ist tatsächlich frech genug, Fischers und Silbereisens Kritik an der Regenbogenpresse so umzumünzen:

Trennungs-Gerüchte, anderweitige Affären oder ein Liebes-Aus — was zuletzt öfter Tuschel-Thema hinter den Kulissen war, wurde weggeturtelt: Mit Händchenhalten, Küsschen und erstmals auch mit deutlichen Worten!

Und jetzt denken sich diejenigen, an die diese deutlichen Worte gerichtet waren, gleich mal das nächste (uralte) “Tuschel-Thema” aus:

[E]s scheint, dass Helene und Flori endlich als Mann und Frau wahrgenommen werden wollen.

Und es scheint ein vergebenes Hoffen zu sein, dass die Regenbogenredaktionen irgendwann mal diesen Murks stoppen. Allein in den ersten drei Januar-Wochen sind folgende (und wahrscheinlich noch viele weitere) Artikel über Fischer und/oder Silbereisen erschienen:


Helene Fischer - Hautnah - Die ganze Wahrheit über die Sängerin

Diese sieben Wahrheiten hat die “Freizeit heute” zusammenbekommen:
1) “Für ihre Fans gibt sie immer alles.”
2) “Helene Fischer gehört zu den beliebtesten Promis in Deutschland.”
3) “Die Sängerin gilt als Perfektionistin.”
4) “Während es auf der Bühne allzu gern glitzern und funkeln darf, mag es Helene privat lieber bodenständig in Jeans.”
5) Sie ist kein Freund von Interviews.
6) Wäre sie nicht Sängerin geworden, würde sie jetzt irgendwas mit Sport machen.
7) “Die Sängerin weiß ihren Erfolg zu schätzen.”

Donnerwetter!


Streit, Demütigungen, Eifersucht! Helene Fischer & Florian Silbereisen - Das bittere Ende ihrer Liebe?

Florian Silbereisen war nicht dabei, als Helene Fischer vor zwei Monaten bei der Bambi-Verleihung einen Preis bekommen hat. Und Fischer wiederum hat Silbereisen nicht in ihrer Dankesrede erwähnt. Endzeitstimmung für die “Freizeit Momente”.


Helene Fischer & Florian Silbereisen - "Die 5 Geheimnisse unserer Liebe!"

Die “5 goldenen Liebesregeln”, die sich die “Freizeit Idee” aus Zitaten des Paares zusammengereimt hat:
1) “Gemeinsame Hobbys und Ansichten”
2) “Zu Hause kein Wort über den Job”
3) “Nie im Streit schlafen gehen”
4) “Den anderen öfter mal überraschen”
5) “Auszeiten vom Alltag nehmen”


Helene & Florian - Was ist da los? Er hat sich so verändert

Florian Silbereisen trägt jetzt eine “dunkle Kurzhaarfrisur, Drei-Tage-Bart, modisch-lässiges Shirt und Sakko.” Gut beobachtet von der “Freizeit exklusiv”. Und wie kam’s dazu? Silbereisen hatte Lust drauf.


Helene Fischer - Gemeine L+gen - Wer tut ihr so weh? Halt doch bitte zu ihr, Flori!

Der Autor dieses “taz”-Artikels.


Böse beschimpft! Helene Fischer - Womit hat sie diese Häme verdient?

Sie können sich denken, um welche “Häme” es geht …


Carmen Nebel - Neuanfang mit 57 - Welche Rolle Helene Fischer dabei spielt

Pssst, streng geheim: “Die neue Frau” weiß, dass Helene Fischer vielleicht womöglich Carmen Nebels Nachfolgerin beim ZDF werden soll. Und dann kann Nebel sich endlich ihrem Privatleben widmen.


Florian Silbereisen & Helene Fischer - Liebes-Drama - Wie lange können sie ihr Glück noch festhalten?

“Helene und Flori führen ein Leben für den Erfolg — und scheinen sich selbst dabei zu vergessen.” Sie wirkten “wie zwei Ertrinkende, die Angst davor haben, unterzugehen. Die vielleicht nicht mehr wissen, wie lange sie ihr Glück noch festhalten können.” Die Schuldigen für die “Viel Spaß”: “Ihr enormes Arbeitspensum und ihr unfassbarer Erfolg.”


Helene Fischer - Verstörende Aussagen - Platzt der Traum vom Ehe-Glück mit Flori?

Florian Silbereisen sagte neulich im Interview, dass er sich noch etwas jung fürs Heiraten fühle. “Schade, die beiden sind seit fünf Jahren ein Paar! Im Durchschnitt heiraten Paare schon nach 4,2 Jahren Beziehung …” Und dann flirtet Helene Fischer bei ihrer Show auch noch mit Peter Kraus (74) und Howard Carpendale (67). “[F]lirtet die Star-Sängering ganz bewusst mit anderen Männern, weil sie sich Floris ablehnende Haltung zum Thema Heirat nicht mehr länger gefallen lassen möchte?” Ach ja — “Verstörende Aussagen”. Finden wir auch.


Helene Fischer & Florian Silbereisen - Hochzeit in der Karibik? Die Eltern von beiden waren auf der Traumreise dabei

Sattgrüne Palmen, azurblaues Meer, warme 30 Grad. In dieser zauberhaften Atmosphäre genoss das Traumpaar die Feiertage auf einem Kreuzfahrtschiff. Mitreisende sind sich sicher, dass die Verliebten sich das berühmte Jawort gaben. [...] “Warum”, meinte einer der Passagiere, “nehmen sie denn sonst ihre ganze Verwandschaft mit?”


So haben wir sie noch nie gesehen - Helene Fischer - Im Liebes-Urlaub mit Flori - Endlich haben sie wieder Zeit für ganz viel Gefühl

Vom Kreuzfahrtschiff ging’s dann direkt in den nächsten “Liebes-Urlaub”, diesmal nach Tirol. Die “Woche der Frau” hofft, “dass nach dem Liebesurlaub zu zweit, das große Glück zu dritt nicht mehr weit ist”.


Helene Fischer und Florian Silbereisen - Hochzeit noch in diesem Jahr?

Eine Antwort auf diese Frage gibt es freilich nicht.


Das wäre wunderbar - Helene & Flori - Baby-Überraschung - Jetzt ist ihr Glück perfekt

Die kleine Überschrift sagt schon alles. Kitsch-Klatsch im Konjunktiv.


Florian Silbereisen - Na endlich! - "Ja, ich will heiraten und Kinder haben"

Die Geschichte kennen wir ja schon.


Til Schweiger & Helene Fischer - Sind sie ein Liebespaar? - Die Gerüchteküche brodelt - Streifzug durch die Berliner Nacht - Was die Stars selbst sagen

“Tatort”-”Schauspieler” Til Schweiger hat beim ZDF-Jahresrückblick gesagt: “Wir hatten ja mit dem ‘Tatort’ die besten Quoten seit 20 Jahren und dann kamen Jan Josef und Axel Prahl und haben nochmal 300.000 Zuschauer mehr gemacht. [Anm.: In der Folge hatte Roland Kaiser eine Gastrolle] Dann habe ich immer gesagt, das ist nur wegen Roland Kaiser. Beim nächsten holen wir Helene Fischer dazu.” Zack – Liebespaar.


Eifersuchts-Drama! - Florian & Helene - Welche Rolle spielt der andere Mann?

Jetzt raten sie mal, wer dieser “andere Mann” ist.


Helene Fischer - Fällt sie auf den Falschen rein?

Noch mal Schweiger.


Helene Fischer & ihr Flori - Eifersuchts-Drama? - Hält ihre Liebe den Versuchungen stand?

Und noch mal.


Traurige Prophezeiung: Helene & Florian - Trennung - Es gibt einen anderen Mann

Auch “Das neue Blatt” hat von dem Schweiger-Zitat gehört, wollte aber auf Nummer sicher gehen und hat deshalb noch eine “Expertin” zu Rate gezogen.

Wir baten Astrologin Claudia Graf-Khounani, ein Horoskop für Helene, Florian und Til zu erstellen.
Wie stehen die Sterne für die Beziehung von Helene (Sternzeichen Löwe, geb. am 5.8.1984) und Florian (auch Löwe, geb. am 4.8.1981)?
Die Stellung des Mars in ihren Horoskopen (er Mars im Krebs, sie Mars im Skorpion) spricht für eine anfänglich knisternde Beziehung, doch auf Dauer dürfte sein sanfter Krebs-Mars das Feuer des leidenschaftlichen Skorpion-Mars nicht schüren können. Hinzu kommt seit Herbst 2012 ein sehr bedrückender Skorpion-Einfluss auf ihre Löwe-Sonne. Da hinterfragt man die Beziehung, entdeckt Schwachstellen. Es gibt Versuchungen – und die können gefährlich werden.
Gibt es eine Trennung?
Je näher der Sommer kommt, desto kritischer wird es! [...]
Könnte Til Schweiger (Schütze, geb. am 19.12.1963) Helenes neue Liebe werden?
Die Anziehungskraft zwischen ihnen beruht nicht nur darauf, dass beide megaerfolgreich und damit auf Augenhöhe sind. Astrologisch betrachtet würden die zwei wie das berühmte “Töpfchen und Deckelchen” sein. Selten habe ich einen Partnervergleich gesehen, der so harmonisch und voller Wärme ist. Zugleich knistert es erotisch. Falls es bei Helene und Florian zu einer Trennung kommt, wäre Til die beste Wahl.

Ah ja.


Vielen Dank an Doris W. und Claudia K. für den Hinweis!


facebooktwitteremail

Genau wie bei Prinz Friso (2)

Genau wie bei Prinz Friso (2)

Die Flut an Mist-Berichten der Regenbogenpresse über den Ski-Unfall von Michael Schumacher ist — wie erwartet — in die deutschen Zeitschriftenregale geschwappt.

Wir können nicht garantieren, dass wir alle Hefte mit entsprechender Berichterstattung gefunden haben. Aber allein die, die hier bei uns rumliegen, bilden schon ein Kaleidoskop des Schreckens und der Ekels. Eine Übersicht.

Vergleichsweise zurückhaltend berichten “Das goldene Blatt” …

Nach dem tragischen Ski-Unfall - Ex-Königin Beatrix - Schmerzliche Erinnerungen

… das “Echo der Frau” …

Michael Schumacher - Seine Familie unter Schock! Wie geht es jetzt weiter?

… und die “Neue Welt”:

Michael Schumacher - Koma-Tragödie - Wie kann Corinna das nur verkraften?

Vielleicht fehlte den Autoren der drei Blätter aber auch nur das nötige Quäntchen Fantasie, um eine Reportage vom Krankenbett zu schreiben. So wie “Das neue Blatt”:

Corinna Schumacher - Sie weint um ihren geliebten Michael

Das Zimmer im fünften Stock des Klinikums in Grenoble ist abgedunkelt. Es riecht nach Desinfektionsmitteln, das Piepsen der Überwachungsmonitore geht durch Mark und Bein. Der Anblick von Michael Schumacher (45), der da verkabelt und wie leblos im Krankenbett liegt, muss für seine Frau furchtbar sein.

Und auch “Die neue Frau” tut so, als sei sie ganz, ganz nah dran gewesen:

Die stillen Momente sind die schlimmsten. Dann, wenn sie nachts im Bett liegt, alleine, verzweifelt — und ihre Gedanken immer und immer wieder um ihren geliebten Mann Michael (45) kreisen. Warum er? Warum jetzt? Antworten darauf sucht Corinna Schumacher (44) vergeblich.

Außerdem hat sich die Redaktion noch einen “Geheim-Pakt” zwischen Michael Schumacher und seiner Frau Corinna ausgedacht:

Corinna Schumacher - Geheim-Pakt mit ihrem Schumi - Diese Botschaften geben ihr Kraft

Es ist ihr ganz persönlicher Geheim-Pakt. Zu wissen, dass der andere immer für einen da ist, dass Michael an ihrer Stelle das Gleiche für sie tun würde — das gibt ihr Trost, die schlimmste Zeit ihres Lebens zu überstehen.

Dazu die vielen kleinen Rituale, die das Böse aus ihrem Leben fernhalten sollte [sic!]. All diese kleinen Botschaften, die Schumi ihr mit auf den Weg gegeben hat, sind für Corinna nun der Rettungsanker, um nicht zu verzweifeln.

Doch damit nicht genug. “Die neue Frau” bringt in einer an Dämlichkeit kaum zu übertreffenden Bildunterschrift auch noch Schumachers Tochter ins Spiel:

Trost suchend! Michaels Tochter Gina-Maria wirkt völlig neben der Spur

Die “Schöne Woche” versucht hingegen, mit Schumachers Sohn Auflage zu machen:

Nach der Ski-Tragödie - Michael Schumacher - Wird sein Sohn das Trauma je verkraften?

Die Bilder werden sich in seine zarte Kinderseele eingebrannt haben.

Die Redaktion der “Freizeit Woche” macht sich derweil schonmal an die Aufklärung des Vorfalls. Wenn auch mit etwas merkwürdigen Thesen:

Unheimlich - Michael Schumacher - Ahnte er die Tragödie voraus?

Ein Satz des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters gibt vielleicht die Antwort auf die ganze Tragödie: “Ich kann nicht Dinge nicht tun, weil dabei etwas passieren kann.” Dieses Zitat von Michael Schumacher (45) stammt aus einem am 17. Dezember mit [Kai] Ebel geführten Interview. Fast könnte man meinen, der Kerpener ahnte damals schon, dass sich in seinem Leben bald eine Tragödie ereignen würde: “Wenn etwas passiert, dann ist es vielleicht Schicksal. Das muss nicht im Rennsport sein.” Nein, es war bei einer an sich harmlosen Ski-Abfahrt …

Ins gleiche Horn bläst die “Woche heute”:

Michael Schumacher - Mysteriös! Ahnte er seinen furchtbaren Ski-Unfall voraus?

Ahnte der ehemalige Sportheld sein tragisches Schicksal voraus? Nur gut zwei Wochen vor dem furchtbaren Unfall machte er mysteriöse Andeutungen. “Wenn etwas passiert, dann ist es vielleicht Schicksal. Das muss nicht im Rennsport sein”, sagte Schumi in einem Interview, “ich kann nicht Dinge nicht tun, weil etwas dabei passieren kann. Wenn’s passieren soll, wird’s passieren — egal wo.”

Das Blatt legt aber noch ein Hirngespinst drauf:

Was für ein Tag! Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und Neuschnee — einfach perfekt zum Skifahren. So muss das Ex-Formel-1-Pilot Michael Schumacher (45) empfunden haben, als er am 29. Dezember mit seinem Sohn Mick (14) in Méribel mit dem Lift auf den Berg Saulire fuhr. Vater und Sohn carvten fröhlich auf den präparierten Pisten. Gegen 11 Uhr wurde aus dem Traum-Skitag schlagartig ein einziger Horror!

An einer ähnlich stumpfen Deutelei versucht sich die “Freizeit Revue”:

Michael Schumacher - Versöhnung am Krankenbett - Wie sein trauriges Schicksal die Familie wieder zusammenführt

Neben Ehefrau Corinna (44), Tochter Gina-Marie (16), Sohn Mick (14) und seinem Vater Rolf (67) war auch Bruder Ralf (38) sofort nach Grenoble geeilt, hatte an Michaels Krankenbett gewacht. Ein rührendes Signal der Versöhnung. Schließlich verband die Männer stets ein angespanntes Verhältnis. Seit über drei Jahren sollen sie kaum noch ein Wort miteinander gewechselt haben. [...] Und auch die so unterschiedlichen Ehefrauen entzweiten die beiden. So soll Michaels bodenständige Corinna die exzentrische Cora (37) regelrecht verachtet haben. Doch im Angesicht des Todes spielte die Vergangenheit keine Rolle mehr.

Immerhin: Die Redaktion schreibt transparent, dass sie nicht wissen könne, wie es aktuell um Michael Schumacher steht:

Bei Redaktionsschluss war unklar, ob er das Drama überlebt hat. Doch die Glücksbringer seiner geliebten Familie haben ihm sicher viel Mut gemacht.

Umso überraschender wirkt folgender Satz, der im selben Artikel steht und so klingt, als hätte die “Freizeit Revue” doch eine Ahnung, ob Schumacher “das Drama überlebt hat”:

Tagelang hatte Michael Schumacher (45) im fünften Stock im künstlichen Koma gelegen

Auch die “Neue Post” verweist auf den Redaktionsschluss, hat sich dann aber doch diese Überschrift für ihren Artikel im Heftinneren ausgedacht, die mit Abstand die widerlichste in dieser Sammlung sein dürfte:

Das Unfall-Drama um Michael Schumacer - Corinna Schumacher - Nur ihre Kinder geben ihr die Kraft zum Weiterleben

Dazu macht das Blatt noch ganz spezielle Beobachtungen zu Corinna Schumacher:

Und auch jetzt soll niemand die Tränen sehen, die sie um ihren Mann Michael weint. [...] Ein leichtes Make-up verdeckt deshalb die Spuren, die das Drama um Michael Schumacher (45) bei ihr hinterlassen.

Und rundet den Artikel mit Ekel-Prosa ab:

Dem Tag, an dem der Eishauch des Todes ihren Liebsten aus dem Leben zu reißen drohte.

Für Corinna Schumacher zählt jedoch nur eines: Leben soll er, ihr Michael. Leben! Nicht sie und die Kinder allein lassen.

Mick war dabei, als sein Vater verunglückt. Er war der letzte aus der Familie, der ihm in die Augen sah, bevor sie sich ohnmächtig schlossen …

Wohl um dieser schrecklich klebrigen Berichterstattung einen Anschein von Sachlichkeit zu geben, hat die “Freizeit Spass” einen Experten befragt. Der macht’s aber leider auch nicht, ach, lesen Sie selbst:

Das war die wohl schlimmste Phase für Corinna, wie Diplom-Psychologe Hannes Niggenaber erklärt: “Ein Schweben zwischen Hoffen und Bangen, ein für die Seele extrem belastender Zustand. Nach einer langen Ehe fühlt sich Frau Schumacher fast so, als wäre sie selbst vom Unfall betroffen. Am meisten werden ihr aber Selbstvorwürfe zu schaffen machen, dass es ihr nicht gelang, ihren Mann nach Ende seiner Karriere von gefährlichen sportlichen Herausforderungen abzuhalten.”

Auf Grundlage dieser, nun ja, Expertenmeinung schwingt sich die “Freizeit Spass” zum finalen Irsinns-Akkord auf:

Corinna hatte geglaubt, ihr eigener Sport — sie ist Europameisterin im Reining-Westernreiten — sei nun das Gefährlichste, was ihre Familie betreibt. Sieht man mal von Sohn Micks ersten, vielversprechenden Kart-Erfolgen ab. Doch 1 PS waren für einen Racer wie Michael zu wenig. Bis er mit dem Kopf gegen den Felsen in Méribel raste.

Fazit:

Michael Schumacher - Der schlimmste Albtraum seiner Frau wurde wahr

Dieser ganze Murks, den die Regenbogenpresse da zu Papier bringt, ist in weiten Teilen reine Spekulation. Oder wie die “Woche der Frau” schreibt:

Es gibt nichts, was über ihn in den letzten Tagen nicht geschrieben wurde — vieles davon war reine Spekulation auf der verzweifelten Suche nach Informationen.

Diese scharfsinnige Beobachtung nimmt die Redaktion zum Anlass, um — wie sollte es anders sein — selbst mit wildesten Spekulationen noch eins acht draufzusetzen:

Schockierende Bilder - Das Schumi-Drama - Das Leid seiner geliebten Kinder

Sollte es so kommen? War das sein Schicksal? Ehefrau Corinna (44), Bruder Ralf (38) und Vater Rolf sowie die Kinder Gina-Maria (16) und Sohn Mick (14) sind seit dem verheerenden 29. Dezember jedenfalls im seelischen wie körperlichen Ausnahmezustand. Wie schwer diese Tage für seine beiden Kinder sein müssen, kann man nur erahnen.

Dann, kurz vor 11 Uhr, passiert die Tragödie: Angeblich stürzt die Tochter eines Freundes, Michael hilft ihr auf und fährt eine Schleife in den Free-Ride-Bereich. Dort knallt er gegen einen Felsen, wird in die Luft katapultiert und kommt mit dem Kopf auf einem Stein auf (siehe Kasten rechts).

Es ist zu befürchten, dass Mick genau diesen furchtbaren Moment, als sein Vater verunglückte, tatsächlich mit eigenen Augen mitanschauen muss.

Normalerweise greift in solchen Krisenfällen eine psychologische Beratung ein, doch bis jetzt ist nicht bekannt, ob die Angehörigen des Rennfahrers diese in Anspruch genommen haben.

Ob Michael am Tag seines Skiunfalls seine Glücksbringer zu Hause vergessen hatte?

Unglaublich — hat er seinen Unfall womöglich vorausgeahnt und konnte die Gefahr nicht greifen?

Die Tochter eines Freundes stürzt offenbar, Schumi hilft dem Mädchen und fährt ca. 20 Meter in den Free-Ride-Bereich zwischen zwei Pisten.

Fatal: Angeblich geht seine Bindung nicht auf. Wurde sie falsch eingestellt?

Diese grässliche Fratze zeigt also die erste Woche Regenbogenberichterstattung zum Ski-Unfall von Michael Schumacher. Und wir befürchten, dass es auch so weitergeht.

Immerhin: Da sich die Mitarbeiter dieser Heftchen ihr Geschwafel am Schreibtisch ausdenken, verstopfen sie wenigstens nicht die Krankenhaustüren in Grenoble.


facebooktwitteremail

“Neue Welt hat sich geirrt”

“Neue Welt hat sich geirrt”

Die Regenbogenredaktionen haben mal wieder Mist gebaut. Sie haben sich irgendeinen Quatsch über Prominente ausgedacht, ihn abgedruckt und auf die Leser losgelassen.

Dafür müssen sie jetzt geradestehen. Die “Neue Welt” muss zum Beispiel einräumen, dass da neulich irgendwie was schiefgelaufen ist. Zum Glück hat das Blatt nochmal alles “genau geprüft”:

Helene Fischer - Neue Welt hat sich geirrt

Dieser, ähm, “Irrtum” hat offenbar System im Verlag. Denn nicht nur die “Neue Welt” aus dem Hause WAZ hat das mit dem Kuss zwischen Helene Fischer und dem Fan durcheinandergebracht, sondern auch das WAZ-Heft “die zwei” — das allerdings nicht um eine Gegendarstellung umhinkam.

Noch ein bisschen armseliger als die Begründung der “Neue Welt” ist die der “Freizeit Spass”. Die Erklärung der Redaktion, warum sie einen Lügen-Artikel über Schlagersängerin Michelle veröffentlich hat: Den Mitarbeitern wurden falsche Fotos “zugespielt”.

Michelle - Keine Vorwürfe des Ex-Mieters

Die “Neue Welt” und die “Freizeit Spass” haben sich also dazu entschlossen, eine Richtigstellung in Artikelform zu veröffentlichen — sicher auch mit freundlichem Druck von Helene Fischers beziehungsweise Michelles Medienanwälten. Vermutlich wollten die Hefte damit beschwichtigen und Gegendarstellungen entgegenwirken.

Ach, “frau aktuell”, wäre das nicht auch was für dich gewesen?

Gegendarstellung von Thea Sihler-Jauch


facebooktwitteremail

Fantasien über Frisos Tod
1

Fantasien über Frisos Tod

Als bekannt wurde, dass der niederländische Prinz Friso nach vielen Monaten im Koma gestorben war, wurde es hektisch in den deutschen Regenbogenredaktionen. Die “Neue Post” tauschte eilig das Titelblatt ihrer Ausgabe aus und präsentierte drei Tage nach Frisos Tod diese Sonderausgabe:Trauer in Holland - Prinz Friso gestorben - Aktuelle Sonderausgabe - Aktuell - Extra-Ausgabe - 23 Sonder-Seiten! - Beatrix - Friso starb in ihren Armen - Das unsagbare Leid einer Mutter - Die Tränen - Der Abschied

Auch “die aktuelle” sah plötzlich nicht mehr so aus, sondern so:Aktualisierte Ausgabe - Holland in Trauer! - Abschied von Prinz Friso (†44) - Die dramatische Entscheidung - Seine letzten Stunden - Großer Rückblick - Seine Kindheit - Seine Liebe - Seine Familie - Sein Schicksal

Andere Blätter zogen im Laufe der Woche nach, etwa die “7 Tage”:Heimliches Begräbnis - Beatrix & Maxima - Tränen und Trauer! Die letzte Nacht vor Johan Frisos Tod

Und die “neue woche”:Königin Máxima - Abschied für immer! - Ein Engel hat Prinz Friso erlöstUnd bekanntlich die “Neue Welt”:Ausriss: "Neue Welt für die Frau" - Friso starb mit nur 44 Jahren - Beatrix und Mabel - Der traurige Abschied zerreißt ihnen das Herz

Und wieder “die aktuelle”:Prinz Friso (†44) - Der Tränen-Abschied der Familie

Es war abzusehen, dass die Regenbogenpresse so reagieren würde. Der Tod des Prinzen als Sensation. Als Geschäft. Das ist Alltag in dieser Branche.

Überrascht hat uns nicht das Ausmaß, sondern vielmehr die Art der Berichterstattung.

Der Artikel von Sandra Beckedahl in “das neue” ist ein eindrucksvolles Beispiel:Tränen um Friso - Beatrix - Beim Abschied hielt sie seine Hand

Es war so weit. Plötzlich war er da, der Augenblick, vor dem sie sich gefürchtet hatte. Aber Prinzessin Beatrix (75) wusste: Es war unausweichlich. Es würde ein Ende sein, aber auch eine Erlösung.

Sie war mit Friso allein in dessen Zimmer im Schloss Huis ten Bosch. Und das letzte Mal hielt sie seine Hand. Sie nahm Abschied. [...]

Und als sie jetzt neben seinem Bett saß, liefen vor ihrem inneren Auge all die Bilder seines Lebens ab: die Einschulung, der Tag, an dem Friso seinen ersten Milchzahn verlor. Wie stolz er war, als er Fahrradfahren lernte. Sein erstes Zeugnis, die Erfolge in der Schule und an der Universität. Ja, er war ein kluger Kopf gewesen. [...]

Es waren so viele schöne Dinge, die Mutter und Sohn teilen durften. Jetzt hatten sie nur noch wenige Minuten. Beatrix spürte, wie Frisos Atem immer schwächer wurde. Wie er versuchte, den Kopf in ihre Richtung zu neigen. Und wie er beim Abschied ihre Hand drückte, als er schließlich von dieser Welt ging.

Ist das zu fassen? Da denkt sich einfach jemand irgendein kitschiges Gechwurbel aus, und das wird dann auch noch rotzfrech als die Wahrheit verkauft. Eine frei erfundene Geschichte!

Sandra Beckedahl hat in Wirklichkeit überhaupt keine Ahnung. Sie war nicht dabei, als Friso starb, sie weiß genauso viel (oder wenig) wie ihre Kollegen in anderen Redaktionen. Sie alle können sich einzig auf das berufen, was das Königshaus offiziell mitgeteilt hat.

Aber das wäre ja langweilig. Außerdem müssen ja diese verdammten Sonder-Seiten irgendwie gefüllt werden. Also tun viele Autoren ganz einfach so, als wären sie bei Frisos Tod dabeigewesen. Die Artikel sind durchzogen von fiktiven Szenen und erfundenen Zitaten, ein triefender Brei aus Halbwahrheiten und reiner Fiktion.

“die aktuelle” etwa schreibt:

Prinzessin Mabel saß am vergangenen Sonntag bis zum späten Abend am Krankenbett ihres Mannes Johan Friso. Es war ihr 45. Geburtstag. Sie nahm sein Gesicht noch einmal in beide Hände, küsste ihn. Dann verließ sie ihn bis Montagfrüh. Sie sagte einer Freundin am Telefon, dass sie so ein merkwürdiges Gefühl habe. Irgendetwas sei anders als in den Monaten zuvor. Am nächsten Tag hörte Frisos Herz auf zu schlagen …

Die “Frau mit Herz” titelt:Prinzessin Mabel fleht - Bitte steh mir bei, geliebte Beatrix! - Extra auf vielen Seiten - Tragisch - Prinz Friso ging einen Tag nach dem 45. Geburtstag seiner Frau!

Friso verlässt seine Familie einen Tag nach Mabels Geburtstag, den sie noch gemeinsam mit ihm und den Töchtern an seinem Krankenbett verlebt: Sie weiß nicht, dass die zärtlichen Worte, die sie zu ihm spricht, die letzten sein sollen. Sanft streichelt sie seine Hand – sie soll die vertraute Wärme nie wieder spüren. Mabel zerreißt es das Herz. Wie soll sie nur ohne ihren Mann leben? In den Stunden tiefster Trauer und Verzweiflung schreit ihre Seele nach Hilfe! Mit tränengefüllten Augen fleht sie: “Bitte steh’ mir bei, geliebte Beatrix!” Mabel weiß, dass ihre Schwiegermutter sie nicht im Stich lässt. Nur mit ihrer unendlich starken Liebe kann sie ihr schweres Los ertragen.

Auch “Das goldene Blatt” brüstet sich damit, angebliche Einzelheiten vom Sterbebett zu kennen …Beatrix & Mabel - Trauer um Johan Friso (†) - Sein letzter Wunsch - Die überraschende Wahrheit

…, hat sich in Wirklichkeit aber auch alles ausgedacht:

Mabel (45) führt eine Art innere Zwiesprache mit dem Mann, den sie so sehr liebte. Und sie erinnert sich wieder an die Abende, an denen sie ihre Gedanken miteinander teilten. Für Mabel ist es, als habe Friso schon damals seinen letzten Wunsch geäußert.

Wie oft hatte er von seiner Liebe zu seinen Töchter [sic] Zaria und Emma gesprochen. Sie sollten unbeschwert und glücklich aufwachsen. Aber auch an seine Mutter Beatrix dachte Friso oft. Mabel musste ihm versprechen, sich gut um ihre Schwiegermutter zu kümmern. Und für Mabel selbst erhoffte sich Johan Friso sogar ein neues Liebesglück – sollte er einmal vor ihr gehen…

Die junge Witwe ist davon überzeugt, dass Friso ihr dies alles noch einmal kurz vor seinem Tod sagen wollte. Denn plötzlich sollen seine Lider unmerklich gezuckt haben und sie schien sogar einen leichten Händedruck zu spüren. Für Mabel steht fest: Sie wird Frisos letzten Wunsch erfüllen. Und sie wird stark sein.

Die “Neue Post” fantasiert:

Nur spärlich dringt die Sommersonne in ihre Privatgemächer auf Schloss Huis ten Bosch. Beatrix (75) hält die Vorhänge auch am Tag geschlossen. Das Tageslicht brennt in ihren rot geweinten Augen. […]

Nun wird Beatrix seine sanfte Stimme nie mehr hören, seine Hand nie mehr in der ihren spüren, sein Lächeln nie mehr sehen. Der Himmel strahlt in diesen Tagen über Huis ten Bosch. Doch für die Schlossherrin hat die Sonne aufgehört zu scheinen …

Die “Heim und Welt” ist sogar dreist genug, ein fitkives Zitat als Titelschlagzeile zu verwenden:Extra auf vielen Seiten - Mabel tröstet ihre Töchter - "Jetzt ist PAPA euer Schutzengel" - Nach dem tragischen Abschied von Friso

Wie sehr ist Prinzessin Mabel jetzt gefordert! Als liebende Mama, die Trost spendet. Trotz aller tiefen Trauer. Vielleicht umarmt sie Luana und Zaria und sagt zu ihnen: “Papa wacht jetzt als Schutzengel über euch.”

Vielleicht. Aber vielleicht auch nicht. Wie das mit frei erfundenen Geschichten eben so ist.

Und da soll noch mal jemand sagen, die Regenbogenpresse hätte irgendwas mit Journalismus zu tun. Die Redaktionen verbreiten absichtlich die Unwahrheit, sie lügen und erfinden, sie bereichern sich am Tod eines Menschen und haben nicht den geringsten Respekt, weder vor den Angehörigen noch vor der Wahrheit. Das ist kein Journalismus. Das ist eine einzige, ekelhafte Unverschämtheit.


facebooktwitteremail

“Neue Welt” ruft Wunder zurück

“Neue Welt” ruft Wunder zurück

Gestern ist etwas Ungewöhnliches passiert. Auf unserer wöchentlichen Einkaufstour haben wir zwar ein halbes Dutzend Zeitschriftenläden abgeklappert — doch eine bestimmte Zeitschrift war nirgends zu finden: die “Neue Welt für die Frau”. Eigentlich hätte sie gestern längst im Regal liegen müssen. Die Kioskdame unseres Vertrauens hatte auch keine Erklärung dafür. Das sei in der Geschichte der “Neuen Welt” noch nie vorgekommen.

Mittlerweile haben wir eine Ahnung, woran es liegen könnte, dass die “Neue Welt” nicht erschienen ist. Denn offenbar sah sie so aus:Titelblatt "Neue Welt": Beatrix ist  ist so glücklich - Johan Friso - Endlich aufgewacht! Der Arzt: "Jetzt ist nichts mehr unmöglich"Zur Info: Prinz Friso lag anderthalb Jahre im Koma. Am Montag ist er gestorben.

Das Titelblatt ist nun an verschiedenen Stellen im Internet aufgetaucht. Da wir das Heft selbst nicht gefunden haben, können wir nicht mit absoluter Gewissheit sagen, ob das tatsächlich die ursprüngliche Ausgabe ist. Wir gehen aber sehr stark davon aus. Gegenüber dem Branchendienst “Meedia” bestätigte ein Sprecher der Funke-Gruppe, der ursprüngliche Titel sei “nicht in den Verkauf gegangen”:

Die Ausgabe 34/ 2013 von NEUE WELT wurde aufgrund der tragischen Ereignisse in den Niederlanden (Johan Friso verstarb im Koma) aktualisiert und erscheint deshalb in Teilen Deutschlands erst am Donnerstag, 15. 8. 2013.

Laut “Meedia” gab es noch zwei weitere Entwürfe für das “Neue Welt”-Titelblatt. Auf dem einen wurde verkündet, Frisos “neuer Arzt” habe “ein Wunder” bewirkt, was natürlich genauso großer Quatsch ist. Im Regal soll heute deshalb der dritte Entwurf erscheinen – mit der Schlagzeile: “Der traurige Abschied zerreißt ihnen das Herz”.

Anderthalb Jahre lang haben deutsche Regenbogenhefte das Schicksal des Prinzen ausgeschlachtet. Sie haben spekuliert, gemutmaßt und prophezeit, sie haben Gerüchte verbreitet, Fakten verdreht und sich Dinge einfach ausgedacht. Allein in den vergangenen vier Monaten ist Prinz Friso mindestens sechs Mal für tot erklärt worden, genauso oft gab es dann plötzlich doch ein “Wunder”, und immer wieder irgendwelche Dramen, Enthüllungen und Skandale.

Bereits im April suggerierte die “Freizeit Monat” auf ihrem Cover, Prinz Friso sei gestorben:Beatrix unter Schck - Es ist vorbei! - Sie weint an seinem Krankenbett

“die aktuelle” hatte hingegen zu berichten:Sensation zur Krönung! Beatrix im Glück - Friso wird dabei sein!

Die “Freizeit direkt” eine Woche später:Alles Hoffen war vergebens - Königin beatrix - Sterbe-Drama! - Ihr verzweifelter Abschied von Prinz Friso

“die aktuelle” kurz darauf:Horror-Bericht aus der Klinik - Beatrix - Ärzte-Pfusch! Was ist da bloß passiert?

Dann die “Neue Post”:Beatrix & Mabel - Ihr bewegender Abschied von Friso

“Das neue Blatt”:Ausriss: "Das neue Blatt", Nr. 27/2013

“Die neue Frau”:Neues Drama um Friso - Vertrauten alle der falschen Ärztin?

“die aktuelle”:Geschieht jetzt doch noch ein Wunder? - Beatrix - Sie holte Friso heim! - Seit Dienstag ist er zurück im Schloss - Seine Kinder weinten vor Glück

“Heim und Welt”:Prinzessin Beatrix - Es ist ein Wunder! - Mutterliebe macht Friso wieder gesund!

“Woche der Frau”:Prinz Friso - Endlich erlöst! - Er verbringt den Sommer bei seinen Liebsten

“Das neue Blatt”:Schockierende neue Enthüllungen über das Unglück - Mabel & Beatrix - Wollte ihr Friso sich umbringen?

“Woche der Frau”:Johan Friso - Das erste Interview! - Berührend, wie die Ärzte ihn ins Leben zurückholen wollen

Und am vergangenen Samstag “die aktuelle”:Schock für Beatrix! - Prinz Friso - Die Trennung bringt ihn um! - Das neue Leben seiner jungen Frau ++ Wird sie wieder glücklich?

Das nur als kleine Auswahl.

Als hätten die Autoren vor dem Schreiben einfach eine Münze geworfen, um zwischen “Sterbe-Drama” und “Wunder” zu entscheiden. Blöderweise ist ihnen dieses Mal die Realität dazwischengekommen.


Danke an Lisa und Klaus P. für den Hinweis.

Siehe auch:

Prinz Friso gestorben: “die aktuelle” hat Bingo! (Stefan Niggemeier)

Friso, die Neue Welt und die Realität (Meedia)


facebooktwitteremail

Verrenkungen der Woche (3)

Verrenkungen der Woche (3)

Erst die dritte Folge — und schon eine Weltpremiere!

Voller Stolz dürfen wir Ihnen heute zum allerersten Mal eine Überschrift präsentieren, die — jetzt halten Sie sich fest! — zu einhundert Prozent der Wahrheit entspricht. Echt jetzt!

Aber kümmern wir uns doch zuerst um die, nun ja, nicht ganz so wahren Geschichten. Willkommen zu den Verrenkungen der Woche.

Saskia Vester (53) - Ihre 5 großen Geheimnisse

Saskia Vester ist eine deutsche Schauspielerin. Und wie die “Echo der Frau” findet, ist es “kaum zu glauben, aber wahr! Saskia Vester hat es geschafft, sich in ihrer Karriere noch ein paar Geheimnisse zu bewahren.” Doch die “Echo der Frau” ist ein Regenbogenheftchen erster Güte. Und so ist es der Redaktion “nun gelungen, ihr diese zu entlocken.” Na, dann schießt mal los:
- Saskia Vester hat keine Angst vor dem Zahnarzt.
- Ihre Katze Lui benimmt sich manchmal wie ein Hund.
- Wenn sie ihren Mann mit einem Tier vergleichen müsste, wäre er ein Delfin.
- Vesters Tochter lebt noch bei ihr daheim. Das ist immer ganz lustig.
- Ihr Sohn ist der Liebe wegen nach Kopenhagen gezogen.
Recht hast du, “Echo der Frau”: kaum zu glauben.


Über Nacht kam die Ernüchterung... - Stefan Mross - Wird er aus seinem Liebesnest vertrieben?

Irgendwo in der Nähe von Stefans Haus wird irgendein anderes Haus gebaut. Und “anstatt auf Berge, blicken er und [Freundin] Susanne jetzt von ihrem schönen Balkon auf eine chaotische Baustelle”. Die “Woche der Frau” stellt resignierend fest: “Auch Stefanie kann ihm nicht mehr helfen”.


Schlaganfall - Benedikt XVI. - Sein trauriges Ende

Ex-Papst Benedikt soll tatsächlich mal einen Schlaganfall erlitten haben — vor 22 Jahren. Und selbst das ist bis heute nur ein Gerücht. Offiziell heißt es, er sei damals gestürzt. “Das neue Blatt” hat jetzt irgendeinen “Chirurgen” aus Rom aufgetrieben, der behauptet, Benedikt zeige (wieder) Anzeichen eines Schlaganfalls: “‘Er ist sehr unsicher auf den Beinen, das linke Auge ist halb zugefallen.’” Das Heft schlussfolgert: “Es scheint fast so, als ob der Herr ihn bald zu sich rufen würde …” Es scheint fast so, als ob “das neue Blatt” es kaum erwarten könnte …


Halle Berry - Unfassbar - Für ihren Geliebten riskiert sie ihr Leben

Halle Berry schwebt in “Lebensgefahr”. Denn — sie ist schwanger. Und als 46-jährige Diabetikerin kann so eine Schwangerschaft ganz schön “lebensbedrohliche Folgen” haben, weiß die “Viel Spaß”. Und fragt: “Wieso geht Halle Berry solch ein hohes Risiko ein? Versucht sie etwa, ihren Geliebten mit einem Baby für immer an sich zu binden?” Das Blatt meint: “Unfassbar”. Meinen wir auch.


Da bahnt sich eine Tragödie an ... Michelle - Ist sie seelisch total am Ende?

“Was ist nur los mit Michelle?”, fragt die “frau aktuell”. “Ist sie seelisch total am Ende?” Eine berechtigte Frage — immerhin ist Michelle hin und wieder “zu spät zu ihren Auftritten” gekommen. Auch Zugaben sind nicht mehr so “ihr Ding”. “Und dann diese Text-Aussetzer, die sie immer hat! Das kann sich eine Schlagersängerin nun wirklich nicht leisten.”
Wir wünschten, auch die “frau aktuell” hätte mal einen Text-Aussetzer. Einen, der bis in alle Ewigkeit anhält.


Schockierende erotische Fantasien - Boris Becker - Hat er seine Lilly nicht genug gequält?

Boris Beckers Twitter-Account ist für die Regenbogenpresse die reinste Skandalfundgrube. Wenn man ehrlich ist (und vor allem: wenn man sich mal anschaut, was der Sportler da den lieben langen Tag so treibt), ist das auch kein Wunder. Dass irgendein Blättchen diesen, diesen und diesen Tweet früher oder später dazu benutzen würde, irgendeine empörte Schlagzeile zu stricken, war abzusehen.
Also, lieber Boris, wenn wir dir einen Rat geben dürfen: Lass doch diese Erotik-Tweets und kümmere dich stattdessen weiter um die wichtigen Dinge des Lebens.


Hansi Hinterseer - Familiengeheimnis gelüftet

“Familiengeheimnis gelüftet”? “Drama um seine leibliche Mutter”? “Weil aber nun ein Verwandter geplaudert hat, wissen wir jetzt, was wir eigentlich nicht wissen sollten”? Na los, “Meine Freizeit”, raus mit der Sprache: Was ist das los bei Schlagerstar Hansi Hinterseer? “Seine leibliche Mutter ist” … ja!? … “Brasilianerin.” Potztausend!


Charlène von Monaco - Sensationelles Liebes-Interview

Wenn eine Person regelmäßig die volle Ladung Dreck abbekommt, die die Regenbogenpresse fröhlich über Prominente und Adlige ausschüttet, dann ist es Charlène von Monaco. Die “Freizeit heute” hat nun ein “sensationelles Liebes-Interview” über die Fürstin und ihren Mann Albert gedruckt. Aber was ist so sensationell an diesem Interview? Dass es sich hier um einen Artikel handelt, der das Paar tatsächlich mal in einem positiven Licht erscheinen lässt? Dass Charlène überhaupt noch mit irgendeinem dieser Schmuddelautoren spricht? Nein. Wirklich sensationell an dem Interview ist die Frechheit, mit der die “Freizeit heute” eine Geschichte verdreht. Denn das Blatt führte das Interview nicht etwa mit Charlène. Und auch nicht mit Albert. Sondern mit Andre Venter. Der ist Bassbariton der südafrikanischen Band “Romanz” und trat mit seinen Kollegen bei der Hochzeit des Fürstenpaares auf.


Prinzessin Madeleine - Gefährlicher Flirt vor der Hochzeit?

Folgende Situation: “Sie umarmen sich und küssen sich zärtlich auf die Wangen. Wie ein frisch verliebtes Paar werfen sich die beiden mitten in New York immer wieder Blicke zu.” Das klingt doch wie … genau, findet jedenfalls die “Neue Welt”: “Riskiert Madeleine etwa einen gefährlichen Flirt mit einem fremden Mann? Es wäre ein Drama!” Kollektive Schnappatmung in der Redaktion — Madeleine will doch eigentlich bald heiraten. Acht Zeilen später haben sich allerdings alle schon wieder beruhigt: “Doch Entwarnung! [...] Der unbekannte Mann an ihrer Seite ist ein guter Freund der Prinzessin.” Puh, erstmal durchatmen.


DJ Oetzi - Heimliche Sucht

Oh nein, was ist mit DJ Ötzi los? Die “Echo der Frau” titelt, er habe eine “Heimliche Sucht”. Glücksspiel? Alkohol? Koks? Gut, dass das Blatt ihren Chefreporter Torben Zenker zum DJ schickt, um herauszufinden, was wirklich Sache ist. Und Zenker lüftet das Geheimnis: Der Ötzi raucht! Und das “bereits seit vielen Jahren”. Ach, und er hat auch noch eine neue Platte rausgebracht. Das passt ja gut, dass die “Echo der Frau” wegen der Sucht-Geschichte eh schon da ist. Dann kann man im selben Artikel doch gleich auch noch was über “sein neues Hit-Album” schreiben.


Sensation zur Krönung! Beatrix im Glück - Friso wird dabei sein!

Wie kann man eine derart perfide Titel-Schlagzeile dichten, ohne auch nur irgendwelche Gewissensbisse zu haben? Darauf geben unsere Freunde von “die aktuelle” keine Antwort, aber so ähnlich. Sie schreiben im Innenteil: “Zwischen Himmel und Erde gibt es Dinge, die man nicht erklären kann.” “die aktuelle” und ihre Verrenkungen beispielsweise.
Wir wollen es kurz machen: Die Schmierfinken von “die aktuelle” tun so, als könnte Beatrix’ Sohn Friso, der seit langer Zeit im Wachkoma liegt, bei der Krönung seines Bruders zum obersten Monarchen der Niederlande dabei sein. Was das Blatt eigentlich meint: Er zeigt hin und wieder Regungen. Und “in seinem Krankenzimmer hängt ein moderner Flachbildschirm. So könnte er die Krönung seines ältesten Bruders verfolgen.”
Das Blatt titelt im Innenteil: “Liebe kann wirklich Wunder bewirken!” Sensationsgeilheit kann wirklich Grässliches bewirken.


Michelle Hunziker - Tränen-DRAMA - Nur eine Operation konnte ihr noch helfen

Setzen Sie sich bequem hin, atmen Sie ein paar Mal tief durch und lesen Sie die Überschrift in aller Ruhe noch einmal. Genießen Sie es! Denn dies ist die erste — Achtung! — zu einhundert Prozent wahre Überschrift in den Verrenkungen der Woche. Denn in einem Interview hat Michelle Hunziker selbst erzählt: “‘Kurz nach meiner Geburt stellte sich heraus, dass meine Tränenkanäle verstopft sind.’ Schließlich musste später chirurgisch nachgeholfen werden.” Ein waschechtes “Tränen-Drama” also. Herzlichen Glückwunsch, “neue Frau”.


facebooktwitteremail

Prinz Hairys Geheimnis

Prinz Hairys Geheimnis

Es ist gelöst! Eines der größten Rätsel des europäischen Hofadels. Die “Neue Welt” atmet auf:Exklusiv! Neue Dokumente, die alles beweisen - Prinz Harry - Jetzt weiß er wer sein echter Vater istIm Innenteil schießt das Blatt mit Argumenten nur so um sich. Denn so vieles deutete schon immer darauf hin, dass es sich bei Harrys tatsächlichem Vater nur um einen handeln kann — James Hewitt.

Da wäre zum Beispiel Harrys Polo-Leidenschaft…

Der ehemalige königliche Reitlehrer James Hewitt weckte einst Harrys Leidenschaft für den Pferdesport. Bis heute spielt der Prinz so oft es geht Polo.

…seine Militär-Leidenschaft…

Die gefährlichen Kriegseinsätze des rothaarigen Royals sind der Versuch eines jungen Mannes, die Anerkennung seines Vorbilds zu gewinnen. Denn James Hewitt wurde als Offizier [...] für seinen Mut und seine Kameradschaft sehr geschätzt

…und seine Ausrutscher-Leidenschaft:

Auch schlechte Eigenschaften vererben sich. So wundert es nicht, dass Harry in Las Vegas nackt Partys feiert. Denn Hewitt tat dies ebenfalls.

Doch jetzt können die “Neue Welt”-Autoren beruhigt ihr wildes Spekulieren einstellen, sich zurücklehnen und zufrieden grinsen. Sie wussten es doch schon immer. Denn jetzt gibt es:Exklusiv! Neue Dokumente, die alles beweisenNaja, also so fast:

Laut einer Biografie über Harry ist sich der Prinz sicher, dass er die DNA des ehemaligen Reitlehrers in sich trägt. Der hofnahe Autor Chris Hutchins verweist dabei auf Informationen und Dokumente aus Dianas Umfeld.

Dafür, dass Prinz Harry sich sicher ist, gibt es in dem Artikel kein einziges Zitat. Und die Dokumente des Biografen Chris Hutchins, “die alles beweisen” sollen, sagen lediglich, dass Reitlehrer Hewitt dem jungen Harry immer mal wieder von seinen “Kriegsabenteuern” erzählte und sie stundenlang spielten.

Völlig wurscht, meint die “Neue Welt”. Für sie steht fest:

Doch dieser Mann, dem Harry bis aufs Haar gleicht, ist nicht Charles (64). Zu dem er offiziell Papa sagt. Es ist James Hewitt (54)! Sein echter Vater!

Das sehen die Schmierblatt-Kollegen von der “Frau im Spiegel” ein wenig anders. Obwohl sie sich zu einer ähnlich haarigen Argumentation hinreißen lassen:

Lange gab es das Gerücht, Prinz Charles, 64, sei gar nicht der Vater von Harry, 28. Vielmehr sei an dessen Zeugung Reitlehrer James Hewitt, 54, beteiligt gewesen. Neue Fotos aus Lesotho lassen das Gegenteil vermuten:

Verräterische Gene [auf den Fotos haben Charles, Harry und William allesamt kreisrunden Haarausfall am Hinterkopf]

Beim Besuch eines Blindenzentrums zeigt sich in der prallen afrikanischen Sonne, dass auch Harry nicht vor dem frühen Verlust der Haare gefeilt ist, der sich bereits auf den Köpfen seines Vaters und seines Bruders Prinz William, 30, zeigt.

Und Charles’ dritter Sohn, von dem bisher nicht mal die “Frau im Spiegel” wusste, war mal Kapitän der französischen Fußballnationalmannschaft.


facebooktwitteremail