11 Geheimnisse sollt ihr sein
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11 Geheimnisse sollt ihr sein

Zum Einstieg ein kleines Quiz! Wir nennen eine korrekte Tatsache und eine falsche Behauptung — Ihr müsst raten, was davon wahr und was erlogen ist.

Fertig? Dann los:

1. Die “Neue Woche” ist das, was sie im Untertitel verspricht: eine “moderne, aktuelle Illustrierte”.
2. Gerade findet in Brasilien die Fußball-WM statt.

Nun gut, zugegeben, das war einfach.

Komplizierter wird‘s, wenn Nummer 1 versucht, Nummer 2 irgendwie ins Heft zu pressen: Bald startet die deutsche Nationalmannschaft ins WM-Turnier — wer so richtig modern und aktuell sein will, braucht da eine Geschichte über Bundestrainer Joachim Löw!

Glücklicherweise hat die “Neue Woche” “Exklusiv!” “ganz private Geheimnisse” über Löw, sagen wir mal, herausgefunden:

Joachim Löw - Exklusiv! Jogis ganz private Geheimnisse

Das Blatt frohlockt:

Er plaudert aus dem Nähkästchen — und verblüfft dabei selbst eingefleischte Fans!

Offenkundig ein plumper Versuch, Auflage zu machen Stück mit Servicecharakter. Die Leserinnen erfahren etwa, dass Karoline Herfurth Löws Lieblings-schauspielerin ist (“‘Wenn ich weiß, dass sie mitspielt, sitze ich garantiert im Kino’”), er gern bei einem guten Rotwein entspannt und seit 28 Jahren mit seiner Ehefrau verheiratet ist.

Bekannt für seine hohe Emotionalität, soll Löw auf der gesamten Klaviatur der Gefühle gespielt haben. Mal sagt er “reumütig” zu seinem Führerscheinverlust: “‘Ich habe meine Lektion gelernt’”. Oder er ergänzt “augenzwinkernd”: “‘Zum Essen gehe ich — trotz der Niederlage bei der EM 2012 — immer noch zum Italiener an der Ecke.’”

Ein Geheimnis jagt das nächste. So offen hat man ihn noch nie erlebt!

Es sei denn, man liest “Neue Post”, “Revue der Woche”, “Das neue Blatt” oder “Revue exklusiv:

Bundestrainer Jogi Löw - Seine 11 Geheimnisse

Ganz privat - Joachim Löw - Die 11 größten Geheimnisse seines Lebens

Jogi Löw (54) - Die 10 Geheimnisse unseres Bundestrainers

Jogi Löw - Sein geheimes Privatleben - Was niemand je erfahren sollte ...

Trotz der versprochenen Exklusivität der “Neue Woche” sind blöderweise auch zwei Blätter aus dem Bauer Verlag (“Das neue Blatt” und “Neue Post”) an einige “Geheimnisse” gelangt. Etwa wer Löws Ehefrau oder dessen Lieblings-schauspielerin ist, oder dass Löw Rotwein mag.

“Das neue Blatt” und die “Neue Post” haben aber natürlich auch noch eigene “Geheimnisse” aufgetan:

Seine Gebete - Als Kind war er Messdiener und hat sich seinen Glauben bewahrt. Der Bundestrainer betet vor jeder Flugreise. - (Aber)Glaube) - Bei jedem Flug mit der Nationalelf sitzt er in Reihe 1 auf Platz A - und betet vor dem Start (als Kind war er Messdiener).

Oder auch:

Sein Ehering - Obwohl er seit 1986 mit Daniela (52) verheiratet ist, trägt er keinen Ehering. Grund: Er mag kein Metall auf der Haut, trägt sogar seine Uhr am Lederarmband. - Jugendiege - Mit 17 lernt er seine Daniela (52) auf der kaufmännischen Berufsschule in Freiburg kennen und lieben, beide sind Azubis. 1986 heiratet das Paar. Einen Ehering trägt Löw aber nicht - er mag kein Metall auf der Haut spüren.

Dass Löw darüber hinaus Gelegenheitsraucher ist, wissen aber nicht nur “Das neue Blatt” und die “Neue Post”, sondern auch “Revue der Woche” und “Revue Exklusiv”. Beide erscheinen im selben Verlag, dem Deltapark Verlag, was optisch durchaus auffällt:

Gegenüberstellung der Artikel von "Revue der Woche", Nr. 7/2014, und "Revue exklusiv", Nr. 7/2014

Und auch hier der alte Quark: Rotwein, Ehefrau und Führerscheinverlust.

Wie man, ohne mit der Wimper zu zucken, solche längst bekannten Belang-losigkeiten als “Exklusiv!”, “aktuell” oder “geheim” verkaufen kann — das bleibt das wirkliche Geheimnis.


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Lügen wie gedruckt
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Lügen wie gedruckt

Inzwischen ist es selbst in den letzten Regenbogenredaktionen angekommen: Die monegassische Fürstin Charlène ist schwanger, womöglich sogar mit Zwillingen. Die Trennungsgeschichten von ihr und Ehemann Albert sollte man also besser erstmal eine Weile in der Schreibtischschublade lassen.

Und so ist die Zwillingsnachricht für die “Woche heute” auch nicht irgendeine Meldung, sondern

Das Hirra der Woche - Fürstin Charlene - Jaaa, Zwillinge! Wird jetzt alles gut?

Weltfrieden? Ende der Hungernot? Zumindest was Charlène angeht, blicken die Mitarbeiter des Blattes optimistisch in die Zukunft:

Verstummen jetzt die bösen Gerüchte über Intrigen und die vermeintlich unglückliche Ehe des Fürstenpaares? Bestimmt!

Woher diese Zuversicht kommt? Weil die “Woche heute” es selber in der Hand hat. Denn nur eine Ausgabe vor dem großen Hurra-Jubel schrieb sie noch von Problemen und “Psychoterror” und der Unwahrscheinlichkeit einer Nachwuchsmeldung aus Monaco:

Fürstin Charlene - Todesangst! Kann Albert sie noch schützen?

Um diesen Druck auszuhalten, hat sie ihren Bruder Gareth (32) gebeten, in ihre Nähe zu ziehen. Aber was kann der schon ausrichten, wenn sie im Palast gefangen ist. Und wie nur soll sie je schwanger werden, bei all diesem Psychoterror …

Zur Erinnerung: Als diese Textpassage erschien, war Charlènes Schwangerschaft bereits seit fünf Tagen bekannt.

Damit ist die “Woche heute” in bester Schnarchnasengesellschaft. Ausgabe 24 der “Schöne Woche” erschien ebenfalls am 4. Juni. Und auch hier klingt es ganz und gar nicht nach Kinderglück:

Baby-Albtraum - Fürstin Charlène - Jetzt packt ihr Bruder aus!

Erschwerend kommt hinzu: Auch rund drei Jahre nach der Hochzeit mit Albert (56) ist kein Nachwuchs in Sicht. So weit, so bekannt.

Und die “Prima Woche” ruft am gleichen Tag sogar eine “Eiszeit in Monaco” aus:

Charlène - Ehe-Drama - Fürst Albert macht ihr das Leben zur Hölle!

Einen Tag früher als “Woche heute”, “Schöne Woche” und “Prima Woche” erschien die Juli-Ausgabe der “Revue der Woche”. Da war die offizielle Bekanntmachung des monegassischen Palastes also immerhin schon vier Tage online. Und trotzdem hat die “Revue der Woche” erhebliche Zweifel, ob das irgendwann überhaupt noch was wird mit Charlène und dem Nachwuchs:

Albert von Monaco - Macht er SIE zur neuen Fürstin? Eifersuchtsdrama um Charlène

Ob Fürstin Charlène (36) jemals einen Thronfolger zur Welt bringt, ist fraglich.

Diese ganzen Blätter mit ihren Lügen und falschen Spekulationen über Fürstin Charlène könnten jetzt argumentieren, der Redaktionsschluss war schon längst erreicht und die Hefte bereits im Druck, als der Palast in Monaco die Nachwuchsbotschaft online stellte.

Mag sein. Doch ein früher Andruck rechtfertigt es erstens nicht, falsche Behauptungen in die Welt zu setzen; und zweitens zeigen ihre Regenbogenkollegen der “Neue Post”, dass es durchaus möglich war, rechtzeitig auf die Schwangerschaft Charlènes zu reagieren. Am 4. Juni — also am selben Tag wie “Woche heute”, “Schöne Woche” und “Prima Woche” sowie einen Tag nach “Revue der Woche” — brachten sie diese Geschichte:

Das Baby-Wunder! Fürstin Charlene - Endlich schwanger!

Das grenzt tatsächlich an ein “Wunder”.


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Schlagzeilenbasteln (61)
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Schlagzeilenbasteln (61)

Heute basteln wir ein ganzes Cover. Fünf Nachrichten, fünf Schlagzeilen. Und ab dafür!


1. Im vergangenen Jahr sind die Großeltern der Freundin von Andreas Gabalier gestorben.

Andreas Gabalier - Neues Sterbe-Drama! Schreckliche Familien-Tragödie ++ Zerbricht jetzt seine Liebe?


2. Bis Anfang Juni haben Helene Fischer und Florian Silbereisen noch Termine.

Helene & Florian - Ihr geheimer Liebes-Urlaub - Von wegen Trennung ...Denn:

Bis Anfang Juni haben sie noch Termine. Dann endlich heißt es: Zeit für die Liebe! Und auch für Urlaub. Und den verbringen Florian und Helene vermutlich wieder auf Mallorca.


3. Heidi Klum wurde kürzlich “öffentlich knutschend mit ihrer neuen Flamme Vito Schnabel (27) erwischt.” Auch wurde sie in letzter Zeit “häufiger wieder mit Ex-mann [sic] Seal (51) gesichtet”. Und “dann wäre da noch ‘Germany’s next Topmodel’-Kollege Thomas Hayo (45). Immer wieder sieht man die beiden auch außerhalb der Dreharbeiten sehr vertraut miteinander umgehen”.

Beziehungs-Chaos - Heidi Klum - Kann sie jetzt den Schnabel nicht halten?


4. Fünf ehemalige Mitarbeiter der St. Andrews-Universität sind an Krebs erkrankt. Ihre Anwälte haben eine Untersuchung veranlasst, ob die Uni möglicherweise die Ursache für die Erkrankung ist.

Schock-News - Herzogin Kate - Krebs-Angst: Hat Asbest sie krank gemacht?
Denn: Kate und William haben auch dort studiert.


5. Christine Neubauer hat neulich einen Film in Chile gedreht. Ihr chilenischer Lebensgefährte José ist mitgekommen.

Einr tränenreiche Entscheidung - Christine Neubauer - José kehrte zu seiner Ehefrau zurück


Titelseite: "Revue der Woche", Nr. 4-5/2014


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Genau wie bei Prinz Friso (3)

Genau wie bei Prinz Friso (3)

Wir hatten ja schon befürchtet, dass sich die Regenbogenhefte auf den Unfall von Michael Schumacher stürzen würden wie eine Horde ausgehungerter Hyänen. Und dass sie auch dann, wenn die seriösen Medien längst von Schumacher abgelassen hätten, immer noch unbeirrt weiterhacken würden, Woche für Woche mit neuen Spekulationen und irreführenden Schlagzeilen. Eben genau wie bei Prinz Friso.

Inzwischen zeigt sich, dass wir recht hatten. Leider.

Während selbst die Boulevardmedien Michael Schumacher und dessen Familie allmählich in Ruhe lassen wenigstens eine Zeitlang in Ruhe gelassen haben, ging und geht der Wahnsinn in der Regenbogenpresse einfach nahtlos weiter. Jedes Gerücht wird gleich zu einer Titelstory aufgeblasen, jedes angebliche Blinzeln direkt zum “Wunder” erklärt.

Im Ernst: Als die französische Zeitung “L’Équipe” neulich unter Berufung auf “sehr sichere Quellen” berichtete, Michael Schumacher befinde sich in der Aufwachphase und habe geblinzelt, titelte die “Frau aktuell”:

Endlich gibt es neue Hoffnung - Michael Schumacher - Am Krankenbett geschah ein Wunder!Hunderttausendfach liegt diese Titelseite momentan in deutschen Kiosken aus. Bei wie viele Menschen sie wohl schon den Eindruck erweckt hat, dass Schumacher plötzlich genesen sei?

Immerhin erfahren die, die das Heft kaufen und den Artikel lesen, was wirklich hinter dem “Wunder” steckt. Zumindest wenn sie sich durch den triefenden Schwulst aus Phrasen und Fiktion gekämpft haben, mit dem der anonyme Autor die Tatsachen ummantelt hat.

Schon ein kleines Augenzwinkern ist ein Erfolg. Ein Meilenstein. Ein strahlender Hoffnungsschimmer, in dem nicht enden wollenden Albtraum, der mit dem dramatischen Skiunfall von Michael Schumacher (45) am 29. Dezember letzten Jahres begann. Jetzt berichten französische Medien von einem Wunder, das an seinem Krankenbett geschah. Können Corinna (44) und die Kinder nun endlich aufatmen?

Gebannt wacht die Familie dieser Tage am Krankenbett des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters auf der Intensivstation. In der Hoffnung, auf ein weiteres kleines Blinzeln, Zucken oder Zwinkern. Ein minimaler Reflex, der ihnen versichert, dass ihr geliebter Mann und Papa in sein altes Leben zurückkehrt. Längst haben sich alle Beteiligten an den Anblick des hilflosen Sportlers gewöhnt. An all die Schläuche und die Pumpgeräusche der Beatmungsmaschine, die Schumi am Leben hält. Nun, wo die Aufwachphase begonnen hat, beobachten sie den Patienten mit großer Sorgfalt. Zwar warnt Michael Schumachers Sprecherin Sabine Kehm (47) vor verfrühter Euphorie und spricht von einem “Aufwachprozess, der sehr lange dauern kann.” Trotzdem werten Hirn-Trauma-Experten bereits kleinste Reflexe als positiv. Sie seien ein klares Indiz dafür, dass

und so weiter. Irgendwann kommt dann doch noch das Blinzel-Gerücht aus der “L’Équipe”, und der Text endet so schwülstig, wie er begonnen hat:

Vielleicht hat Schumi damit schon einen ersten Etappensieg errungen. Auf seinem bislang schwersten Grand Prix…

Auch die “Neue Welt” (die in solchen Fällen bekanntlich über besonders exklusive Informationen verfügt) tut so, als wisse sie genau, was sich an Schumachers Krankenbett (und in Corinnas Kopf) abgespielt hat:Überraschende Fortschritte - MICHAEL SCHUMACHER - Freudentränen am Krankenbett - Was die Ärzte sagen

Es gibt Momente im Leben, die kostbarer sind als alles andere auf dieser Welt. Corinna Schumacher (44) weiß am besten, was es bedeutet, dass der Glaube und die Hoffnung letztlich doch Berge versetzen können. Ihre Gebete, die sie immer wieder am Krankenbett ihres geliebten Mannes gesprochen hat, sind nun endlich erhört worden! […] “Schumis” Managerin Sabine Kehm [teilte] offiziell mit: “Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”.

Dann natürlich die Blinzel-Geschichte …

Die renommierte französische Zeitung “L’Équipe” berichtete hingegen, dass Michael sogar schon geblinzelt habe.

… und ein pathetischer Abgang:

Corinna hat allerdings vollstes Vertrauen in die Ärzte gesetzt, die ihren Michael nun schon seit Wochen behandeln. Ihnen verdankt man die ersten Freudentränen am Krankenbett ihres Mannes. Und Corinna ist sicher, dass ihr Mann den Weg zurück ins Leben findet.

Vergleichsweise zurückhaltend hat das “Echo der Frau” auf die Blinzel-Nachricht reagiert:MICHAEL SCHUMACHER - Nach all dem Hoffen & Bangen - Was wird nun?

Das Blatt ist im Gegensatz zu den meisten anderen Regenbogenheften sogar so fair, die Stellungnahme von Schumachers Managerin — die herausgegeben wurde, nachdem die “L’Équipe” über das Einleiten der Aufwachphase berichtet hatte — noch ein Stückchen weiter zu zitieren:

“Michaels Narkosemittel werden seit Kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann”, teilte Sabine Kehm (46), die Managerin von Michael Schumacher, mit. “Es war ursprünglich die klare Absprache zwischen allen Beteiligten, diese Information zum Schutz der Familie erst zu kommunizieren, wenn sich dieser Prozess konsolidiert hat. Über Zwischenschritte werden wir keine Auskunft geben.” Eine Entscheidung, die die Fans des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters natürlich verstehen.

Und viele Journalisten natürlich nicht.

Wie die von der “Freizeit Spass”, die darüber jammern, dass die Managerin nicht “mehr” “verraten” wollte, und sich mit Hilfe eines “Experten” kurzerhand selbst um die “Prognose” kümmern:Michael Schumacher - Überraschende Prognose - Wie seine Zukunfts-Chancen jetzt wirklich stehen

Kurz zusammengefasst: Es gibt “Gefahr”, aber auch “Lichtblicke”. Überraschend.

Sabine Kehm hat in ihrer Stellungnahme übrigens noch einen Satz geschrieben, den wir bisher in keinem Regenbogenheft gefunden haben. Sie schrieb:

Die Familie von Michael Schumacher bittet erneut um Respekt für ihre Privatsphäre, das Arztgeheimnis und darum, die behandelnden Ärzte nicht in ihrer eigentlichen Arbeit zu stören.

Vermutlich werden wir diesen Satz in der Regenbogenpresse auch nie finden. Schon allein deswegen, weil er sich so schlecht mit solchen Fotos verträgt:Michael Schumacher: Nach dem schweren Ski-Unfall - Jetzt muss seine Corinna stark sein wie nie zuvorWir haben das Bild — hier zu sehen in der “Freizeit spezial” — unkenntlich gemacht; es zeigt Corinna Schumacher bei der Ankunft am Krankenhaus, aufgenommen während ihres täglichen Spießrutenlaufs durch die Journalistenmeute.

Die “Revue Exklusiv” hat eines dieser Fotos sogar auf der Titelseite abgedruckt, kombiniert mit einem der Lieblingsbegriffe in diesen Wochen: “Schicksal”.CORINNA SCHUMACHER - Wie erträgt sie dieses Schicksal? - Die Tragödie - So leiden die Kinder

Corinna in Tränen - MICHAEL SCHUMACHER - Er forderte das Schcksal zu oft heraus

(“Revue der Woche”)
MICHAEL SCHUMACHER - Jetzt entscheidet sich sein Schicksal(“Schöne Woche”)

Währenddessen hat das “Echo der Frau” in der aktuellen Ausgabe schon ein ganz “Neues Drama” um Michael Schumacher gebastelt:MICHAEL SCHUMACHER - Neues Drama! - Seine Familie leidet

Der Ort, in dem Schumacher aufgewachsen ist, soll nämlich dem Braunkohle-Abbau weichen und umgesiedelt werden. Das ist schon seit sieben Jahren bekannt, der “Echo der Frau” jetzt aber trotzdem eine Titelschlagzeile wert.

Die Leute von der “Mehr Spass” begeben sich eher auf die Meta-Ebene und erklären:Michael Schumacher - So gefährlich ist Skifahren

Nämlich so gefährlich, dass pro Saison “viele tausend Menschen verunglücken”, darunter sogar Promis. Als Beleg hat die “Mehr Spass” drei davon aufgelistet.

Aber nochmal zurück zur Blinzel-Geschichte. “Das goldene Blatt” weckt ob der eingeleiteten Aufwachphase nämlich ebenfalls neue HOFFNUNG:Michael Schumacher & seine Corinna - Neue HOFFNUNG! - Wird jetzt alles gut?

Und “Die neue Frau” fragt:

Nach dem Drama - MICHAEL SCHUMACHER - Holt die Familie ihn bald heim?(Im Übrigen eine Frage, die die Regenbogenpresse auch im Fall von Prinz Friso unzählige Male gestellt, aber nie selbst beantwortet hat.)

Im Innern jubelt das Blatt:schumi_die-neue-frau-2

Von einem “Wunder” spricht die “Woche der Frau” zwar nicht direkt, dafür macht sie aus dem Blinzeln einfach mal ein Lächeln:

Michael Schumacher - Das erste Lächeln in der Klinik - Kehrt jetzt für die Familie das Glück zurück?Im Text zeigt sich, was wirklich dahinter steckt: die Fantasie des Autors. Was sonst.

Jetzt endlich gibt es Hoffnung! Der ehemalige Formel-1-Weltmeister ist auf dem Weg zurück ins Leben. Die Angst ist damit noch lange nicht weg. Doch es gibt endlich Grund genug für ein erstes, zaghaftes Lächeln.

Die Redaktion der “Freizeitwoche” schließlich lässt keinerlei Zweifel mehr daran, dass sie den Eindruck erwecken möchte, Schumacher sei aus dem Koma erwacht:

WUNDER AM KRANKENBETT - Michael Schumacher - Corinnas Liebe holte ihn ins Leben zurückDer Artikel dazu liest sich wie der Trailer für ein Hollywood-Melodram:

Zärtlich schmiegt sich Corinna Schumacher (44) an die Brust ihres Mannes Michael (45). Er umarmt sie fest, beide halten ihre Augen geschlossen, um den Augenblick zu genießen, der nur ihnen gehört, Ein [sic] kurzer Moment der Liebe — und doch so normal im Leben der beiden.

Bis zum 29. Dezember letzten Jahres! [...] Viele gaben dem Ex-Formel-Eins-Fahrer nur eine gerine Überlebenschance. Viele, aber nicht Corinna. Seit diesem Schicksalsschlag wich sie ihrem Mann nicht von der Seite, hielt seine Hand, redete auf ihn ein, streichelte ihn liebevoll. Jede Minute, jeden Tag, Woche für Woche. Sie zweifelte keine Sekunde daran, dass ihr Ein und Alles wieder zurück ins Leben findet.

Es folgt das (halbe) Zitat der Managerin. Dann:

Tränen der Freude müssen Corinna nach über einem Monat Hoffen und Bangen über die Wange gelaufen sein. Ihre unendliche Liebe und Stärke in der schweren Zeit haben den zerbrechlichen Strohhalm der Hoffnung stark werden lassen! [...] Corinnas Liebe zu Michael hat das Unmögliche möglich gemacht. Und ihre Liebe wird es auch sein, die ihn eines Tages wieder die Augen öffnen lässt.

Und so spekuliert und fabuliert und täuscht die Regenbogenpresse auch eineinhalb Monate nach Schumachers Unfall immer noch munter vor sich hin — so, wie sie es im Fall von Prinz Friso geübt hat. Auch seinerzeit hatten die Regenbogenhefte immer wieder von einem “Wunder” gesprochen und suggeriet, Friso sei aus dem Koma erwacht, obwohl sie genau wussten, dass das nicht stimmte.

Oder aber sie arrangierten ihre Schlagzeilen und Cover so, dass der Eindruck entstand, Friso sei gestorben. Höchstwahrscheinlich werden die Regenbogenredaktionen so etwas auch im Fall Schumacher versuchen. Einen Anlass gibt es auch schon: Die “Bild”-Zeitung berichtete Anfang der Woche, dass bei Schumacher eine Lungenentzündung diagnostiziert worden sei.

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis daraus die ersten Todesdramen gestrickt werden.


PS: Eine Geschichte dürfen wir nicht unerwähnt lassen. Die “Freizeit Revue” übt in ihrer aktuellen Ausgabe nämlich Kritik an der Berichterstattung über Schumacher. Echt jetzt! Sie empört sich über jene Menschen, “die offenbar keinen Anstand” besitzen und das Leid Schumachers für ihre “geschmacklosen Geschäfte” missbrauchen:

MICHAEL SCHUMACHER - Geschmachlose Geschäfte mit seinem unsagbaren Leid

“Unfassbar” findet die “Freizeit Revue”. “Abscheulich”. “Unwürdig”. “Skrupellos”.

Nanu? Kritik an der Regenbogenpresse — von der Regenbogenpresse?

Nein. Natürlich nicht. Die “Freizeit Revue” kritisiert nicht sich selbst oder ihre Regenbogenkollegen, sondern die “Titanic”:[Ein Foto zeigt das "Titanic"-Cover mit gepixeltem Logo, ein anderes Foto den "Titanic"-Chefredakteur] Skrupellos: Mit diesem geschmacklosen Cover will Tim Wolff (r.), Chef eines Satire-Magazins, viele Hefte verkaufen

Und Schumachers Notsituation für die Auflage zu missbrauchen, das geht nun wirklich zu weit.

Nicht wahr, “Freizeit Revue”?


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Verrenkungen der Woche (6)

Verrenkungen der Woche (6)

Sorry, wir sind ein bisschen spät dran. Verrenkungen der Woche trifft es jetzt nicht mehr so ganz. Aber sei’s drum. Und ab dafür:Helene Fischer und Florian Silbereisen - Verführerische Versuchung - Jetzt wird sich zeigen, ob sie ihn wirklich liebt

Glückwunsch, “Woche der Frau”! Das ist nicht nur eine der pleonastischsten Schlagzeilen, die wir je gelesen haben, sondern auch einer der bescheuertsten Artikel überhaupt.
Denn die “verführerische Versuchung” besteht darin, dass Helene Fischer angeblich als Jury-Mitglied für die Castingshow “Voice of Germany” im Gespräch ist. Und die “Woche der Frau” weiß: Florian Silbereisen wird wohl “das Nachsehen haben. […] Denn: Sitzt seine Freundin in der Jury einer Casting-Sendung, geht das sicherlich zu Lasten des gemeinsamen Privatlebens. Die sowieso schon knappe Zeit würde auf ein Mikro-Minimum schrumpfen […].” Ein Mikro-Minimum. Soso. Na, “hoffentlich bleibt ihr Schatz dabei nicht auf der Strecke”.


Andreas Gabalier - Liebes-Geheimnis endlich gelüftet - So verwöhnt er seine Traumfrau

Andreas Gabalier ist zwar immer noch Single, aber in einem Interview hat er verraten, wie er seine Traumfrau verwöhnen würde, sollte er sie denn jemals treffen: Mit einem “Dinner zu zu zweit bei Kerzenschein”. Kochen kann er außer Rührei und Käsebroten zwar nichts, dafür aber “Wäsche waschen” und “ganz ordentlich” bügeln. Danke, “Woche der Frau”, dass du dieses “Liebes-Geheimnis endlich gelüftet” hast.


Liebes-Sensation - Christine Neubauer - Blitz-Hochzeit: Ihr heimliches Ja-Wort

In einem Interview wurde Christine Neubauer gefragt, “ob das Thema Hochzeit für sie passé” sei. Sie antwortete: “‘So krass will ich das nicht ausdrücken. Ausgeschlossen ist das nicht. Wer weiß, was das Leben für einen bereithält.’” Die “Revue der Woche” sieht in diesen Sätzen “nichts anderes als ein, sagen wir, etwas umständlich formuliertes Ja-Wort”. Und wir sehen in der Schlagzeile nichts anderes als eine, sagen wir, etwas umständlich formulierte Lüge.


Christian Wulff - Endlich! - Abrechnung mit seiner jungen Frau

Was das “Endlich!” für eine “Abrechnung” sein soll, verrät die “Freizeit Monat” nicht. Sie verrät auch sonst nichts, sondern fasst lediglich den Fall Wulff noch mal zusammen (“Job weg, Frau weg, Haus weg”) . Dabei erwähnt das Blatt interessanterweise auch den “letzten großen Zapfenstreich” des Ex-Bundespräsidenten: “Vom Musikkorps hatte er sich ‘Over the Rainbow’ gewünscht. Das Lied erzählt, dass es ein Paradies gibt, jenseits des Regenbogens.” Moment mal, ihr alten Lyricsgoogler von der “Freizeit Monat”. Erkennen wir da etwa einen Hauch von Selbstreflexion? Wenn das Paradies “jenseits des Regenbogens” wartet – was wartet dann direkt unter dem Regenbogen, also da, wo ihr euch so tummelt?


Die Queen dankt ab - William oder Charles - Ungleicher Kampf um die Krone!

Die Leute von der “Freizeit Monat” grübeln sich schon seit Wochen die Köpfe heiß über der Frage, wer denn nun “die Krone übernehmen” soll, “wenn die Queen mal nicht mehr kann”. Nun, wie wär’s denn mit Prinz Charles, “der seit Jahrzehnten auf der Ersatzbank darauf wartet, seinen Job machen zu dürfen? Nö, Volkes Stimme wünscht sich Wil-liam [sic][...].” Und die “Freizeit Monat” offenbar auch. Denn für sie ist Charles “ein Sonderling geworden, der seine großen Ohren den Blumen zuneigt, um das zarte Aufbrechen der Blüten zu hören, oder wahlweise mit Kohlköpfen spricht.” Der Informationswert eines solchen Kohlkopfgesprächs dürfte in etwa genauso hoch sein wie die Lektüre der “Freizeit Monat”.


Michelle Hunziker - Sie schockt ihre Tochter

Denn die schwangere Moderatorin hat gesagt, ihr sei es zwar “eigentlich egal”, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommt, doch sie würde auch gerne mal “das Gefühl spüren, einen Sohn zu haben” – “Ein Schlag ins Gesicht ihrer Tochter Aurora”!


Ausriss: "Freizeit Aktuell", Nr. 6/2013

Die “Freizeit aktuell” ist erschüttert. Denn Christine Neubauer habe in einem Interview mit einem anderen Regenbogenheft “plötzlich über die Zukunftspläne ihres Sohnes” hergezogen, ihn “vollkommen lächerlich” gemacht und “in aller Öffentlichkeit furchtbar” bloßgestellt. Denn auf die Frage, “was sie dazu sage, dass [ihr Sohn] sich jetzt als Gastronom in der Münchner Innenstadt versuchen möchte”, antwortete die Schauspielerin “lapidar”: “‘Mein Sohn ist jetzt ein erwachsener Mensch. Zu diesem Berufswunsch bin ich aber nicht gefragt worden. Ich hoffe, dass es auch wirklich sein Traum ist.’ Und fügt mit beinahe gehässigem Unterton [woher das Blatt das wissen will, sagt es nicht] hinzu: ‘Club-Besitzer ist ein knallharter Job. Da muss man mal richtig arbeiten.’ Harter Job? Richtig arbeiten? Klingt fast so, als ob Christine Neubauer ihrem Sohn nicht zutrauen würde, sein eigenes Geld mit ehrlicher Arbeit zu verdienen. Schlimmer: Als würde sie ihm unterstellen, er habe bislang nicht einen Finger krumm gemacht – sich stattdessen auf den Lorbeeren seiner berühmten Mutter ausgeruht. Wie kann sie ihr einziges Kind nur so demütigen?”
Jetzt mal im Ernst, “Freizeit aktuell”: Wieso regst du dich so auf? Mit Demütigungen, Bloßstellungen und absurdesten Unterstellungen hast du doch sonst auch kein Problem.


Semino Rossi - Liebes-Tragödie - Die ganze Wahrheit über seine angeblich glückliche Ehe

Die Gerüchteküche um Semino Rossi brodelt mal wieder – “und zwar heftiger denn je. Doch dieses Mal ist alles anders! Denn dieses Mal liefert Rossi höchstpersönlich den Grund für wilde Spekulationen.” Angesprochen auf sein Eheleben sagte der Sänger nämlich: “Jede Woche Rosen wäre nicht ehrlich”.
Wenn Sie jetzt denken: “Ist doch kein Grund zur Besorgnis”, dann passen Sie gut auf: “Es ist ein Satz, der aus dem Munde eines ‘normalen’ Mannes natürlich kein Grund zur Besorgnis wäre. Bei Semino Rossi hingegen klingt der Satz nach einer bitteren Tragödie. Immerhin gehört der Schlager-Star zu den größten Schmusebarden Deutschlands! Verkauft Alben mit den vielversprechenden Zeilen: ‘Tausend Rosen für Dich’ und ‘Rot sind die Rosen’.” Also wirklich, Semino! Nena hat ihren Lovern schließlich auch jede Woche 99 Luftballons geschenkt.


Maxima der Niederlande - Schock nach der Krönung - Nichts ist mehr so, wie es war - Angst um ihre süße Tochter

Streng genommen ist im niederländischen Königshaus tatsächlich nichts mehr so, wie es war. Denn seit Beatrix Ende April abgedankt hat, ist Maxima nun Königin – und deren Tochter Amalia “die jüngste Thronfolgerin der Welt”. Maximas “heimliche Angst um die kleine Amalia” ist allerdings nichts anderes als die Frage: “Wird die künftige Kronprinzessin ihre neue Rolle verkraften?”


Uschi Glas - Todesangst? - Jetzt nutzt sie jeden Tag ihres Lebens

Die Überschrift beruht auf zwei Aussagen in einem Interview:
“Frau Glas, haben Sie Angst vor dem Tod? – Nein, der Tod ist für mich etwas ganz Realistisches.”
Außerdem habe sie sich schon früh mit dem Thema Hospizarbeit auseinandergesetzt, darum wisse sie auch, “wie wichtig es ist, jeden Tag zu nutzen”. Kurzum: Todesangst? Nein.


Andreas Gabalier - Plötzlich Papa von fünf Kindern - Der Tag, der sein Leben veränderte

Die jungen Eltern Anita und Harald wurden zum Muttertag von Carmen Nebel überrascht: Sie durften Nebels Show besuchen und einen “kinderfreien Tag genießen”. Währenddessen spielte Andreas Gabalier den Babysitter für die fünf Kinder des Paares. Für die “Woche der Frau” steht fest: “Dieser Tag verändert sein ganzes Leben!”


Semino Rossi - Geheime Hochzeitspläne - Wie sagt er das seiner Frau?

Keine Angst, Frau Rossi. Ihr lieber Semino hat keine Andere. Die geheimen Hochzeitspläne gelten nämlich nur einer Frau: Ihnen. Semino plant angeblich, Ihnen in Kürze “noch einmal das Ja-Wort” zu geben. Er weiß nur noch nicht, wie. Sorry, wenn wir die Überraschung jetzt kaputtgemacht haben.


Schockierende Enthüllungen über ihren Verlobten - Prinzessin Madeleine - Oh Gott, platzt jetzt die Hochzeit?

Berechtigte Frage, immerhin sehen “nicht einmal Astrologen […] die Verbindung unter einem guten Stern!” Irgendein “Experte” meint, diese Beziehung sei “alles andere als krisenfest”. Und eine “Schweizer Astrologin” fragt sich, “ob er nicht noch einen Rückzieher macht.” Du triffst es im Grunde schon ganz gut, “neues Blatt”: Oh Gott.


Michelle Hunziker - Baby-Tragödie - Macht sie uns allen was vor?

Dieser Artikel beruht allen Ernstes darauf, dass die schwangere Michelle Hunziker mal gesagt hat, ihre 16-jährige Tochter Aurora freue sich sehr auf das Baby und werde “eine stolze Schwester sein”. Wie kommt die “Mehr Spass”-Autorin also jetzt auf so eine absurde Schlagzeile? Nun, die Argumentation lautet wie folgt. Erstens: Als große Schwester muss man immer vernünftig sein, während kleinere Geschwister “Narrenfreiheit haben. Eine undankbare Rolle, die Aurora nicht gefallen kann”. Zweitens: Aurora steckt “mitten in der Pubertät […], einer Phase, in der man chronisch unzufrieden mit sich selber ist. Und drittens: “Auroras Position in der Patchwork-Familie. Für Mamas Neuen […] ist sie nur die Stieftochter, und auch Papa Eros (49) hat ein neues Kind mit einer anderen Frau …”
(Was dieser dritte Punkt soll, haben wir noch nicht so ganz verstanden. Und was dieser ganze Artikel überhaupt soll, erst recht nicht.)


Helene & Florian - Jetzt lüften sie ihr privates Geheimnis

Helene und Florian sind beide viel unterwegs. Termine, Reisen, Auftritte. “Aber dennoch gelingt es ihnen, sich trotz aller Trennungen ganz nahe zu bleiben. Wie das geht? Dieses Liebesgeheimnis lüftete Helene jetzt in einem Interview: ‘Wir telefonieren ständig und schreiben uns Kurznachrichten. Florian und ich müssen uns täglich hören und wissen, was der andere gerade macht.’”
Verblüffend, “goldenes Blatt”. Einfach nur verblüffend.


Andrea Berg - Verborgene Leidenschaft

Kochen.


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Schleich dich!

Schleich dich!

Beim Deltapark Verlag kommt die Mundhygiene oft zu kurz. Dazu bekennen sich die Mitarbeiter aus der Redaktion freimütig.

Und anders können wir uns auch nicht erklären, dass die “Revue der Woche” …

Ausriss Revue der Woche - Für gesunde Zähne - Extra professional Mints - In unserem hektischen Alltag kommt die Mundhygiene oft zu kurz. Wie soll man denn auch die zähne optimal pflegen, wenn ein Termin den anderen jagt und zwischendurch nur schnell ein Happen gegessen wird? Sehr nützlich sind die neuen Extra professional Mints mit Mikrogranulaten und feinen Lamellen an der Unterseite. Nach dem Essen gelutscht, werden Zähne und Zunge wieder spürbar gereinigt. Es entsteht ein sauberes Mundgefühl und frischer Atem.

… die “neue Pause” …

Ausriss neue Pause - Spürbar sauberes Mundgefühl - Extra professional Mints - In unserem hektischen Alltag kommt die Mundhygiene oft zu kurz. Wie soll man denn auch die zähne optimal pflegen, wenn ein Termin den anderen jagt und zwischendurch nur schnell ein Happen gegessen wird? Sehr nützlich sind daher Extra professional Mints mit Mikrogranulaten und feinen Lamellen an der Unterseite. Sie werden einfach nach dem Essen gekaut, die Zähne und Zunge dadurch spürbar gereinigt und so wieder für ein ein sauberes Mundgefühl und einen frischen Atem gesorgt.

… und die “Freizeit pur” den größten Extra-Professional-Mints-Fanclub der Republik gegründet haben.

Es muss im “hektischen Alltag” der Deltapark-Mitarbeiter aber auch zu verlockend sein, einfach in den Wrigley-Pressebereich zu surfen, rechte Maustaste drücken, “Bild speichern unter”, den Pressetext abschreiben, noch eine Platzhalteranekdote aus der Betriebskantine dazu. Und schon ist der redaktionelle Teil mit Schleichwerbung gefüllt.

Saubere Arbeit, Leute! Fast so sauber wie unser Mundgefühl nach diesen Wahnsinnsdrops.


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3/4-Liter Angst, köcheln, umrühren

3/4-Liter Angst, köcheln, umrühren

Mit Regenbogengeschichten ist es ein wenig wie mit Fertigtütensuppe aus dem Supermarkt: Die Verpackung verspricht was Supertolles, doch wer sich die Zutatenliste mal genauer anschaut, dem wird übel.

Heute servieren wir Ihnen ein Gericht aus der Küche der “Revue der Woche”.

Es geht um die Millionärsfamilie Geiss, bekannt aus Funk und Fernsehen. Denn laut “Revue der Woche” sind die beiden Töchter der “Geissens” mit solchen Rabeneltern gestraft, dass die Redaktion nicht anders konnte, als die meckernde Tante zu geben:Die Geissens - Angst um ihre Töchter! - Die Gefahr ist größer denn je - Sie fordern das Unglück heraus

Wobei mit “Sie” die Eltern gemeint sind und die Angst hier offensichtlich von der “Revue der Woche” ausgeht. Wie erbauend, dass die Schreiberlinge ihre publizistische Macht nun selbstlos in den Dienst des Kindesschutzes stellen.

Der eigentliche Grund für die Sorge des Blattes ist zunächst simpel wie nachvollziehbar: Die beiden Töchter werden mittlerweile als “die neuen Stars” in die Reality-Doku “Die Geissens” eingebaut.

Und das in noch dazu in erschreckend lebensgefährlichen Situationen: Davina und Shania ohne erwachsene Begleitung (!) beim Tretbootfahren im offenem Meer. Oder mit Papa beim Quad-Fahren – Vollgas ohne Schutzkleidung …

Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt, wo ist die Durchwahl des Jugendamtes Monaco?

Ohne erwachsene Begleitung! Denn das Kamerateam von RTL II, das die Töchter beim Ausflug auf dem Wasser filmte, besteht aus einer Splittergruppe der verlorenen Jungs aus Peter Pan, die keine Lust mehr hatten, auf der faulen Haut zu liegen. Und selbst wenn es wider Erwarten Erwachsene wären: Mit Tretbooten sollte man nun wirklich nicht spaßen, diese Teufelsdinger.

Aber das ist bei Weitem nicht alles, was sich Carmen und Robert Geiss erlauben. Gaunern, Kindesentführern und anderen Ganoven sind bei Geissens Tür und Tor geöffnet. Da fehlt selbst einem Experten jegliches Verständnis:

Ein Sicherheitsexperte warnt: “Ich würde den Geissens dringend empfehlen, ihre Töchter keine Sekunde mehr ohne eine Handvoll Bodyguards herumlaufen zu lassen.”

Einen Namen nennt die “Revue der Woche” hier nicht. Ist auch klar, der Mensch ist Sicherheitsexperte (ein Mann vom Schlüsseldienst/der Sitznachbar des Redakteurs/Fischhändler Luc), die geben keine Identität heraus, logisch. Außerdem wäre nur ein Bodyguard pro Kind tatsächlich etwas dürftig — lieber eine Handvoll als zu wenig.

Damit aber nicht genug von der Scheinbar-allzu-sorglos-Familie.

Scheinbar allzu sorglos vergnügt sich die Familie am Strand – und die kontaktfreudigen Mädchen sprechen dabei auch gerne mal fremde Leute an, während Mama und Papa ein Nickerchen auf ihrem Sonnenstuhl halten. Fast scheint es, als forderten die Geissens das Schicksal heraus!

Und überhaupt: Wie kommen die Geissens eigentlich auf die Idee, ausgerechnet nach St. Tropez zu ziehen? Wo doch jeder weiß, dass dort die Unterwelt herrscht. Oder zumindest ganz in der Nähe:

2012 stieg die Kriminalitätsrate in Frankreich sprunghaft an. Vor allem in Marseille, unweit von St. Tropez, ist die Lage schlimm wie nie [...].

Fünf vor zwölf also für Familie Geiss. Denn was sind schon 136 Kilometer, wenn man ein Krimineller ist? Ein Katzensprung!

“Bleibt nur zu hoffen”, schreiben die Autoren am Ende ihres Artikels, “dass [die Geissens] ihr Glück nicht zu sehr herausfordern”.

Denn gerade Carmen weiß nach zehn Fehlgeburten wohl besser als jede andere, wie wertvoll das Leben ihrer beiden Töchter ist.

Die “Revue der Woche” bezieht sich hier auf eine Passage im Buch der Geissens, wo Carmen von ihren insgesamt neun Fehlgeburten erzählt. Ob es jetzt neun oder zehn waren, sei mal dahingestellt. Und ob diese Geschichte überhaupt irgendwas zur Sache tut auch.

Soviel also zu den Haaren in der Tütensuppe, an denen diese Story herbeigezogen wurde: lebensgefährliches Tretbootfahren, keine Bodyguards und das alles im gefährlich-kriminellen Frankreich.

Zugegeben: Man schaut ja nicht immer auf das Kleingedruckte der Packung, weil es oft eben etwas mühsam ist. “Revue der Woche”-Leser sollten jedoch aus gutem Grund genauer auf ihr Analogkäseblatt schauen; schmeckt wie Journalismus, ist aber keiner.

Die Überschrift haben wir übrigens von …But Alive geklaut.


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Sie schrecken vor nichts zurück

Sie schrecken vor nichts zurück

Oft sind die Verrenkungen der Regenbogenpresse in ihrer Absurdität amüsant oder zumindest köstlich blöd.

Manchmal aber auch ganz und gar nicht:

Joachim Llambi - Krebs-Drama! Er legt sein Leben in die Hände seiner Ärzte

Der Vater des “Let‘s Dance”-Jurors Joachim Llambi starb vor vielen Jahren an einem Tumor im Gehirn.

Für das Krankmacher-Blatt kann aus dieser alten Geschichte nur eine Frage entstehen, die die Gier nach Sensation und Unglück im Hier und Jetzt befriedigt:

Droht ihm dasselbe Schicksal?

Die “Revue der Woche” wittert schon das nächste Leid, das die Redaktion in zahlreichen weiteren Drama-Geschichten ausschlachten kann.

Doch Llambi vertraut voll und ganz seinen Ärzten. “Ich gehe regelmäßig zur Vorsorge, ich will mich aber auch nicht verrückt machen”, so Llambi.

Ist auch gar nicht nötig — das übernehmen schon die Panikjournalisten der “Revue der Woche”.

Denn die wussten die Antwort auf ihre Frage nach dem Schicksal schon, bevor sie das erste Wort ihres Artikels geschrieben hatten.

Dieses klitzekleine Detail hier verraten sie erst am Ende des Textes — dann, wenn sie schon richtig ordentlich Angst geschürt haben:

Zumindest eine Sorge konnten ihm die Ärzte nehmen: Die Tumor-Erkrankung des Vaters ist nicht vererbbar.

Es hätte uns nicht gewundert, wenn in den letzten Satz noch ein kleines “leider” gerutscht wäre.


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Google, die Suchtmaschine

Google, die Suchtmaschine

Es braucht im Grunde nur zwei Dinge, um einen Promi in Verruf zu bringen: Ein Foto, auf dem er ein Glas in der Hand hält — und eine böswillige Zeitung.

Zum Beispiel die “frau aktuell”:Der Druck auf sie ist einfach zu groß ... Prinzessin Letizia - Trinkt sie heimlich?Oder die “Freizeit Monat”:[Lilly Becker trinkt aus einem Bierglas] - Zu tief ins Glas geschaut? Lilly lässt es krachenOder “die exklusive”:Bier, Wein, Champagner! Kann er nicht mehr ohne?Oder die “Neue Post”:Schon mittags trinkt sie Alkohol (r., mit Busenfreundin Sabia)Oder die “Revue der Woche”:13.30 Uhr in einem Lokal in Eppendorf: Sylvie trinkt einen Aperitif, danach gab es Wein, dann wieder einen Aperitif ...Oder “die aktuelle”:So fing es auch bei Jenny Elvers an ...Allein in den letzten Tagen unterstellten die Redaktionen so nicht nur Boris Becker, möglicherweise alkoholabhängig zu sein, sondern unter anderem auch dessen Frau Lilly (“greift ebenfalls gerne zu”), Letizia von Spanien (“es gibt einige ‘gute Freunde’, die ihr das in der Tat zutrauen …”) und Sylvie van der Vaart (“trinkt jetzt schon mittags!”).

Und dann ist da noch die “frau aktuell”, die in ihrer aktuellen Ausgabe von einem ganz besonderen “Alkohol-Schock!” zu berichten weiß:Stefan Mross - Pikante Enthüllung! Wehe, wenn er zur Flasche greiftDie “pikante Enthüllung” (kein Scherz!): Wenn man bei Google “Stefan Mross” eintippt, ist der zweite Suchvorschlag “Stefan Mross Alkohol”.

Das Blatt schreibt:

Mross kam 2003 mit einer Alkoholvergiftung in eine Klinik. Doch warum wird er ausgerechnet mit seinen Alkoholeskapaden in Verbindung gebracht – zehn Jahre später?

Ja, warum nur?

Fakt ist: Die Nutzer von Google geben ihre Suchanfrage individuell ein. Die Schlagwörter, die am häufigsten in Zusammenhang mit einer Person gesucht werden, erscheinen auch primär. Ein bitterer Schlag für Stefan! Wer kann ihm jetzt noch helfen? Der TV-Moderator ist machtlos gegen die Anfragen im Netz und den [sic] daraus resultierenden Fehl-Interpretationen.

“Fehl-Interpretationen”. Soso.

Der Artikel der “frau aktuell” sieht folgendermaßen aus:Alkohol-Schock! Stefan Mross - Wer kann ihm jetzt noch helfen?Übrigens, liebe “frau aktuell”, wenn man deinen Namen bei Google eingibt, sieht der dritte Suchvorschlag so aus:frau aktuell kündigen


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