“Die letzten Hemmungen scheinen gefallen zu sein”
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“Die letzten Hemmungen scheinen gefallen zu sein”

Boris Kartheuser arbeitet als investigativer Journalist für Politmagazine und Rechercheredaktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Seine Spezialthemen sind Lobbyismus, Korruption, Überwachung und Datenschutz. Er enttarnte unter anderem staatliche Überwachungsprogramme und war maßgeblich an der Aufdeckung der verdeckten PR bei der Deutschen Bahn beteiligt. Außerdem ist er als Dozent für investigative Online-Recherche tätig.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing - Fragwürdige Kooperationen mit Redaktionen und Verlagen - Von Boris Kartheuser

Herr Kartheuser, Sie schreiben in Ihrer Studie “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”, dass sich Redaktionen zunehmend die Inhalte von Werbekunden diktieren lassen: “Perfektioniert und systematisiert hat dieses Modell anscheinend die WAZ-Women-Group der Funke-Mediengruppe (ehemals WAZ Mediengruppe).” Was meinen Sie damit? 

Wie ich herausgefunden habe, hat die Funke Women Group ein Modell perfektioniert, wonach sie in ihren Zeitschriften redaktionelle Texte beispielsweise zu Gesundheitsthemen veröffentlicht und auf Produkte hinweist, die helfen sollen. Praktischerweise werden eben jene empfohlenen Produkte dann einige Seiten weiter großflächig vom Hersteller per Anzeige beworben. Im Text steht dann etwa: “Die können sie auch rezeptfrei in der Apotheke kaufen, zum Beispiel von …” — und dann kommt immer der Werbepartner. Das tritt so häufig auf, dass es kein Zufall mehr zu sein scheint.

Werden dann mehrere Produkte genannt oder immer nur einzelne?

Es wird immer nur ein einziges genannt, das ist in einer Vielzahl der Fälle genau der Werbepartner. Ich habe nicht gesehen, dass für ein anderes Produkt geworben wurde. Das macht die Funke Women Group auch beim Kochen, im Rezeptbereich: Es gibt eine Werbung von einer bekannten Firma — und drei Seiten später gibt es bei den Rezepten Empfehlungen für Brühwürfel, eben von dem großen Hersteller und Werbepartner.

Das zieht sich auch über mehrere Titel hinweg. Ich habe für die Studie acht oder neun von den Titeln gekauft und eine kleine Analyse gemacht, wie dieses Prozedere quer über die Hefte geht. Teilweise ist das dann so, dass in Heft eins geworben wird, und in Heft zwei folgen dann die Empfehlungen, in einem sehr auffälligen Maßstab.

Ist die Schleichwerbung denn auf Arzneimittel und Essen beschränkt?

Die Vielfalt der Hinweise, die ich gefunden habe, waren tatsächlich in dem Bereich Arznei- und Lebensmittel. Ich hatte aber auch den Verdacht, dass es bei Empfehlungen von Ärzten ebenfalls einen finanziellen Hintergrund geben könnte, den kann ich aber nicht belegen.

Handelt es sich denn um ein spezifisches Problem der Funke Women Group?

Ich hatte in diesem Fall einen konkreten Hinweis, deshalb habe ich mir diese Hefte gekauft und angeschaut. Ich muss aber zugeben, dass ich das für andere Regenbogen-Blätter nicht getan habe, da das jetzt nicht meine primäre Lektüre ist. Ich kann entsprechend auch gar nicht sagen, wie das bei anderen Verlagen aussieht. Ob das ein Phänomen von Funke ist oder auch bei anderen existiert, da kann ich nur mutmaßen.

Konnten Sie herausfinden, von wem die Initiative für solche Geschäfte ausgeht, wer auf wen zugeht? Anzeigenverkäufer auf Werbekunde oder umgekehrt?

Ich habe mit ehemaligen und jetzigen Mitarbeitern bei Funke gesprochen. Bei den Gesprächen schien sich herauszukristallisieren, dass die Initiative maßgeblich von Funke ausgeht, das heißt, dass die Marketingabteilung an Kunden herantritt.

Das heißt: In Absprache mit der Redaktion? Oder diktieren die Anzeigenverkäufer der Redaktion, was zu tun ist?

Nach meinen Informationen geht die Initiative von der Marketingabteilung aus, die dann an den Werbekunden herantritt und den Redaktionen mehr oder weniger sagt, was sie wie zu bringen hat. So wurde es mir gesagt, ich habe aber keine schriftlichen Belege.

Sie hatten die WAZ-Gruppe damals mit Ihren Ergebnissen konfrontiert, nach acht Wochen kam immer noch keine Rückmeldung. Daraufhin haben Sie Ihre Ergebnisse veröffentlicht. Ist mittlerweile eine Antwort bei Ihnen eingetroffen?

Es kam nachher eine Rückmeldung, aber weder ging man inhaltlich auf das ein, was ich gefragt hatte, noch stellte man sich der Frage wirklich. In den Telefonaten mit dem Pressesprecher, in denen ich ihm die Fakten präsentierte, entgegnete er lediglich, dass “man sich das mal anschauen möchte”. Als ich später noch einmal nachgehakt habe, hieß es, die Fragen seien doch beantwortet. Als ich dem widersprach, bestand überhaupt kein Interesse daran, das irgendwie aufzuklären oder irgendwas zu ändern. Zuletzt folgte eine Mail, in der es hieß, Produktvorstellungen seien im Interesse des Lesers, es gebe aber kein Geschäftsmodell, das sich aus Produktempfehlungen ergebe. Das halte ich für falsch.

Die Veröffentlichung Ihrer Ergebnisse ist inzwischen knapp anderthalb Jahre her. Wie sieht es denn heute aus?

Es hat sich nichts Grundlegendes getan. Das Geschäftsmodell funktioniert. Die Heftmacher haben mitbekommen, dass niemand ihr Vorgehen reguliert, beziehungsweise dass die eventuell zu erwartenden Strafen niedriger sind als die derzeitigen Gewinne, sodass sie das Geschäftsmodell einfach weiter betreiben wollen. Ich kann nicht sehen, dass da eine Einschränkung getätigt worden wäre, dass sich irgendwas geändert hätte. Ich glaube, das läuft einfach weiter wie gehabt.

Ich habe mir gestern noch einmal den Spaß gemacht und “Die Aktuelle” sowie die “Frau im Spiegel” gekauft und nachgeschaut, wie es in diesen Blättern derzeit aussieht. Es funktioniert heute immer noch genauso. Das ist einfach das bestehende Geschäftsmodell, es gibt keinen, der dem Verlag das wirklich verbieten will oder kann. Das scheint ja lukrativ zu sein, also betreiben sie es weiter.

Gab es in den aktuellen Ausgaben einen akuten Fall oder eine Auffälligkeit?

Ja, mehrfach. In der aktuellen Ausgabe von “Die Aktuelle” geht es an einer Stelle zum Beispiel um das Thema Reizdarm und immer wieder auftretende Bauchkrämpfe. Dort steht dann etwa, dass ein Bakterienstamm entdeckt wurde, der diesen Mangel ausgleichen kann. Durch Einnahme von “XY” — hier kommt jetzt der Produktname — zum Beispiel “werden die klassischen Reizdarmsymptome gelindert”. Einige Seiten vorher finde ich dann eine ganzseitige Werbung für genau dieses Produkt. Ein anderes Beispiel sind diverse Schmerzmittel. Das zieht sich von vorne bis hinten durchs Heft. Ich kann auf Anhieb jetzt, ohne das systematisch ausgewertet zu haben, viermal genau dieses Vorgehen entdecken.

Mal blöd gefragt: Was ist denn so schlimm daran? Ist doch ein gutes Finanzierungsmodell!

Klar, bringt ja Geld rein, scheint sich für die Verlage zu lohnen.

Das Problem an der Sache ist, dass die Verbraucher keine neutrale Sicht auf die Dinge erhalten. Es werden ihnen vollkommen unnötige Produkte aufgeschwatzt; die Beschreibungen sind auch hanebüchen. Da steht etwa: “Wenn Sie sich ausgelaugt und müde fühlen, hilft eine spezielle Vitamin-B-Therapie.” Und dann folgt wieder eine Produktempfehlung. Das heißt, die Leserinnen und Leser werden dazu aufgefordert, selbst bei ganz normalen Beschwerden in die Apotheke zu rennen und irgendwelche Produkte zu kaufen, die sie nicht brauchen, die ihnen im schlimmsten Fall sogar schaden.

Wenn jetzt jemand einen Brühwürfel von Maggi oder Knorr zu sich nimmt, kann man drüber diskutieren, ob das schlimme Auswirkungen hat. Aber bei Medizin ist eine Grenze überschritten, da das ja auch gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Wenn ich bei jeder Gelegenheit vorschlage, Schmerzmittel oder andere Medikamente zu mir zu nehmen, dann verhindere ich etwa, dass jemand zum Arzt geht und das ernsthaft untersuchen lässt. Vielleicht ist der Hintergrund ja auch ernster. Oder aber die Leute haben aufgrund von Sonnenmangel nur eine kleine Frühjahrsmüdigkeit, gehen aber dennoch in die Apotheke und kaufen teure Präparate. Das kann nicht der Sinn der Sache sein.

Wie groß ist denn das Ausmaß? Man könnte ja annehmen, dass es nicht so schlimm ist, wenn man in einem solchen 70-Cent-Titel Schleichwerbung betreibt.

Ich war damals total erstaunt, wie groß die Auflage der Funke-Blätter ist und wie viel Hefte die eigentlich verkaufen. Vor zwei Jahren haben die Hefte der Funke Women Group eine höhere wöchentlich verkaufte Auflage gehabt als “Der Spiegel” und “Stern” zusammen.

Wenn ich wöchentlich 1,8 Millionen Hefte verkaufe und davon ausgehen kann, dass jedes Heft eine noch größere Reichweite hat und beispielsweise durch Auslage beim Arzt mehrfach gelesen wird, ist es nicht unrealistisch, dass allein die Funke-Mediengruppe mit ihrer Schleichwerbung mehr als zwei Millionen Menschen pro Woche erreicht. Wenn ich das Woche für Woche abspule, da kommt schon was zusammen.

Warum sind gerade diese Regenbogenhefte so anfällig für Schleichwerbung?

Ihr sprecht ja ab und an mit den Lesern, wie neulich am Kiosk. Ich habe gestern in dem Kiosk, bei dem ich die Hefte gekauft habe, auch mal gefragt, wie die Käuferstruktur aussieht. Es scheint, dass die Leser eher Senioren sind, womöglich auch bildungsfern und vielleicht auch leichter beeinflussbar und unkritischer. Das heißt, die Werbekunden können eine ganze Menge unkritischer Leute erreichen und damit sicherlich einen größeren Einfluss erlangen, als wenn sie ihre Botschaften in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” lancieren würden.

Welche Richtlinien gibt es, an die sich Werbende und Verlage halten müssten?

Es gibt den Presserat samt Pressekodex und es gibt natürlich noch die ganz normale Gesetzgebung. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass im Presserat engagierte Menschen sitzen, aber es verhält sich eher wie bei einem Schwert ohne Klinge: Die können monieren, so viel sie wollen — es ändert sich nichts. Bei der “Bild” werden Dutzende Verstöße im Jahr angemahnt, das hindert die Redaktion aber nicht, genauso weiterzumachen.

Ich bin kein Jurist, aber soweit mir bekannt ist, gibt es kein wirksames rechtliches Mittel, den Regenbogenheften mit ihrer Schleichwerbung das Handwerk zu legen. Mein Eindruck ist, dass gerade bei der Funke-Gruppe die letzten Hemmungen gefallen zu sein scheinen. Dort scheint weder ein Unrechtsbewusstsein zu herrschen, noch sieht man die Notwendigkeit, etwas an einem finanziell erfolgreichen Geschäft zu ändern. Ich glaube nicht, dass sich da was tun wird.

Meinen Sie, dass sich Schleichwerbung aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Medienhäuser im Allgemeinen auch bei seriösen Medien ausbreitet?

Immer häufiger verschieben sich zumindest auch bei seriösen Medien die Grenzen zwischen redaktionellem Inhalt und gewerblichen Interesse. Petra Sorge vom “Cicero” hat neulich etwa berichtet, dass sich Lobbyisten bei einer Konferenz des “Tagesspiegel” Redezeit erkaufen konnten. Es gibt “Sonderveröffentlichungen” bei der “Süddeutschen Zeitung”, dazu fragwürdige Kooperationen der “Zeit”, oder das “Handelsblatt” organisiert Leserreisen nach China. Da gibt es zahlreiche Fälle. Ich glaube, dass das zunehmen wird und habe den Eindruck, dass gerade jetzt, da die Werbekunden noch weiter wegbrechen, die Kreativität in den Verlagen doch stark anwächst, wie man weiterhin Gelder reinbekommen könnte.

Das klingt so, als müsste man sich als Leser von Zeitungen und Zeitschriften ganz schön auf was gefasst machen …

Es wird für den Leser jedenfalls immer schwieriger zu erkennen, wessen Botschaft er da konsumiert. In meiner Studie gehe ich auch auf die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ein. Die INSM beeinflusst etwa Schulmaterial und bestimmt in enger Kooperation mit seriösen Blättern Inhalte. So kann sie sich heutzutage Meinungsmacht erkaufen. Die neutrale Beurteilung tritt immer weiter hinter die Wünsche des Werbekunden zurück — und das leider nicht nur in der Regenbogenpresse, sondern auch in vielen seriösen Blättern.


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Die Hofberichterstatter
des Modeprinzen
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Die Hofberichterstatter
des Modeprinzen

Hach, dieser Harald Glööckler. So berühmt und reich er auch sein mag, der “viel beschäftigte Modeprinz” nimmt sich noch richtig Zeit für seine Fans “Das neue Blatt”-Redakteurinnen. Neulich zum Beispiel, kurz bevor in Berlin ein Harald Glööckler-Laden eröffnet hat:

Reporterin vor Ort - Der viel beschäftigte Modeprinz nahm sich am Tag vor der großen Eröffnung des ersten Stores Zeit für ein Gespräch mit DAS NEUE BLATT-Redakteurin Bettina Büsche

Bei dem Ergebnis — kein Wunder! Bettina Büsche brachte von ihrer Recherche-Reise in Berlin nämlich genug Stoff für eine doppelseitige Werbeanzeige mit. Blöd nur, dass diese durch die Redaktion gar nicht als Anzeige gekennzeichnet wurde:

"Willkommen in meinem Reich" - doppelseitiger Bericht über den neuen Harald Glööckler-Laden in Berlin

Der, nun ja, Artikel verrät zum Beispiel die genaue Adresse und die Öffnungszeiten des Ladens. Man erfährt, dass es Nagellack für 19,95 Euro gibt und Taschen schon ab 29,95 Euro. Dass Peer Kusmagk sich nicht entscheiden konnte – “Auch schwer bei der Auswahl”. Dass Kim Gloss “sofort etwas Passendes für ihr Töchterchen Amelia” gefunden hat. Und dass Barbara Schöne “schon lange großer Fan der Harald-Glööckler-Taschen” ist.

Bettina Büsche lobhudelt, dass sich im Glööckler-Laden “Haute-Couture-Liebhaber ([...] Kleider für etwa 8000 Euro) und auch Otto Normalverbraucher zu Hause fühlen” sollen. “So gibt es Schmuck schon ab 50 Euro, aber zum Beispiel auch handgefertigte Colliers für 900 Euro”.

Im beigestellten Interview gerät Harald Glööckler dann “ins Schwärmen: Sein erster Laden soll ein ‘Wallfahrtsort’ für seine Fans sein.” Er darf fröhlich erzählen, dass er fleißig ist und auch viel Gutes tut. Dass man im Glööckler-Shop alles findet, “‘von Tapeten über Bettwäsche, Mode und Schmuck bis hin zu Kosmetik und Schokolade. Und auch Dinge, die man sonst nicht bekommt.’” Was interessiert’s da schon, dass Glööcker den Laden gar nicht selbst führt, sondern nur Lizenzen vergibt? Schließlich gilt: “‘man kann nicht genug Bling-Bling haben!’”

Übrigens: Eine doppelseitige Anzeige in “Das neue Blatt” kostet 28.712 Euro. Dafür hätten wir uns auch ein paar Stunden Zeit für Redakteurin Bettina Büsche genommen.


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Faltenfreie Weihnacht

Faltenfreie Weihnacht

Woran erkennt man, dass auch in der Regenbogenwelt das Fest der Feste näher rückt? Daran, dass die Tante aus der Schleichwerbung so aussieht:Sensationelle Arztcreme aus der Apotheke: Das Geheimnis faltenfreier Haut - Forschung nimmt Zeichen der Zeit ins VisierNormalerweise wird die “sensationelle Arztcreme aus der Apoptheke” – auch “Wundercreme”, “einzigartige Jung-Creme” oder ”hochwirksame Super-Creme” genannt – in den fünf Regenbogenheften des Klambt-Verlags nämlich so beworben:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Oder so:So zaubern Sie Ihre Falten weg

Oder so:Ausriss: "Frau mit Herz", Nr. 35/2013

Darüber haben wir hier und hier ja schon geschrieben. Solche PR-Artikel erscheinen in den Klambt-Heften regelmäßig und sind äußerlich nicht von redaktionellen Beiträgen zu unterscheiden.

Neu ist in der Weihnachts-Version – neben der flotten Mütze –, dass die Redaktion sich diesmal sogar namentlich an der Werbung beteiligt:Ausriss: "Woche der Frau", Nr. 50/2013

Aber wie wir die Leute von den Klambt-Heften kennen, ist das bloß Ausdruck ihrer unermesslichen Nächstenliebe.


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Die Geschichte von Angelika K.

Die Geschichte von Angelika K.

Es müssen ja nicht immer nur Promis und Königshäuser sein. Nein, hin und wieder berichtet die Regenbogenpresse auch über Menschen aus dem einfachen Volk. Über Menschen, die weder berühmt noch adelig sind, die aber eine bewegende Geschichte zu erzählen haben. Über Menschen wie Angelika K.

Angelika K. ist 58 Jahre alt, Hausfrau und wohnt in Hamburg. Und sie hatte lange Zeit ein großes Problem:

“Irgendwann ertrug ich meine faltige Haut nicht mehr. Ich fühlte mich wie ein hässliches altes Faltenmonster.”

Angelika litt so sehr darunter, dass sie sogar über drastische Schritte nachdachte:

“Ich wollte nicht noch mehr altern und überlegte mir sogar, einen Bankkredit für Lifting oder Botox-Spritzen aufzunehmen”.

Doch als sie sich über diese Behandlungen informierte, bekam sie Angst:

Sie waren gefährlich und konnten sogar eine Gesichtslähmung verursachen.

Sie entschied sich also gegen das Lifting.

Und nur kurze Zeit später geschah plötzlich das, was die Geschichte von Angelika K. so besonders macht — und was die “Frau mit Herz” veranlasst hat, dieser Geschichte einen ganzseitigen Artikel zu widmen: Angelika konnte ihre Falten tatsächlich besiegen! Und zwar ganz ohne medizinische Eingriffe, sondern bloß mit einem einfachen Trick! Unglaublich?Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Respekt! Angelika (58) hat das geschafft, was sich Millionen von Frauen wünschen: Die Zeit zurückdrehen und wieder so aussehen wie in ihren 40zigern.

Aber wie denn jetzt genau?

Wie die meisten hat Angelika einen durchschnittlichen Verdienst und kann sich nicht jede neue Anti-Aging-Creme kaufen. Teure Schönheits-Eingriffe kann sie sich erst recht nicht leisten. Aber sie hatte eine Idee.

Ja, so weit waren wir schon.

Angelika gab nicht auf, eine sichere Verjüngungskur zu finden, die wirklich Falten vernichtete und sie nicht in Schulden trieb. Sie wollte es den Schönheitschirurgen zeigen, dass es auch anders ging.

Menschenskind, jetzt aber mal raus mit der Sprache!

Nachdem sie einen Bericht über Zellerneuerung und Stammzellen im Fernsehen angeschaut hatte, entdeckte sie zwei Anti-Aging-Produktmuster von einem kompetenten Kosmetik-Unternehmen: Celyoung Age Less Creme und Age Less Serum (Apotheken). “Warum nur eines nehmen und nicht beide? Dann hat man doch doppelte Wirkung”, erklärt sie ihre Idee.

Sag bloß! Wie raffiniert!

Da kommt diese ausgefuchste Hausfrau doch tatsächlich auf die geniale Idee, die Celyoung Age Less Creme mit dem Celyoung Age Less Serum zu kombinieren!

Und, hat’s denn gewirkt?

Gesagt, getan. Schon nach ein paar Tagen geschah das Unfassbare: Ihre Haut wurde immer glatter – nach 31 Tagen erschien ihr Gesicht für sie genauso glatt wie mit Botox- oder Lifting. Angelika hatte für die Faltenentfernung keine Schmerzen gelitten, sie hatte sich nur Celyoung Age Less Creme und Serum in der Apotheke besorgt. Statt Tausende von Euro kostete sie das nur 1 Euro am Tag.

Fazit?

Angelika sah quasi von jetzt auf nachher um 15 Jahre jünger aus! Und das veränderte ihr ganzes Leben.

Und so sieht sie heute aus, unsere Angelika K., 58, Hausfrau aus Hamburg:Ausriss: "Frau mit Herz", Nr. 37/2013

Der Rest des Textes (der übrigens gut dreimal so lang ist wie ein durchschnittlicher Regenbogenartikel) lässt sich sinngemäß etwa wie folgt zusammenfassen:

Die Celyoung Age Less Creme ist der absolute Oberwahnsinn. Und das Serum auch.

Das allein ist die Botschaft dieses ganzseitigen Artikels, der weder als “Anzeige” noch als “Sonderveröffentlichung” noch als Sonstwas gekennzeichnet ist. Ein ganz normaler Artikel im redaktionellen Teil der “Frau mit Herz”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Und im redaktionellen Teil der “neuen Frau”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Und im redaktionellen Teil der “7 Tage”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Und im redaktionellen Teil der “Heim und Welt”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Und im redaktionellen Teil der “Woche der Frau”:Unglaublich! Eine 58-jährige Hausfrau aus Hamburg ist schlauer als Anti-Aging-Mediziner und löste ihr Faltenproblem mit einem einfachen Trick - Angelika K.: "So habe ich meine Falten besiegt!"

Fünfmal der gleiche PR-Text, fünfmal aufwendig ans Layout der anderen Artikel angepasst, fünfmal fehlt jegliche Kennzeichnung, dass es sich um Werbung handelt.

Natürlich: Als einigermaßen medienerfahrener Mensch sollte man spätestens nach ein paar Sätzen merken, was hier läuft. Aber die fünf Hefte — sie erscheinen alle im Klambt-Verlag — erreichen zusammengerechnet pro Woche über eine Million Leser. Wie viele davon werden die Schleichwerbung wohl als solche erkennen? Und wie viele werden denken, dass es ein echter Artikel ist? Über eine echte Frau, deren Leben in echt verändert wurde von diesem Zeug aus der Apotheke?

Angelika K. ist uns vor ein paar Wochen übrigens schon mal begegnet. Da war sie allerdings noch nicht 58, sondern erst 54. Und sie sah auch etwas anders aus. Die Botschaft aber war dieselbe:So zaubern Sie Ihre Falten weg!

Manchmal sieht Angelika K. auch so aus:So zaubern Sie Ihre Falten weg

Manchmal ist es auch nicht Angelika K., sondern Verena D.:Ausriss: "Frau mit Herz", Nr. 35/2013

Und manchmal geht es in den Fake-Artikeln des Klambt-Verlags nicht um Anti-Aging-Creme, sondern um Schlankmacher-Pillen oder Mittel gegen Fußpilz. Die versteckte Werbung hat bei Klambt ganz offensichtlich System. Es ist nicht das erste Mal, dass wir das feststellen.

Auch das Netzwerk Recherche hat vor Kurzem in einer Studie zum Thema Journalismus und Korruption aufgedeckt, wie “perfekt organisiert” das “Geschäft mit der heimlichen Werbung” in vielen Regenbogenredaktionen läuft.

Im Übrigen schaltet die Firma Celyoung in den Heften des Klambt-Verlags auch legale Anzeigen. Aber ob das die Sache besser macht?


Siehe auch: Kurzstudie des Netzwerks Recherche in Kooperation mit Transparency International Deutschland, dem Institut für Journalistik der TU Dortmund und der Otto Brenner Stiftung


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Das Kilo-Killer-Komplott
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Das Kilo-Killer-Komplott

Schleichwerbung ist ein fester Bestandteil der Regenbogenpresse.

Das ist eine der vielen traurigen Erkenntnisse, die wir in den mehr als 100 Tagen topfvollgold-Arbeit erlangt haben. Wir hatten schon früh geahnt, dass wir in diesen Heften, die ja auch sonst im Grunde tun und lassen, was sie wollen, bei näherem Hinsehen Schleichwerbung finden würden. Doch das, was dort Woche für Woche in Abermillionen Zeitschriften getrieben wird, hatten wir nicht für möglich gehalten.

Das Ausmaß, in dem Dutzende Redaktionen in ihren Heften heimlich und hemmungslos Werbung machen, ist ein besorgniserregendes Sinnbild dafür, wie bedenkenlos einige deutsche Zeitschriftenverlage im Akkord gegen Regeln verstoßen und sich dabei die Taschen vollmachen können, ohne dass irgendwer auch nur ansatzweise etwas dagegen tut.

Schon häufiger haben wir gezeigt, wie der Deltapark Verlag im redaktionellen Bereich ohne jeden Anlass Produkte eines Kaugummi-Herstellers erwähnt. Die “Freizeit Revue” von Burda hat es eher mit Keksen und Käse-Würfeln. ConPart setzt auf Halbfettmargarine.

In den Regenbogenredaktionen der Funke-Gruppe (ehemals WAZ-Gruppe) scheint “das Geschäft mit der heimlichen Werbung” sogar “perfekt organisiert zu sein”, wie das Netzwerk Recherche im Rahmen einer Kurzstudie zum Thema “Journalismus und Korruption” jetzt festgestellt hat:

So finden sich in den Titeln [der WAZ-Women Group] Hunderte konkreter Empfehlungen für spezifische Markenartikel. Obwohl der Artikel dies nicht erfordert. […]

Hinzu kommen zahllose unmotiviert erscheinende Empfehlungen für rezeptfreie Mittel aus der Apotheke. Ob Schmerzgel, Mittel zur Förderung der Kollagenbildung oder Mittel mit Birkenextrakt, ständig tauchen Produkte namentlich auf. Versehen mit dem Hinweis, diese seien in der Apotheke erhältlich. […]

Empfehlungen, die angesichts von insgesamt 1,8 Millionen Lesern der WAZ-Woman-Group durchaus für höhere Verkaufszahlen bei den Unternehmen sorgen könnten. Und das nutzt man wohl, um Geschäfte in Schwung zu bringen. Ein Insider berichtet, dass die Anzeigenabteilung systematisch Einfluss auf Inhalte im Heft nehme. Sie teile Redaktionen mit, wen sie in welchem Umfang erwähnen sollen. Beschwerden wegen Schleichwerbung nehme man in Kauf.

Im Klambt-Verlag läuft es offenbar ganz ähnlich. Zumindest hat man sich in der Redaktion der “Woche der Frau” sichtlich Mühe gegeben, den Werbetext für einen “Kilo-Killer” so aussehen zu lassen, als wäre er ein ganz normaler Artikel:Der neue Kilo-Killer: Bio-Stoffwechsel Turbo gegen zu viel Fett! Das Schlankmittel für Eilige!

(Klicken Sie auf das Bild für eine größere Version.)

In der “Frau Mit Herz” (Klambt) wurde die Werbung ebenfalls getarnt:Der neue Kilo-Killer: Bio-Stoffwechsel-Turbo gegen zu viel Fett - Das Schlank-Mittel für Eilige

In der “7 Tage” (Klambt) auch:Der neue Kilo-Killer: Bio-Stoffwechsel-Turbo gegen zu viel Fett! - Das Schlank-Mittel für Eilige!

In der “Heim und Welt” (Klambt) auch:Der neue Kilo-Killer - Bio-Stoffwechsel: Turbo gegen zu viel Fett!

Und in der “neuen Frau” (Klambt) auch:Der neue Kilo-Killer: Bio-Stoffwechsel-Turbo gegen zu viel Fett! Das Schlank-Mittel für Eilige!

Fünfmal der gleiche PR-Text, fünfmal aufwendig ans Layout der anderen Artikel angepasst, fünfmal fehlt jegliche Kennzeichnung, dass es sich um Werbung handelt. Das kann kein Versehen sein.

Im Gegenteil: Je intensiver wir uns mit den Heften beschäftigen, desto mehr drängt sich der Eindruck auf, dass auch im Hause Klambt hinter der nicht kenntlich gemachten Werbung System steckt.

In der vorigen Woche warben die Klambt-Hefte in ähnlicher Form für ein Gel gegen Arthrose, in der Woche davor für eine Anti-Falten-Creme (von derselben Firma, die auch den “Kilo-Killer” vertreibt), in der Woche davor für einen medizinischen Nagellack. Keiner der manchmal über mehrere Seiten gehenden Texte ist als Werbung gekennzeichnet, oft kommen die Fotos direkt von den Herstellern.

Hinzu kommt, dass die Firmen, die den Nagellack beziehungsweise die Creme und den “Kilo-Killer” herstellen, auch reguläre Anzeigenkunden des Klambt-Verlags sind. Selbst für die getarnt beworbenen Produkte sind schon Anzeigen geschaltet worden.

Der medizinische Nagellack zum Beispiel, der in Ausgabe 26 in einem vermeintlich redaktionellen Beitrag beworben wird (“Nagelpilz: So schützen sie sich wirkungsvoll davor”), taucht in den Ausgaben 28, 29 und 30 wieder auf, in diesen Fällen aber als kenntlich gemachte Anzeige (“Stark gegen Nagelpilz”).

Es kommt sogar vor, dass in der gleichen Ausgabe zweimal für dasselbe Unternehmen geworben wird — sowohl per Anzeige als auch per Fake-Artikel. So geschehen vor etwa drei Wochen in der “Woche der Frau”. Auf Seite 15 findet sich diese Anzeige:So kriegen Sie die Falten klein!

Ein paar Seiten später stößt man dann auf diesen “Artikel”:So zaubern Sie Ihre Falten weg

Die Creme aus dem redaktionellen Teil und die aus der Anzeige sind vom gleichen Hersteller, Marke und Logo sind identisch, und selbst einer der Experten kommt in beiden Texten zu Wort.

So geht das Heft für Heft. Das Produkt, das in dieser Woche in einem “redaktionellen Beitrag” gelobt wird, erscheint zwei Ausgaben später — manchmal sogar noch im selben Heft — in einer ganz normalen Anzeige.

Eine ganzseitige Anzeige kostet beim Klambt-Verlag, wenn sie in allen fünf oben aufgelisteten Regenbogenheften sowie in der Frauenzeitschrift “Lea” erscheinen soll, fast 25.000 Euro. Wie viel ein Unternehmen hinblättern muss, um im redaktionellen Teil zu erscheinen, ist hingegen nicht bekannt.


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Wie geschmiert

Wie geschmiert

Mensch, ihr Streichzarten der “Freizeit Illustrierte”, da habt ihr neulich aber einen schönen Artikel für uns Margarine-Fans gebracht:

Hingucker Homa: Das kleine Schwarze für die moderne Küche

Nun gut, kurz dachten wir, es könnte sich hier um Schleichwerbung handeln. Schließlich lobt ihr das neue Produkt in höchsten Tönen, ihr nennt die Packungsgröße und ihr schreibt das hier:

Das außergewöhnliche Design sticht sofort ins Auge und bringt moderne Akzente in die Küche — und das zu einem überraschend günstigen Preis.

Die Bedenken hatten wir aber auch nur einen ganz kurzen Moment. Ihr werdet ja sicher nicht Werbung ohne jegliche Kennzeichnung in eurem redaktionellen Teil abdrucken.

Huch! Was haben die Kollegen von der “Freizeit pur” denn da gemacht?

Die haben doch tatsächlich fälschlicherweise eine Anzeigen-Kennzeichnung zu ihrem Homa-Bericht gepackt:

Anzeige - Hingucker Homa: Das kleine Schwarze für die moderne Küche

Tsss … Amateure.


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Klassiker unter den Schleichwerbern

Klassiker unter den Schleichwerbern

Toll, dass die Regenbogenhefte nicht nur mit Dreck auf Promiente werfen können, sondern auch richtig journalistisch arbeiten. Undabhängig. Und aufrichtig gegenüber den Lesern.

Zum Beispiel die “Freizeit direkt” auf ihren Gesundheitsseiten:

Gesundheit - Neues aus der Medizin

Na, was habt ihr Hobby-Krankenschwestern denn dieses Mal so für uns?

Aber kommt jetzt nicht mit Schleichwerbung für die wahnsinnigen Lutschpastillen von Wrigley. Die kennen wir schon.

Klassiker unter den Kaugummis

Hört mal, ihr Klassiker von der “Freizeit direkt”, wir hätten da einen Vorschlag: Schaut für die Medizin-Nachrichten eurer nächsten Ausgabe doch mal hier rein.

Wir würden wirklich gern gut recherchierte Artikel über Big Red oder Orbit oder Hubba Bubba lesen.


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Schleich dich!

Schleich dich!

Beim Deltapark Verlag kommt die Mundhygiene oft zu kurz. Dazu bekennen sich die Mitarbeiter aus der Redaktion freimütig.

Und anders können wir uns auch nicht erklären, dass die “Revue der Woche” …

Ausriss Revue der Woche - Für gesunde Zähne - Extra professional Mints - In unserem hektischen Alltag kommt die Mundhygiene oft zu kurz. Wie soll man denn auch die zähne optimal pflegen, wenn ein Termin den anderen jagt und zwischendurch nur schnell ein Happen gegessen wird? Sehr nützlich sind die neuen Extra professional Mints mit Mikrogranulaten und feinen Lamellen an der Unterseite. Nach dem Essen gelutscht, werden Zähne und Zunge wieder spürbar gereinigt. Es entsteht ein sauberes Mundgefühl und frischer Atem.

… die “neue Pause” …

Ausriss neue Pause - Spürbar sauberes Mundgefühl - Extra professional Mints - In unserem hektischen Alltag kommt die Mundhygiene oft zu kurz. Wie soll man denn auch die zähne optimal pflegen, wenn ein Termin den anderen jagt und zwischendurch nur schnell ein Happen gegessen wird? Sehr nützlich sind daher Extra professional Mints mit Mikrogranulaten und feinen Lamellen an der Unterseite. Sie werden einfach nach dem Essen gekaut, die Zähne und Zunge dadurch spürbar gereinigt und so wieder für ein ein sauberes Mundgefühl und einen frischen Atem gesorgt.

… und die “Freizeit pur” den größten Extra-Professional-Mints-Fanclub der Republik gegründet haben.

Es muss im “hektischen Alltag” der Deltapark-Mitarbeiter aber auch zu verlockend sein, einfach in den Wrigley-Pressebereich zu surfen, rechte Maustaste drücken, “Bild speichern unter”, den Pressetext abschreiben, noch eine Platzhalteranekdote aus der Betriebskantine dazu. Und schon ist der redaktionelle Teil mit Schleichwerbung gefüllt.

Saubere Arbeit, Leute! Fast so sauber wie unser Mundgefühl nach diesen Wahnsinnsdrops.


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Der Drops ist gekauft

Der Drops ist gekauft

Wenn die Regenbogenpresse über Prominente und Adelige schreibt, wird’s übel. Wenn die Regenbogenpresse über Gesundheit und Medizin schreibt, wird’s besonders übel.

Und wenn dann noch wirtschaftliche Interessen des Verlags hinzukommen, dann gibt’s solchen Murks:

Medizin News - Zuckerfreie Helfer für die Zahnpflege

Nein, das ist keine Anzeige. Zumindest sind Text und Bild nicht offiziell als solche gekennzeichnet. Es handelt sich hierbei um die “Medizin-News” der “Freizeit pur”. Wir befinden uns also im redaktionellen Teil.

Wie sollen die Gesundheits-Experten des Blattes aber auch auf ordentliche Themen kommen, “wenn ein Termin den anderen jagt”?

Sehr nützlich sind die neuen Extra Professional Mints mit Mikrogranulaten und feinen Lamellen an der Unterseite

… wenn man eine Lücke im Heft noch eben mit Schleichwerbung füllen muss.

Und diese Drops sind ja auch erst seit 2006 auf dem Markt. Warum also nicht mal drüber berichten?

Immerhin haben sich die Werbetexter der “Freizeit pur” noch etwas Mühe gegeben beim Verpacken dieser Schein-Berichterstattung.

Anders die “Freizeit Revue”, Deutschlands größte Regenbogenzeitschrift:

Neue Produkte - Traditionsgebäck - Käse-Snack mit Dip - Leichte Isolierbox

Unter der Überschrift “Neue Produkte” stellt das Anzeigenblatt Heft einfach mal so ein paar Kekse, Käse-Würfel und eine Isolierbox vor — samt Preis- und Mengenangaben. Plumper geht’s nicht.

Wir wissen nicht, wie es Ihnen geht — aber wir verspüren gerade irgendwie den Drang, mal ordentlich einkaufen zu gehen.

Auf Gebäck hätten wir Lust. Und auf Mint-Pastillen. Ach, und ein Käse-Snack mit Dip wäre auch nicht schlecht.


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