Mit Spannern ist man weniger allein
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Mit Spannern ist man weniger allein

“Die Aktuelle” ist selbst im grässlichen Regenbogensegment immer wieder etwas Besonderes. Zum Beispiel durch solch eine Geschichte:

Bitter! Uli Hoeneß - So wurde er im Lnast begrüßt

Der “Bitter!”-Balken kann sich dabei unmöglich auf die Begrüßung im “Knast” beziehen. Denn die lief laut “Die Aktuelle” so ab:

Großes Hallo, hie und da ein freundliches “Servus, Uli …” und manchmal wird auch laut gelacht. Wie das halt so ist, wenn einer kommt, auf den man schon lange gewartet hat.

Großer Unfug, hie und da ein erfundenes Zitat und manchmal wird auch ordentlich geflunkert. Wie das halt so ist, wenn eine “Aktuelle”-Mitarbeiterin sich ausdenken soll, wie Uli Hoeneß wohl im Gefängnis begrüßt wurde.

Vor allem aber dient dieser launige Einstieg in den Artikel nur als Brückenschlag zum eigentlichen Thema des Textes. Denn im Mittelpunkt der Geschichte steht eine ganz andere Person:

Und da ist eine, die ganz besonders leidet: Susi Hoeneß, 62, die Ehefrau des Promi-Häftlings.

Und was macht man als anständige Regenbogenredaktion mit einer Person, die “ganz besonders leidet”? Man leistet ihr Gesellschaft. Am besten mit Kamera und Teleobjektiv:

Die einsame Spaziergängerin vom Tegernsee

Unten links hat “Die Aktuelle” das Haus von Uli und Susanne Hoeneß abgedruckt und rechts großformatig einen Paparazzo-Schuss von Susanne Hoeneß beim Spaziergang mit Hund Kuno:

Schön, dass er bei ihr ist: Susi Hoeneß beim einsamen Spaziergang mit ihrem “Kuno”

Die “Aktuelle”-Redaktion hat ihren Ausflug an den Tegernsee übrigens auch noch genutzt, um sich ein bisschen im Ort umzuhören — und auch gleich eine adäquate Gesprächspartnerin gefunden:

Mitleid mit Susi Hoeneß? Das haben in Bad Wiessee nicht alle. Eine Gastwirtin sagt es direkt: “Die hat doch Geld im Überfluss. Und den Mann hat sie sich selbst ausgesucht.”

Um am Ende des Artikels aber doch noch die versöhnliche Kurve zu bekommen, überwindet sich das Blatt und zollt Suanne Hoeneß drei Sätze Respekt. Sie sei eine “starke Frau”. Denn:

Sie stellt sich den Blicken der Leute im Supermarkt, im Postamt.

Nur den ekelhaften Blicken der “Aktuelle”-Spanner stellt sie sich sicher nicht freiwillig.


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