Mit Marshallplan aufs Cover
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Mit Marshallplan aufs Cover

Tony Marshall kann man nun nicht gerade als medialen Dauerbrenner bezeichnen. Während bei Helene Fischer ein Niesen bei einer Konzertprobe reicht und bei Michael Schumacher sogar die Information, dass es gar keine neue Information gibt, muss sich Schlagersänger Marshall schon was einfallen lassen, um aufs Cover irgendeines Knallblatts zu kommen.

Zum Beispiel ein “Schock-Geständnis”, dass er neben seinen drei ehelichen Kindern auch ein uneheliches hat. Oder dass er 13 Jahre lang glaubte, ein uneheliches Kind zu haben, bis sich rausstellte, dass es gar nicht von ihm ist. Oder beides. Und am besten für zwei verschiedene Hefte. Doch der Reihe nach.

Die “Neue Post” titelt in dieser Woche:

Tony Marshall - Er zig eine falsche Tochter groß

Marshall sei “der Stimmungsmacher der Nation”, aber: Es gab “einen Moment, da verging ihm das Lachen gehörig”. Und zwar, als sich seine uneheliche Tochter Isabel mit 13 Jahren verplapperte und dabei offenbarte, dass sie gar nicht Marshalls Kind sei. Einen Vaterschaftstest später stand fest: Eine seiner außerehelichen Affären “hat ihm ein Kind untergejubelt”. Der Kontakt zu Isabel brach ab.

Doch Tony Marshall sorgte dafür, dass sich die Lücke wieder schließt. “Ich habe ein uneheliches Kind”, erzählte er dem „neuen Blatt“ in einem Exklusiv-Interview und grinst fröhlich von der aktuellen Titelseite:

Exklusiv - Tony Marshall - "Ich habe ein uneheliches Kind" - Schock-Geständnis

Dieses Mal heißt es Dominik. Und Marshall verrät alles mögliche über ihn, wie alt er ist, wie groß, was er studiert. Man muss den Redaktionen eben schon was bieten, wenn man mal wieder ins Gespräch kommen will. Dazu gehört auch der Name der Mutter. Die heißt Isabel, genauso wie Marshalls 13-Jahre-lang-und-dann-doch-nicht-mehr-Tochter.

Spätestens wenn die Regenbogenblätter diesen Zufall entdecken, und der nächste große Artikel ansteht, geht der Marshallplan endgültig auf.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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