Herumstochern im Intimbereich

Herumstochern im Intimbereich

Im deutschen Presserecht gibt es eine Unterteilung des täglichen Lebens in verschiedene Sphären. Und in diese unterschiedlichen Sphären dürfen Medien mit ihren Berichten nur unterschiedlich stark eingreifen.

Die am stärksten zu schützende Sphäre ist die Intimsphäre. Sie umfasst die innere Gedanken- und Gefühlswelt sowie den Sexualbereich.

Auf all das hat die “Freizeit Spass” mal so richtig gepfiffen:Sylvie van der Vaart - Pikante Enthüllung - Sie war schon mit vielen Fußballern im BettDas Blatt, das der frühere stellvertretende “Bild”-Chefredakteur Robert Pölzer leitet, stellt reichlich Mutmaßungen zu Sylvie van der Vaarts vergangenem Sexualleben an.

Vor der Beziehung mit Rafael van der Vaart sei sie von Fußballer zu Fußballer geeilt, immer auf der Suche nach einem besserverdienenden. Zwischendurch sei auch mal ein Spielervermittler dabei gewesen, “um an andere Kicker zu kommen”:

Seltsam nur, dass man Sylvie zu dieser Zeit in Holland als „Voetballer-Banga“ („Fußballer-Groupie“) kannte, weil sie wohl durch einige Kicker-Betten gehüpft war! Enthüllt. Das behauptet Society-Autor Edwin Bredius, der die schöne Moderatorin seit Jahren gut kennt.Edwin Bredius ist bei dieser Geschichte der Kronzeuge der “Freizeit Spass”. Ein Mann, der Sylvie van der Vaart nicht nur “seit Jahren gut kennt”, sondern auch regelmäßig Dreck über der “schönen Moderatorin” auskippt.

Bredius verdient sein Geld mit kruden Gerüchten über niederländische Stars. Sein Reporterdasein beschränkt sich in der Regel darauf, Promis hinterherzureisen und wackelige Handyaufnahmen von deren Hochzeits-Suite zu kommentieren.

Diesem Mann plappert die “Freizeit Spass” also den ganzen diffamierenden Scheiß nach, den er von sich gibt. Wobei sich das Blatt bei der Überschrift im Innenteil keinerlei Mühe gibt, darauf hinzuweisen, dass es sich hier um Aussagen einer anderen Person handelt:

Sylvie van der Vaart - Pikante Enthüllung - Vor Rafael hüpfte sie durch einige Fußballer-Betten

Neben den Gerüchten aus Edwin Bredius’ Märchenreich nennt die “Freizeit Spass” keinerlei andere Belege für ihre Melange aus ehrenrührigen Behauptungen über Sylvie van der Vaart.

Und selbst wenn es eine erdrückende Beweislage gäbe, bewegt sich das Blatt mit dieser Geschichte immer noch in der Intimsphäre einer anderen Person. Und aus dieser darf ohne Zustimmung oder ohne überragendes öffentliches Informationsinteresse nicht berichtet werden.

Nun könnte es sein, dass diese Geschichte in einträchtiger Zusammenarbeit zwischen der “Freizeit Spass” und van der Vaarts Management entstanden ist. Dass — wie immer wieder in der Regenbogenwelt — ein Promi ein wenig die Hose herunterlässt und dafür etwas Aufmerksamkeit bekommt.

Wir können uns allerdings beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich Sylvie van der Vaart für eine Seite in der “Freizeit Spass” freiwillig als geldgieriges Flittchen darstellen lässt.

Unsere Nachfragen bei “Freizeit Spass”-Chef Robert Pölzer sowie beim van der Vaart-Management blieben bis heute unbeantwortet.


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Google, die Suchtmaschine

Google, die Suchtmaschine

Es braucht im Grunde nur zwei Dinge, um einen Promi in Verruf zu bringen: Ein Foto, auf dem er ein Glas in der Hand hält — und eine böswillige Zeitung.

Zum Beispiel die “frau aktuell”:Der Druck auf sie ist einfach zu groß ... Prinzessin Letizia - Trinkt sie heimlich?Oder die “Freizeit Monat”:[Lilly Becker trinkt aus einem Bierglas] - Zu tief ins Glas geschaut? Lilly lässt es krachenOder “die exklusive”:Bier, Wein, Champagner! Kann er nicht mehr ohne?Oder die “Neue Post”:Schon mittags trinkt sie Alkohol (r., mit Busenfreundin Sabia)Oder die “Revue der Woche”:13.30 Uhr in einem Lokal in Eppendorf: Sylvie trinkt einen Aperitif, danach gab es Wein, dann wieder einen Aperitif ...Oder “die aktuelle”:So fing es auch bei Jenny Elvers an ...Allein in den letzten Tagen unterstellten die Redaktionen so nicht nur Boris Becker, möglicherweise alkoholabhängig zu sein, sondern unter anderem auch dessen Frau Lilly (“greift ebenfalls gerne zu”), Letizia von Spanien (“es gibt einige ‘gute Freunde’, die ihr das in der Tat zutrauen …”) und Sylvie van der Vaart (“trinkt jetzt schon mittags!”).

Und dann ist da noch die “frau aktuell”, die in ihrer aktuellen Ausgabe von einem ganz besonderen “Alkohol-Schock!” zu berichten weiß:Stefan Mross - Pikante Enthüllung! Wehe, wenn er zur Flasche greiftDie “pikante Enthüllung” (kein Scherz!): Wenn man bei Google “Stefan Mross” eintippt, ist der zweite Suchvorschlag “Stefan Mross Alkohol”.

Das Blatt schreibt:

Mross kam 2003 mit einer Alkoholvergiftung in eine Klinik. Doch warum wird er ausgerechnet mit seinen Alkoholeskapaden in Verbindung gebracht – zehn Jahre später?

Ja, warum nur?

Fakt ist: Die Nutzer von Google geben ihre Suchanfrage individuell ein. Die Schlagwörter, die am häufigsten in Zusammenhang mit einer Person gesucht werden, erscheinen auch primär. Ein bitterer Schlag für Stefan! Wer kann ihm jetzt noch helfen? Der TV-Moderator ist machtlos gegen die Anfragen im Netz und den [sic] daraus resultierenden Fehl-Interpretationen.

“Fehl-Interpretationen”. Soso.

Der Artikel der “frau aktuell” sieht folgendermaßen aus:Alkohol-Schock! Stefan Mross - Wer kann ihm jetzt noch helfen?Übrigens, liebe “frau aktuell”, wenn man deinen Namen bei Google eingibt, sieht der dritte Suchvorschlag so aus:frau aktuell kündigen


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