“Woche heute” lässt LeFloid tief in Merkels Seele blicken
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“Woche heute” lässt LeFloid tief in Merkels Seele blicken

Für sein Interview mit Angela Merkel musste der Youtube-Flummi LeFloid ganz schön einstecken: lasche Fragen, devotes Gehabe, null kritisches Nachbohren, so die Vorwürfe.

Die “Woche heute” titelt gar, es sei ein “erschütterndes Interview” gewesen, was aber nicht am unterwürfigen Internetstar lag, sondern an den scharfen Antworten der Bundeskanzlerin:

Es ist so traurig - Angela Merkel - Erschütterndes Interview - So schlimm steht es wirklich um ihre Ehe

Merkel habe “tief in ihre Seele blicken” lassen. Nanu?! Diese Einsicht dürfte das Regenbogenblatt beim Durchschauen des halbstündigen Videomaterials recht exklusiv gehabt haben. Doch trotz all der Schwammigkeit von Merkels Aussagen bleibt die Redaktion dabei:

In einem Interview mit dem Youtube-Star LeFloid (27) gewährte die Kanzlerin jetzt ungewohnte Einblicke in ihr Leben abseits von Rednerpulten, Kameras und Mikrofonen.

Angela Merkel hatte vor laufender Kamera ins Mikrofon gesagt, dass ein Beruf jeden Menschen verändere: “Wenn Sie den ganzen Tag mit Leuten reden, dann haben Sie abends vielleicht unglaublich Lust, mal eine Stunde zu schweigen.”

Für die “Woche heute” wirft die mögliche Stunde Ruhe im Hause der Kanzlerin und ihrem Mann Joachim Sauer unweigerlich eine Frage auf: “Wie steht es wirklich um ihre Ehe?” Denn “sich anzuschweigen, anstatt miteinander zu reden — das ist Gift für jede Beziehung!

Und dann ist da noch Merkels Mobiltelefon, das die gemeinsame Zeit besonders kostbar mache:

Schließlich kann jeden Moment wieder ihr Handy klingeln, kann die nächste Krise sofortiges Handeln nötig machen!

Richtig problematisch werden diese Krisenanrufe natürlich dann, wenn sie in die Merkel’sche Schweigestunde fallen. Die endgültige Handlungsunfähigkeit der Bundesregierung wäre die Folge. LeFloid hat mit seinem Interview also nicht nur ein Ehe-Drama aufgedeckt, sondern einen handfesten Politskandal. Zumindest nach Logik der Regenbogenpresse.


Dieser Text ist am Montag auch im “Tagesspiegel” erschienen. Alle zwei Wochen schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Links vom topf (30)
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Links vom topf (30)

In seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten” gibt Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, zu, dass er die Mitarbeiter der Regenbogenblätter manchmal beneidet:

Nehmen wir “Das goldene Blatt”, das jüngst ein Foto in die Finger bekam, auf dem die Moderatorin Karen Webb eine gelbe Hose trägt. Und weil das an sich noch keine irre Story ist, hat die Redaktion Fotos anderer Menschen dazugestellt, die ebenfalls gelb gekleidet sind, und getextet: “Sie strahlen mit dem Frühling um die Wette. Passend zur heiteren Zeit des Jahres haben unsere Promis ihr Sortiment mit Gelbtönen aus dem Kleiderschrank geholt.” Im Nu ist eine Seite gefüllt — obwohl, wie eine Blitzrecherche ergab, Goldie Hawns Foto aus dem Dezember 2013 stammt, Ross Antonys aus dem Januar 2014 und so weiter, die Promis also Gelb auch unpassend zur unheiteren Zeit des Jahres tragen.

Herzblatt-Geschichten: Das tollste Lebewesen


In unserer Rubrik “Links vom topf” wollen wir Euch kurz und knapp interessante Links rund ums Thema “Regenbogenpresse” präsentieren.

Wenn Ihr also in den Weiten des Internets auf Interessantes zur Klatsch- und Regenbogenpresse stoßt, schickt uns gern den Link an linksvomtopf@topfvollgold.de.


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Wer zuletzt lacht (2)
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Wer zuletzt lacht (2)

Aus der Kategorie “Entschuldigen Sie, Frau Lehrerin, mein Nashorn hat das Hausaufgabenheft gefressen”:

Helene Fischer - Doch keine Tränen beim Konzert! Man könnte es gut verstehen, wenn Helene Fischer bei all dem beruflichen Stress auch mal die Fassung verlieren würde. Und so sah es für uns aus, als ein Video voneinem Konzert in München Ende Februar auftauchte. Ein Fan reichte ihr einen Borussia-Dortmund-Schal, das Publikum tobte. Es sah für viele so aus, als hätte sie sogar Tränen in den Augen. Auch wir berichteten darüber in "Das neue Blatt" vom 11. März 2015 ("Sie weint so viel"). Nun erfahren wir, dass das ein falscher Eindruck war. Geweint hat sie nicht. Wieder einmal ließ sie sich also nicht unterkriegen.


Nachtrag, 24. April, 17:19 Uhr:
Die “Woche heute” hatte ebenfalls über das Helene-Fischer-Konzert in München berichtet und von einem “Tränen-Kollaps” geschrieben.

Hat der Schlagersängerin wohl nicht so gut gefallen. Deswegen prangt auf der Titelseite der aktuellen “Woche heute”-Ausgabe dieser Kasten:

Gegendarstellung von Helene Fischer zu Beitrag "Tränen-Kollapts" – Woche Heute Nr. 11/15 – S. 10

Und im Innenteil gibt’s das Ganze noch einmal ausführlicher:

Gegendarstellung – Sie schreiben in "Woche Heute" Nr. 11 vom 4. März 2015 auf Seite 7 in der Überschrift in Bezug auf meine Person und ein von mir gegebenes Konzert: "Tränen-Kollaps" – Hierzu stelle ich fest: Es gab von mir während des Konzerts keine Tränen. Hamburg, den 16. März 2015. Helene Fischer – Frau Fischer hat Recht. Der Verlag


Jörg Thomann, Redakteur der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”, vermutet in seinen aktuellen “Herzblatt-Geschichten”, dass der Keine-Tränen-Tipp fürs “neue Blatt” von Fischers Anwälten kam.


Mit Dank an Mike für den Hinweis!


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Ein trauriger Lichtblick
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Ein trauriger Lichtblick

In unserem wöchentlichen Gespräch mit detektor.fm ging es dieses Mal um zwei völlig unterschiedliche Interpretationen einer Nachricht:

Michael Schumacher - Endlich wieder ein Lichtblick!

(“Woche der Frau”)

Michael Schumacher - Traurige Nachricht

(“Woche heute”)

Das Gespräch könnt Ihr hier nachhören …

detektor.fm: Ihr habt heute — ich zitiere — “die schönste Nachricht seit Langem” für uns mitgebracht. Und es hat was zu tun mit Michael Schumacher. Worum geht’s?

Moritz: Also ob das nun eine schöne Nachricht ist oder nicht, das sehen die Hefte unterschiedlich. Aber genau: Es geht um Michael Schumacher und seinen Sohn Mick. Der hat nämlich einen Vertrag in der Formel 4 bekommen. Jeder kennt die Formel 1, da ist Sebastian Vettel sehr erfolgreich, Nico Rosberg und früher auch Michael Schumacher. Dann gibt es aber auch eine etwas kleinere Wagenklasse, die sogenannte Formel 4. Und bei einem Rennstall dort hat der Sohn von Michael Schumacher jetzt einen Vertrag bekommen. Die Saison startet im April, da ist er jetzt bald also auf der Rennstrecke. Und die “Woche der Frau” schreibt von einem “Lichtblick”, den es jetzt endlich mal wieder gibt — nach all den traurigen Nachrichten nun wieder etwas Positives. Ein anderes Heft, die “Woche heute”, sieht das allerdings ganz anders …

Mats: … die schreibt nämlich: “Michael Schumacher — Schreckliche Sorgen — Nicht auch noch sein Sohn!” Und auf der Titelseite kündigt die Redaktion das mit “Michael Schumacher — Traurige Nachricht” an. Das ist alles, was vorne auf der Titelseite zu der Geschichte steht. Was so traurig und so schrecklich daran ist: Rennsport ist kein ungefährlicher Sport, und die arme Familie von Michael Schumacher jetzt auch darum bangen muss, dass vielleicht dem Sohn auf der Rennstrecke was passiert. Das ist der Grund, warum die “Woche heute” eine “Traurige Nachricht” zu verkünden hat. Wir finden das interessant, dass die “Woche der Frau” von einem “Lichtblick” schreibt und das alles ganz toll findet, und die “Woche heute” das alles ganz schlimm findet. Das passt gut in die bisherige Berichterstattung über Michael Schumacher. Wenn ein Heft auf der Titelseite nur schreibt: “Michael Schumacher — Traurige Nachricht”, dann ist für die Leserschaft erstmal nicht zu erkennen, worum es eigentlich geht. Die Blätter suggerieren ganz gerne, dass sie Neuigkeiten über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher haben. Die Leserinnen und Leser können dann natürlich annehmen, dass die “Traurige Nachricht” bedeutet, dass sich beim Gesundheitszustand etwas verschlechtert hat, und dass sie nähere Infos dann im Heftinnern bekommen. Das ist dann aber natürlich nicht so. Also: Die Hefte suggerieren, sie hätten Informationen über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher und in Wirklichkeit geht es nur um die Formel-4-Karriere seines Sohns.

Ich finde das tatsächlich interessant: Wir haben die gleiche Ausgangsinformation, dass der 15-jährige Sohn in seine Rennfahrer-Karriere startet. Und die unterschiedlichen Blätter machen wirklich komplett gegensätzliche Dinge daraus. Und dann wird auch noch über Michael Schumacher getitelt, obwohl die Geschichte nicht mit Michael Schumacher zu tun hat — außer dass sein Sohn jetzt Autos fährt.

Moritz: Genau, der eine Punkt ist, dass die Hefte eine Geschichte über Michael Schumacher verkaufen, vermutlich weil die Leserschaft mit ihm bestimmte Emotionen verbindet und weiß, dass es vor einigen Monaten einen Unfall gab. Der zweite Punkt ist die reine Willkür, wie die Redaktionen eine Geschichte auslegen. Die stricken sich das einfach so zusammen, wie sie wollen. Man hätte ja auch einfach eine kleine Nachricht bringen können: Hier, Michael Schumachers Sohn hat jetzt einen Vertrag in der Formel 4 — und das wär’s. Aber nee, die machen da eine große Geschichte draus, entweder die riesige Hoffnungsgeschichte oder die riesige Sorgengeschichte. Das zeigt einmal mehr, wie mit der Familie Schumacher umgesprungen wird. Wobei das anderen Prominenten genauso geht: Eine ganz nüchterne Nachricht wird als große Hoffnungssensation oder als großer Untergang verkauft.

Was ich auch noch ganz interessant fand: Ich glaube, das war der Artikel der “Woche der Frau”, da kamen vom Hölzchen aufs Stöckchen alle Mitglieder der Familie Schumacher einmal vor in dem Text, obwohl es eigentlich ja nur um den jugendlichen Rennfahrer geht. Also: die Geschiedene, die Ehefrau, die Tante — unglaublich. Machen die Hefte das öfter so?

Mats: Das machen die ganz gern. Irgendwie muss dieser Artikel ja auch mit irgendwelchem Quatsch gefüllt werden. Da können die jetzt nicht nur hinschreiben: Der Sohn fährt Formel 4 und das war’s auch schon. Dann wäre die Seite ziemlich leer. Also müssen die das andicken mit irgendeinem Quatsch, den man sonst noch findet. Da beschreiben die dann einfach Altbekanntes oder saugen sich irgendwas aus den Fingern. In diesem Fall ist das auch ganz besonders eklig, an der Stelle, wo das Heft auf Cora Schumacher zu sprechen kommt. Die ist ja demnächst bei “Let’s Dance”, dieser Tanz-Show von RTL. Und jetzt spekuliert die “Woche der Frau” darüber, ob sie möglicherweise Insider-Infos ausplaudert oder irgendwas über Michael Schumacher erzählt, das die Öffentlichkeit nicht erfahren sollte. Die Redaktion schreibt: “Geschmacklos, falls sie noch aus dem Unfall ihres Ex-Schwagers Profit schlägt.” Das ist natürlich genau das, was diese Hefte machen: Sie schlagen Profit aus dem Unfall von Michael Schumacher und aus dem Leider der Familie und werfen gleichzeitig Cora Schumacher indirekt vor, dass sie möglicherweise Profit daraus schlagen will. Diese wirklich widerliche, eklige Doppelmoral zieht sich wie ein roter Faden durch die Berichte über Michael Schumacher.

Genau an dieser Stelle gibt es noch ein schönes Beispiel für die Empörung, die in diesem Artikel auch rauskommt gegenüber dem Fernsehen: Gab es die Einladung für Cora Schumacher zu “Let’s Dance” etwa nur, um diese internen Familiendinge aus ihr herauszulocken? Also etwas, was diese Blätter ja offensichtlich nie machen würden.

Moritz: Man kann sich vorstellen: Sollte irgendwann mal die Möglichkeit für die “Woche der Frau” bestehen, ein Exklusiv-Interview mit Cora Schumacher zu bekommen, dann wäre das eine riesig große Titelgeschichte. Da würden die sich die Finger danach lecken, diese Informationen zu bekommen. Und genau das stört uns eben an der Regenbogenpresse: eine Bigotterie, die ihresgleichen sucht.

Mats: Und selbst wenn Cora Schumacher irgendwas ausplaudern würde bei RTL, dann würden die Regenbogenhefte das natürlich sofort abdrucken. Dann würde es heißen: “Sensationelle Enthüllung — Unfassbar, was sie im Fernsehen erzählt”. Und dann würden die Redaktionen das auch wieder breittreten und sich drüber empören. Das ist also schon eine ziemlich widerliche Angelegenheit, was die so machen mit Michael Schumacher und der Familie.

Abgesehen davon, dass wir mal wieder ein schönes Beispiel gezeigt bekommen haben von der Doppelmoral von Boulevardblättern: Was nehmen wir aus dieser Episode heute mit?

Moritz: Vor allem, dass die Regenbogenredaktionen willkürlich festlegen, wie sie Geschichten ausspielen. Da kann es dann übrigens auch mal vorkommen, dass innerhalb eines Verlages, wo dieselben Leute an zwei verschiedenen Heften sitzen, das eine Heft schreibt, dass es ganz positiv aussieht, und das andere schreibt das komplette Gegenteil. Die reine Willkür also, es gibt offenbar kein Interesse daran, möglichst objektiv und neutral zu berichten, sondern es geht um eine knallige Schlagzeile und einen guten Verkaufserlös.


Jeden Freitag unterhalten wir uns mit dem Internetradiosender detektor.fm über die Dämlichkeiten der deutschen Regenbogenpresse. Diese Gespräche gibt’s in der Woche drauf immer hier bei uns im Blog zum Nachhören und -lesen.

Und unter diesem RSS-Link gibt’s das Ganze als Podcast.


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Schlagzeilenbasteln (115)
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Schlagzeilenbasteln (115)

Welche Schlagzeile könnte man über diese Nachricht setzen?

Die Tochter von Jan Josef Liefers ist bald im “ZDF” zu sehen. Sie spielt in einem Thriller die Tochter eines Psychiaters.

Jan Josef Liefers - Schock-Geständnis - Zerbricht jetzt sein Familienglück?

(Unkenntlichmachung von uns.)

Jan Josef Liefers Tochter erlebt schon gleich in der ersten Folge eine ganze Menge: Verfolgung durch einen Psychopathen, Geiselnahme, das volle Programm. Die “Woche heute” fragt sich:

Mutet Jan Josef Liefers seiner [Tochter] nicht ein bisschen viel zu, wenn sie solche Szenen durchleben muss?

Denn “heutzutage beruhen Krimis immer häufiger auf wahren Begebenheiten. [...] Belastet das nicht auf Dauer ihre zarte Kinderseele?”

Hilfe könnte vom Vater höchstpersönlich kommen, doch:

Der Schauspieler möchte nur das Beste für seine Tochter. Steht Lilly mit Rat und Tat beiseite. Aber manchmal sei das nicht so einfach, gesteht der sympathische Schauspieler


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Genau wie bei Prinz Friso (7)
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Genau wie bei Prinz Friso (7)

Über Michael Schumacher und seinen Ski-Unfall Ende 2013 gibt es immer weniger Medienmeldungen — zum Glück. Anscheinend haben die meisten Zeitungen, Radiosender, TV- und Online-Redaktionen verstanden, dass Schumachers Familie ganz gern in Ruhe gelassen werden möchte. Selbst der unsägliche “Focus Online”-Hier!-Hier!-Klickt-hier-mal-für-alles-Unwichtige-über-Schumi-Holzkopf-Liveticker schweigt immer häufiger.

Leider gibt es aber noch die deutsche Regenbogenpresse. Und die berichtet weiter, als würde Michael Schumachers Managerin Sabine Kehm tagtäglich mit Infos um sich werfen. Natürlich ist es einfacher, sich aus null Informationen ganze Artikelreihen über Schumacher auszudenken, wenn man sich von Berufs wegen sowieso seit Jahren und Jahrzehnten aus null Informationen irgendwas über irgendwen ausdenkt.

Die Anzahl an Schumacher-Berichten geht zwar auch in der Regenbogenwelt langsam zurück. Verglichen mit den (halb-)seriösen Medien, ist sie aber nach wie vor um ein Vielfaches höher. Die Texte lassen sich grob in zwei große Kategorien einteilen: Entweder “Schumacher wird bald wieder im Formel-1-Wagen sitzen” oder “Das dürfte es bald mit ihm gewesen sein”.

Zwei Beispiele aus Dutzenden.
Beispiel eins: die “Freizeit Express”.

Michael Schumacher - Dramatische Schicksalswende! Muss Corinna leise von ihm Abschied nehmen?

Das Blatt steigt mit einer eklig-kitschigen — und aller Wahrscheinlichkeit nach ausgedachten — Szenenbeschreibung in den Artikel ein:

Tränen schimmern in ihren Augen. Tränen der Verzweiflung. Der Hoffnungslosigkeit. Ihr Blick wirkt starr, fast leer.

Gemeint ist Michael Schumachers Frau Corinna. Und über die fragt die “Freizeit Express” nun, ob sie leise von ihrem Ehemann Abschied nehmen muss. Das Redaktionsteam ist nämlich auf ein Radiointerview mit dem früheren Formel-1-Piloten Philippe Streiff gestoßen, das sich mit all seinen angeblichen Details zu Michael Schumachers Gesundheitszustand wunderbar zu einem Abgesang auf ihn verwursten lässt.

Natürlich muss Corinna Schumacher nicht leise Abschied nehmen von ihrem Mann. Das weiß auch die Redaktion der “Freizeit Express”:

Schumis Managerin Sabine Kehm (46) dementiert: “Philippe Streiff ist weder ein Freund von Michael, noch hat er ihn jemals besucht.” Klare Worte! Gibt es also doch keinen Grund zur Sorge?

Gut kombiniert, Sherlock.

Beispiel zwei: die “Woche heute”.

Endlich gute Nachrichten! Michael Schumacher - Sensationeller Heilungserfolg - Die Liebe seiner Familie hat ein Wunder bewirkt

Das Heft macht große Hoffnungen:

Nun gibt es Neuigkeiten! Sie kommen von Schumis Kindern

Denn Schumachers Sohn gelte “als Mega-Talent in der Rennsportszene”. Und auch seine Tochter feiere beim Westernreiten “größere Erfolge denn je.”

Welchem kranken Vater würde es keinen enormen Genesungsschub geben, wenn die Kinder von ihren Erfolgen erzählen?

Die Reit- und Motorsport-Titel von Michael Schumachers Kindern und die “Liebe seiner Familie” reichen den Quacksalbern der “Woche heute” schon für ihre Diagnose: “sensationeller Heilungserfolg”.

Das ist zwar immerhin positiv. Aber ebenfalls völliger Murks.


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Post an den Presserat
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Post an den Presserat

Wir wollen uns wieder häufiger über die Regenbogenpresse beschweren — also nicht nur hier im topfvollgold, sondern so richtig offiziell.

In Deutschland ist dafür der Presserat die oberste Anlaufstelle. Deswegen schicken wir ab sofort wieder regelmäßig Beschwerden über einzelne Regenbogenartikel dorthin. Das hat vor etwas mehr als anderthalb Jahren schon einmal ganz gut geklappt.

Unsere Beschwerden, die Reaktionen der Verlage und die Entscheidungen des Presserats dokumentieren wir in unserer neuen Rubrik “Post an den Presserat”. Die ersten drei Beschwerden unseres neuen Anlaufs sind heute rausgegangen:

Der Screenshot zeigt die Sendebestätigung eine E-Mail an den Presserat.

(Draufklicken für eine größere Version)

Und hier könnt Ihr nachlesen, was uns an den Artikeln nicht gepasst hat …


Stefan Mross - Plötzlicher Kindstod! Der Moderator und seine Frau finden keinen Schlaf mehr

1)

Im Artikel schreibt die “Freizeit im Blick” über die allgemeine, theoretische Gefahr eines plötzlichen Säuglingstodes und illustriert diese am Beispiel von Stefan Mross’ wenige Monate alter Tochter:

Seine zweite Tochter Paula-Elise ist 52 Zentimeter groß und 3800 Gramm schwer – und sieht so zerbrechlich aus. Und in gewisser Weise ist sie das auch! Denn vor allem in den ersten Wochen ist so ein kleines Wesen in großer Gefahr. [...] Denn nach wie vor zählt der Plötzliche Säuglingstod zu den häufigsten Todesarten bei Kindern unter zwei Jahren.

Auf der Titelseite kündigt die Redaktion diesen Artikel mit “Stefan Mross — Plötzlicher Kindstod! Der Moderator und seine Frau finden keinen Schlaf mehr” an.

2)

Stefan Mross und seine Tochter haben — abgesehen von der theoretischen Möglichkeit eines plötzlichen Säuglingstodes — rein gar nichts mit dem Thema zu tun. Der Musiker hat sich nicht öffentlich zu diesem Thema geäußert, seine Tochter scheint nicht begründet stärker gefährdet zu sein als andere Säuglinge. Im Gegenteil — die “Freizeit im Blick” schreibt selbst:

Er [Stefan Mross] tut alles, um alle Gefahren und Risiken einzudämmen. Das bedeutet ‘Rückenlage’ zum Schlafen, ‘Rauchfrei’ und ‘Richtig gebettet’. [...] Stefan Mross tut alles, um seine Tochter zu schützen.

Es dürfte Mross’ kleiner Tochter also prächtig gehen. Dennoch erweckt die Redaktion durch Schlag- und Unterzeile auf der Titelseite unserer Meinung nach den Eindruck, als sei Stefan Mross’ Tochter gestorben. Es wirkt, als wolle sie mit der aufsehenerregende Überschrift lediglich mögliche Käufer locken.

Dazu scheint es so, als habe sich die “Freizeit im Blick” die Details zur Art und Weise, wie Mross’ Tochter gebettet ist, schlicht ausgedacht — jedenfalls liefert die Redaktion keine Zitate oder Beweise, die ihre Aussagen bestätigen.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Freizeit im Blick” gegen die Ziffern 1, 2 und 8 des Pressekodex.

Die anscheinend erfundenen Details zu den Schlafumständen von Stefan Mross’ Tochter sowie die Überschrift sind keine “wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit”. Diese zählt laut Ziffer 1 des Pressekodex allerdings zu den “oberste[n] Gebote[n] der Presse.” Die Überschrift zielt stattdessen nur darauf ab, die potenzielle Leserschaft zum Kauf zu bewegen, und nimmt eine falsche Information dabei billigend in Kauf.

Außerdem verfälscht die Titelzeile die tatsächlich vorliegenden Informationen. Dabei fordert die Sorgfaltspflicht in Ziffer 2 des Kodex, dass diese Informationen “durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden”.

Dazu missachtet die “Freizeit im Blick” durch den in der Schlagzeile auf dem Cover angedeuteten Kindstod “das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung.” Diese zu achten schreibt hingegen Ziffer 8 des Kodex vor. In diesem Fall sind sowohl Stefan Mross als auch seine Tochter und seine Frau betroffen.


Fürstin Charlène - Unfruchtbar! Sie zerbricht daran, keine Kinder bekommen zu können

1)

Auf ihrer Titelseite schreibt die “Freizeit Spezial”, die monegassische Fürstin Charlène sei “Unfruchtbar!” und: “Sie zerbricht daran, keine Kinder bekommen zu können”. Im dazugehörigen Artikel geht es hingegen nur um angebliche Gerüchte aus dem Palast-Umfeld, “dass die Fürstin sich mit dem Gedanken trägt, ihren Kinderwunsch endgültig zu begraben.” Eine Freundin Charlènes soll dem Blatt gesagt haben:

“Sie glaubt, dass diese Erwartungshaltung eine negative Auswirkung auf ihre Fruchtbarkeit hat. Der Druck blockiert ihren Körper, davon ist sie überzeugt. Sie hält es für eine Art Trotz-Reaktion ihres Körpers.”

Allein darauf basiert die “Unfruchtbar!”-Schlagzeile.

2)

Die Tatsachenbehauptung (“Unfruchtbar! Sie zerbricht daran, keine Kinder bekommen zu können”) spiegelt nicht den Inhalt des Artikels wider, in dem lediglich Mutmaßungen geäußert werden. Das Heft schreibt sogar selbst, dass Charlène durchaus noch damit rechne, Kinder zu bekommen:

Wie sehr sich auch Charlène ein Baby wünscht, wurde erst im Interview mit dem schwedischen Magazin “Svensk Damtidning” deutlich. “Ich glaube nicht, dass es noch lange dauern wird, bis wir ein Kind bekommen”, sagte die 36-Jährige damals.

Im Nachhinein stellten sich Schlag- und Unterzeile als unwahr heraus, schließlich verkündete der monegassische Hof am 30. Mai 2014 die Schwangerschaft Charlènes, am 10. Dezember 2014 brachte sie Zwillinge zur Welt. Vermutlich haben die Mitarbeiter der “Freizeit Spezial” die aggressive Titelaufmachung bewusst zur Käuferwerbung eingesetzt.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Freizeit Spezial” gegen die Ziffern 1, 2, 8 und 9 des Pressekodex.

Schlag- und Unterzeile können weder als “wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit” noch als “Wahrung der Menschenwürde” gelten. Damit verstoßen sie gegen Ziffer 1 des Kodex: Die Aussagen, Charlène sei unfruchtbar und zerbreche daran, entsprechen erstens nicht der Wahrheit und greifen zweitens — völlig unabhängig vom Wahrheitsgehalt — auf heftige Weise die Intimsphäre der Fürstin an.

Ziffer 2 des Kodex sagt, dass Informationen “durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden” dürfen. Doch genau das macht die “Freizeit Spezial” durch ihre Wahl von Überschrift und Unterzeile auf dem Cover.

In Ziffer 8 ruft der Kodex die Presse dazu auf, “das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung” zu achten. Dem kommt die “Freizeit Spezial” nicht nach. Eine Unfruchtbarkeit fällt wohl in den Bereich der “Erkrankungen”, die Richtlinie 8.6 thematisiert. Da höchstwahrscheinlich keine Zustimmung Charlènes vorlag, dass die “Freizeit Spezial” fälschlicherweise über ihre Unfruchtbarkeit berichten darf, verstößt die Überschrift der Redaktion gegen diese Richtlinie.

Da das Thema Fruchtbarkeit Teil der Intimsphäre ist, eignet sich die sensationslüsterne und inhaltlich falsche Überschrift der “Freizeit Spezial” für eine Verletzung der Ehre der Fürstin. Laut Ziffer 9 des Kodex widerspricht es “journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.” Damit verstößt die Redaktion auch gegen diese Kodex-Ziffer.


Günther Jauch - Entführungs-Drama - Alle Hintergründe der unglaublichen Geschichte

1)

Der “Woche heute”-Artikel greift einen satirischen (und fiktiven!) Roman auf, in dem der Protagonist den Moderator Günther Jauch entführen will.

Da reift in Paul ein furchtbarer Plan: Er wird Günther Jauch entführen, um so über das Lösegeld an die entgangene Million zu kommen! Mit seinem Mitbewohner Herrn Müller und dessen Freundin Katja setzt er diesen Plan tatsächlich um. Günther Jauch wird betäubt und entführt!

… erzählt die “Woche heute” die Roman-Handlung nach.

2)

Die Redaktion erweckt auf der Titelseite den Eindruck, als gebe es ein echtes “Entführungs-Drama” um Günther Jauch. Gut möglich, dass sie mit der knallig-skandalösen Schlagzeile einzig den Verkauf des Heftes ankurbeln will. Ein klarer Hinweis, dass es sich bei der Entführung Jauchs um eine ausgedachte Geschichte handelt, fehlt auf dem Cover komplett. Die “Woche heute” spricht zwar von einer “unglaublichen Geschichte”; dass damit aber “unglaublich” im Sinne von “erfunden” gemeint ist, kann der Leser nicht erkennen. Das erfährt er erst im Innenteil — im vierten Absatz des Artikels.

3)

Unseres Erachtens verstößt der Artikel der “Woche heute” gegen die Ziffern 1, 2 und 8 des Pressekodex.

Die Überschrift auf der Titelseite und zahlreiche Absätze im Artikel entsprechen nicht einer “wahrhaftige[n] Unterrichtung der Öffentlichkeit”, wie es der Kodex in Ziffer 1 fordert. Stattdessen wird die Leserschaft getäuscht, damit sie am Kioskregal zugreift.

Laut Ziffer 2 darf der Sinn von Informationen “durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.” Durch das suggerierte “Entführungs-Drama” in der Cover-Schlagzeile passiert aber genau das.

Die auf der Titelseite thematisierte, aber nie stattgefundene Entführung greift die “informationelle Selbstbestimmung” Günther Jauchs an. Diese soll die Presse laut Ziffer 8 allerdings achten und nicht torpedieren.

4)

Christian Ritter, der Autor der fiktiven Jauch-Entführung, hat sich mit einem offenen Brief an die “Woche heute” zu Wort gemeldet und gefragt:

Wie viele Gedanken haben Sie sich denn genau darüber gemacht, dass jemand Ihre Titelzeile falsch verstehen könnte?

Außerdem musste die “Woche heute” eine Gegendarstellung von Günther Jauch abdrucken, in der er klarstellt: “Es gibt im Zusammenhang mit meiner Person tatsächlich keinen Entführungsfall.” Da die Redaktion diese erste Gegendarstellung nicht so groß aufs Cover gesetzt hat, wie vom Gericht festgelegt, musste sie sie einige Monate später ein zweites Mal drucken.


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Dicke Festtagsenten
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Dicke Festtagsenten

Weihnachten wird Grütze. Keine Spur von Besinnlichkeit oder Familienglück, stattdessen “Tränen”, “Krach” und “Ehe-Aus”. Dieses Jahr werde das Fest zur “Tragödie” — prophezeien jedenfalls die Weihnachtswichtel der Regenbogenhefte.

Zum Beispiel die Feiertagsplanungen von Joachim Gauck: Wird der Bundes-präsident mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt feiern? Oder doch mit Ehefrau Hansi Gauck?

Beim Wahrsagerblick in die Schneekugel sieht die “Woche heute”, ein Blatt aus dem Bauer Verlag, jedenfalls eine “Weihnachts-Tragödie” aufs Staatsoberhaupt zukommen und macht sich “schlimme Sorgen um seine arme Ehefrau”:

Joachim Gauck - Weihnachts-Tragödie! Schlmme Sorgen um seine arme Ehefrau

Wie weh tut er Hansi jetzt, indem er sie allein lässt?!

1:0 für Daniela Schadt. Doch die “Neue Post”, ebenfalls aus dem Bauer Verlag, gleicht postwendend wieder aus:

Jetzt muss er klare Verhältnisse schaffen! Joachim Gauck - Zurück zur Ehefrau ... und wie sie Weihnachten feiern

Nämlich mit den vier gemeinsamen Kindern. Und ohne Daniela Schadt.

Bei Moderator Wayne Carpendale und seiner Frau Annemarie feiert laut “Das macht Spaß” hingegen überhaupt niemand. “Krach im Paradies?” — und das “ausgerechnet zum Fest der Liebe”:

Ausgerechnet zum Fest der Liebe! Krach im Paradies?

Wayne sei beruflich schlicht zu erfolgreich, moderiere eine Sendung nach der anderen und habe kaum noch Zeit für Privates. Anscheinend nicht mal für Weihnachten.

Die dickste Festtagsente kommt aber aus dem britischen Königshaus, genauer von Prinz Charles und seiner Camilla:

Charles & Camilla - Ehe-Aus vor Weihnachten!

“Das goldene Blatt” gibt sich siegessicher. Denn schon beim traditionellen Royaltreffen am ersten Weihnachtstag werde Camillas Platz an der großen Festtafel leer bleiben, schreibt die Redaktion. Seit der Hochzeit von Camilla und Charles im April 2005 hat “Das goldene Blatt” die beiden übrigens bereits 19-mal auf seiner Titelseite geschieden. Doch nun soll es wirklich so weit sein:

Ihre Ehe steht endgültig vor dem Aus.

Das Unglück des britischen Thronfolger-Paares steht auf dem Wunschzettel des “goldenen Blatts” sicher ganz oben.


Dieser Text ist gestern auch im “Tagesspiegel” erschienen. Jeden zweiten Montag schreiben wir dort eine Kolumne über die Regenbogenpresse.


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Lügen wie gedruckt
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Lügen wie gedruckt

Inzwischen ist es selbst in den letzten Regenbogenredaktionen angekommen: Die monegassische Fürstin Charlène ist schwanger, womöglich sogar mit Zwillingen. Die Trennungsgeschichten von ihr und Ehemann Albert sollte man also besser erstmal eine Weile in der Schreibtischschublade lassen.

Und so ist die Zwillingsnachricht für die “Woche heute” auch nicht irgendeine Meldung, sondern

Das Hirra der Woche - Fürstin Charlene - Jaaa, Zwillinge! Wird jetzt alles gut?

Weltfrieden? Ende der Hungernot? Zumindest was Charlène angeht, blicken die Mitarbeiter des Blattes optimistisch in die Zukunft:

Verstummen jetzt die bösen Gerüchte über Intrigen und die vermeintlich unglückliche Ehe des Fürstenpaares? Bestimmt!

Woher diese Zuversicht kommt? Weil die “Woche heute” es selber in der Hand hat. Denn nur eine Ausgabe vor dem großen Hurra-Jubel schrieb sie noch von Problemen und “Psychoterror” und der Unwahrscheinlichkeit einer Nachwuchsmeldung aus Monaco:

Fürstin Charlene - Todesangst! Kann Albert sie noch schützen?

Um diesen Druck auszuhalten, hat sie ihren Bruder Gareth (32) gebeten, in ihre Nähe zu ziehen. Aber was kann der schon ausrichten, wenn sie im Palast gefangen ist. Und wie nur soll sie je schwanger werden, bei all diesem Psychoterror …

Zur Erinnerung: Als diese Textpassage erschien, war Charlènes Schwangerschaft bereits seit fünf Tagen bekannt.

Damit ist die “Woche heute” in bester Schnarchnasengesellschaft. Ausgabe 24 der “Schöne Woche” erschien ebenfalls am 4. Juni. Und auch hier klingt es ganz und gar nicht nach Kinderglück:

Baby-Albtraum - Fürstin Charlène - Jetzt packt ihr Bruder aus!

Erschwerend kommt hinzu: Auch rund drei Jahre nach der Hochzeit mit Albert (56) ist kein Nachwuchs in Sicht. So weit, so bekannt.

Und die “Prima Woche” ruft am gleichen Tag sogar eine “Eiszeit in Monaco” aus:

Charlène - Ehe-Drama - Fürst Albert macht ihr das Leben zur Hölle!

Einen Tag früher als “Woche heute”, “Schöne Woche” und “Prima Woche” erschien die Juli-Ausgabe der “Revue der Woche”. Da war die offizielle Bekanntmachung des monegassischen Palastes also immerhin schon vier Tage online. Und trotzdem hat die “Revue der Woche” erhebliche Zweifel, ob das irgendwann überhaupt noch was wird mit Charlène und dem Nachwuchs:

Albert von Monaco - Macht er SIE zur neuen Fürstin? Eifersuchtsdrama um Charlène

Ob Fürstin Charlène (36) jemals einen Thronfolger zur Welt bringt, ist fraglich.

Diese ganzen Blätter mit ihren Lügen und falschen Spekulationen über Fürstin Charlène könnten jetzt argumentieren, der Redaktionsschluss war schon längst erreicht und die Hefte bereits im Druck, als der Palast in Monaco die Nachwuchsbotschaft online stellte.

Mag sein. Doch ein früher Andruck rechtfertigt es erstens nicht, falsche Behauptungen in die Welt zu setzen; und zweitens zeigen ihre Regenbogenkollegen der “Neue Post”, dass es durchaus möglich war, rechtzeitig auf die Schwangerschaft Charlènes zu reagieren. Am 4. Juni — also am selben Tag wie “Woche heute”, “Schöne Woche” und “Prima Woche” sowie einen Tag nach “Revue der Woche” — brachten sie diese Geschichte:

Das Baby-Wunder! Fürstin Charlene - Endlich schwanger!

Das grenzt tatsächlich an ein “Wunder”.


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Die unglaubliche Entführung
des verrückten Mr. Jauch (2)

Die unglaubliche Entführung
des verrückten Mr. Jauch (2)

Vielleicht erinnern Sie sich noch an folgende Geschichte: Ein Autor veröffentlicht ein Buch mit einer Fantasie-Geschichte, in der unter anderem Günther Jauch entführt wird. Das Regenbogenblatt “Woche heute” strickt daraus ein “Entführungs-Drama” und verkauft es als solches groß auf der Titelseite:

Günther Jauch - Entführungs-Drama - Alle Hintergründe der unglaublichen Geschichte

Doch da ist noch nicht Schluss. Wir bloggen drüber, der Autor des Buchs beschwert sich unter anderem auf Facebook und schreibt einen offenen Brief an die “Woche heute”. Die schlägt zurück — mit einem Facebook-Kommentar zur üblichen redaktionellen Arbeitszeit um 23:51 Uhr:

Woche heute: "Super Buch! Natürlich gekauft! (Heidi Klum/Anti-Schimmel-Spray). Hat den Push voll verdient. Zahlt der sich schon aus? Wäre klasse! Der beste Teil des Nachworts ist allerdings der Rechtsschutz-Part gegen G.J.s Anwalt. Der offene Brief an Woche Heute fällt dagegen ein bisschen ab. Ist leider nur so das Niveau der Naiven von tvg. Woche Heute hat das Buch einfach besser kapiert als die. Und ihm zu Weltruhm im Rahmen der Möglichkeiten der deutschen Yellowpress verholfen, verehrter Johann Wolfgang Ritter ...

Hach ja, so ein Rechtsschutz gegen Günther Jauchs Anwalt — das wäre auch was für die Belletristen der “Woche heute”. Denn das Blatt hat Ritters Buch nicht nur besser kapiert als der topfvollgold, sondern auch als die zuständigen Juristen. Als Resultat prangt auf dem Cover der heutigen Ausgabe der “Woche heute” dick und fett eine Gegendarstellung, erwirkt von “G.J.s Anwalt”:

Cover der "Woche heute" mit einer Gegendarstellung von Günther Jauch ("Gegendarstellung - Auf der Titelseite von 'Woche heute' Nr. 5 vom 22.01.2014 heißt es über mich: 'Günther Jauch Entführungsdrama' Hierzu stelle ich fest: Es gibt im Zusammenhang mit meiner Person tatsächlich keinen Entführungsfall. Potsdam, den 31.01.2014 Günther Jauch - Herr Jauch hat recht. Es ging um einen Roman, in dem Günther Jauch entführt wird. Die Redaktion")(Klick aufs Bild für eine größere Darstellung.)


Nachtrag, 27. März 2014, 8:35 Uhr:
Es ist alles noch viel schlimmer, wie wir jetzt gesehen haben. Denn als sich die ganze Sache ereignete, berichtete auch das NDR-Medienmagazin “ZAPP” über den Fall. Buchautor Christian Ritter hatte auf seiner Facebook-Seite einen Link zum TV-Beitrag gepostet. Woraufhin die “Woche heute” in den Kommentaren … ach, lesen Sie selbst:

Screenshot Facebook: Gespräch zwischen "Woche heute" und Christian Ritter


Mit Dank an V. K. für den Hinweis.


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