Thomas Gottschalk hat keine heimliche Familie in Polen
0

Thomas Gottschalk hat keine heimliche Familie in Polen

Im fernen Universum der Regenbogenhefte und ihrer ganz eigenen Promiskalen ist Thomas Gottschalk ein B-Promi. Während die A-Promis — zum Beispiel Helene Fischer oder Charlène von Monaco — jede Woche auf den Titelseiten zu finden sind, denken sich die Fantasten aus den Regenbogenredaktionen über die B-Promis immer mal wieder Geschichten aus.

Das kann natürlich trotzdem nerven. Thomas Gottschalk hat in seiner gerade erschienenen Autobiographie “Herbstblond” zu den “Herzschmerzblättern der Yellow Press” Stellung bezogen:

Bisweilen staune ich über meine eigenen “Schicksalsschläge”. Eine “Krebstragödie um Gottschalk” entpuppte sich als die Erkenntnis, dass mein Vater in einem Alter an Krebs verstorben war, das ich gerade selber erreicht hatte; ein “polnischer Cousin”, der barmte, ich hätte jeden Kontakt zu ihm abgebrochen, war am Ende gar keiner, und mir “brach” auch nicht “das Herz”, als sich mein Sohn von seiner Frau trennte. So etwas soll passieren.

Mit Gewäsch dieser Art halte ich mich nicht mehr auf, mein Anwalt klagt reflexhaft, wenn es darum geht, unverfrorene Eingriffe in mein Privatleben zu verhindern. Meine Ehe und das Leben meiner Kinder habe ich ebenfalls, so gut es ging, aus der Schusslinie gehalten. Das ist mir nicht immer ganz gelungen, denn der Boulevard wollte sich partout Gedanken zum Zustand meiner Beziehung machen. Wer oft fotografiert wird, manchmal, ohne es zu bemerken, schaut auch oft dumm in die Gegend. Man muss die Kreativität eines Chefredakteurs fast bewundern, der mehrere Fotos von meiner Frau und mir untereinandersetzte, auf denen wir nicht besonders glücklich dreinschauten, noch dazu jeder in eine andere Richtung. Wahrscheinlich hatten wir beim Pferderennen auf unterschiedliche Pferde gesetzt oder vermuteten unsere Söhne jeder in einer anderen Ecke. Egal, man fand in dem Pantomimen Samy Molcho einen Ausdrucksdeuter, der unserer Ehe nicht mehr den Hauch einer Chance gab. Zerrüttung wäre nach diesen Fotos noch seine optimistischste Einschätzung gewesen.

Die Sache mit dem Cousin aus Polen bezieht sich auf eine Titelgeschichte der “Woche der Frau” aus dem Jahr 2012. Damals fragte die Redaktion, ob Gottschalk eine “Heimliche Familie in Polen” habe. Hat er nicht, und so klagte sein Anwalt “reflexhaft”. Das Ergebnis gab es nun dick und fett auf der Titelseite der “Woche der Frau” zu bestaunen:

Richtigstellung von Thomas Gottschalk zum Beitrag "Heimliche Familie in Polen?" Woche der Frau Nr. 5/2012, auf S. 10

Im Heftinnern gibt es schöne Feststellungen wie:

Jan Gottschalk aus Piaseczno ist nicht der Cousin von Thomas Gottschalk.

Oder:

Thomas Gottschalk hat keinen Onkel mit dem Namen Franciszek Gottschalk.

Insgesamt ist die Richtigstellung länger als mancher Regenbogenartikel:

Richtigstellung - In "Woche der Frau" Nr. 5/2015 schreiben wir in einem Artikel mit der Überschrift "Thomas Gottschalk Heimliche Familien in Polen?" auf Seite 10 über Thomas Gottschalk: "'Nachdem ich erfahren habe, dass Thommy mein Cousin ist, haben wir uns einmal seine Sendung im Fernsehen angeschaut', erzählt Jan (...) Jan Gottschalk, der in bescheidenen Verhältnissen in dem polnischen Dorf Piaseczno lebt, ist richtig aufgeregt, als er von seinem berühmten Verwandten in Deutschland spricht. Denn es handelt sich um niemand Geringeren als Thomas Gottschalk (61). 'Ich bin sein direkter Cousin', behauptet Jan fröhlich," Hierzu stellen wir fest: Jan Gottschalk aus Piaseczno ist nicht der Cousin von Thomas Gottschalk. Thomas Gottschalk ist auch sonst nicht mit dem genannten Jan Gottschalk verwandt. Weiter heißt es in dem Artikel, beginnend mit einem Zitat von Jan Gottschalk, wie folgt: "'Mein Vater Franciszek Gottschalk war der Bruder von Hans, Thommys Vater!' Unglaublich: Hat der Showmaster tatsächlich eine heimliche Familie in Polen? (...) Jan kann sich sogar an seinen Onkel erinnern, denn er traf ihn einmal: 'Das war 1957 oder 1958. Onkel Hans kam extra zu einer Hochzeit aus Deutschland nach Polen (...)'" Hierzu stellen wir fest: Thomas Gottschalk hat keinen Onkel mit dem Namen Franciszek Gottschalk. Weiter heißt es: "Auch Thomas Gottschalk würde Jan sehr gern kennenlernen. Er schrieb ihm sogar einmal einen Brief. '(...) Ich denke, Thomas hat ihn nie gelesen.' Deshalb hält er es für möglich, dass der TV-Star gar nichts von ihm weiß. Dabei würde Jan seiner deutschen Familie so gern sein Zuhause zeigen." Hierzu stellen wir fest: Thomas Gottschalk gehört nicht zu der Familie von Jan Gottschalk. Die Redaktion

(Draufklicken für eine größere Version)

Nun ist diese Richtigstellung nicht völlig neu. Im Dezember 2014 musste die “Woche der Frau” sie schon einmal bringen — ebenfalls auf der Titelseite und im Heft:

Richtigstellung von Thomas Gottschalk zum Beitrag "Heimliche Familie in Polen?" Woche der Frau Nr. 5/2012, auf S. 10

Laut Gottschalks Anwalt habe das Blatt die Richtigstellung damals nicht ordnungsgemäß gedruckt. Daher hätten sie den Verlag über das Gericht gezwungen, noch einmal zu drucken.

Eine Richtigstellung auf der Titelseite dürfte für die Knallhefte die Pest sein, gerade wenn sie sie mehrmals abdrucken müssen. Schließlich verkaufen sich die Regenbogenblätter zum überwiegenden Teil im Einzelverkauf am Kiosk. Ein hässlicher Störer auf dem Cover könnte die geneigte Leserin am Zeitschriftenregal schnell zum nächsten Titel greifen lassen.

Dass ein solcher Vorgang inhaltlich aber mal so gar nichts bewirkt, stellen die Ahnenforscher der “Woche der Frau” eindrucksvoll unter Beweis. Direkt über Gottschalks Richtigstellung zu seiner angeblichen heimlichen Familie in Polen steht das hier:

Neuer Familien-Skandal - William & Kate - Gibt es noch eine heimliche Tochter in New York?


facebooktwitteremail

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>