Zittrige Argumente

Zittrige Argumente

Die “Freizeit Woche” ist in großer Sorge. Denn:

Chelsea Clinton ist in großer Sorge. Denn ihrem Papa Bill (67) geht es nicht gut. Der Ex-Präsident der Vereinigten Staaten ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Er ist stark abgemagert, das einst füllige Haar ist schütter.

Und als endgültigen Knaller-Beweis für Clintons erschreckenden Zustand schiebt das Blatt noch dieses Foto eines, ähm, desaströs ausschauenden Bill Clintons hinterher:

Anfang August 2013: Bill Clinton in Afrika (rechts). Er ist sehr abgemagert und schwach

Für all jene, die nicht einmal dieses Bild von Clintons schlechtem Gesundheitszustand überzeugen kann, hat die “Freizeit Woche” noch ein bisschen im Familienumfeld herumgeschnüffelt. Also zumindest tut die Redaktion so:

“Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Neben den Herz-Problemen kämpft Bill mit den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung”, verrät ein guter Freund der Familie. “Wir haben alle Angst, dass es keine Hoffnung mehr für ihn gibt.”

… verrät ein guter Freund die Familie.

Vor allem aber muss dieser “Freund der Familie” ein so guter Freund sein, dass er sogar Dinge weiß, die nicht einmal Bill Clinton selbst bekannt sind.

Denn der ehemalige US-Präsident widerspricht seit mehr als vier Jahren den Gerüchten, er sei an Parkinson erkrankt. Er habe zwar eine zittrige Hand. Doch das sei eine Alterserscheinung und kein Parkinson-Symptom.

Aber was kümmern diese glasklaren Aussagen schon eine richtige Regenbogenredaktion?

Parkinson-Drama - Bill Clinton - Seine Tochter befürchtet das Schlimmste

Auch Chelsea befürchtet das Schlimmste: “Es ist der letzte Sommer mit meinen [sic!] Daddy.”

Ob es dieses Zitat wirklich gibt, wissen wir nicht. Wir haben es jedenfalls nirgendwo finden können (was auch an der offenbar nicht ganz richtigen Übersetzung liegen kann). Wir sind aber sehr sicher, dass die “Freizeit Woche” das Zitat — sollte es existieren — völlig aus dem Zusammenhang gerissen hat.

Schließlich brauchte die Lügenredaktion ordentlich Schwung, um sich zur finalen gewagten These ihrer Falschmeldung aufzumachen:

Auch Chelsea ist erschüttert. Sie will, dass man ihren Vater in Ruhe lässt. Denn — viel Zeit hat er nicht mehr.


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